Indiana Tribüne, Volume 26, Number 138, Indianapolis, Marion County, 2 February 1903 — Page 1
Tridune ÄS2fiSSfcSS f2 Tage und Tage und Sonntagsblatt IOo per Woche. öonntaasblatt SSSSÖ? öLS VSSSSi Grsctxeint feden lUutjmitiap Jahrgang 26 Indianapolis, Ind., Montag, 2. Februar l03 No. 138.
Jndiana
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Entsetzliches Ende Des Feuerwehrmannes John I. LoftnS.
Von einer Lokomotive überfahren und in Stücke geschnitten. Ein grauenhaftes Ende fand heute Morgen der Feuerwehrmann Jhn I. L oftus von der Spritzen-Co. No. 1. x Er befand sich auf einem Nebengeleise nahe der Weft Str. und den P. & E. Geleisen und half aus einem Waggon Heu auf feinen Vagen zu laden. Plötzlich kam ein Personenzug der P. fc E. Bahn herangesaust. Loftus ergriff, sofort die Zügel um die schon unruhig gewordenen Pferde im Zaum zu halten. Aber dieselben wurden vor dem her annähenden schnaufenden Dampfroß so erschocken, daß sie davonliefen. Los tus wurde direct vor die Locomotive geschleudert. Die Räder gingen über ihn hinweg und zerschnitten seinen Körper der maßen, daß an jeder Seite der Geleise eine Hülste zu liegen kam. Die verstümmelte Leiche wurde nach der Morgue gebracht. Der auf solch' grauenhafte Weise um das Leben gekommene Mann war erst 26 Jahre alt; er war unverheirathet, und wohnte bei seiner Mutter an der S. Capital Ave., No. 940. Außer ihr unterstützte er noch fünf jüngere Geschwister. Ein Denkmal sur den verftorbenen Gouverneur Willard. Die Bürger N w Albanys werden der Legislatur diese Woche eine mit zahlreichen Unterschriften versehene Petition zugehen lassen, in welcher um eine angemessene Verwilligung für ein Monument auf dem Grabe des Gouverneurs Ashabel P. Willard auf dem Fairview Friedhofe daselbst ersucht wird. Gouverneur Willard, der jahrelang ein prominenter Bürger New Albanys gewesen, wurde im Jahre 1356 zum obersten Staatsbeamten Jndianas gewählt und starb an der Schwindsucht in St. Paul, Minn., im Jahre 1859. Seine Frau, ' eine geborene Cook aus Massachusetts, starb etliche Jahre vor ihm und liegt neben ihm auf Fairview begraben. Ihr Bruder nahm an der Jnsurrection von Harpers gerry theil und erlitt die ge. setzliche Strafe, gleich seinem Führer John Brown. Seine Vertheidigung führte der verstorbene Hon. Daniel W. Voorhees, der damals ein junger Advokat war. Seine Rede vor den Geschworenen bei der Gelegenheit war ein oratorisches Meisterstück und begründete die Carriere dieses bedeutenden Redners der Ber. Staaten. Ein Jndiana Kohlen-Trnft. Das Projc!. einen KohlenTruft zu etabliren, htöm sämmtliche Weichkohlengruben des Staates von einem Syndicat ausgekauft werden sollen,iftin den letzten Tagen seiner Verwirklichung wieder näher gekommen. Ein Comite bestehend aus A. M. Ogle, Jndianapolis, I. K. Seifert, Chicago und I. H. McClelland, Vertreter des Rock Island Syndicats, hat die verschie denen Besitzer von Kohlengruben, auf welche es das Vorkaufsrecht erworben hatte, ersucht, den Termin, bis zu welchem dieses Privilegium abläuft, bis zum 1. April auszudehnen. D.n Besitzern sind 40 Prozent des KaufPreises in Baar und 60 Prozent in Actien angeboten. Das ActienCapi tal wird sich auf $25,000,000 belau fen, welche aus $12,500,000 gewöhn lichen und 312,500,000 bevorzugten Actien bestehen sollen. nö den Gerichtshöfe. Der Fall der Hochschüier. Der Fall der zehn Hochschüler, welche in der Samstag Nacht wegen Veranftaltung eines Riot's" verhaftet worden waren, wurde im Polizeigericht auf den 5. Februar verschoben.
