Indiana Tribüne, Volume 26, Number 127, Indianapolis, Marion County, 20 January 1903 — Page 7

JndtanQ Trtdnne, 20. Januar 1903

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? s Anheim tt u 44. 4Z. 4 4 : H 1. Kapitel. 'fJjfK da? häufig an SonnabendNachmittagen gegen drei Uhr 0 der Fall ist, so war auch heute der Eingang zu dem Thore don Bercy durch unzählige Fuhrwerke versperrt, und auf dem Uferdamme des Flusse? hatten sich die Wagen in vier langen Reihen nebeneinander festgefahren. Rollwagen mit Weinfässern, Karren mit Kohlen oder Holz, Leiterwagen mit Heu oder Stroh standen alle unbeweglich in der brennenden Junisonne, und die Fuhrleute harrten mit Ungeduld der Abfertigung durch die Steuerbeamten, da sie doch noch vor Sonntag in Paris einfahren wollten. Unter diesen Fuhrwerken fiel eins, das etwas entfernt von dem Schlagbäume stand, durch den wunderlichen Anblick auf, den es mit seiner fast lächerlichen Armseligkeit bot: es war eine Art Meßbude auf vier niedrigen Rädern, die Füllungen des leichten Rahmenwerks aus grober Leinwand, das Dach aus gctheerter Pappe. Früher mochte die Leinwand blau gewesen sein, nun aber war sie so verbläht, beschmutzt, verbraucht, daß man auf ihr ehemaliges Aussehen nur noch schließen konnte; ebenso mußte man sich mit bloßer Vermuthung begnügen, wenn man die verwischten Aufschriften an den vier Seiten entziffern wollte. Die eine, in griechischen Lettern, ließ nur einen Wortanfang erratheu, nämlich totog; vorn stand in deutscher Schrift graphie; eine andcre, italienische, lautete: Fia. Tie frischeste Aufschrift war eine franzöfische und gab das Wort Photographie." Es war dies offenbar eine spätere Uebersetzung aller übrigen, und so konnte man daraus, wie aus einem Wandcrbuche, die verschiedenen Länder ablesen, durch die diese klägliche Räderbude bis nach Frankreich und vor die Thore von Paris gerollt war. War es denn möglich, daß der vorgespannte Esel dies Fahrzeug aus so weiter Ferne bis hierher gezogen hatte? Beim ersten Blick auf das magere, erschöpfte, ausgehungerte THier mußte man es bezweifeln; aber wenn man den Esel genauer betrachtete, so konnte man sich überzeugen, daß diese Herabgekommenheit nur die Folge von andauernden Strapazen und mangelhafter Ernäbrung war. Ursprünglich war es ein starkes und wohlgebautes Thier, von höherem Wüchse als unser europäischer Esel und behender in seinen Bewegungen, feine Haut aschgrau, der Bauch trotz Verunreinigung durch den Straßenstaub hellglänzend, schwarze Querstriche zeichneten seine feingeformten Beine bis zu den gestreiften Füßen, und so müde er auch war, warf er doch seinen Kopf in einer eigenwilligen, entschlossenen und ettoas spitzbübischen Weise in die Höhe. Sein Geschirr stand im Einklang mit dem Wagen: es war herausgeflickt und mit verschiedenfarbigen Schnüren zusammengebunden. feinen und groben, wie sich's gerade traf; sie verschwanden aber unter den am Wege gebrochenen Zweigen und Ranken, mit denen sein Rücken, um ihn vor der Sonne und den Mücken zu schützen, bedeckt war. Neben dem Esel saß am Rande des Fußwegs ein kleines Mädchen von zwölf bis dreizehn Jahren, das ihn beaufsichtigte. Sie war eine eigenthümliche Erscheinung. von stark ausgeprägter Mischrasse. die ihr etwas Unausgeglichenes gab, aber durchaus nichts Abstoßendes. Ungeachtet des überraschenden Gegensatzes von aschblondem Haar und der Bernsteinfarbe des Gesichts hatten die Züge des Mädchens einen Ausdruck von Milde und Sanftmuth, noch verstärkt durch das dunkle, langgeschlitzte und nachdenkliche Auge. Auch der Mund hatte etwas Ernstes. Sie saß im Ausruhen lässig vorgebeugt; dabei e ihre Gestalt die gleiche Anmuth wie das Köpfchen, zart und nervig zugleich. Ihre schmalen Schultern staken in einem verschossenen karirten Jäckchcn. ihre rüstigen Beine deckte ein abgetragenes, zerschlissenes Röckchen; und doch konnte ihr das elende Leben, das sie führte, nichts von dem Stolze ihrer Haltung rauben. Ta der Esel hinter einem mächtigen Heutbagen seinen Platz hatte, wäre seine Beaufsichtigung eine leichte Sache gewesen, wenn er sich nur nicht von I Zeit zu Zeit die Freiheit genommen i hätte, einen Wisch Heu zu seinem Besten aus dem Wagen zu ziehen; das ' lluat Tbicr tbat dies mit aller Behütsamkeit, und- man konnte recht gut sehen, daß es sich seiner Dieberei bewußt war. ,J ' ... p.. tu .r I Palikar. will t nu aufyoren: nq das Mädchen. Gleich senkte er den Kopf wie em reuiger Sünder; aber sobald er sein Maülvoll unter seltsamem Schielen und Ohrenbewegen verschlungen hatte, fina er eifrig von Neuem an, feinen Hunaer zu stillen. ; j n ic dem Äuaenotta. ico iir. iuui um vierren oder fünften Male wehrte, rief . .. 4 cm creme Stimme aus oem zusagen, v rine!" coaleick erbob fies) das Madkbev,

