Indiana Tribüne, Volume 26, Number 137, Indianapolis, Marion County, 31 January 1903 — Page 7

Indien Jtvtbunt, 8 ?anuar 1903.

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I Anheim. . ?milimromn van Hector Malot. i-i i : 'i 1 (Fortsetzung.) Es ist schon sehr lange her, daß sein Gesicht abnahm, man gab aber nicht Acht darauf weil man dachte, es wäre eben nur der Kummer wegen der AbWesenheit seines Sohnes. Seine Gesundhcit, die anfangs so gut war, wurde schlecht: er litt häufig an Brustentzündungen, und es blieb ein Husten zurück; und plötzlich eines Tages konnte er nicht mehr sehen, konnte weder lesen noch allein seinen Weg finden. Denke Tir diese Beunruhigung für das Land! Welch ein Unglück wäre es, sagte man, wenn er die Fabriken verkaufen oder weggeben müßte! Aber nief von alle;! im geschah. Er hat gar nichts veräußert oder hergegeben, er hat weiter gearbeitet, als ob er noch seine gefunden Augen hätte. Die Leute, die auf seine Hinfälligkeit gerechnet hatten, um selbst die Herren zu spielen wurden in ihre Schranken zurückgewiesen: es waren" sie sprach es mit gedämpfter Stimme es waren die Neffen und Herr Talouel, der Direktor." Zenobia rief von der Schwelle aus: Nofalie. willst Tu gleich hereinkommen, örzfaulenzerin?" Ich bin gleich mit Essen fertig." Flink, es sind Leute zu bedienen!" Da muß ich Dich verlassen." sagte das Mädchen zu Perrine. Genieren Sie sich nicht meinethalben," war die Antwort. Also heute Abend!" Und mit langsamen, widerwilligen Schritten wandte sich Rosalie dem Hause zu. ' 13. Kapitel. mach Rosaliens Weggang wäre Perrine gerne noch an den: ks Tische sitzen geblieben, als ob sie hierher gehörte. Aber das war's gerades sie hatte kein Recht, da zu sitzen, denn dieser Hof war. den Herrn Angestellten, die im Hause wohnten, vorbehalten, die Arbeiter hatten nur Anspruch auf den kleinen Hof dort drüben, wo es weder Bank noch Stuhl noch Tisch gab. Sie verließ deshalb das trauliche Plätzchen und schlenderte aus'Z Gerathewohl durch die Straßen, die vor ihr lagen. Aber so langsam sie auch hinspazierte, war sie doch bald im ganzen Dorfe herumgekommen, und da sie sich von neugierigen Blicken verfolgt fühlte, die sie abhielten, da oder dort, wo es ihr gerade gefiel, stehen zu bleiben, wagte sie auch Nicht, auf dem gleichen Wege zurückzukehren, oder immer wieder im Kreise herumzulaufen. Aber auf einer Anhöhe, den Fabriken gegenüber, hatte sie ein Gehölz bemerkt, dessen grüne Masse sich vom Himmel abhob; dort mochrc sie vielleicht ein einsames Oertchen finden, wo sie sich an diesem ar beiisfreien Sonntage niedersetzen könnte, ohne von Jemand bemerkt zu werden. Und wirklich war es dort auch so einsam, wie sie gehofft hatte, und ebenso stlll und menschenleer waren die anliegerben Felder. So konnte sie sich am Aaldsaume ohne Sorge auf das Moos ausstrecken und sah hier das Thal vor sich und das ganze Dorf, das in der Mitte lag. Obgleich ihr nun dieses Dorf durch die Erzählungen ihres Vatcrs recht gut bekannt war, war sie doch in dem Labyrmthe der gewundenen Gassen ein wenig irre geworden; doch jetzt, wo sie es von oben übersah, fand sie es wieder ganz so, wie sie es sich vorgestellt hatte, als sie mit ihrer Mutter auf ihren weiten Wanderungen davon sprach, und wie es ihr oftmals in den Fiederträumen des Hungers als ein Land der Verheißung vorgeschwebt hatte, wo sie sich dann immer verzweif lungsvoller fragte, ob sie wohl dies Ziel jemals erreichen würde. Und nun hatte sie es erreicht, nun lag es ausgebreitet vor ihren Augen! Mit dem Finger konnte sie auf jede Straße, jedes Haus an seinem rechten Platze hinzeigen. Welche Freude! Es war wirklich und wahrhaftig diefes Maraucourt, dessen Namen sie so oft mit Herzklopfen ausgesprochen hatte, ja sie hatle den