Indiana Tribüne, Volume 26, Number 135, Indianapolis, Marion County, 29 January 1903 — Page 6
Tttomno -sriuunf , s. Januar 1903.
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Europäische Nachrichten. Bayern. Schrobenhausen. Der frei resignirte Dekan, Pfarrer und JubelPriester Kajetan Linhard ist hier im 81. Lebensjahre gestorben. Traust ein. In der Nähe d:s Knerr'schen Sägewerkes fand man den 61 Jah?e alten Sägewerksbesitzer Simon Pichler als Leiche auf. Er war erfroren. Weiden. Der in den 60er Iahren stehende Seilermeister Einheukel von hier war damit beschäftigt, in der alten Friedhofkirche eine Reparatur an einem Glcckenstrange vorzunehmen. Hierbei stürzte er so unglücklich ad, datz er sofort todt war. W ü r z b w x j. Der freiresignirte Advokat Theodor Niedermaier, ?in alter Achtundvierziger, verschied hier im 85. Lebensjahre. Der Verstorbene war Gründer und das älteste Mitglied des Fränkischen Volksvereins". Zöurttm0org. Stuttgart. Historienmaler Professor v. Häberlin vollendete das 70. Lebensjahr. Der Mitbesitzer des Hotel Silber, Wilhelm Bubeck, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. H e i d e n h e i m. Bei der Stadtschultheißenwahl ist Polizeiamtmann Jackle in Kannstatt gewählt worden. K a n n st a t t. Schreiner John Weber und seine fZrau fanden durch Einathmen von Kohlenoxydgas den Tod. Nach kurzer Krankheit starb im 60. Lebensjahr Baurath Leopold Feldweg, seit 1883 Straßenbauinspektor Hierselbst. Liebenzell. Feuer richtete in der Papierfabrik von Gwinner im Lengenbachthal erheblichen Schaden on. Ludwigsburg. An Stelle des bisherigen Polizeicommissärs Höchel ist der Armenverwalter Pfeffer gewählt worden. Mergentheim. SpitalverWalter Wrede legte sein Amt. das er seit mehr als 30 Jahren innehatte, w:gen hohen Alters nieder. Neckarhausen. Beim Schlitlschuhlaufen ertrank im Neckar die ledlge Karoline Henzler von hier. O e h r i n g e n. Die Ehefrau des Gypsermeisters Ludwig hier wollte eine brennende Erdöllampe nachfüllen, wobei die Lampe erplodirte und die Kleider der Frau Feuer fingen. Die Unglückliche erlitt so sckwere Brandwunden, daß sie starb. Ravensburg. Der hiesige Liederkranz beging die Feier seines 75-
jährigen Bestehens und in Verbindung damit das Jubiläum der 25jäh?lgen Thätigkeit seines Dirigenten, des Mnslkdirektors Staudacher. Zum ?de öerurtheilt wurde vom hiesigen Schwurgericht der 40 Jahre alte Arbeiter A. Wielath von hier, der an der Arbeiterin Dannutzer in Weingarten einen Lustmord beging. U l m. Das hiesige Schwurgericht oerurtheilte den 27jährigen Korbinacber und Tagl'öhner Jos. Walz von Gärtringen wegen versuchten Todtschlags zu 34 Jahren Zuchthaus. R o t t w e i l. Das Projekt der Umgestaltung Rottweils zu einem Luftkurort ist gesichert. Nahezu 600 Bürger haben sich als Mitglieder des zu diesem Zweck gegründeten Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs eingetragen. Tübingen. Zu Ehren der 25jährigen Thätigkeit des akademischen Musikdirektors, Professor Kaufmann, fand im Museumssaal eine Feier statt, bei der vorwiegend Kompositionen des Jubilars zum Vortrcrg gelangten. Wäschenbeuren. Hier wurde der im Alter von 72 Jahren verstorbene Schultheiß Kaspar Schweizer beerdigt. Mit Schweizer ist der Senior der Ortsvorsteber des Oberamtsbezirks Welzheim dahingeschieden. Er versah 40 Jahre lang das Amt eines Schultheißen und Verwaltungsaktuars. "3ja&?n. Karlsruhe. Schriftsteller Cito Ammon feierte seinen 60. Geburtstag und zugleich da jährige