Indiana Tribüne, Volume 26, Number 132, Indianapolis, Marion County, 26 January 1903 — Page 5
j& 2 O
k
Indtana Tridttne, 26 Januar 1903 5
j
Der Südseite Turnverein übernimmt das Bezirks-Tnrnfeft. In der gestern Nachmittag abgehaltenen Sitzung des Vorstandes des Sndfeite Tumvereins erschien der erste Turnwart des Bczirkvororts, Turnlehrer König vom South Bend Turnverein, und fragte im Namen des Vorortes an, ob der Verein geneigt fei, das diesjährige Bezirks-Turnfeft zu übernenmen. Tasselbe war bekanntlich auf dem letzten in der Südseite TurnHalle abgehaltenen Bezirks - Turntagsatzung der LouisviUe Turngemeinde überwiefen. Dieselbe hat jedoch vor einigen Wochen abgelehnt, das Fest zu übernehmen. Nach kurzer Berathung beschloß der Vorstand die Uebernahme des Festes. Das genaue Datum wurde noch nicht festaestellt, doch wird dasselbe in den letzten Tagen des Monats Juni in der Südseite Turnhalle abgehalten werden. Von Seiten des Socialen Turnvereins war eine Einladung zur Theilnähme an dem am 9. Februar stattfindenden gemeinschaftlichen Turnabend eingelaufen. Es wurde beschlossen, daß die Activen sich daran betheiligen und die Angelegenheit wurde sodann an den ersten Turnwart, Herrn Otto Graf, überwiesen. DerMaskenball. Das General-Comite, welches die Vorbereitungen für den am Mittwoch, den 11. Februar, stattfindenden Mas' kenball zu treffen hat, hielt gestern eine längere Sitzung ab, in welcher die verschiedenen Comites ernannt wurden. Es wurde seiner beschlossen, die Halle in großartiger und origineller Veise decoriren zu lassen und daß acht Mitglieder des Comites eine Gruppe bilden sollen; mehrere Mitglieder des Comites berichteten, daß auf dem Maskenball verschiedene Gruppen ihr Erscheinen machen würden, so daß es also att Abwechslungen nicht fehlen wird.
Damen - Berein des Sociale Turnvereins. Eine gemüthliche Suchre-Partie. Die unter der tüchtigen Leitung der Frauharles Mode stehende 2. Seetion des Damenvereins des Socialen Turnvereins veranstaltet? gestern Nachmittag für die Mitglieder des Vereins eine Euchre-Partie, an welcher sich sehr viele Mitglieder dethe'.ligten. Die Vorbereitungen waren in solch' umsichtiger Weise getroffen worden, daß Alles wie am Schnürchen ging. Die Siegerinnerrvaren: 1. Preis -Frau R. Kintlin. '2. Preis Frau Carl Habig. 3. Preis Frau Charles Klein. Gaft.Preis Frau Anton Kraß. Einen Extra-PreiS errclng sich ferner noch Frau Oscar Pflumm. Harugari Sängerchor. Eine fidele Abendunterhaltung. In seiner Halle an der Süd Dela wäre Str. veranstaltete gestern Abend der Harugari Süngcrchor eine sehr hübsche und fidele Abendunterhaltung für seine Mitglieder und deren Familien. Das Programm bestand aus musikalichen Vorträgen von Fräulein Alma Senger und von dem Sangerchore, sowie verschiedenen urgelungenen komischen Vorträgen, y Wiener Couplet", Herren Weis. haar und Keller; Negertruppe", Herren Gisler, Baaske, Wifchmeyer und Studer ; Duselmeier's Liedersammlung" (auf Verlangen) Herr Weishaar: Mandolin und Guitarren-Quartett ; Der Katzenjammer". Herr V. Studer; Bariton - Sob Der letzte Schuß", Herr Weishaar ; Madame Pompadour und ihre Katzen", Herren Reuter und Gisler, etc. Daran schloß sich ein fideles Tänzchen und alle Theilnehmer an der Unterhaltung verlebten einen sehr vergnügten Abend. Grundeigenthiims Ucbcrtragungen. Wm. F. Kühn an Lewis C. Willis u. A., Theil Lot 81, Young'S Subd. Außenlot 181, nahe Wawut und Park. $6000. Wm. L. Elder an John M. Snaw, 28 Lots, Armstrong Park Add. Nord Jndpls. $2800. Armstrong Park Land Co. an Verschieden?, 30 Lotten zu je $200. $6000. Etwas eues Das Morton Büffet." Lunch von 9 Uhr Morgens an. 44 Circle. John N. Maß, Eigenthümer.