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o -7 4 Familicn-Uom.n! von GO -1 Hcctor Malst c f M ? ö GO 4 ;4 M iiipjtc um Eingänge des Wage3 einen Vorhang und trat in den düsteren Raum, wo eine Frau auf einer elenden Matratze ausgestreckt am Boden lag. Wünschist Du etwas. Mutterchen?" Waö treibt denn Palikar?" Er läßt sich das Heu von dem vorderen Waacn ickmeaen," ..Tas darf nicht sein, Du mußt eS verhindern." Er hat eben Hunger." Wenn auch! Der Hunger gib! uns kein Recht, von andcrec Leute Eigenthum zu genießen. Wie wolltest Du Dich verantworten, wenn der Fuhrmann, dem der Wagen gehört, aufbegehrtc?" Ich will das Thier kürzer halten." Werden wir denn nicht bald in Paris einziehen?" " Man muß noch wegen dcr Steuer warten." Noch lange?" Fühlst Tu Dich schlimmer, Mutterchen V Aengstige Dich nick't. Tie Stickluft hier innen weiter nichts," erwiderte sie mit einer keuchenden Stimme, die mehr wie leises Pfeifen als wie Sprechen klang. V Es waren Worte der Beruhigung von Mutter zu 5iind. In Wahrheit befand sich die Frau in jammervollem Zustande, ohne genügenden Athem, ohne Kraft, ohne Leben in den Gliedern: so lag sie, höchstens siebenundzwanzig Jahre alt, in zehrendem Siechthum. Und doch hatten noch deutliche Spuren einer wundersamen Schönheit diese Leiden überdauert: ein Gesicht vom reinsten Oval, sanfte dunkle Augen, wie sie auch die Tochter hatte, nur leuchteten die der Mutter in fieberhaftem Glänze. ..Möchtest Du. daß ich Dir etwas bring??" fragte Perrine. Was meinst Du?" Es sind Buden da drüben, ich könnte eine Citrone kaufen und wäre in der Minute wiederhier." Nein, wir müssen unser Geld zusammenhalten, wir haben so wenig. Geh Du zu Palikar zurück und gib Acht, daß er nicht wieder Heu stiehlt." Das wird schwer halten." Nun, geh nur und passe ordentlich auf." Das Mädchen stellte sich wieder vor den Esel hin, und sobald sich die Wagenreihe vorwärts bewegte, zog sie seineu Kopf mit einem festen Ruck zur Seite, so d.iß er das Heu des nächsten Wagens nicht mehr erreichen konnte. Zuerst sperrte sich das Thier gegen diese Maßregel und drängte vorwärts; als nun aber das Mädchen in Schmeicheltönen zu ihm sprach, es streichelte und auf die Nase !üßte, ließ es besänftigt die langen Ohren hängen und ergab sich güilich in's Unvermeidliche. Nun brauchte sich Perrine nicht mehH mit ihm zu beschäftigen und konnte sich' damit unterhalten, ihre nächste Umgebung zu beobachten: das Hinunterfahren der Boote und Schleppdampfer auf dem Flusse; das Ausladen der Ruderschiffe mit Hilfe großer Drehkrahnen. die ihre langen Eisenarme darüber ausstreckten und wie mit Händen die Ladung entgegennahmen, um sie. falls es Steine, Sand oder Kohlen waren, in die bereitstehenden Wagen zu schütten, oder, wenn es Fässer waren, diese längs dem gemauerten Ufer aufzureihen; auch beobachtete sie die Bewegung der Züge auf der Gürtelbahn, die hohen Brückenbogen, durch die die volle Aussicht auf Paris, das sich in einem unbestimmten schwarzen Dunst mehr vermuthen als erkennen ließ, gehemmt wurde; endlich ganz in ihrer Nahe arbeiteten die Angestellten des Steueramts, indem sie lange Lanzen durch die Strohladungen stießen oder auf tk Karren mit Weinfässern stiegen, diese mit einem raschen Stich anbohrten, dann den herausspringcnden Wein in kleinen silbernen Schalen auffingen und einige Tropfen davon kosteten, sie aber sofort wieder ausspieen. Wie wardies alles merkwürdig, neu und interessant für Perrine! Tie Zeit verging ihr dabei so rasch, daß es ihr gar nicht zum Bewußtsein kam. Auch hatte sie nicht bemerkt, wie sich ihr ein Junge er mochte etwa zwölf Jahre alt sein der ganz wie ein E!?!vn aussah und gewiß zu einer sahrenden Truppe von "den Nachzüglern gekörte, schon eme ganze Welle genauen hatte und sich nun. da er sich nicht bemerklich machen rennte, zu einer Anrede entschloß: Ein hübsch Esel das!" - , Sie oad keine Antwort. Ist's ein hieländischer Esel? Sollte mich schier wundern." Sie hatte den Sprecher jetzt ange sehen, und da sie fand, daß cr wie ein braver Junge aussah, wollte sie ihm schon Rede stehen. Er kommt aws Griechenland," sagte sie. Aus Griechenland?" .Ja. darum heißt er auch Palikar." ..Aha! Darum!" Aber trotz seines einverständigen 'Lächelns war es ibm doch sehr zweifelhaft. ob er sie recht verstanden babe. und warum ein Esel aus Griechenland gerade Palikar heißen sollte.

