Indiana Tribüne, Volume 26, Number 125, Indianapolis, Marion County, 17 January 1903 — Page 7

Indlantt Trivune, 17 Januar 1903

. - -..t. .,, . ., , n n n n n ö i 4 . Ti w : n ZZackfischKasten . . .T-T. ÄJL .Ti ,..T. .ff. ?- ti n n E zi n n jmf r (Fortsetzung.) Tcr Qcnercl wintte. als woue ei Schluß machen, und erhob sich. Er sah. er stand plötzüch allein. Alles, was jung war, schaarte sich um Otto; Ernst klopfte ihm wohlwollend auf die Schulter und auch Bertlippchen schien getröstet zu sein. Ein herbes Lächeln floa um den Mund des Generals: aber er sprach nichts Bitteres mehr. Die Sache war abgethan für ihn. Bevor wir gehen," 'agte er. noch eins. Lieöc Daisy, Dein Vater theilte mir mit, daß Tu Tich endgiltig doch zu dem Entschluß e durchgerungen hast, der Erbschaft Deiner Großmutter zu entsagen und. irre ich nickt, sind wir aus diesem Grunde so recht eigentlich hierher berufen worden." Ganz recht, Onkel," erwiderte Daifr), ich war auch bereit zu der Entsazung. Aber leider gebt es nicht. Erich hat juristische Bedenken dagegen." Aillionendonnerwetier!" schimpfte Ernst, warum denn nun das wieder? Soll denn die der beinah' wär' ich unhöflich geworden sollen wir denn mit H?henwarte niemals zu Rande kommen?" Aber herrje," rief Egon und ließ Anna los, da gibt es doch kein Streiten weiter! Ich meine, Taisy kann uns überhaupt nicht mehr in Verlegenheit brinaen. da sie partout keinen Lehn heirathen will!" Einen Augenblick herrschte Schwcigen. Tann hörte man Taisys Stimme: Ja wer sagt Euch denn das? " Im gleichen Moment rief auch Erich: Ja, wer sagt Euch denn das?" schritt zu Taisy, beugte sein Knie vor ihr und fuhr fort: Kousine, gestatte mir, Dich angesichts dieser hochansehnlichen Versammlung zu fragen, ob Du vielle'cht Lust spüren würdest, meine Begleiterin durch dies irdische Jammerthal zu werden?" Worauf Taisy entgegnete: In der Voraussetzung, daß Du mir helfen wirst, in diesem Jammerthals die Rosen zu suchen, wo sie blühen, beantworte ick Deine Frage mit einem lauten und vernehmlichen Ja." Dann lagen sie sich in den Armen. Dummer Mensch." sagte Daisy. die Fraae hättest Du längst stellen können." Kluge Daisy," erwiderte Euch und gab ihr einen Kuß. ich wollte Dich zappeln lassen. Denn als Du mir neulich in Hohenwarte so energisch abwinktest, wußte ich ganz genau, woran ich war" Der Umschwung der Stimmung äußerte sich in allgemeinem Jubel. Anna tanzte mit Taisy gegen deren Willen im Atelier umher, und Pfiff verfolgte die Beiden kläffend. Auch dem General war eine Last vom Herzen genommen: Hohenwarte verblieb den Lehns das war die Hauptsache für ihn. Selbst Otto lachte wieder. Ernst war so verblüfft, daß er anfänglich kein Wort zu sprechen vermochte. Er glaubte an eine abgekartete Geschichte. Aber Taily fiel ihm um den Hals und schwor ihm zu, daß erst der Augenblick die Entscheidung gebracht habe. Und da wurde der Alte denn sehr weich und wisckte viel an seinen Augen herum und zog auch das große rothe Taschentuch hervor. Bertlippchen," meinte er, siehst Tu, so geht's. Ich verlier' auch ein Kind. Aber dafür soll mir Dein Otto drüben in Amerika das verlorene Kind ersetzen Na, Anna, was heulst Du denn der Abwechselung halber schon wieder? Ach so ich ahne Fritze, das ist nun heute doch mal ein Aufwaschen. Ich bin dafür, daß Du Teinem Mädelchen die Wartezeit verkürzt. Will Dir einen Vorschlag zur Güte machen, Fritze. Lassen wir unsere beiden Mädel genreinsam Hochzeit feiern so um die Drehe von Weihnachten; dann kann ich zu Neujahr nach Amerika zurück " Ernst hatte noch nicht ausgesprochen, als Egon und Anna dem General entgegenflogen und ihn mit Bitten bestürmten, nachgeben zu