Der Dr. Alerander Prozeß.
Mit der Auswahl der Geschworenen begonnen. Nahezu fünf Monate sind verflossen, seitdem die Grabschändungen zuerst zur Kenntniß der Polizei gelangten und zwar in einer eigenthümlichen Weise. Der Farbige Rufus Cantrell, welcher sich großmäulig selbst der König der Leichenräuber" nannte, hatte Revolver, welche er von dem Waffenhändler Gus. Habich geliehen hatte, in einem hiesigen Pfandgeschäft verkauft resp, versetzt. Habich verlangte feine Waffen und war bereit, gerichtliche Schritte zu ergreifen, als Dr. Joseph Alerander sich bei Habich für den Betrag verbürgte. Mittlerweile aber waren der Polizei geheime Mittheilungen betreffs Leichenräubercien gemacht worden, und in demselben war der Name Rufus Cantrell des Oefteren genannt worden. Seine Verhaftung erfolgte und schon wenige Tage später gestand er eine Anzahl Grabschändungen ein und er gab den Detectivs Asch und Manning. welche seitdem unermüdlich sich mit die sen Fällen beschäftigten, die Namen seiner farbigen Spießgesellen, welche hierauf ebenfalls arretirt wurden. Fast jeder neue Tag brachte neue Enthüllungen, welchen zu Folge die Grabschändungen auf den Kirchhöfen in der Stadt und im Countv in ausgedehntestem Maße betrieben wurden. In vielen Fällen ergaben die auf den Friedhöfen vorgenommenen Unter suchungen, daß Cautrell's Aussagen auf Wahrheit beruhten, denn die Gräder waren leer. Die Verwandten der Verstorbenen, deren Leichen gestohlen waren, bestanden darauf, daß die verschiedenen medicinischen Colleges durchsucht wurden. Das Resultat war meistens ein negatives, doch in einzelnen wurden Leichen, welche aus ihren Gräbern gestohlen waren, an's Tageslicht gebracht. Nicht geringes Aufsehen aber erregte es eines Tages, als der angesehene Dr. Joseph Alexander verhaftet wurde und zwar auf die Aussagen des Cantrell hin. Derselbe halte ihn geradezu als seinen Auftraggeber bezeichnet. Er hatte auch über verschiedenen Transactionen, weche er mit dem Doctor gehalten hatte und welche sich auf die Herbeischaffung von Leichen bezogen, berichtet. Er hatte auch die Preise angegeben, welche der Doctor, der Professor der Anatomie am Central College fär Aerzte und Wundärzte" war, ihm für die Leichen bezahlt hatte. In der nächstfolgenden Woche er folgten sodann weitere Verhaftungen. Die Großgeschworenen beschäftigten sich viele Tage hierauf mit den Unteruchungen. Das Ergebniß war, daß folgende Personen in Anklagestand versetzt wurden : ' Wegen Grabschändungen: Dr.Joseph E. Alexander, Dr. F. M. Wright, Dr. Charles Byrkit, Caftleton, Ind., W. H. Speers, Eigenthümer des Mt. Jackson Kirchhofs, Adam Ault, Wächter desselben, Rufüs Cantrell, Jsam Donn?ll, Garsield Buckner, Wm. Jones, Samuel Martin, Walter Da niels, Sol. Grady. Burford Corley, Wm. McElroy, Albert Hunter, Wal ter Williams, Leroy Williams, John McEndree, Wm. Moffett, Hampton Weft, Fischer Station, (derselbe scll die Leiche seiner Nichte gestohlen haben) George W. Mason. Wegen Verbergung gestohlener Lei chen: Dr. I. C. Wilson, George Haymaker, Cuftos im Central College, Dr. Wm. Molt, C. M. C. Willis, Leichenbestatter (farbig) James Har vey, Herman Fritz und Bud Richardson. Der größte Theil dieser Angeklagten schmachtet'seit Monaten im Gefängniß. Der Reigen der Grabschän dungsprozefse wurde heute im Criminalgericht vor dem Special-Richtcr Bailey eröffnet, indem mit der Auswahl der Ge schworenen begonnen wurde, vor wel chen Dr. Alexander prozessirt werden soll.