Es ist weit von hier, dies Griechenland?" fragte er. Scr weit." "Wci''er als als China?" Rein, aber doch sehr, sehr weit." So kommt Ihr also aus Griechenland?" Noch viel weiter h'.:r." Aus China?" Nein. Palikar. der ist aus Griechenland." Geht Ihr zum Jnvalidenfeste?" Nein." iWohin geht Ihr denn?" Nach Paris." mu werdet Ihr Euren Wagen einstellen?" Man hat uns gesagt, in Auxerre. auf den Festungswällen sei noch Platz genug frei." Der Junge klatschte sich zwei Mal auf die Schenkel und neigte dabei den Kopf vor: Auf den Festungswällen? O jemine!" Gibt's dort keinen latz mehr?" ) doch!" Nun. was ist's denn?" Nichts für Euch dort. Die Festungswälle sind gut für Lumpcngesinel. Habt Ihr Männer in Eurem Wagen? Handfeste Männer, die sich aus einem Messerstiche nichts machen? Ich meine austheilen und einnehmen, wie's kommt."

Wir sind unser zwei, meine Mutter und ich, und meine Mutter ist krank." Ihr wollt Euren Esel gern behalten?" O gewiß!" Nun, dann könnt Ihr Euch drauf gefaßt machen, morgen wird Euer Esel gestohlen sein. Das wäre nur der Anfang, was nachkommt, werdet Ihr erfahren; und das wird nichts Schönes sein. Es ist Gras Double, der Euch das prophezeit." Ist das wirklich wahr?" Und ob es wahr ist! Ihr seid wohl noch niemals in Paris gewesen?" Niemals!" Das merkt man. Was sind denn das für Gutcdel aus Auxerre, die Euch geratben haben. Euren Wagen dort unterzustellen? Warum geht Ihr nicht zu Pfefferkorn?" Ich kenne keinen Pfefferkorn." Den Besitzer des Champ Guillot? Nun! Dessen Stück Land ist mit festen Paisaden eingefaßt, und die Eingänge werden des Nachts geschlossen. Da hättet Ihr nichts zu fürchten, denn man kennt diesen Pfefferkorn: ein Flintenschuß würde Jeden unschädlich machen, der es wagte, Nachts einzudrin- " yc. Ist's theuer da?" Ja im Winter, wo alle Welt nach Paris strömt; aber in jetziger Jahreszeit wird cr Euch sicher nicht mehr als vierzig Sous die Woche abfordern, auch findet Euer Esel sein Fressen in dem Grundstück, besonders wenn er ein Freund von Disteln ist." ..Ich glaube wohl, daß er Disteln mag." Nun. dann wird's ihm behagen, und, weißt Tu, Pfefferkorn ist kein übler Pcann." Pfefferkorn ist also sein Name?" Man nennt ihn so, weil er allzeit Durst hat. Er ist ein alter LumpenHändler, der sich mit diesem Gewerbe etwas verdient bat: er aab es aber auf. als ihm ein Arm abgesajlagen wurde. denn es ist nicht sehr bequem, die Keh richtbaufen nur mit einem Arme zu durchsuchen; da hat er sich nun darauf verlegt, sein Stück Land zu vermiethen, im Winter zum Unterbringen der Rollund Stellwagen, und im Sommer an Jeden, der sich einfindet. Außerdem