Indiana Tribüne, Volume 26, Number 137, Indianapolis, Marion County, 31 January 1903 — Page 5

5

Adian TribKe. . Jmmm IS.?. 5

f

Wciblichcr Tambour. Cin Vrinnernng der Cpcrttfängetitt Stittni Haut an Kaiser .'iilNelnt I. In ihren in Lelhagen und Klasings Monatsheften" veröffentlichten Erinnungen aus ihrer Berlinsr Opernzcit erzählt Minnie Hauk eine hübsche Geschichte von Kaiser Wilhelm I. Minnie Hauk war als ganz junges Mädchen von der Hofoper in Wien als Gast nach Berlin gerufen worden, irnfr nachdem sie mährend der ersten zwei Jahre sehr häufig auf der königlichen Bühne aufgetreten war, sorgte der Kaiser selbst dafür, daß sie durch einen festen Kontrakt an die Oper gefesselt wurde. Als die Sängerin bei der nächsten Gelegenheit, einer Vorstellung der Regimentstochter," dem Kaiser für seine Gnade dankte, bemerkte er: Es freut mich, Sie nun für länger hier zu wissen; aber Sie müssen ein bischen desser trommeln lernen. Eine wahre Regimentstochter muß ebenso rut trommeln wie singen können." An einem der folgenden Morgen stellte sich auf Befehl des Generalintendanten bei der Künstlerin im Hotel zu ihrer Ueberraschung ein Bataillonstambour des ersten Grenadier-Regiments vor, um ihr seine Musik"-Lektionen zu geben. Zurst mutzte sie die Haltung der Trommelstäbe, dann das Trommeln auf einem Laib Kommitzbrod lernen, und dann erst kam eine wirkliche Militärtrommel an die "Reihe. So mußte sie sich jeden Morgen zur Ueberraschung der Hotelgäste, die sich diese Verwandlung ihrer Salons in einen Exerzierplatz anfangs gar nicht erklären konnten, im Trommeln üben. Erst nachdem dem Kaiser über ihre Fortschritte Meldung erstattet war, wurde die Regimentstochter" wieder angesetzt. Der Kaiser saß wie gewöhnlich in seiner Loge, und bei der Trommelszene mußte sie unwillkürlich zu dem Kaiser emporblicken, der ihr freundlich lächelnd zunickte und Beifall klatschte. Im Zwischenakt sprach er sich noch anerkennend iikr sie aus und fügte hinzu: Sie sollen auch eine Erinnerung an die ,Regimentstochter' bekommen." Die Künstlerin erhielt auch bald eine solche in Gestalt einer den offiziellen Militärstempel tragenden, mit einer Inschrift und silberner Platte versebenen Trommel. die sie noch heute besitzt. Raffinirter Schwindel. In dem russischen Torfe Werschotogulnewo erschienen vor Kurzem zwei unbekannte Herren, von denen einer die Uniform des Justizministeriums trug und sich als Untersuchungsrichter für besonders wichtige Angelegenheiten bezeichnete, während der andere in der Uniform eines höheren Polizeiveamten

