Indiana Tribüne, Volume 26, Number 127, Indianapolis, Marion County, 20 January 1903 — Page 5

JndißMN Tridttue, so Januar ZSoS.

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Ü

Legislatur.

Senat. Senator Goodwine's Bill, die sog. Reformatorium Rippen"-Bill pasfirte gestern die zweite Lesung und wurde zur Reinschrift beordert. Die Bill, kraft welcher das Stadt chen Shirley, Hancock County, authorifirt wirn, sich incorporiren zu laffen wurde passirt. Die Bill, welche vorschreibt, daß in nerhalb der nächsten fünf Jahre keine Wachteln geschossen werden sollen, wurde an das Comite für Privilegien zurückgewiesen. Senator Johnson's Bill betreffend die Regiftration und Regulirung der Fahrgeschwindigkeit von Automobilen wurde an das Comite für Landstraßen zurückgewiesen. Das Senats - Comite berichtete die vom Hause bereits angenommenen Indianapolis Schul-Bill günstig ein Haus. Eine vom Repräsentanten Taylor von Warrick County eingebrachte Resolution, Präsident Mitchell einzuladen, vor dem Hause eine Rede zu halten, wurde angenommen. Heute wird Bundes-Senator Fairbanks wieder nominirt werden. Im Senat und im Hause wird heute die Wiedernomination des Senators Fairbanks zum Bundes-Sena-tor stattfinden. Ans den Gerichtshöfen. Neue Scheidungsklagen. Mamie R. Benson reichte gestern eine Scheidungsklage gegetr ihren Gatten Oliver, mit welchem sie sich vor etwa fünf Jahren verheirathete. ein. Sie beschuldigt ihn der Pflichtvernachlässigung und des Ehebruchs. Katie Glatscl wünscht von ihrem Gatten Henry geschieden zu werden. Kurz nach ihrer am 15. October v. I. erfolgten Hochzeit soll er von ihr ihre Ersarniffe verlangt haben und als sie ihm dieselbe nicht geben wollte, soll er ihr direct in's Gesicht gesagt haben, daß er sie überhaupt nur ihres Geldes wegen und nicht aus Liebe geheirathet hätte. Seitdem behandelte er sie angeblich in solch brutaler Weise, daß sie vor etwa einem Monat es vorzog, nicht mehr mit ihm zusammenzuleben. Sie verlangt außer der Scheidung noch $500 Alimente. Charles I. Barnes möchte ebenfalls von den leidigen Chefeffeln, welche ihn an seine Gattin Floren knüpfen, befreit werden. Das Paar lebt schon seit drei Monaten nicht mehr zusammen. Er beschuldigt sie der lieblosen BeHandlung. Bedeutende Forderung einer Geisteskranken. Vor Richter Allen wird zur Zeit über die Forderung von $16,826.55 verhandelt, welche Sollis Runncls als Vormund der zur Zeit im Sanitorium schmachtenden Emma P. Ney gegen den Nachlaß der lias C. Atkins einge reicht hatte. Dieselbe soll dem Atkins nach und nach noch größere Summen gegeben haben, um sie für ihn anzulegen. Polizeiliches Allerlei. Gestern Nachmittag gegen 3 Uhr wurden die Radler L osh und Askin zur Ecke der North Str. und Jndiana Ave. gerufen, wo mehrere Jsraeliten handgemein geworden waren. Die Bemnten verhafteten den Händ ler Sam. Bernstein, der, wie es hieß, mit Al. Kievers, bekannt als Cooney Kievers", einen Faustkamns aebabt batte und weiT I D ' t?r faustkämvfeu wollte. als die Radler eintrafen. Andere Verhaftungen in Verbindung mit diesem Falle stehen in Aussicht. Abends um 9 Uhr wurde die Polizei alarmirt, um Frieden in Ella Drake's Wohnung, No. 948 West Washington Str. zu stiften, wo Frank Beswick und Frau und ihr Stiefsohn John Wolf und Frau von No. 977 Crawall begonnen hatten und schließlich handgemein geworden waren. Grundeienthums Uebcrtragungen. George Keßler an George W. Shelby, Lot 8, Block 38, North JndianapoliS, $2000. Marie H. Traylor an John B. Holton, Lot 17, AyreS' Oft WashingtonStr.'Add., $3000. Carl Kofahl an Frederick I. Psiftenr, Theil von Lot 202, Außenlot 120, 41700.