Ter Herzog von Vnmvcrlanv. Seit einiger Zeit sprach man nicht in den eigentlichen wölfischen Kreisen, sondern in den preisen, die einen Ausgleich des Herzogs von Cumberland mit der Riese Preußens und infolgedessen mit dem Deutschen Rciche auf Grund eirll bestimmten Verzichis auf Hannover wünschen und für möglich halten , von der (Lencigtheit des Herzogs. Schritte zu thun, um eine Versöhnung herbeizuführen und um die Behinderung zu beseitigen, welche seiner Thronbesteigung entgegenstehe. Man bringt mit dieser Geneigtheit, wie dem Berliner Lokal - Anzeiger" von wohl unterrichteter Seite mitgetheilt wird, die Anwesenheit des früheren Landwirthschaftsminister Freiherr von Hammerstein-Loton in Berlin in Verbindung. Betanntilch vermittelte Freiherr von Hanilnerstein die Aufhebung der Beschlagnahme des wölfischen Vermögens, und jetzt soll er wiederum vom Herzoge von Cumberland beauftragt geivesen fein, zu sondiren, welche Bedingungen Preußen stelle, um den Herzog als regierenden Herrn in Braunschweig zuzulassen. Der Herzog tonnte stch keinen besseren Vermittler wünschen, als den Freiherrn von Hammcrstein, der als ehemaliger preußischer Staatsministe: über jedem Verdachte steht, reichsfeindliche Bestrebungen zu fördern, und als Mitglied einer der vornehmsten hannoverschen Familien dem Hause Vraunschweig vollste Sympathie entgegenbringt, dem es ein Herzensbedürfniß sein muß, den Chef des Hauses Braunschweig wieder unter den regierenden deutschen Fürsten zu sehen. Und nun kommt wie eine Vombe in dieser Friedensaltion der bekannte Brief des Herzogs von Cumberland an den Landgerichtspräsidentcn Dedekind, worin diesem für sein unentwegtes Festhalten an der wclfischen Dynastie der besondere Dank des Herzogs ausgedrückt wird. Was schon Herr von Hammcrstein erreicht haben mochte, wurde durch diesen Brief wieder illusorisch gemacht. Hätte der Herzog sih damit genügen lassen, dem Präsidenten einen Brief zu schreiben mit dem Ausdrucke des Dankes für treue Anhänglichkeit, so hätte Niemand ihn deshalb tadeln können. Ganz unnöthigerweise aber kritisirt der Herzog nicht nur das jetzige Vorhalten der braunschweigischen Regierung und des braunfchweigifchenLandtages. sondern er bezieht sich auf seinen Erlaß an das Staatsministerium vom 2. November 1884 und rollt damit die ganze Tragikomödie wieder auf, die damals gespielt hat. Es ist unmöglich zu dergessen, daß der H ö, während er versicherte, als Herzog von Braunschweig das Deutsche Reich im vollen Umfange anerkennen zu wollen, einen Brief an die Königin Victoria geschrieben hatte, in welchem er erklärte, daß er, auch wenn in Braunschweig zur Regierung gekommen, seine Anspräche auf Hannover nicht aufgeben würde. So lange aber diese Erklär rung nicht zurückgenommen ist, kann an eine Uebernahme der 9tt gierung in Braunschweig nicht gedacht werden. Kein preußischer Minister kann seinem Könige vorschlagen, den Prätendenten von Hannover als regierenden Herzog von Braunschweig zuzulassen. Das wird auch Freiherr von Hammerstein voll anerkennen, und so bleibt alles beim Alten!
