Indiana Tribüne, Volume 26, Number 126, Indianapolis, Marion County, 19 January 1903 — Page 7
JtiDtana Trivnne, IS Januar 1903.
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tt tt tt tt Z)cr tt tt tt u tt tt tt (Schluß.) Vie junge Paar schwamm in -?e-ligkeit und Wonne. Für Egon und Anna gab es nichts Unterhaltsameres als die gemeinsamen Einkäufe für die neue Wirthschaft. Praktisch war weder er noch sie. Aber das machte nichts. Zuweilen unterstützte sie Onkel Nante, namentlich wenn er neu patentirte Erfinduuqen entdeckt hatte, beispielsweise eine Ealatschüssel. die selbstthätig Oel und Essig spendete, oder eine Kaffeemühle, die man auch als Trichter, Pfropfenzieher und Sparbücbse benutzen konnte. So genattete ilcy Denn auch das Innere des Häuschens am alten Thor allgemach prächtig aus. Neue Möbel wurden wenig gekauft; aber alte Schränke mit schönen Schnitzereien und mächtige Kurfürstenstuhle, und dazu persische Gebetteppiche, die man an die Wände hing, und dreibeinige Schemel und ein Bärenfell mit Kopf, das Pfiff von Zeit zu Zeit anzubellen pflegte. Moderner gingen Erich und Daisy zu Werke. Sie konnten es sich auch leisten, modern zu sein. Ernst hatte ihnen eine Villa am Reul gekauft, und dann erschienen Berliner Herren, die sich Architekten für Innendekoration" nannten, sehr vornehm aussahen und eine Maffe Zeichnungen mitbrachten, die Möbel allerneuester Fasson darstellten, französischen, belgischen und englisäien Ursprungs. Anna sollte mit aussuchen helfen, doch erklärte sie schließlich: Nein, Daisy, das kann ich nicht. Für das Künstlerische bin ich auch, aber es braucht nicht so wahnsinnig geschweift zu sein. An diesen Mobilien hören die Schweifungen gar nicht auf, und ein rechter Winkel ist doch auch etwas werth. Wenn ich denke, daß ich mich auf jene Stühle setzen soll, wird inir Angst; denn ich bin kein Kurvenlineal. Wähle Du nur allein; wer so reich ist, kann sich einen bizarren Geschmac! gönnen. Arme, aber ehrliche Leute wie wir dürfen sich dagegen keine Ausschweifung erlauben" Bei einer solchen Gelegenheit erhielt Egon auch einen neuen Auftrag. Er sollte in der neuen Villa Lehn ein paar allegorische Gemälde für die Vorhalle schaffen. Erich spielte sich dabei als Mäccn aller freien Künste auf, und Egon lachte ihn aus, was Anna außerordentlich richtig fand; einem Geldprotzen" mußte gedient werden. Einige Tage vor Weibnachten waren die beiden jungen Häuslichkeiten so weit fertig, daß die Paare ihren Einzug halten konnten. Nun mußten die Väter beschauen und bewundern, denn vorher hatte man ihnen geflisfentlick den Zutritt verwehrt. Zuerst ging es an die Besichtigung der Villa Lehn. Für das ganz Moderne war aber Ernst nicht. Wenn's Euch gefällt, Kinder," meinte er, ist es die Hauptsache. Das ist ein Farbenrausch, und manchmal denke ich an Tausend und eine Nacht. Aber ich bin ein einfacher Mann. Es ist ganz gewiß alles Herrlichkeit und Pracht, doch mir persönlich ist das Bequeme lieber Auch Egon mäkelte. Man merke zu sehr die Hand des Dekorateurs; das Individuelle" fehle. Um ein angenehmes Gleichgewicht zu erzielen, begeisterte sich Anna um so mehr und fand alles über jedwede Veschreibung schön, selbst die geschweiften 'Mobilien. Hierauf ging es nach dem alten Thor. 2r erste leichte Schnee war gefallen, und das war ganz gut, denn so konnte Egon bei der Beschreibung der zukünftigen Schönheiten des Gartens seiner Phantasie die Zügel schießen lassen. Es wird so ungefähr Klingsohrs Zauberhain." sagte er. Seht, dort, wo der Maulwurfshllgel aus dem Schnee hervorguckt, da beginnen die