Indiana Tribüne, Volume 26, Number 130, Indianapolis, Marion County, 23 January 1903 — Page 7
Jndiana Tribune, 23 Januar 1903
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aw.ilicnromaii von Hrotsr Mtst. -M ,.,.,,,,tn'li.it..'t,i.'.i,i.'ViiVnV.4- ....... (Fortsetzung.) Wenn sich nur ein kleiner Hofsnungsschimmer zeigen wollte, wäre si gleich wieder zuversichtlicher und muthiger geworden aber es sah nicht danach aus, und obgleich sich ihre Mutter nie beklagte, sondern im Gegentheil immer die Worte wiederholte: Es wird sich schon machen," sah das arme Kind doch in Wirklichkeit, daß es sich nicht machen werde; denn es fehlte der Kranken an Schlaf, an Appetit; das Fieber, die Abgcspanntheit schienen ihr immer mehr zuzunehmen, wenn ihre Zärtlichkeit, ihr Unvermögen, ihre Unwissenheit, ihre Furcht sie nicht betrogen. Dienstag Morgens, eim Besuche des Arztes, bestätigte sich ihre Besorgniß wegen neuer Rezepte; nach einigen flüchtigen Fragen an die Kranke zog der Doktor sein Notizbuch aus der Tasche jenes greuliche Notizbuch, das Perrine schon so viele Aengste gemacht hatte und schickte sich zum Aufschreiden an. Aber in dem Augenblick, wo er seinen Bleistift auf's Papier setzte, fand sie den Muth, ihn zurückzuhalten. Herr Doktor, wenn die Mittel, die Sie verordnen wolle:, nicht von besonderer Wichtigkeit sind, so bitte ich Sie, heute nur das Dringendste zu verschreiden." Was wollen Sie damit sagen?" fragte er in erzürntem Tone. Sie zitterte am ganzen Körper, nahm sich aber doch ein Herz fortzufahren: Ich wollte nur sagen, dah wir beute sehr wenig Geld übrig haben morgen bekommen wir wieder etwas darum " (5r sah sie an, warf dann einen raschen Blick durch das Zimmer, als bemerkte er zum ersten Mal den Jammerzustand, der hier herrschte, und steckte sein Notizbuch wieder in die Tasche. Wir wollen die Behandlung nicht ändern bis morgen," sagte er; es hat keine Eile die Arzneien von gestern können auch heute noch weiter genommen werden." Es hat keine Eile" diese Worte wiederholte sich Perrine in einem fort. Wenn es keine Eile hatte, so stand es mit ihrer Mutter nicht so schlimm, wie sie gefürchtet hatte; man konnte also noch hoffen und zuwarten. Der Mittwoch war der sebnlich erwartete Tag, aber der Ungeduld, mit der sie ihn herbeiwünschte, hielt ein schmerzlicher Gedanke die Waage; denn brachte der Tag die Hilfe in der Noth, so bedeutete er zugleich die Trennung von Palitar. So oft sie also ihre Mutter verlassen konnte, lief sie in den Hof hinaus, um dem guten Freunde, der sich vergnügter als je zeigte, ein Schmeichelwort zu fagen; brauchte er doch nichts zu arbeiten, hatte nichts zu leiden, und konnte nach so langen Entbehrungen fressen, so viel er begehrte. Sobald er Perrine kommen sah. stich er ein so lautes Eselsgeschrei aus, dah an den Baracken des Champ Guillot die Scheiben zitterten, dann machte er an seiner Leine ein paar Bockssprünge ihr entgegen; aber kaum fühlte er ihre Hand auf seinem Rücken, so beruhigte er sich, streckte den Hals aus und legte seinen Kopf auf ihre Schulter, ohne sich mehr von der Stelle zu rühren. So blieben sie eine Weile, indem sie ihn streichelte und er mit rhythmischen Ohrenbewegungen und Augenzwinkern die mangelnde Rede ersetzte. Wenn Du wüßtest!" flüsterte f.e ihm liebreich zu. Aber er wußte von nichts, sah keinerlei Unbeil voraus, er genoh die Annehmlichkeiten des gegenwärtigen Augenblicks. die Ruhe, die gute Nahrung, die Zärtlichkeit seiner Herrin er war der glücklichste Esel auf der ganzen Welt! Ueberdies hatte er an Pfefferkorn einen Freund gewonnen, von