Namen seit ihrer Ankunft in Frankreich allenthalben auf den Planen vorüberfahrender oder in den GüterbahnHöfen stehender Frachtwagen gesucht, als müßte sie ihn mit Augen sehen,' um daran zu glauben: es war jevt kein Land der Träume mehr, kein nebelhafles Luftgebilde, sondern volle, greifbare Wirtlichkeit. .Gerade vor ihr. auf der anderen Seite des Dorfes, an dem AbHange, der ihrem Ruheplatze gegenüberlag, erhoben sich die Fabrikgebäude, deren Entstehungsgeschichte sie an der Farbe ihrer Dächer verfolgen konnte, ais ob sie ihr von einem Bewohner der Gegend erzählt würde. Jnl Mittelpunkte und am Ufer des Flusses lag ein alter geschwärzter Ziegelbau mit einem hohen, schmächtigen, vom Seewind, Regen und Rauch arg mitgenommenen Kamin an der Syte: es war die alte, lange Zeit außer Gebrauch gewesene Garnspinnerei, die vor fünfunddreitzig Jahren der kleine Leinwandfabrikant Vnlfran Paindavoine

gemiethet hatte, um sich drauf zu ruiniren," wie die gescheiten Kopfe der Umgegend mit Geringschätzung und Verachtung dieser 'Tollheit" sagten. Aber anstatt des Ruins war der Erfolg eingekehrt, ganz bcsckciden zuerst. Sou auf Sou, doch bald Millionen auf Millionen. Rasch waren unter dieier Gluckhenne die Jungen ausgeimlüpst: die ältesten schlecht gebaut, schlecht gekleidet, unansehnlich wie ihre Mutter, so wie es häufig denen geht, die aus der Armuth entsprossen sind. Dagegen zeigten sich die späteren, besonders die jüngsten, prächtig, stark, stärker als nöthig, in schmuckem, buntem Gewände, das nicht mehr an das elende Mauerwerk aus Mörtel und Lehm ihrer vor

der Zeit alt gewordenen Geschwister erxnnnk, vielmehr mit seiner (iienlonstruktivn, feinen aus rosa und weih glasirtcn Backsteinen aufgeführten Fassaden der aufreibenden Arbeit von Jahrzehnten zu trotzen schien. Wahrend iich die zuerst entstandenen o?e bäude in einem knapp zugemessenen sTCutmo um hie .-tio Jt.-'hrtf aitfnmmPTt; tlllliMll UtU VW llt.V f , v v . " drängten. Hatten sich die neuen breit über die benachbarten Wiesen Hingelagert und waren unteremander durch Schienengeleise, Tnebwellen und elek irische Leitungen verbunden, die den aanien abrikbeürk mit einem ungeHeuren Drahtnetz überspannten. Lanae 3eit ruhte Perrmes na auf dem Labyrinthe dieser Anlagen, streifte von den machtigen, Hoden und brenen Kaminen zu den Blitzableitern, die sich mit ihren stacheligen Slaven uver die Dächer hinzogen, zu den elektrischen Stangen, zu den Eisenbahnwagen, den Kohlenlagern, und sie versuchte, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie erst der Anblick dieser kleinen, jetzt so leblosen Stadt sein muffe, wenn es überall glühte, rauchte, rannte, rollte, schnaubte, wenn sich das furch:dare Brau en und Dröhnen, das sie nach ihrem Aufbruch von Paris in der Ebene von SamtDenis gehört hatte, hier wiederholte.Wanderten dann ihre Augen zum Dorfe hinab, so sah sie, daß es dieselbe Entwicklung durchgemacht hatte, wie die Fabriken. Die alten Dächer, von blühendem edum, das ihnen goldene Kappen aufietzte, überwuchert, drängten sich um die Kirckie her; die neuen, die noch von den erst kürzlich aus dem Ofen gekommenen Ziegeln ihre- rothe Farbe behalten hatten, fanden sich im zri zwischen den Wiesen und Bäumen längs dem Flusse hin zerstreut; aber im Gegensatz zu dem Aussehen der Fabrikttebäude machten hier die alten Häuser mit ihrem soliden Aettkcrn einen anten Eindruck, während die neuen ärmlich erschienen, wie wenn die Lqnm.ik, die früher das BauerndorfMarancourt inne gehabt hatten, bei,, er gewohnt hatten als die ieniaen Industriearbeiter. . Unter diesen alten Häusern zeichnete sich emes vor den anderen durch seine Stattlichkeit aus und unterschied sich überdies von ihnen durch den von großen Bäumen beschatteten Garten, der es umgab