Indiana Tribüne, Volume 26, Number 120, Indianapolis, Marion County, 12 January 1903 — Page 7
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- - kk iT-f. ,f ,s ,s , , U j tt 44 Ö Acr Wackfisch Kasten ,?, 4$ ,,, ,T. tJ. TY Tt TT 4 Jr (Fortsetzung.) Ö.. II iBI i Utto verbeugte sich. Ein fragender Blick streifte dabei Daisy. Inzwischen war Erich mit Egon und Anna vor das Porträt getreten. Erich begann sofort mit verschiedenen Aussetzungen. Das linke Auge sitzt schief." Sitzt absolut richtig." Warum sind denn die Mundwinkel so ein bischen in die Höhe gezogen?" Weil die Daisy ein freundliches Gesicht macht. Sie lächelt." Sie lächelt mir zu viel." ' Egon gab dem Bruder einen sanften Schups. Du bist unausstehlich. Rechtsanwalt. Ich werde mir )eine nächste Verbrecherrede auch so zu glossiren erlauben." Die Kritik ist immer furchtlos." scherz bei Seite." wandte Anna ein. ich finde die Aehnlichkeit frappirend." Ist nicht die rechte Backe etwas dicke? als die andere?" fragte Otto. Nun wurde Egon wild. Geht alle hinaus!" kommandirte er. O Apelles und Praxiteles, welche Banausen! Eine dicke Backe! Wo denn? Da die Linie? Das liegt an der Beleuchtung. In solcher Beleuchtung hat man immer eine bischen dicke Backe. Anscheinend natürlich nur. Das ist eben das Künstlerische. Ich gebe die Natur so vollendet wieder, daß sie förmlich widernatürlich erscheint. Nee das ist Unsinn. Ich verfeinere die Natur und schöpfe aus der Verschiedenheit ihrer Lichteffekte neue Wirtungen. Das ist brillant gesagt" Und dabei doch auch tiefsinnig," meinte Daisy. Blödsinnig tief. Jetzt muß ich aber dringend bitten, mich zu verlassen. Bis auf Daisy. Daisy, die letzte Retusche: eine halbe Stunde. Die Backe gefällt mir wirklich nicht. Du mußt sie aufgeblasen haben." Dann," sagte der Rechtsanwalt, wir laen Dich allein mit einem leichtsinnigen Künstler " Ich werde lieber dabei bleiben," fiel Anna ein. Nein!" schrie Egon. Ich komme sonst nicht zu? Ruhe. Die letzte Hand ist das Wichtigste." .."aisy," fuhr Erich fort, wenn der Peinteur die Gelegenheit benützen sollte. Dir eine Liebeserklärung zu machen. so springe zum Fenster und rufe um Hilfe." Aber laut," setzte Anna hinzu. Wir stürmen dann die Bude und tauchen Egon in den Weiher, damit er sich abkühlt. Ich kenne den Weiher. Er wirkt auf die Nase " Nun gingen sie, und Egon trug die Farben auf seine Palette auf. Nach dem Mittagessen sollten Erdbeeren für die Bowle am Abend gepflückt werden. Aber alles war faul und erklärte sich gegen jedwede erschöpfende Thätigkeit. Pfui," sagte Daisy. genießen wollt Ihr, aber arbeiten nicht. Otto, sei der Kavalier nach dem Buche vom guten Ton und begleite mich." Otto war sofort bereit dazu. Anna blinkte Egon und Erich mit den Augen zu. Laßt sie," wisperte sie, laßt sie nur gehen. Jetzt kann es zur Ausspräche kommen." Erich fuhr auf. Was heißt das? Zu welcher Aussprache? Sollen denn die verflixten Kuppeiversuche von Neuem beginnen?" Erich, ich verbitte mir diese Ausdrücke," erklärte Anna scharf. Es handelt sich bcrun, dem armen Kerl, dem Otto, da eoen ein wenig erleichlern zu helfen. Um nichts anderes." Und mit trotzig hochgeworfener Oberlippe und beleidigter Miene verließ sie das Simmer. Erich zuckte mit den Schultern. .Meinetwegen mag sie borstig sein," meinte er. ..Ich habe mit Absicht einen scharfen Ausdruck gebraucht. Er sagt as Richtige. Es geht mir wider den Strich, die Daisy immer nur als Heirathsprojekt betrachtet zu wissen. Das verdient sie nicht." Davon ist auch keine Rede mehr." mtgegnete Egon. Ich theile Deinen Standpunkt. Freilich" und er kniff )as eine Auae schelmisch zu und lächelte es ist mir immerhin auffällig, 'oafc Du mit etwas heftiger Ritterlichken für die schöne Daisy in die Arena sprengst. Ench Kronensohn sollte in Deinem verknöcherten Juristenherzen Bitte, nion eher," siel Erich ab wehrend ein, erspar Dir Deine Witzeleien. Im Uebrigen will ich Dir eins faqen: Heirath' ich einmal, was mir noch sehr fraglich erscheint, so werde "ich ganz gewiß den Neigungen meines Herzens, aber nicht denen meines Portemonnaies folgen." Dreimal bravo! Und wiederum theile ich Deinen Standpunkt und bin der Ansicht, daß unsere lieben Ahnen. Gott habe sie selig, damit ganz zufrieden sein können. .Was?"