Jubiläum seiner Thätigkeit als Journalist und Schriftsteller. Baden - Baden. Das Friedrichsbad Hierselbst feierte sein 25jähriges Jubiläum. Bühl. Der Redakteur des hiesigen Centrumsblattcs, Achern- und Bühler - Bote", Schindler, wurde wegen Beleidigung des Hochschulprofesors Böthlingk in Karlsruhe zu einer Geldstrafe von 200 Mart verurtheilt. F r e i b u r g. Die hiesige Un?ersität wählte den Geheimen Hofrath Professor Dr. Richard Schmidt zu'.n Prorektor für das Studienjahr 1903 94. Die mechanische Schreinerei von Theodor eitzmann brannte nieder. Handschuhsheim. Auf der hiesigen Station wurde der etwa 45 Jahre alte Bauer Schnicht von Dossenheim überfahren und getödtet. Heidelberg. Professor Crussus hier hat seine Berufung auf den Lehrftuhl für klassische Philologie in München an die Stelle des Geheimcaths Christ angenommen. Als Nachfolger des Professors CrusiuS erhielt Professor Dr. Wilhelm Schmid in Tübingen einen Ruf nach hier. K a p p e l. Die Wirthschaft Zum Löwen", dem Gaftwirth F. Nothhefei gehörig, brannte nieder. Der
lawerzerische Zollrevisionsaufseyer Tanner wurde beim Ueberschreiten der hiesigen Bahnhofsgeleise überfahren und getödtet. i ch t e n r h a l. Großfeuer brach im Stulz'schen Waisenhause hierseldst aus. Das an der Hauptstraße gelegene Oekonomiegebäude des Klosters sammt der Badeeinrichtung der Waisenanstalt wurde zerstört und die angrenzende Pfarr - Wohnung beschädigt. Mannheim. Beim Spielen am Kochheerd zog sich die 6jährige Mathilve Erner so schwere Brandwunden zu, daß sie starb. R a st a t t. Schuhwaarenhändler Holzner rutschte aus. fiel zu Boden und zog sich dabei so schwere Berletzungen zu, daß der Tod eintrat. Rohrbach. Der 67 Jahre alt: Leopold Bertz wurde in betrunkenem Zustande von feinem Sohne nach Hause gebracht. Am anderen Morgen lag er todt vor seinem Bette. Ueber die Ursache seines Todes schweben verschiedene Gerüchte. Singen. Die den Landwirthen Christian Dennig und Jakob Dennig gehörigen Scheunen brannten vollständig nieder. Ds der Gemeinde gehörige alte Krankenhaus ist durch Feuer eingeäschert worden. Das Gebände war an die Fabrikarbeiter I. Tanner, I. Frick, H. Maurer und Francisca Scolaro vermiethet. Waldkirch. Musikdirektor Theovor Högerich feierte das 40jährige Dirigentenjubiläum im hiesigen Musikund Gesangverein Eintracht". W e n d l i n g e n. Durch Fahrlässigkeit gerieth das Anwesen des Land wirths M. Zipfel in Brand und wurde vollständig zerstört. Untergrombach. Feuer vernichtete die Scheune des Landwirths Wilhelm Zöller. Zimmern. Bei der Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Max Gabriel wiedergewählt. 'Äyernpsnrz. Frankenthal. Barbara Mar.'r, Dienstmagd bei Wirth Martin Fuch hier, hat sich in selbstmiörderischr Avsicht aus ihrem im dritten Stockwerk gelegenen Zimmer herabgestürzt. Schwerverletzt wurde sie in das Spilal verbracht. Kaiserslautern. Postmeister A. Zürn hier wurde wegen Krankheit auf ein Jahr in den Ruhestand versetzt. L i n g e n f e l d. In der Nähe des hiesigen Bahnhofes ist der Holzhauer Anton Fröhlig in der Trunkenheit vom Zuge überfahren und getödtet worden. Ludwigshafen. Adjunkt Gustav Schneider leg'te sein Amt als Adjunkt aus gesundheitlichen Rücksichten nieder. Niederauerbach. Behaftet wurde die Hebamme Lederer hierselbst, die im Verdachte des Verbrechens gegen das keimende Leben steht. O b r i g h e i m. Ein Brand legte die Scheune des Zimmermanns Friedrich Zorn in Asche. T i e f e n t h a l. Scheune undStallungen des Ackerers Joseph Franck brannten nieder. Zweibrücken. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte wegenSittlichkeitsverbrechens den 25 Jahre alten Maurer Johannes Schlick von Bliesdalheim zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängniß und wegen Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode den 26 Jahre alten Tagner Konrad Neger vonOberHammer zu 6 Jahren Zuchthaus. Ersaß.Lstbringen. Straßburg. Landeshauptkas-sen-Buchhalter Theisen hier erhielt aus Anlaß des Uebertritts in den Ruhestand den Charakter als Rechnungsroth. Der clerikale Reichstagsabgeordnete Hauß, der bisher die Stelle des ersten Vice-Präsidenien in dem hiesigen Wahlverein der katholischen Volkspartei bekleidete, hat seinen Austritt aus dem Verein erklärt. Dr. Ernst Lucius, Professor der Kirchengeschichte, ist bier gestorben. Diedenhofen. Auf elende Weise zu Tode gekommen ist der 10jährige Sohn des Maschinenführerö Wanninger von hier. Der Junge ver gnügte sich mit Schlittschuhlaufen. Plötzlich brach der Unglückliche ein und konnte nicht mehr gerettet werden. H e ß d o r f. Der älteste Mann der ganzen Umgegend, Namens Horge, ist gestorben. K o l rn a r. Oberlandesgerichtsrath Geheimer Justizrath Sohn hier ist zum Senats-Präsidenten bei dem hiesigen Oberlandesgericht ernannt worden. Metz. Die in dem Hause St. Arnulfstraße 5 in Dienst ' stehende Frieda Schneider hatte einen Petroleumofen in ihrem Zimmer angesteckt, hevor sie sich zur Ruhe begab. Am nächsten Morgen fand man die Aermste erstickt in ihrem Be-tte liegend vor. Zabern. Gcheimer Ober-Justiz-rath Dr. Bernays von hier ist zum Semits -Präsidenten bei dem Oberlandesgericht in Kolmar ernannt worden. Meckkenvurg. Schwerin. Sem 50jähriges Dienstjubifcmm feierte der Steueraufseher hannes Bremer Hierselbst. D ö m i tz. Einem Brande fiel bk Sägemühle des Maurermeisters Holzgreve zum Opfer. G n o i e n. Commissionsrath Theodor Erble? und Frau Doris, geborene Erbler, begingen ihr goldenes Ehe jubiläum.
Aer Sicg. Aus vorbei. Für alle Ewigkeit zu ?inem sonnenlosen Leben der Pflicht derurtheilt, ohne Hoffnung! Ein Leben .er Pflicht! Sie führte es ja seit Iah. n, und gerade in der letzten Zeit war is ihr unerträglicher erschienen denn je. hatte sie nur der Gedanke, daß es ja besser werden wird, bald bald besser aufrecht gehalten. Die Thüre des Käfigs war offen gewesen, wenn auch nur ein wenig, aber durch diesen Spalt war das gnadenspendende Licht gedrungen und hatte ihre Seele mit einer hoffnungsvollen Freudigkeit erfüllt. Sie hatte geglaubt an die Freiheit, an das Glück und nun Alles vorbei! Die Thür des Käfigs fester geschlossen denn je, das segensvolle Licht verschwunden, ausgelöscht der Glaube an die Verheißung! Der Kopf des finnenden Weibes sank tiefer, ihre Hand krampftc sich um das Briefblatt. das halb ihren Fingern entglitten war; sie kannte ihn auswendig den Brief, der ihrem Traum ein so jähes Ende berietet. Wenn Du kannst, so verzeih' mir. Anna! Ich weiß, daß, was ich heute thue, brutal ist, und doch kann ich nicht anders. Anna, ich kann nicht, und ich habe das Gefühl, daß Du, wenn der erste Schmerz überwunden, mir verzeihen, daß Du fühlen wirst, es sei besser so auch für Dich. Glaub' mir, Anna, ich habe Dich geliebt und ich liebe Dich noch, mit jener Liebc, die unvergänglich ist, die nur einmal empfunden wird! Die Zeit unserer Liebe war Leben, volles, ganzes Empfinden, in der Halbheit und Zersplitterung des Alltags das vergißt man