und sich in zwei mit Spalieren bepflanzten Terrasien bU zum Flusse hinabzoa, wo er an emen Waschplatz stietz. Dieses Haus erkannte Perrine soaleich: Herr Bulfran hatte es bewohnt, als er in Maraucourt sein Geschait gründete, und es erst verianen, als er in sein Sckloü einzog. Wie viele Stunden hatte ihr Vater, als Kind, an diesem Wasserplatze an teu Waschtagen zugebracht! Hier hatte er, wie er sich erinnerte, von den schwatzenden Waicherinnen lange Erzählungen der Sagen des Landes mtt angehört, du er ihr, seinem Tochtercben. spater wiederholte, zum Beispiel von der Fcc der Torfmoore, vom Untergang der Engländer im Moor, und so manche andere Saae. die ihr im Gedächtnis; geblieben war, als ob sie sie erst gestern gebort hätte. Die Sonne vertrieb sie jetzt von ihrem guten Plätzchen, aber sie hatte nur wenige Schritte zu machen, um eine andere schattige Stelle zu finden, die der vorigen nicht nachstand, wo das Gras ebenso weich und duftend, die Aussicht auf das Dorf und das ganze Thal ebenso schön war, und so vcrweilte sie hier mit großem Behagen, bis zum Abend. Uebrigens war sie nicht etwa sorgl los genug, sich ganz der Süßigkeit bic ser Ruhestunden hinzugeben und sie: einzubilden, daß die Zeit der Prüfun aen schon überstanden sei. Waren ifr auch Arbeit, Brod und Nachtlager zugesichert, so hatte, sie damit noch lang nicht alles erreicht, ja was ihr noch zu erstreben blieb, um die Hoffnungen ibret Mutter zu erfüllen, erschien ihr so schwierig, daß sie nur mit Zittern daran denken konnte; aber immerhin war es ein so großer Gewinn, sich in diesem Maraucourt zu befinden, nachdem ihr so viel herbes Mißgeschick schon alle Zuversicht aus) ein Gelingen geraubt hatte, daß sie sich qelobte. tavfer roener zu kämpfen, wie iance dte Zen des Wartens auch dauern möge. Es schien Perrine vernünftig, sich über ihr Verhalten in dem riefen Leben, das von morgen an für sie beginnen sollte, einen Plan zu machen, im VorauOzu bestimmen, was sie zu thun und zu lassen, zu sagen und zu verschweigen hätte; aber da stellte sich ihr die Schwierigkeit vor Augen, daß sie mit den Aufgaben, die nun an sie herantraten, völlig unbekannt war, und sie begriff bald, daß die Ausführung des guten Vorsatzes ihre Kräfte weit überstieg. Ja. wenn es ihrer Mutter vergönnt gewesen wäre, nach Maraucourt zu kommen, diese hätte ohne Zweifel das Richtige zu treffen gewußt; aber sie selbst hatte ja keine Erfahrung, leine Einsicht, hatte weder die Klugkxit noch die Seiubeit. noch sonst .eins

der praktischen Eigenschaften dieser guten Mutter, sie war ja nur ein Kind, ohne eine liebe Hand, die sie leitete, ohne Stütze, obnc Rath. Dieser Gedanke und mehr noch die Heraufbeschwörung ihrer geliebten Mutter trieben ihr einen Strom von hränen in die Augen; ach. da überlieft sie sich nun ganz ihrem Schmerz und wiederholte die Worte, die sie sich feit dem Verlassen des riedhofs fchon unzählige Male vorgesagt hatte, als ob eine magische Kraft, sie zu retten, darin läge: Mama! liebe Mama! Und hatten diese hebenden Worte sie ntcht lo oft jchon getröstet, gestärkt, erhoben, wenn sie in der Hilflosigkeit der Ermattung, der Verzweiflung darnrederlag? Hätte sie den Kampf bis zum Aeußersten" durchfechten können, wenn sie sich nicht die letzten Worte der Sterbenden immer wieder vorgesagt hätte: Ich sehe Dich ja, ich sehe Dich glücknch"? War sie nicht davon überzeugt, daß die Seelen der Abscheidenden, die schon zwischen der Erde und dem Himmel schweben, Geheimnisse wissen, die den Lebenden verschlossen bleiben? Diese Krisis war für Perrrne, an statt sie zu schwächen, vielmehr wohlthätig: neue Hoffnung drang in ihr Herz ein, ja in ihrem hochgespannten Vertrauen war es ihr, als ob der laue Wind, der von Zeit zu Zeit in der sanften Abendluft