Indiana Tribüne, Volume 26, Number 132, Indianapolis, Marion County, 26 January 1903 — Page 1

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Zum Präsidenten der Vereinigten (GrubenArbeiter wiedergewählt. Das Comite der Vereinigten Gruben Arbeiter, welches die Stimmen, die für die Beamten abgegeben wurden zu zählen hatte, erstattete heute Vormittag in der Convention seinen Bericht. Demzufolge sind mit überwältigender Mehr heit wiedererwählt worden: Präsident John Mitchell. Vice-Präsident T. L. Lewis. Secretär Schatzmeister W. B. Wilson. Das Comite für den Vertheidigung Fond empfahl, daß jedes Mitglied der Organisation 10 cents monatlich beisteuern soll. Der Bericht des Einhalts"-Befehle Comites wurde angenommen. Demzufolge soll ein Comite von Zwei sich nach Washington begeben und sein möglichstes aufbieten, um im Interesse der Bill, welche die Machtbefugnisse der Bundes-Richter betreffs Ausstellung von Einhaltsbefehlen in ArbeiterStreitigkeiten beschränken soll, thätig zu sein. Staate-Auditor 5 her. in Amt und Würden. Der neue Staats-Auditor David E. Sherrick trat heute sein Amt an. Er verbrachte den gestrigen Sonntag mit seinem Amts-Vorgänger W. H. Hart, um sich über die Obliegenheiten seines Amtes zu informiren. Rasch tritt der Tod den Menschen an. Gestern Nachmittcz ist wieder eine unserer deutschen P onierinnen, Frau Martina Weber, plötzlich ihren Angehörigen und zahlreichen Freunden und Bekannten durch den Tod entrissen worden. Und was ihr Hinscheiden um so trauriger macht ist der Umstand, daß Frau Weber, die 53 Jahre alt war, am gestrigen Morgm noch das Hochamt in der Her; Jesu Kirche besrcht hatte und beim Mittagessen iwch völlig rüstig und munter war, ja sogar plante, am Abend der Festlichkeit des St. feftci-lien-Vereins beizuwohnen. Da machte ein Herzschlag Nachmittags gegen 2 Uhr ihrem Leben jählings ein Ende. Die Beerdigung der Verstorbenen, an deren Sarge außer den Freunden und Bekannten der bekümmerte Gatte, Herr John Weber, und 7 erwachsene Kinder u. sonstige Angehörige trauern, findet am Mittwoch Morgen, 9 Uhr, vom Sterbehause. No. 1140 Comur Ave., und um 10 Ubr von der Herz Jesu Kirche aus statt, zu deren Frauenverein Frau Weber seit vielen Jahren gehörte. Noch glücklich abgelaufen. Infolge des Nachgebens dezw. Losbrechens einer Schiene entgleisten ge ftern Morgen gegen 6 Uhr auf einer Curve bei Brightwood die Locomotive und der Tender des um 1 Uhr hier fälligen Big Four-Passagierzuges und kippten um. Glücklicher Weise wrde nur eine Person in dem kleinen Wrecke verletzt und zwar auch nur in ungefährlicher. wenn auch schmerzlicher Weise, nämlich der aus Bellefountaine. O., stammende Locomotivheizer Homer Kennedy. Derselbe erlitt eine Gesichts wun: und Quetschungen an der Brust und wurde, nachdem er per Bahn bis zum kleinen Bahnhofe an der Massachusctts Ave. gebracht werden, per Ambulanz in's St. Vincents H.'pital überführt. D i e V e r e i n i g u n g der re publikanischen Zeitungsherausgeber des Staates wird am Donnerstag und Freitag in dieserWoche hier imDenison-Hotel Versammlunge abhalten. Das Banquet findet am Donnerstag Abend statt. Bundes'Senator Fairbanks, Gouverneur Durbin, Lt. Gouverneur Gilbert, George Ade, Rosweld Field und James Whitcomb Riley werden die Ehrengäste des Abends sein.

Polizeiliches Allerlei.