juet e r e ? n der Vereinsvorstände. Ein Novum in der Vereinsmeierei hat sich jüngst in dem durch seine C 'elwaaren und Musikinstrumente w?llbekannten kleinen Erzgebirg-Städtchen Markneukircheu, Königzeich Sachsen, zugetragen: es wurde dort nämlich ein Verein der V'7einsvorstävde" gegründet. Der ZTieck dieses Zusammenschlusses ist, in gewissen, alle Vereine gleichermaßen betreffenden Angelegenheiten korporativeinheitliche Beschlüsse zu fassen und auch sonst gemeinsame Verathungen zu pflegen. Nervrect7vrstc'lf. Vertheidiger: Sehen Sie sich den Angeklagten an, meine Herren, dieses gutmüthige Gesicht, diese ehr.l i ch e n Züge!" A geklagter: Sö, dös nehmens zurück!" elbftrrratli. Du, Mama, der Alfred macht mir immer Alles nach!" Ach, das thut doch der Alfred nicht!" Na, siehst Du denn nicht, wie er mir immer die Zunge herausstreckt?" Im c-ifor. Der Ortspolizist von Kümmeltürkenhausen steht auf dem Marktplatze der Stadt, als zwei Herren vorüber gehen, von denen der Eine eben mit lauter Stimme zum Anderen sagt: Unser Bürgermeister hat wieder 'mal gequatscht!" Der Ortspolizist, eingedenk seiner heiligen Pflichten und förmlich sprachlos über diese beispiellose Unverfrorenheit, faßt natürlich den Frevler sofort beim Schlafittchen und sagt, nachdem er einigermaßen die Sprache wiedergefunden, mit strenger Stimme: Mein Herr, Sie haben eben mit weit vernehmbare? Stimme das Haupt unserer Stadt beleidigt. Wie heißen Sie? Ich werde Sie zur Anzeige bringen!" Ich 7m be doch Ihren Burgermeis:er nicht gemeint," erwidert der Angesprochene, sondern den von Untnwurzelbach!"-So?" sagt der Ortspolizist besänftigt, quatscht der oocü o u
Das gemalte Brdcnskzrcu!. Dem berühmten französischen Maler Horace Vernet diente zu einem seiner Schlachtenbildcr ein Seigcant der Chasseurs d'Afrique als Modell. Der Mann erschien ihm eines Tages traurig und niedergeschlagen, und er fragte ihn daher, was ihm denn fchle. Der Sergeant wollte erst nicht recht mit der Sprache heraus, dann aber schüttete cr dem Maler sein Herz aus. Er war für das Kreuz der Ehrenlegion vorgcschlagen gewesen, war aber ungerechter Weise übergangen worden. Der Kummer des braven Soldaten brachte den Künstler auf eine gute Idee. Er erwartete für den nächsten Tag einen Besuch des Königs Ludwig Philipp und malte deshalb die Dekoration in ausfallenden Farben auf des Soldaten Brust. Als der König das Atelier betrat und das neue Bild besichtigte, bemerkte Vernet mit scheinbarem Bedauern: Ucbrigens habe ich mich geirrt; ich glaubte, dieser Soldat, oer ganz großartige Dienste geleistet hat, wäre efcrirt, aber darin habe ich mich, wenn ich recht berichtet bin, getäuscht. Es ist schade, denn der Orden macht sich auf dem Bilde canz ausgezeichnet." Der König erwiderte sofort lebhaft: Sie haben recht. Wischen Sie das Kreuz nicht fort, es ist ganz an seinem Platz; ich werde Ihnen ein richtiges schicken, das Sie Ihrem Modell in meinem Namen übergeben können." Barbarische Strafe. Allgemein üblich unter den Landsknechten aller Nationen vom 15. bis zu Anfang des 17. Jahrhunderts war das sogenannte Spießrecht. Es war das die Strafe des Jagens durch die Spieße, woraus dann später die mildere Form des Spießruthenlaufens hervorging. Der Chronist Fronsperger schildert diese barbarische Exekution wie folgt: Derweil die Knechte die Gassen machen, läßt der Profoß den armen Mann beichten, bis die Gassen fertig ist. Darauf führt ihn der Profoß dreimal die Gassen auf und ab, daß er Urlaub nehm von männiglich und bitt um Verzeihung. So sprechen ihm auch die Fähndrich zu, er soll tapfer und unverzagt sein, sie wöllen ihm auf halben Wege entgegen lauffen und erledigen.
