Indiana Tribüne, Volume 26, Number 123, Indianapolis, Marion County, 15 January 1903 — Page 7
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WA 'WP Jndiana Ztihnnt, 15 Januar 1903
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(Fortsetzung.) Jörobcnclcmcnt, iDit machst rntch iber wirklich rabiat!" wetterte der kllte. und der Qualm seiner Pfeife stieg ric ein Opferbrand empor. Ich will )ie Erbschaftsfragen vom Halse haben ein für allemal. Sie haben mir den lZvpf warm genug gemacht. Lass' ich's 'o, küie es ist, und die Anna kriegt nachher einen Jungen, dann machst Du nix die Hölle heiß. Also: Entsagung ?der Baäfischkasten?" Tater, Du ziehst schließlich mit Deiner Tyrannei doch noch den Kür;eren " Das werden wir sehen. Entscheide Dich gefälligst." Daisy ließ den Arm ihres Vaters .0, knickste und eutgegnete: Weil wenn ich bitten darf: Backfischkasten. Ich bin neugierig, wer es länger ausÄilt. Ich bin neugierig, wer den dickeren Kopf hat: Vater oder Tochter. Bin sehr neugierig, wie lange Mister Ernst öehn mich im Backfifchkasten sitzen lassen wird." Range Du," schimpfte der alte Herr; ich halt' es aus. Ich werde mich allein in der Welt amüsiren. Ich zeke nach Ostende und Paris und Biarritz" O in Bützow ist es auch sehr hübsch" Und schließlich geh' ich mit Bill nach Amerika ginUcf und Du kannst im Backfifchkasten bleiben, bis Du zahm geworden bist." Sehr schon. Gerade diese Aussicht würde mich locken. Zahm werden Vaterchen, i ch ? Wenn ich fünfzig Jahr alt geworden bin, kable ich Dir. Aber zahm bin ich auch mit sechzig noch nicht." Abwarten," schnaubte der Alte. Die Langeweile thut viel, und die Sticfelcken ohne Absätze und die Uniform und die Frisur mit glattem Scheitel sind auch meine Bundesgenossen. Abwarten, mein Daisychen " Am nächsten Morgen stand der Viersitzer auf der Rampe. Erich, Onkel Nante und Otto hatten schon vor einigen Tagen Hohenwarte verlaffen; Paul sollte am Mittwoch zurück, Egon wollte noch kurze Zeit in Hohenwarte verbleiden. Käthe nahm lustig und unbekümmert wie immer Abschied, Daisy war etwas ernst und einsilbig, und Anna ließ das Thränenbächlein rinnen. Bon Egon hatte sie sich selbstverständlich vor dem allgemeinen Adieu allein verabschiedet, und das war sehr rührend gewesen. Egon hatie nämlich Verlobungsringe gekauft, die sahen aber nicht wie solche aus, so daß Anna ihren Ring unauffällig auch in der Pension tragen konnte. Darüber war sie sehr glucklich. Egon, mein Schatz," sagte sie, ich werde diesen Ring nie ablegen" Höchstens beim Waschen," fiel Egon ein. Gott, was bist Du prosaisch! Auch beim Waschen nicht; er bleibt an meiner Hand immer und ewig. Wenn ich ihn ansehe,denke ich an Dich, und wenn ich ihn küe, küsse ich Dich im Geiste. Der blaue Stein erinnert mich an Deine Augen und das Gold an Dein treues Herz." Gott, was bist Du poetisch! Aber es ist mir alles sehr recht. Und nun bitte ich Dich, halte aus und benimm Dich im Backfischkasten mit reifer Vernunft. Inzwischen werde ich Deinen Vater nach Möglichkeit bearbeiten, daß er die elende Wartezeit abkürzt. Ich werde mich wie eine Erinnye an seine Fersen heften und ihm androhen, im Riegnitzer Kunstverein sechs symbolistische Bilder auszustellen. Vielleicht kriegt er es dann mit der Angst " Nun ging es also zurück nach Bützow. Das Trio gehörte zu den ersten Ankömmlingen im Backfischkästen. Aber den ganzen Tag über schwirrte es aus allen Himmelsrichtungen heran, und spät