Die gestrigen Thaten der Hermandkd. Auch der gestrige Sonntag war wieder im Großen und Ganzen ein Ruhetag für die Hermandad. Verhaftungen waren nämlich rar, und die Verhafteten waren mit wenigen Ausnahmen ganz gewöhnliche Sünder, z. V. Trunkenbolde, Ruhestörer etc. Ein sich Wm. Walker nennender und als Rauhbein bekannter colorirter Mitbürger, nach dem die Polizei schon seit etlichen Tagen gesucht hatte, wurde gestern von den Detectivs Bray und Holß wegen moderischer Schießerei verhaftet. Er ist beschuldigt, vor et lichen Abenden seinem ebenfalls nicht gar zu gut beleumundeten Rassengenossen Rim" Davis an Capital Ave. und Merrill Str. Rock und Hose mit Revolverkugeln durchlöchert zu haben, ebenso dessen Wade. Die GebrüderKahn, InHaber eines Kleidergeschäftes in No. 127 Süd Illinois Straße, klagten der Polizei gestern, daß ihnen am Samstag Abend ein Unbekannter einen $14 Ueberziehcr gestohlen habe, mit dem eine vor dem Laden stehende Modellpuppe angethan gewesen war. Auf Wunsch des Dr. Craig von No. 415 Nord New Jersey Straße erschossen gestern Nachmittag die Radler L osh und Askins eine vor Wochenfrist zugelaufene Hündin, zu deren Besuch sich, wie der Doctor klagte, täglich mindestens 25 Hunde-Herren einfanden. Personal-Notizen. Herr L v u i s Müller von der Iowa Str. No. 518 wurde von seiner wackeren Gattin mit einem prüch. tige Jungen beschenkt. Mutter und Kind befinden sich wohl und der Papa ist überglücklich. Um an dem Begräbnisse der Frau Anna Leppcrt theilzunehmen ist Herr Leopold Spitzmesser, ein ehemaliger wohlbekannter Bürger von Indianapolis, aus Greensburg hr eingetroffen. Herr H y. Becker aus Terre Haute, Bruder der Frau Fritz Bernhart von der Süd Delaware Straße, weilt zu Besuch hier. x wohnte dem gestrigen Liederkranz-Concerte" bei. Vom Feld der organisirten Arbeit. I m hiesigen Hauptquartier der Internationalen Typographen werden in dieser Woche die National-Beamten der Schriftsetzer-, Preßleute- und Buchbin-der-Unionen eine Versammlung abhalten, in welcher der Versuch gemacht werden soll, die Differenzen, welche wegen des Gebrauchs des L abels enlstanden sind, zu schlichten; ferner soll auch entschieden werden, welche Union di controllirenoe Macht über die Ausgab desselben haben soll. Am 7. Februar werden die Core-Arbeiter-Unionen des Landes über den Antrag, sich mit der Eisengielzer-Union zu amalgamiren, abstimmen. Esat den Anschein, als ob die Majorität für Verfchm-lzung der beiden Unionen ist. Die gremaker's Union" hat folgende Beamte erwählt: William Lambert, Präsident; Thomas Snomden, Vice-Präsident; Thomas Bomers, Schatzmeister; Walter Monroe, Correspondirender Secretär; Charles Fornshall, Finanz-Secretär; William Hubbard, Wächter; Charles Eblem, Fred Shoemaker und Newt Williams, Truftees. Die neuen Beamten der Woodworker's Union" sind: Präsident, Jvcob Nickel; Vice-Präsi-dent, M. Freyberger; Protocollirender Secretär, W. A. Collamore;. FinanzSecretär, Otto C. Nickel; Eonductor, Charles Roeder; Worden. Ernst Diller; Truftees, Chris Brand, John Lang und M. Freyberger. E. G. Goth, Ofteopath, 163 Lemcke, Locomotor Ataxia Spezialik.