treibt er noch einen anderen Handel: er verkauft junge Hundchen. Ist's weit bis zu jenem Champ Guillot?" Nein, bei Charonne liegt's, aber ich wette, Tu kennst nicht einmal Cha ronne?" Ich bin ja noch nie nach Paris ge kommen." Sieh, dort drüben liegt's." Er streckte seinen Arm in der Rich tung nach Norden aus und fuhr fort: Wenn Ihr einmal den Schlagbaum hinter Euch habt, wendet Euch sogleich nach rechts, dann geht's ungefähr eine halbe Stunde an den Festungswällen weiter; wenn Ihr dann über den gro ßen Alleenplatz von Vincennes gefahren seid, schlagt Ihr Euch lmks und fragt nch dem Weg; Jedermann kennt das Champ Guillot." . Danke schön! Ich will mit Mama darüber sprechen; ja wenn Du so gut wärest, zwei 'Minuten meinen Palikar zu Huten, konnte ich gleich mit ihr sprechen." Das will ich gerne thun! Ich will ihn ersuchen, mich griechisch zu lehren." Sei nur so gut und laß ihn nicht von dem Heu fressen. Perrine verfugte sich in den Wagen und wiederholte ihrer Mutter, was sie von dem Zungen Clown erfahren hatte Wenn cs sich so verhält." sagte die Mutter, dann ist nicht zu zögern, dann müssen wir uns nach Charonne aufmacken. Wirst Du aber den Wea dahin finden? Bedenke, daß es nach Pans geht. Es scheint ein Leichtes zu sein." Im Begriff fortzugehen, drehte sich Perrine noch einmal nach ihrer Mutter um, beugte sich zu ihr hinab und sprach: Hier draußen stehen viele Wagen mit Planen, auf denen allen zu lesen ist: Fabriken von Maraucourt, und darunter steht der Name Vulfran Paindavoine. Auf den Tüchern, die über eine ganze Reihe von Weinwagen gebreitet sind, steht dieselbe Aufschrift." Das ist nichts Auffallendes," erwiderte die Mutter.

Ausfallend ist mir nur," versetzte Perrine. daß sich die Namen so oft wiederholen." 2. Kapitel. ls Perrine zu ihrem Esel zuj,1 rückkam, sah sie, daß er seine Nase wieder tief in den Heuwagen versenkt hatte und sich's so behaglich schmecken ließ, als stünde er vor seiner eigenen Krippe. ..Du läßt ihn ungestört fressen?" rief sie entsetzt dem Jungen zu. Das will ich glauben," gab er lachend zurück. Und wenn der Fuhrmann wüthend darüber wird?" Der sollte mir kommen!" schrie der Clown, indem er, die Fäuste auf die Hüften gestemmt, den Kopf zurückwarf, wie wenn es einem Gegner Trotz zu bieten gälte. O Du Schelm!" rief Perrine. eine Vertheidigung Palikars war übrigens nicht mehr nöthig, denn die Steuerbcamtcn hatten eben den Heuwagen untersucht, dem sich nun der Schlagbaum öffnete. Nun kommt's an Euch," bemerkte der Clown ich gehe jetzt. Auf Wiedersehen, Mamsell! Willst Du je einmal was von mir haben oder wissen, so frage nur nach Gras Double

