Indiana Tribüne, Volume 26, Number 133, Indianapolis, Marion County, 27 January 1903 — Page 5
Indiana Tribune. 27. Januar 1903.
Die subjektive Dummynt. Eine Jagdhumoreske von Teo v. Torn. Uebermäßig gescheidt bist Du ja nie gewesen, mein Junge, obwohl oder vielleicht gerade weil Du Doktor der Giftmischerei und verwandten Wissenschaften bist. Aber wenn Du das nicht merkst. . Forstassessor Scmrau hob dieSchullern, um sie dann jäh fallen zu lassen, zugleich mit den erhobenen Armen. Diese Geste war ausdrucksvoller, als wenn Rolf Semrau den Conditionalsatz geschlossen hätte: dann beißen Dich die Gänse! Der Apotheker Dr. Eugen Wurm erfaßte das auch ganz richtig. Er war sonst kein empfindlicher Mensch, namentlich seinem alten Freunde und Schulkameraden Semrau gegenüber nicht. Aber dieser schroffe Angriff auf seilte Intelligenz verletzte ihn doch etwas. Er stützte die gespreizten Finger der Linken auf sein Knie und rückte mit der Rechtenan seiner scharfen blitzenden Brille Eugen Wurms Offensivstellung. Ich meine, Rolf," sagte er, unter Bewegungen des Kopfes, die deutlich eine gewisse Empfindlichkeit ausdrückten, daß Du am wenigsten Anlaß hast, meine geistigen Fähigkeiten herabzusetzen. Ich erinnere Dich nur daran, daß Du im Lateinischen zum Beispiel kaum jemals Deine glatte Drei erzielt hättest " Wenn ich nicht regelmäßig von Dir abgcklaut hätte," vollendete der Assessor trocken, indem er seine Zimmerpromenade unterbrach, das ist richtzg; aber hältst Du das vielleicht für ein Zeichen von Gescheidcheit? Es st im Gegentheil erschrecklich dumm, seine Arbeiten abschreiben zu lassen und dann noch außerdem wegen offenbarer Muschelei in Arrest zu gehen, wie Dir das oft genug passirt ist." Wenn Eugen Wurm erregt war soweit davon bei seinem blonden, ausgeglichenen Wefen überhaupt die Rede sein konnte stieß er etwas mit der Zunge an; und so klang es denn mehr gesäuselt als heftig, da er unter einem energischen Griff nach seiner Brille hervordruckste: Aber erlaube 'mal das ist denn doch !" Reg' Dich nicht auf, Dr. Eugen Wurm," winkte der Assessor begütigend ab. Es ist so, wie ich sage. Und wenn Du Dich auf allen Geistesgebieten noch hervorragender bethätigt hättest es gibt eine gewisse subjektive, ganz persönliche Dummheit, die davon nicht berührt wird. Und die hast Du. Sieh 'mal, mein Junge. Ich weiß, daß der Forstrath Kaßner, ein sonst wenig umgänglicher und widerborstiger alter Herr, Dich liebt. Auf seine Art natürlich. Der Mann gibt Dir seine Tochter, das unterliegt keinem Zweifel. Er würde Dich auf Wunsch sogar adoptiren, wenn Du nicht ein so grausamer Abderit in allen Dingen des edlen Waidwerks wärest. Die Vorliebe des Forstraths für Dich geht so weit, daß er mich seinen ihm von Staatswegen zugetheilten Assessor, deu er unbegreiflicherweise für einen Windhund hält nur deshalb einigermaßen familiär nimmt, weil ich mich Deiner Freundschaft rühmen kann! Mach' nicht ein verständnißloses Gesicht, Dr. Eugen Wurm, es ist, irjie ich sage. Und wenn Du das nicht selbst bemerkt haft, dann liegt es eben an der subjektiven Dummheit, von der ich sprach. Was