Liederkranz

Erfolgreiches Concert. Mit seinem gestrigen Concerte, dem zweiten in dieser Saison, hat der In dianapolis Liederkranz ein neues Lor beerdlatt in seinen Ehrenkranz aeflochten, und nicht das kleinste. Denn das gestrige Concert war unzweifelhaft das beste der Saison und eines der besten in der ruhmreichen Geschichte der wacke ren Sängerschaar. Das Programm war ein sehr abwechslungsreiches und seine Durchführung war in allen Einzclheiten eine sehr gute, ja fast vollkommene, sodaß den Concertbesuchern ein herrlicher Genuß bereitet wurde, wofür sie denn auch durch enthusiastische Bifallssalven lohnten. - Was zunächst die OrchesterNummern anbetrifft, so war ihre Durchführung von Prof. R. Miller's bewährtem Orchester eine mustergültige, wie auch die Begleitung des ersten Chores Dem einen Vaterland" von Baebler, den die Sänger mit Verve und großartiger Wirkung zum Vortrag brach.en. Diesem Chöre folgte ein vorzügliches Duett der beiden Künstler, Herren! W White und Schellschmidt (Trompete und Posaune), das großen Applaus fand, und dann kam Herr Franz Schäfer, der bewährte Tenorist des iederkranz und Schüler des Herrn Prof. Troemel, an die Reihe. Der Sänger wgr gestern Abend bei ausgezeichnete? Stimme und er brachte bei dem gefühlvollen Vortrage des Solos Tyroler Sehnsucht" von Proch sowohl sein glockenreines Organ, wie seine gute Schulung zur vollen Geltung. Er mußte den donnernden Beifallssalven nachgebend ein Encore zugeben. Herr Prof. R. Miller spielte zu dem Vortrage das von Herrn Emil Zumpfe componirte Violin-Obligato, wie nicht anders zu erwarten war, in meifterlicher Weise. Den Schluß des ersten Theiles des Programmes bildete der Vortrag der herrlichen, von Prof. Dr. H. H. Fick gedichteten und von Prof. Theo. Meyder in Cincinnati in Musik gesetzten Weise .Das Lied, das meine Mutter sang" durch den Chor. Dieses war der erste Vortrag dieses gemüthvollen Liedes in Indianapolis, l nd wurde nur bedauert, daß es dem Componisten desselben leider unmöglich war, der an ihn ergangenen Einladung zu folgen und den gestrigen Vortrag persönlich zu dirigiren. Dichter und Componist haben bei diesem Werke einander innig verftanden und ein Lied geschaffen, daß seinen Eindruck auf keines Deutschen Herz verfehlen wird, mag er auch Hunderttaufende von Meilen der alten Heimath fern sein und Jahre lang. Die Wiedergabe des Liedes durch Prof. Knodel's Sängerschaar war eine in jeder Hinsicht vollkommene und als die letzteStrophe verklungen war, da erhob sich nieendenwollender Beifall, der erst verstummte, als die letzten Accorde der wiederholten l'tzten Strophe verklungen waren. Diese lauten wie folgt : So mög' eS ferner mich umschweben Auf meines Daseins Wanderfahrt, ?is einst das mühevolle Leben Den Abschluß hier gefunden hat. Schließ' dann die Augen ich, die müden: Kein Trauerchsr, kein Glockenklang! Singt mir das letzte Lied hienieden: DaS Lied, das meine Mutter sang." Ebenso prächtige Genüffe wie der erste bot der zweite Theil des Programmes, zunächst der wirksame und treffliche Chorgesang des Beschnitt'schen Und dräut der Winter noch so sehr" mit Solo Partien des Herrn Wm. Stöffler, dessen klangreiches Organ zu schönster Geltung kam. Eine andere Glanznummer des 2. Theiles des Programmes war das von Frau R. Hallermann und Herrn Ignatz Strack vorgetrageneDuett Ich fühle Deinen Odem" von Graben-Hoffman, mit Clavierbegleitung von Prof. Hallermann. Die Sängerin besitzt ein wunderbares Organ, eine der höchsten, wenn nicht die höchste Sopranftimme aller Sängerinnen in der Stadt, sowie eine vorzügliche Schulung. So brachte sie denn in Verbindung mit Herrn Strack,

