Indiana Tribüne, Volume 26, Number 129, Indianapolis, Marion County, 22 January 1903 — Page 6
' . ? U V .Hnsiana Tribun?, 22. Janusr 1908
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Europäische Nächrichten.
'Nclyovn. München. Julius Ritter von Zenetti, der frühere Regierungspräsidcnt von Mittelfranken, feierte hier seinen 8. Geburtstag. Praktischer Arzt Dr. Ernst Walther, welcher bei der Entbindung der Prinzessin Rupprcckt in Bad Kreuth zugegen war. ist zum Hosrath ernannt worden. Professor Franz Stuck ist zum Ritter .s Marimilianordens für Kunst und Wissenschaft ernannt worden. Die Derleihung dieser Auszeichnung erfolgte auf Vorschlag eines Kapitel?. dessen stellvertretender Vorsitzender Franz von Lenbach ist. Im ersten Stock des Hauses ??o. 26 an der Kau fingerstraße entstand im Teppich- und o ..rdinengeschäft von Bernhard Freund. Inhaber Strobl & Günther, ein Grohseuer. welches erheblichen Schaden anrichtete. A i n r i n g. Hier ist der Schulinspektor Geistliche Rath Karl Geiger gestarben. Er gehörte dem oberbayerischen Landrath als Mitglied an und war 'der Bruder des am gleichen Tag verstorbenen Monsignore Hermann Geiger. Augsburg. Das hiesigeSchwurgericht verurtheilte den Commissionär Franz Neher von Pfaffenhausen wegen Meineids zu 4 Jahren und den 17 Jahre alten Schuhmacherssohn Engelbert Biaelmaier von Anried wegen Brandstiftung zu fünf Jahren Gcfängmß. B a m b e r a. Stadtkammereikasster Zinser von hier erhielt die neu errichtete Stelle eines Kassiers und Sekretärs an der Industrieschule zu Kaiserslautern. B e r cki n q. Hier starb diel er Tage der 80jährige Privatier Josef Rehm. der als Geizhals weit und breit oekonnt war. Seine aanze Mahlzeit bstand täglich in einem halben Pfund Rindfleisch. Nach seinem Tode fanden sich etwa loO.OOO Mark m Obligativnen vor, die der Geizhals vor seinem Tode verbrennen wollte. D e t t e l b a ch. Im hiesigen Frauziskanerkloster beging Frater Adolvhus Jhrler aus Dietsurt fein dOjayriges Ordensjubiläum. I a a e n s b a ch. ZZeuer zerstorie die Anwesen von Krämer Artmeyer. Bäcker Zacher und der Bauern Umholzer und Winyart. N e u b e u r e n. Maierbauer o'es Strein von Rofzholzen wurde auf der hohen Ries beim Holzfällen von einem stürzenden Baum erschlagen. Reunburq v. W. Wirth Lacher von hier ist von einem krüppelhaften Idioten erstochen worden. Der Morder beging die That m smnlofer Bctrunkenheit. Sckrobenhausen. Der 79 Jahre alte Austrägler Andreas Heckner von Wickelhaufen ist in feinerAuötraaswobnuna todt aufgefunden worden. Die Leiche war schon vollständig eingetrockner. Die Gerichiscommission vermutbete ein Verbrechen und wurde der Schwiegersohn Heckner's als der That dringend verdachtig verhaftet. S t r a u b i n a. Wegen KörperVerletzung mit Todesfolae verurtheilte das hiesigeSchwurgericht den 19 Jahre alten Bauernsohn Josef Anmer von Hermansöd zu 3 Jahren Gefängniß. Winzr. Die elfjährige Gütlerstochter Anna Höltl und das fünfjährige Korbmacherskind Maria Baumgartner von hier brachen auf dem Eise eines Donau - Altwassers ein. Der Bürgermeisterssohn Fuchs eilte zu Hilfe, brach aber gleichfalls durch und rettete mit Mühe sein Leben. Die beiden Mädchen ertranken. 