in der Nacht traf als Letzte auch Prinzessin Agnete ein. Und zwar die Verwunderung war groß mit einer Kammerzofe. Durchlaucht Mutter hatten gewünscht, daß die Zofe in der Anstalt verbliebe, um der Prinzessin täglich die Frisur zu ordnen. Durchlaucht Mutter waren mit der Erziehung im Backfischkasten sonst gnädigst zufrieden, fanden nur das Haar der Prinzessin ein wenig vernachlässigt. Das Ehepaar Schröter schnitt Gesichter, mußte, sich aber die Zofe gefallen lassen. Künftighin spielte die Zofe eine gewichtige Rolle im Backfifchkasten. Sie hieß . Adrienne und war eine Schweizerin aus dem Kanton Vaud; Mademoiselle Bardoux betrachtete sie aber als halbe Landsmännin und verplauderte ganze Abende französisch mit ihr. Am Sonntag Vormittag vor der Beurlaubung ließen sich sämmtliche Pensionärinnen von Adrienne frisiren. Außerdem war sie immer gefällig, besorgte Näschereien und beförderte Briefe, die man nicht in den Postkasten des Instituts werfen wollte. Die Briefschaften der Pensionänn-
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(sine frös)sicf)c Soinmcigcscfjtcötc to:i Fcdor von Asbeltih T"V tt JLJL i : tt n tt tt tt tt i -. - M" st -i neu unterlegen einer gewliien ttontrolle. Herr von Schrö?:r räumte stets eigenhändig den Postkasten des Hauses aus. und da er die Handschriften seiner Zöglinge kannte, so wußte er genau. an wen diese und jene schrieb: ebenso nahm er auch die einlaufenden Nrief? in Emrf.ina. ebe er sie an die 'Avre',sa:en vcnycnre. 30 es tym denn nun eines Tages auf, daß fast täglich ein Brief mit der Adresse Herrn Egon Freihcrrn von Lehn, Riegnitz, Am alten Thor 2" im Postkästen lag. Und immer trug das Kouvert dieselbe Handschrift: die Annas. Das geht nicht, Frau," sagte er zu d:r Gemahlin, alle Tage i, da spinnt sich was an. 23i; haben über die Moral unserer jungen Mädchen zu wachen, und eine so rege Korrespondenz wie diese hier, über die mir kein Zweifel obzuwalten scheint, oder vielmehr gerade, weil sie mir durchaus zweifelhaft erscheint und ich Zweifel in meinem Hause nicht dulde, wie mir denn nie im Leben das Dubiöse sympathisch ge wesen ist" Er begann sich wieder im Satze zu verwickeln und schloß basier: Frau, ich proponire, Tu sprichst einmal mit der Anna" Das geschah denn auch. Vor dem Schlafengehen klopfte die Baronin an der Zimmcrthür dn Kousinen an und trat ein. Daisy saß vor dem Spiegel und steckte ihr Haar auf; Anna zog sich gerade die Stiefel aus. Beide Mädchen waren sichtlich erschreckt über die Ehre dieses Besuckes. Bleibt sitzen, Kinder." sagte Frau von Schröter. Anna, ich möchte eine Frage an Sie richten, die Ihre Kousine ruhig mit anhören kann. Es ist mir aufgefallen, daß Sie in außerordentlich lebhafter Korrespondenz mit Ihrem Herrn Vetter Egon stehen. Wie hängt das zusammen?" Anna war blaß geworden und lächelte krampfhaft. Mein Gott, gnädige Frau." antwortete sie steckend, er ist doch ist doch mein Vetter." Er ist ein junger Herr, und wenn auch zehn Mal Ihr Vetter ich wünsche einen so intimen Briefwechsel nicht mehr. Sie werden ihn oaher einstellen." Anna überlegte, ob sie den Verlobungsring mit dem blauen Stein zeigen sollte. Aber da kam der Starrsinn über sie. Gnädige Frau," sagte sie, Sie können mir doch unmöglich verbieten, Briefe zu schreiben, so oft und so viel ich will. Ich bin kein Baby mehr." Jetzt trat auch Daisy vor. Ich kann meiner Kousine Anna nur recht geben, Frau Baronin. Entschuldigen Sie, daß ich