Indiana Tribüne, Volume 26, Number 140, Indianapolis, Marion County, 4 February 1903 — Page 7

Jndiana ridnne, fk. Februar 1903.

,,, t. V.',,;.,i,;0- '.yt,,. i t t i .;. ,t t . 4 "".1444

i Anheim. ?amilirnromn von Hoctor Malst. HrH4

(Fortsetzung.) Wenn diese Frage sie ängstigte, wurde sie böse auf sich selbst und klagte sich der Schwachheit an: warum konnte sie nicht dasselbe leisten wie die Anderen, die weder älter noch kräftiger waren als sie, und doch mit ihrer Aufgäbe fertig wurden, ohne, wie es schien, darunter zu leiden? Ueberdies mußte sie sich gestehen, daß die Arbeit der Anderen anstrengender war als die ihrige, daß sie mehr Geistesgegenwart, mehr Geschicklichkeit erforderte. Was wäre aus ihr geworden, wenn man sie anstatt an den Wagonets gleich an d?r Spulmaschine verwendet hätte? Sie beruhigte sich darüber erst, als sie sich klar machte, daß es die Uebung sei, die ihr fehle, und daß ihr bei Muth, festem Willen und Ausdauer die Gewöhnung nicht ausbleiben werde. Auch hier hieß es eben, wie überall: wollen! und sie wollte und würde wollen. So beschwichtigte sie ihre Sorge. Wenn sie nur an diesem ersten Tage nicht erläge, gewiß wäre dann der zweite wemger peinlich, und der dritte noch weniger als der zweite. Während sie so ihre Vernunft spreckeu ließ, stieß sie ihr Wägelchen vorwärts, füllte und leerte es, und konnte dabei auch sehen, wie die anderen Mädchen ihre Arbeit mit einer Gewandtheit verrichteten, um die sie sie beneidete da plötzlich sah sie Rosalie, die einen Faden anknüpfte, zur Seite ihrer Nachbarin hinstürzen. Ein lauter Schrei ertönte und zu gleicher Zeit stockte alles; auf den Lärm der Maschinen, das Surren. Schüttern und Schwanken des Bodens, der Wände und Scheiben erfolgte eine Todtenstille, nur durch kindliche Klagelaute unterbrochen: O weh! 0 weh!" Knaben, Mädchen. Frauen und Männer stürzten herbei, und auch Perrine thcrt wie die Anderen, trotz dem Schimpfen von Vater Holzbein, der schrie: Tonner' und BlTtz! Meine Spulen stehen zu lassen!" Schon war Rosalie aufgehoben worden. es drängte sich alles in dichtem Haufen um sie. Was ist ihr geschehen?" Sie selbst antwortete: Die Hand zerquetscht." Ihr Gesicht war blaß, ihre farblosen Lippen zitterten, und Blutstropfen fielen von ihrer verwundeten Hand auf den Fußboden. Aber nach genauer Untersuchung fand es sick. daß glücklicher Weise nur zwei Finger verletzt und vielleicht nur einer zerdrückt oder stark gequetscht war. Darauf stapfte Vater Holzbein, der eine kurze Anwandlung von Mitleid gehabt hatte, wüthend und polternd herein und trieb die Genossenschaft auseinander, die Rosalie umstand. ..Wollt Ihr Euch jetzt packen? Das ist ja gar keine Sache!" Da war's wohl auch keine Sache, als ,Euch das Bein zerschmettert wurde," murmelte eine Stimme. Er sah sich um, wer diese respektwidrige Bemerkung gemacht haben konnte, aber es war unmöglich, unter der Menge die Schuldige herauszufinden. So schrie er nur noch heftiger: Packt Euch jetzt fort!" Langsam gingen sie auseinander, und Psrrine kehrte wie die Anderen zu ihrem Wägelchen zurück, als der Stelzfuß ihr zurief: He, Du Neue, komm her, rasch, fix!" Sie kam ängstlich näher und fragte sick, worin sie sich wohl mehr verfehlt hätte, als die Anderen, die auch ihre Arbeit verlassen hatten; aber es handelte sich nicht darum, sie zu besirafen. Du sollst dies einfältige Ding da zum Direktor führen," sagte er. Warum heißt Ihr mich ein einfältiges Ding?" rief Rofalie laut, denn schon batte der Maschinenlärm wieder angefangen. Weil Du Deine Tatze hineingebracht hast." War das meine Schuld?" Freilich war's Deine Schuld, tappige Heuchlerin!" Aber weniger ausgebracht fragte er: Thut's weh?" Nicht so arg." Also marsch!" Da gingen sie miteinander fort; Rosalie hielt ihre verwundete linke Hand in der rechten. Wollen Sie sich nicht auf mich stützen?" fragte Perrine. Danke schön; es ist nicht nöthig, ich kann gut allein gehen." Da wird's wohl nicht so schlimm sein, nicht wahr?" Man kann's noch nicht wissen; am ersten Tage schmerzt es immer am wenigsten das kommt erst später." Wie ist es Ihnen nur begegnet?" Ich weiß selbst nicht, ich bin ausgerutscht. Sie waren vielleicht recht müde." sagte Perrine, die an sich selbst dachte. Ja immer zieht man sich einen Unfall zu, wenn man müde ist; des Morgens ist man noch gelenker und gibt besser Acht. Was wird Tante Zenobia sagen!" Da Sie doch nichts dafür können?"

