Indiana Tribüne, Volume 26, Number 140, Indianapolis, Marion County, 4 February 1903 — Page 1
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9&i Tage- und Sonntagsblatt lOe per Woche. ??rSSJ mm Tags und Somtiaäi&iatt 10- ver Woche. H. tfSSSSS3Se96S Grst?eint feden ttadjmittap. JMasnH 26 Indianapolis, Ind., Mittwoch, 4. Februar 1903 No. uo.
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Der Dr. Alexander Prozeß.
Rnfus Cantrell's schwer Ulüftende Aussagen. Der Doctor schloß mit '.hm einen förmlichen lichen Contract ab. Eine wichtige Streitfrage zu Gunsten des StaatsAnwalts entschieden. Die Geschworenen muffen während der Dauer des Prozesses im Gerichtshause zubringen. Es war nahezu 5 Uhr geworden, als endlich gestern Nachmittag eine Jury erlangt wurde. Dieselbe setzt sich wie folgt zusammen: C. I. Faulkner, 2118 Park Ave.; Thos. W. Brown, 1729 Ruckle Ave.; Henry L. Davis; Tim. Hussey, Washington Township; James D. White, 13 West Market Str.; Harry A. Eikman, 1317 Barth Ave.; Wm. H. Trimble, 511 Stcphens Str.; John 99. Pasquier, 802 Ost Michigan; W. I. Lifter, 1711 Broadway; Robert T. Lingenfelter, Nord Senate Ave.; Joseph Theising, Decatur Township; Stephen Cook, 1515 Ringgold Ave. Als heute Vormittag kurz nach 9 Uhr Richter Bailey die Gerichtssitzung eröffnete, da war auch nicht ein einziger verfügbarer Sitz im Gcrichtssaal mehr vorhanden und zahlreiche Besucher mußten sicb mit Stehplätzen begnügen. Auf den Gallerten waren etwa hundert Personen erschienen. Es war also ein vollbesetztes Haus, vor welchem sich heute der erste Act des an sensationellen Scenen sicher sehr reich werdenden Prozesses abspielte. Neben Tr. Alerander befand sich seine junge hübsch.' Frau, welche einfach aber geschmcvoll gekleidet war. Bewunderungswürdig war die Ruhe, mit welcher sie dem Gang der Verhandlungen folgte, trotzdem dieselben für ihren Gatten nicht günstig verliefen. Charles P. Benedict, der erste Assiftent des Staatsanwalts, setzte den Geschworenen auseinander, welche Beweise der Staat herbeibringen würde, um eine Ueberführung des Angeklagten zu erzielen. Er wie auf die Gesetze hin, welche es den Anat.nisten der mediciNischen Colleges verböten, sich in ungesetzlicher Weise Leichen zu SecirungsZwecken zu verschaffen. Der Staat würde den Beweis liefern, daß der Doctor direkt Rufus Cantrell engagirte, um Gräber ihrer Leichen zu berauben. Der Staat würde nachweisen, daß zmischen Dr. Alexander und Rufus Cantrell ein förmlicher Contract zur Lieferung von Leichen abg?schloffen wurde. Er gab ihm das Geld, damit er feinen Anzug, welchen -er versetzt hatte, wieder einlösen konnte. Der Staat würde nachweisen, daß Cantrell und Genossen dem Central College eine Anzahl Leichen lieferte, unter welchen sich die der Stella Middleto, der Rosa Neidlinger, der Glen dora Gates und des Wallacc Johnson befanden, welche sammt und sonders aus ihren Gräbern gestohlen wurden. Der Staat würde den Beweis liefern, daß zwischen dem Doctor und den der LeicheNräubereien angeklagten Fardigen ein Einverständniß betreffs der Gräbar , herrschte, welchen de mensch lichen Hyänen zum Opfer fallen sollten. Da die Vertheidiger nach den Ausführungen des Staats-Anwalts erklärten, daß .sie einstweilen keine Ansprachen an die Geschworenen halten würden, so hätte jetzt mit dem Ver hör der Zeugen begonnen werden können. Allein zuvor hatte der Richter noch ein wichtiges Gesuch zu ent scheiden. Vertheidiger Spann ersuchte, daß die Zeugen gegen seinen Clienten separirt werden sollten und daß während der Dauer des Prozeffes die im Gefängniß inhaftirten Farbigen, welche des Leichenraubes angeklagt und als Zeugen vorgeladen worden sind, in separate Zellen gesteckt werden. Das Gesuch wurde bewilligt und der Richter ordnete an, daß diese Separirung in der Baftille sofort vor sich gehen sollte. Das Gesuch des Staatsanwalts, daß wchren der Dauer des Prozeffes die Geschwornen zusammen bleiben und