5SUrtt?m0erg. Stuttgart. Landgerichts-Prä-sldent von Landerer beging sein 50jähriges Dienstjubiläum. Zu Ehren des Jubilars war eme geier veranstaltet, an welcher der Ministerprästdent Dr. von Breitling und zahlreiche Justizbeamte theilnahmen. Der Gründer der Aktienbrauerei Wulle, Privatier Ernst Wulle. ist im Alter von II Jlhren gestorben. Wulle war bis 1896 alleiniger Besitzer der Brauerei und seit dieser Zeit Vorsitzer des Aufsichtsrathes der genannten Aktiengesellschaft. Die Stelle eines außerordentlichen evangelischen geistlichen Mitgliedes des Strafanstaltencollegiums wurde dem Oberhofprediger Prälaten von Schwarzkopf übertragen. Dr. Heinrich Hegler. Professor der evangelischen Theologie, ist gestorben. . . . rr rn . . A s p e r g. hinein ranoe fiel oxe Eisschrankfabrik von Barciß zum Opfer. Dischingen. Im nahen Waldtheil Erzberg wurde das Skelett des seit April 1899 vermißten 25jährigen Schäfers Joh. Mohring von Heiningen bei Göppingen gefunden. Mohring hatte sich erhängt. Friedrichshafen. Eisenbahnsekretär Grauer von hier wurde in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Verdienstkreuz verliehen. G m ü n d. In Concurs gerieth die Firma E. Münz und Röhm. H a u s e n b. M. Das neue Schulhaus Hierselbst ist-feierlich eingeweiht worden. K a n n st a t t. In den Bürgerausschuß wurden gewählt: Fabrikant Haaga, Fabrikant Bausch, Fabrikant Elsas. Buchbinder Baitinger, Kaufmann Käumlen. Werkmeister Ha?
Weingärtner Mehl. Weinhandler Schwarz, Sattlermeister Schweick-
hardt und Schlossermeister Fnz. ?Varbach. In dem zum Fryrn. . - s t r i v v. kruffelle'fchen cvafgul iL?Mauvea ciebör .".den sogenannten Schafhaus, in dem sicb die Wohnung des Weingärtnermeisters befindet und das außerdem zur Aufbewahrung von Futter benutzt wuroe, tfr euer auseorocrxn, ourcy welches das Haus vollständig zerstört wurde. aden. Karlsruhe. Der Großherzog hat dem Musikalienhändler Hugo Kuntz. in Firma Hugo Kuntz ). La -ferts Nachf., das Hosprädikat verliehen. Auf ein 100jähriges Bestehen blickte die Buchhandlung von Müller und Gräff Hierselbst zurück. D i n g l i n g e n. Beim Kochen zog sich die 80 Jahre alte Frau Hakerstroh so schwere Brandwunden zu. daß sie starb. F r e i b u r g. Hier starb, 47 Jahre alt, an einem krebsartigen Halsgeschwür Dr. Franz Gräff, außerordentlicher Professor an der Universität und Sohn des früheren Oberamtsrichters Gräff. Großsachsen. Jäger fanden bei Heiligkreuz die Leiche eines Erhängten auf, die man als diejenige des bereits seit einem halben Jahre vermißten Zimmermanns Philipp Eckel von hier agnoscirte. Happingen. Feuer zerstörte das Anwesen desMaurermeisters Hermann Ebner. Heidelberg. Den Privatdocenten Dr. Georg Benno Schmidt, Dr. Oskar Vulpius in der medizinischen und Dr. Karl Voßler in der philosophischen Fakultät wurde der Charakter als außerordentlicher Professor verliehen. K