dem er Zeichen der Gunst empfing, die seinem Leckermaul zusaaten. Am Montaa in der Frühe hatte er sich loszumachen gewußt, hatte sich Pfefferkorn, der eben damit beschäftigt war, den angekommenen Kehricht auszulösen, genähert und war neugierig zusehend bei ihm stehen geblieben. Nun war es eine Art Gewohnheit von Pfefferkorn, daß er bei seinem Geschäfte immer eine Flasche Wein und ein Glas handgerecht neben sich stehen hatte, so daß er sich nicht aufzurichten brauchte, wenn ihn die Lust zu einem Trunk anwandelte, was sehr oft der Fall war. An jenem Morgen war er so vertieft in seine Haniirung, daß er keine Zeit hatte, zur Seite zu blicken, aber gerade weil er sich im übergroßen Eifer erhitzte, stellte sich auch der Durst ein, jener Durst, der ihm seinen Spitznamen eingetragen hatte. In dem Augenblick nun, wo er nach seiner Flasche greifen wollte, streckte ihm Palikar seinen Hals entgegen und heftete seine großen Augen auf ihn. Was hast Du hie? zu schaffen, Herr I a?" rief er ihm zu. Da es in gutmüthigem Tone gesagt wai, wich der Esel nicht zurück. Tu willst wohl ein Glas Wein mit mir trinken?" fragte Pfefferkorn, dem das, Wörtlein .trinken" immer durch den Sinn ging. Und anstatt das volle Glas zum Munde zu führen, bielt er
es zum Spaße Palikar vor die Nase; aber der nahm die Einladung sü: Ernst, machte zwei Schritte vorwärts, ' und indem er seine dicken Lippen vor-, streckte und sie so schmal und lang als möglich machte, trank er das Glas über die Hälfte, ja fast bis zum Boden ins O! hahaha!" Machte Pftfferkorn. daß ihm der Athem verging. Dann rief er mit lauter Stksme: Frau Gräfin! Vater Karpf!Die Gerufenen eilten herbei, auch ein Lumpensammler, der mit seinem vollen Traglorb auf dem Rücken sreben in den Hof gekommen war. dazu der Inhaber des Eiscnbahnwaggons. ein Fabrikant von Hustcnleder und Eibischzucker, der auf Märkten und Kircbwcihen umherzog und an einem Haken, der sich drehte. Klumpen geschmolzenen Zuckers befestigte, woraus er, wie die Spinnerin aus ihrem Rocken, gelbe, blaue und rothe Fäden zog und zu Zöpfen flocht. Was gibt es hier?" fragte die Gräfin. Das sollt Ihr gleich sehen," erwiderte Pfefferkorn, aber macht Euch auf was 5:nz Kostbares gefaßt." Von Neuem füllte er sein Glas und hielt es Palikar hin, der es wie das erste Md unter dem Gelächter und lauten Beifall der Zuschauer fast ganz austrank. Ich hörte einmal behaupten," sagte einer von ihnen, die Esel seien Weinliebhaber, glaubte es aber nicht." Er ist ein Saufaus!" rief ein Anderer. Ihr solltet ihn kaufen." sagte die Gräfin zu Pfefferkorn; Ihr hättet einen unterhaltenden Kameraden an ihm." Ja. das gäbe ein nettes Paar!" hieß es wieder. Pfefferkorn kaufte ihn nicht, aber er hatte seine Freude an ihm und macht? Perrine den Vorschlag, sie am Mittwoch auf den Pferdemarkt zu begleiten. Das war ein großer Trost für sie, denn sie konnte sich nicht vorstellen, wie sie den Pferdemarkt in Paris finden sollte, noch weniger traute sie sich's zu. um den Esel zu feilschen und das Geld dafür einzunehmen, ohne es sich stehlen zu lassen. Sie hatte so oft schon von den Pariser Gaunern erzählen hören und fühlte sich ganz und gar unfähig, sich gegen dies Gelichter zu vertheidigen, wenn es sich ihr etwa an die Fersen heftete. Am Mittwoch in aller Frühe machte sich Perrine daran, ihren Palikar herauszuputzen, und sparte bei dieser Gelegenheit die Liebkosungen nicht, ja sie küßte sogar sein gutes Eselsgesicht, aber ach, mit welchem Schmerz! Auf Nim. merwiedersehen! In welche Hände würde sie ihn wohl ausliefern müssen, den arm?n Freund? Und sie