Indiana Tribüne, Volume 26, Indianapolis, Marion County, 21 January 1903 — Page 7
Jndianc. Tribune, 21 Januar 1903.
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. V " ...j. !! ; tt - Anheim n - ... ' . . VV ff V - V . m ,T. ,f . V (Fortsetzung.) Ele erklärte ihm in kurzen Worten, was sie wünschte, indessen er sich, um nicht mit Zuhören seine Zeit zu verlieren, aus einer Flasche, die er zur Hand hatte, ein Glas röthlichen Wein einschänkte und es sich in die Kehle goß. Das könnte sich schon machen," sagte er mit prüfendem Blick auf Perrine, falls man vorausbezahlt." Wie viel macht es?" Zweiundvierzig Sous wöchentlich für den Wa?en, einundzwanzig für den Eiel." Das ist sehr theuer." Ist mein Preis." ßuer Sommerpreis?" Mein Sommcrpreis." Dürfte er die Disteln fressen, die hier wachsen?" Das Gras obendrein, wenn er die Zähne dazu hat." Wir können nicht für die Woche bezahlen," fuhr Perrine fort, da wir keine ganze Woche bleiben wollen, sondern nur ein paar Tage; wir reisen über Paris nach Amiens und wollen hier nur eine kleine Rast halten." Nun, das geht ebenso gut; dann bezahlt man täglich sechs Sous für den Wagen und drei für den Esel." Sie suchte in ihrer Kleidertasche und brachte neun Sous, einen nach dem andern, zum Vorschein. Hier, das ist für den ersten Tag," sagte sie. Du kannst nun Deinen Leuten sagen, sie dürften einziehen. Zu wie viel seid Ihr denn? Wenn's eine Truppe ist, kostet's noch zwei Sous mehr für die Person." Ich habe Niemand als meine Mutter." Gut. Aber warum ist denn Deine Mutter nicht selbst gekommen, mit mir abzuschließen?" Weil sie krank im Wagen liegt." Krank? Ei, das ist nicht etwa ein Spital hier." Perrine erschrak und fürchtete, daß der Mann Uir.z Kranke ausnehmen möchte. Das heißt," stammelte sie, meine Mutter ist nur sehr ermüdet. Wissen Sie, wir kommen von weit her." Ich frage die Leute nie, woher sie kommen." Er streckte den Arm gegen eine Ecke seines Grundstückes aus und sagte: Du hast Deinen Wagen da unten aufzustellen, und dann binde gleich Deinen Esel an. Wenn er mir einen meiner Hunde umbringt, hast Du mir hundert Sous zu bezahlen." Als sie sich jetzt entfernen wollte, rief er sie zurück: Hier, nimm ein Glas Wein?" Ich danke Ihnen, ich trinke nie Wein." Auch gut, so trink' ich ihn an Teiner Stelle." Er goß sich das Glas, das er eingeschänkt hatte, wieder in die Kehle und begab sich von Neuem an seine Lumpenauslefe. Sobald Perrine ihren Palikar an dem ik:m angewiesenen Cric untergebracht hatte, was nicht ohne einiges Gezerre, so sehr sie dies zu vermeiden suchte, vor sich ging, stieg sie in den Wagen. Endlich, arme Mama, sind wir am Ziele!" Also nicht länger gerüttelt und geschüttelt werden! Nicht länger umherrollenso viele, unendlich viele Kilometer! Mein Gott, wie ist die Erde so groß!" Nun. Mutterchen, da wir zur Ruhe gekommen sind, werde ich für Dein Mittagessen sorgen. Was möchtest Du gern ? Vor Allem spanne den armen Pali?ar aus, der auch todmüde sein muß; gib ihm zu fressen, zu trinken, und ein gutes Lager. Ja, Mutter, ihm fehlt's an nicht ich habe nie so eine Menge Disteln gesehen, und ein Ziehbrunnen ist auch in der Nähe. Ich komme gleich wieder zurück." Nach Kurzem war sie wieder da und fing an, im Wagen nach allerhand Dingen umherzusucben; zuerst trug sie den kleinen irdenen Ofen nebst einigen Kohlen und einer alten Kasserolle in's