auftrat. Die beiden Herren stiegen im Hause der Landschaft ab. beschiedcn den Gemeiude-Aeltesten zu sich und erklärten, bei torn Bauer Ascdenlow, der unter dem Verdacht der Falschmünzerei stehe, eine Haussuchung vornehmen zu müssen. Ten Worten folgte sofort die That. Der vermeintliche Untersuchungsrichter beschlagnahmte bei Aschenlow nicht nur alles vorgefundene Geld, sondern nahm auch noch dem aus Tomsk zurückgekehrten Sohne des Bauers den Erlös aus dem Verkauf oon Vieh ab; das Gelv, es waren insgefammt 3718 Rubel ($2415), versiegelte der Untersuchungsrichter," deponirte es dann auf der Gemeindeverwaltut. 3, verhaftete Aschenlow und befahl, ihn nach der Kreisstadt Kusnezk zu schicken. Nachdem die Gauner unter irgend einem Vorwande das Geld vom Geweinde-Aeltesten zurückerhalten hatten, verließen sie das Dorf und begaben sich nach Varnaul. Unterdessen war in dem Aeltesten des Dorfes der Verdacht aufgestiegen, er habe es mit Schwindlern zu thun gehabt. Er theilte seinen . Verdacht dem Friedensrichter mit, und ' dessen Nachforschungen bestätigten nur zu bald die Richtigkeit seiner Muthmaßungen. Es wurden nun Maßnabmen zur Verhaftung der Gauner ergriffen, und schon am zweiten Tage wurden sie in einem Dorfe verhaftet, wo sie eine ähnliche Prellerei verüben wollten. Aus der Untersuchung ergab sich, daß die Hochstapler eine ganze Reihe von Verbrechen in verschiedenen Dörfern begangen hatten; sie entpuppten sich als zwei verabschiedete Regimentsschreiber. , Hohes Alter. Im City Road Arbeikshause in. London befindet sich eine Frau Lydia Carr. die dieser Tage 104 Jahre alt wurde. Sie lebt jetzt bereits seit 20 Jahren in dem genannten Armenhause und ist fast die ganze Zeit bettlägerig gewesen, hat aber immer noch Erinnerung an ihre Vrrgangenheit. Daß die Eitelkeit auch in diesem hohen Alter den Menschen nicht ganz verläßt, geht wohl daraus hervor, daß die alte Dame, als man sie photographiren wollte, eine Wärterin bat. ihr zu dem Zwecke Uhr und Kette zu borgen. In demselben Armenhause lebt ein 80 Jahre alter Neffe von ihr. Ä n t i L o a f i n g C lud" nennt sich ein Verein, der kürzlich von Glasbläsern in Clayton. N. I., begründet ward und dem sofort 15 Mitglieder beitraten. Als Mitglieder können nur fleißige und arbeitsame Perfönen aufgenommen werden, die außerdem ein Sparkassenbuch vorzeigen können. Die chemische Industrie bat eimn ihrer Hauptsitze in Hamburg. Nach dem Census vom Jahre 1900 gibt es dort 148 chemische , EwblissementS. in denen 4669 Personen beschäfngt sind.

Die deutsche Marine im Jayre 1902. Die Verstärkung der deutschenWehrmacht zur See vollzieht sich in wenig auffälliger Weise auf der festen. Basis des Flottcngcsetzes. Fünf Schiffe sind ia diesem Jahre der Marine neu eingereiht worden, nämlich das Linienschiff ..Braunschweig." der Panzerkreuzer Friedrich Karl" und die Kreuzer Frauenlob," Arcona" und Undine." Neu in Angriff genommen wurden die durch den Marineetat für 1902 bewilligten acht Schiffe. Insgesammt befinden sich jetzt 6 Linienschiffe, 3 Panzerkreuzer, 6 Kreuzer und 2 Kanonenboote auf drei kaiserlichen und sechs Privatwerften im Bau. Vier erstklassige Linienschiffe wurden im Bau vollendet und in Dienst gestellt: Kaiser Karl der Große," Wittelsbach." Zähringen" und Wettin", während die Linienschiffe Kurfürst Friedrich Wilhelm", Branden bürg" und Weißenburg" die Flagge strichen, um auf der Werft in Wil-

