Indiana Tribüne, Volume 26, Number 121, Indianapolis, Marion County, 13 January 1903 — Page 5
Andtana Tridnue. 13 Januar 1903.
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Verband deutscher Bereine von Indianapolis. iir das gesammte DeutschtKum wichtige Erörterungen und Veschlüffe.
Die Makel der neuen Sinwanderungs-Bill. Die Porschläge des Deutsch - Amerik. Central-Bundes nix allaemcinen Bekäm pfung dieser Bill mit Begeisterung an. j genommen. In der Halle des Unabhängigen Turnvereins fand gestern Abend die Delegatensitzung de Verbandes deutscher Vereine statt, die sich trotz der Witterung einer sehr zahlreichen Betheiligung erfreute. Herr Jos. Keller, der Bundes-Beifitzer vom hiesigen Verbände, führte den Vorsitz, während Herr I. W. Loeper das Protocoll führte. Zunächst wurde von den Delegaten das Anerbieten des Unabh. Turnver eins, für die Zukunft dessen Halle als Heim des Verbandes zu betrachten, mit Dank angenommen. Alsdann wurde zur Hauptangelegenheit der Versammlung, der neuen Ein-wanderungs-Big, (Haus. Bill No. 12199) übergegangen und erklärte Vorsitzer Keller zunächst die für jeden vernünftig denkenden Menschen anstößtgen Punkte der Bill, über die gestern im Congrcß (Senat) verhandelt wurde. Die unsinnigen Best immungen der Bill. Die dem Senate vorliegende Bill verlangt für jeden Einwanderer einen Zoll von $3 pro Kopf, und die Regierung hat das Recht, den Dampfer, der die Emigranten hierher brachte, als Pfand zu nehmen (mit Beschlag zu belegen), falls die Zahlung nicht erfolgt. Folgende Frunde sollen nicht in den Vereinigten Staaten zugelassen werden: Idioten, Geisteskranke, Epileptiker, oder solche, die vor 5 Jahren geisteskrank waren: Leute, welche 1 2 An fälle in früheren Zeiten hatten: Pau pers" oder solche, die dem össentlichen Gemeinwohl anheimfallen; Bettler; Leute mit ansteckenden Krankheiten; Personen, die moralische Verbrechen begangen haben; Polygamiften; Anarchisten oder solche, die einen Umsturz der Regierung oder der Gesetze befürworte i, oder solche, wclche die Ermord?i ig öffentlicher Beamten befürworten. Proftituirte, oder solche, die e s w e r den wollen, Personen, die engagirt wurden nach den Vereinigten Staaten auszuwandern, um hier zu arbeiten, oder solche, deren Transportation mit dem Gelde eines anderen be, zahlt wurde. Alle sollen ausgeschlossen werden, welche das 15. Lebensjahr erreicht haden und nichtzim Stande sind, zu lesen. (Verständlich.) Section 13 der Bill enthält einen Fragebogen, der zu beantworten ist wiz folgt: Name undjGeschlecht, ob verheirathet oder nicht, Geschäft, Nationalität. Rasse, letzter Aufenthalt, zukünftiger Aufenthaltsort, ob der Einwanderer fein Billet selbst bezahlt hat, oder ob dasselbe von einer andern Person oder Corporation bezahlt wurde (Gemeinde oder Regierung), ob im Besitze von 50 Toll, oder wieviel weniger, ob zu Verwandten oder nicht, und wenn so wohin und zu wem, ob je im Gefängniß oder Armenhaus, Hofpital oder Institut, ob je von einer Wohlthütigkeits - Anstalt behandelt, ob Polygamist oder Anarchist, ob durch Versprechens hierher gelockt um zu arbeiten, wie ist der Gesundheitszustand deS Einwanderers geistig und körperlich, verkrüppelt oder deformirt, wenn so. wie lang und warum? etc. Wenn innerhalb 3 Jahren derSckatzmeifter derVer. Staaten ausfinden sollte, daß ein Einwanderer ungesetzlich gelandet wurde, soll dieser Eingewanderte in Gewahrsam genommen und nach seiner Heimath deportirt werden. (Nun wie steht es, wenn derselbe hier eine Familie hat ?) Section!38. Wenn ein Familienva ter hier seine Aufenthalt genommen hat und seine Familie nachkommen läßt und dieselbe krank ist, soll sie solange gehalten werden, bis festgestellt werden kann ob die Krankheit heilbar oder nicht ? Ter SchatzamtsSecretär soll dann die Autorität haben, diele Familie, Frau oder Kinder, zu deportiren, wenn daö MarineHospital entschieden hat, daß die betr. Krankheit unheilbar ist. In letzterem Falle muß die Familie deportirt werden. Herr Keller verlas nun die von dem Nationalen Executiv Comite deS