mich in diese Angelegenheit mische; sie geht wahrscheinlich auch mich an. Denn auch meine Briefe werden kontrollirt. Dazu sind wir zu alt und erwachsen " A ah." sagte Frau v?n Schröter ganz entsetzt. Ihr rebellirt ?" Ich würde an Ihrer Stelle ,Sie' sagen," entgegnete Daisy. Mit ,Jhr' pflegt man gewöhnlich nur eine Gesellschaft von Dienstboten anzureden, aber nicht Damen aus guten Häusern " Die Baronin, im Grunde genommen eine liebevolle und entgegenkommende Natur, erbleichte. Wenn dieser Geist der Unzufriedenheit um sich griff, stand der Ruf ihres Instituts auf dem Spiel. Sie mußte streng fein. Ich sehe zu meinem großen Bedauern," sagte sie, daß es nöthig sein wird. Ihnen Beiden gegenüber energischere Saiten aufzuziehen. Bisher ist mir ein so thörichter Widerstand gegen gut gemeinte Bestimmungen noch nicht vorgekommen. Sie werden an den beiden nächsten Sonntagen keinen Urlaub erhalten und drei Tag: hindurch während der Freistunden auf Ihrem Zimmer verbleiben. Und merken Sie sich eins, meine jungen Damen: eine gewisse Disziplin thut auch den Mädchen gut. Sie stählt den Charakter und ja, sie bewahrt auch vor Trotzköpfigseit " Hochaufgerichtet ging die Baronin. Anna warf sich schluchzend auf daö Bett. O Gottegottegotte doch," jamncerte sie, welch' elendes Leben! Nun soll ich nicht einmal mehr meinem Egon schreiben dürfen! Meinem geliebten Egon! " Dann sprang sie plötzlich empor. Das wollen wir doch 'mal sehen! Ich sag' es Papa!" Was ich Dir brachen würde." entgegnete Daisy. die wieder ruhig vor ihrem Spiegel Platz genommen hatte; Onkel Fritz wird ganz der Ansicht der Frau ven Schröter sein. Aber freilich: vom Backfischkasten hab' ich nun auch grade genug. Ich weiß, was ich thue-" Aber was sie thun wollte, sagte sie nicht; sie behielt es für sich. Die Verurtheilung erregte einen Sturm des Aufsehens und der Entrüstung im Backfifchkasten, um so mehr, als von nun ab auch die Briefe Egons an Anna uneröffnet an ihre Adresse zurückaeschickt wurden. Die Parteien der
beiocn Violen einigten ncy. ram zu einer großen und entsetzlichen Verschwörung. bei der Daisy die Hauptrolle spielte. Das kühl denkende Mädchen wurde plätzlich von ausgelassener Wildheit und heckte die tollsten Pläne aus. Zunächst wunderte sich Herr von Schröter. daß er alltäglich den Postkästen gepaßt voll vorfand. Sammtliche junge Mädchen schrieben an Herreu, deren Adressen den Schröters bisher fremd gewesen waren. Zum Vei spiel an den Leutnant von Einglas in Breslau. an den Referendar Freiherrn von Burrkopv in Oberglogau. an den St'idiosus lrduard Abälard in Bri?a. Und zwar ging das acht 5age lang fl fort. Die Briefe kamen nicht zurück, da kein Absackn auf der Adresse vermerkt war und immer nur ein leerer Bogen in den Kouverts lag. Endlich merkten die Schröters den Unfug, und nun wurde das ganze Pensionat zu Stubenarrest vcrurtbeilt. Darauf hatten Die Mädchen nur gewann. 'Am Abend sollte die heilige Feme ihres Amtes walten. Daisy hatte die Rolle des Femgrafcn übernommen. Sie huschte, in ein Lakcn gewickelt und eine schwarze Larve vor dem Gesicht, die Adrienne besorgt hatte, durch die Korridore, und in gleichem Kostüm huschten die übrigen Pensionärinnen hinter ihr her. ' Vor dem Schröter'sckcn Schlafzimmer wurde Halt gemacht. Hier malte Daisy drei Kreuze an die Thür und rief mit schrecklicher Stimme: Herzog Bolho der Sechste, Du bist gerichtet, und Du, Gemahlin, mit ihm!" Dann begann ein Katzenkonzert, das