dessen vollklingender Bariton bekannt ist, das erste Duett, sowie auch das Encore Die Sprache der Liebe" von Abt

in der herrlichsten Weise zum Vortrage, und lohnten den beiden stürmische Beifallssalven. Mit der folgenden Nummer, dem Piano-Solo des 14-jährigen Otto Nol ting. Shnes des Herrn Hy. Nolting ! und Schülers des Prof. Biddle, wurde den Concert - Gälten eine großartige Ueberraschung bereitet. Denn der Knabe legte durch seinen Vortrag der schwierigen Beethoven'schen Ouvertüre Prometheus", Op. 43, noch mehr aber durch den der Rhapfodie, die er als Encore spielte, nicht nur für seine treffliche Schulung Zeugniß ab, sondern er bewies auch eine geradezu wunderbare, staunensmerthe Technik und ein riesiges musikalisches Verstandniß. Manche der Concertbesucher nannten ihn denn auch nach dem Concerte den kleinen Paderewski. Diesem Vortrage folgte Herr Htz. Ruth mit einem sehr wirksamen Bari-ton-Solo, Eiler's Mein Glück, wo bist du hin", das ihm verdienten Applaus eintrug. Um auch das alte deutsche Volkslied ? r rii in Ehren zu halten, wie sie es stets ge than, brachten dann die Sänger des Liederkranz das immer schöne Lied Das Mühlenrad" und Silcher's ..Hoffe das Beste" in so vollendeter Weise zum Vortrage, daß sie auf stürmisches Verlangen noch das flotte Lied Festmarsch" zugeben mußten. Mit dem trefflichen Vortrage des Marsches Zum Angriff" durch das 'Orchester fand das Concert seinen Abschluß und dann begann der übliche Tanz. Mit Stolz kann der Liederkranz, wie aus Obigem ersichtlich, auf sein gestriges Concert zurückblicken ; denn die Sänger und ihr unermüdlicher Dirigent. sowie alle Solisten haben Vorzügliches geleistet. Beizufügen ist dem Berichte noch, daß die von dem Vereins-Vorstande erlaffene Mahnung bezüglich Mißörauchs der Einladungs- bezw. Eintrittskarten die beste Wirkung hatte, sowie ferner, daß bei dem Piano-Solo des Master Otto Mlting ein von der Tierdorf Piano Co. zur Verfügung gestelltes Instrument benutzt wurde. Dasselbe hat eine vollkommene Tonfülle, indem der Resonanz-Boden völlig frei liegt. Ferner besitzt es den Vor zug, daß die Stimm-Nägel in eine Eisenplatte eingelassen sind, so daß ein Nachgeben der Saiten fast völlig unmöglich erscheint, und drittens besitzt dieses Instrument eine Vorrichtung, durch welche der Ton, der gewöhnliche Concert-Ton. um einen halben Ton erhöht werden kann. Damenvercin des Südseite Turnvereins. Beamtknmahl. Der Damenverein des Südseite Turnvereins hielt gestern Nachmittag seine Jahresversammlung und Beam tenwahl ab. Er wurden zunächst die Berichte der Beamtinnen verlesen und dieselben lauteten außerordentlich günstig. Die Zahlen beweisen, welch eine unermüdliche Thätigkeit die wackeren Damen im Interesse des Südseite Turnvereins im Laufe des verwichenen Jahres entwickelt haben. Nicht weniger als Kl, 002.28 haben sie eingenommen. Nachdem noch 2 neue Mitglieder aufgenommen und weitere Vorbereitungen für den Maskenball getroffen worden waren, wurde zur Wahl der Beamtinnen geschritten. Dieselbe ergab folgendes Resultat : Präsidentin Frau Henry Freiberg. Vice-Prättdentin Frl. Pauline Emhardt. Prot. Secretärin Frau Gustav Weiffenbach. Finanz-Secretärin Frau CurtToll. Schatzmeisterin Frau H. I. Roy sr. Truftees Frau Herm. Mitschench, Frau Louis Koehler und Frau Care Sudmann. .Nach der Versammlung fand noch ein gemüthliches Kaffeekränzchen statt.