wollen. Der Bedrängte wehrte sich; aber die Petenten hatten die Majorität für sich. Alle Anwesenden umringten den General und erhoben Fürspruch für die Liebenden. Den Ausschlag aber gab schließlich Bertlippchen. Ich habe so viel und so Schweres leiden müssen, Fritz." sagte sie, daß Du mir die erste Bitte, die ich Dir im Leben vortrage, nicht versagen wirst. Laß doch Dein Kind glücklich werden! Du bringst die Beiden nicht mehr von einander laß sie doch glücklich werden!" Und alle wiederholten es; es war wie der Chorus in der griechischen Tragödie. Diesem Ansturm gegenüber vermochte der General doch nicht mehr Stand zu halten. Rrruhe bitt' ich mir aus!" schrie er. Anna, hierher! Wirst Du auch wirklich glücklich werden? Und wirst Du den den Jungen da. den Malersmann, auch wirklich glücklich machen?" JKcb. mattxl" rief da nna urtt

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6 5 aa JLL Eine fröhliche Sommergeschichte . von Fcdor von Zobcltitz 0 tt tt 4 . TT .,,?. 0 TT TT TT TT TT TT --1- . armte den alten Herrn. Es war spaßig, wie sehr der General sich mühte, niSht rührselig zu werden. Aber als er im alten Kommandoton ausrief: Na. in Gottes Namen so nehmt Euch!" da brach plötzlich seine Stimme, als ob sie ü!?er'a,inappen wollte, und Die yranen stürzten ihm aus den Augen. Und gerade in rieser Minute ging draußen die Hausthür. Man hörte Schimpfen und Umhertappcn im Korridor. und dann stürmte Tante Rikchen herein, förmlich aufgelöst, hochroth im Antlitz, und fiel sofort in einen Sessel und geberdete sich wie ein Karpfen, dem die Luft ausgegangen ist. Herrgott. Kinder." stöhnte sie. .ll. mächtiger habt Ihr noch Kaffee da? Gebt mir eine Tasse! Vielleicht aiiu) einen Schnaps. Heut ist mir alles gleich ich muß mich kräftigen. Ich bin wie gebrochen bin mit der Pferdebahn gekommen und hierher gerast und fand mich nicht gleich zurecht Diese Straßenjungen und die Fratze im Garten " Egon flößte ihr Kaffee ein. so daß sie verstummen mußte, und reichte ihr auch noch einen Kognak. Den schmiß sie sozusagen hinunter, als ob sie es nicht anders gewöhnt wäre, und dann wurde ihr besser. Also denkt Euch." erzählte sie. daran seid auch Ihr blos schuld, Ihr aus Amerika also denkt Euch: der Sling, es ist fürchterlich, und Tante Fiekchen, die wollen sich heirathen und nach Japan gehen! Man stob förmlich auseinander. Das war die Höhe der Sensationen. Die Einen amüsirten sich, die Anderen schimpften. Zu diesen letzteren gehörten der General und Bertlippchen. Schließlich wurde aber auch der General gleichmüthiger und meinte: Was geht es mich an? Slinglingling und Fietcken im Grunde passen sie gut zurinander. Bleiplatten und Wachnächte ob sie damit Japan dem Christenthum erobern werden, möchte ich freilich dahinsteLcn. Aber vielleicht gewöhnt Tante Fiekchen dem Slinglingling die Bleiplatten ab. Uebrigens ahnte mir schon in Hohenwarte so etwas, als ob die Beiden sich nähertreten wollten." Da fing es an," behauptete Tante Rikchen. Fiekchen ist immer für die Missionen gewesen, und Sling hat ihr gestanden, daß er nur auf den geeigneten Augenblick warte, um seine Missionsthätigkeit beginnen zu können. Zwei Stellen sind ihm schon angeboten worden: eine in Kamtschatka und eine in Neusüdwales. Aber nun kam die Anfrage wegen Japan. Da ist er wild geworden. Und Fiekän auch. Sie sagt, sie heirathet ihn nicht aus irdischer Liebe, sondern nur des Heiles wegen. Fritz, was sollte ich machen? Ich habe in Fiekchen hineingeredet, bis ich heiser geworden bin. Ich habe auch auf die Chronik verwiesen. Noch nie hat eine Lehn einen Bürgerlichen geheirathet. Aber da kam ich schön an. Sie holte die Chronik vor und las