konnte bei diesem Gedanken nicht verweilen, ohne sich die bejammernswerthen Märtyrer, die geplagten Packesel vorzustellen, denen sie auf ihrer Reise allenthalben begegnet war es schien ihr, als ob der Esel nur zum Leiden und Dulden erschaffen wäre. Palikar hatte ja auch, seit er ihr gehörte, viele Mühsale zu ertragen gehabt, weite Strecken zurückzulegen in Kälte und Hitze, in Regen und Schnee oder auf Glatteis; bitteren Entbehrungen war er ausgesetzt geWesen, aber er wurde doch niemals geschlagen und fühlte sich als Genossen von Menschen, deren hartes Loos er theilte. Aber jetzt was für einen Herrn toürde er bekommen? Mit Zittern dachte sie an so viele grausame Eseltreiber, denen sie schon begegnet war. und die sich ihrer Grausamteii nicht einmal bewußt waren. Als Palikar merkte, daß man ihm. anstatt ihn an den Wagen zu spannen, ein Halfter anlegte, zeigte er sich verwundert, und sein Erstaunen wuchs noch, als ihm Pfefferkorn, der den weiten Weg von Charonne auf den Pferdemarkt nicht zu Fuß machen wollte, auf den Rücken stieg, wozu er sich eines Stuhls bediente; aber da ihn Perrine am Kopfe hielt und freundlich mit ihm sprach, steigerte sich seine Ueberraschung nicht bis zum Widerstand: war denn Pfefferkorn nicht sein Freund? So zogen sie miteinander ab: Pali kar mit Würde dahinschreitend, vcn Perrine durch Straßen geführt, in denen nur wenige Wagen und FipV gänaer zu sehen waren, und bald kamcn it an eme stattliche Brücke, die aus einen großen Garten zuführte. Das st der Jardin des Planteö." sagte Pfefferkorn; ich bin überzeugt. sie haben da drinnen keinen solchen Esel, wie Deiner ist." Da könnte man ihnen vielleicht Palikar verkaufen," meinte Perrine in dem lockenden Gedanken, daß die Thiere in einem zoologischen Garten nichts zu thun hätten, als umherzuspazieren. Aber Pfefferkorn ging nicht auf den Vorschlag ein. Da müßte man mit den Behörden verhandeln." sagte er, und die Behörden " Er unterdrückt? das Uebrige. die Behörden genossen sein Vertrauen nicht. Nun wurde aber der Verkehr der Wagen und Pferdebahnen so lebhaft, daß Perrine ihre ganze Aufmerksamieit nöthig hatte, um sich durch alle Hindernisse glützlich durchzuwinden; sie hatte auch für nichts anderes Augen und Obren, weder für die Denkmäler, an denen sie vorüberzogen, noch für die Neckereien und Witze von Fuhrleuten und Kutschern, die sich an Pfefferkorns Eselsritt ergötzten. Pfefferkorn aber, der auf nichts achtzugeben hatte, war um lustige Antworten nicht verlegen, und da gab's auf ihrer Wanderung ein wahres Konzert von Zurufen und Gelächter, wozu die des Wegs lom"-
den Fußgänger auch ihren Theil beitrugen. Endlich nach einer kurzen Steigung kamen sie vor einem großen Gitter an. hinter dem sich ein weiter Platz ausdehnte, wo in verschiedenen, durch ! Spannseile gesonderten Abtheilungen Pferde standen. Pfefferkorn verließ jetzt seinen Sitz auf dem Rücken des Esels; aber während er abstieg, hatte Palikar Zeit gchabt, sich die Umgebung anzusehen, und als ihn Perrine durch das Gitterthor führen wollte, sträubte er sich dagegen. Ob er nun Verdacht schöpfte, daß hier Pferde und Esel verkauft wurden oder ob er Angst hatte: Thatsache ist. daß weder die guten Worte noch die Befehle Perrines seinen Widerstand brechen konnten. Da bildete sich Pfefferkorn ein, er brauche das Thier nur von hinten mit Gewalt vorwärts zu schieben, aber Palikar, der mcht wissen konnte, welche Hände sich diese Vertraulichkeit mit ihm erlaubten, fing an. nach hinten auszuschlagen und zurückzudrängcn. indem er Perrine mit sich fortzog. S&cn hatten sich auch