Freie: dann entzündete sie das Feuer mit Reisig, kniete nieder und blies es ans vollen Backen an. Als das Feuer zu brennen anfwg. stieg sie in den Waaen zurück: Darf ich Dir Reis kochen, Mutterchen?" Ich halx gar keinen Hunger." Hättest Du vielleicht zu etwas anderm Arvctit? 5lch habe rasch bei der Hand, was Du gern inochtelt. Sag es nur " Reis ist mir ganz recht." Nun schüttete sie eine Handvoll Reis in die Kasserolle, in die sie etwas Wasser gegossen hatte, und als es zu kochen begann, rührte sie den Reis mit zwei abgerindeten weißen Stäbchen um. Zwischenein aber lief sie hin, um nach Palikar zu sehen und ihm ein paar ermuthigende Worte zu sagen, die, um der Wahrheit die Ehre zu geben, nicht unumgänglich nöthig waren, denn der Esel kaute seine Disteln mit einer Wonne und Befriedigung, von der seine aufgerichteten Ohren Zeugniß' ablegten. Als der Reis aerade ckt nr
M :-: 4 M Ach !. Tt V 4." 4 ff f amilif n-Honan von Hecior Malot : 4 -3 ff ) f i Mfk kocht war eben aufgequollen und docy noch nicht zergangen, so wie ihn die Pariser Köchinnen gern auf den Tisc bringen, häufte sie ihn hübsch pyrami denförmig auf ein Plättchen und trug ibn in den Waaen. fett yatte vorher schon Wasser in einem Kruge vom Brunnen geholt und es mit zwei Gläsern vor das Lager ihrer Mutter gestellt, dazu zwei Teller und zwei Gabeln. Jbre kleine Platte mit dem Reis kam in die Mitte, dann setzte sie sich auf den Boden, die Beine zurückgeschlagen, das Nöckchen darüber gezogen. Nun. Mama." sagte sie wie ein Kind, das mit der Puppe spielt, nun wollen wir zu Mittag speisen; ich werde Dir aufwarten." Aber trotz dem spielenden Tone, den sie angeschlagen hatte, warf sie immer wieder einen unruhig prüfenden Blick auf ihre Mutter. Diese saß auf ihrer Matratze, in einen wollenen Shawl eingewickelt, der früher ein kostbares Stück gewesen sein mochte, nun aber ein dünner, abgetragener Fetzen war. Du bist wohl recht hungrig, Kmd?" fragte die Mutter. Das will ich meinen es ist schon lange her " Warum haft Du nicht ein Stück Brod gegessen?" ..Ich habe sogar zwei gegessen, und doch habe ich noch tüchtigen Hunger: Til wirst's schon sehen; wenn es guten Appetit macht, jemand Anders essen zu selM, dann wird unser Plättchen nicht weit ausreichen." Die Mutter nahm eine Gabel voll Reis in den Mund, aber sie kaute lange an dem Bissen, ohne ihn hinunterbringen zu können. Es will nicht recht gehen." sagte sie als Antwort auf den fragenden 8lid ihrer Tochter. Man muß sich zwingen. Mama, der zweite Bissen wird schon besser geben als der erste, und der dritte noch besser." Aber es kam nicht so weit, schon nach dem zweiten Bissen ließ sie ihre Gabel auf den Teller sinken. Es wird mir übel ich kann nicht es ist besser, mich nicht zu zwingen." O. Mama!" Beunruhige Dich nicht, Herzchen, es hat nichts zu bedeuten. Man kann es sehr gut aushalten, ohne zu essen, wenn man sich nicht anstrengen muß; mit der Ruhe wird sich auch der Appetit einstellen." Sie band ihr Umschlagetuch auf und legte sich, nach Athem ringend, auf ihre Matratze; aber so schwach sie war, achteie sie doch stets auf ihre Tochter, und als sie bemerkte, wie de n armen Kinde dicke Thränen in die Augen stiegen, versuchte sie, es auf andere Gedanken zu bringen. Dein Reis ist sehr gut," sagte sie iß ihn nur jetzt. Da Du arbeiten mußt, mußt Du Dich auch stärken; und mich zu pflegen, brauchst Du auch Kräfte, Liebling iß nur jetzt!" Ja, Mama, ich esse siehst Du gewiß, ich esse." Doch konnte sie nur mit großer Mühe den Bissen, den sie im Munde hatte, hinunterschlucken; allmälig aber, unter dem Einfluß der liebevollen Worte ihrer Mutter, ward es ihr freier in der Kehle, und sie fing nun richtig zu essen an; so verschwand das Reisgericht schnell, während die Mutter mit einem traurig zärtlichen Lächeln zusah. Du siehst, man muß sich zwingen," sagte sie. Wenn ich durfte, Mama, so mochte 1 -C , : uj iuuy s sagen." Tag es nur." Ich würde Dir antworten, daß das, was Du mir eben sagst, ganz dasselbe ist, was ich vorhin zu Dir gesagt