Jedermann kann Dir Bescheid geben." Tie Beamten, denen die Aufsicht über die Pariser Barrieren obliegt, sind an die seltsamsten und abenteuerlichsten Erscheinungen gewöhnt, doch zeigte sich auf dem Gesichte des Mannes, der den Photographiewagen bestieg, eine Regung des Erstaunens beim Anblick dieser auf dem Boden ausgestreckten jungen Frau und vollends, als er bei rascher Umschau nichts als Mangel und Elend entdeckte. Ihr habt nichts zu versteuern?" fragte er, während er immer noch forfchend umherblickte. Nichts." flüsterte die Arme. Keinen Wein? Keine Vorräthe?" Nichts." Tiefes zwei Mal geflüsterte Wort entsprach der Wahrheit auf's Gewissenhafteste, denn außer der Matratze, zwei Strohstühlen, einem kleinen Tische, einem irdenen Oefelchen, einem Photographierapparat nebst Zubehör, war lediglich nichts in dem Wagen zu sehen weder Koffer, noch Körbe, noch Kleidunasstuae. Gut," sagte der Beamte, Ihr könnt einfahren." Als Perrine. die ihren Palikar am Zügel führte, über die Barriere hinaus war, wandte sie sich sogleich nach rechts, wie es ihr Gras Double empfohlen hatte. Die Wälle ogen sich nun an den Festungswerken hin, und auf dem ze-rtretenen, staubigen, durch das Lagern von Menschen und Vieh verwüsteten Rasen hatten sich Leute gebettet, die auf dem Rücken oder Bauche schliefen, in Stellungen, die sie am besten vor der stechenden Sonne schützten, während Andere, aus dem Schlafe aufgeschreckt, die Arme in die Hohe warfen und dann wieder einzu schlafen suchten. Was Perrine von den Gesichtern dieser Strolche wahrnehmen konnte, von ihren zerzausten, strup pigen Köpfen, ihren zerlumpten Kleidern. und wie sie sie trugen, war überzeugend genug, daß diese Bevölkerung der Walle gar mcht sehr vertrauenerweckend und die Nachtruhe verbürgend aussah, und daß Messerstiche 'hier wohlfeil zu haben sein mochten. Sie hielt sich aber nicht dabei auf, diese Eindrücke auf sich wirken zu lassen, wandte vielmehr ihre Augen von der widerwärtigen Szene ab, die von keinem Interesse für sie war, da sie ja mit diesem Gesindel nicht zu verkehren brauchte, und schaute nach der entgegengesetzten Seite, das heißt nach Paris hin. Aber wie? Diese häßlichen Häuser, diese Schuppen und schmutzigen Höfe, diefe Ablagerunaen von Unrath das sollte Paris sein? Jenes Paris, von dem sie ihren Vater so viel hatte erzählen hören, wonach sie seit langer Zeit in kindischer Sehnsucht verlangte, von dem sie träumte, und das ihr bei jedem Kilometer, der sie der Stadt näher brachte, feenhafter vorschwebte? Und jene greulichen Gestalten da drüben, jene wüsten Gesellen, die sich wie Thiere im schmutzigen Grase wälzten jene Frauen und Männer mit den Galgengcsichtern, sie wären Pariser? Den Platz von Vincennes erkannte Perrine gleich an seiner weiten Ausdehnung, und als sie über ihn weggefahren war, erkundigte sie sich nach dem Champ Guillot. Nun, wenn der Ort auch, wie Gras Double versichert hatte, allen Leuten bekannt war über den Weg dahin herrschte dennoch die größte Meinungsverschiedenheit. und mehr als einmal schlug Perrine eine falsche Straße ein. Endlich kam sie vor eine Einfriedigung aus Pfählen und Latten, theils mit. theils ohne Rinde, theils mit Farbe angestrichen, theils getheert, und als sie durch das Gitterthor, dessen beide Flügel offen standen, im Innern einen alten Omnibus und einen EisenbahnWaggon, veidc ohne Räder, auf dem Erdboden stehen sah, da legte sich ihr, obgleich sich die nächsten Baracken in keinem besseren Zustande befanden, die Vermuthung nahe, daß dies das gesuchte Champ Guillot sein müsse. Hätte es noch einer Bestätigung bedurft, das Dutzend kugelrunder Hündchen, das im Grase herumkollerte, hätte sie ihr geben können. Palikar mit der Räderbude mußte einstweilen auf der Straße stehen bleiden, als Perrine eintrat, und sofort stürzte ihr das ganze Rudel Hündchen entgegen und purzelte mit wimmerndem Gebell um ihre Füße benim.