webte, zärtliche Liebkosungen ihrer Mutter auf ihre benetzten Wangen trüge, als ob er ihr ihre letzten Worte zuflüsterte: Ich sehe Dich glucklich." Und warum sollte das Nicht möglich sein? Warum sollte ihr die Mutter in diesem Augenblick nicht nahe sein über sie gebeugt als ihr Schutzengel? Dann fühlte sie den Drang eine Gedankenaustausches mit der Mutter, sie wollte sie bitten, ihr die Prophezeiung, mit der sie ihr damals in Paris die Zukunft eröffnet hatte, zu wiederholen. Aber so hoch sie auch gestimmt war, bildete sie sich doch nicht ein, mit ihrer Mutter in alltäglichen Worten sprechen zu können, wie mit einer Lebenden, ebenso wenig als ste annahm, ihr würde in solchen Worten eine Antwort zu theil werden die Schatten haben ja keine Sprache toie die Lebenden, und doch theilen sie sich, unzweifelhaft, denen mit, die für ihre geheimnißvolle Sprache ein Verständniß haben. Lange blieb sie in ihre träumerischen Gedanken versunken und grübelte über jenes räthselhafte Unbekannte, das ste anzog und zugleich bis zur Vethörung verwirrte; endlich hefteten sich ihre Augen wie von selbst auf eine Gruppe großer Margarethenblumen, deren weiße Sterne aus dem Grase am Waldrande, wo sie saß, hervorleuchteten. Rasch erhob sie sich und pflückte einige von den Blumen mit geschlossenen Augen, um nicht zu wählen. Mit dem Strauße kehrte sie auf ihren Platz zurück und setzte sich in einer ganz andächtigen Stimmung nieder. Dann, mit einer Hand, die vor Aufregung zitterte, fing sie an. eine der Vlumenkronen zu entblättern, und sprach dazu: Es glückt mir: ein wenig halb ganz gar nicht; es glückt mir: ein wenighalb ganz gar nicht." Und so fort, gewissenhaft abgezupft, bis nur noch ein paar Blättchen übrig r waren. Wie viele? Sie mochte sie nicht zäh len, denn die 'Aafy wäre Antwort ge Wesen; aber rasch, obwohl mit bangem Herzklopfen, zählte sie die letzten Blätter ab: Es gluckt mir: em wmghalb ganz!" Zu gleicher Zeit strich ein lauer Lufthauch durch ihr Haar und über ihre Lippen: die Antwort ihrer Mutter, in einem Kusse, dem zärtlichsten, den sie lhr je gegeben haue! 14. Kapitel. ndlich entschloß sich Perrine, ihren Ruheplatz zu verlassen. Die Nocht brach herein, und in dem engen Thale, wie auch entfernter in dem der Somme, stiegen weiße Nebel auf, die lose um die undeutlich sichtbaren Gipfel der großen Bäume schwebten; Kerzenlicht, hinter den Fensterscheiben der Häuser angezündet, schimmerte da und dort durch die Dunkelheit, und verworrenes Getöse, mit Strophen von Liedern untermischt, tönte durch die ruhige Luft. Sie fühlte sich tapfer genug, daß ihr nicht bange davor war, sich in einem Walde oder auf der Landstraße zu verspäten; aber wozu auch? Sie besaß ja jetzt, was ihr so schmerzlich gemangelt hatte: ein Obdach und ein Bett, und um am nächsten Morgen zeitig zur Arbeit gehen zu können, war es das Beste, zeitig zu Bette zu gehen. Als sie in das Dorf eintrat, bemerkte sie, daß das Getöse und das Singen, das sie gehört hatte, aus den Wirthschaffen kam. wo die Trinker noch ebenio zahlreich um die Ttlche herumsaßen, wie bei ihrer Ankunft, und wo aus den offen stehenden Thüren Düfte von Kaffee, heißem Branntwein und Tabak herausströmten, die die ganze Straße erfüllten, als wäre diese selbst eine großmächkige Schänke. Und derlei Wirthschaften reihten sich eine an die andere, ohne Unterbrechung, manchmal Thür an Thür, so daß unter drei Häufern immer wenigstens eines war, worin geistige Getränke ausgeschänkt wurden. Auf ihren Reisen entlang der großen Fahrstraßen aller Länder war sie wohl an mancher Gesellschaft von trinkenden Männern vorübergekommen, aber noch nirgends hatte sie einen solchen Lärm von gellenden Stimmen gehört, wie er aus diesen niedrigen Trinkhallen verworren berausklana.