man bis auf die Straße hörte. Die Prinzessin, die auf eine? Gießkanne blies, gab schaudererregende Töne von sich; Cissi Sandels hieb auf einen blechernen Topf, und die beiden Pfeifvirtuosinnen ließen gellende Pfiffe in allen Tonlagen erschallen. Das war aber auch das Ende des Aufstands. Die Untersuchung wurde mit Eifer und Strenge geführt und förderte viel Unliebsames zu Tage. Nicht nur, daß Daisy als Haupturheberin des Komplotts enthüllt wurde es kam auch heraus, daß Adrienne die Unterhändlerin bei allen verbotenen Beziehungen zwischen Backfifchkasten und Außenwelt gewesen war, und zwar hatten sich diese Beziehungen bis in die Büchsenstein' sche Leihbibliothek und zu dem Postillon cl'amour von Riegnitz, Herrn Schnäbele, erstreckt. Die Schröters beriethen lange. Endlich entschlossen sie sich zu einem warnenden Exempel. Der KammerHerr schrieb an Daisys Vater: so und so sei es gewesen, daher könne man Fräulein Daisy nicht länger im Jnstitut behalten. Umgehend kam ein Telegramm zurück: Bitte, Daisy zu mir zu schicken. Ernst Lehn." Ohne feierliche Formalien sollte dies aber nicht vor sich gehen. Die große Glocke rief die Pensionärinnen im Turnsaal zusammen. Dann begann Herr von Schröter. während sein Monokle, an langer Schnur hängend, die wachsende innere Bewegung des Sprechenden durch mehr oder weniger heftiges Schaukeln auch äußerlich dokumentirte: Meine Damen! Sie sehen mich heute in einer Verfassung, die welche, so sage ich, ich mir zu ersparen gern willens gewesen wäre. Aber es haben Geschehnisse, sage ich, stattgefunden, die in ihren Konsequenzen von so weitreichender Tragweite sind, daß ich fast bedauern möchte, noch länger diefern Institute vorzustehen, wenn nicht, so betone ich. mich das gebieterische Gefühl der Pflicht auf meinem Posten festhielte und festhalten wird, will es Gott, so lange ich lebe. Man hat sich schwer gegen mich und meine Gemahlin vergangen, und ich kann nicht einmal sagen, daß nur jugendlicher Uebermuth die Triebfedern einer Handlungsweise gewesen sind, die wahrhaft erschütternd auf meine Gemahlin und mich gewirkt haben, weil wir uns, sage ich, allezeit und immer bewußt gewesen sind. Ihnen, meine Damen, das Elternhaus zu ersetzen und uns Ihrer Erziehung nach jener Leitschnur zu widmen, welche seit Begründung dieses Instituts für mich maßgebend gewesen ist und, das möchte ich betonen, auch ferner maßgebend sein soll, ob ich gleich auf Widerstand stoße, Widerstand, welcher " Er sah ein, daß das Satzgefüge zu ausgedehnt werden würde, brach daher ab und fuhr fort: Kommen wir in medias res. Sämmtliche Pcnsionärinnen bleiben vier Wochen lang ohne Urlaub. Prinzeß Bürenstein. Ihre Zofe verläßt noch heute Abend das Haus; Durchlaucht Ihre Frau Mutter ist benachrichtigt worden. Fräulein Daisy von Lehn, ich ersuche Sie vorzutreten." Daisy zog eine krause Nase und marschirte im Grenadierschritt vor die Front. Mein Institut besteht seit zwanzig Jahren." fuhr Herr von Schröter fort, und in dieser langen Zeit, das kann ich wohl sagen, ist es in Ehren geführt worden. Heute zum ersten Male bin ich in die traurige Lage versetzt, eine meiner jungen Damen vor der festgesetzten Zeit entwssen zu müssen. Fräulein von Lehn, wir haben Sie gern und gastlich aufgenommen und sehen Sie, ich gestehe es, auch nur ungern scheiden, denn es ist viel Gutes in Ihnen, das wir hätten fortkeimen sehen und entwickeln helfen mögen. Sie selbst haben uns das unmöglich gemacht. Die Extrapost ist zu zwei Uhr bestellt; wollen Sie, bitte, bis dahin Ihre Koffer bereit halten" kNun geschah etwas Unerwartetes. Daisy ergriff die Hand des KammerHerrn und erwiderte in herzlichem, ganz unbefangenem Tone: Leben Sie