Mutter Francotse, Die wtrd woyl glauben, daß ich nichts dafür kann, aber Tante Zenobia wird sagen, daß ich mir's aus Faulheit zugezogen hätte." Sie müssen sie eben reden lassen." Glaubst Du, das; es angenehm ist, sie so reden zu hören?" Auf ihrem Wege wurden sie von deu Arbeitern, die ihnen begegnctcn, angehalten und ausgefragt: einige beklagten Roialie, die meisten aber hörten ihr theilnahmlos zu, wie Le ite, die an solche Vorkommnisse gewöhnt sind und denken, daß das von jeher passirt ist: man wird verwundet, wie man krank wird, man hat Glück oder hat keins; ein Jeder muß herhalten, heute Du, morgen ich. Andere wurden zornig: Wann werden sie uns alle zu Krüppeln gemacht haben?" Möchtest Tu lieber verhungern?" Die Mädchen kamen jetzt zum Bureau des Direktors. Es befand sich im Mittelpunkte der Fabrikanlage, umschlössen von einem großen Backsteinbau mit rother und blauer Glasur, der auch alle anderen Bureaus enthielt; aber während diese Zimmer das von Herrn Vulfran nicht ausgenommen nichts Charakteristisches hatten, zog das des Direktors durch eine verglaste Veranda, zu der man auf einer zweitheiligen Freitreppe gelangte, die Aufmertsamkeit auf sich. Als sie bisse Veranda betraten, wurden sie von Herrn Talouel empfangen, der, wie ein Kapitän auf seiner Kommandobrücke,' der Länge und Breite nach hin und her spazierte, die Hände in den Taschen, den Hut auf dem Kopfe. Er schien wüthend zu sein. Was hat sie noch nöthig, diese da?" schrie cr. Rosalie zeigte ihre blutende Hand. Wickle sie in Dein Taschentuch. Deine Tatze!" schrie er. Während sie mühsam ihr Taschentuch herauszog, maß er die Veranda mit großen Schritten, und als sie ihre Hand umwickelt hatte, kam er auf sie zu und stellte sich breit vor sie hin: Leere Deine Tasche aus!" Sie sah ihn an, ohne zu verstehen, waö cr wollte. Ich sage Dir, daß Du alles, was Du in Deiner Tasche hast, herausziehen sollst." Sie that, wie er befohlen hatte, und brachte allerlei sonderbare Sachen zum Vorschein: ein Pfeifchen aus einer Nußschale, Knöchelchen zum Spielen, einen Fingerhut. eine Lakritzenstange. drei Sous und einen kleinen Spiegel aus Zink. Nach diesem griff er sogleich und schrie laut: ..Ich wußt' es ja! 2öa rend Du in Deinen Spiegel sahst, wird Dir der Faden abgerissen sein, Deine Spule blieb stehen. Du wolltest die ver-

lorene Zeit einbringen, und geichehcv war' z s" Ich habe nicht in meinen Spiegel gesehen." sagte sie. Ihr seid alle gleich als ov ich Euch nicht kennte! Und jetzt, was ist's? Was hast Du?" Ich weiß nicht; die Finger zerquetscht." Und was soll denn ich dabei thun?" Vater Holzbein schickt mich zu Ihnen." Er hatte sich gegen Perrine umgedreht. Und Du. was hast Du?" Ich, ich habe nichts." antwortete sie, verletzt durch solche Grausamkeit. Wird's bald?" Vater Holzbein." gab Rosalie zur Antwort, hat ihr gesagt, sie solle mich zu Ihnen führen." Ah so! man muß Dich führen; nun. da soll sie Dich zu Doktor Ruchon führen. Aber daß Du's weißt, ich berbe die Sache untersuchen, und wenn Tu einen Fehler gemacht hast, dann gnade Dir!" Er sprach mit solcher Donnerstimme, daß die Scheiben der Veranda zitterten, und daß man den Lärm in allen Bureaus hören mußte. Als die Beiden weggehen wollten, sahen sie Herrn Vulfran hereinkommen, der sich behutsam an der Wand des Vorsaals hintästete. Was gibt es hier, Talouel?" Nichts Besonderes, Herr Vulfran, ein Mädchen von der Spulmaschine hat die Hand hineinaebracht." Wo ist sie?" " Hier bin ich, Herr Vulfran," sagte Rosalie, zu ihm hintretend. Ist das nicht die Stimme