Deutsch-Amerik. Central-Bundes deantragten Maßregeln gegen die Passi rung dieses Gesetzes, dessen anstößige Bestimmungen eingehend besprochen wurden. Diese Vorschlüge des Execu-tiv-Comites gipfeln, wie bereits bericht?t. darin, daß das gesammte Deutsch!hum in Petitionen gegen die Passirung des neuen Einwanderungs-Gefeßes pro testiren, den Ccngreh und den Präfidenten ersuchen soll, die Abstimmung
über dasselbe zu verschieben, und nicht nur gegcn die empörende Behandlung der Einwanderer proteftiren, sondern auch den Präsidenten und den Congreß angehen soll, drjrchEinsetzunzeinerComMission, von Gesetzeswegen zu ernennen, etwa wie bei Ueberwachung des Civildienstwcsens, das EinwanderungsWesen zu überwachen und weiteren Willkürlichleiten einen Riegel vorzuschieben. Eine solche Commission sollte eingeborene und eingewandert? Elemente enthalt N Diese Vorschläge wurden von der Versammlung einmüthig gutgeheißen, nachdem noch der Vorsitzende Keller die Ziele des Deutsch-Amerikanischen Cen-tral-Bundes auseinandergesetzt hatte, wie folgt: Ziele des Bundes. Erstrebung des Einheitsgefühls der Bevölkerung deutschen Ursprunges und Aufrechterhaltung guter Beziehungen zum alten Vaterlande. Der Bund fordert ehrliche Anerkennung d?r Dienste und Verdienste der deutsch-amerikanischer Bürger und bekämpft jede Schmälerung derselben. Der Bund verlangt keine Sonderinteressen. erblickt aber in der Eentrali sicung der Bevölkerung deutschen Ursprungs den kürzesten Weg sür die in der Platform aufgenommenen Principien. Der Bund ist nicht politisch, und Fragen der Religion werden absolu nicht berührt. Er erstrebt die Einführung des deutschen Sprachunterrichts in den össentlichen Schulen und Ein führung eines systematischen TurnUnterrichts. Er erklärt sich für Befreiung bei Schule von Politik und fordert von allen Deutschen hier die Erwerbung des Bürgerrechtes, Er empfiehlt Tilgung solcher Gesetze, welche die Erwerbung des Bürgerrechtes erschweren. Er nimmt Stellung gegen jedwede Beschränkung der EinWanderung gesunder Menschen aus Europa. mit Ausschluß überführte? Verbreche? und Anarchisten. Er drängt zur Löschung alter Gesetze, die dem Zeitgeiste wiedersprechen. Hiermit waren die Hauptgeschäfte der Versammlung erledigt, doch kamen noch folgende andere zur Verhandlung und Erledigung: Zunächst ersuchte Secr. Loeper die Delegaten, dahin zu arbeiten, daß alle hiesigen, dem Verbände und dem Bunde noch fernstehenden deutschen Vereine sich demselben möglichst bald anzuschließcn. Telegat Carl Truemper hielt gleichfalls eine zündende Rede in dem selben Sinne und kanzelte einen deutschländischen Mitbürger gründlich ab, der neulich in einem Zeitungs-Jn-terview erklärt haben soll, seine Kinder brauchten nicht Deutsch zu lernen. Beschlossen wurde die Bestellung von 100 Exemplaren der Prächtig ausgestatteten Festschrift der Verein. Deutschen Gesellschaften der Stadt New York" (Deutscher Tag, 9. Nov. 1902), und werden dieselben von Secretär Loeper zu beziehen sein. Zum Schlüsse hielt Vors. Keller einen mit der verdienten Befteifterung und Anerkennung aufgenommenen, sorfältig ausgearbeiteten Vortrag über Die Errungenschaften des Deutschthums in Amerika," in welchem er zeigte, wie die ein gewanderten Deutschen hier auf allen Gebieten, im Kriege wie im Frieden, ihren Theil und nicht den. kleineren zum Aufbau der glorreichen Republik beigetragen haben, und wie ihr bisheriges Wirken die Gewähr leistet, daß sie auch fernerhin für die Erhaltung und Forderung der Ver. Staaten eintreten werden, während die von den Deutschenhassern beantragte neue Einmanderungs-Bill eine unverschämte Beleidigung der Deutsch-Amerikaner ist. Herrn Keller's Vortrag fand solchen Beifall, daß die Delegaten auf Herrn Truemper's Antrag beschlossen, denselben in Pamphlet-Form drucken zu lassen, und versprach Herr Keller, den selben für diesen Zweck noch genauer auszuarbeiten. Dann folgte eine gemüthliche UnterHaltung, die durch einige kernige Ansprachen und mehrere vorzügliche Ge sangvorträge des altbewährten HoosierQuartetts verschönert wurde.
