Indiana Tribüne, Volume 26, Number 138, Indianapolis, Marion County, 2 February 1903 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
Provinz Pommern. Velgast. Ms Nachfolger des seit dem 1. November v. I. pensionirten Pastor Dörschlag hier wurde Pastor Koritzky in Starkow gewählt. Er wird am 1. Llpril d. I. sein Amt antreten. W o l l i n. Die 70 Jahre alte Arbeiterwittwe Wilhelm ist an einer Uebergangsstelle von einem Güterzuge überfahren und schwer verletzt worden. ffxovxnz Schresn?ig2Kccstein. Schleswig. Sein Zjähriges Jubiläum als Kapellmeister feierte der Musik'rigent Fiedler vom InfanterieRegiment v. Manstein No. 84 hierselbst. Altona. Zum Bürgerworthalter wurde der langjährige Jnhabrc dieses Ehrenamtes Justizrath Schmidt wiedergewählt; desgleichen der stellvertretende Bügerworthalter Gymnasialob?rlehrer Berghoff. Brügge. Feuer zerstörte hier das alterthümliche Wirthshaus Zur Li nde" am Dorfplatz, dem Gastwirth Steffen gehörig, und das gegenüberliegende Wohnhaus nebst Scheune des Halbhufners Reese. Burg auf Fehmarn. Zu Stadtverordneten wurden gewählt dec Klempnermeister Aereboe und derLohgerber Treimer. Eckernförde. Das 65jährige Ehejubiläum feierten Christian Hej; und Ehefrau. Der Mann ist fast 8J Jahre alt und noch immer so rüstig, dag er täglich seinem Beruf obliegen kann. Ebenso seine Frau. Trotz ihrer fast 91 Jahre besorgt sie ganz aU lein ihr Hauswesen. Halt. Im Alter von 49 Jahren starb hier der Pastor Ketelsen. I tz e h o e. An Stelle des Stadtratbs Ehlers. welcher als Kirchenbcamter dem Magistrate fernerhin nicht angehören konnte, wurde Rechtsanwait Hansen zum Stadtrath gewählt. K a p p e l n. Bei der Wahl eines Rathmannes und zweier Stadtverordneten wurden gewählt der bisherige Rathmann Andresen, der bisherige Stadtverordnete Chr.Petersen und der Bankdirektor Aug. Hansen. Kiel. Sein 50jähriges Meisterjubiläum beging der Schlächtermeister Nordhorst Hierselbst. Er wurde vom Schlächteramt zum Ehrenmitglied ernannt. Nordhastedt. Bahnhofsagent Wehrend ist von hier nach Hemme verfetzt worden. O t t e n s e n. Arbeiter Hauschildt von hier gerieth unter einen Geschäftswagen und erlitt schwere Verletzungen. S t e r u p. Eine Feuersbru::st äscherte das Gewese des Landmann -Christophersen ein. Wandsbek. Ter Ehef des hiesiaen Katasteramtes. Kataster - Controlleur Faulenbach. ist zum Sieuerinspektor ernannt worden. Vrovmz ScHresion. B r e s l a u. Hvgieniker und Nervenarzt Dr. L. Hir: beging das Jubiläum des Tages, an dem er vor 25 Jahren zum Professor an der hiesigen Universität -ernannt wurde. Nach kurzer Krankheit verschied hier dcr Landesbaurath des Provinzial - Verbandes von Schlesien. Geheimer Baurath Friedrich Keil. G ö r l i tz. Oberlehrer Behr von der Baugewerksschule Hierselbst erhielt den Titel Professor." G o l d b e r g. Auf der hiesigen Station wurde der Arbeiter August Ulbrich vom Zuge überfahren und getödtet. Hoyerswerda. Rechtsanwalt Max Wolff von hier ist zum Notar ernannt worden. K o h l f u r t. Der bei der zum hiesigen Postamt gehörigen Postagentur Neichwalde beschäftigte Postbote Sommer wurde wegen Unterschlagung verhaftet. L o s s e n. Babnarbeiter Hertel gerieth unter einen Personcnzug und trug schwere Verletzungen davon. M a l l :v i tz. Einem Brande fiel das Haus des Konditors Vruckauf zum Opfer. Raubten. In der Vrandt'schen Wirthschaft hier waren mehrere jungc Leute mit Bolzenschießen nach einer an, ver Wand hängenden Scheibe beschäftigt. In dem Augenblick, als