Also schleußet ihn der Profoß aus den Eysen und nimpt Urlaub von ihm. Danach stellt man den armen Mann für sich und gibt ihm drei Streich auf die rechte Achsel, im Namen des Vaters, Sohnes und des heiligen Geistes und stellt ihn gegen den Spießen und laßt ihn lauffen. Wenn der arme Mensch verschieden ist, so kömmt man wieder und thut ein Gebet, demnach macht man eine Ordnung und ziehen dreimal umb den todten Körper." So weit Fronsperger. Das Erledigen" für den armen Mann bestand darin, daß mitleidige Landsknechte den Delinquenten meist gleich zu Anfang der Gasse niederstachen. Assouans Stauwerk. Te? grohartigfte StromrcgulirungSbau d. Neuzeit vollende. Neulich wurde der große Nildamm bei Assouan in Egypten vollendet und damit das großartigste Stromreaulirungswerk der Neuzeit zum glücklichen Adjchlun gebracht. Bekanntlich ist das wirthschaftliche Wohl und Wehe der Niltkalbewohner beinahe ausschließlich von einer rationellen Bewässerung des Bodens abhängig, dem es periodisch eine genügende Menge des befruchtenden Nilschlammes zuzuführen gilt Dieses Problem ist jetzt durch die Beendigung eines mächtigen Systems von Dämmen und Schleusen in weitem Umfange gelost. Der erste Komplex. oberhalb Kairo gelegen, ist bereits seit einigen Jahren fertig. Der zweite, bei Asstout, 250 englische Meilen strömaufwärts, wurde im letzten Frühjahr dem Betrieb übergeben; er besteht aus einem 2625 Fuß langen Steindamm mit 111 stählernen Schiebethüren und dient zur Bewässerung von 300,000 Acker 2nnb. Unvergleichlich imposan ter ist der jetzt vollendete Damm bei Anouan, 600 englische Meilen von Kairo bei den unter der Bezeichnung erster Katarakt bekannten Strom schnellen gelegen. Die Länge des aus schwarzen Gramtblocken auraeführtcn Bauwerkes beträgt 1 englische Meilen, die größte Höhe 130 Fuß. Auf der oberen, 40 Fuß breiten Plattform führt eine kle-ne Eisenbahn entlang; 1W von stählernen Thoren verschloi sene Bogenöffnungen durchbrechen die Rieenmauer. Der Niveauunterschied des Wassers ober- und unterhalb ist 67 Fuß, ein vierfaches Schleusensystem jedoch ermöglicht die Scknfffahrt. Die Zuruckdammungs - Kapazität dieses gigantischen Wehrs beläuft sich auf 1,000,000,000 Tonnen Wasser. Das genügt, um noch dem Fallen des Nils dem sudlichen Uferstnch während der Sommermonate doppelt so viel Wasser zuzuführen, als die Themse bei Mittlerem Stande enthält. An 12.000 Menschen, einschließlich 2000 gel.rnter europaischer Maurer, haben cm den Werken bei Assouan vier Jahre lang qettdeltet. Tie Kosten erreichen annähernd $25,000,090, die Egypten allmälig an England zurückzuzahlen hat. Die Kapitalanlage erscheint trotz ihre? Höhe als eine lukrative, wenn man erwägt, daß schon die viel unbedeutendere Anlage bei Kairo die egyptische Baumwollernte verdoppelt, d. h. dem Lande einen jährlichen Gewinn von Z25.000.000 zugeführt hat.