o n st a n z. Aus Anlaß der Versetzung des Medicinalraths Dr. Kugler nach Mannheim fand hier eine von der Gesellschaft Gerstensack" veranstaltete Abschiedsfeier statt. Wyernpsnrz. Edenkoben. Sein 25jähriges Dienstjubiläum feierte hier der Seminarlkhrer Lenert. Fcankenthal. Die Strafkammer verurtheilte den 25 Jahre alten Bahnbeamten Georg Ries aus L.udwigshafen wegen Unterschlagung zu 6 Monaten Gefängniß. Kaiserslautern. I. Deutsch. Gefängnißaufseher am hiesigen Landgerichtsgefängnitz, ist seiner Dienstesstelle enthoben worden. Feuer zerstörte das Anwesen des Besitzers Lutz. L a n d a u. Die hiesige Strafkammer verurtheilte wegen Weinfälschung den 39 Jahre alten Weinhändler Max Abraham und den 57 Jahre alten Kaufmann Sigmund Weiß, beide von hier, zu je 500 Mark Geldstrafe. Neustadt. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten Glasermeister Ja lob Ries und Barbara, geb. Ladenberger. Nach langem Leiden versctied hier im Alter von 65 Jahren der Kommerzienrath Theodor Knöckel. Elsaß Lothringen. Straßburg. Landeshauptkasscn - Buchhalter Theisen hier erhielt aus Anlaß des Uebertritts in den Ruhestand den Charakter als Rechnungsrath. Der klerikale Reichstags - Abgeordnete Hauß, der bisher d.e Stelle des ersten Vicepräsidenten in dem hiesigen Wahlverein der katholischench Volkspartei bekleidete, hat seinen Austritt aus dem Verein erklärt. Dieser Schritt wurde durch eine VerHandlung des Wahlvereins der katho lischen Volkspartei bekleidete, hat sei dem Anschluß an das Centrum endete. K o l m a r. Oberlandesgerichtsrath Geheimer JustizrathSohn hier ist zum Senats-Präsidenten bei dem hiesigen Oberlanöesgericht ernannt worden. Mülhausen. Steueraufseher Gustav Ferdinand Agde erhielt das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens Der demokratische Gemeinderath Greiner ist durch den Statthalter zum Beigeordneten hiesiger Stadt ernannt worden. Saargemünd. Dem Pastmeister a. D. Johann Bender hier wmde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Meckrendnrg. Schwerin. Als Bürgerrepräsentanten wurden gewählt: Bankdirektor Schmidt, Pastor Petersen, Kaufmann W. Peters, Rechtsanwalt Löwenthal, Ackerbürger Clewe. Hoftifchler Mirow. Brauereibesttzer Havemann. Buchbindermeister Müller, Kaufmann H. chulz. Maurermeister C. Mecklenbürg. Lehrer Saschenbrecher, Rentier Kassirer Schuhmacher und Oberpost affistent Warncke. F r i e d l a n d. Sein 25jähriges Jubiläum als Vorsitzender des hiessgen Kriegervereins feierte Rektor A. Müller. G o d e r n. Feuer zerstörte die Scheune des Schmiedemeisters Meier. Groß - Lausch. Das Wohn haus des Tischlers Meier brannte nieder. G ü st r o w. Sein 40jähriges Jubllaum als Organist beging hier Mu sitdirektor Joh. Schondorf. Seit 38 Jahren wirkt der Jubilar an unserer Pfarrkirche Auf dem Güstrow-Bü-tzower Kanal brachen in der Näbe der ersten Schleuse zwei Knaben durcy das dünne Eis. Während es dem einen ae lang, sich zu retten, gerieth sein Begleiter. der zehn Jahre alte Knabe Franz Kruse, unter das Eis und ertrank.