habe." Gewiß aber ick bin teav Und darum möchte ich Dir gern einen Arzt herbeiholen. Wir sind jey! in Paris, und in Paris gibt's gute Aerzte." Diese guten Aerzte sind nicht zu haben, wenn man sie nicht gut bezahlt." Wir werden sie bezahlen." Womit. Kind?" Mit unserm Gelde? Du mußt nock' neben Francs in Deiner Tasche haben, und überdies einen Gulden, den wir umwechseln können. Ich habe noch siebzehn Scus. Sieh nur einmal in der Tasche Deines Kleides nach." !Tt:ies schwarze Kleid, so gering als Perrines Röckchen, nur weniger staubig als dieses, lag über die Matratze ausgebreitet und dimte als Decke; in seiner Taschs fanden sich wirklich die sieben Francs und der österreichische Gulden, Wie viel macht das nun im Gan zen?" fragte Perrine: ich kann so schlecht mit dem französischen Gelde rechnen." Mir geht es fast ebenso damit, wie Dir." Sie rechneten nun und indem sie den Gulden zu zwei Francs schätzten, fanden sie, daß sie ncch neun Francs und fünfundachtzia Centimes besäßen. :du fieyp, Zvtama, can wir meyr Geld haben, als man für den Arzt raucht," bemerkte Perrine. Er wird mich aber wohl nicht mit bloßen Worten gesund machen er wird Arzneien verordnen, und wie sollen wir diese bezahlen?"
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,Vkl yaoe iq mir einen Plan ausgedacht, Mutter. Du kannst Dir wohl vorstellen, daß ich, wenn ich so still neben Palikar herliandere, nicht meine ganze eii damit zubringe, mich mit ihm zu unterhalten, was er freilich am liebsten hätte. Nein, da denke ich mir mancherlei aus: ich stelle mir vor. wie es mit uns. besonders mit Dir. armes Mütterchen, auf der Weiterreise gehen wird was uns bei unserer AnZunft in 'm.ucourt zu theil werden mag. Glaubst Du. es würde sich passen, dort mit unserer Rollbude einzufahren, über die uns die Leute schon unterwegs so oft ausgelacht haben? Würde es zu einem guten Empfang beitragen, ode? uns eher schaden?" Es ist nicht zu leugnen, daß selbst für Verwandte, die keinen Stolz haben, ein solcher Einzug beschämend sein müßte." Also ist es besser, wir unterlassend; und da wir ja den Wagen nicht länger nöthig haben, so können wir ihn verkaufen. Zu was dient er uns auch noch? Seit Du krank bist, hat sich ja Niemand mehr von mir photographiren lassen mögen, und selbst wenn sich Leute
fänden, die so freundlich wären, sich mir anzuvertrauen, wir könnten sie nicht befriedigen, denn wir haben ja keine Ehemikalien mehr. Mit dem Gelde, das wir noch übrig haben, können wir uns die Erfordernisse nicht anschaffen. Also müssen wir den Wagen verkaufen." Wie viel glaubst Du, daß er uns eintragen möchte?' Nun, das Objektiv ist noch in gutem Zustande; dann ist noch die Matratze da" Alles hergeben?" Das wird Dir schwer. 'Mutterchen?" Es ist nun über ein Jahr, daß wir in diesem Wagen wohnen; Dein Vater ist darin gestorben; das macht, daß mir, so elend er sein mag, der Gedanke, mich von ihm zu trennen, überaus schmerzlich ist. Er ist seine einzige Hinterlassenschaft, und an all die armen Kleinigkeiten, die uns umgeben, knüpft sich mir sein Andenken." Ihre Stimme wurde immer schwäeher, der Athem ging ihr fast aus, und über ihr hageres Antlitz flössen unaufhaltsam Thränen herab. O, Mama," rief Perrine, verzeih mir, daß ich Dir so etwas vorgeschlagen habe!" Ich habe Dir nichts zu verzeihen, geliebtes Kmd; es t der Jammer un serer Lage, der uns Beiden, Dir und mir, so schwer macht, uns von diesen Gegenständen zu trennen; dazu kommt mein unseliger Zustand, der mir leine Widerstandskraft, kein klares Denken und Wollen übrig läßt, so daß ich fast noch mehr ein Kind bin. als Du. Wäre es doch meine Pflicht gewesen, mit Dir so zu sprechen, wie Du es eben zu mir gethan