eS ihnen also nicht erlaubt sein sollte, nach Schluß der Gerichtssitzungen ihre heimathlichen Penaten aufzusuchen, ist ebenfalls bewilligt worden. Ihre Mahlzeiten haben sie unter' Aufficht des Bailiffs Mendenhall auf Kosten des Countys in einem Restaurant einzunehmen und die Nächte müffen sie im Gerichtshause zubringen. Diese Haft, welche den Geschworenen auferlegt wurde, war für viele derselben nicht angenehm. Manche von ihnen hatten per Telephon mit ihrer Alten" einen harten Strauß auszufechten, da dieselbe nicht glauben wollte, daß der Gatte, der theure, eine Woche und vielleicht noch länger vom Hause fortbleiben wollte, nur der Noth gehör, chend, nicht dem eignen Trieb". Heute wurden sie jedoch eines Besseren belehrt. Der erste Zeuge, welcher aufgerufen wurde, war Manfon Neidlinger. Die Leiche von deffen Frau war aus ihrem Ärabe auf dem Kirchhofe von New Augufta gestohlen worden. Aus seinen Aussagen ging hervor, daß seine Frau nicht auf County-Koften begraben wurde und daß ihre Leiche sich un gesetzlich im Besitze des Central College d?r Aerzte und Wundärzte ', an welchem Dr. Alexander Profeffor der Anatomie war, befand. Rufus Cantrell auf dem Zeugen stände. Der nächste Zeuge war Rufus Cantrell, der König der Leichenräuber". Aller Augen richteten sich auf den Mann, welcher der Vater der Grabschändunqsscandäle ist, und sich selbst, seine Helfershelfer und die mit ihm im Einvernehmen stehenden Aerzte in solch schonungsloser Weise preis gegeben hat. Er hatte einen neuen Anzug und einen neuen Ueberzieher an und ein funkelnder Diamant zierte sein schneeweißes Vorhemd. Auf Anrathen seineö Anwalts Cnnaway machte er heute keine kauftische Randbemerkungen. Er sagte, daß er unter der Anklage stände Gräber geplündert zu haben. Anfang Juni vorigen Jahres machte er die Bekanntschaft des Doctor Alerander in deffen Office im Newton Clay-pool-Gebäude. Er war demselben von einem anderen Arzle empfohlen worden. Mit ihm war sein Naffegenosse Sam Martin, welcher zur Zeit ebenfalls unter der Anklage des Leichenraubes steht. Cantrell wünschte eine Anfiellang im College. Der Doctor aber sagte, daß er einen Contract mit ihm betreffs Lieferung von Leichen für das College abschließen wollte. Cantrell erwiderte, daß er diesesGeschäft" an den Nagel gehängt hätte. Der Doctor aber erklärte ihm, daß er ihm hohe Preise bezahlen würde. Er brauche etwa 30 Leichen und für jede würde er $39 zahlen. Das Anerbieten war denn doch zu verlockend und Cantrell ging auf den Handel ein. Der Doctor gab ihm nicht nur $19 damit er die nöthigen Werkzeuge anschaffen konnte, sondern er kaufte selbst die Schaufeln, welche Cantrell und Genoffen zur Ausführung ihrer unheimlichen Arbeit benöthigten. Er gab ihnen luch eine Anweisung auf Charles Medias für Lieferung von 3 bis 4 Revolvern. Am nächsten Tage trafen der Doctor und Cantrell sich im Gerichtshause. Der Doctor begab sich in die Office des GesundheitS-Beamten, sah die Todtenscheine durch und überreichte sodann dem auf dem Corridore wartenden Cantrell eine Liste von Kirchhöfen, welche besucht" werden könnten. Unter ihnen befand sich auch der von Longwood. Am darauf folgenden Tage bezeichnete er ihm ein Grab auf dem Kirchhofe zu Danville. Auf Kosten des Dociors fuhrCantrell nach dort, um zu inspiciren. Er berichtete sodann seinem Herrn und Meister", daß die Arbeit" leicht ausgeführt werden konnte, nur das Unangenehme bei der Sache sei, daß seine Helfershelfer nicht so weit von derStadt an den Grabschändungen theilnehmen wollten. Cantrell bezeugte auch, daß der Doctor bei dem Leihftallbesitzer Case, Ho. tel de Hoß", die Fuhrwerke für ihn und seine Genossen bestellte.