Nachrichten aus Jndiana.

Entsetzliches Unglück in einem Bergmerk. TerreHaute. In einem zwei Meilen westlich von hier belegenen Bergwerk brach am Montag in früher Morgenstunde ein Fener aus In der Grube befanden sich zur Zeit fünfzehn Arbeiter. Da das Rettungsseil von den Flammen ergriffen wurde, so war den bedauernswerthen Leuten dtr Weg in's Freie abgeschnitten. Sie müssen alle verbrannt sein. Unter schwerer Anklage verhaftet. S o u t B e u d. Unter der Anklage, an der Ermordung des Grocers I. M. Koonsman betheiligt gewesen zu sein, wurde am Sonntag der Farbige Melvin Boone verhaftet. Das Denkmal bei Pigeon R o o st. Die von Senator James W. Fortune von Jeffersonville in der Jndianaer Legiölatur eingereichte Bill, welche eine Bewilligung von 82500 für ein Denkmal auf dem Schauplatze des Blutbades am Pigeon Rooft vorsieht, hat jetzt mehr Ausfichten, Gesetz zu werden, als irgend eine, die vorher in dieser Beziehung eingereicht wurde. Den Senat hat sie ohne Opposition passirt und auch im Hause wird es wenig SchwieriKeiten machen, sie durchzubringen. Die Pigeon Roofl Bill" ist als förmliches Erbstück von einem Senator von Scott County in Jndiana auf den anderen übergegangen und seit Jahren wurde sie fast in jeder Legislatur eingereicht. Nur die Masse anderer Bills erstickte die Annahme biejcr Bill in der letzten Legislatur. Pigeon Roost ist eine von Jndianas historischen Stätten, aber Niemand kann sie ohne Führer finden, und auch dann nur, wenn derselbe mit der Lokalität besser vertraut ist, als die jetzige Generation im Allgemeinen. Pigeon Roost lag ursprünglich in Clark County und kam dann, als Scott County errichtet wurde, in dieses. Die Grenze beider befindet sich etwa einen Steinwurf von der Scene des Blutbades, wo vor neunzig Jahren zweiundzwanzig Personen, der Mehrzahl nach Kinder, durch eine Horde Shawnee-Jndia-ner ermordet und verbrannt wurden, welche sich vom Hauptstamm getrennt hatten und auf eigene Faust auf den Kriegspfad gegangen waren. ' Am 3. September 1812 befanden sich Elias Payne und sein Freund Hoffmann, der auf Besuch von Kentucky gekommen war, auf der Jagd und wurden in der Nähe des jetzigen Vienna spät Abend? von den Wilden angegriffen und getödtet. Dann begaben sich die Indianer in das H?im Paynes in der Ansiedlung Pigeon Rooft, wo sie Frau Payne und ihre vier Kinder umbrachten, das Haus ansteckten und die Leichen in die Flammeil warfen. Ferner wurden die Frauen und Kinder von John Collins, John Morris, die Schwiegermutter der Frau Morris und Harry Collins und Frau getödtet. Der nächste Angriff geschah auf das Anwesen von William Colkins, der, nebst Capt. Morris, der schon früher im Kampfe mit Indianern verwundet worden war, sich ver theidigte, bi5 bei Einbruch der Nacht Hülfe von Carlestomn kam. Dann flohen die Indianer und wurden von den Weißen bis zum Muscatattuck Bache verfolgt, der den Verfolgern zu tief war, um die Verfolgung jenseits fortzusetzen. Eine Frau Beggs und ihre Kinder konnten sich aus dem Gemetzel in eine Cifterne retten. Als die Feuer heruntergebrannt und die Asche kühl genug geworden war, durchsuchte man die Ruinen und sammelte die Gebeine von zweiundzwanzig Opfern und begrl'b sie in einem gemeinsamen Grabe. Ueber diesem Grabe soll das fragliche Denkmal errichtet werden. Noch immer ist vie Spur des Todtenbügels nicht verloren, da die Natur selbst im nächsten Frühjahr einen Busch Sassafras darauf wachsen ließ, der zum hohen Baume wurde. Ein kleiner Denkstein i bezeichnet je Kopf- und