Werde gesund und indem du

Leberkrankhcite, Billisfitit, Unreines Blut, durch die Anwendung von Tr. August König's

Kamburger

ropfen

XH

loS wirst, sie reguliren und reinigen.

evrauche St. JakobK Ocl gegen Schmerzen.

Was gibt's hier?" rief eine Stimme. Perrine sah sich um, woher dieser Anruf käme; da bemerkte sie zur Linken einen langen Bau, der ein WohnHaus vorstellen, aber ebenso gut einem andern Zwecke dienen konnte. Die Wände waren aus Gipsplatten, Sandsteinen, Holzsiücken und Blechbüchsen zusammengesetzt, das Dach bestand aus Aifri- As)iV"i- iinS S"i,-ir Mri Yii Lerx, vjiiiiiini -fjuji u.iv uuiuu, uiv yni' ster hatten Scheiben aus Papier, Holz, Zinktafeln, sogar aus Glas das Ganze zeigte sich als Schöpfung einer fo naturwüchsigen Kunst, als ob ein Robinson der Baumeister und Freitage die Arbeiter gewesen wären. Unter einem Vordache stand ein Mann mit ergrautem Barte, der damit beschäftigt war, Lumpen zu sortiren. die er in verschiedene aufgestellte Körbe warf. Zertritt meine Hunde nicht!" rief er; komm näher!" Sie kam der Aufforderung nach. Was ist Dein Begehr?" fragte er. als sie neben ihm stand. Ihr seid wohl der Besitzer des Champ Guillot?" .Man saat's." (Fortsetzung folgt.) Eingeschneite Passagiere. Etwa 50 Passagiere eines Zuges der Burlington-Bahn, der von Denver nach Deadwood, Nebr., gehen sollte, waren unlängst 20 Stunden lang unter zehn Fuß Schnee begraben. Einer Rettungsmannschaft, die von Sydney abgeschickt worden war, aelang es erst nach zehnstündiger Arbeit, die Eingeschneiten zu befreien. Die Passagiere fanden dann Unterkunft in der kleinen Ortschaft Mercer, Nebr., die blos etwa zehn Häuser und Hütten enthalt. Erst nach weiteren zehn Stunden war das Geleise so weit vom Schnee gesäubert, daß der Zug die Fahrt fortsetzen konnte. DieVerliner alsHundeliebhabe r. Wie man aus Berlin berichtet, wceren dort am 1. April 1902 rund 29,000 besteuerte Hunde vorhanden. Unversteuert waren außerdem noch vorhanden: 21 63 Wach- und Ketten hunde, 521 Hunde von blinden oder tauben Personen, 2652 Zughunde, 200 Wächterhunde sowie 118 Hunde im Besitz des Kaisers oder des Personals der auswärtigen Gesandtschaften, zusammen 5657 steuerfreie Hunde. In Summa 34.654 Hunde, gegenüber 28.507 im Jahre 1895 und 33.862 im Jahre 1901. Die Zunahme ist also trotz der allgemeinen ungünstigen Erwerbsverhältnisse eine auffallend. Schnitzes. Allerlei Interessante aus allerlei Gebiet Für Jeden etwas. Vivisektion ist im Staate Massachusetts gesetzlich verboten. Amerikanische Reisende geben in Paris jährlich etwa 4,000.000 aus. Honolulu unterhält einen öffentlichen Ausschuß, der sich nur mit der Vertilgung von Ratten zu befassen hat. Die X-Strahlen sollen in Hawai vom dortigen Gesundheitsrath auf ihren Werth bei Behandlung der Leprose geprüft werden. Ex-Gouverneure sind im Staate Connecticut noch sieben unter den Lebenden; im Staate Massachusetts leben ih.er noch drei. In Häfen der Ver. Staaten landeten im letzten Fiskaljähre 648,743 Zwischendeckspafsagiere und 82,055 Kajütenpassagiere. Die Berliner Feuerwehr ist verpflichtet, für Fälle von Leuchtgasvergiftung Stahlcylinder, die Oxygen enthalten, bereit zu halten. Mit Zuckerrüben bebaut ist in den elf Staaten der Union' in denen diese Industrie betrieben wird, ein Areal von 260,000 Acker. Im Passagierverkehr vereinnahmten die Eisenbahnen in den Ver. Staaten im letzten Fiskaljahr $472,429,165 und im Frachtverkehr $1,100,884,603. . Die jüdischen Theater in Chicago haben eine Vereinbarung getroffen, wonach die einzelnen Theaterstücke der Reihe nach von einer Bühne der anderen zur 'Aufführung abgetreten werden.