helmshaven modernisirt zu werden. ! Außer dem großen Kreuze? Prinz Heinrich" wurden auch einige kleinere Kriegsfahrzeuge im Bau vollendet. Am 24. Juni wurde das vom Ca-pitän-Leutnant Rosenstock von Rhoeneck befehligte Torpedoboot S. 42" in der Elomündung von dem englischen Dampfer Firsby" überrannt und zum Sinken gebracht. Der KomMandant und drei Mann der Besatzung fanden bei diesem, durch die fehlerhafte Führung des englischen Dampfers verursachten Unglück den Tod in den Wellen. Die an Bord befindlichen Engländer wurden zuerst in die Boote gebracht und gerettetAuf der ostasiatischen Station wird eine Verminderung der deutschen Streiikräfte allmählich durchgeführt. In diesem Jahre kehrten die Kreuzer Kafferin Augusta" und Schwalbe" sowie die Torvedoboote S. 91" und S. 92" in' die Heimath zurück, während der Kreuzer Thetis" dem oftasiatischen Geschwader beitqat. Am Schluß des Jahres befinden sich immerhin noch 15, zum größeren Theil allerdings kleinere Schiffe in Ostasien. In jüngster Zeit lenkte die westafrikaNische Station größere Aufmerksamkeit auf sich . Die Nichterfüllung der deutschen Forderungen an Venezuela führte zu einer Beschießung venezolanischer Befestigungsanlagen und der Bildung einer Kreuzerdioision, zu der die an der amerik nischen Küste stationirten deutschen Schiffe Vineta", Gazelle," Falke" und Panther" unter dem Befehl des Commodore Scheder vereinigt wurden. Die ostafrikanische Station war nicht besetzt; ihreNeubesetzung dürfte aber m den nächsten Monaten erfolgen. An der westafrikanischen Küste kreuzten auch in diesem Jahre die kleinen Fahrzeuge Habicht" und Wolf," und im australischen Jnselge biet waren der Kreuzer Cormoran' und dasVermessungsschiff Möve. Die Schulschiffe zur Ausbildung der Seekadetten und Schiffsjungen Stosch." Stein," Moltke" und Charlotte" waren nur während einiger Sommermonate in der Heimath; in der übrigen Zeit kreuzten sie in ausländischen Gewässern. indcrmordc in Dentsch-Oftafrika. Ueber schreckliche Kindermorde in Deutsch-Ostafrika berichtete Pater Oberle auf der Hauptversammlung des Vereins für das Missionshaus Knechtsteden. Die Versammlung fanh in München-Gladbach statt. Pater Oberle ist elf Jahre lang in der Missionsstation Mroguro und von der Regierung zum kaiserlichen Bezirksrath ernannt worden. Er ist erst im Septcmber v. I. aus Afrika wieder zurückgekehrt und erzählt über die furchtbare Unsitte der Kindermorde in DeutschOstafrika: Von den Eingeborenen werden die neugeborenen Kinder in großer Zahl aus Aberglauben ermordet. Alle Kinder, die einen körperlichen Fehler oder etwas hellere Hautfarbe haben, ferner solche, die später an unregelmäßiger Zahnung kranken, werden getödtet. Von der Dorfältesten wird der schreienden Mutter das Kind einfach abgenommen. So kommt es, daß Orte mit 1 XX) Hütten, dercm Einwohnerzahl vo Beamten der deutschen Regierung mit 5000 angenommen war. thatsächlich nur vielleicht 1500 bis 2000 Einwohner haben. Auch der Mohamedanismus hat in dieser Hinsicht keine Aenderung gebracht. Die Dörfer mit mohamedanischer Bevölkerung sind ebenfalls erschreckcnd linderarm. Er. Redner, habe einen bisher noch unbekannten Grund für die Kindermorde f-stgestellt. Es sei ihm aufgefallen, daß er in Ostafrika niemals von der Geburt von Zwillingen gehört habe, und da habe er nach einigem Forschen in Erfahrung gebracht, daß auch sämmtliche Zwillinge ermordet werden. Erst die christliche Missionsthätizkeit habe hierin langsam Wandel geschaffen. Die Regierung habe nur selten Gelegenheit, einzuschreiten, weil eine Mutter, die als Zeugin über den Tod des ihr geraubten Kindes aussagen wollte, unzweifelhaft nach kurzer Zeit ebenfalls getödtet würde. Zum Zwecke der Ermordung Erwachsener und alterer Kinder, die oft aus Neid von anderen Müttern getödtet werden, bedienen sich die Eingeborenen eines Baumharzes, das unter die Nahrung gemischt wird unV in drei bis sechs I Monaten zum Tode führt, weil das rM wi . lüi nan im Etagen ocroiai.