mir eine mahnsinnige Geschichte aus den Kreuzzügen vor, wo die Frau eines Lehn ihrem Gemahl nach dem heiligen Lande gefolgt ist und hat da Schreckliches erdulden müssen. Fritz, sie schnappt noch mal über. Sollen wir sie denn nach Japan lassen? Ihre Seele weile schon dort, sagt sie. Und Nachts singt sie methoditische Hymnen, daß einem ordentlich greulich wird." Liebes Rikchen," entgegnete der General. ich rede keinem mehr ab. Es thut nicbt gut, dem Geschick Anderer in die Speichen zu greifen. Jeder hat sich seinen Himmel selbst zu bereiten, und es mag ihm überlassen bleiben, ob er die Bleiplatten der irdischen Liebe vorzieht und einen methodistischen Hymnus dem Gesänge der Fröhlichen. Uebrigens hat Slinglingling sich einen guten Tag gewählt: wir haben noch zwei Brautpaare zu verzeichnen" Jetzt stellten die beiden Paare sich vor, und dann wurde Tante Rikchen auch der Trauerfall mit Otto erzählt. 3ie wurde davon so ergriffen, daß sie '.loch um einen Kognak bat. Doch hatte Egon insgeheim schon andere Borkehrungen getroffen. Der Kaffee war kalt geworden, und Kuchen und Schlagsahne hatte man unangerührt stehen lassen. Indessen hatte Egon in einem Winke! neben der Küche ein paar Flaschen Ungarwein stehen, die guter Abstammung waren. Die holte er mit Hilfe Erichs hervor und zra sie draußen auf. Wir müssen einen tiefen Trnnk thun, Erich." sagte er. seinen Korkenzieher in den Pfropfen drehend; die Stimmung muß animirter werden, die Tragik sich verflüchtigen, der hehre Geist der Liebe soll siegen. Dazu ist dieser Ungar gut. Das mit Otto ist, wenn man es von rechts und links besieht, nur ein Glück. Und daß Du die Daisy kriegst" Ist ein Glück für Hohenwarte," ergänzteErich und holte ein paar Gläser aus dem Küchenschrank. Oho,"lachteEgon, jetzt konkurriren wir wieder mit. ?ick babe crn mein,

uhrariz. Es ist nur eines noch fraglich, und das macht mir Kummer. Auf den Klapperstorch war noch nie so ein rechtcr Verlaß. Wenn der Himmel uns Beiden nun nur Mädel statt Jungen bescheert was dann?" Na," meinte Erich, dann können wir uns ja wieder sprechen! Jetzt vorwärts in s Atelier und eingeschänkt!" Das mit dem Ungar war eine gute Idee gewesen. Onkel Ernst insonderheit begrüßte sie mit Freuden, klopfte auch an sein Glas und begann: Nur ein vaar Worte. Die Ledns sind immer von starkem zamlttenslnn geweien. Das ist zu loben. Und allezeit hingen sie mit allen Fibern ihrer Seele an der Tradition. Steh' ich selber auch auf einem anderen Standpunkte, so würde ich dennoch wahrscheinlich nichts dawider haben, wenn Tradition Pietätszefühl heißt. Dem beuge ich mich in Ehrfurcht. Aber treibt nicht Fetischdienst mit den Gefühlen und erhebt nicht die Achtung vor der Tradition zum Dognia! Setzt nicht die Rücksicht auf die Familie ti&er den einzelnen und knebelt nicht die Freiheit der Persönlichkeit um eines Phantoms willen! Jeder Götzendienst ist von Uebel; denn er macht unduldsam und schafft Knechte Vielleicht spreche ich dies in den Wind was schadet es? Ich bilde mir ein. nicht Ihr allein höret mich, sondern der ganze Adel deutscher Nation lauschte auf mich, den Verstoßenen. Auf mich. der ich Freiherr war und Handwerker geworden bin. um ein freier Herr zu werden. Bei Gott, das habt Ihr nicht nöthig, Ihr Leute vom deutschen Adel. Scb ein anderes ist notb: dan jthr t)eraonelgr von ocr yoyen varie uurei Burgen in die ajofa Ebene der Menschlichkeit; daß Ihr duldsam werdet gegen die, so nicht Eurer Meinung sind; und das letzte: daß Ihr Euch frei macht von einer Tradition, die nichts ist als Knechtung. Nun ruft: Steinigt ihn, aus ihm spricht der Demokrat! Mit Verlaub: mein politischer Glaube hat nichts