Derselbe ist beschuldigt : 1) an einer Grabschändung betheiligt gewesen zu sein ; 2) die Leiche verborgen zu haben ; 3) eine Leiche, von welcher er wußte, daß sie gestohlen war, gekauft zu haben; 4) in seinem Besitz eine gestohlene Leiche gehabt zu haben. Die in der Anklageschrift erwähnte Leiche ist die der Frau Rosa Neidlinger, welche in einer Nacht im Juli v. I. aus ihrem Grabe auf dem New Augusta Kirchhof gestohlen wurde. Die Vertheidiger des Doctors, die Anwälte Henry N. Spaan, Martin Hugg und John O. Spahr reichten zunächst das Gesuch ein, daß die Anklage niedergeschlagen werden sollte, da sie mangelhaft sei; das Gesuch wurde abgewiesen. Hierauf verlangten sie, daß der Staatsanwalt bestimme, auf welche Anklage hin er den Doctor Processiren wollte. Auch dieses Gesuch wurde abgewie sen, da der Staatsanwalt erklärte, daß die vier Anklagen nur vier Phasen eines und desselben Verbrechens wären.
Hierauf wurde mit der Auswahl der Geschworenen begonnen. Dieselbe nahm, wie vorauszusehen war, viele Zeit in Anspruch, da die meisten der vorgeladenen Bürger sich schon eine feste Meinung gebildet hatten. Unter den vielen denselben vorgelegtenFragen befand sich auch die, ob sie gegen die Verwendung von Leichen zu wissenschaftlichen Zwecken waren oder nicht. polizeiliches Allerlei. In der Polizei-Station herrschte letzte Nacht bis weit über die Mitter nachtsstunde hinaus eine richtige Sabbathstille. Nur wenige Verhaftungen waren vorgenommen worden und diese bezogen sich auf Personen, welche an unstillbarem Durst litten. Nur einmal wurden die Radler-Po-lizisten in ihrer idyllischen Auhe ge stört. Sie wurden nämlich nach der Ecke der Bloomington nd Mashington Straße gerufen, woselbst sich in der dort befindlichen Deitch 'schen Apotheke zwei Blessirte befanden. Es waren die Gebrüder Charles und Stephan Moody, welche von einer Anzahl Knaben mit Steinen bombardirt worden waren. Beide bluteten aus Wunden im Gesicht. Nachdem dieselben verbunden worden waren, begaben sie sich nach Hause. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. "The Prory Landlord". Eine hübsche Ausführung in der SüdseiteTurnhalle. Der St. Martin's Zweig No. 8 der katholischen Ritter von Amerika beging gestern Abend die Feier seines 25-jäh-rigen Bestehens mit einer sehr gelun genen dramatischen Aufführung in der Südseite-Turnhalle. Der Besuch war ein sehr zahlreicher, und unter der vorzüglichcn Leitung des Herrn Anton Lauck wurde The Proxy Landlord" in gelungener Weise aufgeführt. Die Mitwirkenden waren: Alphons Louth, Frl. GertrudeRiehl, Frl. Mathilda Luesche, Edw. Schroer, John Lauck jr., Peter Hebertz, Frl. Hartmann, Frl. Marie Fahle, Leo Schludecker, Frl. Louise Müller, Frl. Elisabeth Stolz, Anthony Schneider, Frl. Margareth Fahle und AloiS Lauck. Sie wurden sämmtlich mit verdientem Beifall für ihre Leistungen belohnt. Bundes Senator Beveridge ist aufgefordert worden, auf dem am 12. Februar stattfindenden Banquet der Linc.n League die Hauptrede zu halten. Er hat die Einladung ange nommen. Der HartfordBlock", No. 142148 Oft Market Str., ging heute in den Besitz der Security Trust Co. über, welche innerhalb 2 Wochen ihre Geschäfts - Offices in dieses Ge bäude verlegen wird.