nun Fräulein Agathe Kaßner betrift, so versagt hier Dein Intellekt womöglich noch drastischer. Sag' 'mal, bist Du wirklich der Meinung, daß dieses strotzend gesunde, muntere Landkind alle die scheußlichen Mixturen und Latwergen thatsächlich benutzt, die es bei jedem Stadtbesuch in der Hirschenapotheke aufkauft? Das einzig Plausible, was sie holt, ist Strychnin für das Raubzeug. Alles Andere aber ? Die ungezählten Düten Kamillenthee, Schweizerpillen, Lederzucker, Cachou, SalmiakpastiUen, Sennesblätter, Brustpulver und wie das Zeug sonst noch heißt davon ist doch jedes Gramm ein Sympathiebeweis, jede Schachtel eine halbe Liebeserkläruna! Merkst Du denn das nicht, Mensch!? Wer soll das Alles genießen auf dem Uhlenkamp, he!? Da ist ein Jeglicher so pöbelhaft gesund, daß Du in einem Iahte die Bude zumachen könntest, wenn Du von deren Gebresten abhingest! Dein Antlitz hellt sich auf ich schließe daraus, daß Du mich endlich begriffen hast. So folge also meinen: Rathe und nutze die Emladung für morgen aus. Fahr' zur Jagd nach dem Uhlenkamp. Aber schieße nicht mit dem Gewehr Du könntest ein Unglück anrichten sondern schieße los mit Deiner Erklärung. Dann kriegst Du die Agathe und ich meine Ruh' vor Deinem ewigen Liebeskumrner, der mir nachgerade fad ist. Hast Du aber wieder nicht die Courage, so bist Du eine noch größere Nulpe, als ich taxire und die Kaßners können dann mit den aufgekauften Spezereien nächstens eine Concurrenzapotheke aufmachen Au ! Zum Donnerwetter, laß meine Hand los! Verflucht nochmal wenn Du nur die Hälfte der Kraft in Deiner Seele hast wie eben in der Pfote, so geht Alles gut!" Die Herrgottsfrühe eines wundervollen Herbstmorgens. Also, wie gesagt, Herr Doktor " flüsterte Fräulein Agathe Kaßner. deren frisches Apfelgesicht von der Morgenkühle, vcm Jagdfieber und vielleicht auch aus einem anderen G-''
glühte wie eine rothe Reinette auf der Sonnenseite, möglichst leise geräuschlos, damit wir den braven Bock nicht vergrämen, der über jene Lichtung wechseln muß. Hier ist auch schon unser Ansitz, die Kanzel steigen Sie nur hinauf, Herr Doktor." .Aber mein gnädiges Fräulein," lispelte Eugen Wurm pochenden er zens unter einer Unzahl von Berveugungen, ich bitte Sie nach Ihnen, selbstverständlich nach Ihnen!" Nein, Herr Doktor das ist gar nicht so selbstverständlich," erwiderte die Kleine, indem sie noch tiefer' crröthete und ein reizendes Schmollgesichtchen aufsetzte. Dem Apotheker dämmerte nun endlich das Verständniß für die Situation aus und er wurde seinerseits um eine Nuance verlegener. Ach so jawohl natürlich!" stieß er hervor und kletterte unverzüglich die Leiter hinaus, wobei ihm sein Schießgewehr gräßlich hinderlich war. Beinahe wäre er damit heruntergeschlagen; aber er hielt sich fest und kam denn auch glücklich oben an. Darf ich Ihnen behilflich sein, gnädiges Fräulein?" fragte er laut, indem er niederläuterte und dem jungen Mädchen die Rechte entgegenstreckte. Ssst um Gotteswillen leise!" raunte die Kleine, die die schlanke Leiter gewandt wie ein Kätzchen hinankletterte. Und bewegen Sie sich nicht so viel! Die