damit zu thun. Nicht die Gesinnung macht den Junker, sondern das Blut. Und weil Junkerblut auch in meinen Adern rollt, hab' ich das Recht, zu den Meinen zu sprechen. Ach, daß sie mich hören wollten! Ist es denn Edelmannsart, vor der gesunden Vernunft Thor und Thüre zu schließen? Ist denn kein Hütten da? ! " Er lächelte und hob sein Glas Ten Lehns mein erstes! Daß ihre Jugend nicht in der Vergangenheit wurzle, sondern in der Zukunft Keime schlage. Und nun, Otto, mein Junge, schenk noch einmal voll! Mein zweites Glas den beiden Brautpaaren nein, den Dreien, denn auch mein braver Slinglingling ist mit dabei sie leben hoch!" Das Hoch llang lustig durch die offenen Fenster. Auch der General rief es mit, trank, wischte sich den Schnurrbart und ging hin und gab Ernst einen Kuß. Weil wir Brüder sind, mein Alter," sagte er. Und wehmüthig fügte er hinzu: Sonst aber Du lebst drüben, ich hier: es ist die neue und die alte Welt. Wer kann behaupten, dies sei die bessere oder jene? " . Im Vackfischkasten erregte es natürlich anfänglich Befremdung, als aus Ricgnitz ein Telegramm desGenerals eintraf mit der Meldung, seine Tochter kebre nicht nach Bützow zurück, werde sich dagegen morgen persönlich entschuldigen. Am nächsten Vormittag aber kam sie nickt allein, sondern brachte auch noch Daisy mit. Onkel Nante war gerade bei den Schröters, um ihnen brühsiedendheiß zu hinterbringen, Tante Fiekchen wolle Madame Sling werden, um mit ihrem Gespons im fernen Japan das Heil zu verbreiten. Und da schoß Anna mit ihrer Verlobungsnachricht in das Zimmer, und Daisy folgte und stellte sich gleichfalls als Braut vor. Frau von Schröter zerdrückte ein Thränchen, denn nun that es ihr leid, daß sie Anna die Korrespondenz mit Egon verboten hatte; Onkel Nante aber rief begeistert: Kammerherr, sagen Sie. was Sie wollen: diese Verlobungsdublctte ist Ihr Werk oder noch besser: das der Tradition. Ja, der Tradition. O, ich spotte nicht mehr über diesen geheiligten Begriff; ich spreche nicht mehr vom Traditionsbazillus. Uralte, durch zahllose Thatfachen sanktionirte Ueberlieferung ist es in diesem Backfischkasten, daß alle seine Zöglinge notgedrungen unter die Haube kommen müssen. Und blühender denn je steht der Backfischkasten da. Ist es je geschehen, daß zwei seiner Pcnsionärinnen, ehe noch ihre Zeit verflossen, direkt aus dem Kasten heraus in die Ehe sprangen? Kammerherr, ich prophezeie Ihrem Institut eine glorreiche Zukunft, und ich mache eine tiefe Verbeugung und rufe: die Tradition im Backfischkasten hurrah, Hurrah. hurrah! " Hurrah schrieen auch die von der rothen und weißen Rose, als sie von der Dublette" erfuhren. Wiederum half das gesammte Pensionat beim Kofferpacken, und das war noch eine stürmische Stunde für Anna. Käthe, Grethe, Agnete. Malwine, Nelly, Ulla und Cissi tobten und rumorten im Zimmer umher, und unten saßen die Schröters, und Herzog Botbo der Sechste sagte zu der Gemahlin: Na, laß sie man heute spektakeln. So was kommt ja nicht alle Tage vor. Jchhabe die Verlobungen auch schon in unser Hausbuch eingetra gen und Platz dahinter frei gelassen für das, was noch kommen soll " Als die beiden Bräute in ihren Wagen stiegen, nahmen alle Insassen des Battfischtaftens Aufstellung auf der flfcufe in LU. Reihe, ganz mili