&on Anolanve.
Eine merkwürdige Auslegung der LexHcinze" ist ton Siegen in Westfalen zu berieten. In einem großen Spielwaarengeschäft erschien von kürzlich ein Polizeijergeant und forderte den Inhaber auf. die im Schaufenster ausgestellten Badepüppchen (etwa 4 Zoll große Figürchen). sofort zu entfernen, da die naaten Figürchcn das sitiliche Gefühl eines öieaener Herrn" dessen Name wurde nicht genannt beleidigt hätten. Dem bis jetzt wohl einzig in seiner Art dastehenden Ansinnen wurde entsprechen. tönernem Freunde kalten Wassers wird aus Tri:r berichtet: Mit Zähneklappern beobachteten vor einigen Tagen viele Leute einen Herrn, der bei St. Marien ein Mojelbad nahm. Er stieg in den Fluß, tauchte unter, kleidete sich wieder an und ging dann, als gelte es einen gewöhnliitt Spaziergang, gelassen von bannen. Der betreffende Herr ist der treueste Badegast, den die Mosel besitzt, er dadet wöchentlich ein- bis zweimal; ist der Fluß am Ufer zugefroren, so haut er sich ein Loch in's Eis. Er hat diese Kur, wie er erklärt, scyon längere Zeit und zwar mit Erfolg zur Bekämpfung hochgradiger Nervosität durchgesetzt. Der überreiche Heringsfang an der englischen Ostküstc hat in diesem Jahre eine eigenthümliche socialökonomische Folge gehabt. Seit Menschengedenken haben nichi so viele Brautleute in den betreffenden Kirchen für den Weihnachtsmonal den Eintritt in den Stand der Ehe beschlossen als Heuer. Es wird aus allen Küstenorten. in denen der Fischfang und namcntlich die Heringssischerei betrieben wird, eine wirkliche Noth der Geistlichkeit berichtet; an einigen Orten hat man zu dem Aushilfsmittel der Massentrauungen gegriffen. Hoffentlich kommt auf diese glückhaften Folgen des Heringsfanges nicht allzu reichlich der Katzenjammer. I n Frankreich wird eine nationale Subscription zur Bekampsung . der Tuberkulose veranstaltet. In dem darauf bezüglichen Aufruf wird hervorgehoben, daß Deutschland 04 Sanatorien besitzt, in denen 23,000 Kranke behandelt werden können, während Frankreich nur zwei solcher Sanatorien hat. Ferner wird an die Nedc des Senators Gotteron erinvtci, der gelegentlich einer Interpellation an den Kriegsminister die Mittdeilung machte, daß in der deutschen Armee innerhalb drei Jahren 1300 Mann, in Frankreich aber im gleichen Zeitraum 10,000 an Tuberkulose gesterben seien. Ein anonnmer Spender bat bereits 200.000 Francs gezeickznet. Ä o n den A u s tt t e g s w e - gcn zur Zugspitze, dem höchsten Berggipftl Teutslands. ist bekanntlich der rurch das Höllenthal der schwierigste. Bis zur Höllenthalhütle geht es an einer Felsschlucht oder nach bayerischer Ausdrucksweise an einer Klamm" entlang, in deren bisher unzugänglichem Grunde der Hammersbach thalabwärts tost. Im Herbst des vorigen Jahres unter großen Schwierigkeiten vorgenommene Untersuchungen ergaden, daß die Scenerie zu den großartigsten der deutschen Alpenlande gehört, und man sucbtc dann die GeldMittel zurErschließung der Höllenthalklamm durch freiwillige Beiträge zusammenzubringen. Im verflossenen Sommer wurden darauf die Wegarbeiten begonnen und bis zum ersten ausgiebigen Schneefall fortgesetzt. In derHauptsache handelt es sich um ziemlich schwierige Sprengungen an den steilen Felswänden des Warensteins. Visher sind 1000 Fuß dieses Felsenweaes fertiaaestellt. Eine b e a