Vom Tiurianve.

Der Präsident etneS Clubs der Harmlosen" in Madrid. General Bourbon Castelvi, ein Verwandte? des Königs, wurde dieser Tage verhaftet. Die Verhaftung war die Folge von Maßregeln, die derPräfekt getroffen hat, um das Spielen in den Kasinos zu unterdrücken. Der Gouverneur verhandelte mit dem Minister - Präsidenten, der von den Vorgangen peinlich berührt war, jedoch die Freilassung des Generals verfügte. Infolgedessen wurde der General wieder aus der Haft entlassen. Der Kriegsminister wird eine Verordnung erlassen, die verbietet, daß Generale als Präsidenten nicht reinmilitärischer Vereine fungiren. Angehörige des Bonner Studentencorps Rhenania", die im Corpshause wohnen, fanden kurzlich bei ihrer nächtlichen Heimlehr einen' Koffer und einen Laternenanzünder vor der Treppe im Hausflur. Bei näherem Zusehen stellte es sich heraus, daß alle Zimmer des Hauses durchwühlt waren, und daß die hinter cinem Schreibtische verborgene Kasse des S. C. die Rhenania" führt in diesem Winter den Vorsitz im S. C. entwendet war. Sie enthielt 1100 Mark und war erst vor vierTagen vom Studiosus Lücke im Namen des Corps übernommen worden. Spuren von Gewalt hat man an den Schlössern des Hauses nicht entdeckt. Ueber einen jugendlichen Lebensretter wird aus Braunschweig berichtet: Der 13jährige Schüler Konrad Bändel wurde dieser Tage vom Regenten in Braunschweig in Audienz empfangen und erhielt eine silbernellhr mit silberner Kette zur Belohnung für Rettung aus Lebensgefahr. Es war am 20. August, als in Holzminden eine militärische- Uebung stattfand, der viele dortige Einwohner zuschauten. Tabei stürzte ein lljähriger Knabe in die an der Stelle sehr tiefe Weser. Sofort zo Böndel seinen Rock und seine Stiefel aus. schwamm dem d$m Ertrinken nahen Kameraden nach und hielt ihn dann so lange über Wasser, bis dieser an einer hingehaltenen langen Stange sich retten konnte. Mit Aufgebot aller Kräfte schwamm der Lebensretter zurück. Seit lä'ngererZeit wurde von der Berliner Kriminalpolizei ein Mann gesucht, der sich das Aussehen eines Bahnassistenten gab. in der Nacht an Bahnhöfei? sich an Frauen und Mädchen machte und sie zum Essen in einer benachbarten Wirthschaft einlud. Junge Mädchen, denen ein Eisenbahnassistent gefallen konnte, nahmen eine solche Einladung gern an. Nach der Mahlzeit zog der Gastgeber sein Portemonnaie, hatte aber zufällig nur einen Hundertmarkschein bei sich. Um ihn nicht wechseln zu müssen, lieg er sich das Geld für die Zeche von dem Mädchen geben, steckte den Ueberschuß in seine Tasche, ging nach der Toilette, ließ dort die blanken Mantelkn'öpfe verschwinden, vertauschte die Bahnmütze mit einem Fllzhut und hing hinaus, ohne von dem Mädchen erkannt zu werden. Unlängst 'wurde dieser Schwindler, der sich auch auf Schlafstellendiebstähle verstand, erwischt. Es ist ein ehemaliger Kellner. In Deutsch - S ü d w e stafrika sind kürzlich zehn Stöcke Bienen angelangt, die zur Zucht verwandt werden sollen. Die meisten der Thierchen sind unterwegs eingegangen, doch gegen 50,000 sind am Lebew geblieben. Bei der außerordentlich schnellen Vermehrung der Thiere wird der Verlust aber bald ersetzt sein. In der Zwischenzeit von der Ankunft des Schiffes in Swakopmund bis zur Verladung nach Windhoek nxiren die Kästen mit den Bienen an einer möglichst geschützten Stelle in einem umzäunten Gärtchen aufgestellt. An den ersten Tagen, an denen es warm und windstill war. schwärmten die Thierchen sofort aus und brachten von dem spärlichen Blumenvorrath in Swakopmund dennoch reichliche Beute ein. In den letzten kalten und windigen Tagen hielten sie sich mehr im Stock. Verschiedene deutscheColoniften wollen sich bemühen, der Bienenzucht in Deutsch - Südwestafrika. zunächst in Windhoek, weitere Verbreitung zu schaffen. Dke Dresdener Polizeiverwaltung hat ein Kriminalmuseum" eingerichtet, das das ganze große Gebiet der Kriminalstatistik von den einfachen Vergehen bis zu den schwersten Verbrechen gegen das Leben umfahr. Da ist z. B. der Thatbefund einer Anzahl im Bereich der Dresdener Polizei vorgekommener Raubmode genau in photographischen Abbildüngen und selbst im Gypsmodell zur Uebcrführung des Thäters festgehalten worden. Auch die Morvwerkzeuge sind meist zur Stelle, ebenso Gypsabdrücke der schrecklichen Verletzungen, die sie verursachten, wenn es sich um Zertrümmerung des Schädels oder ähnliche Wunden handelte. Bemerkenswerth ist die Verschiedenartigkeit der Mordwerkzeuge: die spanische Garotte. Würgsckraube, liebt neben dem gewohnlichen Tffchmesser, die Axt neben inem mit künstlichen Blumen umwundenen Revolver. Reichhaltig ist das Museum an Gegenständen der Falschmünzerei, gefälschten behördlichen Ausweisen, 'Stempeln und UrZünden, interessant auch die Sammlung von Einbrecherwerkzeugen. deren Anwendung durch Modell veranschaulit iwird. groß die .Anzahl du Selbst-mordevwafsen.