risch, und rechts oben standen die Schröters, Fräulein Bramann, Miß Hopkins (die wehmüthig an ihren Zeichenlehrer dachte) und Mademoiselle Bardoux. Links unten aber stand das Gesinde; der Hausknecht hielt Bobbi fest, und die Köchin hatte die dicke Katze auf dem Arm. Beim Abschiede gab es ein donnerndes Hoch und Bobbi fing an zu heulen. Im davonrollenden Wagen saß Anna und wußte nicht, sollte sie lachen oder weinen, und erging sich in hundert Erinnerungen. Weißt Du noch, Daisy der erste Tag im Backfischkasten und der erste Abend? weißt Du noch? weißt Du noch?" Dies weißt Du noch?" wiederholte sie immer wieder. Die Beiden kramten den Schatz ihrer Erinnerunap rnil Der Backfischkasten lag hinter ihnen, hinter ihnen die selige Kinderzeit. Und merkwürdig: nicht von der Zukunft sprachen sie auf dieser Abschiedsreise, von dem Glück, das sie erhofften und das ik rer nur zu warten schien, sondern von dem, was gewesen, von der Vergangenheit. Die Erzählung ibrer kleinen Kindereien stimmte sie fast wehmüthig; es ging ein Glanz holder Poesie von dem Backfiscbkasten aus. Weißt Du noch. ' Daisy damals ?" Ja, Anning, ich weiß. ,Damals' Gott wie das klingt! Als läge es weit, weit hinter uns und ist doch erst gestern gewesen. Als wären wir schon zwei' alte Frauen Weißt Du noch, wie komisch Onkel Nante sich über die Symbolik des Backfischkastens aussprach?" I natürlich und weißt Tu noch: nach der automatischen Bowle, wo ich mir zuerst ganz klar darüber wurde, daß ich den Egon so recht von Herzen lieb habe?" Weißt Du noch? es wollte kein Ende nehmen Mit bunten Farben zog der Herbst in das Land. Das war die Zeit, da Tante Fiekchen mit Mister Sling vor den Traualtar trat. Es war eine sehr stille Hochzeit; so wollte es das Paar, und so war es auch dem General recht. Er konnte die Herzensneigung der Stiftstante durchaus nicht verstehen. Aber er sprach es nicht aus. Er war recht still geworden. Er hatte rechtschaffen gelebt und nie ein großes Glütf errungen. Er mußte es falsch angefangen haben. Da ließ er die Anderen nach ihrer Fasson selig werden; vielleicht waren sie besser daran als er. Die Hochzeit der Beiden wurde in Hohenwarte gefeiert. Vielleicht standen auch die Geister der Ahnen neben dem Paar in der Schloßkapelle. Sie mochten erstaunte Gesichter machen, Herr Victrir und Herr Geraldus und Herr Guftavus, der Feldmarschall, und die Ururgroßmutter in ihrer Schaube, als sie sahen, wer heute eine Lehn heimführte. Sling trug einen Frack, aber der stand ihm nicht, und hinten am .kragen hing ein Bändchen heraus. Doch sah der Methodist wohlgefällig aus und hatte heute auch nicht seine Bleiplatten unter die Füße gelegt; vielleicht hielt er diese Heirath für eine Buße oder den Ehestand, der seiner wartete, fizr eine solche. So wenigstens äußerte sich Onkel Nante, satirisch wie

lmmer und mlt dem behagllchen Schmunzeln, mit dem er seine javanischen Jagdgeschichtcn zu erzählen pflegte. Tante Fiekchen zerfloß in Thränen. Auch Tante Rikchen hielt nicht mit den rinnenden Zähren zurück. Sie hatte sich von Onkel Nante eine Beschreibung von Japan erbeten, der fehlte das Titelblatt. Das war wieder ein toller Streich Jüttners. Das Buch beschrieb nicht Japan, sondern Marokko, und dieses Mohrenland fand Tante Rikchen so unerhört greulich, daß sie sich gar nicht beruhigen konnte. Zudem hielt sie die späte Heirath ihrer Schwester für unpassend; im Geheimen fürchtete sie auch, Fiekchen sei bereits methodistisch geworden. Sie schluchzte heftig. Nun blieb sie allein von alten Lehns im Kloster zurück. Nur die Aussicht, daß sie binnen Kurzem Domina werden sollte, vermochte sie noch zu trösten. Ein paar Tage später schwammen Sling und sein Ehegemahl schon auf dem weiten Ozean. Aus Hamburg hatte Tante Fiekchen den letzten Abschiedsbrief an ihre Schwester in Bützow gerichtet, in dem es hieß: Die ideale Größe Slings ist mir jetzt erst völlig aufgegangen. Sein Sinnen ist nur auf das Geistige gerichtet, und was gibt es Besseres auf dieser Welt? Ich spüre, daß auch ich an seiner Seite immer mehr Seele