Vin Kriminalmnscnm. Die Dresdener Polizeioerwaltung hat vor Kurzem ein Kriminalmuseum" eingerichtet, das das ganze große Gebiet der Kriminalistik von den einfachen Vergehen bis zu den schwersten Verbrechen gegen das Leben umfaßt. Da ist z. B. der Thatbefund einer Anzahl im Bereich der Dresdener Polizei vorgekommener Raubmorde genau in photographischen Abbildungen und selbst im Gipsmodell zur Ueberführung des Thäters festgehalten worden. Auch die Mordwerkzeuge sind meist zur Stelle, ebenso Gipsabdrücke der schrecklichen Verletzungen, die sie verursachten, wenn es sich um Zertrümmerung des Schädels oder ähnlicher Wunden handelte. Bemerkenswerth ist die Verschiedenartigkeit der Acordwerkzeuge: die spanische Garrotte, Wllrgschraube, liegt neben dem gewöhnlichen Tischmesser, die Axt neben einem mit künstlichen Blumen umwundenen Revolver. Reichhaltig ist das Museum an Gegenständen der Falschmünzerei, gefälschten behördlichcn Ausweisen. Stempeln und Urkünden, interessant auch die Sammlung von Einbrecherwerkzeugen, deren AnWendung durch Modelle veranschaulicht wird, groß die Anzahl der Selbstmörderwaffen. Das Kriminalmuseum erfüllt einen praktischen Zweck. Es gibt namentlich die Möglichkeit, die Beamten der Kriminalpolizei mit dem Handwerkszeug der Verbrecher und seiner Anwendung, also mit der Praxis des Verbrechers bekannt zu machen. Es vermittelt dem Kriminalisten gewisse technische Kenntnisse, die ihm bei der Verfolgung von Strafthaten unbedingt nothwendig sind, es ist für die Polizei eine Sammlung von Musterbildern, an denen sie Auge und Einsicht schärft. Nettes Babnperfonal. Ein sehr wenig vertrauenerweckendes Dienstpersonal scheint die sibirische Bahn zu beschäftigen. Im Jahre 1901 waren an der Bahn gegen 1000 Verbannte angestellt. Hiervon waren 597 wegen Mordes, Raubes und anderer Gewaltthaten verbannt, 24 wegen schweren Dicbstahls und Urkundenfälschung. Sie dienten zum Theil bei den Verwaltungsbehörden der Bahn, zum Theil auch als Wächter! In jüngster Zeit ist die Indienststellung Verbannter etwas eingeschränkt worden. Unter den 18,000 Bediensteten und Arbeitern der Bahn befanden sich nicht weniger eis 2311, die weder lesen noch schreiben konnten. Die verschiedensten Berufsarten sind unter den Bediensteten zu finden: Handwerker und Künstler, Literaten, Lehrer. Lehrerinnen, Gouvernantcn, Landwirthe. Apotheker, Handlungsreisende, Photographen, Maler, Orgelspieler, frühere Gnstliche. Poligeisoldaten u. s. w. Könftlcrftolz. Anton Rubinstein sollte einst nach dem glänzendeii Ver laufe eines großen, von ib.n geleiteten Musikfestes in Stuttgart eine Audienz beim Könige haben, und ein Hofbeamter erschien zur festgesetzten Stunde im Gasthof. um ihn abzuholen und nach dem Residenzschloffe zu begleiten, war aber nicht