Anlagen, halb Le Notre, halb Blumenschmidt. Alles geht in einen wohlgepflegten Park über, allmonatlich einmal mit Vollmondbeleuchtung. Diese kostet nichts. Verschwiegene Ruhebänkchen laden zu heimlichem Verweilen ein; auch hoffe ich auf eine Nachtigall. denn es sind zahlreiche Fliedervosletts angelegt woroen. Wo?" fragte Erich. Ich sehe nichts." Warte auf den Frühling. Da wirst Du Dich wundern. Da keimt und sproßt hier alles; die Erde ist fruchtreich, und das Gepflanzte wächst furchtbar schnell. Nun tretet in mein Ehateau und seid mir herzlich willkommen. Alle Musen grüßen Euch." Man trat ein. Hier im Hause war Anna die Erklärerin und that dies wie auf den Jahrmärkten der Mann mit dem Deutestock vor dem Morithatenbilde. Dem alten Ernst gefiel dies lauschige Küntlerheim ungleich besser als die Innendekoration" ver Villa Lehn; nur sagte er es nicht. Auch der General hatte Worte des Beifalls. Sehr hübsch, mein Kind," meinte tt es harmonirt alles; das spricht mir am meisten zu Herzen. Es ist ein Nest, das sich das Glück aebaut bat
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Eine srSWhE 5 ommerge stfncöte ?k. II tt öo:t Fcdsr von ZobcltZö 33. tt w tt tt U n tt Bei diesen' Besuchen in den neuen Häuslichkeiten war auch Otto zugegen. Ei war erst vor Kurzem aus Berlin zurückgekehrt. Onkel Ernst hatte seine Schulden vorschußweise" geordnet; so wollte es der Leutnant ade. Er nabm nichts geschenkt; druven M Amerika sollte der Vorschuß abgearbeitet werden. Ernst gedachte Otto zu seinem Prokuristen zu machen. Aber da war noch viel zu lernen. Den Grund hatte Otto in dem letztverflossenen halben Jahre gelegt. Sobald er den erbetenen Abschied erhalten hatte, war er nach Berlin geeilt, sich dort kaufmännisch vorzubereiten. Er arbeitete mit eisernem Fleiße; er wollte das Unglück niederzwingen, das ihn seit seiner 5iadettenzeit verfolgt hatte. Nun war er wieder in Riegnitz. und er schritt hccherhobenen Kopfes durch die. Straßen. Er brauchte die Augen nicht niederzuschlagen. Und man erkannte an. daß er wie ein Ehrenmann gehandelt hatte. Das Offizierkorps der fchlesischen Dragoner lud ihn zu einem letzten Liebesmahle ein, und der Kommandeur trank auf das Wohl des scheidenden Kameraden. Der Oberst ri Gras Wesdehlen, hatte das Herz aus dem rechten Fleck. Das merkte ;::n an seiner kurzen Nede. Wir verlicrcn in Lehn einen unserer Besten," so sagte er; das kann keiner so tief bedauern als ich. Und dennoch beglückwünsche ich Lehn. Er hätte es anders hai.cn können nur e i n Wort hätte es ihm gekostet. Er sprach das Wort nicht auö, weil er nicht in Abhängigkeit gerathen wollte. Ein Edelmann soll kein Höriger sein. Er hat edelmännisch gehandelt, da er seine Freibeit wahrte, und als ganzer Mann, da er seine Zukunft auf seiner Hände Arbeit aufzubauen beschloß. Er kann niut mehr der Unsere sein; aber sein Andenken soll uns lieb bleiben" Da schwoll Ottos Herz höher, und sein Auge blickte stolz. Schließlich betrcink n sich; die Wittwe Eliquot blieb noch einmal Siegerin. Er wachte am nächsten Morgen in seinem Hotel mit einem gehörigen Brummschädel auf. und doch lächelte er. Auch das mußte sein," sagte er sich; noch einmal Eliquot und Dragonerblau und Schaumperlen und ein paar lustige Brüderschaften: das fröhliche Ende eines Martyriums. Ade, Leutnantsleben, ade. Herr Baron! Der Otto Lehn thut's auch" Das Weihnachtsfest vereinigte alle Lehns im Hause des Generals. Dazu hatte man den Rentmeister und Käthe Finck geladen. Der Tannenbaum brannte lustig und duftete nach dem Waloe. und an Geschenken war kein Mangel. Aber