Herr Baron. Ich würde lugen, wollte
ich jagen, daß nur der Abschied schwer wäre. Aber das liegt an besonderen Verhältnissen. Aufrichtig leid thut mir nur. Ihnen und Ihrer Gattin Schmerz zugefügt zu haben. Das lag mir fern. Ich habe erwartet, Sie würden mich für meine Ungezogenheit vor die Thür setzen; doch kränken wollt' ich Sie nicht. So bitte ich Sie denn herzlichst um Verzeihung." Sie küßte der Baronin die Hand. Herr von Schröter war sehr verlegen, murmelte noch einiges Unverständliche und entließ dann seine junge Gesellschaft. Die Klage um den Verlust Daisys war allgemein. Alles half ihr beim Packen der Koffer. Anna weinte, und der alte Warwick wollte eine neue Verschwörung anzetteln. Aber Daisy rieth energisch ab. Sie war auf einmal wieder sebr vcrnünftia aeworden und redete viel von guter Führung, Wohlanständigkeit und sittlicher Reife. Dann ging es an das Abküssen, wobei noch einige Schwüre ewiger Freundschaft gewechselt wurden, und endlich fuhr die bes- :te Extrapost vor den Backfischkästen. Ju der Nähe des Klosters sah Daisy n:el Nante. Er ging spazieren, rauchte und trug seinen Abellinohut, den er grüßend zog, als er Daisy bemerkte. Daisy ließ halten, und Jüttner trat an den Schlag. Sapperlot. Daisychen, wohin denn?" fragte er. Rausgeschmissen," antwortete Daisy. klärte mit kurzen Worten die Situation auf und versicherte Onkel Rante zugleich, daß sie alle guten Rathschlüge, die er als Folgerungen der betrüblichen Thatsache in petto haben sollte, für genossen betrachte. Dafür wies sie die Straße hinab, wo ihr ein einzelner Herr in etwas altmodischem Cylinderhute aufzufallen schien. Ist das nicht Mister Sling?" fragte sie. Jüttner äugte umher. Ja natürlich," antwortete er, den sehe ich heute zum dritten Male in Bützow, und denke Dir, einmal traf ich ihn beim Konditor Gaölonz mit wem, Daisy? Mit Tante Fiekchcn. und aßen Kirschkuchen mit Sahne und sprachen dabei, täuschte ich mich nicht, von der Missionsbewegung in Japan. Des dünkt mich symptomatisch. Tante Fiekchen geht noch einmal unter die Heiden. Na, lttV will ich Dich aber nicht länger aufhalten. Laß Dich von dem Papa am Ohrzipfel nehmen" Dazu hatte der Papa allerdings die größte Lust. Bill war Daisy bereits auf der Treppe entgegengeeilt und hatte ihr zugeflüstert: Du, der Vater ist höllisch wüthend. Sei vorsichtig! " Und das war Daify auch. Gleich beim Eintritt in das Zimmer erhob sie wie beschwörend die Arme und rief: Ehe Du losschimpfst, tyrannischer Vater, hör Deine gehorsamste Tochter. Nämlich: ich wollte aus dem Backfifchkasten heraus. Der ganze Unfug war nur Mittel zum Zweck. Drastisch, aber es hat gewirkt." Da werde ich Dir mit einem drastiscken Gegenmittel kommen," antwortete der Alte. Aus einem Backfischkasten flogst Du heraus in einen anderen wirst Du hineingesteckt. Morgen bring' ich Dich in eine Pension am Rhein." Vater. Du bist schlimmer als Vrutus. Also, da es nicht anders geht, komme ich auf Deine alte Bedingung zurück und werde der Erbschaft der Großmutter entsagen." Wann?" Bitte gleich." Gleich geht nicht. Ich werde Erich benachrichtigen." Kann i ch das nicht thun? Er hat jetzt Sprechstunde." Der alte Herr schaute auf und Daisy aufmerksamer