der Enkelin von Francoise?" fragte er. Ja, Herr Vulfran, ich bin's, ich bin Rosalie." Und sie fing bitterlich zu weinen an, denn erst die harten Vorwürfe, die ihr das Herz zugeschnürt hatten, und jetzt der Ausdruck von Mitleid, mit dem diese wenigen Worte zu ihr gesprochen wurden, das überwältigte sie. Wie ist's denn zugegangen, mein armes Mädchen?" Als ich einen Faden anknüpfen wollte, bin ich ausgerutscht, ich weiß nicht wie, und da bracht' ich meine Hand hinein; es sind mir zwei Finger zerquetscht worden, glaub' ich." Hast Du große Schmerzen?" Nicht so sehr große.". Warum weinst Du dann?" Weil Sie mich nicht zanken." Talouel zuckte mit den Achseln. Kannst Du Dich auf den Füßen halten?" fragte Herr Vulfran. ) ja, Herr Vulfran." So mache schnell, daß Du heimkommet; ich werde Dir Herrn Ruchon schicken." Und nun fuhr er, gegen Talouel aeI wendet, fort: Schreiben Sie einen

Zettel an Herrn Ruchon, ihm zu metden. daß er sofort zu Francoise kommen soll; unterstreichen Sie sofort und fügen Sie bei: Verwundung, die keinen Aufschub leidet." Er kam zu Rosalie zurück: Soll Dich Jemand nach Hause führen?" Ich danke. Herr Vulfran. ich habe hier eine Freundin." So geh, mein Kind; sage Deiner Großmutter, daß Dein Lohn so lange fortbezahlt wird." Nun war Perrine auf dem Punkte, in Thränen auszubrechen; aber unter tan Bliäe von Talouel nahm sie sich zusammen: erst als sie mit Rosalie durch die Höfe ging, um an den Ausgang zu gelangen, verrieth sie ihre Gemüthsbewegung. Wie gut Herr Vulfran ist!" sagte sie. Wenn er allein handeln könnte, wär' er's immer, aber mit dem Dürren kann cr nicht so, wie er will; und dann hat ,er auch nicht die Zeit dazu, er hat andere Dinge im Kopfe." Jetzt ist er aber doch sehr gut gegen Sie gewesen." Rosalie warf sich in die Brust: ,.O ja. gegen mich! Weißt Du, ich erinnere ihn an seinen Sohn; weil ja meine Mutter die Milchschwestcr von Herrn Edmund gewesen ist." Denkt er denn oft an seinen Sohn?" Er denkt an gar nichts anderes." Die Leute stellten sich an die Hausthüren, um die Verletzte vorübergehen zu sehen, das mit Blut getränkte Taschentuch, worein Rosaliens Hand eingewickelt war, forderte die Neugierde heraus; auch riefen ihr einige zu: Du bist verwundet?" Die Finger zerquetscht," war die Antwort. O Jammc.!" Es lag ebenso viel Mitleid als Zorn in diesem Ausruf, denn die Leute, von denen er kam, dachten: was jetzt diesem Mädchen geschehen ist. kann heute oder morgen uns selbst geschehen oder geschieht es vielleicht in diesem Augenblick einem der Unsrigen der Gattin, dem Vater, den Kindern; lebten denn nicht alle Menschen in Maraucourt von der Fabrikarbeit? Doch trotz dieser Aufenthalte kamen sie bald in die Nähe von Mutter Francoises Haus; der graue Gartenzaun war schon am Ende des Weges sichtbar. Du gehst mit mir hinein, nicht wahr?" fragte Rosalie. Recht gern." Das wird vielleicht Tante Zenobia vom Schelten zurückhalten." Aber Perrines Gegenwart hinderte die schreckliche Tante keineswegs, ihren Zorn aufbrausen zu lassen; als sie Rosalie zu so ungewöhnlicher Stunde heimkehren sah und ihre umwickelte Hand bemerkte, fing sie ein Geschrei an: Du bist verwundet, Nichtsnutz! Ich wette, Du hast's mit Fleiß gethan." Mein Lohn wird mir fortbezahlt," erwiderte Rosalie empört. Das glaubst Du?" Herr Vulfran hat es mir verfprochen." Das beruhigte aber Tante Zenobia noch lange nicht, sie fuhr fort, so laut zu schreien, daß Mutter Francoise ihren Laden verließ und auf die Schwelle trat; doch von ihr wurde Rosalie nicht mn vrnreoen empfangen, nein, ile