wenig erstaunt, den gefeierten Künstler noch in unscheinbarem schwarzen Rock zu finden. Rubinstein setzte seinen niedrigen schwarzen Hut auf und war zum Aufbruch bereit. ..Wie keinen Frack?" stammelte auf's Höchste überrascht sein Führer. Ich gehe niemals im Frack," antwortete der Meister im gleichmüthigsten Tone von der Welt. Aber der Hut!" stöhnte der Hofmann, auf den zweifelhaften Filz deutend, der das Haupt schmückte, wie graues Moos das goldführende Gestein
bedeckt. Haben Sie keinen Cylinder?" Ich trage niemals einen Cylinder." Man ging. Wollen Sie nicht wenigstens Handschuhe anziehen?" wagte sein Begleiter noch zu bemerken. Ich trage niemals Handschuhe," lautete die lakonische Antwort. Und also betrat Rubinstein die königliche Residenz. Bismarck der Populärere. Vom alten Kaiser Wilhelm wird jetzt noch eine hübsche Anekdote bekannt. Er saß eines Tages im Emser Kurpark mit seinem Neffen Kaiser Alexander II. von Ruhland zusammen, als der Letztere die Ansicht äußerte, es sei wohl besser, eine entlegenere Sitzbank aufzusuchen, um dem beständigen Grüßen eher enthoben zu sein. Warte 'mal," sagte Kaiser Wilhelm zu Alexander IX, dort kommt Bismarck! Wenn der da ist, lassen die Leute uns in Ruhe." Und so kam es auch. Kaum hatte sich der Kanzler in der Nähe der beiden Kaiser ebenfalls niedergesetzt, als sich das neugierige Publikum von den Monarchen abwandte und nun den berühmten Staatsmann belagerte. Beurtheilung der Güte d e s Za f f e e s. Ui den Kaffee auf seine Qualität zu prüfen, achte man besonders auf den Geruch. Natürlich kann es sich hier nur um ungebrannten Kaffee handeln, den gebrannten kann man durch Probiren beurtheilen. Jeder geringere Rohkaffee hat einen unangenehmen, stechenden Geruch. Die Farbe der einz:lnen Bohnen ist eine ungleichmäßige, einzelne sind schmutziger Farbe. Die besseren Sötten haben durchschnittlich eine grünliche oder bläuliche Färdüng und einen angenehmen Geruch. Die hochfeinen Sorten haben einen Geruch von frischem Zwieback. Man sucht diesen Geruch bei minderwerthigen Sorten durch schwaches Anrösten zu immitirm, was man jedoch nur nachweisen kann, dadurch, daß diese beim zweiten Rösten nicht mebr aus,eNe
Gisenvabn - UKhrplan. leveland, incinnati, Chicago 8c St ionxs Rai!wav.
C leveland t bedeutet taglich, ausgenommen Sonntag. Abgang New Aork Expreß tägl 4 40Vrn Andersonck B H'b'r Exp ... 45Bm Muncie & FtWayne Exp p. 7 20Vm N S B Lim täglich 8. . .. 8 00Nm Clev & Bcnton Harbor Erp. 11 10Vm N I B Lim, tägl d 8.. .. 2 S5Vm Union City Acc tägl 4 45Nm Knickerbocker Sp täglich dScs 6 25Rm St. LouiS .. World St LouiS Mail 7 20m Southweftern Lim tgl d & s 11 45Vm St Louis Lim täglich pds. 3 2591m Terre Haute & Mat'n Acc.. 5 009cm NAH St. Louis Exp tägl..10 4oNm St Louis Expreß tägl s. . . 