, 4. G G i. ,,, ß I , G ',, 1 1 1 i 1' 1 1

Haus, Huf und Land ( , g. . 4. tz . G tz G G G I ' Billiger, haltbarer Anstrich s" Wände. Kalk wird mit einer Lösung von Salz in Wasser gelöscht uZd dann entsprechend mit abgerahmter Milch verdünnt. Dieser Anstrich ist auch ein vortreffliches Mittel zur Erhaltung von Holz an landwirtschaftlichen Gerathen. Oder noch einfacher: man löscht den Kalk in der gewöhnlichen Weise mit Wasser und setzt dann unter Umrühren eine Quantität fein geriebenen Käsequark zu. Glatte Hände. Nach Professor Valenta soll folgendes Mittel zur Erhaltung glatter Hände ausgczeichnet sein. Man reibt die vorerst 'waschenen und abgetrockneten Hände mit Coldcream ein und gießt dann auf die Handflächen Seifenspiritus. Darauf reibt man die ftänbe gegenseitig tüchtig. Der fette (schäum wird mit einem trockenen Handtuche einfach abgewischt, ohne die Hände weiterhin noch mit Wasser und dergleichen zu behandeln. Durchliegen der Krank e n. Ein sehr probates Mittel sind Quittenkerne, welche man, etwa 8 10 Kerne, mit weni'5 Wasser über gießt und sie stehen läßt, bis ein schleimiger Saft entsteht. Mit diesem Saft überpinselt man täglich zwei Mal die gerötheten Stellen am Kreuzwirbel. Die Röthe weicht bald und die Haut wird gestärkt und so dem schrecklichen Durchliegen vorgebeugt. Selbst wo schon wunde Stellen entstanden, erP 1 c n v mr 70191 in oen merken 55a uen Heuung. Rostflecke aus derWäfche zu entfernen. Man dc.rf Rostflecke nicht zu lange in den Zeugen stecken lassen, weil sie diese stark angreifen. ja beschädigen; auch sind sie dann schwerer wegzubringen. Um sie zu entfernen, wird der naß gemachte Fleck an einen zinnernen Kessel gehalten, worin das Wasser stark kocht und pulverisirtes Sauerkleesalz darüber gerieben. Sollte der Fleck danach nicht schwinden, so wiederholt man das Verfahren, und wäscht dann die Stelle mit heißem Wasser zwei bis drei Mal tüchtig aus. Nußbaummöbel hübsch blank zu erhalten. Es ist eine bekannte Thatsache, daß namentlich Nußbaummöbel bereits im zweiten Jahre des Gebrauchs erheblich ausschwitzen und dann ein trübes, schmutziges Aussehen bekommen. Diesem läßt sich leicht mit geringer Mühe und wenig Kosten abhelfen. Man seife zuerst die Nußbaummöbel mit gewöhnlicher Seife und einem Lappen sauber ab und reibe mit einem wollenen Lappen alle feuchten Stellen gut trocken. Alsdann bereite man eine Mischung arks zwei Löffeln Provenceröl und einem Löffel Rothwein, trage dies auf einen wollenen Lappen und reibe hiermit die Möbel tüchtig ab. Es kostet das etwas Kraftanstrengung und Mühe, aber die Muhe wird auch belohnt. Konservirung von Holzwerk in der Erde. Nicht selten kommt es vor, daß bei Holzpfeilern in Ställen, Thoreinfahrten und anderem in der Erde befindlichen Holzwerk versäumt wird, vorher ein Jmprägmrungsmittel anzuwenden. Das Holzwerk wieder freizulegen und mit Theer oder Karoolineum zu streichen, ist, wenn es in Mauerwerk oder Beton steckt, nicht möglich oder mit großen Unkosten verknüpft, man muß deshalb ein anderes Mittel anwenden. Zu diesem Zweck bohrt man dann von oben, dicht oberhalb des Fußbodens, ein etwa Zoll weites Loch bis in die Mitte des Holzes schräg nach unten und füllt dasselbe mit Karbolineum. worauf man es mit einem Holzpflocke verschließt. Je nach der Beschaffenheit des Holzes wird das Karbolineum in ein bis drei Tagen aufgesaugt sein, worauf man das Loch wieder füllt und damit so lange fortfährt, bis es auch nach acht Tagen noch voll bleibt. Das Karbolineum treibt das Wasser in dem Holze vor sich her und konservirt das Holz für unbegrenzte Dauer. Schließlich verkeilt man das Bohrloch mit einem Holzpflock, den man glatt absägt. Pflege des Haares. In Betreff der Pflege des Haares werden von vielen Menschen jahrelang grobe Fehler gemacht, welche das Haar und den Haarboden systematisch zu Grunde richten. Das unvorsichtige Kämmen des Haares, zumal mit schlechten ode? gespaltenen Kämmen, das dauernde Brennen des Haares, die Anwendung schlechten Fettes, die vernachlässigte Reinlichkeit des Haarbodens und der Haare u. f. w. sind Schädigungen, welche sich durch massenhaftes Aussallen des Haares, durch frühzeitiges Ergrauen, durch Brüchigkeit des einzelnen Haares, durch Ansammlung von Schinnen etc. bemerkbar machen. Ein ruinirtes Haar läßt sich nicht wieder herstellen. Deshalb heißt es auch hier besser verhüten, als heilen." Man gebrauche bei trockenem Haar nur bestes, reinstes Oel oder Fett, welchem etwas Parfum hinzugefügt ist. Die billigen Haaröle und Pomaden sind zu meiden, man beziehe aus einer guten Quelle die besten Haarfete, oder bereite sich dieselben selbst aus bestem Olivenöl oder Rindermari, dem man etwas wohlriechendes ätherisches Oel zusetzt Alle Wochen muß das Haar und der Haarboden mit Seife und warmen Wasser zorgfalng gerermgt werden.