Die Vertheidiger erhoben Einwand
gegen die Aussagen des Zeugen und verlangten, daß dieselben ausgeftrichen werden sollten, da es sich im vorliegenden Falle nur um die Beraubung des Grabes der Frau Neidlinger handelte. Der Staatsanwalt erklärte jedoch, daß die Aussagen des Zeugen dazu dienten, um nachzuweisen, daß der Angeklagte ein förmliches System von verbrecherischen Handlungen ausführte, indem er mit dem Zeugen nicht nur einen Contract zur ungesetzlichen Lieferung von Leichen abschloß, sondern demselben auch noch mit Rath und That zur Seite stand, um die Leichen zu erhalten. Der Richter schloß sich den Ausführungen des Staatsanwalts an und wies den Einwand der Vertheidigung ab. Der Staat hatte somit einen großen Sieg errungen. Die Legislatur. Senat. Die Senatoren Hendee, Ball, Milburn, Conlogn, Goodman, Matthews, Wolcott, Gard, Starr, Davis, Lyons, Newhouse, Layman und Barlow reichten Petitionen ein, welche sie von ihren Constituenten empfangen hatten, und welche theils gegen die Luhring-Bill, theils gegen die Base Ball-Bill und theils gegen beide Bills gerichtet w iren. Dieselben wurden an das Comite für Moral verwiesen. Senator Thompson hatte gestern seinen glücklichen Tag, denn zwei von ihm eingereichte Bills wurden günstig einberichtet. Die eine bezieht sich auf die Etablirung eines Specialgerichts für jugendliche Sünder in Indianapolis, und die andere schreibt vor. daß Samstag Nachmittag ein-gesetzlicher Feiertag für Banken und Trustgesellschasten sein soll. Nach längerer Debatte pasfirte die Bill, welche 85999 für eine Statue des General George Roger Clark, welche in der Statuen-Halle in Washington aufgestellt werden soll, verwilligt, mit einer stricten Partei-Majorität vön 39 gegen 15 Stimmen die erste Lesung. Die Regeln wurden hierauf suspendirt und die Bill zur Reinschrift beordert. Die Demokraten waren für eine Statue von Thomas A. Hendricks. Haus. Das Haus hat die Bill, welche eine Staats-Reform creirt, passirt, ferner die Bill, welche eine Central-Behörde für nicht reclamirte Leichen creirt, und Wrights Stimmaschinen-Bill für Marion County. Die erwähnt Cenral'Behörde soll die medicinischen Colleges auf gesetzlichem Weae mit dem nöthigen Material für Secirungs-Zmecke versorgen; durch die Bestimmungen da Bill werden auch die Gräber besser beschützt und wird dem Handel mit Leichen ein Ende bereitet. Die Senats-Bill, welche $2999 für die Errichtung eines Monuments auf dem Pigeon Roost Schlachtgrunde bewilligte, pasfirte die dritte Lesung. Repr. Baird reichte eine Bill ein, welche 829,999 für Etablirung eines Sanitariums für Schwindsüchtige bei Pine Knob nahe New Albany verlangt. Ein dortiger Philantrop will dem Staat das Gebäude und die Gründe (39 Acker) doniren. Rep. Carmichael reichte eine Bill ein. welche vorschreibt, daß glle Gesellschaften, welche im Staate producirtes Gas nach anderen Staaten Pampen lassen, eine tägliche Abgabe von $25 bezahlen sollen. Repräsentant Muir brachte die von D. M. Parry ausgearbeitete Bill ein. welche die Errichtung eines sogenannten Industrie - Zuchthauses im westlichen Theile des Staates vorschreibt. Die Insassen desselben sollen mit dem Bren nen einer gewissen Art Ziegel beschäftigt werden, welche sich für den Bau von Landstraßen eignen. Diese Ziegel sollen sodann den Farmern zum Ko stenpreise überlassen werden. Repräsentant Edwards hat eine Bill eingereicht, welche vorschreibt, daß 8099 Exemplare von dem Jahresberichte des Staats-Geologen gedruckt werden sollen.