itef ihr entgegen und nahm ihre liebe Enkelin in die Arme: Du bist verunglückt?" rief sie. Ein wenig, Großmutter, an den Fingern; es ist nicht von Bedeutung." Da muß man schnell Herrn Ruchon holen." Herr Vulfran hat es ihm schon sagen lassen." Perrine war im Begriff, ihnen in das Haus nachzufolgen, aber Tante Zenobia drehte sich nach ihr um und fchrie ihr zu: Glaubst Du denn, daß wir Dich brauchen, um sie zu pflegen?" Danke!" rief Rosalie. Da blieb Perrine nichts übrig, als in die Fabrik zurückzukehren, was sie auch that; aber in dem Augenblick, wo sie an das Einlaßthor kam, zeigte die Dampfpfeise mit langgezogenem Tone den Schluß der Tagesarbeit an. 18. Kapitel.

ehnmd, zwanzigmal während des Tages hatte sich Perrine gefragt, wie sie es anzufangen hätte, um nicht wieder in der Kammer übernachten zu müssen, wo sie fast erstickt wäre und so wenig hatte schlafen können. Gewiß würde ihr die muffige Luft wieder ebenso sehr zusetzen wie in der vorigen Nacht, und der Schlaf würde auch nicht besser sein. Und wenn sie keinen günstigen Ruheplatz fände, um sich von den Anstrengungen des vergangenen Tages zu erholen, was würde dann aus ihr werden? Diese Frage mußte sie beängstigen, wenn sie alle Folgen erwog, die sich daran knüpfen konnten. Gebräche es ihr an Kraft zum Arbeiten, so schickte man sie wieder fort, und dann war es aus mit ihren Hoffnungen; oder wenn sie krank würde, so entließe man sie ohnehin, und dann hätte sie Niemand, an den sie sich um Pflege und Hilfe wenden könnte: am Fuße eines Baumes im Walde niederzusinken, das blieb ihr in Aussicht, das und sonst gar nichts. Wohl joäx es ihr gutes Recht, das fMt, das sie bezahlt hatte, zu benutzen ode nicht; aber wo wollte sie ein anderes finden? Und vor Allem, was sollte sie zu Rosalie sagen, wie sollte sie ihr auf eine annehmbare Art erklären, daß ihr das, was gut genug für die Anderen war, nicht zusagte? Und wie würden sie die Anderen, wenn

sie von ihrem Widerwillen erführen, behandeln? Wäre es nicht ein Grund zu Feindseligkeiten, die sie zwingen könnten, aus der Fabrik auszutreten? Sie sollte ja nicht blos eine gute Arbeiterin werden, sie sollte eine Arbeiterin werden, wie die Anderen es waren. So war der Tag vergangen, ohne daß sie es gewagt hätte, sich für irgend etwas zu entscheiden. Aber der Unfall Rosaliens änderte die Lage. Jetzt, wo das arme Mädchen jedenfalls mehrere Tage im Bette bleiben mußte, würde sie nicht wissen, was in der Kammer vorging, wer da übernachtete und ttier nicht, und folglich wäre auch kein Fragen von ihr zu befürchten; auf der anderen Seite, da keine der Bewohnerinnen des Gemaches wußte, wer ihre Schlafgenossin in der einen Nacht gewesen war, würden sie sich auch nicht um die Unbekannte kümmern, die ja sonstwo eine Unterkunft gefunden haben konnte. Als dies feststand, und sie war schnell damit in's Reine gekommen, brauchte sie nur noch ausfindig zu machen, wo sie die Nacht zubringen wollte, wenn sie die Kammergenossenschaft aufgab. Sie besann sich nicht lange. Wie oft schon hatt sie mit einem schwärmerischen Verlangen an die Vogelhütte gedacht! Wie gut wäre man dort zum Schlafen aufgehoben, wenn man es möglich machen könnte! Dort wäre nichts und Niemand zu fürchten, da ja die Hütte, wie die Nummer des Journa!s von Amiens bewies, nur in der Jagdzeit benutzt wurde; dort hatte man ein Dach über sich, hatte warme Wände, eine Thür, und als Bett eine gute Streu aus trockenen Farnkräutern, ganz abgesehen von dem Vergnügen, ein eigenes Häuschen zu bewohnen, was das Wirkliche an dem