Indiana Tribüne, Volume 26, Number 141, Indianapolis, Marion County, 5 February 1903 — Page 1

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Tribune.

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Erscheint foden NcutLmittag. Jahrgang 26 Indianapolis, Ind., Donnerstag, 5. Febrnar 19( 3 ' 0.141. I I I !

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Der Dr. Alerander ProzeK.

Rufus Cantrell einem scharfen Kreuzverhör unterworfen. Lange bevor heute Vormittag mit den Verhandlungen in dem Prozeß des Dr. I. C. Alexander fortgefahren wurde, strömte das Publikum in hellen Schaaren in den Gerichtsfaal und bald waren derselbe sowie auch die Gallerien mit einer dichten Menschenmenge be setzt. Seit vielen Jahren hat kein Prozeß in allen Schichten der Gesellschaft ein solches Interesse erregt, als dieser. Damen aus den ersten Gesellschaftskreisen der Stadt befanden sich auf der Gallerie und folgten mit gespanntester Aufmerksamkeit den Verhandlungen im Saale. Dieselben waren heute weniger sensationeller Natur als gestern. Rufus Cantrell wurde auf'ö Neue auf den Zeugenftand gerufen und von Anwalt Spann einem scharfen Kreuzverhör unterworfen. Er war heute lebhafter als gestern und mehr wie ein mal fürchteten die Vertreter des Staates, daß derselbe zu viel schwätzen würde. Einmal war der Anwalt mit der Antwort, welche der Zeuge ihm gegeden hatte, nicht zufrieden und er erklärte demselben, daß er keine Lust hätte, mit ihm zu argumentiren. Cantrell erwiderte prompt, daß es ihm ebenfalls kein Vergnügen machte, mit ihm Argumente auszutauschen. Die Vertheidigung wollte durch ihr Verhör den Nachweis liefern, daß den Aussagen des Cantrell wenig Glauben zu schenken ist. Cantrell gab zu, daß er im Gesangniß in gewisser Weise ein trusty" war, besondere Privilegien wollt? er aber nicht empfangen haben. Er hatte mit den Detectives Asch und Mcnning verschiedene Ausflüge gemacht. Er war zugegen als das Doehring Grab geöff net wurde und trank dann in einer benachbarten Wirthschaft ein Glas Bier. Der Zeuge dachte oft längere Zeit nach, ehe er eine Frage beantwortete. So fraate ibn Svaan einmal, ob er nicht einen Wirth von der Jndiana Ave. verklagt hätte, well derselbe ihm keine Getränke verkaufen wollte. Nach längercrer Pause gab Zeit zur Antmort. daß dieses nicht der Fall war. Warum zögerten Sie so lange," fragte der Anwalt. Weil ich die Klage nicht gegen den Wirth einbrachte, weil er mir kein Getränke verabfolgte." Er läugnete, daß er betrunken war, als er die Wirthschaft betrat. Hierauf wurde die Frage an ihn gestellt, ob er nicht am 18. October v. I. an Dr. Anderson, dessen Office sich neben der des Dr. Alerander befindet, teleponirt hätte, derselbe möge Dr. Alerander sagen, daß derselbe sich nicht aufregen foll, er würde fchon gut davon kommen. Cantrell erwiderte, daß er keine solche Telephon-Botschaft abgegeben hätte. Nach längerem Besinnen bezeichnete Cantrell Henry Martin, Walter Daniels, Wm. Jones, Leroy Williams, Walter Williams, Jsham Donnell und Burford Colley als seine Helfer bei den Gräberschändungen. Er gab auch zu, daß er mit denselben im Gefängniß häufige Unterredungen gehabt habe. Er sagte, daß er in dem Leihftalle Hotel de Hoß" häufig Fuhrwerke lieh, für welche er aus eigener Tasche bezahlte. Er verneinte, daß er an andere Collegcs, als das Central College Leichen abgeliefert hatte, er Vermuthete aber, daß feineGenossen dieses gethan hätten. Er behauptete auf das Bestimmteste, daß während der Zeit, in welcher er für Dr. Alexander arbeitete", er keine andere Colleges mit Leichen versorgt hatte. Die Vertheidigung wies jedoch nach, daß auch andere Colleges von ihm Leichm erhalten hatten. Er verneinte, daß Jsam Donnoll im Gesängniß eine Aeußerung gemacht habe, derzufolge er (Cantrell) im Ver dachte stände, den Doc Lung ermordet zu haben. Cantrell leugnete daß dieses der Fall war und er erklärte daß er ab-