Als sie jetzt in den Hos der Mutter

rancotse kam, bemerkte sie an dem Tische, an dem sie ihn schon einmal sitzen gesehen, Herrn Bendit, der noch immer eifrig las. Ein Licht, das zum Schutze der Flamme mit einer Zeitung umgeben war, stand auf dem Tische vor ihm, während Nachtschmetterlinge und Motten das Licht umflatterten, ohne daß ihn das im Geringsten in seiner Lektüre gestört hätte. Als aber Perrine an ihm vorüberging, hob er doch den Kopf und erkannte sie, und nun richtete er, um in seiner gelieb'en Muttersprache reden zu können, das W?rt an sie : A good night's rest to you. " vorauf sie antwortete: Good evening, Sir." Wo bist Du gewesen?" fuhr er auf Englisch fort. Ich bin im Walde spazieren gegangen," erwiderte sie in derselben Sprache. i2anz aueni Ganz allein, ich kenne Niemand in Maraucourt." Warum bist Du denn nicht lieber hier geblieben und hast gelesen? Es gibt nichts Besseres an Sonntagen als das Lesen." Ich habe keine Bücher," sagte sie. Bist Du katholisch?" Ja. mein Herr." Ich werde Dir dennoch einige leihen: farewell!'' Good bye, Sir Auf der Schwelle des Hauses, an den Thürpfosten gelehnt, saß Rosalie und ruhte in der Abendkühle aus. Möchtest Du schon schlafen gehen?" fragte sie Perrine. Ja. gerne." Ich werde Dich begleiten, aber vorher mußt Du mit der Mutter Francoise sprechen; komm mit mir in den Laden." Das Geschäft war schon vorher zwisähen der Großmutter und ihrer Enkelin abgemacht und wurde nun durch die Bezahlung der achtundzwanzig Sous vollends schnell erledigt. Perrine zählte das Geld auf den Ladentisch hin und hatte noch zwei Sous für die wöchentlichen Beleuchtungskosten zuzulegen. So hast Du also vor, Dich bei uns niederzulassen, meine Kleine?" fragte Mutter Francoise mit einem freundlichen und wohlwollenden Gesicht. Wenn's möglich ist." Freilich ist's möglich, wenn Du brav arbeiten willst." Ich verlange nichts weiter." Nun, dann wird's schon gehen! Du wirft nicht immer blos fünfzig Centimes bekommen, Du wirst es bald auf einen Franc bringen, kannst sogar bis aus zwei steigen, und später, da heirathest Du einen tüchtigen Arbeiter, der seine drei Francs verdient, das macht zusammen hundert Sous den Tag; damit ist man reich das heißt, wenn man nicht trinkt; nur das nicht, nur das Trinken nicht anfangen! Es ist eine große Wohlthat, daß Herr Bulfran dem Lande diese Arbeitsquelle eröffnet hat; wir haben ja wohl Grund und Boden, aber nicht so viel, daß alle, die essen wollen, davon ernährt werden könnten." Während die alte Amme diese Belehrung mit der Wichtigkeit und dem Selbstgefühl einer Frau, die gewohnt ist. daß man ihren Worten Beachtung schenkt, an Perrine hinredete, holte Rosalie einen Pack Weißzeug aus einer Schublade hervor. Perrine folgte ihr, immer dabei zuhörend, mit den Augen und sah, daß die für sie bestimmten Tücher aus grober, gelblicher Packleinwand waren. Aber seit langer Zeit hatte sie nicht mehr in einem Bette mit Ueberzügen geschlafen, darum schätzte sie sich schon glucklich, diese hier zu bekommen, so rauh sie auch fein mochten Sich ausziehen zum Schlafen! Frau Hasenbluse gestattete sich auf ihren Reisen memals den Luxus eines Bettes, es war ihr auch gar nicht eingefallen, ihrem Schützling diese Bequemlichkeit anzubieten, und lange vor Perrines Ankunft in Paris hatten die Betttücher, die es in der Räderbude gab, ausgenommen die der kranken Frau, verkauft werden müssen, oder waren sie völlig verbraucht worden. Perrine nahm die Hälfte des Packs an sich und ging mit Rosalie über den Hof, wo eine Anzahl Arbeiter, wenigstens ihrer zwanzig, Männer, Frauen und Kinder, auf Holzbeigen oder Steinblocken saßen und noch eine Weile vor Schlafengehen rauchten, schwatzten, spielten. Wie konnten denn alle diese Leute in dem kleinen alten Hause Platz zum Uebernachten finden? fragte sich Perrine. Der Anblick ihrer Kammer, nachdem Rosalie das kleine Licht, das hinter einem Drahtgitter stand, angezündet hatte, beantwortete ihre Frage. In einem Raume, sechs Meter lang und ungefähr drei Meter breit, standen längs den Brettervorschlägen sechs Betten, und der Gang, der dazwischen übrig blieb, war höchstens ein Meter breit. Es mußten hier also sechs Personen die Nacht zubringen, wo kaum für zwei Platz genug vorhanden war, und da das dem Eingange gegenüber in der Mauer angebrachte kleine Fenster geschlössen war, kam einem schon an der Thür ein scharfriechender Dunst entgegen, der Perrine den Athem benahm. Aber sie erlaubte sich keine Bemerkung darüber, und als Rosalie mit Lachen sagte: Das kommt Dir wohl ein bischen ärmlich vor?' da antwortete sie nur: Em bischen." Ja. weißt- Du." sagte Rosalie wieder. vier Sous sind auch keine hundert Sous." Natürlich." versetzte Perrine. Uebrigens war diese allzutleine Kam-

Der Grippe specifisches Heilmittel.