Das Schmugglerwesen stebt im Riesengebirge seit einiger Zeit an einzelnen Punkten wieder in voller Blüthe. Zu einem ernsten Zusammenstoß zwischen der österreichischen FinanMache und Schmugglern kam es kürzlich, als auf einem Streifzuge drei Grenzbeamten fünf Pascher unterhalb der Wosserkerbaude überraschten. Als di Schmuggler der Grenzsoldaten ansichtig wurden, ergriffen sie die Flucht. Die Verfolgung gestaltete sich zu einem aufregenden Manöver, bei dem wohl gegen 20 Schlüsse abgegeben wurden. Zwei Schmuggler wurden festgenommen. DerRuhm der schweigerischen Jungfraubahn läßt den französischen Ingenieuren keine Ruhe, und sie wollen jetzt dem Mont Blanc mit einem Schienenstrang zu Leibe gehen. Wie aus Bern berichtet wird, bezeichnen Herr Vallot. der Director des Observatoriums auf dem Mont Blanc. und zwei Professoren Deperret aus Lyon in einem Gutachten den Bau einer elektrischen Bahn auf die Spitze des Mont Blanc als ausführbar. Die Bahn würde beim savoyischen Dorfe

Hauches beginnen und 10z Meilen lang sein. Das Projekt wurde dem französischen Minister des Innern zur Genehmigung unterbreitet. I n grauenvoller Weise ist in Dresden der junge Maler Dorsch einem plötzlichen Wahnsinnsanfalle seiner eigenen Schwester zum Opfer gefallen. Dorsch hatte eines Abcnds mehrere befreundete Familien zu Besuch und geleitete diese dann auf die Straße. Unterdessen vergiftete Frl. Dorsch ihrem Bruder und sich selber das Bier. Die Schwester, die schon vordem einmal wegen Irrsinns eine Zeit lang in einer Anstalt untergcbracht war, starb sehr bald, und der unglückliche Bruder rang noch eine Zeit lang mit dem Tode. Dorsch war einer der begabtesten jüngeren Dresdener Künstler und gehörte zu dem erst letzten Sommer geschlosseneiz Bunde der Elbier", cvren Bilder soeben ihre erste Kunstreise durch die deutschen Salons machen. E s erregt seit einiger Zeit Aufsehen in England, daß englische Arbeiter, Hutmacher, bei ihrer Ankunft in Australien, wohin sie infolge eines Contractes gereist waren, abgewiesen wurden. Der Bundespremier Sir Edmund Barton hat nun in Melbourne erklärt, daß man gezwungen gewesen sei, die Leute zurückzuweisen, da nach australischem Gesetz keinMann zugelassen werde, der mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche zureise. Diese Bestimmung war aufAntrag des Führers der Arbeiterpartei bei der Berathung des Einwanderungsgesetzes angenommen worden. Sie bezweckte, den Unternehmern das Heranziehen von Arbeitern im Falle eines Ausstandes unmöglich zu machen. Die australischen Arbeiter sind überrascht über diese Folgen ihrer Anregung, die nicht bezweckte, Leute aus der alten Heimath fernzuhalten. Ueber Mädchenhandel in Athen wird aus der griechischen Hauptstadt berichtet: Bei einer Athener Wittwe, der Mutter von sechs hübschen Töchtern, fand ein häuslichesFest statt, zu dem mehrere junge Männer und einige Freundinnen der Family geladen wurden. Nach dem in später Nacht erfolgten Aufbruch der Gäste