Kanzel ist nur leicht gebaut. Ich danke Ihnen!" Damit entzog sie ihm ihr Händchen und ordnete umsichtig die Sitze an. , Hier, Herr Doktor, nehmen Sie Platz. Von einem bestimmten Zeichen ab, das ich Ihnen gebe ich werde den Finger auf den Mund legen sprechen Sie kein Wort und machen keine Bewegung mehr! Das ist das Wichtigste. Versprechen Sie mir das?" Alles, mein gnädiges Fräulein, Alles!" jauchzte Eugen Wurm bewegten Herzens ein Tonfall, der Fräulein Agathe anscheinend nicht unsympathisch berührte, sie aber doch zu einem nochmaligen warnenden Ssst" veranlaßte. Nun wollen wir noch' schnell verabreden, wer von uns Beiden schießt, wenn wir den Bock wirklich zum Schuß bekommen. Wollen Sie, Zerr Doktor, oder " Nach Ihnen, selbstverständlich nach Ihnen! Ich werde wohl überhaupt nicht zum Schießen kommen, denn ich habe vorhin bemerkt, daß ich in der Eile einigeRollen Zwanztgpfennigjtücke erwischt habe anstatt der Patronen " Aber ich bitte Sie! Wie ist denn das möglich! Und ich kann Ihnen nicht einmal aushelfen mein Drilling hat ein anderes Kaliber." Das will ich glauben, mein gnädiges Fräulein. Meine Büchse ist nämlich eine sogenannte Nilpferdkanone, ich habe sie von meinem seligen Vater geerbt, der einmal mit Stangen in Afrika gewesen ist. Das macht jedoch nichts, Fräulein Agathe ich würde nicht geschossen haben, um kein Unglück anzurichten " Still jetzt," flüsterte das junge Mädchen, indem es mit den hellen Au gen scharf zum jenseitigen Waldrand hinüberspähte. Dr. Eugen Wurm war aber derart schön in Fahrt, daß ihn keine Macht der Welt gehindert hätte. endlich sei:. Herz auszuschütten. Der belebend frische sonnige Morgen, die Erinnerungen an Ralph Semraus unwiderlegliche Deduktionen, die enge Nähe des geliebten Wesens alles Das weckte in ihm ein entschlossenes Jetzt oder Nie!" Und er sprach
der inneren Erregung entsprechend zwar mit den unbeholfensten S-Lau-ten, aber glatt, unaufhaltsam und mit zunehmender Verve: Nein, Fräulein Agathe ich werde nicht schießen, ich werde endlich losschießen, wie mein Freund Semrau sagt. Ich werde Ihnen sagen, was mein Herz diele ganzen langen Monate über bewegt, was es gelitten hat unter der schrecklichen Ungewißheit! In diesem weiten herrlichen Gottesdome nein. Fräulein Agathe, legen Sie nicht den Finger auf den Mund, heißen Sie mich nicht schweigen! Treten jr mir ruhig weiter auf den Fuß das Alles wird mich nicht hindern, mir die Gewißheit zu holen, die ich brauche, um leben zu können! In diesem weiten herrlichen Gotresdome, wo uns Niemand hört als der Höchste, der in mein Herz sieht und weiß, wie treu und ehrlich ich es meine kneifen Si5 mich nur wüte?, Fräulein Agathe! hier endlich habe ich den Muth, mich Jhnen zu Füßen zu werfen und . . ." Ein Krache,: und Brechen. Dr. Eugen Wurm hztte bei seinem ekstatischen Fußfall eine der leicht aufgenagelten Latten herausgebrochen und außerdem die Verbindung der Kanzel mit der Kiefer gelockert, an deren Stamm sie errichtet war. Ein heftiges Schwanken dann ein Schrei und die Jagdgesellschaft hing festgeklammert an der Kiefer. Die. Kanzel unter ihnen war zusammengefallen und drüben setzte der Bock in weiter Flucht zu Holze. Fräulein Agathe Kaßner ließ sich sofort herab. Als Tochter eines waidgerechten Jägers hatte sie keinen Sinn für die Komik der Situation und zunächst auch für nichts Anderes. Sie dachte jetzt nur daran, daß der Bock vergrämt worden war und daß Papa sie nun auslachen würde wegen dieses Tölpels. Und ungefähr wie Tölpel" lautete