bleibe gesund

Feuer Signale. t Pnmsylv und Stärket 5 English's Opern Hau 6 Säst und New York 7 Noble und Michigan 5 N. Jersey u. Maff Ave g Pine und Norch 10 Startet und Pine 11 Vermont nahe East Jü 31?. 8 Spritzenhaus Raff, v nahe Neble 13 DeUvareund Walnut 14 R. Jersey u Sentral 3. 15 Waff. und Cornell Ave 6 Ash und 11. Straße i7 Park Ave und 12 Str .S Columbia undHUlsld 19 Higbland Ave u. P,att kl JUino und St. I 23 Pennsylv. und Pratt 24 Nendian und 11. Str 25 No.5CvritzenhauS26. ',. Jllinoi 26 Senate Aveu. StSiair 27 Illinois und Michigan 2 Pe sylvania und 14. 29 Senate Ave. und 18. 31 No. 1 Spritzenhaus Jnd AvenaheRichigan 32 Meridian und Walnut 34 Calisornm u Vermont 35 Blake und New York 3 Jnd. Zlv. u. St Clair 37 Sity Hospital 3 Blake und Norty 33 Mlchigan und Agne 41 No. e SpritznchauS Washington nahe Beft 42 cnfcorf u Wash. 43 Missouri u New Kort 45 Meridian u Wash 46 Illinois und hio 47 Eavitol v. u Wash 4S mgan'S PorkhauS 49 Straßenbahn Stalle W. Washington Str 61 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 62 JllmoiS u Louisiana 53 Wett und Couch 64 West und VcCarch 56 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray tö No. 4 Spritzenhaus Madrson Zlv. u Mor. 69 Madison Av. u Tunlop 1 No2HakenLeiterhauS Eouch nahe Delawar 62 Penn, u Merrill 63 Delaware u. McEarttz 4 Saft im McSarty 65 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Zlv. u Bradsha 68 East und Prospect 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 72 East und Georgia 73 Eedar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 English Av. u Pine 76 Shelöy und Batet . 7? No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelby 7-1 Fletcher Av. u Shelby 51 Market u. New Jersey 52 Delaware und Wash. 93 East u Washington 84 New York u.Davidsor 85 Taubstummen Anstalt 86 Ber. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. S9 Fiuen-Neformat. 91 No. 13 Spritzenhau Mzrvland nahe Mer. 92 Meridian u. Vc-rgm. 93 Meridian und Souch 94 Pennsplv u. Lomsiana 9 ' Virgin,? Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohio .23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Ceniral Ar? und 15. 126 Z)ndeS und 15. 127 Brookfidk und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bcllefontaine und 134 College Ave und 2. 135 Delaware und iZ. 136 Alabama und Norch 137 Newmann und 19. 138 Ccllrge Ave und 14. 13s Cornell Ave und 13. 141 Dandes und 1L. 142 Higbland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey d 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus HiUstde Av und 16. 143 College Av und 22. 149 College Av und 27. 152 Park Av und 2. 15. L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Av und 10. 156 Sioughu u Newman 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawyaw. 159 Ro. 21 Spritzenhau Brightwood l2 Arden und Depot 163 Brightwood und 26. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. eyste 167 Arsenal Av und 28. 168 Bellkfontain und 23. 19 Park Ave und 10. 212 Capital Av und 17. 213 Pennsyiv. u. Michigan 214 JUinmS und 20. 215 Senate Ave und 1. 