Kalte Welle in Aussicht.
Die Telegraphen - Verbindung mit Chicago unterbrochen. j Eine kalte Welle wird den Bewohnem von Indianapolis für die bevorstehende Nacht prophezeit. Das Quecksilber im Thermometer soll sich zur 19 Grad über Null verkrümeln und ein Schneefturm soll den Aufenthalt im Freien zu einem sehr ungemüthlichen machen. Im Nordwesten hat in der verwichenen Nacht ein solch heftiger Schneesturm gewüthet, daß sämmtliche Western Union TelegraphenDrähte, welche nach Chicago führen, zerstört wurden, so daß es heuteBormittag unmöglich war, weder über St. Louis, noch Eincinnati oder Eleveland Nachrichten aus der windigen Stadt zu erhalten. Die Hochbahn-Ordinanz ungesetzlich. Das Staats-Obergericht bestätigt die Entfcheidung des Richters C arter. Das Staats-Obergericht hat heute die Indianapolis Stadtraths Ordinanz betreffend die Hochlegung der Eisen bahn-Geleise für ungesetzlich erklärt und dadurch die Entscheidung des Richters Carter bestätigt. Die Entscheidung war vom SupremeRichter Jordan ausgearbeitet und von seinen sämmtlichen College unterzeichnet. Es heißt in derselben daß der Stadtrath einen ungesetzlichen Schritt ausführte, da er, indem er die NiveauEisenbahnkreuzungen als Gemeinschaden erklärte, zu dem außergewöhnlichen Hülfsmittel eines Gesuchs um ein Mandamus-Verfahren griff. Z l einem derartigen Verfahren sei abtx die Stadt laut den Bestimmungen ihres Charters nicht ermächtigt. Sie Hütte sich erst an die Legislatur wenden müssen, damit dieselbe ihr diese Machtbefugniß verleihe. Unter den bestehenden Gesetzen hat der Stadtrath .keine Jurisdiction, um die Hochbahn-Ordinanz zu erlassen. Gegen Richter Rasch. Die Staats-Vereinigung von Anwülten hat beschlossen, die Initiative zu ergreifen, damit die Legislatur ein Jmpeachment - Verfahren gegen den Richter Louis O. Rasch von Evansville unterbreitet. Die sich auf seinen Fall beziehenden Tocumente sollen unverzüglich dem Hause unterbreitet werden. Personal-Notizen. Herr und Frau F. P. Ru'h haben eine Reise nach Nord Carolina angetreten. Heute Vormittag um 9 Uhr fand in der St. Peter und Paul's Kirche an Meridian und 14. Straße die Ver, mählung von Frl. Magdalena M u e l l e r, Tochter der Frau Wwe. Peter Mueller, mit Herrn Hermann Haas statt. Abends ist Empfang in der Wohnung der Brautmutter, No. 223 Ost St. Joe Str. Der Staats anmalt - Scandal. F t. W a y n e. In Sachen des Staatsanwalts Emrick verhörten die Großgeschworenen am Dienstag wieder eine Anzahl Zeugen. Derselbe ist bekanntlich beschuldigt, Spielhöllen gegen Tributleistungen beschützt zu haben. Ueber die Verhandlungen im Zimmer der Grand Jury ist bis jetzt nichts an die Oeffentlichkeit gelangt. Bauerlaubnißschein e. H. C. Lamm, Ohio und Arsenal, hölz. Haus, $809. I. E. Benjamin, 25. und Rader, Cottage, $899. C. I. Tearborn, Park Ave. und 19., Reparaturen, g859. I. G. Miller, Wiscon Str., hölz. Gebäude, $199. Socialer Turnverein. Heute Abend regelmäßige Geschäfts-Versammlung.