S. urer Schweinebra-

t e n. Drei Stunden. Man macht eine kleine Schweinskeule sauber zurecht und legt sie einige Tage in abgekochten und wieder ausgekühlten Essig, dazu Gewürz, zwei bis drei geschnittene Zwiebeln, etwaZ Basilik'n. Saloer, yl)mran, fünf bis sechs Wachholderbeeren. Dre Keule muh täglich umgedreht werden. Dann thut man die Keule in die Bratpfanne, gießt etwas von dem Essig mit wenig Salz darunter, und brät sie unter fleißigem Begießen weich. Wenn man es liebt, macht man, sobald es weich ist, von feingestoßenem Brod oder Zwieback mit etwas feingestoßenem Zucker oder Nelken vermischt, eine Kruste über die Keule, die man im Ofen Farbe nehmen läßt. Die Sauce wird durchgegossen, entfettet, mit WeiMmehl sämig gemacht und mit zwei bis drei Theelöffeln Maggiwürze gewürzt. Pavrika-Karpfen. Der Fisch wird abgeschuppt, ausgenommen, gesalzen und mit Paprika gut eingerieden. In eine Kasserolle gibt man ein Stück Butter, feingehackte Zwiebel und geriebene gelbe Rüben. Der Fisch wird darauf gelegt und in der Röhre unter fortwährendem Begießen eine halbe Stunde gebraten. Er wird sammt der Form auf den Tisch gebracht. Fehler bei der BeHandlung der Zuchtsauen. Verkehrt und nachtheilig ist es, die Zuchtsauen vor dem Ferkeln reichlich zu ernähren. Das Eingehen der Ferkel und selbst des Mutterthieres ist nicht selten die Folge zu kräftiger Ernährung. Erst wenn das Gesäuge vollständig angesaugt ist und sämmtliche Ferkel zitzen, darf man mit einer stärkeren und haufigeren Fütterung beginnen. Hat eine Sau nur sechs bis acht Ferkel geworfen so ernährt sie dieselben meist ohne besondere Schwierigkeiten. Ganz anders uegt aber die Sache, wenn zehn bis zwölf oder noch mehr Ferkel geworfen sind. Alsdann beginnt unter denselben bald der Kampf um's Dasein. Da die meisten Sauen nur zwölf Zitzen haben, jedes Thier aber die einmal genommene Zitze zu behaupten sucht, so werden immer einige Ferkel abgedrängt und abgebissen, und verkommen schließlich in Folge unzureichende? Nahrung. Um dies zu verhindern und allen Thieren zu ihrem Rechte zu verhelfen, muß man eine Hälfte absperren, während die andere Hälfte saugt und nach einer Stunde wechseln. Dabei wird man bald sehen, von welchem großen Vortheil es ist, tvenn das Mutterthier zahm und an den Menschen gewöhnt ist, sich anfassen, krauen und die Ferkel anlegen läßt, ohne wild aufzuspringen oder gar um sich zu beißen. ' Der Ruß aus Schorn(reinen, Oefen u. f. w. als Düngesn.ittel verdient die größte Beachtung. Neun Theile Ruß mit einem Theile Salz vermischt, geben einen vorzüqkichen Gartendünger. Bestreut man Samenbeete für Gemüsepflanzen im Herbst oder Winter mit einem Gemisch von Ruß, Salz und Asche, so bleiben sie , vom Unaeziefer, besonders von j feVoflöhen, verschont, und die jungen Pflanzen zeigen das üppigste Wachsthum. Für Rüben, Mohrrüben und Karotten gibt es überbaupt kein besseres Düngemittel als Ofenruß. Rasenplätze bei Regenwetter mit Ruß leicht überstreut, zeigen im Frühjahr einen tiefdunklen, üppigen Graswuchs. Dem jungen Pferd nicht zu viel zumuthen! Man bedenke, daß das Pferd mit fünf Iahren erst ausgewachsen und voll entwickelt ist; wird es vorher hart beschäftigt, so kommt es eben zu keiner vollen Entwickelung, sondern zu einer frühzeitigen Verkümmerung, besonders der Gliedmaßen, die Thiere erhalten das Aussehen von älteren Thieren. Man darf also einem jungen Thiere vor dem vierten Jahre nicht zu viel zumuthen, auch wenn es dann sein Futter nicht abverdient. Das Thier wird später durch einen größeren Nutzwerth und durch längere Brauchbarkeit die Schonung und die damit verbundenen Opfer reichlich bezahlt machen. Eine Durchlilftung deF Wiesenbodens ohne zerstörenden Umbruch der Grasnarbe ist zunächst die wichtige Aufgabe einer rationellen Wiesenpflege. Durch eine rationelle Bearbeitung der nicht bewässcrloaren Wiesen müssen wir dafür forgen, daß auch in ihnen jene physikalische und chemische Thätigkeit sich vollzieht, wie wir sie durch aWhrliche Bearbeituna im Ackerboden hervorrufen. Die hierfür geeigneten Geräthe sind: die Wiesenegge und der Schälrieser oder Rasenimpfer zum Verjüngen der Wiesen. Merkmale einer guten M i l ch z i e g e. Schöne, abgerundete Formen. Ebenmaß im Bau, tiefe und breite Brust, niedrige Beine, breites Kreuz und weite, aber geschlossene Hüftpartie (Hungergruben), volle Hinterschenkel, aufgefetzter Widerrist, mäßig langer und nicht zu dicker Hals, leichter, breiter Kopf, namentlich breites Maul, feine Haare, gute Milchzeichen. Trommelsucht bei Kälb e r n entsteht häufig durch Darreichung von Roggenmehlsuppe, letztere ist zu ersetzen durch Hafermehlsuppe. Außerdem ist zentrifugirte MagermUch nur in aufgekochtem Zustande zu reichen. Durch diese beiden Maßregeln kann genannte Krankheit leicht verhütet werden.