es einen, was Dr. Eugen Wurm in seiner lustigen Höhe zuletzt noch zu hören bekam. Ucbermäßig gesch?idt bist Du ja nie gewesen, mein Junge obwohl oder vielleicht gerade weil Du Doktor der Giftmischerei und verwandten Wissenschaften bist. Aber wenn Du einer Jägerstochier Deine Liebeserklärung beim Ansitz auf der Kanzel machst . . ." Wiederum hob der Forstassessor Semrau die Schulter, um sie dann jäh fallen zu lassen, zugleich mit den crhocencn Armen. TVr Ylnt5cker war beute n psindlicher als gestern; die linke Hand tonnte er zwar auf dem Knie nicht spreizen, weil diese Hand reichlich mit Heftpflaster beklebt war. Die Rechte hatte er sich überhaupt verknaxt und trug sie in der Binde. Dafür äußerte er sich um so heftiger: Das ist Alles Unsinn verstehst Du? was Du gestern und heute hingeredest hast! Cnn Mädchen, das einen Mann liebt, schaut nicht nach so einem dummen Bock aus, wenn von ihrer Liebe die Rede ist " Das meinst Du, der keine Ahnung hat, was so ein Ansitz für ein waldgerechtes Herz bedeutet!" Die läßt diesen Mann nicht zwischeu Himmel und Erde hängen" Na, sollte sie Dich vielleicht 'runterschütteln wie eine reife Pflaume!?" Und vor allen Dingen fagt sie nicht Tölpcl zu solchem Manne!" " Weshalb nicht mein Junge wenn man einem, Mädchen mit so einem schlagenden Beweis von subjektiver Dummheit kommt aber laß Dich nicht stören, da ist eben Jemand in Deinen Giftladcn gekommen." Dr. Eugen Wurm trat aus dem Privatkontor in die Apotheke. Fräulein Agathe " stammelte er unter lebhaftem Farbenwechsel. Guten Taa. Herr Doktor." hauchte die Kleine. Darf ich vielleicht für fünfzig Pfennig Heftpflaster bitten?" Heftpflaster sehr wohl. Aber Sie haben doch nicht ernstlich weh gethan?" Nein so gut wie gar nicht. Ich ich bin eigentlich auch nur gekommen. um Sie um Entschuldigung zu bitten. Ich war recht unfreundlich . . . es war wirklich nur wegen des Rehvocks und in dem allerersten Aerger. Ich habe ganz bestimmt gedacht, Sie würden noch zum Frübstück zu uns kommen. Wie Sie dann nicht kamen habe ich mich sehr geängstigt und gegrämt und ... die ganze Nacht habe ich nicht geschlafen und deshalb . . Was !" jauchzte Dr. Eugen Wurm mit frohbewegter Stimme, indem er hinter dem Ladentisch hervor auf sie zustürzte und ihre beiden Händchen ergriff, die sie ihm gern überließ. Sie haben sich gegrämt und die Nacht nicht geschlafen um mich!? Um mich, Fräulein Agathe?! Oh oh. Fräulein Agathe in diesem weiten herrlichen Gottesdome . . . Glücklirweise kam Dr. Eugen Wurm nicyt weit mit dem Unsinn, seine Giftbudc als einen Gottesdom anzusprechen. Fräulein Agathe Kaßner lehnte ihr ReinettenaestchtckOn an seine Schulter und o hatte die subjektive Dummheit doch gesiegt.