nicht, Anna. Und wenn trotz allcdem ich derjenige bin, der die trennende Schranke aufrichtet zwischenDir und mir, so glaube nur Anna, geschieht dies nach heißen Kämpfen mit mir selbst. Die Vernunft siegte. Anna, weil sie siegen muß. Sieh, damals, als ich Dich an mich riß und Dich anflehte: Sei mein für immer mein Weib!" da kam es wie ein Erwachen über Dich. Du erinnerst Dich Deiner Pflichten gegen die Kinder die auch seine Kinder sind! Du liebtest mich, ja, aber stärker als die Liebe zu mir war Deine Mutterliebe. Das soll kein Vorwurf sein, Anna, gewiß nicht. Aber Du gingst von mir und batest mich, Geduld zu haben, bis Dein Jüngste? die Mutter leichter entbehren könnte. Ich blieb allein mit meiner Liebe, meiner Sehnsucht meiner Qual! Du, die ich liebte die Frau des Anderen, die zärtlich sorgende Mutter seiner Kinder! Du, das Weib meiner Sehnsucht, fern von mir Dein altes Leben lebend, in dem für mich kein Raum, als hättest Du nie in meinen Armen geruht! Das begriff ich zuerst nicht! Ich fragte mich: Kann man die Liebe, die Sehnsucht zeitweilig ausschalten, ist das auch Liebe, die nicht stärker ist als Alles auf der Welt? Du hast mich allein gelassen, Anna; die armseligenBriefe. die oft mehr von Deinem Alltagsleben als von unserer Liebe sprachen, waren ein schlechter Ersatz und die Vereinsamung zeitigt oft ungute Früchte! Mir wurde klar, daß Du ein Weib bist, in dem das Muttergefühl die Liebe zum Manne überwiegt, und immer stärker sein wird! Ich dachte an Dein mahnsinniges Entsetzen, als ich die PöglichZeit erwog, daß Dein Ga:ie D'r di' Kinder vorenthalten könnte. ::nd das Gesetz auf seiner Seite stände. Ja) sagte mir: Wenn auch Dein Jüngster einmal die Mutter leichter entbehren wird, Du selbst wirst immer sagen, es ist noch zu früh. Und ich werde Dir nicht einmal unrecht geben können, denn wann könnte ein Kind die Muttet entbehren?! Niemals! Und wcnn Du Dich nun blutenden Herzens losrissest Du wärst nie ganz mein Weib; Dein halbes Empfinden bliebe ja doch Deinen Kindern v'.e die seinen sind! . Das wäre kein Glück g.'wrden, Anna. für Dich nicht, und nicht für mich! Du gehörst nicht zu den Frauen, die jubelnd alles, alles ihrer Liebe opfern Du nicht, Anna! Ich aber habe kein Talent zur AI leinsein; ich sehne mich nach Libe und Zärtlichkeit, nach einem Heim. Ein blondes, junges Ki liebt mich, mit dem ersten, vollen Empfinden seiunberührten Herzens. Für mich in das ein Wink, Anna, daß dasSchickfal es doch noch gut mit mit meint: ich seil nicht einsam ble'ben! Du hättest niemals ganz den Weg zu mir gefunden! Ich weiß, daß Dich mein Brief niederschmettern wird aver wenn der erste Schmerz vorbei, wirst Du vielleicht erleichtert aufathnien, daß Dir nun der Kampf zwischen Liebe und Pflicht erspart geblieben. Leb' wohl, Anna' Ich dank.' Dir für all die schönen Stunden, die Du mir geschenkt, sie bleiben mir theuer heilig unvergeßlich, so wie Du es stetssein wirst Deinem Georg." In dem bleichen Gesicht der Frau zuckte es schmerzlich. Verdammt zur Pflicht durch ein ganzes, langes Leben. Ihr Leben! Sie dzchte zurück. Aufgewachsen als verwöhnte, einzige Tochter eines reichen Mannes, war die Zukunft voll Sonnenschein vor ihr gelgcn, war immer verheißungsvoller geworden, als sie die Braut einesMannes wurde, der ihr ganze 3 Empfinden gefangen nahm. dar. ihr Herz zuflog das unberührte, dumme Mädenh.'rz. Da starb ihr Vai'.'c plötzlich. Er. der für reich gegolten, starb arm, nichts hinterlassend, als eine Schuldenlast.