TorAusvru; dcsttrzegcS 1? 7t
Generalleutnant z. D. v. ChappuiZ erzah.t in seinen Lebensorinnerungen', die sich vornehmlich um die ahre 1859. 1864, 1866. 187071 i;rupircn, in interessanter Weise das, wo. er selbst vor dem Ausbruch di.'s iix . :3 180 :n Eins aczehen und crleu; yat. Er war damals aivHauptmann im Kat,er Franz-Regnnent als stellverlretenoer Aojutant zum Prinzen Albrcch: kommanbnt. In dieser tLigenictzast kam er nach Ems. wo der König bereits in den Vier Thürmen" adgepieaen war. Ohne der Anneli.'enheil groMe Bedeutung beizulcgen. wurde die Kandidatur des Prinzen von Hohenzollern auf den spanischen Thron damals lebhaft besprochen, und der preutzlichc Gesandte m Paris, v. Werther, und dcr dortige MilitärAttache Graf Waldersee kamen inEms an, um dem König mündlichen Bericht zu erstatten. Beide Herren wurden vom Komge und vomPnnzen Albrecht mehrfach zur Tafel gezogen, und es schien damals noch lein Grund zu ernsten Verwieiungi.'n vorzuliegen. Plötzlich erschien am 8. ;mi Graf Beiwdetti in Ems". erzählt nun v. Chappuis, welcher auf Befehl des Herzogs von Grammont seine Kur in Wildbad hatte untLibrechen müssen. Izi wurde vom Könige sofort empfangen und zur Tafel befohlen, an der auch :ch mit dem Prinzen theilnahm. Zwei Mal aß Benedetti mit uns in den Vier Thürmen". Da ich in seinem Hause in Berlin sehr viel verkehrt hatte, kam ich auch in Ems sehr viel mit ihm zusammen; wir spielten mit Graf Lehndorff Piquet. Benedetti sprach in den ersten Tagen seiner Anwesenheit in Ems nur mit Aerger über die Strömung m Paris, die aus einer Mücke einen Elephanten mache. Bald aber wurde die Situation ernster, die spanische Erbfolge - Frage spitzte sich arg zu. Werther und Waldersee mußten nach Paris zurück; man fing an, schlimmes zu befürchten, Benedetti war sehr erregt, antwortete aber noch am 12. dem Herzog von Ujest, der ihn in Graf Lehndorff's und meinem Bei, ein fragte, ob er glaube, daß es zum Krieg kommen würde: Er könne nicht denken, daß, nachdem der Prinz von Hohenzollern auf die Kandidatur verzichtet have, es jetzt noch Schwierigkeiten für eineVerständigung gäbe." 'Am 13. Juli lud Prinz Albrecht emlge Damen undHerren fer ner Bekanntschaft zu einem Souper in den Kurgarten, und befahl mir, den König um sein Erscheinen zu bitten. Ich ging an Seine Majestät, der sich allein in der Trinkhalle befand, heran, und richtete meinen Auftrag aus; doch in demselben Moment kam der Geh. Legationsrath Aboken, der einzige Beamte des Auswärtigen Amtes, der den König nach Ems begleitet hatte. Mlt LlNer Depesche auf lhn zu. Der König sagte: Chappuis, warten Sie einen Augenblick, ich muß erst diese Depesche lesen." An eine Gasflamme herantretend, las er das Telegramm, worauf er wörtlich folgendes sagte: Es ist dies die wichtigste Depesche, die ich je erhalten habe; sagen Sfe meinem Bruder, daß ich wohl nicht Zeit baben werde, zu kommen, da ich mit Abeken arbeiten muß. jedenfalls wartet nicht auf mich, und sorgen Sie dafür, daß, wenn ich später noch kommen sollte, memand auffteht." Nachdem wir schon lange beim Abendbrod zcsessen, kam der König allein, verbat sich nochmals das Aufstehen, und setzte sich auf den ihm zwischen zwei Damen freigehaltenen Platz. Da ich den seit einigen Tagen abwesenden Hofmarschall von der Schulenburg vertrat, fragte ich den Köniq. ob ick ihm