Traumgebilde war. Und siehe da! Was vorher unausführbar schien, stellte sich ihr auf einmal als möglich und leicht zu erreichen dar. Sie schwankte keine Sekunde mehr in ihrem Entschlüsse, und nachdem sie sich beim Bäcker ihr halbes Pfund Brod zum Abendessen gekauft hatte, machte sie sich, anstatt zur Mutter Francoise zurückzukehren, auf den gleichen Weg. den sie am Morgen eingeschlagen hatte, um in die Fabrik zu kommen. Da aber in diesem Augenblick Arbciter, die in der Umgebung von Maraucourt wohnten, auf demselben Wege nach Hause gingen, und sie vermeiden wollte, von ihnen bemerkt zu werden, wenn sie den Fußpfad durch das Weidengebüsch beträte, setzte sie sich einstweilen in das niedere Gehölz über der Wiese; hie? wollte sie warten, bis sie allein wäre, und dann die Vogelhütte aufsuchen, wo sie in aller Ruhe, bei offener Thür dem Weiher zu, der untergehenden Sonne gegenüber, in völliger Sicherheit vor irgend einer Störung ihr Abendbrod verzehren könnte, und das wäre viel gemüthlicher, als die Brocken im Gehen zu verschlingen, wie sie es heute früh gethan hatte. Sie war so entzückt von diesem Plane, daß sie es ga? nicht erwarten konnte, ihn auszuführen; doch mußte sie ziemlich lange Stand halten, denn dem ersten Vorübergehenden folgte ein zweiter, und diesem noch ein paar roei tcre; da kam ihr der Einfall, einstweilen etwas zur Einrichtung ihres Haushalts in der Vogelhütte vorzubereiten, die ja schon ganz sauber und behaglich war, dies aber mit Aufwendung einiger Sorgfalt noch mehr werden konnte. Das Gehölz, worin sie saß, bestand größtentheils aus jungen Birken, unter denen Farnkraut aufgeschossen war; wenn sie sich nun einen Besen aus Birkenreisern machte, dann könnte sie ihr Stübchen auskehren, und wenn sie sich ein Bündel von dem Farnkraute abschnitte, könnte sie sich ein gutes, weiches und warmes Lager bereiten. Alle Müdigkeit, die ihr während der letzten Arbeitsstunden so schwer in den Gliedern gelegen hatte, war wie weggeblasen, und sie machte sich sogleich an die Arbeit: das Besenreis war schnell beisammen, mit einem Weidenzweig umbunden und mit einem Stiele versehen; ebenso geschwind war das Farnkraut abgesnitten und mit einer Weidenruthe zusammengeschnürt, so daß sie das Bündel leicht in die Hütte schaffen konnte. Während dieser Zeit hatten sich die letzten Nachzügler entfernt, und der Weg war nun, so weit Perrine hinaussehen konnte, still und leer; der Augenblick war also gekommen, wo sie unbemerkt dem Pfade durch das Weidengebüsch zueilen konnte. Das Farnkrautbündel auf dem Rücken, den Besen in der Hand, so stieg sie mit schnellen Füßen aus dem Gehölz hinab, und ebenso eilig überschritt sie den Weg. Aber auf dem Fußpfade mußte sie ihren Lauf mäßigen, denn das Farnbündel hängte sich an die Zweige an, und sie konnte nur durchkommen, wenn sie sich niederbückte und so weiterkroch. Auf dem Jnselchen angekommen, begann sie alles auszuräumen, was sich in der Vogelhütte befand, nämlich den Holzblock und das alte Farnkraut, dann machte sie sich an's Auskehren alles wurde gesäubert, die Decke, die Wände und der Boden. Da ging auf dem Weiher wie im Schilfe ein lautes Fliegen und Flattern an, ein Geschrei und Gekreisch von allen Geschöpfen, die das Wirthschaften in der Hütte aus dem ruhigen Besitze dieser Gewässer, dieser Ufer aufstörte, von denen sie seit lange? Zeit die unumschränkten Herren gewesen waren. Der Raum war so eng, daß sie ihr Verschönerungswerk bald beendet hatte, so gewissenhaft sie auch dabei verfuhr;

Der Grippe specifisches Heilmittel.