Selbftmord-Wetter.
Zwei Lebensmüde, die aber gerettet wurden. Das alte Sprüchwort, daß trübes und regnerisches Wetter einen großen Einfluß auf Melancholische und Lebensmüde ausübt, hat sich auch in unserer Stadt gestern wieder bewahrheitet. Denn im Laufe des gestrigen Abends waren die Dispensa-rium-Aerzte Dr. Cunningham und Dr. Towles unausgesetzt und bis zu spätester Stunde damit beschäftigt, Selöstmord-Candidaten, oder besser gesagt Candidatinnen, dem Leben zu erhalten. Zuerst wurden die beiden Aerzte zu der gemeinschaftlichen Wohnung der 35 Jahre alten Jda Meadows und ihrer Schwester und ihres Schwagers Prof. I. W. Love, No. 219z Jndiana Ave. gerufen. Der Professor ist ein Luftschiffer, der im verflossenen Jahre Pech gehabt hat und verunglückt ift, sodaß er seitdem kein Geld mehr verdient hat. Da nun die Schwestern auch nicht im Stande waren, die erwünschten Gelder zu beschaffen, und da ihnen vom Hausherrn wegen NichtbeZahlung der Miethe für heute gekündigt worden war, wurde Jda melancholisch und faßte den Entschluß, sich aus der Welt zu schaffen. Sie ging hin und kaufte für 15c Cloroform und war bereits beinahe in bessere Gefilde hinübergewandert, als die schnöden Doctoren erschienen, die sie nach mehrstündiger harter Arbeit doch diesem miserablen Leben erhielten. Kaum von dieser schweren Arbeit zurückgekehrt, wurden dieselben Aerzte zu dem Nordwcst-Eckhause von Telawäre und Washington Straße gerusen. woselbst die junge Frau des dort über der Fan - Wirthschuft" wohnenden Lon Albright eine Dosis Morphium verschluckt hatte, die ihr Leben zu enden drohte. Doch gelang es auch hier den Aerzten, die Lebensmüde zu retten, nachdem sie sich mehrere Stunden mit ihr abgemüht hatten. Aus dem Staatshause. Da follte nicht gezaudert werden. Sen. Fairbank's neue Commifsion etc. Die Staats-Behörde für Wohlthätigs- etc.-Anstalten hat gestern wieder eine Bekanntmachung erlassen, welche sich auf die Verpflegung der Irrsinnigen in Jndiana bezieht und nochmals dringend die Anlage einer Colonie für Epileptische empfiehlt. Eine diesbezügliche Bill war bereits der letzten Legislatur vorgelegt, jedoch nicht passirt worden. Durch Anlage einer solchen Colonie würde erstlich die Vervfleguncz der Geisteskranken in den Asylen, zweitens aber die der Epileptischen riesig erleichtert und gebessert werden können. Gouv. Durbin unterzeichnete gestern die neue Commission des Bun-des-Senators Charles W. Fairbanks für die nächsten 6 Jahre. Das Document, auf Pergament ausgestellt, murde gestern Abend nach Washington an den Senator gesandt. H e u t e A b e n d beginnt im Staatshause die monatliche Sitzung des In-dianaMilitärdienst-Jnstituts," d.h. der Jnstructionsschule für Miliz-Ofsiciere. Major C. B. Carr von dahier wird die erste Vorlegung halten. Jncorporirt wurden gestern folgende neue Gesellschaften: Crown Stone Company". Bloomington, Capital $19 999; Directoren: R. C. Smith. Henry Henly, MoseS Kahn. Edwin Corr und C. A. Zaring. People's Gas and Oil Company", Lapcl, Capital $1,299. Huntington Consolidated Lime Company", Fort Wayne. Capital 829,999; Directoren: A. D. Palmer u. A. Young America Natural Gas and Oil Company", Young America, Capital $2,999. Die Znterprise Mining &OU Co." hat ihr Actien-Capital von S159.999 auf 3499.999 erhöht, um 22 neue Brüche in den Nome (Alaska)-Gold-feldern anzukaufen.