216 Pennsylvania und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Ave und 26. 219 Broadwav und 10. 231 Jlluwts und McLea 234 No. 14 Spritzenhaus Senwood und 30. 235 Illinois und 83. 236 Annetta und 30. 237 No. 9. Spritzcnhiu Udell und Raoer 238 Udell Latder Wort 239 Jiabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u Et. Elar 243 Cldrioge und 23. 12 West und Walnut lil3 West und 12. 814 Howcrrd und 16. 815 Torbet und Paca 316 Capital Ave und N 817 Northwestern Ave u2 818 Gent und 18. 81 Canal und 10. 824 Cerealine QorkS 824 Vermont und Lvnn 825 Bismaräu Grandvieir 82 Ro. 2 SpritzenhuS Haughvllle. 827 Michigan u. HsleS, 82 Michigan u Concord 341 West und McJnwrr 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Gevrgio 416 Missouri AcntuckvS 417 Senate Ave . Walo. 421 P und E Runt'us 33. Washington. 423 Jrrrn-Hospital. 424 Mi.ey Ave u. I D u I 425 Wash. und HarriS 42 Ro. 18 Spritzenhsr W. Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und Osgood 429 Siordyke und Pork 431 Hadley Ave u. Morr 482 Airer Ave u. MsrriS S4 River Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 R S 436 Harding und Oliv 437 No. 19 Cpritzenha Morris und Hardtna, 48 Howard undAlkB 439 StockvardS 451 Reisn und Miller 452 Howard und Lee 453 MorriS und ap 456 Lambett und Belrnt 457 Nordvk Ave u. fcar Uten Works 612 Best und Ray 613 entmkv Ave u. Merrib 514 Meridian und MorriS 616 JllinoiS nd SanjaS 617 Morris und Dakota 618 MorriS und Church 615 Capital A. u McCarty 621 Meridian und Palmer 623 Pine un! Lord 624 Madisor Ave u Lincoln 126 Meridian und Belt RR 627 Carlos und Ray 628 Meridian und Anzona 629 Meridian u. Raymond 631 Meridian u. McCarty 6Z2 No. 17 SvritzenluS MorriS neb West 12 McKernan und Tough. 61Z East u. Lincoln 2nt 614 East und Beecher 616 Wnght und Sander 617 McCarty und Beaty 16 New Jersey u ir W 712 Spruce und Prospct 713 Cngllsh Ar, u. Laurel 714 State Ave u. Belt R 716 Shelby und Beecher 716 State ve und Orang 718 Orange und Laurel 710 Shelby u. Ct.. tag 3Ü 721 LexingtonA.u Laure 728 Fltcherve u. Opru 724 State Ave u. Pleasant 726 Prosptkt und 'leasar 726 Orange und Hai lau 72 Liberty und Merk 729 Nolö und Souch 1 Ro. 16 Spritzenhaus Ost Washington Str. 818 Market und Noble 814 Ohio u. Highland A 816 Michigan u. Hiahlant 8H Market u Arsenal Av 817 Ost S Clair und Union Bahn Gelege. 821 Pan Handle Shcp? 823 Vermont und WalcoU 24 Wash. und State Atz. 82k Madden'sLounge Fatt 82 Tucker und Dorsey 27 Wash. und Bevifle Ave 829 No. 12 Spritzenhaus eville nah Michiga, 81 Southeaster Ave und Woodfide. 32 Wach, und Durrbon, 84 Soucheastern und Arsens AveS. 836 New Hork und Tempi 12 JllinoiS und Maryl. i Illinois und Markt. 914 Penn, und &o 916 Delaware und "tafr

Spezial-Siznale. Ersten l Schläge, zweiter Alarm, Zweiten I Schlag, dritter Alarm, Dritten 9 Schlag, vierter Alarm. 1-2-1, Keuer aui und Schlauch ausgerollt. 3 Schlag, Wasserdruck ab. 19 Schlag, 19 Uhr Mittag. Dk 'fi bezeichneten Signale werden nur vom Tbur, wacht angegeben da an den betreffenden Snaß kreuMnaen feint Alarmkäüen anaebraedt fad VM 1