Sämmtliche katholische Geistliche
Für das Baseball-Spiel am Sonntag. Pfarrer Joseph Chartrand von der Peter und Paul Cathedrale hat seinen Aeußerungen, welche er kürzlich zu Gunsten des Baseball Spielens am Sonntag machte, noch hinzugefügt, daß die gesammte katholische Geistlichkeit in diesem Falle genau so denkt wie er. Die Kirche ist nicht gegen ein unschuldiges Vergnügen am Sonntag. Der puritanische Sabbath ist kein idealer Sonntag. Für die große Majorität der arbeitenden Bevölkerung ist Sonntag der einzige Feiertag und die katholische Geistlichkeit ist der Ansicht, daß es ein Unrecht wäre, der arbeiten den Bevölkerung am Sonntag nicht zu erlauben, sich eines unschuldigen Vergnügens erfreuen zu können. In ähnlichem Sinne haben sich auch die Pfarrer Duffy, Hülfs-Rector der St. Patricks Kirche und Rev. I. I. McCool Hülfs Rector der St. John's Kirche ausgesprochen. ,, Deutscher Allgemein - Protestantischer Waisenverein. Aus der gestrigen Versammlung. In der gestern Nachmittag abgehal tenen regelmäßigen Versammlung des D. A. P. Waisenvereins wurde nach Erledigung der Routine-Geschäfte über mehrere Gesuche um Aufnahme, bezw. Zurückgabe von Kindern berathen und dann die Erledigung dieser Fragen an versch. Comites verwiesen. Herr Christian Rudolph ließ sich zur Aufnahme in den Verein melden. Präs. Mack machte die Versammlung auf die der Legislatur vorliegende Bill aufmersam, durch welche die vom County an Wohlthätigkeits-Anftalten (aiio auch das Waisenhaus) zu zahlende Beihülfe-Rate von 25 auf 30c erhöht werden soll. Diese Angelegenheit wurde an die Trustees verwiesen, welche zu Gunsten der Bill wirken sollen. Der Teutsche Protestantische Waisenverein in Louisville lud durch ein Schreiben die Mitglieder des D. A. P. Waisenvereins von Indianapolis ein, der am 3. Mai d. I. stattfindenden Finweihungsfeier seiner neuen WaisenHeimath beizuwohnen und durch diesen Besuch einen Herzenswunsch des dortigen Vereins zu erfüllen. Die Versammlung nahm diese Einladung mit Freude entgegen und beschloß, daß der Präsident em Comite ernennen soll, um die Vorbereitungen für diesen Be such zü treffen, der so zahlreich als möglich werden soll. Zum Schlüsse gelangte der Bericht des Waisenvaters, Herrn Henry F. Rö senei, zur Verlesung, dem folgende Angaben entnommen find: Der Gesundheitszustand der Zöglinge des Waisenhauses im Monat Januar war sehr gut; keine Krankheit ist zu verzeichnen. Vorsichtshalber wurden 58 Kinder von Dr. Jacob Bühler geimpft, wofür ihm der Dank des Vereins gebührt. Die anderen Kinder find bereits während der letzten drei Jahre geimpft worden. Am 1. Januar befanden sich 71 Pfleglinge in der Anstalt, einer wurde im Laufe des Monats aufgenommen, drei wurden ihren Anqehörigen zurückgegeben; somit verbleiben am 1. Februar 69 Kinder in der Anftalt, 27 Mädchen und 42 Knaben. Socialiftische-Partei. (Deutscher Zweig,) Der deutsche Zweig der Socialifti-schen-Partei hat beschlossen, am ersten Sonntag im März in seinem Club Local, Otmar '.Keller's Halle, ein Familienfest zu veranstalten. V o r t r a g. Morgen Abend hält Frankttn Went. worth, Redacteur des The Socialist Spirit" von Chicago, in der Machini sten Halle an der Südwest Ecke der Alabama und Washington Str. einen Vortrog über das Thema SocialiS mus und die Zukunft der arbeitenden Classen." Der Eintritt ist frei.