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ii. TT ? zz zz n n -3 H(fmc frus)sics)c Sommcrocscöiriitc ton Feöor von Zobel!:!? -- . !, , ' ! w ff st -4 .T..Ti ,s, II D. 4 U l tt . r ff 44 tt H Er hielt dem Bruder die Rechte hin. Der schlug cm Ich denke," erwiderte er lachend. Daisy hatte sich inzwischen ihren großen Hezoländer aufgesetzt, ein Körbchen unier den Arm genommen und war mit Otto nach dem Erdbecraarten aeaanaen. mm kann? Tu plaudern." sagt: sie. während Du mir beim Pflücken hilfst. Erzähle mir, was Du machst und wie es Dir ergeht." Also erstens: ich thu' meinen Dienst; und zweitens: es geht mir immer gleich w:nig gut. Und nun paß auf, Kousine. Ich habe gerade die Kniee gebeugt, um Dir zu einer wunderschönen 5mlg Alkcrt zu verhelfen. Da wir ganz allein sind und kein Mensch in der Nähe irnb nur das Wehen der Mittagsgöttin um uns, so will ich gleich liegen bleiben und bitte Tich ergcbenst, ebenfalls näherzutreten" Er fängt gut an." sagte sich Daisy; aber was soll weiter kommen: eine Erklärung in aller Form oder ein Pump? Ich werde auf beides gefaßt sein " Und laut entgegnete sie: .Hier siebe ich und kann nicht anders, ich fragen, was Du außer der Albert da unten noch suchst?" Darf King Da wurde Ottos Gesicht bitter, und er erwiderte ernst, fast brummig: Ich will feierlich um Deine Hand anhalten. Kousine Daisy." Sie beherrschte sich und lachte fröhlich, schob chren Helgoländer tiefe? in die Stirn und half Otto empor, indem sie seine Arme faßte. Steh auf. Freiersmann. Es thut mir um Dein? Beinkleider leid. Und die Sonne sticht. Die Sache fängt ernsthaft an und kann lange dauern. Suchen wir daher den Schatten auf drüben, unter dem Nußbaum." Otto folgte ihr gehorsam. Beide setzten sich unter den Nußbaum. Dann :ecktc Dayy eine Erdbeere in den Mund und fragte: Also heirathen möchtest Du mich?" Nein," erwiderte Otto. Aber hieltst doch soeben um mich an. komischer 51erl?" Gewiß; um den Wünschen memer Mutter und des Onkel Fritz entgegenzukommen. Ein Possenspiel, Daisy. Ist nicht das ganze Leben ein Postenspiel?" Sie nahm seine Hand und drückte sie. Otto, Deine Freundin möchte ich werden," sagte sie, nicht Deine Braut. Ich weiß, man hat uns zusammenschmieden wellen aus .idealsten Motiven' natürlich. Und es ist wacker von Dir, daß Du auch in Kummer und Aengsten Deine eigenen Wege einhüllst. Aber nun sprich Tich aus: Du sitzt arg in der Patsche?" Ci wird Dir nicht fremd sein. Es gibt nur einen einzigen Strohhalm für mich" Die guie Partie?" Ja " ''lind wolltest mich doch nicht?" Nein. Hab's hin und her überlegt. Ganz offen, Daisy. So eine strahlende Anmuth macht skrupellos. Aber nein D i ch nicht! Es wäre mir wie ein Verbrechen erschienen. Gerade Du Tu. Mein Gott, noch bricht ja nicht alles über mir zusammen. Es bröckelt erst auf allen Seiten. Es tappen ja auch noch Andere herum noch andere reiche Mädel und es gibt Milderungsgründe " Nein. Otto, die gibt es nicht. Niedrigkeit der Gesinnung entschuldigt man nicht. Was nun, wenn Du eines Tages ein armes Mädchen lieb gc.vinnst?" Tas ist ein Luxus', den ich mir nicht gönnen darf." Taisy knipste eine häßliche Raupe von ihrem Kleide. Otto, so geht es nicht weiter. Dir muß geholfen werden. Ich werde mit meinem Vater sprechen. Er ist Dir genau so nahe verwandt wie Onkel Fritz und" Aber sie kam nicht weiter. Wie ein Rasender war Otto aufgesprungen, roth im Gesicht und mit funkelnden Augen. Taisy." rief er. ..was sprichst Du da? Du willst Deinem Vater doch nicht etwa nahe legen, mir mir " Dir zu helfen." vollendete Daisy ruhig. Ist das unter