der Maurer Tschäpe das Lokal betrat, erhielt er von einem auf Urlaub befinlichen Soldaten einen Schuß in's Auge, so .?aß es vollständig zerstört wurde. S ch w e i n i tz. Hier starb dcr Kammerherr und Landschaftsdirektor des Glogau - Sagauer Fürstenthums, Freiherr von Türcke. S t r i e g a u. An Stelle des in den Rubestand tretenden Bürgermeisters Werner wurde Magistratsassessor Fritz Preuß in Dresden auf die Zeit von 12 Jahren gewählt. V o r h a u s. In einem mit Wasser gefüllten Straßengraben fand man die Leiche des Arbeiters Emil Kentsch von hier. ?rcVinz 'golexi. Posen. Dem Kreissekretär Hennig Hierselbst ist der Charakter als Kanzleirath verliehen worden. Das hiesige Amtsgericht hat den verschöllenen Paul Gustav Eduard Krause, zuletzt hier wohnhaft, für todt erklärt. Bromberg. Rechnungsrath Kopplow erhielt den Rothen AdlerOrden vierter Klasse. Die Firma 5. 5faiske stellte ihre Äahlunaer
L i s s a. An einem HerzWage
verschied hier im Alter von 66 Jahren Gymnasial - Professor a. D. Dr. F. nz Nesemann. Er war mehrere Jahrzehnte Lehrer am hiesigen ComeaiuZ - Gymnasiun.' und durch seine schriftstellerische Thätigkeit sehr bekannt. Schneidemüh l. Ter hiesige Manner - Gesangverein Groebe" wählte an Stelle des Hauptkassenren danken- Schoenrock. der sein Amt nie dergelegt hcrt, zum Vorsitzenden Kaufmann Welke, zum Rendanten Uhrmacher Peters, zun Schriftführer Aktuar Grundmann und zum Archivar Buch öindermeister Semrau. Das Ami ei nes Dirigenten wurde vorlaufig dem Lebrer Tratzke übertragen. S ch u b i n. Der 24jährige Wirth Fürst aus dem nahen Beerenbruch war mit Holzabfahren beschäftigt, und da er sich in einer Dorfschenke angeheitert hatte, wurde er, um das Herunterfallen zu verhüten, von seinem Nachbar auf dem Wagen angebunden. Die Pferde, sich selbst überlassen, trafen auch auf dem Gehöft des Fürst ein, dieser aber war erfroren. zZ'rc'Vinz Sachsen. Magdeburg. Regierungssekretär Stöhr von hier beging das Jubiläum seiner 50jährigen Dienstthätigkeit.z Die mesige Strafkammer verurtheilte den Kaufmann Oskar Lobert von hier, 32 Jahre alt, wegen Diebstahls zu zwei Jahren Zuchthaus. A l s l e b e n. Der hier in dürftigen Verhältnissen lebende Drechsler Breitschuh, der sein Haus ganz allein bewohnte und dieses nur selten verließ, wurde in seinem Zimmer erfroren aufgefunden. Gendarm Rönneberg, der in der Feldmark Schneidlingen einen Wilddieb, den Bergmann Hühne. erschoß, wurde vom Kriegsgericht wegen fahrlässiger Tödtung zu sechs Monaten Gefängnis verurtheilt. Der Verurtheilte hat Berufung gegen dieses Urtheil eingelegt. Derben. Das Altsitzer Wilhelm Köppe'sche Ehepaar feierte die goldene Hochzeit. Das Paar erhielt die Ehejubiläumsmedaille. Merseburg. Kataster - Inspektor Zacke ist zum Stadtrath ernannt worden. 0 st e r w i e ck. Das kürzlich freiwillig aus dem Leben geschiedene Fräulein Johanne Böthe hat ihr gesammtes Vermögen unserer Stadt zu Wohlthätigkeitszwecken testamentarisch vermacht. Das Vermögen besteht aus 35- bis 40,000 Mark. S t a ß f u r t. Faktor Naue konnte auf eine 25zährige Thätigkeit bei der hiesigen Berginspektion zurückblicken. Tangermünde. Das Rentier Linde'sche Ehepaar Hierselbst feierte unter großer Anthcilnahme der Einwohnerschaft seine diamantene Hochzeit. Bei der kirchlichen Einsegnung überreichte Superintendent Fengcr dem 82 und 80 Jahre alten Jubelpaare die Ehejubiläumsmedaille. 