Dte Kriypc tritt wieder eptdemiscb aus. ANe Aerzte wissen, dag sich dieselbe in Folge von ?r kältungen entwickelt. Tie greift ftet die schwa chen Punkte kcö menschlichen System an, darin 'legt eben da gefährliche dieser rankheit. SiI.AuzuLbKaenig,'K Hamburger Arvstthee

ist mit solch groe ffrfolg regen diese schmerzkafte Leide angewandt worden, dag viele Aerzte dessen Wertn fchäsen und denselben häufig ver. schreiben. ?r wärmt da Blut, beruhigt die erven, lindert deu Rei,, stärkt das ganje System und beseitigt dadurch die Krankheit. Skoti, ! Skur in Originai.Vaeketen verkaust, und der echte ha. die Unterschrift von Dr. August önig auf jedem Umschlage. Er wird niemals lose verkauft.

jetzt hatte sie nur nocy den Vwek zuruazutragen, wie auch das alte Farnkraut, um es mit dem neuen zu bedecken, das noch warm von der Sonne war und durchduftet von den blühenden Kräutern, zwischen denen es gewuchert hatte. Und jetzt war es Zeit zum Abendbrod, denn ihr Magen fing schon zu knurren an, fast ebenso begehrlich wie auf der Straße von Ecouen nach Chantilly. Glücklicher Weise lagen jene bösen Tage hinter ihr, und sie erinnerte sich ihres damaligen Elends nur im Gegensatz zu ihrer jetzigen Lage, wo sie auf diesem hübschen Jnselchen eine Wohnstätte, ein gesichertes Nachtquartier gefunden atte und mit einem guten Stück Brod in der Tasche nichts zu fürchten brauchte, weder von Menschen, noch vom Regen, noch vom Gewitter, noch sonstwoher: so konnte sie diesen schönen milden Abend genießen und sich in Erwartung des kommenden Tages stärken. (Fortsetzung folgt.) Aerzte a l s yjc n t x. Der gegenwärtige Ministerpräsident in Frankreich, Dr. Combes, gehört dem ärztlichen Stande an und war bis noch vor wenigen Jahren praktischer Arzt in einem französischen Landstädtchen. Von 1866 an war er Bürgermeister der Stadt, später Deputir'ter, dann 189.? Unterrichtsminister. Fast alle einzelnen französischen Ministerien waren in den letzten zehn Jahren vorübergehend in den Händen von Aerzten, so das der Marine unter Dr. Lanessan, das der Kolonien unter Dr. Chautemps, das der Agrikultur unter Dr. Vigie?. Der Werth der Grubenmaschinerie im Transvaal wird fast auf $50)00,000 veranschlagt. Photographi sche Neuerung. Photographie ohne Dunkelkammer" betitelt sich eine neue Erfindung, welche durch ein deutsches Reichspatent bereits geschützt ist. Das neue Verfahren besteht darin, daß ohne neue Apparate und Vorrichtungen einzig und allein durch Einschalten eines Vorbades vor der Entwicklung ermöglicht wird, jede beliebige Trockenplatte des Handels mit jedem beliebigen Entwickler (außer Eisen) ohne Dunkelkammerbenutzung bei Tages- oder einem künstlichen Lichte zu entwickeln und fertig zu stellen. In Berlin hat sich bereits eine Gesellschaft zur Verwerthung diese? epochemachenden Erfindung gebildet. Massen-Erstickungs-anfalle. Bei einer Abendvorstellung in einem Theater zu St. Mary's, W. Va., wurden vor Kurzem die Mehrzahl der Zuschauer auf der Gallerte und in den Balkonreihen, sowie die Mitglieder der Schcmspielertruppe von ausströmendem Naturaas überwältiot. Zwei der Schauspielerinnen mußten in bedenklichem Zustande nach dem Hospitale geschafft werden. Viele der Zuschauer verloren das Bewußtsein, doch erholten sie sich, nachdem sie in's Freie getragen worden waren, bald wieder. In dem mit Naturgas beleuchteten und geheizten Theater war unter allzu starfern Druck ein Ausströmen von unverbrauchtem Gas verursacht worden, und die Räume hatten sich allmälig mit Gas gefüllt. A m meisten Gold produzirte bis zum Jahre 1848 Rußland. Die