solut nichts über die Ermordung des

Chinesen wisse. Als er diese Erklärung abgab, zeigte er zum ersten Male Spuren von innerer Erregung. Cantrell sagte u. A. auch aus, daß Dr. Alexander ihn aufforderte, die Leiche des Meredith McMullen, welche auf dem Lick Creek Kirchhof begraben j war zu holen und er führte den Auf trag prompt aus. Der Doctor ordnete nach Cantrell's Aussagen die Beraubung der Gräber der Frau Stilz und des Wm. Johnson auf dem Ebenezer Kirchhof und der Glendora Gates auf dem Anderson Kirchhof. Cantrell wegen Irrsinns aus der Armee entlassen. Am Nachmittag bereiteten die Vertheidiger dem Staatsanwalt im Besonderen und den Geschworenen und dem nach vielen Hunderten zählenden Publikum eine Ueberraschung erster Clasie. Anwalt Spaan stellte nämlich den Antrag, die Aussagen des Cantrell überhaupt nicht zuzulassen, da derselbe gar nicht fähig sei, als Zeuge zu fungiren. Er sei Epileptiker und seiner Sinne überhaupt nicht recht mächtig. Zum Beweise seiner Behauptung zog der Anwalt ein Document aus der Ta'che, welches aus der Office des Gneral-Adjutanten Corbin stammte und auch mit dessen blauem Siegel versehen war. In demselben wurde bescheinigt, daß Rufus W. Cantrell, welcher am 12. November 1897 flch für Onkel Sam's Armee hatte anwerben lassen, im März des nächsten Jahres in Ft. Douglas, tttah, seinen Abschied erhielt, da er ein Epileptiker war, sich mit SelbstmordGedanken trug und Symptome von Irrsinn zeigte. Die Geschworenen mußten sich zurückziehen und zwischen den Vertretern des Staates und den Vertheidigern wurde hierauf für resp, gegen Zulassung'des Documents in lebhafter Weise argumentirt. Der Richter war für Zulassung, und das Schriftstück wurde, nachdem die Geschworenen ihre Sitze j wieder eingenommen hatten, verlesen i und den Gerichtsacten einverleibt. Während der letzten Monate und auch heute hat Cantrell nicht den Eindruck eines Geisteskranken gemacht. Polizeiliches Allerlei. Gestrigen Nachrichten auS Cincinnati zufolge befindet sich der seit Wochenfrist vermißte Grundeigen-thums-Agent E. A. Miles. dort, um zu versuchen, Liegenschaften zu verkaufen und aus dem Erlös seine hiesigen Gläubiger zu befriedigen. Großartige Verhaftungen wurden von der Polizei gestern nicht vorgenommen. Bis zu später Abendstunde bestand die ganze Bewohnerschaft des Polizeigefängniffes aus 5 Trunkenbolden. Darunter befand sich ein angeblicher junger Arzt Namkns Jordan von der Noble Straße und ein Kriegsveteran, der so beduselt war, daß er überhaupt nicht mehr stehen oder gehen konnte. Auf $96,500 Beläuft sich jetzt der ColosseumFund. In der gestrigen Sitzung des Co losseum-Comites wurden folgende Subscriptionen angemeldet : Capt. I. A. Lemcke $1000 D. W. Marmon 1000 6. C. Perry 1000 Henry und Gustav A. Schnull... 1000 Der Fond ist somit auf 896,500 an gewachsen. Tabea Fraen-Berein. Der Tabea Frauen-Verein feierte am Mittwoch Nachmittag in dem Hause der Frau Vehling an der Ost South Str. No. 343 sein fünfjähriges Jubiläum. Die Mitglieder waren vollzählich erschienen und wurden in dem gastfreien Hause in nobelster Weise bewirthet.