1 e ck e n st e d t. Eheleute Gottlies Donner begingen die goldeneHochzeit. Pastor Lehmann überreichte bei der Einsegnung die vom Kaiser gestiftete Ehejubiläumsmedaille und die von der Fürstin Otto zu Stolberg-Werni-gerode gespendete Prachtbibel. Provinz Kannover. Hannover. Arbeitsmann Landweder wurde von seiner Kuh derart gestoßen, daß er zu Falle kam. Hierauf wurde er von dem wüthenden Thiere so zugerichtet, daß er seinen Geist aufgab. Vermißt wird seit einiger Zeit der 62 Jahre alte Gerichtdiener H. Reinecke von hier. Dachdeckermeister Karl Keese blickte auf eine 25jährige Thätigkeit in seinem Berufe zurück. Alt - W a l l m o d e n. Hier verschied nach langem schweren Leiden der Baron Bruno von Wallmoden. Er hatte bereits das achtzigste Lebensjahr überschritten. Änderten. Feuer zerstörte die umfangreichen Stallungen und Scheunen des Konerding'schen Hofes. Barsinghausen. Der hiesige Kriegerverein feierte sein 30jähriges Stiftungsfest, verbunden mit der Einweihung dn ihm anläßlich dieses Festes vom Kaiser verliehenen neuen Fahne. C e l l e. Sein 50jähriges Juöiläum feierte der HaupisteueramtsRendant Rechnungsrath Gottschald. Dem Jubilar wurde der Kronenorden dritter Klasse verliehen. Dahlenberg. Bei dem Rittergute Horndorf, auf der Landstraße wurde der ledige Dienstknecht Peters aus Tostcrglope mit einer Wunde an der Schläfe in der Nähe eines spitzen Feldsteins todt aufgefunden. E l z e. Bei der Bürgervorsteherwähl wurden ckuhmachermeister H. Klencker und Schuhmachermeister C. Rodemann gewählt. G ö t t i n g e n. Ter 65jährige Bäckermeister Kelterborn aus dem benachbarten Städtchen Dransfeld wurde von der hiesigen Strafkammer wegen Sittlichkeitsverbrechens zu 8 Monaten Gefängniß verurtheilt. Kelterborn, der das Amt eines Waisenrathes, Kirchenvorstandes und Kirchenrechners bekleidete, hat sich an schulpflichtigen Mädchen vergangen. Goslar. Große Aufregung verursachte hier die Zahlungseinstellung des Bankhauses Chr. Künnecke. H o o p t e. In der Elbe ertrank beim Schlittschuhlaufen der 16jährige Sohn des Bäckermeisters H. Vick von hier. Lütetsburg. Der 75. Geburtstag des Fürsten zu Jnn- und Knyphausen ist hier, dem Stammgut der fürstlichen Familie, festlich begann gen worden.
Das zerrissene Knopfloch, Ein Märchenhumoreske von Alois Ulreich. Es war einmal ein sehr netter, blonder Magistratssekretär, der sehr ungl.. lich war. Eine böse Küchenfee, die im Dienste eines hinterlistigen Bier- und Weinzauberers stand, hatte ihm durch einen alten Schweinebraten ein gar unangenehmes Magenleiden hinaufgehext, so daß der besagte Herr Sekretarius äußerst feierlich schwor, nie mebr wieder die Bude dieses Weinund Bierzauberers aufzusuchen, der mit aufgewärmtem Braten die Leute unglücklich machte. Der Herr Magistratssekretär Lionell faßte aber auch sofort den Entschluß, zu heirathen. Das war aber nun nicht so leicht, denn
.in Herrn Lionells Herzen theilten sich vier junge Damen, die mit allen Vorzügen des Leibes und der Seele ausgestattet wäre. Welcher sollte er die Hand zum ewigen Bunde reichen? Rechtzeitig fiel ihm noch ein. daß d7e Märchenprinzen zu allerlei Verkleidungen und Listen ihre Zuflucht nahmen, um die guten Eigenschaften ihrer Herzensdamen zu prüfen. Freilich ging es nicht an, daß ein wohlbestallter Magistratssekretär sich als Hirte oder Zigeuner seiner Angebeteten nähere, wie es die sehr geschätzten Prinzen im Märchen thaten. Herr Lionell dachte deshalb an ein anderes, moderneres und praktischeres Mittel, um die Liebe, Treue und Tugendhaftigkeit seiner vier Damen zu erproben und