ein Glas Champagner einschänken lassen dürfe, doch antwortete er: Geben Sie mir ein Glas Selterwasser, ich muß den Kopf sehr klar bebakten'" wr nächsten Mrrgen traf der König den Prinzen Albrecht auf der Promenade. Die beiden Herren gingen zusammen. hinter ihnen der Flügeladjutant Graf Lehndorff, ferner Major v. Kleist, der spater bei Mars - la - Tour bei der Attacke des f. Garde-Dragoner-Regi-ments siel, und ich. als uns an der Lahn, dicht am Kurhaus, Graf Benedetti begegnete. Er ging auf den König zu und sprach ihn an. Das sich in großer Menge um uns sammelnde Publikum hielten der Prinz und ein Adjutant zurück, damit das Gespräch des Königs mit dem Botschafter nicht von Unberufenen belauscht werden konnte. Der König, erregt mit Benedetti sprechend, verabschiedete denseluen bald. zo. den Hut und ging eiligen Schrittes nach seiner Wohnung. Benedetti hatte an ihn nochmal- das Verlangen gestellt, welches schon in der Depesche Werthers vom vorigen Abend enthalten war: Der König solle verbürgen, daß niemals ein Prinz von Hohenzollern den spanischen Thron einnehmen werde." Im Laufe des Vormittags ließ sich der Botschafter nochmals be m Köniq melden, doch wurde ihm durch denFlügeladjutanten Prinzen Radziwill gesagt, daß, wenn cr über diese Angelegenheit mit dem önig sprechen wolle, dieser ihm nichts weiteres zu sagen habe und er sich an den Minister des Auswärtigen wenden möge. Daß der König dem Grafen Benedetti persönlich nicht zürnte, kann ich dadurch bezeugen, daß, als am 14. Juli der Kö ig aus Ems abfuhr und wir zurVerabschiedung auf den? Bahnhof waren, ich selbst hörte, wie der König. Benedetti die Hand reichend, sagte: Wir 'eide bleiben Freunde!" Als sich Prinz Albrecht von seinem
Bruder verabschiedete, sagte der König in meinem Beisein zu ihm: Bleibe Du jedenfalls noch hier: es ist immer j nock möglich, daß man in den Tuile-, ri.'.r ein Einsehen hat. und wegen so i nichtiger Gründe keinen Krieg an-!
fängt." Am 15. Abends kam der Köni in Berlin an und unterzeichnete d, Mobilmachungsbefehl." -r lrni;Uüil ' die taato5(tstt;. Das Hunkcl. das bisher übn dem Verbleib es transvaal'schen Staatsschatzes lag. scheint sich lichten zu wollen. Es iiogcn in der Voss. Ztg." Berichte aus den Niooerlandm vor, die sich auf Grund der Aussagen von Afrikandern mit dieser Angelegenheit beschäftigen und wonach die Vehauptung. daß Gold in beträchtlichen Mengen nach Europa geschafft worden sei, an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Der Amsterdamer Berichterstatter des ..Nieuwe Delfte Couraiil" ver öffentlicht eine Unterredung, welche er mit einem Kap Re bellen Namens Snyman gehabt Hat7 und welche geeignet sein dürfte, über den transvaal'schen Staatsschatz, über dessen Verbleib das Dunkel bisher noch nicht gelichtet ist, einige Aufklärungen zu geben. Dieser Snyman. der zu Anfang des Krieges in den Reihen der Buren bei Stormberg u. s. w. mitgekämpft hat, begab sich im Laufe desselben nach Johannesburg, wo er eine Anstellung als Feldkornet bei der berittenen Polizei erhielt. Er erzählt, wie in den GoldMinen damals Tag und Nacht gearbeitet wurde, wie das bei Tage gewonnene Golderz währevid der Nacht nach der Robinson - Mine gebracht wurde, wo es in Stäbe geschmolzen und nach einigen Stunden von der berittenen Johannesburger Polizei nach Pretoria geschafft