Neugierige zugesellt und umgaben die Gruppe. Vornan standen wie immer die Zeitungsverkäufer und die Bäckerjungen, und jeder hatte einen weisen Rath zu geben, wie man's angreifen müsse, um das Thier zu zwingen, daß es durch das Thor gehe. Na, das ist ein gelungener Esel, der wird dem Dummkopf, der ihn kauft, hübsch die Zeit vertreiben," ließ sich eine Stimme vernehmen. Diese gefährlichen Worte konnten auf den Verkauf ungünstig einwirken, darum fühlte sich Pfefferkorn, der sie gehört hatte, ' zur Einrede verpflichtet. Er ist ein Schlingel," sagte er, seit er gemerkt hat, daß man ihn verkaufen will, macht er alle möglichen Sperrenzien, um seinen Herrn nicht verlassen zu müssen." Wißt Ihr das so gewiß, Pfefferkorn?" fragte die vorige Stimme. Ha! Wer weiß denn hier meinen Namen?" Kennt Ihr denn die Hasenbluse nicht mehr?" Wahrhaftig, Ihr seid's!" Sie gaben sich die Hände. Gehört der Esel Euch?" Nein, der Kleinen dä." Kennt Ihr das Thier?" Und ob! Wir haben schon manches Glas Wein miteinander getrunken," erwiderte er lachend. Wenn Ihr einen tüchtigen Esel nöthig habt, kann ich Euch diesen empfehlen." Ich könnte fchon einen brauchen ohne ihn just nöthig zu haben." So laßt uns ein Gläschen zusammen trinken. Es verlohnt sich nicht, die Steuer da drinnen zu bezahlen." Vollends, da der Esel scheint's nicht hinein will." "Ich sag' Euch ja, er ist ein Schlauberger, ein Strick." Wenn ich ihn kaufe, thu' ich's nicht zum Jux, oder um Wein mit ihm zu trinken, sondern zum Arbeiten." Er ist gewohnt, was zu leisten; er kommt aus Griechenland, schnürstracks." Aus Griechenland?" Pfefferkorn hatte Perrine, die von der Unterhaltung der Beiden nur einzelne Worte verstand, einen Wink gegeben, ihnen zu folgen, und Palikar, der jetzt nicht mehr auf den Markt hinein mußte, ging folgsam hinter ihr her, ohne daß sie ihn fortzuziehen brauchte. Wer war nun diese kauflustige Person? War's ein Mann oder ein Weib? Nach dem Gang und dem glatten Gesicht zu schließen, war's ein Weib von etwa fünfzig Jahren; aber nach dem Anzug mit Bluse, Beinkleidern und Wachstuchhut, wie ihn die Omnibuskutscher trugen, wozu noch die kurze schwarze Pfeife zwischen den Zähnen kam. war's ein Mann. Doch war es Perrine vor Allem wichtig, den Gesichtsausdruck der Person zu beobachten, der weder etwas Hartherziges noch Boshaftes hatte. Nachdem die Gesellschaft in ein kleines Gäßchen gekommen war. blieben Pfefferkorn und die Hasendluse vor einem Weinschank stehen und ließen sich auf einen Tisch, der auf dem Trottou stand, eine Flasche Wein und zwei Gläser bringen, während Perrine mit ihrenl Ese! vor ihnen auf der Straße hielt. Nun sollt Ihr sehen, ob er nicht ein Schlingel ist," sagte Pfefferkorn, indem er zu Palikar hintrat und ihm ein Glas Wein entgegenhielt. Sofort streckte der Esel seinen Hals aus und trank mit zugespitzter Schnauze das Glas halb aus, ohne daß es Perrine verhindern konnte. Siehst Du wohl?" sagte Pfefferkorn triumphirend. Die Hasenbluse war aber nicht sehr entzückt von dem Stückchen. Ich kaufe ihn nicht, um meinen Wein wegzutrinken," fagte sie, sondern daß er mein Wägelchen mit den Kaninchenbälgen ziehe." Wenn ich Euch doch sage, daß er aus Griechenland kommt und an eine Räderbude gespannt war!" Nun, das ist was anderes." Jetzt wurde mit Palikar eine gründliche Musterur.g vorgenommen, und als sie beendigt war, fragte die Hasenbluse Perrine, wos sie für den Esel verlange. Diese nannte den Preis, den sie schon vorher mit Pfefferkorn verabredet hatte, nämlich hundert Francs. Da schlug die Hasenbluse einen großcn Lärm auf: Hundert Francs!"