m t e n l o s e" Zev. ist plötzlich über das Städtchen Drengfurt in Ostpreußen hereingebrochen. Der Bürgermeister und der StadtWachtmeister sind verzogen, der den Polizeidienst versehende Ällziehungsbenmte starb vor Kurzem, der Mailtrats - Bureauvorneyer fand vor ein:genTagen infolge eines Unfalles seinen Tod, und nun ist auch der Nachtwächter einer Lungenentzündung erlegen. Während dieser beamtenlosen" Zeit ist bisher Alles ohne jegliche Störung verlauke.. . -uentvtn waren tn England 193 Bergleute von der Wearmouth Kohlengesellschaft vor Gericht geladen worden, weil sie an einemTage im November nicht gearbeitet hatten. Die klagende Gesellschaft verlangte von jedem der Leute 5 Schillinge und ?on den Minderjährigen 2 Schill. 6 Pence Entschädigung. Das Gericht hatte über den Grund des Ausstandes zu entscheiden und mußte sich dabei mit einein Aberglauben der Bergleute beschäftigen. Am Abend des 25. November verunglückte ein Bergmann in der Grube, worauf sämmtliche Bergleute die Arbeit niederlegten und auch am nächsten Tage feierten. Der Prä- ! sident der vereinigten Bergleute von urham jagte aus. daß, wenn ein solcher Unfall vorkäme, vor 1 Uhr Mittags die Leute gewohnheitsmäßig an dem betreffenden Tage und auch an dem darauffolgenden Tage die Arbeit einzustellen pflegten. Der Gerichtshof erkannte für Recht, daß die Bergleute an dem Unalückstage die Arbeit eine,litt wMe dieses Reckt aber nickt sur oen oaraussoigenoen a,ag anerrennen und verurtheilte demgemäß die Bergleute zum Schadenersatz, empfahl aber gleichzeitig den Grubenbesitzern, sich mit den Bergleuten über Vorkommnisse dieser Art endgiltig zu verständigen.
Eine neue E i s e n v a h Verbindung zwischen Oesterreich und Oberitalien über den Splügen wird seit einiger Zeit geplant. Jetzt hat sich, wie aus Zürich gemeldet wird, ein italienisches Splügencomite aus 15 Mitgliedern Deputaten, Senatoren und den Bürgermeistern von Mailand, Venedig und Genua gebildet, um in Gemeinschaft mit einem schweizerischen Comite energisch auf den Bau der Bahn, die natürlich auch für den deutsch - italienischen Verkehr von Wichtigkeit wäre, hinzuwirken. Nahezu $150,000 hat drv Hundesteuer im abgelaufenen Etatsjähre utz Berliner Stad'emeinde eingebracht. Im ersten Viertel dieses Jahres waren in Berlin 34,653 Hunde ons,emeldet, doch werden nicht alle versteuert, so die Wch-, Ketten und Z'tgrnir.U nicht. Von letzteren waren trotz aller Bemühungen des Thierschutzlereins noch immer 2,652 im Dienst. Auch die Hunde, die taube und blinde Persl.?.en. zu ihrem Schatz und zur Führung sich halten, sind steuerfrei; es waren "ihrer 521. Ebenfalls von der S:cuer befreit sind die im Besitz des Sialjetl und des Personals der auswärtlgen Gesandtschaften befindlichen s;i!nde (118), so daß insgesamt für
5.634 Hunde keine Steuer beiüi winde. DievekannteNestauration Zur schwarzen Liesel" in BadGastein. ein Lieblingsaufenthalt Kaiser Wilhelms des Ersten, soll unter den Hammer kommen. Das Gasthaus bietet einen der schönsten Aussichtspunkte des vornehmen Bades. Die ursprüngliche Besitzerin der Restauration, ein unter dem Namen die schwarze Liesel" bekanntes Original, zählte früher hohe Persönlichkeiten zu den ständigen Gästen des Etablissements. Kein Sommer verging, ohne daß Kaiser Wilhelm, Fürst Bismarck, Manteuffel