Käthe Finck cax seh? traurig. Sie zog Daisy und Anna in ein Nebenzimmer und küßte Beide ab. O Ihr beiden Herzlieben," sagte sie. ich komme mir jetzt schon wie verwaist vor oder wie ein einzeln stehengebliebenes Veilchen, wo man alles ringsum ausgerupft hat. Der Backfischsasten ist trist geworden, und es plätschert Niemand mehr so vergnüglich darin umher wie dunnemals. Ihr wart seine Zierden; jetzt haben wir keine Zierden mehr. Ulla Mergenthin hat ihren wahren Charakter gezeis und ist eine Petzlotte geworden und iat das Geheimniß der beiden Rosen aufgedeckt. Daraushin sind, die großen Verbindungen aufgehoben worden. Alle waren empört über das Verhalten Ullas, und Grethe Vollmer hat ihr heimlich Kurella'sches Brustpulver in die Suppe geworfen, und der alte Warwick hat ihr gekochte Kartoffeln unter das Bettlaken gelegt aber was nützt solche Rache? Unsere Romantik ist für immer dahin. Es geht jetzt einen Tag zu wie alle Tage. Wir werden vortrefflich erzogen, nur der Nimbus fehlt, weil es mit jeder Ungezogenheit ex ist " So klagte Käthe Finck, und die beiden Anderen hörten zu, und es war ihnen, als sei das ein Bericht aus einer weit entlegenen fremden Welt. Die Schwelle der Kinderstube war einmal überschritten; es gab kein Zurück mehr. Aber eine andere Kmderstube harrte ihrer, deren Schwelle noch zu überschreiten war. Die Geister der guten alten Ahnen in der Schloßkapelle von Hohenwarte kamen aus den Ueberraschungen und Aufregungen gar nicht mehr heraus. Zuerssdie Hochzeit von Tante Fiekchen und nun gar eine Doppelhochzeit. Die Kapelle war zu klein für den Schwärm " er Gäste. Man mußte die Thüre weit offen lassen, und auch draußen drängte man sich. Es ist doch ein bedeutend vervilfältigteres Muwemang bei so 'ne junge Hochzeit," bemerkte der Rentmeiste?, als wie bei dem Schling, sprich Sling, und seine mit Respekt zu vermelden erheblich ausgetrocknete alte Stiftsbaroneß. Was sehen die beiden Bräuters 'mal nüdlicht aus und haben so etwas Frischgefallenes und ganz Ungemäkeltes in diese schönen weißen Kleider!" Ja, sie sahen hübsch aus. die iunaen
Braute, und die meisten der Brautjungfern auch. Die hatte der Backfischkasten gestellt. Rechts und links vom Altar je drei. Neben Anna standen Käthe, Grethe. Agnete neben 2caX standen Nelly. Malwine und Ulla. Die Letztere hatte man ablehnen wollen wegen ihres Verbrechens gegen den Korpsgeist; aber die Bräute hatten für sie gebeten. Auch Fräulein Bramann war da und Miß Hoplins und Mademoiselle Bardouz und natürtich auch Herzog Botho der Sechste nno die gemahnn, zxi icmuitijic. hatte den Hut von Pyrmont wieder hervorgesucht, und Onkel Nante trug statt des Abellinokalabresers einen funkelnagelneuen Ebapeau claque unter dem Arm. Aus Wahlstatt war Paul eingetroffen, hatte sich gleich mit Bill geprügelt, rasch wieder versöhnt, dann mit ihm einen Schneemann gebaut und machte nun ein frommes Gesicht. Nicht so Bill. Der Junge war ein bischen verwildert, seit Sling fort war. Sein Blick irrte über das Gesangbuch fort neugierig im Raume umher und blieb mit sichtlichem Interesse auf den GeWaffen des alten Victrix Lehn haften. Aber plötzlich erhielt er von hinten einen heimlichen, doch immerhin derben Puff. Der kam vom Vater, der hinter ihm stand und gehorsam senkte Bill die Augen und sah nun so fromm und ganz ergeben aus wie sein Vetter. der Wahlftätter Der alte Pfarrer von Hohenwarte hielt die Traurede, und sie mußte wohl schön sein, denn viele weinten. Natürlich auch Anna, die förmlich aufgelöst war vor Rührung; Daisy dagegen hielt sich tapfer und die Thränen