Nachrichten aus Jndiana. Lebendig begraben. T e r r e H a u t e. Der in der Clinton Grube beschäftigte Kohlengräber John Arklcy wurde in Folge einer in derselben ftattgefundenen Erplosion unter den Herabsallenden Kohlenftücken begraben. Gegen die Kohlenhändler. M u n c i e. Es ist hier eine Bewegung im Gange, den gesammtcn Einkauf von Kohlen, welche in der
Stadt verbraucht werden, zu centralisiren und die Kohlen von einer Firma zu kaufen, welche dieselben direct von den Kohlengruben bezieht. Der Com mercial Club will die Sache in Hän den nehmen. $39,999 Subfidien. W a r r e n. In Huntington Town ship fand eine Special-Wahl statt, in welcher darüber abgestimmt wurde, ob der Ft. Wayne & Southweftern Bahngesellschaft" 539,999 Subfidien bewilligt werden sollen oder nicht. Der Vorschlag wurde mit großer Majorität angenommen. In e i n m: Cisterne ertrunken. T e r r e Haute. Die 19jährige Tochter des Grubenarbeiters John Jackson, wohnhaft in Clinton, hei am Dienstag in eine Cisterne nnd ertrank. Zwei Einbrecher ver w u n d e t. F o w l e r t o n. Die Theilhaber der Firma Millspaugh & Carter hatten tn Erfahrung gebracht, daß ein Einbruch in ihr Geschüftslocal geplant worden piar. Mlt einem Clerk zusammen legten sie sich in der Dienstag-Nacht auf die Lauer. Stundenlang warteten sie jedoch vergebens und sie dachten schon daran, sich nach Hause zu begeben, als gegen 1 Uhr Morgens plötzlich ein Jen. ster eingedrückt wurde und zwei Einbre cher sich durch dasselbe in den Laden schwangen. In dem Augenblicke, in welchem einer von ihnen ein Streichholz anzündete, feuerten die drei auf der Lauer liegenden Herren ihre Waffen auf dieselben ab. Di) Eindringlinge ergriffen schleunigst die Flucht. Blutflecke, welche sie hinterließen, deuteten darauf hin, daß sie verwundet worden waren. 159 M e i l c n Stacheldraht. N o b l e s v i l l e. Die Jndianapolis Northern Traction Co." hat den Contract für die Herstellung einer Stachzldraht-Einzäunung von Jndianapolis nach Logansport und von dort nach Peru (159 Meilen) an die Firma T. Showers fc Co. von Detroit. Mich., vergeben. Fünfhundert Tonnen Stahlgelcife sind längs der projectirten Bahnstrecke zwischen Broad Ripple und Tip. ton bereits vertheilt worden; sobald die Witterung es erlaubt, sollen dieselben gelegt werden. Der Landpo st dienst im Staate. Das Post-Departement geht mit der Abficht um, nunmehr auch in Spencer County Landpoftrouten einzurichten, und Postmeister Wesseler in Rockport ist deshalb aufgefordert worden, eine genaue Karte des Countys, auf NUlcher alle Strafen und Farmhäuer zu sehen sind, nach Washington einzusenden. Wenn alle Vorarbeiten prompt ausge führt werden, kann Spencer County schon gegen Mitte des Jahres mit Landpostrouten versehen sein- Welch' colossale Ausdehnung der Landpoftdienst in Jndiana im verflossenen Jahre gewonnen hat, geht wohl am besten aus der Thatsache hervor, daß jetzt etwa 1999 solche Routen im Staate sich im Vetriebe befinden. Da noch über 599 Gesuche für Einrichtung von Landpoftrouten im Staate beim Poft-Departe-ment eingelaufen find, so erwartet man, daß Jndiana bis Ende des Jahres 2999 Routen auszuweisen haben wird. Die Regierung läßt übrigens fortwährend Verbesserungen im System vor nehmen und geht neuerdings mit der Absicht um, alle Landbriefträger mit genauen Waagen zu versehen, damit Briefe und Poftpackete von den Briefträgern im Land: gewogen werden können und durch Bestimmung de Portos I nicht unnöthiger Zeitverluft entsteh.
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