Schwierigkeiten um zu reisen.

Selbst in San Francisco wird mit dem Ticket Scalper" jetzt nicht mehr glimpflich verfahren. Einer von ihnen wurde am letzten Dienstag zur Zahlung von.S300 und einer Freiheitsstrafe verurtheilt. Er hatte einen im August v. I. erlasicnen Einhaltsdefehl, wodurch es verboten wird, RundreiseBillete, welches für eine Fahrt bereits benutzt worden waren zu verkaufen, nicht beachtet. Das Urtheil des San Franciscoer Richters ist besonders bemerkenswerth und wichtig, da die Beträge, welche diese Tickets für lange Fahrten involviren, sehr hoch sind, und der unglückliche Passagier, welcher ein solch benutztes Ticket in seinem Besitz hat. gezwungen ist, den doppelten Preis des Fahrgeldes zu bezahleu. Es sind Aussichten vorhanden, daß der Handel mit solchen Tickets eines Tages ganz aufhören wird. Wer sich mit demselben beschäftigt steht auf derselben Stufe mit einem Fälscher oder Dieb. Aus dem Brooklyn Standard-Union". Ans dem taatshanse. Wer ivagt es Rittersmann oder Knapp, etc.? Die Indianapolis und Eincinnati Trac tion Co. incorprirt. Gestern hat sich herausgestellt, daß keines der republikanischen Legis-latur-Mitglicder den Muth hat, im RepräsentanteN'Hause den Antrag auf Einleitung eines Jmpcachment-Ver-fahrens gegen Richter Louis O. Rasch in Evansville zu stellen, resp, die von dem Executiv-Comite der Staats-Ad-vocaten-Vereinigung in der Hinsicht gefaßten Resolutionen dem Hause vorzulegen. Dieselben sind von allen Mitgliedern des Erecutiv Comites, ausgenommen Chas. E. Shiveley von Richmond, unterschrieben. Mehrere Mitglieder dieses Comites sprachen gestern bei den republ. Repräsentanten vor, die versprochen gehabt hatten, behülflich zu sein, um Richter Rasch zu entfernen, doch weigerten diese Republikaner sich gestern, die Resolutionen dem Hause vorzulegen. Mit einem Capitale von Kl. 500,000 wurde gestern die Jttdianapolis und Cincinnati Traction Co." incorporirt. Die Jncorporatoren sind: Charles L. Henry, W. L. Taylor, T. F. Rose, Ephraim Marsh. W. M. Frazee, E. M. Johnson und James W. Fesler, alle von Indianapolis. Diese Compagnie beabsichtigt zuNächst den Bau und Betried einer electr. Linie von Indianapolis nach New Palestine, Morristown. Rushville, Connersville und Brookville, und soll der Bau der Linie von hier nach Rushville zuerst in Angriff genommen werden, und zwar noch in diesem Jahre. Später soll dann über die Fortsetzung der Linie von Rushville nach Cincinnati entschieden werden. Da nun das Union Traction-Syndicat jetzt mit dem Baue einer electr. Linie von Jndpls. nach Chicago beschäftigt ist, scheint die Anlage einer electr. Bahn von Chicago über Indianapolis nach Cincinnati wohl in 2 bis 3 Jahren verwirklicht werden zu wollen. Personal-Notizen. $ Herr John L. Feltmann. Er-Prüsident der Central Labor Union, welcher die ganzen Vorbereitungen für den Empfang des Präs. Mitchell von den Ver. Minen-Arbeitern und für die Convention derselben und das Banquet getroffen hatte, hat sich gestern auf eine Farm in Rujh County zurückgezogen, um sich dort gründlich auszuruhen. Concordia-Bereinigung. Zur Nachfeier ihres 25-jährigen Ju biläums veranstaltet die Concor dia -Bereinigung heute Abend in der Germania Halle einen großen Masken-Ball, für deffen Wohlgelingen wie schon berichtet, die Herren Victor Jose, Jos. Haslinger, Charles Yorger. Lorenz Willhoff und Jacob Reuter die umfassendsten und großartigsten Vocbereitungen getroffen haben.