zurück; sie zeigte der Welt nur ungern, wie ihr ums Herz war. So that auch der General, der beute Uniform irua nnd alle seine Orden angelegt hatte. Stand kerzengerade neben feinem Bruder Ernst und zuckte nicht mit der Wimper, und doch war ihm nie so weich zu Gemüth gewesen als in dieser Stunde. Wie hatte er sich gegen diese Heirath gesträubt! Aber da er in das thränenüberströmte und doch so glückstrahlende Antlitz seiner Tochter schaute, mußte er sich sagen: Gut, daß es also gekommen ist. Ohne ein großes Hochzeitsbankett ging es selbstverständlich nicht ab. Und dabei wurde selbstverständlich auch viel geredet. Es sprachen der Pfarrer und der General und Onkel Nante und auch Herr von Schröter in seinen seift sten Perioden, und schließlich erhob sich sogar der Rentmeisier zu einem kurzen Toast. Er sagte: Meine Damens und meine Herren! Als wie wir hier alle zusammensitzen und freuen uns über die beide hoch- und wohlgeborene junge Paare, so möchte ich denken: es ist doch etwas Schönes um die Bonität der Jugend. Aber jehindennoch es ist auch etwas sehr Schönes um einen Namen als wie dem von Lehn, der fast eine Antike ist und doch nicht angekränkelt vom Zahn der Zeit, sondern hat sich frisch erhalten und geneußt Aestimaiivn und hohe Respektirlichkeit so heute wie vor langen grauen JahrHunderten und nicht allein in Europien, sondern auch überm fernen Weltmeer, in der Stadt New Aork. Um dieseralb und noch mancherlei um anderes willen, meine Damens und Herren, aber bitte ich Sie mit Permission in gleichwie einer gemeinsamen Zusammenfassung unserer Wünsche und auch Hoffnungen, greifen Sie nochmal zu Ihrem Glase und rufen Sie mit mir aus: allens, was Lehn heißt, lebe hoch!" Als die Wogen des Vergnügtseins
am höchsten schlugen, empfahlen sich die beiden lungen Paare möglichst unauf fällig. Erich und Daisy dampften nach der Rtviera ab; Egon und Anna fuhren nur bis Berlin, um die Museen zu besuchen," wie Letztere bemerkt hatte. Aber in Wahrheit: sie kamen aus dem Hotel de Rome mcht viel hinaus. Und wieder ein paar Tage später. da dampfte auch Ernst mit Bill und Otto ab. Nur der General und Bertlippchen begleiteten sie zum Bahnhof. Als Otto zum letzten Male die Mutter umschlungen hielt, da meinte die arme Frau, das Herz müsse ihr brechen Aber es brach nicht; es war das Herz einer Soldatenfrau, schlug wohl höher in banger Erregung, doch sprang nicht. Als der Zug sich in der Ferne verlor, nahm sie den Arm des Generals. Fritz," sagte sie, und noch zitterte ihre Stimme, es wird einsam um uns alte Leute. Aber ich verzage nicht. Und noch eins muß ich Dir gestehen: ich bin der ewigen Sorge um Otto ledig geworden. Das macht mir das Herz freier. Ein Mensch wie Otto wird auch drüben in Amerika seinem Namen Ehre machen. So that es Ernst. Wir sind alle noch sehr befangen. Ehre und Adel es ist schließlich eins " . Damit ist die einfache Geschichte zu Ende. Wir könnten freilich noch fröhlich weiter fabuliren und allerhand artige Verwicklungen erfinden, die dem Leser und der verehrten Leserin vielleicht Spaß machen würden. Zum Exempel von zwei Zwillingspärchen, die der Himmel Anna und Daisy zur selben Stunde geschenkt, was ja immerhin hätte möglich sein können, denn der Zufall ist ein seltsamer Schicksalsgestalter. Und in solchem Falle .würde die Erbschaft der seligen alten Excellenz abermals und von Neuem in Frage gestellt worden sein, und ein frischer Roman hübe an. Aber wie wir uns schon bei Beginn unserer Erzählung auf unsere Wahrhaftigkeit beriefen, so müssen wir dies auch jetzt
beim Abschluß thun und konstatiren.