Die Legislatur.
Senat. Kurz nach der Eröffnung der heuti gen Sitzung überreichte Senator Barlow von Plainfield dem Präsidenten Giilbert eine Gabel, welche von Zöglingen der Plainfield Zieformschule hergestellt war. Indem er die Gabel annahm, be nutzte der Lt.-Gouverneur die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, in welcher zufriedenstellenden Weise die Staats. Institutionen im Allgemeinen und die Plainfield-Reformschule im Besonderen verwaltet würden. Mehrere Petitionen, welche gegen die Bill, die das Base-Ball Spiel am Sonntag in Indianapolis erlaubt, gerichtet waren, wurden überreicht. Eine derselben war von der Geistlichkeit ider hiesigen episcopalen Kirchen unter zeichnet. Die Bill, welche eine Commission creirt, welche Barbiere auf ihre Fähigketten zur Ausübung ihres Berufs zu prüfen und Lizensen auszustellen hat, gelangte zur zweiten Lesung. Nachdem ein Amendement des Senators Te Haven, welches bezweckte, daß ein Farbiger der Commission angehören solle, verworfen worden war, wurde die Bill zur Reinschrift beordert. Wagner's Record. Derselbe ist sicherlich nicht beneidenswertb. Daß der angebliche Architect E. D. Wagner alias John Newton etc., der kürzlich in Lafayette wegen einer neuen Checkfälschung verhaftet und in L aPorte zu Zuchthausstrafe verurtheilt wurde, ein ErzSchwindler ist, das ist durch einen Brief des Polizei - Chefs von Rochester, N. erwiesen worden, den gestern Detectiv - Capitän Gerber erhalten hat. .Diesem Schreiben zufolge war Wagner nämlich schon 1893 in Rochester verhaftet worden, weil er die Unterschrift eines anderen Mannes auf einer Note gefälscht hatte, und wegen dieses Verbrechens war er zu 4-jähriger ZuchthausHaft verurtheilt worden. Hier und in anderen Städten, Eincinnati, Louisville etc., hat Wagner bekanntlich wiederholt zahlreiche Personen auf den Leim geführt, und waren einzelne sogar so großmüthig, noch später für ihn einzuspringen und ihn vor gerichtlicher Strafe zu schützen. In unserer Stadt tauchte er auf, als zuerst von dem Neubau des Bundesgebäudes geredet wurde, und er wurde für einen Angestellten der Bundes-Regierung ge galten, da er fortwährend mit einer Rolle von Bauplänen unter' rn Arme umherlief, immer vom neuen BundesGebäude fachsimpelte und eine gar.fertige Zunge hatte. Unter den hiesigen Contractoren fand er darum auch seine meisten Opfer. tat Turnier im Männerchor. Ein recht gemüthliches Skat-Turnier versammelte gestern Nachmittag die Skatspieler in ver Männerchorhslle. Wunderhübsche Preise waren ange schafft worden und der Wettbewerb um dieselben war ein höchst reger. Nach dem Spiel wurde ein vortrefflicher Im biß, den Herr Happersberger einem jeden zu Geschmack bereitete, einge nommen. Die Sieger im Turnier waren: 1. Preis John Rauch. 2. John Bertermann. 3. Fred. Bachmann. 4. Ch. Kottemann. 5. jj Oskar Frenzel. 6. Julius Keller. 7. Paul Krauß. 3. m Jac. Biehler. Damen'Berein des Sociale Turnvereins. Der Damen'Berein des Socialen Turnvereins erledigte in seiner gestrigen regelmäßigen Versammlung keine Geschäfte, weche das öffentliche Interesse erheischen.
Nachrichten aus Jndiana.