ä;u u u i c i nehmen der Deutschen Kolonialgesellschaft, deutschen 'Frauen und Mädchen die freie Ueberfahrt nach Südwestafrika zu ermöglichen, das in erster Linie bezweckte, den verhältnißmäßig zahlreichen Ehen deutscher Ansiedler mit eingeborenen Weibern und der daraus sich ergebenden Gefahr für die Zukunft der Kolonie entgegenzutreten, hat ein Gegenstück in England gefunden. Wie die African Review" mittheilt, hat sich die britische Regierung entschlossen, um das britische Element in den ehemaligen Boeren - Republiken zu stärken, aus Staatsmitteln die Beförderung von englischen Frauen und Mädchen nach Transvaal und dem ehemaligen Oranje - Freistaat zu unterstützen. Es sind als erster Transport 55 junge Mädchen, meist Dienstmädchen, eingeschifft worden. Sie erhalten von dem Ueberfahrtspreis 5 Pfund Sterling vollständig erlassen. Den Rest des aus Staatsmitteln gezahlten Ueberfahrtsgeldes haben sie in mäßigen Raten zurückzuzahlen. E i n in der UrbanStr. in Berlin wohnender Restaurateur hatte vor mehreren Jahren seine Frau an der Schwindsucht verloren. Der Mann hing mit der ganzen Liebe seines Herzens an der Heimgegangenen und an seinen beiden hübschen Kindern, von denen das ältere, ein Mädchen, den Keim der Krankheit, an welcher die Mutter verstorben, in sich trug. Das zur Jungfrau herangereifte Kind hatte dem Bater eine öesonders sinnige Aufmerksamkeit zum Weihnachtsfeste zugedacht und ließ das Bild der hituikx und ihr eiger.es Bild in einem Rahmen anfertigen; sie verwahrte die Gabe mit Wissen ihres Bruders. Während dieser Zeit aber wurde das 17jährige Mädchen bettlägerig und in den Morgenstunden des 24. December machte ein Blutsturz auch ihrem jungen Leben ein Ende. Der Weihnachtsbaum stand nun im Trauerhaufe bereits geschmückt fertig für die Abendfeier bereit und wurde am Abend auch auf kurze Zeit angezündet. Aber es gab eine erschütternde Weihnachtserinnerung: Der Bruder des Mädchens überreichte in deren Auftrage dem Vater das Bild feiner Frau und seines eben verstorbenen Kindes.
3n der M a i r i e v o n HreSnes bei Paris unterzeichneten der berüchtigte Führer der Pariser Apachen" Lecca und dessen Geliebte Vanmael, die unter dem Namen das Pantherweibchen" bekannt war, den Ehecontrakt. Die Vanmael folgt ihrem Manne freiwillig in die neucaledonischc Strafcolonie. Während der Trauung wurde die Mairie von Fresnes scharf bewacht, um das Eindringen von Leccas Spießgesellen zu verhindern. Wie die Gotthardpost mittheilt, ist es mit einem Erdrutsch in der Joggenen (an der Furkastraße) übelbestellt. Die vor drei Jahren mit vielen Kosten verbesserte und verbreiterte Straße durch die sogenannte Leimgrube hat zwar bis jetzt noch standgehalten, doch bildet das ganze Rutschgebiet eine immerwährende direkte Gefahr für die Kantonsstrahe. Die Risse und Spalten oberhalb der Straße fangen fämmtlichesBergwasser auf. Es bilden sich größere Eisflächen, die beständig wachsen und arbeiten. Mit dem Eintritt der wärmeren Witterung ist leider eine größere Katastrophe sehr wahrscheinlich, was für den Fremdenverkehr über die stark frequentirte Furka Nachtheile bringen müßte. Man spricht deshalb bereits von einer neuen Theilstraße, die beim Hotel Galenstock mit zwei Krümmungen aufwärts das Absturzgebiet zu überschreiten und beim Hotel Tiefengletscher in die alte Straße einzumünden hätte. Ueber eine gefährliche Donaufahrt wird aus Szent-Endre geschrieben: Von Sziget - Monostor wollten morgens Früh mehrere unoarische Landleute mit einem