wurde. Diesen Dienst hatte Snyman zu beaufsichtigen. Als sich das Gerücht-verbreitete, daß der Präsident Krüger flüchten werde, verließen natürlich auch die Berg - Rebellen vor den herannahenden Engländern Johannesburg und ' Pretoria. Snyman schildert nun. wie er in Pretoria die Eisenbahn bestiegen, wie aber der Zug bereits eine Stunde hinter Pretoria Halt gemacht, um den Salonwagen des Präsidenten und einige bedeckte Güterwagen" anzuhängen, worauf die Reise nach Middelburg und Machadodorp fortgesetzt worden sei. In Komati, an der Grenze, ließ Krüger den Feldkornet Snyman, dem die Bewachung der Güterwagen aufgetragen war, zu sich kommen und befahl ihm, j diese Wagen nach Lourenco Marques zu bringen, wo er sie einem ihm in lei ne? Instruktion genannten Holländer zu übergeben hätte. So geschah es; als Snyman an der Delagoa - Bai angekommen war, hörte er sich bei seinem Namen rufen, und er wußte, daß er es mit dem ihm bezeichneten Hollander zu thun habe. Er ließ sich eine Empfangsbescheinigung geben und reiste nach einigen Tagen mit seiner Familie nach Europa ab. Diese bedeck ten Güterwagen waren, wie Snyman von Krüger selbst gehört hatte, mit Gold beladen. Eine Zeit lang glaubte man, daß dieser Staatsschatz auf die Gelderland", das holländische Kriegsschiff, das den .Präsidenten Krüger an Bord genommen hatte, verladen worden sei; dies ist indessen nicht richtig, da der Kommandant des Schiffes dazu seine Einwilligung nie und nimmer gegeben haben würde, weil er den gemesscnen Befehl hatte, jedwede Verletzung der Neutralität und selbst deren Schei zu vermeiden. Wie Snyman behauptet, sind die 2 Millionen Pfund Sterling von einem Dampfer der deutschen Ostafrika - Linie nach Hamburg gebracht worden, wo sie, wie man weiß, eine Zeit lang mit Beschlag belegt, aber bald darauf wieder freigegeben wurden. Von Hamburg sei dann das Gold nach dem Haag geschafft worden. Man wird nicht umhin können, dieser Darstellung einige Beachtung zu schenkm, und wenn man sich erinnert, daß Krüger und die drei Delegirten in Holland g.nz bedeutende Summen ausgegeben haben, daß Krüger seit seiner Ankunft ein Bureau unterhielt, in dem sechs Personen arbeiteten, daß sämmtliche Afrikander in den schönsten Hotels wohnten, daß Dr. Leyds. der ebenfalls einen Beamtenstab um sich hatte, aus Südafrika jedenfalls kein Gehalt mehr bezog, aber dennoch seine Reisen durch Europa machte, daß die Deleairten nach Amerika gehen konnten u. f. w., so wird man sich doch die Frage vorlegen können, woher das Geld qekom ren sein mag, mit welchem alle diese Ausgaben, die sich doch in die Hunderttau, ende von Gulden beliefen. bestritien w rden. Die Amsdamer Zeitung Telegraaf" veröffentlicht eine Unterhaltung mit einem ungenannten südafritaniscben Gewährsmann übr den Verbleib des Staatsschatzes der TransvaalRepublik. Der Inhalt ist dahin zusammenzufassen. daß sowohl Schalk Burger wie Botha eine Kenntniß ihrerseits,- daß Staatsaelder nach Europa geschaht wurden, zwar in Abrede gestellt, die Möglichkeit selbst aber nicht bestritten haben. Aus den sehr ausweichenden Antworten von Schalk Burger ist zu entnehmen, daß bei der Abreise des Präsidenten Krüger nur 60.000 Pf. St. im Staatssäckel waren. Der Hauptbetrag des Staatsschatzes war denn auch bereits nach Europa in Sicherheit gebracht; zuverlässige Männer können namhaft gemacht werden die bei der Verladung zugegen waren. Die Geldwerthe (geprägtes und ungeprägtes Gold, Effekten) sind auf den Namen des Trans-