jene als sein Weib heimzuführen, die diese Probe glänzend besteht. Das Mittel mußte außerdem so beschaffen sein, daß es sich auf aöe'vier Damen gleichförmig anwenden ließ und Herrn Lionell vor allem Aufschluß darüber giebt, ob die Erwählte in ihrem künftigen Beruf als Hausfrau tüchtig sei. An einem trüben Septembersonntage holte er aus seinem Kleiderschrank einen etwas ältlichen Gehrock, der ihm zwar noch famos paßte, der aber doch schon sehr gelitte, hatte. Jnsbesondere war eines der Knopflöcher zerrissen und zerfranzt. Aber das war Herrn Lionell gerade recht. Er be schloß, sofort mit diesem Gehrock die oier Familien seiner Herzensdamen zu besuchen und dabei genau zu beobachten. welche Wirkungen das zerrissene Knopfloch auf die vier jungen Damen ausüben werde. Da Fräulein Edith von Falkenhain die kleine Baronesse, wie sie genannt wurde ihm zunächst wohnte, begab er sich zuerst zu ihr. Er wurde von Mama und Tochter sehr liebenswürdig empfangen. Ganz besonders von der kleinen Edith, mit der er so gut wie verlobt war. da er sie neulich bei einem Kränzchen flüchtig auf die Stirne geküßt hatte. Es muß allerdings bemerkt werden, daß Herr Lionell auch mit den drei anderen Damen so gut wie verlobt war, da er auch diese bei verschiedenen Gelegenheiten mehr oder weniger flüchtig auf die Stirne geküßt hatte. So liebenswürdig Mama und Tochter anfangs mit Herrn Lionell waren, so rasch erkaltete die Freundlichkeit, als sie Lionells etwas defekte Kleidung musterten. Mama und Tochter warfen sich verständnißvolle Blicke zu, die Herr Lionell nicht übersah. Als man immer kühler wurde, suchte er einen Vorwand, um sich zu empfehlen. Die Damen begleiteten ihn nicht einmal bis uz Thüre, wie sie es sonst zu thun pflegten, sondern verabschiedeten sich sehr kurz und rasch. Herrn Lionell war es aber gerade recht. Im Vorraum blieb er einen Augenblick stehen, um zu hören, welches Urtheil Mama und Tochter über ihn fällten. Ach Mama!" piepste Fräulein Edith, hast Du Herrn Lionell genau angesehen? Ter kommt ganz herab!" Wie der Mensch aussieht! Ganz defekt! Zerrissen und zerfranzt!" antloortete Mama entrüstet. Und er war früher so nett!" Mit einem zerrissenen Knopfloch wagt es der Mensch, in Gesellschaft zu gehen! Das ist unerhört. Aber bürgerlich bleibt eben bürgerlich . . . Diese Leute eignen sich nur schwer vornehme Gesinnung an... Nein. Edith, den Menschen darfst Du nicht heirathen." Herr Lionell eilte fort, so rasch als möglich. Das zerrissene Knopfloch hatte ihm einen großen Dienst erwiesen. Es bewahrte ihn vor einer eingebildeten, mit Standesvorurtheilen erfüllten Frau. Jetzt besuchte Serr Sekretär Lionell den Großindustriellen Obermaver. dessen Tochter Olga seine zweite Herzensdame war. Overmayer hatte es schon lange gerne aeseben. dan F)err Lionell seine Tochter heirathete. da er bei seinen großen Unternehmungen fortwährend einen auten freund beim Maaistrat brauchen konnte, um den Weg von Eingaben und Gesuchen zu beschleunigen und mancherlei durckzusetzen, was ein anderer nicht vermochte. Er wurde wie immer sehr aufmerksam empfangen und sofort . ein Gespräch über Ibsen verwickeh, da das Fräulein eben eine neue Arbeit dieses nordischen Helden studirt hatte. Mtten in der Zergliederung Ibsen's rief das sehr temperämenivclle Fräulein Olga entsetzt aus: Aber Herr Lionell! Ihr Knopfloch ist ganz zerrissen! Wie können Sie denn einen solchen Rock noch länger tragen!" Herr Lionell stammelte rasch mehrere Entschuldigunaen.