Die Grippe tritt mietet epidemisch aus. Ave Aerzte wissen, daß sich dieselbe in Folge von ?r kältungen entwickelt. Sie greift ftetS die schwa chen Punkte deS menschlichen Systems an, darin HtQt eben das gefährliche dieser Krankheit. Sy.AususiMaemK'K Hamburger Vrujlthce

ff mit sokch grossem ?rfolg gegen dieses schmerzhafte Leiden angewandt worden, daK viele Ver,te dessen Werth schäsen und denselben häufig ver, schreiben. Fr wärmt das 3ut, beruhigt die erven. lindert den Reiz, ftarkt das ganze System und beseitigt dadurch die Sxenkhei. Skoti, ! Nur in Original.Packeten verkaust, und der echte he. die Unterschrift von Dr. 'August König auf jedem Umschlage. Er ird niemals los verkauft.

mcT immer noch eine veiiere Herverge als die Landstraße oder der Wald, und Perrine dachte: da Du die schlechte Luft in Pfefferkorns Baracke ausgehalten hast, wirft Du sicher auch diese aushalten können. Sieh, das ist Dein Bett." sagte Rosalie. indem sie ihr das dem Fenster zunächst stehende anwies. Aber was Rosalie ein Bett nannte, war nur ein Strohsack auf vier Pfosten, die durch zwei Längs- und zwei Querlatten zusammengehalten wurden; em kleiner Sack diente als Kopfkissen. Weißt Du, die Füllung mit Farnkraut ist frisch." sagte Rosalie; man läßt niemals einen neuen Miether auf dem alten Farnkraut schlafen: das würde sich nicht schicken, obgleich man erzählen hört, daß einem in den richtigen Hotels dergleichen zugemuthet wird." (Fortsetzung folgt,) Als feinste Wage der Welt darf die kürzlich von Professor Salvioni in Italien konstruirte gelten. Sie wiegt ein geringes Gewicht mit einer Genauigkeit von 1.10000 Milligramm, das heißt ein zehnmilliontel Gramm. Ihr Prinzip ist höchst einfach. Sie besteht aus einem sehr dünnen Glasfaden, der, an einem Ende festgeklemmt, horizontal ausgestreckt ist, und am anderen Ende den zu wägenden Körper trägt. Dieses biegt das Ende des Fadens nach unten, und aus der Verschiebung läßt sich das Gewicht berechnen. Mit dieser Wage ist es Salvioni geglückt, die bisher wohl vermuthete, aber nicht meßbare Thatsache festzustellen, daß ein duftender Stoff, wie Moschus, mit der Zeit an Gewicht verliert. Die Familie Humvcrt im Gefäng ntfe. Wie aus Paris gemeldet wird, bat sieb Fr6d6ric Humbert nun doch entschlössen, einen Anwalt anzunehmen, Maitre Henri Robert, der für ihn selbst von seiner Mutter und für Emile Daurignac von dessen Gattin empfohlen worden war. Wahrscheinlich wird nun Mr. Andr6 Hesse dem älteren Daurignac zur Seite stehen- Der jüngere Romain besinnt sich immer noch, wem er sein Vertrauen schenken soll; nur seine Schwester Therese weigert sich noch immer beharrlich, den Schein auf sich zu laden, als bedürfte sie eines Vertheidigers. Die hellen der zwei Frauen und drei Männer und deren Umgebung werden so scharf bewacht, als handele es sich um gefährliche Staatsgefangene, die nur auf Fluchtversuche sinnen. Die Versicherung der Geschwister Therese und Romam, sie seien in Madrid geblieben, um sich zum Prozesse freiwillicr zu stellen, findet im Iustizpalaste keinen Glauben. Die Behandlung, die den Gefangenen zu Theil wird, und die Sorgfalt, mit der man sie den Augen Neugieriger auf ihren Gängen zum Untersuchungsrichter zu entziehen sucht, werden von den Gegnern der Regierung als eine neue Vergünstigung und diese als ein Beweis gedeutet, daß die Machthaber sich vor Frau Humbert und ihrem Bruder Romain fürchten. Zu dem geheizten Waggon ersterKlasse, der die Familie an der spanischen Grenze abholte, zu dem Arzt und der