Jahresproduktion betrug damals etwa 49,500 Pfund Gold. Durch die Entdeckung der kalifornischen und australischen Goldfelder ist Rußlands Golderzeugung an d'e dritte Stelle gerückt worden, während Australien an erster, Amerika an zweiter Stelle genannt wird. Gegenwärtig sind in Sibirien 1050 Goldwäschereien im Betrieb, in denen ungefähr 120,000 Menschen arbeite?!. Das Radioso n. Der russische Admiral Makarow hat einen Apparat erfunden, der die Annäherung der Unterseeboote auf Grund akustischer Phänomene anzeigt. Der Apparat heißt Radioson" und hat verschiedene Probeversuche bei Kronstadt mit Erfolg bestanden. Das Instrument war an das Militärtelephon angeschlossen, und so konnte ein Offizier im MarineMinisterium in Petersburg deutlich das Herannahen und den Lauf der Torpedos in Kronstadt hören. Sturm und Wetter und Jahreszeit sind ohne 6in fluß auf das Funktioniren des Radio-sons.

I Leuer - Signale. 4 Pennfylv und artet 5 English 's Oyern-Hau 6 Saft und e Jork 7 Noble und Michigm, S N. Jerjev u. Maff Av 9 Pine und Norch 10 Mket und sine 11 Vermont nahe East 12 Nz. s Eprisenbaus Ma. Ave nahe Noble 13 ZXiamare und 2&alnut 14 N. Jerfcp u Central A. 15 Mass, und SorneU Ave -6 Ash und 11. Straße 17 Park v und 12 Str .3 Columbia undHlllstde 19 Highland Ave u. Piatt 21 Illinois und Si. Joe 23 Pennsylv. und Pratt 24 Meridian und 11. Str 25 No. 5 SprinhauS 15. nahe Illinois 26 Senate Ade u. StClai? 27 Illinois und Michigan 28 Pesylvan und 14. 29 Senate Ave. und 15. 31 No. l Spritzenhaus Jnd Ave nahichigan 32 Meridian und Walnut 34 California u Bevmont 35 Blake und Ro Kork 36 Ind. Slv. u. Et. Clair 37 City Hosvital 38 Blake und NorU) 39 Michigan und Agnes 41 No. S Spritzenhaus Washington nah West 42 Gmsendorf u Wash. 43 Missouri u New Kort 45 Meridian u Wash 4 Jllmois und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 48 Äinaan's PorkhauS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 No. 10 SpriyenhauS Illinois u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 53 West und South 54 West und McCarty 5 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Rav 58 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u MokviS 59 Madison Av. u Tunlop St No 2 Haken Leiterbaus Eouth nahe Telawar 2 Penn, u Merrill 63 Telavare u. McCarttz 4 afi und VeCarty 65 New Jersey u. Merrill e? Birg. Av. u Bradshaw 8 Saft und Privect 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Bir Ave. nche Hur, 72 East und Georgia 73 Cedar und Clm 74 Davidson u Georgt 75 öngllsh Av. u Pine ? Shelöy und Bäte 7? No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shell, 79 Fletcher Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Waff. 63 East u Washington 84 New York .Davidsor 85 Taubstummen Anstalt 86 Ver. Staaten Arsenal 87 Onental und Wash. 89 Frauen-Resormat. 91 No. is Spritzenhaus Marvland nabe Mer. 92 Meridian u. öcraia. 93 Meridian und South 94 Pennsylv u. Loniftana 95 Virginia Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 169 Park Ave und 10 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. ichig 214 Illinois und 20. 215 Senate Av und tu 216 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian nd 1. 218 Capttal Av und 26. 219 BrvZdway und 10. 231 Uinos und VtcLeem 234 No. 14 Spritzenhaus Aer:wl?sd und 50. 235 IllinoiS und 33. 236 Annctta und 90. 237 No. 9. Sprinhius Udell und Nao 238 Udetl Ladder Works 229 Jiadel und 27. 241 Meridian und 24. 242' IllinoiS u Et. CUr'x 243 Eldriog und 23. 312 West uud Walnut 313 West und 12. 314 Howaid und 16. 315 Torbet und Paea 216 Capital Ave und 1. 