12 06Vm Ci n e i n n at Ein & Louö Rachtexvreß tgl 8 3 45Bm St Lous & Ein Nachtezp tg s 4 30Bm Cincinnati Exp tägl 8 7 30Bm Crncinnati Acc 10 45Vm Cincinnati F Expreß, tägl p 2 50Nm Louis F Expreß 2 50Rm Greensburg Accom 5 20Nm Eine & Wash F L tg d 8 k p 6 20Nm Chicago Kankakee Accom 7 00Bm Chicago Fast Expreß tgl d p 11 50Vm White City Spccial 8 d & p. 3 30Nm LaFayette Accom 5 15Rm Chicago Nachtexpreß tägl 3. .12 05Bm Mi ch ig a n Benton Harbor Expreß 6 4555m Michigan Mail Expreß p. ..11 10Vm Elkhart Acc täglich 4 45Nm Peoria D i vi Peoria Expreß & Mail 7 2535m Western Expreß täglich p d. .11 50Bm Charnpaign Accom 4 ONm Peoria Expreß täglich & 11 50Nm
Peoria Divisio n ö ft li ch. Columbus Expreß tägl 6 OOBm Lynn Accom 10 15Brn Ohio Special lägl dp 3 OONrn Columbus Expreß tägl dp. .11 40V Lynn Accom 6 15Nm Columbus Expreß tägl 8 10 30N pittsburgh, Cincinnati, Chicago & St Tonis R'y. Indianapolis Division. Abgang Ankunft Eaftern Expreß täglich 3 30Vrn Schnellzug täglich 8 id... 6 30Bm Columbus Accom 7 30Bm Limited Mail täglich 40Bm ftaft ExpreH täglich b d 8 lOBrn Richrnond Accom 8 40Bm Bradford Accom 1 25Nm St Louis Expr täglich d k s 12 ION Atlantic Expreß täglich 8 k d 3 05Nrn Bradford Accom 2 OONm Day Expreß täglich 5 OONrn Western Expreß täglich 8 3 20Nu St L k N s Lim täglich s d 7 15Nm Nimmt keine Passagiere tgl- 8 30Nm Richrnond Accom 8 OONm Jndianavolis Accom 8 b 16 40N Chicago Division. LouiSville öc Chic Exp tgl pd 11 35Bm Chic k Lou F Expr täglich 8 3 20? Lou k Chi F Expr täglich 8 12 05,Brn Chic k Lou Expr täglich pb 3 4vRw LouiSville Division. Chicago Sc Louisv Spl täAl s 3 40Vrn Louisv k Madison Acc 10 1093m Pitts k Lou L tägl s. . . . 7 OOBm Lou k Chic F L tägl p b... .11 30Bw Mao Acc nur Sonnt 7 30Brn LouiSville u. Madison Acc Louisv k Madison Accom. . 8 05Brn 6 40Nrs Chicago & Leu F L täglich pb 3 55Nrn Louisv k Pittsv F L täglich 8 7 05Nm Madison Accom 3 55Nrn Madison Accornrn Sonntags 8 15Bm Louisville Accom .. 6 15Nm Lou & Chi F Expr. tägliche 11.50 Nchl vandalia Cttte.
Abgang N D k St 2 Lim täglich 8 k d 6 50Bm St Louis Expreß tägl 7 25Bm 2t LouiS Expreß d 8 12 15Nrn Wcftern Expreß tägllich d 8.. 3 30Nm T Haute k Efngharn Acc.. 4 OONrn Terre Haute Expreß, täglich. 7 10Nm Nimmt keine Passagiere 8 35Nm Nacht-Expreß, täglich. 8. ...11 20Nm Indianapolis 8c Cairo k Vincen Expr täglich 7 20Vm Martinsv Accom 12 30Nrn Bincenneö Expreß 3 55Nm Spencer Acc, tägl 7 l5Nrn Chicago, Indianapolis? Sc Abgang Chic Night Expreß täglich 8. .12 55Vrn Fast Mail täglich 8p...... 7 OOVrn Chi Expreß nur Sonnt p d.11 50Vrn Chi k Mich City Veit dp.. 3 35Nrn Monon Accom, täglich 4 OONm