hast, daß wir nicht mit diesem Meßwagen m Maraucourt einziehen, uns nicht in diesen Lumpen zeigen könncn! Aber indem mir dies alles hätte klar werden sollen, hatte ich auch mit den Mitteln zu rechnen gehabt, durch die wir uns in einen anstandiqen Zustand versetzen könnten während mir mein schwacher Kopf nur Luftschlösser vorspiegelte und mich stets auf d?n nächsten Tag vertröstete, als ob wir an diesem nächsten Tage wahre Wunder erleben würden; ich wäre geheilt, malte ich mir aus, wir machten unser Gluck ; so weben die Wahnvorstellungen der Verzweifelten Träume, die ihnen das Leben fristen. O, es war ja alles Thorheit, und die Vernunft hat aus Deinem Munde gesprochen, mein Kind: ich werde nicht morgen schon qc sund werden, uns wird weder ein grotzes noch ein kleines Glucksloos treffen und es bleibt uns keine Wahl, als unfern Waaen zu verkaufen mit Allem was darinnen ist. Das ist aber noch nicht das letzte, wir müssen uns noch etwas zu verkaufen entschließen, näm lia." Hier nocrie iyre weDe und em peinllches Schweigen folgte. Palikar," lispelte Perrine. Hattest Du auch schon daran ge dacht, mein Kind" Daran gedacht? Ja, Mutter! Abe ich wagte nicht davon zu sprechen, ia seit der Gedanke mich peinigte, daß wir über ein Kurzes genöthigt sein könnten Palikar zu verkaufen, wagte ich kaum mehr, ihn anzusehen, aus Anast. er möchte es errathen, daß wir uns von ihm trennen wollten, anstatt ihn nach Maraucourt zu bringen, wo er nach all der Mubsal qiucntai sein wurde." Wissen wir denn, ob wir selbst in Maraucourt freundlich aufgenommen werden? Aber immerhin, da uns ja nur noch diese Hoffnung leuchtet, und da uns. wenn wir verstoßen werden sollten, nichts übrig bleibt, als in einem Chausseegraben zu sterben, so müssen wir alles aufbieten, so bald als möglich nach Maraucourt zu kommen und uns dort auf eine Weise vorzustellen, daß man .uns die Thür nicht vor der Nase zumacht " Wäre denn so etwas möglich. Mama? Würde uns das Andenken an Papa nicht schützen? an ihn, der so gut war! Kann man denn ncch aufgebracht gegen einen Verdorbenen sein?" Ich wiederhole nur die Ansichten Deines Vaters, die für uns maßgebend sind. Wir werden also den Wagen und Palikar verkaufen. Die Summe, die wir daraus lösen, wird es uns mögncn macyen, einen Arzt für micy Qoien zu lassen, der mir wohl für einige Tage aufhelfen kann das ist alles, was ich verlange. Wenn ich dann etwas mehr Kräfte habe, kaufen wir uns anständige Kleider und machen den Weg nach Maraucourt mit der Eisenbahn, falls wir
vie tfann bestreuen können; sollte aber
unser Geld Nicht ausreichen, so fahren wir so weit, als wir können, und legen den übrigen Weg zu Fuß zurück." Palikar ist e:n schönes Thier; der junge Mensch, mit dem ich an der Barricre gesprochen habe, sagte es mir. Er ist in einem Cirkus angestellt und versteht sich darauf. Nur weil ihm Palikar so gut aesiel, hat er mit mir aesprachen." Wir kennen den Werth nicht, den die Esel in Paris haben, noch weniger können wir schätzen, was ein Esel aus dem Orient hier werth ist. Nun, wir werden ja sehen und da unser Entschluß gefaßt ist, so laß uns nicht weiter darüber reden; es ist ein gar so trauriger Gegenstand, und ich bin auch jetzt aanz erschöpft." 