rlef'sie. für einen Esel ohne Garantie! Nein, das heißt die Leute für Narren halten!" Und nun mußte der arme Palikar eine abfällige Kritik über sich ergehen lassen, von seiner Nasenspitze bis zu den Hufen herab. Zwanzig Francs ist er höchstens werth; und wenn man" Genug," sagte Pfefferkorn nach einer langen Verhandlung, wir führen ihn auf den Markt." Perrine athmete erleichtert auf, denn die Aussicht, nur zwanzig Francs zu lösen, hatte sie ganz vernichtet. Was bedeuteten zwanzig Francs in ihrer jetzigen Nothlage, da hundert kaum hinreichten, ihre dringendsten Bedürfnisse zu bestreikn? Ja," sagte die Hasenbluse, wenn er diesmal eher Lust hat, hineinzugehen, als vorhin." t Bis zu dem Gitterthore folgte Palikar seiner Herrin wieder gehorsam, aber sobald sie dort angekommen waren, stutzte er, und als sie auf ihn einredete und ihn vorwärts ziehen wollte, legte er sich mir nichts dir nichts mitten in der Straße nieder. Palikar. ich bitte Dich!" rief Perrine unter Thränen, Palikar!" Aber er stellte sich todt und blieb taub für ihr Flehen. Wieder hatten sich Zuschauer um sie versammelt und machten ihre Witze. Steckt ihm Feuer unter den Schwanz!" rief Einer. O famos!" rief ein Anderer, da würd' er gleich einen Käufer finden." Haut ihn, gebt ihm Prügel!" kam's von einer dritten Stimme. Pfefferkorn war wüthend, Perrwe in Verzweiflung. Da seht Ihr, daß Ihr ihn nicht hineinzwingen könnt." sagte die Hasenbluse ich will meinethalben dreißig Francs geben, denn sein Eigensinn zeigt mir, daß er ein braver Kerl ist; aber beeilt Euch einzuschlagen, sonst gehe ich hin und kaufe mir einen anderen." Pfefferkorn sah Perrine mit fragendem Blick an und gab ihr zugleich einen Wink, ja zu sagen. Aber sie war wie gelähmt durch diese Enttäuschung und konnte sich nicht so schnell entschließen. In diesem Augenblick kam ein Schutzmann des Weges und befahl barsch, die Straße freizumachen: Vorwärts oder zurück; macht, daß Ihr weiter kommt:" Da ein Vorwärtsgehen durch Palikars Eigensinn ausgeschlossen war, blieb nichts übrig als zurückzuweichen, und sobald der Esel merkte, daß man es aufgegeben hatte, ihn auf den Markt zu treiben, erhob er sich und folgte Perrine auf's Artigste, indem er seine Ohren als Ausdruck seiner Zufriedenheit hin und her bewegte. Nun also," sagte die Hasenbluse, nachdem sie dreißig Francs in Hundertsousstücken in Perrines Hand gezählt hatte, nun müßt Ihr mir den braven Gesellen heimführen, denn ich fange an, ihn kennen zu lernen: er wäre, glaub' ich, im Stande, mir nicht folgen zu wollen. Die Ehateau-des-Rentiers-Straße ist nicht weit von hier." Pfefferkorn wollte nichts von dieser Zumuthung wissen, der Weg wäre zu weit für ihn. meinte er und sagte zu Perrine: Geh Du mit Madame uno gräme Dich nicht zu sehr, Dein Esel wird nicht Noth leiden bei ihr, sie ist eine gute Frau." Und wie soll ich mich wieder nach Charonne zurückfinden?" fragte sie in der Angst, sich in diesem mächtigen Paris, das zum ersten Mal in seiner Riesengröße vor ihr stand, zu verirren. Du brauchst nur immer längs der Festungswerke hinzugehen, nichts ist einfacher," erwiderte Pfefferkorn. Die Chateau-des-Rentiers-Straße war in der That nicht fehr weit vom Pferdemarkt entfernt, und sie gelangten bald vor ein Häufchen Baracken, die denen im Champ Guillot nicht unähnlich waren. Und jetzt war der Augenblick de? Trennung gekommen. Nachdem Perrine ihren Esel in einem kleinen Stalle angebunden hatte, umarmte sie ihn und drückte ihr Gesicht an seinen Kopf, den sie mit ihren Thränen benetzte. Er wird nicht Noth leiden, ich versprech' es Dir," sagte die Hascnbluse. Wir hatten uns so lieb!" lispelte das arme Kind. (Fortsetzung folgt.)
Noch gut abgelaufen. In Genf explodirte unlängst Nachts eine Bombe am Eingang der St. Peters Kathedrale. Die Bombe war mit altem Eisen gefüllt. Die Explosion war sehr heftig, und wäre die Bombe anders placirt gewesen, so würde der Schaden wahrscheinlich sehr ernll gewtsen sein. Fenster von Nachbarhäusern wurden zerschmettert, und der Insasse eines nahe gelegenen Wohnhauses wurde aus seinem Bett geworfen. DieThat soll von einem Anarchisten verübt worden sein. Der Selbstmörder in Frauenkleidern. Unter eigenthümlichen Umständen und zweifellos im Zustande geistiger Störung hat unlängst in Wien der Taglöhner Mathias Hedwich einen Selbstmord begangen. Als seine Frau in die Wohnung heimkehrte, fand sie ihn erhängt auf. Hedwich hatte sich, ehe er an die Ausführung der That schritt, die Kleider seiner Gattin angezogen. Der Mann befand sich vor zwei Jahrm in irrenärztlicher Behandlung. Schon im Jahre 1879 verübte Hedwich als 16jähriger Bursche einen Selbstmordversuch.