vaal - Gesandten Dr. Levds bei einer Bank in Brüssel niedergelegt worden, um einem Eingreifen Englands vorzu beugen. Die Gelder waren in erster Linie dazu bestimmt, die Schatzscheine der Südafrikanischen Republik für Lieferungen während des Krieges einzulosen, ferner um die Forderungen der Niederländischen Südafrikanischen Eisenbahn sowie deren Beamten zu decken und um die diplomatische Dertretung zu unterhalten. Nun hat die
Gesandtschaft der Transvaalrepubltk fast sechs Monate nach Friedensschluß fortbestanden, von tirxcx Befriedigung der Gläubiger ist aber nichts bekannt aeworden. Cbamberlain bat den AnIpruch erhoben, daß der Schatz englisches Eigenthum werde. Man fragt sich, warum Dr. Leyds den Sachverhalt nicht aufklärt; vielleicht will er eine gerichtliche Entscheidung abwarten. Soweit der Gewährsmann des Telegraaf". Die Richtigkeit seiner Angäbe bleibe dahingestellt, für die Aktionäre der Niederländischen Südafrikanischen Eisenbahn sind sie von großer Wichtigkeit. Sobald die englische Regierung von Belgien die Auslicferung des Staatsschatzes verlangt, muß sie anerkennen, die Rechtsnachfolge der Transvaawegierung angetreten zu habcn. Dann aber würde es ihr auch obliegen, die Pflichten zu übernehmen, die diese zu erfüllen hatte. , $ Densmore Schreibmaschine - ;iin'X. wird auf dem Kreuzer Fürst Bismarck" fowie "vn den Deputirten des d-utfchen Reichswg gebraucht. Die Continental EiekMische Co. zu Nürnberg. Deutschland, benutzt 33 Densmore. Mebr Arbeit in weniger Zeit .nit geringer Anstrengung. Densmore Typewriter Company, Ykonumcnt Place und Cft Market Str. el.: lt 1649; Neu 3490. chreidmaschine ,u er'auikn, vcrtauicht, verteth nd repaien. W. Louis Vollrath's GrocerY und Fleisch-Markt. 125 West Morris Straße. Ecke lkapitol Avenue und Morris Straße. Stapl und Fan cy Groreries, Frische?, gesalzenes und geräuchertes Fleisch, Wurst, reines Schmalz usw. Kohlen, Cokes und Hol; Wir sind die Leute, die Ihnen Kohlen, Cokes und Holz von der besten Qualität und zu den niedrigsten Preisen liefern. The Eclipse Coal Co., 430 )ndiana Avenue. Telephon, A 98. Durch königliches Ediet .... Rex 7 König, kündigt die Big Zour Bahn Halb Raten für die Run'ahrt zum .... nach .... New Orleans, Mobile und Pensa' eola, Fla., an. Tickets zum Verkaufe von allen Ctatiomn der Big Four" und D. & W. Bahn, vom 17. bis 22. Februar Ebenso am 23. Februar für Paffagiere, welche an ihrem Bestimmungsort um 12 Uhr Mittags den 24. Februa? ankommen. Tickets sind giltig für die R e t o u r f a h r t, New Orleans. Mobile ode Penfacola verlassend nicht später als 2. Februar 1905, auch können dieselben durch Deponirung bei dem ?ickctAgent und zwar nicht früher als 18. Februar und nicht spater als 28. Februar, bis zum 14. März 1903 verlängert werden und zwar durch Zahlung von Cents. Für weitere Informationen wende man 'ich an die Big Four Agenten oder schreib an Warren I. er,. , Te .-. en. Passagier . Ticket ?gt. Assistent . P. u. ZM. S i n c i k h a t i, C t) t o., , oder H . ronsA. A. . P. A., Indianapolis Furnaces, Eisen nnd Blech-Arbeiten Joseph Gardner. 37 41 Kentuckq Aven Telephon 322. Blecharbeiten aller Arten an neuen Häusern bestens ausgeführt.