Der Mann, den sie vergöttert hatte, erklärte ihr nun ganz offenherzig, daß er nicht in der Lage se:, seine Karriere seinem Gefühle zu opfern. Eine vermögenslose Frau sei ihm verwehrt. Daß sie damals all den Jammer ertragen! Aber die Pflicht hielt sie aufrecht, die Pflicht gegen die ganz gebrochene alte Mutier! Und ihr stark ausgeprägtes Pflichtgefühl hatte sie wohl auch geleitet, als sie bald darauf e nem ehemaligen Beamten ihres Vaters dieHand reichte, da er um sie warb. Er hatte die fchöne Tochter feines Chefs, die ihm so unerreichbar schien, immer bewundert. Seinem Stolze schmeichelte es, sie jetzt an sich ketten zu können, mehr noch: daß er sie jetzt zu sich emporhob, denn sie war arm geworden, und er befand sich in guter Stellung in irgend einem Provinzneft. Er war ein gutmüthiger, aber recht ungebildeter, kleinlicher Philister, der tief unter ihr stand. Aber er bot ihr und der Mutter ein Heim eine Zuflucht! Wiener sorglos sein! DiesesGefühl überwog in den ersten Monaten alles Andere! Die Noth der jüngstoergangcncn Zeit war zu gräßlich gewcsen. Mit dem Manne vertrug sie sich ganz gut, wenn sie ihm auch nie näher kam, als sie ihm am ersten Tag ihrer Ehe gestanden. Dann kam das erste Kind das zweite, und darnach das jammervolle Erwachen aus dem Dämmerzustand. Ihr Leben, dieses eintönige Leben an der Seite des Fremden, den sie und der sie nicht verstand sollte das so forta?hcn! Das Kleinstadtphilisterium kam ihr, der Großstädterin, jetzt zum Bewußtsein, da sie. an Leib und Seele gesundet, mit suchenden Augen um sich sah. Das war ihre Welt ihr Leben! Die Kinderstube ihre Wirthschaft und sonst nichts! Ja, gewiß, sie liebte ihre Kinder, sie war eine zärtliche, aufopferungsvolle Mutter, aber sie war so jung, ihr eigenes Leben noch ganz unausgelebt! In die Zeit dieser haltlosen Sehnsucht fiel eine Reise, die sie an Stelle ihrer unpäßlichen Mutter in die Großstadt machen mußte. Es erfaßte sie wie ein Taumel. Hier war Leben! In langen, durstigen Zügen genoß sie den lang entbehrten Großstadtzauber und gab sich willenlos der Leidenschaft hin, die sie zu dem Manne trieb, den ihr ein Zufall in den Weg geführt. Sie liebte ihn grenzenlos. Die Heftigkeit der unerfüllten Sehnsucht vorher verstärkte ihr Gefühl . . . Da rief man sie heim an das Krankenlager ihres jüngstes Kindes. Sie hatte dem Rufe Folge geleistet, aber den Mann, der sie nicht lassen wollte, beschworen. Geduld zu haben, sie wärde zurückkommen aber erst muß:, sie ihre Pflicht erfüllen das Kind war kaum ein Jahr alt es brauchte sie noch ein Jahr! Dieses Jahr wie schwer hatte sie es durchlebt, wie endlos war es ihr erschienc? und doch hatte sie gezittert vor dem Augenblick, da die Entscheidung näher rückte. Gezittert vielleicht darum, wei. sie fühlte, daß diesmal ihr Pflichtgefühl unterlag, daß ihre Liebe stärker war, siegen würde. Ein schmerzliches Lächeln huschte wieder über ihr bleiches Gesicht er hate ihr den Kampf erspart! Mama, Mama wir haben Hunger!" Die Thür erdröhnte unter dem Gepolter kräftiger Kinderfäuste. Die sinnende Frau schrak auf. Da mahnte die Pflicht ja ja, das war ihr Leben! Das sollte ihr Leben bleiben! Hoch richtete sie sich auf, kraftvoll, ein echtes Weib! Ja, sie wollte erstarken an ihrer Mutterliebe! Sie öffnete die Thür, und nieder knieend umfaßte sie alle drei ungeduldig harrenden Jungen und drückte sie an sich. Ein heißes Schluchzen stieg ihr auf aber sie bezwäng sich. Da bin ich schon, Kinder, und nun kommt essen!" Das klang so ruhig, als hätte nicht ein schwerer Kampf noch vor wenigen Minuten das Weib im Innersten erschüttcrt. Ihre Pflicht! Sie wird nicht mehr irre gehen!
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