Krankenwärterin, die sie auf der Fahrt bereiteten, kommt jetzt noch hinzu, daß die Humbert und Daurignac nicht, wie dies sonst üblich ist, der anthropomeirischen Messung unterzogen wurden, welche auch ihr Generalintendant Paravre sich vor einigen Tagen gefallen lassen mußte, und daß der Gaulois" berichtet es Frau Humbert, die den Boden ihrer Zelle zu feucht fand, auf ihr Verlangen einen Teppich erhielt, einen Smyrnaieppich, den der Untersuchungsrichter für sie bestellte und mit 900 Francs bezahlte." Wahrscheinlich werden die 900 Francs auf einen viel geringeren Betrag zusammenschmelzen; aber wenn der erst m Untersuchungshaft sitzenden Frau eine Bettvorlage bewilligt wurde, fo ist das noch kein Frevel gegen di? heilige ..Gleichheit". Man sollte sich eher darüber wundern, daß den Gefangenen Zellen angewiesen wurden, deren Boden unter dem Niveau der nahe vorbeifließenden Seine liegt, weiß man doch, daß in jener Gegend die Erdgeschosse, die nach Norden gehen, von Feuchtigkeit so heimgesucht sind, daß zum Beispiel im Institut deFrance die Tädeten an den Wänden faulen, und Niemand die Prunkgemächer des Palais Ma?.arin bewohnen will.

Feuer - Signale. i Pennshl und Startet 5 English' Overn-Haut 6 East und Re York 7 Noble und Michigan S N. Jersey u. Maff Ave S Pine und Norch 10 Wavket und Pine 11 Vermont nahe East 12 Ro.. 8 Spritzenhaus Waff. ve nahe Noble !S DeÄvare und Walnut ll N. Jersey uEentral A. 15 Maff. und orneL Av Ash und II. Straße .7 Park IU und 12 Str .3 Columbia undHillflde 19 Higbland Ave u. Patt ll Illinois und St. Io 23 Pennshlv. und PraU 24 Mendian und 11. Str 25 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe Illinois öS Senate Ave u. StElair 27 Illinois und Michigan 2? Pesylvania und 14. 29 Senate Ave. und 13. 31 No. 1 SpritznhauS JndÄvenaheRichigan 32 Meridian und Walnut 24 California u smnt 35 Blake nd New Fort 3 )d. Av. u. St, Elair 37 Eity Hospital 38 Blake und Norttz 39 Mchlgan und Agnes 41 No. S Spritzenhaus Washington nahe West 42 Gsendorf u Wash. 43 Missouri u New Kort 45 Meridian u Wash 46 Jllinoi und Ohw 47 Capitol v. u Wash 48 Kmgan'S PorkhauS 4 Straßenbahn Stöll W. Washington Str 51 Ro. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 JllinotS u Louisiana 53 Wrfl und Couch 54 West und McCarch 5 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Rav 5 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Vor. 59 Madison Av. u Dunlop N No 2 Haken LeiterhauS South nah, Delawar 2 Penn, u Merrill 83 Delaware u. McCarch 4 aft und VcCsrch 5 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradsha es East und Profpect 9 Bicking und High 71 Na. 11 Spritzenhaus ir Lo. n6c Huron 72 East und Georgia 73 Cedar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 Snglifh Av. Pine 76 Shelby und BateS 7? No. 3 EpritzenhauS Prospekt nahe Shelby 79 Fletcher Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Dork u. Davidsor 85 Taubstummen Anstalt 96 Ber. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Resormat. 91 No. 13 Spritzenhaus Maryland c Mer. 92 Meridian u. Gcraia. 93 Meridian und Souch 4 Pennshlv u. Louisiana 95 Birini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohis .23 Ro. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 Landes nd 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave nd 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellesontaine un. 134 College Ave und 2. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Norch 137 Rewmann und 19. 138 College Ave und 14. 13? Cornell Ave und 15. 