Mt gesund und bleibe gesund
indem du
Leberkrankheite, BiUiösität, Unreines Blut, durch die Anwendung von Tr. Auguft Aönig's
Kamburg
loS wirst, sie reguliren und reinigen. evrauchr ct. Jakob S Ocl gegen TlTTTirn n
Gehirn-Suppc. Ein frisches Kalbsgehirn wird gewässert, blanchirt. gehäutet, in Mehl gewendet und mit feingeschnittener Petersilie in Butter gebraten, dann mit einigen gerösteten Semmelscheiben im Mörser zerstoßen, in ein Kasserol gethan, mit der erforderlichcn Bouillon aufgegosse und einige Zeit verkocht. Dann gibt man sie durch ein Sieb, thut noch etwas frischt Blatter hinzu und richtet sie über aeröstete Semmelkroutons an Geheimnißvolle Entd e ck u n g. Ein Hausbesitzer in Edinburgh, Schottland, wandte sich neulich an die Polizei, weil er seit länger als einem Jahr von einer Mietherin keine Miethe erhalten hatte. Die alleinstehende Dame bewohnte ein stattlich möblirtes Haus ganz für sich allein. Als die Polizei in das Haus eindrang, wurde sie durch einen starken Geruch nach einem Raume gelenkt, in dem sie die Leiche der Dame, vollständig angezogen, unter frem Bette fand. Der Tod muß bereits vor mehr als Jahresfrist eingetreten sein, und es fehlte jede Spur für die Todesart. Raubmord liegt jedenfalls nicht vor, da man alle Werthsachen und das Geld vorfand. Spanisches Räuberwesen. Der spanische Räuber Toribio," der die ganze Provinz Coruna seit Monaten in Schrecken setzte und der von der Landbevölkerung so gefürchtet wurde, daß sie ihn häufig der Gendarmerie verbarg, um nicht seiner blutigen Rache anheim zu fallen, ist endlich unschädlich gemacht worden. Er hatte dieser Tage ein Bauernmädchen überfallen, und dessen Verwandte scheinen die ihn ständig verfolgenden Gendarmcrieabtheilungen auf seine Spur gelenkt m haben. Denn sie überraschten ihn während der Nacht im Pfarrhause eines Dorfes, wo er sich einquartirt hatte. Ein Sprung aus dem Fenster seines Schlafzimmers brachte ihn zwar in's Freie, allein die ihm nachgesandten Kugeln verwundeten ihn so schwer, daß er der Gendarmen in die Hände fiel. Mit einem neuen Tric arbeitet seit Kurzem ein Gauner m (sharlottenburg. Der Dieb, ein Mensch von etwa 20 Jahren, klingelt an der Vorderthür größerer Wohnungen und übergibt dem öffnenden Mädchen einen nicht adressirten Brief mit dem Vemerken, er sei für den Hausherrn oder die Hausfrau bestimmt, und er habe den Auftrag, auf Antwort zu warten. Seine Voraussetzung, daß das Dienstmädchen ihn nöthigt, in den Korridor zu treten und dort zu warten, trifft in der Regel zu, und während das Mädchen den Brief abgibt, unterzieht er die im Korridor befindlichen Kleidungsstücke einer näheren Besichtigung. Auf diese Wei.se hat der Spitzbube schon mehrfach größere Geldbeträge aus den Taschen der Kleider entwendet. Der Brief enthält die Bitte, ihn durch Ab nähme von Briefpapier zu unterstützen. Gefüllter Welschkohl. Recht feste, kleine Köpfe werden von den äußeren Blättern befreit, jede Hälfte ausgehöhlt, mit Kalbfleischfarce gefüllt, mit einem Kohlblatt bedeckt und mit starkem Zwirn umwickelt. Dann schwitzt man gehackte Petersilie in gutem Fett oder Butter, legt die Köpfe hinein, gtcht Fleischbrühe darüber und dünstet sie mtt Salz und Pfeffer weich. Indeß macht man etwas Buttereinbrenn, gießt die Jus von dem Welschkohl hinzu, verdünnt sie, wenn es nöthig ist, noch mit einigen Löffeln Bouillon, befreit den Kohl von dem Zwirn und den Blättern, welche die Farce bedecken, schneidet jede Hälfte nochmals auseinander, ordnet