daß Daisys Deszendenz nach Recht und Gesetz n den Besitz von Hohenwarte trat. Es war in den ersten Oktobertaoen, zur Dämmerstunde, da saßen Herr und rau von Schroter m Salon des Backfischkasiens beim Thee und bei ihnen saß Onkel Nante und erzählte von einer höchst interessanten neuen Erfindung, die er sich hatte kommen lassen: einer Kartengebmaschine für Whist und Skat. Da klopfte es an die Thur und Käthe Frnck wirbelte aufgeregt in das Zimmer und schwang in der rechten Hand ein Telegramm. Herr Baron," rief sie, gnädige Frau Herr Oberst eine Depesche aus Riegnitz! Anna Lehn hat einen Zungen!" Bravo!" sagte Onkel Nante. Es konnte nicht anders sein. KammerHerr, ich muß noch einmal die Tradition dieses Hauses segnend erwähnen. Und nun holen Sie gefälliast Ihr großes Buch, damit die rechtmäßige Eintragung erfolge, und zum Abendessen stiften Sie auf das fröhliche Gejchehniß hin Ihren Zöglingen em Glas Bowle. Ich selber werde die Bowle brauen und allerhand gute Zukunftswunsche hineinmischen Also geschah es denn auch. Schröter holte sein Hausbuch und notirte: 23. September: Daisy Lehn. Geburtsanzeige ein Junge. 5. Oktober: Anna Lehn. Geburtsanzeige ein Junge." Und mit listigem Seitenblick auf Onkel Nante schrieb er an den Rand dieser Notiz dessen neuesten Schlachtruf: D'.e Tradition im Backfischkasten hur?ah. Hurrah. Hurrah!" Ende. Ciil galanter General. Ein englischer Leutnant, der während des Krimkrieges in Sebastopol gefangen saß, erhielt eines Tages von seiner Braut einen Brief, in welchem sie ihm schrieb, er solle ihr doch einen Knopf von Mentschikoffs Rock schicken, denn sie hoffe zuversichtlich, er werde den russischen Oberbefehlshaber gefangeu nehmen. Dieser Brief war natürlich erst in das englische Lager gekommen, wurde aber nach Sebastopol geschickt und fiel auf diese Weise dem General in die Hände, der erst alle Briefe öffnete, bevor er sie den Gefangenen zustellen ließ. Als er die eigenthümliche Zumuthung gelesen, überflog ein Lächeln seine strengen Züge. Sofort nahm er eine Scheere, schnitt einen Knopf von seinem Rocke ab. legte ihn in ein Kouvert und schrieb dazu folgende Zeilen: Sehr geehrtes Fräulein! Zu seinem großen Bedauern ist Ihr Bräutigam noch nicht in der Lage, Ihren Wunsch zu erfüllen und mich gefangen zu nehmen, da er sich selbst als Gefangencr im russischen Lager befindet. Ihren Herzenswunsch aber nach einem meiner Knöpfe erfülle ich gern, und sende den beifolgenden, den ich selbst von meinem Rock abgeschnitten habe, da Ihr Bräutigam voraussichtlich wohl kaum in die Lage kommen wird, Ihren bescheidenen Wunsch zu erfüllen." Bennigscn als Jugendfreund. Der verstorbene deutsche Parlamentarier Rudolph von Bennigsen wurde eines Tages auf dem Wege zum ReichstagsHaus von einem zerlumpt gekleideten Jungen angehalten. Auf die Frage, was er wolle, jammerte der Kleine, der einen sehr verwahrlosten Eindruck machte, er hätte sich verlaufen und Bennigsen möchte die Freundlichkeit haben, ihn nach Hause zu führen. Zu Muttern?" Mutter is todt!" Wo wohnst Du denn?" Ick weeß nich!" Wenn Du mir Deine Wohnung nicht sagst, kann ich Dich nicht nach Hause bringen. Wie heißt Du denn?" Der Junge schüttelte wieder den Kopf: Ick weeß nich." Was. Du weißt nicht, wie Du heißt? Wie sagt denn immer Dein Vater zu Dir?" Hol 'mal for'n Sechser Schnaps, Junge!" Nun schüttelte Bennigsen den Kopf. Er lachte nicht, sondern brachte den Jungen zur Feststellung seiner Personalien in's nächste Poligeibureau. Als er die Adresse des Jungen in Erfahrung gebracht hatte, sorgte er dafür, daß er der Obhut" seines Vaters entzogen und