141 Dandes und 1L. 142 Higbland Ave und lk. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Part Ave und 2. 15? L E u. W Bahn u. 22. l4 Ramsey Ave nd 10. 156 Stoughton u Rewman 157 Atlas und Pike. 15 Bloyd und Patryaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood M Arten, iuü Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. cvstone 167 Arsenal ve und 23. 168 Bellesontaine und 2s. 169 Part Ave und 10. 21S ttaul Ave und IT. 213 Pennshlv. u. Vichiga 14 Illinois und 2. 215 Senate Ave und V. 16 Pennsvlvania und 22, 217 Meridian nd 16. 218 Capital Av und 26. , 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLean 234 No. 14 Srritzenhaus Kenwood und 36. 235 JllinoiS und 33. 6 nnetta und so. 237 No. 9. Spritzenhzus HKIl und Raer 238 vdell Ladder Worts 239 Jabel und 27. 241 MendiTi und 24. 242' Illinois u Et. a!k 243 Eldridg nd 23. 12 West uud Walnut 513 West '.nd 12. 314 Howard nd 16. 15 Dorbet nd Paca 16 Capital Ave und 1. 17 Northwestern Ave 2 18 Gent und 18. 1 Canal und 10. 324 Cerealine Wor 24 Vermont und Lvn 25 Bisma,k u l?randvie 26 No. 2 Spritzenhaus Haugbmlle. 27 Michigan u. Helmei, 28 Michigan u. Concord 41 West und McJntyn 412 Miffourt u. Marvlanl 413 Missouri und Ohio 415 Cavital Avc u Scorgio 4,1 Missouri u ÄcntutfvA 417 Senate Ave n. Wasp. 421 P und E Rm0''ttt W. Washington. 42 Jrren-HospitoK 424 Mi.ev?!re u. I D2 425 Wash. und Harri 42 Ro. 18 SpNtzkNhavt W. Washington 427 Olwer und Birch 428 Oliver und Osgood 429 Rordyke und York 431 Hadley Av u. MorriS 432 River Ave u. VorriZ S4 River Ave und Ra 435 Harding . Big 4 R L 43 Harding und Oliva 437 Ro. IS Spritzenh,? Morris und Hardina 90 oekychs 451 Reisn und Brfer 452 Howard nd ktt 455 Storni und av? 456 Lamdatt nd Beuten, 457 Sordylc Äse u. War atOK Worts 51 West d Ray 513 Kcntucky Sve u. err 514 Meridian nd Morcht 516 Jlkino nd ansas 517 orris und Dakota 515 MorriS und Church 51 kapital A. u MrEarttz 521 Meridian nd Pal 523 Pine unk' Lord 524 Madikor Ave u kincol 26 Meridian und Velt RA 527 Carlos und Ray 528 Meridian und Arizona 529 Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McCarch 53 Ro. 17 Spritzenhaus Morris nahe West 61 McKernan und Dough, 61 Saft u. Lincoln Lr 614 East und Beecher 15 Wright und Sander 17 McCarch und Beach 18 New Jersey u Av 71 Spru und Prospekt 713 Engllsh Ave. u. Laurel 714 SUtte Ave u. Bll R 715 Shelby und Veech 71 State ve nd Orange 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Ciaaae AM 71 Lerington . u Laure 72 Fltcherveu. Opru 724 State Av u. Pleasant 725 Prosprtt und leasitt 7 Orange nd Hai la? 7 Liberty und Merk 72 yitill: und Souch 81 No. 15 Spritzenhaus Oft Washington Str 813 Market und Noble 814 Ohio u. High land Wn 816 NiSigan . Highlant 81 Market u Arsenal Av, 817 Ost SA lair und Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle Shexs 823 Vermont und Walcott 824 ash. und State 9. 885 Radden Skounge Sak 826 Ducker und Dorsch 27 Wash. und 3tiS tt No. 1 SrchenbauS Bevtlle nahe Michtga, 831 Southeafter Uk und Woodside. 831 Wash. und Darkwr 834 Sochaftern und rsmal Aves. 835 New Hort nd Dacht 12 Illinois und Maryl. i JMnois und Market 14.Pnn. nd WasH, 15 Delawar nnd Speziäl-Signale. Ersten Schlag, zweiter Alarm, Zweit Schläge, dritter Alarm, Dritten Schlage, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 3 Schlag, Wasserdruck ab. 1 Schlage, 1 Uhr Mittags. Die so bezeichneten Signa.' werden nur vom Dyur Wächter angegeben da den betreffende cratzc; kreuz, enge kein larmUfte angebracht sind.