2üite angegrissen die Arme war, sonn:? man schon daraus abnehmen, daß sie mehrmals lange Pausen machen mußte, um mit dem fertig zu werden, was sie zu sagen hatte. Mcchttst Du ein wenig schlafen? fragte Perrine. Ja) habe nur das Vedunmß zu ruhen und nachzusinnen über unsere Lage und über die Hoffnungen, die uns noch bleiben." Nun. so will ich Dich nicht mehr stören, und da wir noch zwei Stunden Tageslicht haben, will ich mich beeilen, unser Weißzeug zu waschen. Wäre es Dir nicht wohlthuend, morgen ein frisches Hemd zu bekommen?" Strenge Dich aber nicht zu viel an, Kind." Du weißt ja, Mama, daß ich niemals müde werde." Nachdem ste ihre Mutter noch einmal geküßt hatte, ging sie behende und leichlen Schrittes im Wagen umher und holte sich das zu ihrem Vorhaben Nöthige berbei. Sie nahm ein Päckchen Weißzeug aus einem kleinen Kasten, legte es in eine Schüssel, holte ein Restchen Seife und ein Brett und trug das alles hinaus. Das Wasser, womit sie, als der Reis gekocht war, die Kasserolle gefüllt hatte, war inzwischen heiß geworden und konnte auf die Wäsche gegössen werden. Dann zog sie ihr Jäckchen aus, kniete auf dem Grase nieder und begann auf's Eifrigsie zu seifen und zu reiben. Da ihre Wäsche nur in zwei Hemden, drei Taschentüchern und zwei Paar Strümpfen bestand, brauchte sie nicht ganz zwei Stunden, bis alles gewaschen, ausgerungen und an einem Seile, das sie vom Wagen bis zu den Palisaden gespannt hatte, aufgehängt war. Während sie in ihre Arbeit vertieft war, hatte Palikar, der ein paar Schritt von ihr an einem Pfosten angebunden stand, mehrmals zu ihr herübergeschaut und ihr behaglich zugeseben. Als er aber wahrnahm, daß sie fertig war, streckte er den Hals weit vor und stieß fünf- oder sechsmal sein ia ia mit solcher Kraft hervor, daß es wie ein dringender Anruf an ihre Theilnahme klangt Glaubst Du, ich vergesse Dich?" sagte sie. Sie trat zu ihm hin, band ihn los und gab ihm einen anderen besseren Platz, dann brachte sie ihm zu trinken, nachdem sie vorher das Becken sorgfältig gereinigt hatte, denn das gute Thier begnügte sich leicht mit jeder Nahrung, die man ihm vorsetzte, oder die es sich selbst suchen mußte, während er beim Saufen überaus wählerisch war und nur ganz frisches Wasser in einem reinen Gefäß annahm; am liebsten trank er übrigens Wein. Nachdem sie ihn so versorgt hatte, streichelte sie ihn sachte mit der Hand und flüsterte ihm zärtliche Schmeichelworte zu, wie eine Mutter ihrem Kinde, und der Esel, der sich mit Eifer zu dem frischen Grase gewandt hatte, hörte auf zu fressen und legte seinen Kopf auf die Schulter seiner kleinen Herrin, um sich besser liebkosen zu lassen. Von Zeit zu Zeit streckte er seine langen Ohren zu ihr herab und erhob sie dann wieder mit einem leichten Zittern, das sein Bebaaen anzeigte. In dem nun geschlossenen Grundstück, wie in den menschenleeren Srraßen der Nachbarschaft, war es ganz still geworden. Man hörte nur noch von Weitem ein dumpfes Brausen ohne bestimmte Laute; es klang tief, gewaltig. geheimnißvoll wie das Brausen des Meeres; es war der Lebensatbem der Stadt Paris, der in fieberhafter, unaufhörlicher Bewegung war. auch bei herabsinkender Nacht. Das abendliche Schweigen stimmte zur Schwermuth, und das vorbin Gesprochene wirkte jetzt stärker auf Perrine. Sie lehnte .ihren Kopf an den. ihres Esels und ließ die Thränen, die sie so lange fast erstickt hatten, ohne Widerstand herabfließen während ihr das gute Thier friedsam die Hände leckte. 3. Kapitel. ie Kranke hatte eine schlechte yj Nacht; mehrere Male mußte Perrine, die völlig angekleidet, mit einem zusammengerollten Tuche als Kopfkillen, auf dem Fußboden lag, aufstehen, um der Mutter Wasser zu reichen, das ste frisch vom Brunnen holte; die arme Frau litt unsäglich unter der Hitze und war oft dem Ersticken nahe. Dagegen in der Kühle des anbrechenden Tages, die in dem Klima von Varis immer emvfindlick lazauoerre t vor 1:011 uno rnunic steh in ihren Shawl einwickeln lassen, das einzige Warme, das ste zur Bedeckung hatte. Perrine wünschte so bald als möglich einen Arzt herbeizuschaffen, mußte sich aber gedulden, bis Pfefferkorn auf-
Der Grippe specifisches Heilmittel.