bei braven Leuten in Pflege und Erziehung gegeben wurde. ZN oer Verlegenheit. Junge Frau: Jedc Nacht kommst Du um 2 Uhr nach Hause; (schluchzend:) o, ich ärmste aller Frauen!" Mann: Aber Liebchen, bedenke doch . . . wenn ich nun erst Nachtwächter wäre!" Der erste Gedanke. Freundin: ..Denke Dir. ick darf Medizin siudietcn ,Ich, Du Bencidensweckhc, was kannst Du da segensreich wirken, allen Männern wirst Du das Heirathen empfehlen!" Eine gebildete Köchin. Junge Hausfrau: ..Nun. Anna, geben Sie einmal Ihre Kritik über meinen crsten r -it-ZLt. (Qvnlsn rtfv " C$ nrf in jtlüTIÜtlCllClCU Viuiui uv. v"" Madame, da ist es schwer, keine Satire zu schreiben." Zufriedenkeit. (Fabel.) Ein Mistkäfer saß auf dem Mistbaufen und meinte: Wahrhaftig. die Welt ist doch fchön; und es könnte wohl Jeder glucklich und zufrieden darin sein, wenn es auch dem Einen nicht ganz genau eben so gut ergeht als dem Andern! Denn freilich" setzt er selbstaefällia und mitleidig hinzu ein Mistkäfer kann nun einmal nicht Jeder sein!-
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Das beste Heilmittel in der Welt. I 25 und 50 Die Drei. Herr Duckmüller rieb stch die Hände und lächelte. Dann rief er den Kellner und bestellte sich einen frischen Krug Bier. Denn obwohl Herr Duckmüller, wie gewöhnlich, keinen Hausschlüssel bei sich hatte, und auch die Uhr bereits stark auf die zehnte Stunde ging, so dachte er heute doch nicht an's Heimgehen. Denn drüben am Stammtisch saß ja sein Hausherr und hinten in der Ecke der Kanzleifekretär, der in der ersten Etage wohnte. Einer von ihnen blieb sicher noch ein oder zwei Stündchen hocken, es hatte also mit mit dem Hineinkommen in das Haus keine Gefahr und Herr Duckmüller konnte sich einmal ordentlich ein Gutes thun. Und er hatte auch richtig kalkulirt, denn der Hausherr sowohl, als auch der Kanzleisekretär rührten sich nicht vom Platz. Ja, Herr Duckmüller wäre allmälig sogar froh gewesen, wenn einer der Herren aufgebrochen wäre, denn er war das lange Ausbleiben nicht gewöhnt, und das bekannte Blei begann sich ihm nach und nach in die Glieder zu legen. Doch die Herren schienen außerordentlich trinkfeste Leute zu fein, und so ließ sich Herr Duckmüller seinen Krug noch einmal füllen. Verstohlen spähte er nach dem Kanzleisekretär hinüber. Der Mann schien eine eiserne Natur zu haben, keine Miene in seinem Gesicht verrieth Müdigkeit. Dann schweifte sein Blick nach dem Hausherrn Gott sei Dank, der fing bereits an zu gähnen. Einer nach dem Anderen an Duckmüllers .Tisch räumte das Feld und bald saß dieser allein. Die Uhr zeigte bereits auf zwei. Der Hausherr gähnte zwar noch heftiger als zuvor, aber er machte trotzdem keine Anstalten zum Fortgehen, und der Kanzleisekretär ließ sich, o Schreck, sogar noch einmal einschenken. Herrn Duckmüller schützte blos noch die Angst vor seiner Frau und der kommenden Philippika vor dem gänzlichen Einschlafen. Denn, daß es so spät werden würde, hätte er nicht gedacht. Sollte er sich einem der Herren anvertrauen? Er könnte sich ja damit ausreden, daß er den Hausschlüssel vergessen habe. Aber nein; eine solche Blöße durfte er sich doch nicht aeben, denn Niemand hätte ihm uns u.carlem geglauvl. eo haute er denn geduldig weiter, bis er auf einmal mit der Nafe so gewaltig auf den Tisch stieß, daß ihm der Schmerz bis in die Zehen fuhr. Jetzt gab es kein Halten mehr. Mit einem energischen Ruck fuhr Duckmüller auf, nahm Hut und Stock und verließ das Lokal. Er mußte eben wohl oder übel die Suppe auslöffeln, die er sich durch seinen Leichtsinn eingebrockt hatte. Dennoch schritt er so