wurde das Fehlen der jüngsten 15jährigen Tochter Katinitza constatirt. über deren Verbleib auch bei weiteren Nachforschungen Näheres nicht festgestellt werden konnte. Endlich brachte ein Tischler aus der Nachbarschaft die Meldung, daß die Verschwundene in einem verrufenen Hause sich befinde. Polizeilich angestellte Recherchen ergaben zunächst nichts. Schließlich e'ntdeckte man die Gesuchte eingeschlossen in einen großen Koffer in halb ersticktem Zustand. Sie war während der Familienfeier von einem der Gaste entführt und dann für 100 Drachmen ($20) an die Inhaberin des öffentlichen Hauses verkauft worden. Eine mysteriöse E ntdeckung hat man in einem seit jeher verrufenen Hotel garni in Moskau in der Nähe eines Bahnhofes gemacht. Der neue Besitzer des Hotels begann eine gründliche Restaurirung des ganzen Hauses, wobei man in einem Gast zimmer. das an die Wohnung des früheren Eigenthümers grenzt, im Fußboden leicht von der Stelle zu entfernende Bretter fand, die den Eingang zu einem geheimen Keller verdeckten. Bei weiterer Untersuchung constatirte man in diesem Zimmer eine trefflich verborgene Thür, die sich auf einen Feverdruck von der Wohnung des ehemaligen Hotelbesitzers aus öffnen ließ. Die Polizei nahm eine Untersuchung des Kellers vor, den man mit allerlei Gerümpel, vor Allem aber mit Ueberresten von Handkoffern, Reisesäcken, alten Anzügen angefüllt fand. Außerdem stieß man auf eine Anzahl menschlicher Knochen. Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß diese Fundstücke auf 2030 Jhre zurückdatiren. Der Vorgänger des jetzigen Besitzers konnte nachweisen, daß ihm weder der geheimnißvolle Keller noch die geheime Communication zwischen seiner-Wohnung und dem Gastzimmer bekannt war. und daß er in den zehn Jhren. während w-lcher das Hotel sein Eigenthum war. diesen Theil des Hauses nie restaurirt habe. Die MoSkauer Polizei forscht nun dem früheren Eigenthümer deS Hotels nach, um eine Aufklärung des geheimnißvollen Fundes ,7k rrXrrnnm

AuS Yokohama wird zemeldet, daß am Hafen 25 AinrickshaKulis verhaftet wurden, weil sie amerikanische Seeleute gezwungen haben, ihre Wagen zu benutzen. Diese Kulis sind, wie der Ostasiaüsche Lloyd schreibt, in der That oft nicht nur unangenehme Schreier, sondern gefährl'che Menschen, die fast immer die Taxe überschreiten und oft mit Gewalt in das Haus des Fremden einzudringen suchen, selbst wenn sie für ihre Dienst: reichlich belohnt sind. t Die Hochwasserflut h, die infolge des hohen Einganges über das Werrathal hereingebrochen war, hat enorme Schäden in den dicht am Flusse gelegenen Ortschaften verursacht. In einzelnen Dörfern stieg das Hochwasser bis in die zweiten Stockwerke, so daß die Bewohner sich in die höher gelegenen Häuser flüchten mußten. In Schwebda, Reda, Aue und Ortschaften zwischen Witzenhausen, Allendorf, Eschwege war die Gefahr besonders groß, doch erschien auf telegraphische Ordre die Pionier-Abthel-lung aus Hann. Münden und sprengte