Gisenbnkn - Lahrplan. Cleveland, incinnati, Chicago Sc St Couis Railway.

Eleveland t bedeutet täglich, ausgenommen Sonntag. Abaana New York Expreß tägl 4 40Bm Anders onck B H'v'r Erp 6 4555m Muncie & fttWavne Srp p. 7 Ä0Vm N A öc B Lim täglich 8. . . . 8 00Nm Elev & Benton Harbor Exp.11 10Vm ?t A d B Lim, tägl d 8. . . . 2 55Vm Union Eity Acc tägl . 4 45Nm nickervocker sp täglich d &s 6 25Nm St. L 0 ui ö 'Tli Worlds St LouiS Mail 7 20m Southweftern Lim tgl d & s 11 45Bm St Louis Lim täglich pds. 3 25Nm Terre Haute k Mat'n Acc. 5 OONrn N 31 & St. LouiS Exv tägl..10 40Nm St Louis Expreß tägl 8. . . .12 05Vm Cineinnat Ein k Lous Nachtexpreß tgl 8 3 45Bm St Lous k Ein Nachtexp tg 8 4 30Bm Cincinnati Exp tägl 8 7 30Bm Cincinnati Acc 10 45Bm Cincinnati F Expreß, tägl p 2 50Nm Louis F Expreß ..... 2 50Nm Greensburg Accom 5 20Nm Cinc k Wash g L tg d 1 k p 6 20Nm