Wagen über die scheinbar zugefrorene Donau auf das jenseitige Ufer nach SzentEndre zum Wochenmarkt. Als sie ungefähr die Mitte des Stromes erreicht hatten, setzte sich das zu schwache Eis unter ihnen in Bewegung und Wagen und Pferde versanken rettungslos zwischen den treibenden Eisschollen. Wemge Stunden nach dieser Katastrophe ereignete sich ein Vorfall, der leicht noch verhängnißvollere Folgen hätte haben können. Um die Mittagsstunde wollten die von Sziget - Monostor gekommenen Weiber, Männer und Kinder. die in der Frühe ihre Feldfrüchte nach Szent - Endre zum Markt gebracht hatten, mit der Plätte an's andere Ufer. Auf halbem Wege stieß nun die don circa dreißig Personen besetzte Plätte so heftig gegen eine große Eisschölle, daß bü Insassen in ernste LebeNsgefahr geriethen. Trotz aller Anstrengungen gelang es nicht, die Plätte aus dem Bereich des Treibeises hinauszubringen, welches das gefährlich schwankende Fahrzeug mit großer Schnelligkeit stromabwärts trieb. Die Hitferufe der Weiber und Kinder machten schließlich Leute auf dem Szent - Endreer Ufer aufmerksam, und unter der umsichtigen Leitung des Feuerwehr - Oberkommandai cen Petrovics nahte noch rechtzeitig Hilfe imd die Plätte wurde glücklich an's Ufer aebrackt. Vonseinem achtjährigen Sohne gerettet wurde in Owosso, Mich., der Kutscher Frank Ehamberlain. Letzterer tränkte eben die Pferde. als eines derselben ihn mit dem Hufe so gegen daS Bein schlug, daß das Hufeisen das Fleisch durchdrang und eine Hauptader zerschnitt. Der Mann achtete der Schmerzen nicht weiter und begab sich mit denPferden nach dem Stall zurück. Dort angekommen, .überfiel ihn ein Gefühl der Ohnmacht und er bat seinen Sohn, welchen er bei sich hatte, ihn schnell zu dem nächsten vier Blocks entfernt wohnenden Arzt zu begleiten; unterwegs brach er aber zusammen und bald hatte sich unter seinem Bein eine Blutlache gebildet. Er konnte dem Knaben gerade noch zurufen, das Bein fest zu drücken, damit kein weiteres Blut herausdringe, dann verließ ihn das Bewußtsein und der Kleine that, wie ibm geheißen, wobei er aus Leibeskräften um Hilfe rief. Endlich hörte ihn Jemand und holte einen Arzt herbei, aber beinahe wäre es zu spät gewesen und Ehamberlain hätte sich verblutet. Ein interessantes Experiment ist unlängst von der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft desKantons St. Gallen rn's Werk gesetzt worden. Der in den Appenzeller Bergen hinter der Gebirgskette des hohen Kasten in idyllischer Einsamkeit gelegene Sämbtisersee besitzt keinen sichtbaren Abfluß. Daß der See einen unterirdischen Abfluß besitzen müsse, ging aus der Erscheinung hervor, daß sich der Seespiegel jeweilen nach starkem Regen stärker senkte, als die bloßeVerdunstung des Wassers verursachen konnte. Um sich über diese Frage Gewißheit zu verschaffen, wurde .dem auf 4000 Fuß Höhe liegenden See eine große Quantität grünen Farbstoffes zugeführt. An den Quellen und Bächen der näheren und weiteren Umgebung, so auch im Rheinthal, wurden Wachen aufgestellt, die Bevölkerung veranlaßt, unverzüglich nach St. Gallen zu berichten, sobald eine der ous dem Gebirge kommenden Wasseradern die grüne Färbung aufweise. Das ist nach Verlauf von sechs Tagen geschehen, mdem der Mühlbach in Sennwafd jenseits des Gebirges im oberen Rheinthal während mehrerer Stunden Wasser mit der eigenthümlichen Farbe auswies. Der Abfluß des Sämbtisersees geht somit nach Osten unter dem Gebirge durch.
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