Die Grippe tritt wieder epidemisch aus. Alle Aerzte messen, daß sich dieselbe in Folge von Er, fältungen entwickelt. Sie greift ftetS die sckwachen Punkte des menschlichen LnstemA an, darin 5tegt eben da gefährlkche dieser Krankheit. S,!.AugusbKoen!K'K , Hamburger Lrustthec (;
ift mit solch großem ?rfo! gegen diese schmerzhafte Leiden angewandt worden, duj viele Acr,te dessen Werth schäven und denselben Käufig ver schreiben. Er wärmt da Blut, derudigt die Nerven, lindert den Reiz, ftärkt das ganze System und beseitigt dadurch die Krankheit. Skotiz i Kur in OriginatPacketen verkauft, und der echte hat die Unterschrift von Dr. Auguft König auf jedem Umschlage. Er wird niemals lose verkauft
0. ,.jnocn war, oenn oet wem 0iqi hätte sie Namen und Wohnung eines guten Arztes erfragen sollen? Und er wußte ihr 'auch gleich einen solchen zu nennen, sogar einen berühmten, der seine Besuche zu Wagen macht und nicht zu Fuß wie so mancher Schlucker von Arzt; Mr. Cendrier hieß er und wohnte in der Riblettestraße nahe bei der Kirche; um aber in die Riblettestraße zu gelangen, sagte Pfefferkorn, brauche ste nur längs der Eifenbahn bis zum Bahnhof hinzugehen. Als das Mädchen von einem berühmten Arzt sprechen hörte, der seine Besuche im Wagen mache, wurde ihr bange, sie möchte nicht genug Geld haben, ihn zu bezahlen, und so stellte sie schüchtern und mit verlegenem Stottern noch einige Fragen an den Mann und wagte es doch nicht, ihm ihre Sorgen auszusprechen. Endlich ging ihm ein Licht auf: Was Du zu bezahlen haben werdest, willst Du wissen? Ja, theuer ist's freilich; wenigstens vierzig Sous für den Besuch, und um seines Kommens sicher zu sein, ist's am besten, Du s,pzablsi ihn im Voraus." (Fortsetzung folgt.) Wlppmcn tn varacas Julius Stettcnheim's Wippchen, der immer dabei ist, wo in der Welt etwas los ist, macht jetzt von Bernau aus die Vorgänge in Venezuela mit und berichtet darüber dem Kleinen Journal" aus Caracas in einer Korrespondenz, der wir folgende Stellen entnehmen: Wie in einem Caf, das muß ich sagen: Castro, zahlen!" so lautet die Losung Europas. Aber Castro kommt nicht, läßt sich nicht seben, zahlt nicht, li, Galgenhumor rief er aus: Vombardittn wollen Sie ? Sie sollten uns besser etwas vorschießen! . . . Venezuela hat jährlich mindestens vier Revolutionen durchzumachen, wie vier Jahreszeiten. Im März wird die Winterregierung gestürzt und die Frühlingsregierung eingesetzt, welcher die Sommer-Regierung langsam folgt, die dann flieht und der Herbstregierung Platz macht. Der Venezolaner ist nur glücklich, wenn er die Regierung stürzen kann. Wie wir uns einen neuen Zahn einlenen lassen, so setzt er einen neuen Präsidenten ein, und wie wir einen Cognac stürzen, so stürzt er den Präsidenten, um diesen wieder, wie wir die Grillen, zu veriaaen. Die Europäer sind natürlich den Venezolanern sehr verhaßt. Es ist kaum glaublich, wie namentlich die Kritik über die Deutschen verroht ist. Sie nennen uns das Volk ver Stänker, der Zänker, der Henker und der Kränker, sie sagen, wir verdienten als Räuber den Nobelpreis und paßten so recht zu den Engländern. Gestern sagte der Wirth des Hotels zum goldenen Erdbeben", in welchem ich wohne, zu mir, er freue sich bis über beide Ohren, daß Deutschland sich auf diese Aktion einqelasscn. Deutschland werde keinen Schornstein auftreiben können, der groß genug ist, um die Aktionskosten hineinzuschreiben, und das Reich werde schließlich einsehen, daß es schade ist um das Bein, an das es diese Kosten wird binden müssen. Als ich dann später einmal klingelte, damit das Stubenmädchen