sie auf die Schüssel und übergießt sie mit der Sauce. Man bedarf hierzu keiner weiteren Fleischbeiläge. Lehrt die Kinder das Gurgeln. Auf die Zahl der Kinder, die alljährlich einer der heimtückischsten Krankheiten, der Diphtheritis, zum Opfer fallen brauchen wir hier nicht einzugehen und die Gefährlichkeit derselben zu beweisen, da man in allen Kreisen von derselben überzeugt ist, vielmehr sei nur bemerkt, daß die Mediziner in dem Gurgeln von Chlorkalium u. s. w. ein oft sehr wirksames Bekämpfungsmittel haben. Es können letztere aber nur dann von demselben Gebrauch machen, wenn die Kinder gurgeln können. Das Lernen in der Krankheit ist doppelt schwer, auch ist es andererseits nicht auf einmal damit abgethan. Man halte die Kinder daher an, daß sie das Gurgeln unier allen Umständen erlernen, damit sie im Krankheitsfälle Gebrauch davon machen können, und die Eltern nicht genöthigt sin. sich eventuell Vorwürfe zu machen.
Feuer Signale.
4 Pennlv und Warttt 6 English'S Opern-HauS Eaft und AeYork 7 Rodle und Michigan 8 N. Jerley u. Maff Ar 9 Pine und Skorth 10 Startet und Pine 11 Vermont nahe East 12 91$. 8 EprisenhauS Maff. ve nat Nob 13 Deuiware und SEalrcul 14 N. Ieriry u Centra! A. lö Maff. und EorneU Av i6 Afh und 11. Ctraße -.7 Part 8üx und 12 Etr .8 Eolumb, undHillflde 19 Highland Zlve u. P,stt kl Jllino und St. Jo 23 Pennsvlv. und Pratt 24 Meridian und li. Str 25 No. 6 Spriyenbaus 16. nahe JllinoiS 2 Senate Slveu. EtSlai? 27 Jllinom und Vichigan 2? Pesylvanis und 14. '-'9 Senate Ave. und 18. 31 N. l Sprinhaus Jnd Ave naheRichigan 32 Meridian und Walnut 34 Ealiforni u Vermont 35 Blake und New Aork 3 Ind. v. u. St G'.air 27 Eity Hospital 38 Blake und Norty 39 Michigan und Agne 41 No. CpritznchauS Wai hington nah West 42 Gscndorf u Wash. 43 Missouri u New Mort 45 Meridian u Wash 4 Jllmois und Chü 47 Capitol Av. u Wash 48 mgan'S Por'bauZ i9 Ctraßenoahn Ställe 92. Washington Str 61 R. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Jl?inoii u Louisiana 53 WeÜ und South 54 West und McCarrv 56 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray 58 No. 4 Spritzenhaus Madtson Av. u Mor.-iS 69 MadisonAv.uTunlop Ll No 2 Haken LeiterhauS South nahe Delawar 62 Penn, u Merrlll 63 Tclaware u. McEarttz 4 Saft und McEarty 5 New Jersey u. RerriN 67 Birg. So. u Bradsha 68 East und Prospekt 6 Bicking und High 71 No. 11 LpritzenbauS ir Ave. nahe Huron 72 East und Georgia 73 Eedar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 Enqllsh Av. u Pine 7 Chelby und BateS 7? No. 3 CpriyenbauS Prospect nahe Shelby ft Fletchcr Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York u. Davidsor 86 Taubstummen Anstalt se Bcr. Staaten 'Arsenal 87 Onental und Wsh. 89 Fraucn-Resormat. S1 No. 13 SpritO! Marvland nahe Mer. 92 Meridian u. Berat. 53 Mcridicn und South 4 Pennvlv u. Lonistana 95 Virini? ve u. Alab. 9G Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis 23 No. 16 SpriyenhauS is. und Ash. 124 Alabama und 16. ,25 Eentral Ave und 15. 12 HandeS und 15. 127 Brooksid und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bcllefontaine und 134 College Ave und 20. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Rorty 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 13 Cornkll Ave und 13. 141 Zandes und 12. 142 Higbland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey unb 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hil.stde Ave und in. 148 ollege Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und LL. 1 L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramscy Zlve und 10. 