Die Legislatur.

Senat. Das Comite für Moral berichtete die Indianapolis Sonntags-Baseball-Spiel-Bill mit einem Amendement günstig ein. Dasselbe lautet, daß am Sonntag Nachmittag von 26 Uhr Nachmittags das Baseball - Spiel in allen Städten von einer Bevölkerung von 16,000 und darüber gestattet sein soll. Es wurde kein Minoritäts-Be-richt eingereicht. Eine Deputation des Indianapolis Local Council of Women" machte ihr Erscheinen und bemühte sich, die Senatoren zu bewegen, gegen die Bill zu stimmen. Das Comite setzte sich aus den Damen Frau T. C. Day, Frau John W. Kern, Frau W. T. Barnes, Frau S. D. Farrabee, Frau Benjamin Hitz und Frau I. O. Henderson zusammen. Viel Glück hatten sie jedoch nicht bei den Senatoren. Senator Flanning machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, indem er rund heraus erklärte, das er jedes mal für die Annahme einer Bill wäre gegen welche Frauen arbeiteten. Im Hause hatten die Damen bei der Indianapolis Delegation ebenfalls kein Glück. Senator Gray reichte eine Eisen-bahn-Consolidation-Bill ein. Dieselbe ist eine Modisication der Bill, welche vor zwei Jahren passirt, aber vom Gouverneur mit seinem Veto belegt wurde. Die Barbier-Bill wurde mit 32 gegen 11 passirt; mit 40 gegen 3 Stimmen passirte die Bill, welche vorschreibt, daß alle erwählten County-Clerks ihr Amt am 1. Januar 1904 anzutreten haben. Haus. Im Haus wurden die Bills, durch welche die Saläre der Marion CountyRichter und der Richter des StaatsObergerichts und des AppellationsGerichts erhöht werden, angenommen; desgleichen Repr. Stechhan's Bill, welche verbietet, daß Mädchen unter 16 Jahren in Fabriken beschäftigt werden. Die Luhring's Bill, betreffend Vcrdesserung des Nicholfon Gesetzes, wird heute zur zweiten Lesung gelangen. Es wird erwartet, daß die Gegner derselben den Antrag stellen werden, sie auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Es wird jedenfalls zu einem erbitterten Kampf zwischen den liberal gesinnten und den Temperenzlern kommen. Repr. James F. Statesman wird eine Bill einreichen, welche 8150,000 für Vertretung des Staates Jndiana auf der St. Louis Weltausstellung verlangt. Es soll eine Commission von 15 Mitgliedern vom Gouverneur ernannt werden, eines aus jedem Congreß-Di-strict und zwei aus dem Staate at large". Gehälter sollen dieselben nicht beziehen. Die Bill, welche $2000 für die Errichtung eines Monuments auf dem Pigeon Roost Schlachtfeld verwilligt und welche seit 16 Jahren der Legislatur vorgelegt hat, passirte das Haus in dritter Lesung. Repr. Stechhan's Bill, welche die die Anstellung von zwei weiterenFabrikJnspe ctoren vorschrieb, wurde mit 48 gegen 45 Stimmen verworfen. Tish-i-rningo. Ein Massenverwalter verlangt. Alexander A. Boyd, Receiver der Lake Cities Electric Railway Co.", Eigenthümerin der Straßenbahn in Michiqan City, reichte gestern im Bundesgericht durch den Anwalt Col. R. B. Harrison das Gesuch ein, einen MassenVerwalter für die Chicago & South Shorb Co.", welche die Traction-Bahn zwischen L aPorte und Michigan City eignet, zu ernennen. Die Klägerin lieferte derselben die Betriebskraft je, aber die Verklagte vergaß, eine Rechnung von $780 zu bezahlen. Daher die Klage. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow".