werde, und wünschte wohl, liebe Schwester, es geschehe an Dir eln gleiches. Denn wenn Du es auch leugnest, so behaupte ich dennoch, und Sling gibt mir darin recht, daß Du noch allzu sehr am Irdischen haftest, was schon Dein Interesse an gutem Essen beweist. Die köstlichste Speise aber ist jenes Manna, das man nicht auf Schüsseln und Tellern verabreicht, sondern in einem güldenen Pokal, den nur das innere Auge erschaut. Auf dieses Manna, liebe Schwester, hoffe ich im fernen Japan, von wo aus ich Dir Nachricht zukommen lassen werde, denn Sling sagt, es gebe dort Postverbindungen wie hier " Den Brief warf Tante Rikchen in's Feuer. Sie war empört über den Vorwurf, daß sie an Irdischem haften solle, ging darauf hin in die Speisekammer und trank einen Kognak, der ihr gut that. Inzwischen wurden auch die Vorbereitungen zu der Doppelhochzeit der beiden Kousinen mit Eifer betrieben. Eaon sträubte sich nicht mehr, das fio

Der Grippe specifisches Heilmittel.

Die Grippe tritt wieder epidemisch auf. ANe Aerzte missen, daß sich dieselbe in Folge von ?r kältungen entiekelt. Sie greift sietS die fchwa chen Punkte deS menschlichen Systems an, darin M(0t eben das gefährliche dieser Krankheit. Kii.AuBMAnig Hamburger Vrnßthee

ift mit solch großem Erfolg gegen diese schmerzhafte Leide angewandt worden, da viele Rerzte dessen Werth schäven und denselben häusig ver, schreiben. Er wärmt da B'ut, derukigt die Skerven, lindert den et,, stärkt dat ganze System und beseitigt dadurch die Krankheit. Notiz ! Nur in Origtnai.Paeketen verkauft, und der echte hat die Unterschrist von Dr. August König auf jedem Umschlage. Er wird niemals lose verkauft.

norar für das Porträt Daisys anzunehmen. Er konnte es immerhin brauchen. Das Häuschen am alten Thor machte eine wohlthuende Metamorphose durch. Die symbolistische Bemalung erstreckte sich bald über die ganze Vorderfront. Das war Egons Werk; die übrigen Fronten bearbeitete ein wackerer Malermeister nach seinen Angaben. Die ganze Umgebung behauptete, so etwas Verrücktes wie dieses Gebäude gebe es auf der Welt nicht mehr. Wer daran vorüberging, blieb stehen, lächelte rfnb schüttelte den Kopf. Aber das gefiel Anna. Es ist etwas Besonderes," sagte sie; das Künstleriscbe muß etwas Besonderes sein, sonst wäre es etwas Gemeines. Folglich ist unser Häuschen ein ausgesuchtes Kunstwerk " Sie sprach gern von unserem Häuschen"; denn Egon hatte es thatsächlich erworben. Hohenwarte lockte ihn nicht mehr; das überließ er getrost Erich und Daisy. Sein Reich war kleiner und ließ sich bequemer regieren und kostete nicht so viel. (Schluß folgt.) Die freie u:co,zinische Akademie in Zxankfnrt a. M Die Frankfurter StadtverordnetenVersammlung hat nach längerer Berathung die Ausgestaltung der dort bercits vorhandenen medizinischen Anstalten urd Einrichtungen zu einer' memzinisch Akademie beschlossen. Tcr erforderliche Kostenaufwand von zwewmviiwtcl Millionen Mark ist durch Stiftungen gedeckt. Wer aber den opferfreudigen Sinn der auf ihre Vaterstadt beinahe überstolzen Frankfurter Bürger kennt, dem ist es keinen Augenblick zweifelhaft, daß sich auch noch größere Mittel im Bedarfsfalle mit Leichtigkeit werden bereit finden lassen. Sieht man von den Hamburgischcn medizinischen Anstalten ab, die außerhalb der deutschen Universitäten -in reiches sclbsiständiges wissenschaftliches Dasein in Ehren führen, so wird F-ankfurt a .M. das erste Beispiel einer städtischen medizinischen Fakultät in Deutschland darbieten. Die dortigen Krankenhäuser, das unter Geheimrath Professor Dr. Carl Weigerts Leitung aufgeblühte pathologische nstitut, das Institut für Serumforschung unter Geheimrath