317 Nerthnxftkrn Av u21 313 Gent und IS. 319 Canal und 10. 3 Cerealine Wrks 324 Vermont nd Lvnn 325 Bismarek u Srandvie 326 No. 2? Spritzenhaus Haugbville. 327 Michigan u. HolmeS. 823 Michigan u. Conrord 341 West und cJntyn 412 Missour, u. Marylant 412 Mis'0'ri und Ohio 415 Capital Ave u orgio 416 Mtssoun u entuckyA 417 Senate Ave u. Wasy, 421 P und S RuntuL W. Washington. 423 Jrren-Howital. 424 M'..ey Av u. I D u 53 425 Wash. und Harris 426 No. 13 Spritzenha,4 W. Washington 427 Oliver und Bind 428 Oliver und OSgood 429 Nordvke und Bork 431 Hadley Ave u. Morris 422 River Ave u. arnS tM Niver Ave und Ratz 435 Harding u. Big 4 St A 436 Harding und Olu 437 No. 19 Epritzenh? MorriS und Harding 488 Howard und! 439 toeky 451 Reisn und 452 Howard und See 453 RornS und AapwS 456 Lambext nd Betrnl 457 Nordysk Ave u Vm tnkn Works 512 West und Rech 513 entuckyve u.Merr. 514 Meridian und Morris 616 Illinois nd ans 517 Morris und Dakota 513 Morris und Church 51 kapital A. u McCarty 521 Mendian und Palm 523 Pine un, Lord 524 Madisor ve u kincoln 2 Vendian und Belt RR 527 Carlos und Rav 528 Meridian uud Arizona 529 Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McCarty 522 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe ist 1 Mcllcrnan und Dough. 612 Eaft u. Lincoln 1 614 East und Beecher 61 Wriqht und Sanders 17 McCarty und Beaty 618 New Jersey u Sir Ave 712 Epruce und Prospect 71S Engllsh Are. . Laurel 714 State Aveu. Bell 715 Shelby und Veecher 716 State Ave nd Orangt 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Cl .taae WM 721 Lerington 8. u iauni 723 Fletcher ve. Cprua 724 Etat Av u. Pleasant 725 Prospekt und "leasar 726 Orange und Har l 728 Liberty und eek 729 l: und South 812 Ro. 15 Spritzenhaus Oft Washington Str 13 Market und Rodle 814 Ohio u. Highland X 816 Muvigan u. Highlank 81 Market u Arsenal Av, 817 Oft S Clair und Union Bahn Geleit. 821 itn Handle Shep? 823 Vermont und Walcott 24 Wash. und State Atz. 82 Madden'SLounge Knd. 826 Tucker und Dorsy 827 Wash. und evtkl Ave 829 Ro. 12 Spritzenhaus veville nahe Mcbig, 831 Southeastern Ade und Woodside, 882 Wash. und Dearbor 834 Eoucheaftern und Arsenal AvS. 8 New Kork und Tempi 912 Illinois und Maryl. i' Jlllneis und Market 14 Penn, nd ostz. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohto .23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 yandes und 15. 127 Brookfid und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 lalx-.ma und 11. 132 Bellefontaine unfcW. 134 College Ave und 2. 125 Delaware und 1. 136 Alabama und Rorth 137 Newmann und 19. 138 College Slv und 14. 135 Cornell Ave und 12. 141 Dandes und IS. 142 High land Ave und 10. 142 Tecumseh und 10. 145 New Jersey ,nd 22. 146 Alrord und 17. 147 Ro. 2 Spritzenhaus Hilside Ave und 16. 143 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Av und 22. 15.' L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Av und 1. 156 Stoughton u Ncwman 157 Atls und Pike. 158 Blopd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brigbtwood 12 Arden und Depot 163 Brightwood und 26. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. rvstone 167 Arsenal Ave und 23. 168 Bellefontaine und 28. Siö' Delaware nnd Spezial-Giznale. Srften Schlag,, zweiter Alarm, Zweit 2 Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, viert Alarm. l-S-l, Feuer aus und Schlauch aufgerollt, 2 Schlag, Wasserdruck ab. 12 Schlage. 1 Uhr Mittags. Die so bezeichneten Signale werden nur vom Thurm Mächte." gegeben da an den betreffend Straß krcujunge fetac ällannkfiften angebracht find.