an. Doch ihr gleichgiltig gebliebenes Gesicht fagte ihm gar nichts. So nickte er denn. Meinetwegen. Aber ich erwarte Dich in einer halben Stunde zurück." Ich habe nur noch eine Kleinigkeit zu besorgen. Addio so lange " Bei Erich fand Daify Egon vor. Der arme Junge war in größter Aufregung. Nach dem Verbot der Korrespondenz mit Anna hatte er seine Briefe durch Schnäbele und Adrienne in den Backfifchkasten befördern lassen. Nun kam Adrienne fort, und damit war ihm auch die letzte Gelegenheit genommeik, mit Anna in Verkehr zu treten. Er hatte sich beschwerdeführend an Onkel Fritz gewandt, aber der General hatte schlankweg, erklärt: im Backfifchkasten sei Herr von Schröter der Oberstkommandirende da habe er nichts dreinzureden. Er stürzte Daisy jubelnd entgegen. Gott sei Dank, die Daisy!" rief er. Rausgeflogen ich weiß fchon alles und gratulire. Mir kommst Du als Engel in der Noth." Daisy kommt immer als Engel," bemerkte der Rechtsanwalt. Du verwechselst das: in der Noth frißt der Teufel Fliegen." Ach was. Fliegen! Daisy allein kann uns retten. Daisy, Du hast häufig so gute Gedanken: rathe mir doch, wie ich es anfangen kann, auch die Anna aus dem Backfifchkasten zu befreien und dem Leben, Streben und Lieben wiederzugeben. Warum ist sie nicht auch gleich mit herausgeworfen worden? Du hast mehr Glück als sie. Ich werde ihr proponiren, alle Fensterscheiden einzuschlagen oder Bobbi und die Katze zusammenzubinden oder' in die Stiefel der Frau von Schröter Tinte zu füllen. Vielleicht setzt man sie dann auch an die Luft " Daisy lachte. Du bist unvernünftig, Econ. Nicht Jeder versteht sich
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Das beste Heilmittel in der Welt. In 25 und 50 aus CiG)e ncwannreiHe. ortans'.g wollen wir Anna am Sonntag hier habcn. Dn Urlaub ist ihr verboten worden, aber wenn eine Familiensitzung in Aussicht steht, darf man ihn ihr nicht verweigern. Erich, berufe zu Sonntag alle, so da Lehn heißen, feierlichst zusammen." Nanu? Warum? Wieso? W halb und zu welchem Zweck?" Ich will abschwören" Was?" Und cniscgen. Nämlich allen Ansprüchcn auf Hchenwarte zu Gunsten Annaö und Egons." Ach herrje!" rief Egon. Du, das ist irir höchst fatal. Latz es lieber." Aber ich bitte Dich: ich denke der Familie durch diese Entsagung eine Riesenfreude zu bereiten?" Ja aber dann kriege i ch doch Hohenwarte!" schrie Egon. -Nun natürlich, wenn Du die Anna heirathest respektive Euer ältester Junge." (Fortsetzung folgt.) Vi jör:.sol,'.'!nckdote. In dem ersten geschriebenen Artikel, der von Björnson's Hand vorliegt, finden sich die oft zitirten Worte, daß ein neues (norwegisches) Dichtergeschlecht erstehen" werde. Der Verfasser hat diese Behauptung festgehalten und versprach seiner jungen Lebensgcfährtiu Karoline .Reimers, als er mit ihr im Jahre 1858 vermählt ward, sie solle für jedes neue normegische Dichterwerk, das seine Anerkennung finde, eine Krone bekommen. Björnson war offenbar der Meinung, seine junge Ehehälfte werde auf diese Weise sehc bald in den Besitz einer netten kleinen Geldsumme gelangen. Aber Frau Karoline mutzte längere Zeit auf die versprochenen Kronenstücke vergeblich warten .... Da eines schönen Tages erschien im jungen Dichterheim ein Student mit Namen Krisiofer Janson. der um die Erlaubniß bat, Herrn Björnsen einige Ge dichte vorlesen zu dürfen. Er erzählte, wie Björnson's Ideen in ihm niedergeschlagen seien wie der Blitz und in ihm eine