Professor Dr. Paul Ehrlich, das sind die Grundpfeiler iür di? Anlage einer mMzinischenAka demie, auf welche sich mit Verhältnißmäßig geringem Aufwande die weiteren wissenschaftlichen Werkstätten für Anatomie, Physiologie. Arzneimittellehre und für gerichtliche Medizin air bauen lassen werden. Außer den genannten beiden ausgezeichneten Forschern zählt aber Frankfurt a. M. nccb eine ganze Anzahl von hervorragenden Aerzten, wie Moritz Schmidt, Einger v. Norden, Herheimer. die jeder medizinischen Fakultät zur Zierde gereichen würden. Die Frankfurter sind also gar nicht in Verlegenheit und können unter Umständen den Bedarf an Personen aus heimischen" Beständen decken. Für die Entwickelung des medizinischen Unterrichts sowie des medizinischen Studiums in Deutschland überhaupt kann dieses Frankfurter Beispiel von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung werden. Das Monopol der Fakultät ist bedroht und das ist. wie nun einmal die Verhältnisse sich dermalen gestaltet haben, gar nicht zu beklagen. Gerade für das medizinische und für das naturwissenschaftliche Studium wäre so etwas wie eine ideale Konkurrenz recht wünschen swerth. Der alte Fakultätsapparat fängt an, ein wenig rostig zu werden, und manches aufleimende mis. senschaftliche Talent wird an der Entfaltung seiner Kräfte und seiner Fä higkeiten qehindert. Es kann daher nur der Sache der Wissenschaft zu gute kommen, wenn ein etwas erfnsehender Luftzug durck die in Stagnation gerathenen Einrichtungen der medizinisch-wissenschaftlichen Univerfitätsanstalten geleitet wird. Schon daß die Unterrichtsverwaltung bei der Besetzung der Lehrkräfte an der Frankfurter medizinischen Akademie nichts mit dreinzureden haben wird, muß als ein wahrer Segen betrachtet werden. Hoffentlich wird dort in der Mainstadt jedem Talente freie Bahn gewährt werden. Diese Kinder. Der nerne ftn (in eine Kaffee-Gesellschaft hereinplatzend): Mama, wir wollen Zahnarzi spielen, kann ich einmal Dein Gebiß kriegen?"

Feuer - Signale. I Pennsylv und artet 5 Snglish'Opr-HauK 6 Last und Ne York 7 Noble und Michigan g 31. Jersey u. Maff Ak g Pine und North 10 Mavket und Pine 11 ern nt nahe East Z N. Spritzenhaus Maff. Ave nabe Noble : elvare und Wslnut U N. Jersey uEentral A. 15 Masi. und Eornell Av 6 Ash und li. Straße .7 Park Ave und 12 Etr .8 Columbm undHülfid 19 Higbland Ave u. Pitt !l Illinois und St. Joe 3 Pcnnsylv. und Prait 4 Meridian und 11. Str M Zlo. 5 Spritzenhaus 15. nahe Jllinoi M Senate Ave u. StLlair 27 Illinois und Michigan i. Pc sylvania und 14. w Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Spritzenhaus Jnd Ave naheMichigan Meridian und Walnut U California u Vermont 35 Blake und New Aor Znd. Av. u. St. llair i7 City Hospiral 38 Blake und Nortp 39 Miangan und Agnes 41 No. e Spritzenhaus Washington nahe West jendorf u Wast). 43 Missouri u New Kort 45 Meridian u Wash 4 Illinois und Ohw 47 Cspitol v. u Wash 48 llinaan'S PorkhauS 49 Straßenbahn Stalle 33. ashingum Ctr 51 N. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Jlünois u Louiftana 53 West und Souch 54 West und McCarty 56 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Ray 5 No. 4 Spritzenhaus Madrson Av. u Mor.iS 59 Madison Av. u Dunlop 61 No 2 Haken LeiterhauS South nahe Delawar 62 Penn, u Merrill 63 Delaware u. McEarttz 64 Saft und McSsrrv 5 New Jersey u. Merrill 67 Birg. Av. u Bradshaw 68 East und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 72 East und Georgia 73 edar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 English Av. u Pine 76 Sheloy und BateS 75 No. 3 SpritzenbauS Prospekt nahe Shelby M Fletcher v. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 Cast , Washington 84 New York .Davids 85 Daudstummen Anstalt 86 Ber. Staaten Arsenal 37 Orient! und Wash. 9 Frauen-Resormat. 91 No. 13 Spritzenbaus Marvland nabe Mer. 2, Meridian u. Gcraia. 93 Meridian und Souch 94 Pennsylv u. Lonifiana Mrstini? Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 rand Hotel. 93 Capital Ave und Obi ,23 No. 16 TvriyenhauA 16. und Ash. IM Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 Landes und 15. ,27 Brooksid und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellesontaine und . 134 College Ave und 2V. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Rorch 187 Newmann und 19. 133 College Ave und 14. 13s Eornell Ave und 18. 141 Dandes und 10. 142 Higbland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey .rnd 22. 146 Alv?rd und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus ElkW Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Av und 27. 152 Park Ave und 2. 152 2 8 u. 88 Bahn u. ?2, 154 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughton u Rewman 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pairpaw. 159 Ro. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Ardcn und Depot 168 Brightwood und 25. 164 Rural und Blcyd 165 St. Clair u. evftone 107 Arsenal Ave und 3. 168 Bellefontame und 28. 169 Park Ave . Ad 10. 12 OapiUl Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Michigan 214 JllinviS und 20. 215 Senate Ave und 1. 16 Pennsvlvania und 23. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Ave und 26. 21? 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Big 4 R R 43 Harding und Olivn 437 Ro. 19 Spritzenha? Morris und Harding, S Hsvmd vaCbtmatß 439 toeryar 451 Reisner und RiUer 452 Howard und Lee 458 Morris und RapK 456 Lambert und Bcisnt 457 Nordyte Ave u. ar nen Works 612 est und Rah 613 entucky Ave u. VerrL514 Meridian und MorrtzH 516 Illinois und ansät 517 Herrn und Dakota 618 Morris und Church 519 Capital A. u McCarth 621 Meridian und Palmr 523 Pir un? Lord 624 MadiZor Aveu&iuoln 26 Mertdic.nud Belt RR 627 Carlos und Rah 628 Meridian und Arizona 629 Mcridia u. Raymond 631 Meridian u. McCarch k?2 Ro. 17 Spritzenh'us Zlorris nahe West 612 Mc5lernan und Togh. 615 Last u. Lincoln L 614 East und Beccher 616 Wnght und Sanders 17 McEarty und eaty 518 New Jersey u ir Ave 712 Spruce und Prospect 718 Engllsh Ave. u. Laurel 714 State Ave u. Belt R 715 Shell und Beecher 716 State Av und Orang, 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Ct.uxa W 721 Lexington A. u ütatnl 723 Fletcher Ave u. Spruce 724 State Ave u. Pleasam 726 Prospit und leasa: 726 Orange und Har lar 728 Liberty und Meek 729 Roüle und Souch 812 No. 16 Spritzenhaus Oft Washington Su 18 Market und Noble 814 Ohio u. Highland v 816 Michigan u. High laut 816 Market u Arsenal A 817 Oft S Clair und Union Bahn leise. 821 Pan Handle Shep? 828 Vermont und Walcott 824 Was'', und State Atz. 826 '.den'sLounge Fab. 82 Tueker und Dorsey 827 Wash. und Beviue Av 829 No. 1 Spritzenhaus Bcville nah Michig, 851 Southkaster Ave und 82 Wash. un? Dearvor 854 Eoutheaftern und Arsenal Ares. 886 New Kork und Tempi 12 Illinois und Maryl, lt Illinois und Market 14 Per, und W-sh. 15 Delaware nnd a Spezial-Signale. ersten 2 Schlage, ponter Alarm. Zweit 2 Schläge, dritter Alarm. Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. l--l, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 8 Schlag, Wasserdruck ab. 12 Schläge, I Uhr Mittags. Die bezeichneten Signal werden nur vom Dbun wacht angegeben da an den betreffenden Straße? kreuzunge ne tannUften angoracht find.

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