15 Etoughton u Rewman 157 AtlaS und Pike. 158 Blovd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 1! Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Blovd l5 Et. Elair u. Aeystone l7 Arsenal Ave und 23. 168 Bellefontaine und 28. 169 Park Ave und 10 LlL avital Ave und 17. 13 Pennsylv. u. Michiga 14 JllinoiS und 2. L15 Senate Ave und kl. 216 Pennsvlvania und 22 L17 Meridian und 1. 218 Capital Av, und 2 21 Broadwa und 10. 231 Illinois und McLe, 254 Nl. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 2Z5 JllinoiS und 33. r36 Annetta und 30. 37 No. . SprinhmS Nrell und Raver 38 Udel Ladde? WorkS SS Jiabel und 7. 41 Meridian und 24. 42 Jllmois u Ct. Clar243 Sldrioge und 3. Sl West uud Walnut 13 West und 12. 14 Howard und 16. 15 Tordet und Paca 816 Capital Ave und 10. 317 Northwestern Ave u H 818 Scnt und 18. 819 Canal und 10. 324 Eerealine Werks 824 Vermont und Lynn 825 Bismarck u GrandVie 826 No. 29 SpritzenkanS Hauqbvill. 827 Michigan u. HolmeS. 28 Michigan u. Concord 841 West und McJntpr? 412 Riffourl u. Marylaitt, 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Seorgio 41 Missouri u kentucky A 417 Senate Ave u. SBaftj. 421 P und C Runt.mS W. Washington. 42 JrrenHospital. 44 Mi.ey Ave u. I T u 3 425 Wash. und Harri 42 Ro. 18 Crntzcnhall W. Washington 27 Oliver und Birch 428 Oliver und O4good 429 Stordyke und Jork 31 Hadlev Ave u. AorriS 4Z2 River Ave u. MorriZ j4 River Av und Rap 435 Harding u. Bg 4 R 5 436 Harding und Oliv 437 Ro. 19 Cpritzenha? Morris und Hardtna, 4 Howard uxtbtZUkcaß 439 Stockpar 51 Reisn und Miller 52 Howard und L 53 Morris und Pajw5 56 Lambert und Belton, 57 Rordy Ave u. Uox mon WorkS 512 West und Ray 513 entuckyAve u.? 614 Meridian und 516 JllmoiS und ansaS 517 orri und Dakota 618 Morris tau, Ehurch 519 Capital X. u McCarty 621 Meridian uud Palm 523 Pine un'. Lord 524 Madikor Ave uncol Meridian und Belt R 527 Carlo und Ray 528 ReridtLN und Anzna 62 S Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McEarty 53 No. 17 Spritzentut MorriS nahe West 1 McKernan und Dough. 613 East u. Lincoln Lu 614 East und Beecher 616 Wright und Sander 17 McCarty und Veaty 618 New Jeriey u Vir ve 71 Spruce und Prospect 718 English Are. . Laurel 714 State Av u. Blt R R 716 Shelby und Beecher 716 State Ave und Orang 718 Orange und Laurel 71 Shelby u. Ct.laae Avi 7,1 LeringtonA.u Lau 725 Flchcr Aveu. Oyrua 724 State Ave u Pleasant 725 Prospokt und leasa.' 7 Orange und Hailai' 728 Liberty und Meek 79 9lbllt und South 81 No. 15 Spritzenhaus Ost asbingt, Stz s 18 Market und Noble 14 Ohio u. Highland 815 Miangan u. Hightanl .V 16 Market u Arsenal Av, 817 Oft S Clair und Union Bahn elnse. 821 Pan Handle SbspA 83 Vermont und Walcott 824 Wash. und State Atz 5 adden'Stounge zab 82 Tuck und Dorsey 827 Wash. und Bevill H 829 No. 1 Spritzenhau eville nah Michiga, 851 Southeafter Ave und Woodftd. 8 Wash. und Dearbvr 884 Loatheaftern und Arsenal Ave. 5 New York uud Tempi vis JllinoiS und Marvl. 1 JLinois und artet 914 Penn, und WaH. 915 Delawar und Spezial-Tiznale. Ersten Schläge, zweiter Alarm, Zweiten Schlage, dritter Alarm. Dritten Schlage, viert Alarm. l--l, Feuer au und Schlauch aufgerollt. Schlage, Wasserdruck ab. 1 Schlage, l Uhr Mittag, Die 'fi bezeichneten Signale werben nur vom Tl)tm Wächter angegeben da an den betreffenden Straß kreuHunge tetne Zllarmtasten angebracht ftb.