Begeisterung entflammten für Bauernromantik, wie sie in den Björnson'schen Novellen lebt. Und daher stamme sein Muth, der ihn sich in Freiluftgesängen" versuchen ließ. Björnson lag auf dem Sopha, mit seinem kleinen Knaben, Björn, spielend; er sei gerne bereit, Janson's Produkte zu kosten und nickte dem jungen Dichterstudenten aufmunternd zu. Janson fing an zu lesen und las weiter, während er verstohlen nach dem Sopha hinschielte, um zu erspähen, ob seine Gedichte auch Eindruck machten. Aber auch nicht eine einzige Miene verrieth Björnson's Gedanken. Erst als die Vorlesung vorbei war. sprang Björnson vom Sopha auf, legte den Knaben in die Wiege unh lief nach der Küche hinaus! Janson saß da wie zerschlagen: die Wirkung hatte er bei aller Bescheidenheit denn doch nicht erwartet. Aber bald kam Björnsen wieder, seine junge Frau an der Hand führend. Komm', Karoline, Du sollst eine Krone haben!" Und mit diesem Kompliment fand auf der Stelle die erste Auszahlung an Frau Björnson statt. Björnson aber wollte doch auch seinem Gaste etwas bieten, er nahm sein neuestes Manuskript vomSchreibtisck und las Arne" vor. Janson war entzückt. Was meinen Sie dazu?" fragte Björnson, als er fertig war. Der junge Student war verlegen, er suchte nach enthusiastischen Ausdrücken, die er nicht fand, bis es unwillkürlich aus ihm hervorbrach: Mir scheint, Frau Björnson sollte noch eine Krone haben!" Der Dichter lachte und zahlte. Die längste Telephonl e i t u n g Europas ist die vor Kurzem vollendete zwischen Rom und Paris. Zu ihr wurden über 1,593.000 Yards Leitungsdraht verwenhti Gedankensplitter. Oft ist musiziren nicht so schwer, wie es an. hören. Da? einfachste Mittel, in den Besitz eine Geheimnisses zu kommen, besteht darin, sich den Anschein zu geben, als ob man es bereit kenne. Aber es hllft nur bei Menschen, die nicht klüger sind als dn. Der Unverstand deiner Frennde schadet dir mehr, als der Verstand deiuer Feinde. Willst du dir einen glücklichen Tag bereiten, so mustt du im Geheimeu recht viel Gutes thun. Nicht, daß Menschen verschiedener Meinung sind, hält sie eu?einander, sondern die Art, wie sie e äußern.
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Schmerzen, wie I Etablirt seit 50 Jahren. Cents Größen. Feuer - Signale. i Pennsylv und artet S Englist'sOprn-Hau e East und Re York 7 Noble und Michigan g N.Jersey u.Mass Ade 9 Pine und North 10 Waattt und Pine 11 Vermont nabe East !2 No.. 8 Spritzenhaus Äaq. vc nabt Noble 13 Tkawarem.d Walimt 14 R. Jericy u Cenlral 3. II Mass. und Corneö Ave .6 Ash und 11. x träfet .7 Park &c und 12 Str .9 Columbia und Hillsid 19 Higbland Ave u. P,att kl Illinois und St. Joe 23 Pennsylv. und Pratt 24 Alendian und 11. Str 25 No. 5 Spritzenbaus 16. nahe Illinois i6 Senate Ave u. StElar? 2? Illinois und Michigau Zft Pesylvania und 14. i Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Spritznk,aus JndAvenaheMichigan 32 Meridian und Walnut Z4 California u Vermont 35 Blake und New York ?6 Ind. Av. u. St, Clair 37 City Hospital 38 Blake und Norty 29 Michigan und Agnes 41 No. Spritzenhaus Washington nah West 42 Gcndorf u Wash. 43 Missouri u Reis Kork 45 Meridian u Wash 46 Jllmois und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 49 ,ngan'S PorkhauS 49 Straßenbahn Ställe 23. Washington Str 61 No. 10 Spritzenhaus Jllmois u Merrill 52 Illinois u Louisiana 63 Weit und Soutb 54 West und McCarty 55 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray öS No. 4 EpritzenhauS Madison Av. u Morvis 59 Madison A. u Tunlop ei No 2 Haken Leiterbaus South nahe Telawar 62 Penn, u Merrill 63 Delatoare u. McCarty 4 aft und McEarty New Jersey u. Merrill 67 Birg. Av. u Bradsha 68 Tast und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus ir Ave. nahe Huron 72 East und Georgia 73 Eedar und Elm 74 Davidson u Georgt 75 Cnglish Av. u Pine 76 Shell? und Bates 75 No. Z Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby st Fletcher Av. u Shelby 61 Market u. New Jersey 82 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York u.Davidsoe 85 Taubstummen Anstalt M Ver. Staaten Arsenal 7 ür.ental und Wash. 89 Frauen-Resormat. 91 Ro. is Spritzenhaus Marvland nah Mer. 92 Meridian u. Gcrgia. 3 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louistana 95 Virini? Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. Zg Capital Ave und Obis 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 Pandes und 15. 127 Brookside und Jupiter 12 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 1Z2 Bellefontaine und j. 134 College Ave und SS. 135 Delaware und iZ. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 13 College Ave und 14. 13s Cornell Ave und 18.' 141 Dandes und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 146 Ne Jersey nd 2. 146 Alvord und 17. 147 No. !. Spritzenhaus Hiltfide Ave und 16. 169 Park ve und 10. 212 lapitckl ve und 17. 213 Pennsylv. u. Michiga 214 Jllinols und 20. 215 Senate ve und 1. 21 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian und 16. 218 Cavnal Ave und 26. 219 Broadtoav und 10. 231 Illinois und McLean 234 No. 14 Spritzenhaus Är.itroob und 30. 235 Jilinois und 35. 236 Annetta und 30. 237 Nc. S. Spritzknhiu Udell und Raoer 238 Udel Ladder Worli 239 Jjabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u Ct. Qlat 243 Eldrieqe und 23. 312 West uud Walnut 3 '.3 West und 12. 314 Howard und 1. 315 Dorbet und Paca 31 Capital Ave und 10 317 Northwestern Ave 21 818 Gent und 13. 31 Canal und 10. 8 Cerealine Works 324 Vermont und Lynn 326 Biömarek u Srandviek 826 Ro. 29 Spritzenhaus Hauahoille. 827 Michigan u. Holme. 828 Michigan u. Concord 341 West und McIntyr, 412 Missouri u. Marylan 18 Missouri und Ohio 416 Capital Äve u Scorgia 16 Mifloun u Acntucky A 17 Senate Ave u. Wasy. 21 P und E R,,'-' W. Washington. 423 JrrenHoZpital. 2 Mney Ave u. I D u O 25 Wash. und Harris 426 Ro. 1 Spritzenhaus W. Washington 27 Oliver und Birch 42 Oliver und Osqood 29 Rordyke und Dort 31 Hadlcy Ave u. Morris 32 River Are u. Morris 4 ji River ve und Ray 435 Harding u. Big 4 R A 43 Harding und Oliver 437 No. 19 Spritzenha j Morris und Harding, tt Howard und Wlllm 39 Stocky 51 ReiSn und Mille? 52 Howard und Lee 58 Morris und LapX 66 Lamdert und Betont 57 Nordyfc Ave u. Uaxinen Works 512 West ud Ray blZ entuctyAve u.Merr kl Meridian und Morris 516 Illinois und San ja 17 orrui und Dakota 61 Morris und Church bis kapital A. u McCarty 521 Meridian und Palm 523 Pin un', Lord 52 Madisor Avu Lincoln 26 Meridian und Belt A 527 Carlo und Ray 528 Meridian und Arizona 529 Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McCarty 532 No. 17 Spritzenhaus Morri nahe West 612 Mckernan und Dougy. 618 East u. Lincoln Le 1 East und Brecher 615 Wright und Sanders 17 McCarty und Beaty IS New Jersey u ir Av 712 Spruce uno Prosve 713 English Are. u. 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