das Eis. wodurch jede weitere Gefahr ocieltlgt wurde. 3n dem Gefängniß von Turham, England, fand unlängst eine Doppelhinrichtung statt. Der eine der zum Tode durch den Strang verurtheilte Verbrecher war ein Mann Namens Walton, der seine Frau, seine Schwiegermutter und sein Töchterlein erschossen hatte, und der andere ein junger Mensch, der einen Lustmord an einem kleinen Mädchen beging. Der Letztere roar lediglich auf Indizienbeweis hin verurtheilt worden, und es hatte sich daher auch im Publikum eine starke Bewegung zu Gunsten emerBegnadigung geltend gemacht. Jnzwisehen gestand er aber nach seiner Verurtheilung seine That. Die beiden Verbrecher gingen vollständig gefaßt ihrem gemeinsamen Schicksal entgegen. Als ihnen die weiße Kappe über das Gesicht gezogen wurde, sagte der erstgenannte Mörder zu seinemSchicksalsgefährten mahnend: ..Verliere den Muth nicht, mein Junge!" Vor dem C h e m i e g e b ä ude der Universität Bern spielte sich kürzlich eine Revolverscene ab. Der Student Meisel. dessenEltern in Riga wohnen, der aber deutscher Reichsangehöriger ist, verabschiedene sich vor dem Chemiegebäude von einigen Studentinnen. Er bemerkte, daß der Student PinZus Weißblum von LoMschno (russ. Polen) ihn scharf fixirte. Plötzlich zog Weißblum einen Revolver aus der Tasche und feuerte auf llKtti einen cyuy, der aoer ymuticber weise nicht traf. Weißblum wurde verhaftet; im Revolver fandcn sich noch drei scharfe Patronen. Weißblum. !der an Verfolgungswahn leidet, war von der Idee beherrscht, daß russische Polizeispione nach ihm fahnden. Weißblum ist seit Oktober 1900 an der philosophischen Fakultät immatrikulirt. Während des letzten Semesters mußte er wegen Krankheit die Studier aussetzen. Zur Prüfung seines GeistesZustandes wurde er in die Berner Jrrenani'talt gebracht. Ueber eine Kaisec Weihnachtsfeier auf dem kaiserlichen Gute in Cadinnen bei Elbing wird berichtet: Zu diesem Zwecke hatten das Kaiserpaar und die kaiserlichen Kinder von Potsdam aus eine große Collection der verschiedensten Gegenstände, wie Bekleidungsstücke. Schulbücher, Spielzeug usw. in riesigen Kisten verpackt, nach Cadinnen gesandt. In btt geräumigen Vorhalle des Herrenhauses standen die festlich geschmückten Tannen des Cadinner Forst, und auf langen Tischen waren die Gaben ausgelegt. An 200 Personen wurden beschenkt. Sowohl der Kaiser als auch die Kaiserin hatten verschieden'.lich für besondereFreunde Ertragaben bestimmt, und diesem Vorbilde schlössen sich die jüngsten kaiserlichen Kinder an. So manches Spielzeug, daö im vergangenen Jahre den Prinzessinnentisch zierte, machte in diesem Jahve in Cadinnen Freude. Ferner spendete der Kaiser für die ärmeren Ortsinsassen Geldbeträge. Alle Spenden wurden vervollständigt durch Beigaben von Aepfeln, Nüssen und Pfefferkuchcn. I m Hotel Lombardia zu Genua war unlängst ein angebliches Ehepaar abgestiegen. Der Herr war etwa 40, die Dame 30 Jahre alt. Die Eintragung im Fremdenbuch lautete: Fürst Francesco Reggio von Acquavioa mit Gemahlin. Als das Paar sich am nächsten Morgen nicht zeigte. öffnete bei besorgte Wirth das Zimmer mit Gewalt, und man fand beide erschossen im Bette. Auf dem Tische lag ein Pack-t Liebesbriefe mit der Aufschrift: ..Die zwei seligen und doch so traurigen Jahre unserer Liebe." Ein anderer Zettel enthielt die Worte: Wir tödten uns, weil wir uns zu sehr lieben; da wir in dieser Welt nicht vereinigt sein können, hoffen wir. es wenigstens in der anderen zu sein." Die Polizei stellte fest, daß der Herr thatsächlich der genannte Fürst war. Er war verheirathet und Vater eines Kindes. Die Dame war dagegen nicht sein Frau, sondern die Gräfin Maria Capei. die Schwester eines Flügeladjutanten des Königs und Gattin eines Hauptmanns des 15. Jnfanterie-Re-giments. Die Gräfin war von wunderbarer Schönheit. Der Gatte ist bei Empfang der Nachricht angeblich wahnsinnig geworden. Die Gräfi hinterläßt drei Kinder in zartsm Al-ter.