Nachrichten aus Jndiana.

Auf der Jagd nach Einb r e ch e r n. Evansville. In früher Morgenstunde fand in der Poft-Office in Huntingburg ein Kampf zwischen Post-Jnspector S. C. Kyle und vier Banditen, welche dort einbrechen wollten, statt. Zum Glück standen dem Jnspector mehrere Angestellte zur Seite. Mit deren Hülfe gelang es ihm, die Banditen in die Flucht zu schlagen. Es wurden nicht weniger als achtzig Schüffe gewechselt. Der Jnspector und seine Leute begaben sich unverzüglich auf die Jagd nach dem Burschen. Zuletzt waren sie in dem Ort Birdseye drei Meilen östlich von Huntingburg gesehen worden. Eine B.rauerei wieder in Betrieb. B r a z i l. Die Brazil Brauerei, welche erst letztes Jahr gebaut wurde und bis vor einigen Wochen von St. Louiscr Kapitalisten betrieben, abcr auf unbestimmte Zeit geschlossen wurde, ist von der Lemp Brewing Co. von St. Louis käuflich erworben worden und wird binnen einigen Tagen wieder in Betrieb gestellt werden. Wie es verlautet, war das Unternehmen für die St. Louiser ein finanziller Mißerfolg, trotzdem die Brauerei mit den allerneuesten und modernsten Maschinerien versehen ist. Entflohen. A u b u r n. Während er auf die Ablieferung in di' Reformanstalt wartete, weil er seinem Freund ein Paar Pferde gestohlen hatte, entschlüpfte Jrving Rader aus der Jail in Auburn. Der Kerl stellte sich fromm und ersuchte in Abwesenheit des Sheriffs Breckin um eine Bibel. Die beiden Töchter des Beamten eilten, dicsen Wunsch zu erfüllen. Als sie RaderZ Zelle öffneten, um ihm das Buch zu geben, schlug derselbe die Thüre so stark gegen die Mädchen, daß dieselben bewußtlos wurden. Inzwischen entschlüpfte der Kerl, ohne jedoch die Bibel mitzunehmen. Eine bedeutende Geschäftstransaction. E l w o o o d. Die Verschmelzung der beiden alten Gas-Gesellschaften in eine Hut stattgefunden. Die neue Gcsellschaft wird den Namen Citizen Light & Heat Co." führen. Das Eigenthum derselben befindet sich in den Counties Madison, Grant, Hamilton und Tipton. DaZ Actien'Capital beläuft sich auf 5400.000. Die HauptOfsice wird sich in hiesiger Stadt befinden. General-Betriebsleiter wird Jacob Loomis und Secretär - Schatzmeister H. P. Carpenter sein. Bankerott. G r e e n c a st l e. Präsident Hammond und Cassirer Allen von der Ersten National Bank machten ein Assignment von der Central Trust Co. Alfred L. Hunt hatte dieselben auf Zahlung einer Note von $5000 verklagt. Das Assignment ist ein persönliches und beeinflußt in keiner Weise die Geschüfte der Bank. Beide Herren sind seit vierzig Jahren Beamte der Bank. Geistesumnachtet. L a p o r t. Gustav Charles Earthman, ein gut gekleideter Mann, welcher sich seit 48 Stunden in der Nähe des Courthauses umhertrieb, wurde auf seinen Geisteszustand geprüft und für irrsinnig befunden. Er leidet an verschiedenen fixen Ideen und bildet ftch u. A. ein, daß Präsident Roosevelt ihn um eine große Geldsumme betrogen hat. Kohlenpreise erhöht. Evansville. Der Preis der Kohlen wurde heute um 12 Cents per Bushel erhöht. Für viele Familien, welche keinen Kohlenvorrath mehr haben, ist diese Erhöhung sehr unangenehm. Der Verkehr auf dem Fluffe ist ganz einge gellt. Verlangen höhere Löhne. New Albany. Am Mittwoch Nachmittag legten die Mitglieder der