u. A. sich eingefunden hätten. Heute zeigt man das Glas des greisen Monarchen und dieKugel, mit der er manchen Kegel zu Falle gebracht. Auch Kaiserin Elisabeth in Begleitung der Erzherzogin Marie Valerie weilte in dem bescheidenen Gasthaus, dessen Glanzzeit mit dem Sode seiner ersten Besitzerin, der schwarzen Liesel", zu ablassen begann. In Wien machte dieser Tage e.in Mann, der einen berühmten Künstlernamen trägt, bekannt, daß er ein photographisches Atelier eröffnet habe und um fleißigen Zuspruch bitte. EL ist d'.es Hans Martart, der Sohn des berühmten Meisters, vor dem einst Wien im Staube lag. Hans Markart hat zwei Kinder hinterlassen, Hans und Grete. Letztere heirathete den Linienschiffsleutnant Baron Koudelka. und Hans hat nun Photograph stubin". Markart sen. hatte Unsummm verdient, aber er vergeudete sie und ließ sich ausbeuten, so daß für die Kinder nur die von der Lebensversicherung ausbezahlte Summe und der Ertrag aus der Versteigerung des Nach lasses blieben, und auch dieses mäßige Vermögen muhten die Kinder mit be? zweiten Gemahlin Markarts, btt Tänzerin Bertha Linde, theilen. De: junge Markart hat sein Atelier mi' zahlreichen Originalskizzen aus be;! Nachlaß des Vaters geschmückt. E i n De n k m a l fü r N i k olaus Lenau soll in Eßlingen a. (Württemberg) errichtet werden. Bild Hauer E. Kiemlen aus Stutgart ha: dazu einen Entwurf geliefert, der av' einfachem Granitsockel die Bronzebüstk des Dichters trägt. Dieser ist na5 dem Oelporträt im Weinsberger Ker' nerhaus sehr glücklich aufgefaßt.' nicht so düster, wie auf diesem Bmbild, beugt er den feingeschnittene' Jtepf sinnend etwas nach vorne; ein faltenreicher Mantel schließt die Büs-e nach den Seiten gut ab. Das Denk' mal soll aufgestellt werden an der Pa norama Straße, die aus dem Neckarthal nach den rebenumkränzten Höhen zum Schloß Serach, dem frühere itz des Dichter - Grafen Alerande' von Württemberg, führt, bei dem Le nau als Gast weilte. Zu den Denk malskosten will der Vater der Idee. Oberbürgermeister Dr. Mülbergc (Eßlingen), Gaben sammeln von allen Lenau - Verehrern in deutscher Landen. Ein Auf sehen erregender Mordprozeß hat sich unlängst ii Liverpool abgespielt. Vor den dor tigen Assisen mußten sich zwei Dienstmädchen im Alter von 20 und 17 Jar ren wegen Ermordung ihrer Herrw. eines wohlhabenden greisen Fräulei?. verantworten. Die beiden Angeklagt ten, Ethel Rollinson und Eva East' wood, gaben im Verhör zu, das Ver--brechm begangen zu haben, sie hätun die alte Dame mit Kopfkissen erstick', weil Miß Marsden so hieß die Ei" mordete sie habe hungern lassen und sie auch sonst schlecht beHandel' hätte. Als die Jury nach halbstündiger Berathung zurückkehrte, verkündete sie das Verbiet: Schuldig des Mordes!" Die Rollinson stieß einen durchdringenden Schrei aus und sank ohnmächtig in die Arme einer Gefängnißwärterin. Sie kam jedoch bald wieder zu sich, und während Thränenströme über ihr Gesicht rannen, rief sie immer von Neuem in verzweiflungsvollen Jammerlauten nach ihrer Mutter. Man mußte die Unglückliche aus dem Saal tragen, in dem besonders unter dem weiblichen Publikum große Bewegung herrschte. Die jüngere Verurtheilte verbarg schluchzend ihr Gesicht im Taschentuch, bewahrte aber im Uebrigen ihre Fassung.
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