Sensation in G es e l l s ch a f tskreisen. A n d e r s o n. Nicht geringes Auf. sehen hat hier in Gesellschaftskreisen die Scheidungsklage hervorgerufen, welche Frau Elise Hunt gegen ihren Gatten Dr. M. V. Hunt eingereicht hat. Sie sagt, daß er seit Wochen, wenn er mit ihr gesprochen hatte, nur beleidigende Worte für sie hatte. Sie verlangt $15,000 Alimente. Ein Milchmann überfahren und g e t ö d t e t. T e r r e Haute. Der Milcherei. Besitzer John Hessinger befand sich auf der Fahrt nach seiner an der Ft. Harri son Road belegenen Farm, als in der Nähe derselben der New York & St. Louis Eilzug gegen den Wagen rannte. Hessinger wurde auf der Stelle ge tödtet. Ein Redacteur ange griffen. Ft. W a y n e. Anselm Fuelber, Redacteur der Staats.Ztg. wurde in einem Restaurant von G. Max Hofmann, Superintendent der Ft. Wayne Gas-Gesellschaft in thätlicher Weise an gegriffen. Fuelber, welcher schon seit längerer Zeit gegen die Gas-Gesell-schaft geschrieben hatte, veröffentlichte am Freitag einen Artikel, in welcher Hofmann persönlich angegriffen wurde. Gege n Richter Rasch. E v a n s v i l l e. Eine starke Dele gation hiesiger Rechtsanwälte hat sich nach Indianapolis begeben, um dafür zu arbeiten, daß ein Jmpeachment-Ver fahren gegen Richter Rasch eingeleitet werde. Verbrannt. S outh Bend. Faau Elise Brockway, 65 Jahre alt. kam mit ihren Kleidern dem Kamin. Feuer zu nahe. Im Nu standen dieselben in lichten Flammen. Ehe ihr noch Hülfe zu Theil werden konnte, hatte sie derartige Brandwunden erlitten, daß sie densel ben erlag. E i n 80j jähr. Schwindler. I e f f e r s o n v i l l e. C. Henry Walford wurde gestern der Anklage des Erlangens von Geld unter falschen Vorspielungen von Frau Martha Briscoe dem Mayor vorgeführt und unter $100 Bürgschaft für den Prozeß im Kreisgericht festgehalten. Frau Briscoe erzählte, wie Wolford zu ihr kam und erklärte, er könne durch einen Lobbyisten" zu kleinem Preise eine Pensionsbill für sie durch den Congreß bringen. Schließlich gab ihm die Frau alles Geld, das sie hatte, $6.50. Etliche Tage darauf kam Wol ford zurück und erhielt weitere S5. Als er aber nochmals $8 haben wollte, wurde die Frau stutzig und erzählte die Geschichte dem Patrolmon Chas. Anderson, der den Mann sofort festnahm. Wolford hatte auch behauptet, er habe durch das Lang Distance"--Telephon mit dem betreffenden Lobbyisten ge sprochen, und theilte der-Frau das an gebliche Gespräch mir. Wolford ist fast .achtzig Jahre alt und schwächlich dazu. Er hat in verschiedenen Städten des Staates zahlreiche Frauen in ahn licher Weise beschwindelt. Maskenball in Hanghville. Der A. B. K r a n k e nU n t e r st. Verein" hält heute Abend, 2. Febr., in Baift'S Halle einen großen Masken Ball ab, der sicherlich ein sociales Ereigrnß für Haughville werden wird. Die Vorbereitungen liegen in bewähr ten Händen. E i n K u ßR e g l e m e n t. St. Paul, 2. Febr. In der Staats.Legislatur ist eine Bill einge bracht worden, welche den Bewohnern beiderlei Geschlechts das Küsten unter sagt, es sei denn, sie weisen ärztlich nach, daß sie frei von ansteckenden Krankheiten seien. Auch Personen, welche einen schwachen Herzmuskel haben, sollen dem Küsten entsagen. In ebertretungsfällen ist die Strafe auf 81 bis $5 angesetzt.
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