Chicago Division. Kankakee Accom 7 OOBm Cinc Rachpreß, tägl 8 3 30Vm Chicago Fast Expreß tgl d p 11 50Bm Kankakee Äccom 10 3öBm White City Special 8 d k p. 3 30Nm Cinc Fast Expreß tägl p d. . S 40Nw Lagayette Accom 5 löNm La Fayette Accom 5 15m Chicago Nachtexpreß tägl 8. .12 05Bm Cinc k Wash g L., d k p. . 6 lONm Mi ch ig a n Division. Benton Harbor Expreß 6 45Bm Elkhart Accom nur Sonntags 9 25Bm Michigan Mail Expreß p...11 10Bm Elkhart Expreß 10 3033 a Elkhart Acc täglich 4 4SNm Benton Harbor Expreß p 3 lONrn Michigan Expreß 8 15Nw Peoria D i vi si 0 n w t st li ch. Peoria Expreß K Mail 7 25Bm Columbuö fc Cinc Exp tgl 8 3 30Bm Western Expreß täglich p d. .11 50Bm Champaign Accom 10 35Bm Champaign Accom 4 lONm N 0 k Ohio Special 2 40Nm Peoria Expreß täglich 8 ... .11 50Nm Peoria Expreß täglich pH 6 08Nm Peoria Di visio n ö st li ch. Columbuö Expreß tägl 0 00Bm Lynn Accom 10 158m Ohio Special tägl dp 3 00Nm Columbus Expreß tägl dp. .11 40Vm Lynn Accom.. 6 15Nm Columbus Expreß tägl 8 10 30Nm pittsburgh, Cincinnati, Chicago 8c St (ouis R'y. Indianapolis Division.

- Abgang Eoftern Expreß täglich 3 30Bm Columbus Accom 7 30Bm Fast Expreß täglich 8 d 8 10Bm Bradsord Accom 1 25Nm Atlantic Expreß täglich 8 k d 3 05Nm Day Expreß täglich 5 OONm St L k N S Lim täglich 8 d 7 15Nm Richmond Accom 8 OONm Chicago Louisoille Ehic Exp tgl p d 11 35Bm Lou k Chi F Expr täglich 8 12 05Bm LouiSville Chicago k Louisv Svl tägl 8 3 40Bm Pitts k Lou F L tägl s 7 OOBm Mao Acc nur Sonnt 7 30Vm Louisv k Madison Accom. . 8 05Bm Chicago s Leu F L täglich p d 3 55Nm Madison Accom 3 55Nin Louisville Accom 6 15Nm

Vandalia (ine.

Abgang N A öc St L Lim täglich s&d 6 50Vm St LouiS Expreß tägl 7 25Vm St LouiS Expreß d 8 12 15Nm Western Expreß tägllich d g.. 3 30Nm T Haute k Effingham Acc.. 4 OONm Terre Haute Expreß, täglich . 7 lONm Nimmt keine Passagiere 8 35Nm Nacht-Expreß, täglich. 8 11 20Nm Indianapolis Sc Cairo k Bincen Expr täglich 7 20Bm Martinsv Accom 12 30Nm BincenneS Expreß 3 55Nm Spencer Acc, tägl 7 l5Nm

Chicago, Indianapolis 6c iomsville R'y. (Alonon Abgang Chic Night Expreß täglich 8 . . 12 66Vm Cincinnati Best täglich 8 . . . , Fast Mail täglich 8 p 7 OOVm Fast Maii täglich 8. Ehi Expreß nur Sonnt p d.11 60Vm Monon Accom, täglich , Chi k Mich City Best dp.. 3 36Nm Cincinnati Best täglich d p., Mono Accom, täglich 4 OONm Cafe rie & weftern R. R.