komme, erschien anstatt ihrer ein Neger, der obendrein keine reine Nasse war, sondern im Gegentbeil derart roch, daß ich ihn bitten mußte, mir eine Flasche Eau de Co logne" kalt ß stellen. So weit geht der Deutschenhaß!" Pechvogel. Karl Smith von Carbon County, Pa., wurde 00? Kurzem in Philadelphia um seine gesammte Habe, bestehend aus $30 in Baar und einer goldenen Uhr, bcstohlen. Um zu nächtigen, schlich er sich in ein Fabrikgebäude, wurde aber von dem Wächter unter dem Verdacht, ein Schleichdieb zu sein, verhaftet. Vor dem Richter wußte Smith, der nur pennsylvanisch-deutsch sprach, sich nicht zu vertheidigen, und so sandte ihn der Kadi in's Korrektionshaus. Jnzwischeu stellte ein Polizeisergeant fest, daß die Angaden des Vielgeprüften auf Wahrheit beruhten und dieser ein harmloser, gut beleumundeter Mensch war. Sicheres Kennzeichen. Unser Hauslehrer scheint doch schon geheirathet zu haben!" Woraus schließest Du das?" Aus den Sätzen da in Willy's englischem Hefte: Die Suppe ist versalzen der Braten ist angebrar.nt der Pudding ist mißrathen u. s. w.!-
Feuer - Signale. 4 Pamsylv und Markt 5 English'Over-Haus 6 Säst und Rew Aork 7 Noble und Michigan 5 N. Jersey u. Maff b 9 Pine und Nvrth 10 Mavkrt und Pine 11 Vermont nal?e Eaft 12 N. 8 Cpritzenhauk Maq. ve nabe Noble 13 De-Zware und Walnut 14 R. Jersey u Central A. 15 Maff. und Sornell Av Ash und II. Straß .7 Park Ave und 12 Str .3 Columbl undHiUfid 19 Highland Ave u. Pnxtt 21 Illinois und St. I 23 Pennsyl. und Pratt 24 Meridian und 11. Str 25 No. 5 Sprinbauö 15. nahe Jllino 26 Sei'ate Aveu. StTlai? 27 JttinoiS und Michigan 2S Pe esylvania und 14. 29 Senate Ave. und 18. 31 No. 1 Spritzenhaus Jnd Ave naheichigan 32 Mendia und Walnut 34 California u Besmont 35 Blake und New Kork 36 c. Av. u. St Elair 37 City Hospital 38 Blake und Nortl) 39 Michigan und Agnes 41 No. 6 Spritzenbaus Washington nahe West 42 Gsendorf u Wash. 43 Missouri u New Mork 45 Meridian u Wash 4 Illinois und hu 47 Capitol Av. u Wash 48 Kmgan'S Porkyaus 19 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 No. ia Spritzenhaus Illinois u Mcmll 52 Jl'.invts u Louisiana 53 Wffl und Couch 54 West und McCarty 5 Senate Ave. u Henrp 5? Meridian und Ray 5 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Mor. 59 Madison Av.u Dunlop 01 No 2 Haken Leiterhaus South nahe Delawar 2 Penn, u Merrill 65 ZXlaware u. McCarttz 4 Saft und VcEarch 5 New Jersey tu NerrM 67 Birg. Av. u Bradsha 68 ast und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus ir Ave. nhe Huron 72 Cast und Georgia 7Z edar und Slm 74 Davidson u Georgia 75 Cnglish Av. u Pine 7 SheU'y und Bäte 7f No, 3 Spritzenhaus Prospekt nah Shelby 79 Zletcher Av. u Shelby 61 Market u. 5kew Jersey 82 Delaivare und Wash. 83 East u Washington 84 New Zlork u. Davids 85 Taubstummen Anstalt e Ber. Staaten Arkenal 87 Oriental und Wash. 89 rauen-Rksormat. 91 No. 13 Spritzenbaus Marvland nabe Mer. 92 Meridian u. S:,rgia. 93 Meridian und Souch 4 Pennsvlv u. Louisiana 5 Birqmi? Ave u. Alab. 06 Luvtiiuartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Av und Ohia ,23 No. i Svritzenhau 16. und sh. 124 Alabama und 1. 125 Central Ave und 15. 126 ?)ndes und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 1?. 129 Delawarc und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellesontaine und V. 134 College Ave und 2. 135 Delaware und IZ. 136 Alabama und Rorch 137 Nrwmann und 19. 138 College Ave und 14. lZz CorncU Ave und 13. 141 Jandes und lg. 142 Higbland Ave und 10. 142 Tccumich und 10. 145 New Jersey nd 22. 