International Brotherhood der Elek-

triter von New Albany durch ein Comite der United Gas & Electric Co., der Home Telephone Co. und der Cumberland Telephone Co. das Gesuch um Erhöhung ihrer Löhne vor. Sie fordern bestimmte Antwort bis heute Mittag, und dürften an den Streik gehen, wenn ihr Verlangen nicht erfüllt wird. Es handelt sich um 45 Arbeiter, und dieselben wünschen $2.50 für neun Stunden Arbeit, mit der Hälfte mehr für Ueberftunden. und doppelte Bezahlung für Arbeit an Sonn- und Festtagen. Bis jetzt erhielten die Leute für zehn Stunden Arbeit 2.25 den Tag. Sie wünschen auch, daß nur Unionsarbeiter beschäftigt werden. Bis jetzt ist noch nicht bekannt, wie sich die Gesellschaften verhalten werden. Slot-Maschinen geplündert. Kokoma. Eine organisirte Diebesbande hat in früher Morgenstunde sämmtliche Slot-Maschinen ihres InHalts beraubt. Viele derselben wurden demolirt. Es wird angenommen, daß die Diebe Alles in Allem etwa 100 in Pennies erbeuteten. Ans den Gerichtshöfen. Uneinige G e s ch ä f t s t he i l Haber. Hattie Cohen, welche mit Samuel Borinstine ein Trödlergeschäft betreibt, reichte gestern im Gerichte das Gesuch um Auflösung der Teilhaberschaft und Ernennung eines Mafsenverwalters ein. Sie behaupiet, daß er ihr schon seit langer Zeit keinen Einblick mehr in die Bücher gewährt, und daß er mehr Gelder aus dsm Geschäfte zieht, als ihm zukommt. Arthur B. Ayres verklagte gestern die Indianapolis Cvld Storage Co." auf $700 Schadenersatz. Der Kläger hatte derselben Früchte und Eier (12,000 Dutzend) zur Aufbewahrung übergeben. Wie der Kläger behauptet, war eine Quantität von seinen Waaren, da die Temperatur in den Kühlräumen zu warm gewesen, verdorben worden. Sophie, die Treulose. Henry Lensmann Jr. reichte gestern eine Scheidungsklage gegen seins Gattin Sophie ein. Das Paar vermählte sich im März 1897 und vier Jahre später verließ sie ihn auf Nimmerwieder fehen. Im Po.izeigericht wurden gestern die Fälle der 19 Pokerspieler, welche in der Dienstag Nacht im Yohn Block", Meridian und Wasbington Str., beim Pokerspiele überrumpelt wurden, auf nächsten Samstag verschoben. Mary P. Golibart mnft bezahlen. Das Appellationsgericht bestätigte gestern den Wahrspruch des unteren Gerichts in Sachen des Herbert C. Sullivan gegen Mary P. Golibart. Dasselbe hatte dem Kläger $250 Schadenersatz zugesprochen. Vor drei Jahren hatten Knaben Tag für Tag aus dem Obstgarten der Verklagten Kirschen gestohlen. Eines Nachmittags überraschte sie die Buben, welche natürlich davonliefen. Herbert Sullivan, ein Knabe von 12 Jahren stand vsr der Thür neben einem Baum und wurde von ihr festgenommen. Er leugnete, an dem Kirschendiebftahl' betheiligt gewesen zu sein, nichttdeftoweniger .yleppte die Frau ihn in's Haus, fesselte ihn an Händen und Füßen und ließ ihn in diesem Zustande stundenlang liegen, bis er endlich von seiner Mutter und Nachbarn aus seiner schlimmen Lage befreit wurde. Der Vater des Knaben reichte hierauf eine Schadenersatzklage im Namen desselben ein und dieselbe wurde wie erwähnt dahin entschieden, daß die Frau S250 und die beträchtlichen Kosten zu zahlm hatte. Hierauf appellirte sie an das höhere Gericht.

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