Abgang Mail und Exvreß 7 1593m T Dct 6 M E Ex täglich.. 12 20Nm Laporte Accom nurSsnntags. 12 20Nm Evening Expreß 7 25Nm

Cincinnati, Hamilton & Dayton R. R.

t

Oft. Abgang Ankunft Cincinnati Best täglich s&c4 OOBm Cincinnati Vestibüle täglich 8 12 45Bm Fast Mail täglich 8 8 06Bm Fast Mail täglich 8 6 40B Cincinnati k Det Expr 10 40Vm Ein Chi 6c St L Ex tgl p. .11 46Bm Cin . k Dayton Jeft. Exp p 2 45Nm Cincinnati Best dkp .... 3 25Nw Cincinnati Best täglich d p 5 OONm Cinc k 3nd Accom 7 24N Cin k Detroit Expreß täglich 7 02Nm Cin 3nd St 8& Peo Ex tg s&cld 36N Weft. Abgang Ankunft Springfield Mail 8 0093 West Expreß täglich s&c. 3 6593 Chicago Expreß 11 6093 Tuscola Accom 10 16V

TuScola Accom 3 30Nm Weft Expreß täglich s k c. .11 10Nm Via C., H. d D. Ry. Chicago Expreß . 11 60Vm

S bedeutet 5Ie:p-r. P. Parlor Qt-, C : t-

Divific u

Ankunft 9 25m 9 25V m 10 30 11 30Vm 3 lONrn 3 lONm 6 30Nm 8 159ctn 10 lONrn 11 45Nm Union City Accom tägl Elkhart Accom, nur Sonntgs Fort Wahne & Elk Expreß p Southwestern Ltd tgl äs St Louis Ltd tgl ä s B H'o'r Expreß p s Union City & Gieb Acc B H'o'r & Anderson Expreß. New Jork Expreß täglich New Sork Ltd tägl 8 Division. Pair Roato" New Sork Expreß täglich 8.. 4 20Bm St. LouiS Expreß tägl 8.. . . 7 25Vm Mat'n k T Haute Acc 10 36?m N S 5e Boston Lim tägl p d 8 2 50Nm St Louiö Mail 5 35N Knickerbocker Sp täglich s&d 6 109cm i Division. Greenöburg Acc 8 4bB Eincinnati Acc täglich 11 OOBm Ehic KStL Expreß tg d 8 & pll 40Brr. Chicago Lous & StLExvre'ßll 40Bm White City Spezial p 3 25Rm Eine Sc Indianapolis Acc . . . 7 55Nrn Cinc 3nd Sc St 3 Expr tg 8. . 11 50Nm Chic k Lou Nachtexpreß tg 8 11 40Nm Ankunft . 6 30 . 6 40Bm . 8 40B 8 12 lONw . 2 OONm . 3 20Nn - 8 30Nm .16 40Ntt Schnellzug täglich & kd.. Limited Mail täglich Richmond Accom St Louis Expr täglich d k Bradferd Accom Western Expreß täglich 8. . , Nimmt keine Passagiere tglIndianapolis Accom 8 d . . , Division. Chic k Lou F Expr täglich 8 3 20Bm Chic k Lou Expr täglic? p d 3 40Nw Division. Louisv k Madison Acc 10 lOVm Lou k Chic F L tägl p d.. . . 11 3058t Louisville u. Madison Acc 6 40Nc Louisv k PittSb F L täglich 8 7 05Nm Madison Accomm SonntagS 8 löVm Lou k Ehi F Expr. täglich 11.50 Ncht Ankuns! , 3 20V . . . 6 50Vm ... 1 65 . ..10 OOBm ... 1 20Nm 8.. 2 bON . .. 4 45N kd 7 OON New sork Expreß täglich St Louis Expreß täglich. Schneller Expreß täglich 8 Terre Haute Acc täglich . Effingham Accom ... . Atlantic Expreß täglich d Fast Line täglich St 8 & N 9 Lim täglich 8 Vincennes R. R. Spencer Acc, tägl 7 50V BincenneS Expreß täglich . . 10 269?'" MartinöviSe Acc, tägl 3 46Nm Cairo Expreß täglich 6 16Nm Rente.) Arkuns, 3 45Vm 7 60V 10 OOVm 4 62 Ankunft Indianapolis Expreß täglich 10 26V Mai. k Expreß 3 26N Toledo Expreß 10 26N Cincinnati Exvreß 2 40N Springfield Mail : 4 50N (West) und Roachdale. Cincinnati Expreß . ,. 2 40X ....

Chat - Car. D. Oi-.'.af Cr. B-B i Cr. . ... v . i"

V

IU

, , -