(ake (Lrie & weftein R. R. Abgang Ankunft Mail und Expreß , 7 1593m Indianapolis Expreß täglich 10 25V T Det k M C Ex täglich.. 12 20Nm Mail k Expreß 3 25Nm Laportc Accom nurSsnntags.12 20Nm Toledo Expreß 10 2bNw Evening Expreß 7 25Nm Cincinnati, amiiton 8c Dayron R. R. Oft. Abgang Ankunft Cincinnati Best täglich 8 k c 4 OOBrn Cincinnati Beftibule täglich b 12 45Vn. Fast Mail täglich 8 8 05Vm Fast Mail täglich 8 6 40 Cincinnati & Det Expr 10 40Brn Cin Chi & St 8 Ex tgl p.. 11 45 Cin . & Dayton Best. Exp p 2 45Nm Cincinnati Be dkp .... 3 25Nw Cincinnati Best täglich d p 5 OONrn Cinc k Jnd Accom 7 24N Cin k Detroit Expreß täglich 7 02Nm Cin 3nd St L& Peo Ex tg 8fecl8 36Rm Weft. Abgang Ankunft Springfield Mai! 8 OOVrn Weft Expreß täglich s 6c c. 3 65V Chicago Expreß 115093m Tuscola Accom 10 15Vm TuScola Accom 3 3QNm Cincinnati Expreß 2 40N Weft Expreß täglich 8 & c.llloNrn Springfield Mail 4 50N Via C., H. k D. R y. (Weft) und Roachdgle. Chicago Expreß 11 6053 in Cincinnati Expreß 2 40
S '. deutet 81eeper. P. Prlcw Cf. C
ibifi j
Ankunjl 9 25Brn 9 2593m 10 30B 11 30Vrn 3 lONrn 3 lORm 6 30Nrn 8 15Nm 10 lONrn 11 45Nrn Union City Accom tägl ktthart Accom, nur Sonntgs Foit Wayne & Elk Expreß p Southwestern Ltd tgl d s St Louis Ltd tgl ä g B H'b'r Expreß p s Union City Clev Acc B H'b'r & Andcrfon Expreß. New Jork Expreß taglicy New Aork Ltd tägl 8 Division. Pair aoixtb" New Aork Expreß täglich 8.. A St. Louis Erpreß tägl s 7 Mat'n k Haute Acc 10 N & Boston Lim tägl pd ? 2 St Louis Mail 5 Knickerhocker Sp täglich g&d 6 i Division. Greensburg Acc 8 Cincinnati Acc täglich 11 Chic KStL Expreß tg d 8 & pl 1 20Bm 25Vrn 35Bm 50Nm 35N 10NM 45B OOBm 40Vm 40Bm 25Nm 55Nm 50Rm 40Rm Chicago Lous & St Lxpreßll White City Spezial p 3 Cinc & Indianapolis Acc ... 7 Eine 3no k St L Expr tg 8 . . 11 Chic k Lou Nachkexpreß tg 8 11 Division. Cinc Nachr.preß, tägl 8 3 Kankakee Äccom 10 Cinc Fast Expreß tägl pd.. 2 La Fahette Accom 5 Cinc k Wash F L., d p.. 6 Division. Etkhart Accom nur Sonntags 9 Elkhart Expreß 10 Benton Harbor Expreß p . . . . 3 Michigan Expreß 8 s i o n w c st I i ch. Columbut k Cinc Exp tgl s 3 Champaign Accom 10 N S k Ohio Special 2 Peoria Expreß täglich p & d 6 30Bm 30Bm 40Nw 15 ION 25Brn 30B lONrn 15Nw 30Bm 35Bm 40Nni 08Rw Ankunft 3 20Bm New Kork Expreß täglich St Louis Expreß täglich. Schneller Expreß täglich s Terre Haute Acc täglich. Effingharn Accom ... . Atlantic Expreß täglich d Fast Line täglich St L 5 N s Lim täglich 8 6. ... 6 50Vm . . . 7 55B ...10 OOBm . . . 1 20Nrn 8.. 2 öONid . .. 4 45Nm kd 7 OONro vincennes R. R. Spencer Acc, tägl 7 50Bm Bincennes Erpreß täglich. . 10 263?Martinsville Acc, tägl 3 45Nm Cairo Expreß täglich 6 löNm Louisville R'y. (Alonon Rente.) Ar.kunst 3 45Vm 7 50V 10 00V m 4 62R Cincinnati Veft täglich 8. . . Fast Mail täglich 8 Monon Accom, täglich Cincinnati Best täglich d p. Cdir Cr. D. Di-.ag Car. 8 Balte Cr