Fußende des Ruheplatzes jener Todten. Derselbe liegt nahe dem Flecken Underwood, dreiundzwanzig Meilen nördlich von Jeffersonville und ist leicht von dem Pennsylvania-Geleise aus zu sehen. In der Gegend wohnen noch Verwandte jener Ermordeten, aber keine Augenzeugen des Mas sacres mehr. Ein Big Four-Agent ver f ch w u n d e n. Alexandria. H. S. Dunson, der Ticket-Agent für die Big Four Bahn wird vermißt. Es heißt, daß sein Conto ein Defizit von $270 aufzuweisen hat. Mord ? E v a n S v i l l e. Allen Blankenship, welcher in einer Mühle als Wäch ter angestellt war, wurde am Montag Morgen, in seinem Stuhle sitzend, mit einem zerschmetterten Schädel aufgefunden. Alle Anzeichen deuten darauf

hin, daß ihm mit einem Hammer ein furchtbarer Schlag auf den Kopf versetzt wurde. Lebenslängliche Zuchthaushaft. M a d i s o n. Frank Heilman, welcher am Weihnachts-Abende Wilhelm Dsrmody aus Indianapolis ermordete, ist zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt worden. 40,000 für eine Bibliothek. Terre Haute. Crawford Fairbanks, der reiche Brauherr, hat der Stadt $50,000 für eine Bibliothek ge schenkt. Die einzige Bedingung, welche er machte, war, daß dieselbe zu Ehren seiner Mutter Emeline Fairbanks be nannt werde. George Ade's neue Oper. South B e n d. Piagy von Paris", eine neu? komische Oper von George Ade, ' fand hier im Auditorium ihre erste Aufführung. Dieselbe verlkf erfolgreich r Unheils. Chronik. Valparaiso. Der in einer am Kankakee belegenen Schneidemühle beschäftigte Arbeiter Charles Carson kam unvorsichtiger Weise mit seiner rechten Hand einem Treibriemen zu nahe. Dieselbe wurde erfaßt und dem un glücklichen Manne der Arm nahezu aus der Armhöhle gerissen. Er starb kurz nachdem der Arm amputirt worden war. Petersburg. In Folge einer im Kochofen des Arlington-Hotels ent standenen Gasexplosion erlitt die Köchin Eva Smith lebensgefährliche Brandwunden. A l e x a n d r i a. Wm. K. Car. ver wurde am Samstag Abend von einem Personenzuge der Lake ErieBahn überfanren und auf der Stelle getödtet. Er war 80 Jahre alt und einer der Pioniere des Countys. T h o r n t o w n. In dem alten Creamery - Gebäude östlich von der Stadt explodirte am Samstag ein Dampfkessel. Wm. Mashers, der Maschinist, wurde auf der Stelle getödtet und der 15jährige Bert Roberts wurde schwer verletzt. A n d e r s o n. Das Fuhrwerk des Farmers E. A. Kindle wurde beim Passiren der Big Four Bahn an dem 8. Str. Uebergang von einem Frachtzuge getroffen Kindle und seine Frau wurden auf das Straßenpflafter geschleudert. Die Frau kam mit leichten Verletzungen davon. Jbr GaNe aber wurde so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Mord. V e v a v. Der wohlhabende Farmer John Schaffner erschoß am Sams tag aus Eifersucht den 18jährigen W. Smith. Nicht weniger als fünf Schüsse feuerte er auf denselben ab. Nach der That kam Schaffner nach hier und lieferte sich selbst der Behörde aus. In Folge häuslicher Wirren soll er des öfteren Symptome von temporärer Gustesgeftörtheit gegeben haben. Großer Maskenball des Schwabischen Unterstütz ungs-Vereinö in der Germania Halle, heute Abend. Eintritt: Herr und Dame 50c; Ertra Dame 25.

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