Nein, so etwas! Sie sind sonst so sorgfältig gekleidet und heute kommen Sie mit einem zerrissenen Knopfloch daher. Den Rock hätte ich doch schon lange weggeworfen!" Ach verzeiher Sie. gnädiges Fräulein!" erwiderte .err Lionell. ..Tiefen Fehler habe ich ganz übersehen. Ich will ihn aber auch sofort gut machen. Gestatten Sie mir. daß ich mich vorläufig empfehle, um nach Hau: eilen zu können und dort das Verbrechen raschestens zu sühnen!" Und Herr Lionell ging. Stille Freude erfüllte ihn. Das Knopfloch hatte ihm wieder einen nicht unbedeutenden Dienst erwiesen, indem es ihn vor einer unwirthschaftlichen Frau warnte. Jetzt besuchte Herr Lionell den reichen Bäckermeister Forsthuber, der die halbe tadt mit seinem ausgezeichneten Gebäck versorgte. Außer seinen wohlschmeckenden Kunstwerken aus feinem Weißmehl besaß aber Herr Forsthuber auch noch zwei liebliche Töchter, deren eine schon lange das Herz des Herrn MagistratssekretärsLionell bezaubert hatte. Wenn es auch bei dem Bäckermeister nicht so literarisch vornehm zuging, so war man gegenseitig desto herzlicher. Herr Lionell war von demEmpfang sehr angenehm gestimmt. Die eine der beiden Töchter die Mizzi ließ ihn nicht aus den Augen. Der Bäckermeister schlug gerade einen Ausflug zu einer bewährten Wcinquelle vor, als Fräulein Mizzi lachend bemerkte: Ach, Herr Lionell, mir scheint gor, Ihr Knopfloch ist zerrissen!" Sie haben leider recht, Fräulein Mizzi." erwiderte Herr Lionell scheinbar bestürzt. Ich bemerke es soeben. Mir thut nur leid, daß ich nun Ihrer liebenswürdigen Einladung, an dem Ausfluge theilzunehmen, nicht Folge leisten kann." Ja, warum denn nicht?" Aber mit einem zerrissenen Knopfloch " Ach, das macht nichts. Uebrigens dem kann man sehr leicht abhelfen. Ich werde Ihnen das Knopfloch rasch stopfen. Das ist in ein paar Augenblicken geschehen, und dann können Sie unbesorgt mitgehen." Sie wollen nein, nein, das kann ich nicht zugeben." Sie müssen, lieber Herr Lionell, Sie sind jetzt in unserer Gewalt!" Nachdem auch der Herr Papa diesen
Entschluß seiner Tochter vollkommen billigte, begab sich Lionell in's Nebenznnmer, entledigte sich seines Rockes rasch und reichte ihn den zarten Händen heraus, die das armselige, kleine Knopfloch schnell vernähten, insoweit es zerrissen und zerfranzt war. Wie flink sind doch diese kleinen FrauenHändchen, wie rasch ebnen sie alle Unordentlichkeiten. In wenigen Minuten war der kleine Schaden ausgebessert, mit einigen Bürstenstrichen der Staub aus dem Rocke entfernt und demselben ein ganz passables Aeußere verliehen. Herr Lionell war einfach enizückt! Der alte Rock, den er schon längst aufgegeben hatte, erschien plötzlich verändert. Man konnte ihn noch ganz gut tragen. Er war gar nicht so schäbig, wie er geglaubt hatte. Es hatten lediglich einige Griffe genügt, um ihm ein erträglicheres Aeußere zu geben. Was doch die Frauen alles vermögen! JnHerrn Lionells Herzen stand aber auch der felsenfest Entschluß fest: keine andere als diese Mizzi sollte seineFrau werden. Noch an demselben Abende benützte er elnen Augenblick, ln welchem er Mit Fräulein Mizzi allein war Papa Forsthuber hatte sich an der Weinquelle schon sehr gelabt um sich ihr zu erklären. So kam es, daß Frau Lionell eine brave, sehr wirthschaftliche Frau bekam. Und wem hatte er dieses seltene Glück in erster Linie zu verdanken? Einzig nur dem zerrissenen Knopfloch. ?tandeserhöhung. Mlllionär: Nun, lieber Baron, Sie scheinen ja eine wichtige Mittheilung auf dem Herzen zu haben." Varon: Herr Commercienrath, ich habe Ihnen die freudige Mittheilung zu machen, daß ich Sie zu meinem Schwiegervater zu ernennen gedenke!" W a s A l t e s. Erster Börsia. ner (von der Reise zurückkehrend): Nun? Nichts Neues passirt auf der Börse?" Zweiter Börsianer: Nicht. daß ich wüßte." Erster: Nanu? Ich denke, es sind schon mehrere BankHäuser verkracht?" Zweiter: Allerdings. Aber das ist doch nichts Neues!" E i n W i n k. Ein Professor will beim Examen einenStudenten auf das Wort Silber" bringen und spielt deshalb an seiner. Uhrkette. Nun. also?" fragt er mit einem Blick auf die Kette. Nickel!" erwidert der Candidat. Entschuldigen Sie," sagt der Professcr ganz verblüfft, ..ich habe sie wirklich für echt Silber gekauft!" Darum. Ich möchte die Rechnung!" ruft ein Reisender Morgcns neun Uhr. Sofort!" antwortet der Kellner und beginnt zu schreiben. Gegen zehn Uhr findet der Portier den Reisenden im Empfangszimmer, bleich, init geschlossenen Augen, einer Ohnmacht nahe. ' Um Gottes willen, was ist Ihnen?" Oh!" stöhnt djr Angesprochene, dem der Angstschtchiß bereits auf der Stirn steht, erschreibt iiuvg uiiuiii. t
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