langsam als möglich 'dahin; vielleicht hatten sieb die beiden Herren durch sein Beispiel aufmuntern lassen und folgten ihm nach. Und wirklich hörte er, kaum zehn Meter von feinem Hause entfernt, Schritte hinter sich, und als er sich vorsichtig umblickte, sah er den Hausherrn Arm in Arm mit dem Kanzleisekretär daherkommen. Duckmüller fiel ein Stein vom Herzen. Er machte fast unmöglich kleine Schritte, und just in demselben Momente, als er die Hausthüre erreichte, waren auch die beiden Herren an seiner Seite. Gegenseitiges Erstaunen über das zufällige Zusammentreffen Morgens drei Uhr vor der gemeinsamen Behausung und gleichzeitiges geschicktes Retirire'n des Herrn Duckmüller hinter die Front. Aber gleich einer Bombe wich diese auseinander, so daß Herr Duckmüller wiederum in der Vorhut stand. Bitte sehr, Herr Duckmüller!" 9tan, um keinen Preis, Herr Kanzleisekretär, nach Ihnen, wenn ich bitien darf!" Sie sind zu gütig, aber ich kann nicht zugeben, daß " Zehn Minuten lang flogen diese Komplimente hin und her, bis auf einmal, wie auf Kommando, eine schwüle Stille eintrat. Keiner sprach das inhaltsschwere Wort aus, das den Mann entwürdigt, wenn es auch den wohlerzogenen Gatten ehrt. Aber jeder wußte jetzt vom Anderen, daß Keiner den Hausschlüssel hatte. Herr Duckmüller hatte auf den Kanzleisekretär, dieser auf den Hausherrn und der Hausherr auf Herrn Duckmüller gewartet und am Schlüsse Einer des Anderen langes Sitzenbleiben in Grund und Boden verwünscht. Der Hausherr, als der Muthigstc. zog endlich, wenn auch zähneklappernd. die (Sttnrfi Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt. Mucho's Longfellow-.
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Schmerzen, wie Etablirt seit 50 Jahren. rötze. Feuer - Signale. 4 Pennsylv und artet 5 English' Opern-HauS East und Re York 7 Noble und Michigan 8 N. Jersey u. Msff 3to 5 Pine und Norch 10 Narret und Pine 11 Vermont nahe East 12 Niz. 8 Spritzenhaus Mass. k nahe Noble 13 Deware und Walnut 14 N. Jersey u Cnural A. 15 Mas;, und Gorneu 9ü 6 Ash und 11. Straße 17 Park Ave und 12 Str .3 Columbia und Hillslde 19 Highland Ave u. P,att kl Illinois und Ct. Joe 28 Pennsylv. und Pratt 24 Meridian und 11. Str 25 No.ö Spritzenhaus 15. nahe Jllinoi ss Senate Ave u. EtSIai? 27 Illinois und Michigan 2? Pesylvan und 14. 2 Senate Ave. und 13. 21 No. l Spritzenhaus Ind Ave nahichigan 32 Meridian und Walnut 34 California u Vermont 35 Blake und New Kork 3 Ind. Av. u. Et. üaxx 37 City Hospital 38 Blake und Norty 39 Michigan und Agnes 41 No. Spritzenhaus Washington nahe West 42 Eftndorf u Wash. 43 Missouri u Sicw Dort 45 Meridian u Wafh 46 Jllmois und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 48 Kmgan'S Porkhaus 49 Straßenbahn Stalle W. Washington Str öl Ns. io Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 53 WcÜ und South 54 West und McCarth 55 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Rav 58 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. wWor.is 59 Madison Av. u Tu.iiop 1 No 2 Haken LeiterhauS South nahe Delawar 2 Penn, u Merrill 83 Delaware u. McCarrtz 64 Eaft und MeEarch 65 New Jersey u. Merrill 67 Birg. Av. u Bradsha 68 Last und Prospekt 69 Bicking und High 71 3to. li Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 72 East und Georgia 73 Cedar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 Cnglish Av. u Pine 76 Sbclöy und Bates 7? No. 3 Spritzenhau Prospect nah Chelby H Fletcher v. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 88 c?ast u Washington 84 Ncw Dork u. 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