Gisenvnkn - Muhrplun. Cleveland, Cincinnati, Chicago 8c St. (ouis Railway.

C leveland t bedeutet täglich, ausgenommen Sonntag. Abgang New Jork Erpreß tägl 4 40Bm Andersonck B H'b'r Exp . . . 6 45Bm Muncie & FtWayne Exp p. 7 20Vm N A k Lim täglich 8 ... 8 0091m Clev & Benton Harbor Exp. 11 10Vm S & Lim, tägl d 8. . . . 2 55Vm Union City Acc tägl 4 45Nm Knickerbocker Sp täglich ä & s 6 25Nm St. Louiö "The Worlds St Louiö Mail 7 20m Southweftern Lim tgl d fc i 11 45Vm St Louis Lim täglich pds. 3 25Nm Terre Haute & Mat'n Acc.. 5 OONm N A & St. Louis Exp tägl..lO 40Nm St Louis Expreß tägl 8 12 0593m Eincinnat Ein & LcmS Rachtexpreß tgl s 3 St Lous & Ein Rachterp tg s 4 Eincinnati Erp tägl s 7 Cincinnati Acc 10 Cincinnati F Expreß, tägl p 2 LouiS F Expreß 2 Greensburg Accom 5 Eine & Wash F L tg d 8 p 6 45Bm 30Bm 30Bm 4i)Pm 50Nm SONm 20Nm 20Nm Chicago Kankakee Accom 7 OOVm Chicago Fast Expreß tgl d p 11 öOVm White City Special 8 d k p. 3 30Nm LaFayette Accom 5 15Nm Chicago Nachtexpreß tägl 8. .12 OöBm Mi ch ig a n Benton Harbor Expreß 6 4öVm Michigan Mail Expreß p. ..11 lOVm Elkhart Acc täglich 4 4bNm

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Chicago & Louisv Svl tägl 8 3 40Vm Pitts k Lou F L tägl 7 OOVm Mad Acc nur Sonnt 7 30Vm Louisv k Madison Accom.. 8 05Vm Chicago k Leu F L täglich p d 3 55Nm Madison Accom 3 65Nm Louisville Accom . . 6 löNm

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Chicago, Indianapolis 8c iouisville R'y. (Monon Route.) Abgang Ar.kunr, Chic Right Expreß täglich 8. . 12 5SVm Cincinnati Best täglich 8. . . . 3 45Vm Fast Mail täglich 8 p 7 OOVm Fast Mail täglich 8 7 50Vm Chi Expreß nur Sonnt p d.ll 50Vm Monon Accom, täglich 10 OOVm Chi k Mich Cito Veit dp.. 3 35Nm Cincinnati Best täglich d p 4 b2Nw Monon Accom, täglich 4 OONm Cafe rie 8c weftern R. R. Abgang Ankunft Mail und Expreß 7 15Vm Indianapolis Expreß täglich 10 26V T Det k M & Ex täglich . . 12 20Nm Mail k Expreß . - 3 265 Laporte Acnm nurSsnntags.12 20Nm Toledo Expreß 10 26V Evening Expreß 7 25Nm Cincinnati, Hamilton 8c Dayton R. R. Oft. Abgang Ankunft Cincinnati Best täglich s & c 4 OOBm Cincinnati Vestibüle täglich 8 12 45Bm Fast Mail täglich s ...... 8 05Bm Fast Mail täglich 8 6 40Vw Cincinnati k Det Expr ... .10 40Bm Cin Chi fc St 8 Ex tgl p.. 11 45Vu Ein . k Dayton Best. Exp p 2 45Rm Cincinnati Best d k p 3 25Rm Cincinnati Best täglich d p 5 OONm Cinc k 3no Accom 7 24Nm Cin k Detroit Expreß täglich 7 02Rm Cin 3nd St &fc Peo Ex tg 8&cl0 3öR mm. Abgang Ankunft Springfield Mail 8 0093m West Expreß täglich akc. 3 6593m Chicago Expreß 11 6093m Tuöcola Accom 10 IbVm Tuöcola Accom 3 30Nm Cincinnati Expreß 2 40m West Expreß täglich 8 & c.lllONm Springfield Mail 4 50Nm Via C H. D. Ry. (West) und Roachdale. Ghieao Expreß 11 60Vm Cincinnati Expreß 409v S btktatct Sleeper. P. Prlor Ca: " - ir Cr. D. Oir.'.ng Cr. 8 BnffetCr.

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