14 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenbaus Hillside Av und 16. 143 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Av und 22. 153 LCu. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ar und 1. 15 Stoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaut Brightwood 162 Ar den und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. evstone 167 Arsenal Ave und 23. 163 Bellesontame und 23, 169 Park Ave und 10. 21 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Michigan 214 Illinois und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Prnnsvlvarna und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Av und 26 21 Broadway und 10. 231 Illinc. und McLean 234 No. 14 Spritzenhaus Arnwood und 30. 235 JllinviS und 33. 2-36 An nett st und 30. 237 No. 9. Spritzenhiut Udell und Raer 233 UdeU Laddr Worls 239 Jtadel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St. Clar 243 Eldridge nd 23. 312 West uud Walnut 815 Weft und 12. 14 Howard und 16. 15 Tcrbet und Pa. 316 Capital Ave und 10. 817 Northwestern Ave u21 818 Gent und 18. 81 Canal und 10. 24 Ctrealine Works 824 Vermont und Lynn Z25 Bismarckur?ndvie 826 Ro. 2 Spritzenhaus Haugbville. 827 Micdigan u. Helme, 823 Micoigan u. Concord 341 West und McJntyr? 412 Mifiouri u. Mrylcnl, 13 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Ecorgio 41 Misjour, u Acntucky A 417 Senate Ave u. Waiy 421 P und S Rm-.iMiuS W. Washington. 428 Jrnn-Hospital. 424 Mi.ey Ave u.JTuJ 425 Wasb. und Harris 426 Ro. 13 Cvritzenbat 52. Washington 427 O'.iver und Birch 428 Oliver und Ogood 429 Ncrdvke und Port 431 Hadley Ave u. Morri 452 River Ave u. Mfri3 j4 River Ao und Ra 435 Harding u. Big 4 R A 436 Harding und Olwa 437 Ro. 19 Spritzend Morris und Hark, 488 Hard mbWmmß 439 StatycrM 451 Reisn und Viller 452 Howard und Lee 453 Morris und StapK 45C Lambe und Beizens 457 Nordyse ve u. ar tuen Works 612 West d Rah 513 cnluckv Ave u. Merr 514 Meridian und Morris 516 IllinoiS nd ansät H17 orris und Dakota 518 Morris und Eburch 51 Capital Z. u 521 Meridian und 525 Pme un?, Lord 524 Madisor Av u Lincoln 2 Meridic. und Belt StR 527 Carlo und Rah 523 Meridian und Arqcna 529 Meridian u. Ravmond 531 Meridian u. RcCarttz 632 Ro. H Svritzentu Merrrs nahe Weft 6.2 McKernan und Tough. 18 Caft u. Lincoln Lu 614 Last und Beecher 615 Wrtght und Sanders 17 McCar, ur.t Beaty 618 New Jersey uir 712 Spruce und Prospect 718 ugl'sh Are. u. Lau) 714 Etett Ave U. Bell R K 716 Stzeldp und Beccher 716 State A?e und Orang 718 Orange und Laurel 719 Shelby u. Ct.. lag Av. 781 Lerington A. u Laune 725 ?slchcr Uvtu.Srua 74 State Äve u Pleasant 725 Pros?tt und "lcasa. 72 Orangc und Har'a? 728 Libetty und Mcet 729 9U Und 812 No. 15 St Ost Washington Str 815 Market und Noble 814 Ohio u, Highland ve 815 MiDigan u. Highlank 816 Market Arsenal A 817 Ost S Clair und Union Bahn Geleit. 821 Pan Handle SkvS 828 Berntont und Walcott 824 Wash. und State t 825 Madden sLounge Fab 826 Tucker und Dorstz 827 Wash. und Bevtlle Av 8 No. 1 Spritzenhaus evill nah Michiga, LZ1 Souchastcr ve und Woodfid. 882 ash. nd De,,, 884 Soucheaftern und Arsenal AveS, 885 New Hork und Teachl 12 Illinois und Maryl. 18 Illinois und Market 14 Penn, und W-H. 15 Delawar nnd Spezial Signale. Ersten Schlag, zweiter Alarm, Zweite 2 Schläge, dritter Alarm, Dritte Schlag, vierter Alarm. 1-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 3 Schlage, Wasserdruck ab. 12 Schlage. 15 Uhr Mittag. Die o bezeichneten Signale werden nur vom Xtan Wächter angegeben da an den betreffende Straft kreuHmtge feine larmkäfte angebracht find.