den obwaltenden Verhältnissen denn gar so gcfährlich?" .Gefährlich? Herrgott, Daisy. Taisy, schau meinen Rock an schau mir in's Gesicht! " Er war furchtbar erregt. Die Worte sprudelten über seine Lippen. Für was haltst Du mich? Dein Vater m i r helfen? Hinter dcsscn Namen in der Chronik wir ein Kreu aemacht den wir gründlich verachtet haben der für uns todt sein sollte, weil" Er stöhnte. Ein Almosen wär' das und eine Gnade Daisy, ich aber bettle nicht, und gnädig darf nur mein König mir sein. Das wäre die tiefste Erniedrigung! Lieber Gott eine reiche Frau
da kann man viel gut machen kann sie lieben lernen und lieben lehren ach, ich weiß, auch das sind nur zache putschn lvigungen! Aber von Deinem Vater, gerade von ihm so eine milde 'Sahe nein, Daisy lieber die höchste üioth und lieber die einfachste Erlösung? Er schob seine Mütze in den Nacken. Sei mir nicht böse. Daisy. Ich werde so leicht erregt. Dies Leben in her Schwebe zupft an meinen Nerven. Kann ich Dir noch helfen? Latz mich lieber gehen. Ich will mir bei Finck ?inen Gaul holen und durch den Wald Carrieren. Das wird mir gut thun." Sie nickte. Geh. mein Junge. Ich vauzi) Dich ja. Ich würde Nicht anfers handeln. Aber trotzdem: ich Hab's gut gemeint." Da beugte er sich zu ihr herab und küßte ihre Hand. Ich bin Dir mit tausend Vorurtheilen cnlqcaenqctreien, Daisy ich
bitte ab. Du wolltest meine Freundin werden sei es! Bist i , rt ri ,:av V-- , V - u tr uvt iuuilich. dann schone meine Ebre und Scham und laß mich nicht roth werden oor mir selber. Kein Wort zu Deinem Vater, Taisy, von dem geplanten Almosen " Wer hat von .Almosen' gesprochen, Otto?" Er stampfte mit dem Fuße auf.' Was wär' es Besseres? Ich will nicht ich will nicht! Daisy. Du schwörst mir " Ich verspreche Dir, Dich Deinem Schicksal zu überlassen. Bist Du zufrieden?" Er reckte sich. Ja. Nun addio!" Und er schritt eilends davon. Wo blieben die Erdbeeren? Taisy schien sie vergessen zu haben. Daisy saß still und unthätiq unter dem Nußbaum, lehnte sich dann nach hinten zurück und starrte in das Grün hinein. Ein einzelner Sonnenstrahl zitterte durch das volle Laub, und in seinem Golde tanzte :in Schmetterling auf und nieder. Daisy schloß die Augen. Faulpelz!" rief Annas Stimme. Taisy fuhr in die Höhe. Hab' ich geschlafen?" Ich denke ja. Und ganze drei Erdbeeren im Körbchen." Hilf mir, Anning! Ich schäme mich." Anna nickte vom Zaun aus, öffnete die kleine Thür und sprang in die Beete. Nun aber flink und huschhusch! Sag. Taisy, wie war's? Hat er?" Nein, er hat nicht." Gar nichts?" Gar nichts." Dann läßt er's!" rief Anna ärgerlich. Wenn er so dumm ist und kann nicht einmal den Mund aufmachen, muß er sich eben allein zu helfen wissen." Das wird er, Anna. Und noch eins: der kommt auch ohne reiche Frau durch das Leben. Aber erst muß er über die Katastrophe hinaus sein. Je früher sie eintritt, um so besser für ihn." Anna schüttelte den Kopf und antwortete nicht. Sie begriff Otto ebenso wenig wie Daisy. Als Daisy in das Herrenhaus zurückkehrte, kam ihr er Vater mit der soeben eingetrosfenen Post entgegen. Mancherlei für Dich, mein Kind, sagte er und gab ihr ein umfangreiches Kouvert. Und leise fugte er hinzu: Die Abschriften der Protokolle aus New York. Aber ich denke, Du läßt erst den Geburtstag vorübergehen Sie nahm stumm die Akten entgegen. Nun war es gewiß: sie war die Herrin von Hohenwarte. Aber ihr Herz schlug nicht rascher als sonst. 11. Kapitel. A nna und Taisu schliefen nisammen in einer großen Fremdenstube nach dem Parke hinaus, die aus nicht erweisbaren Gründen die Wolfsgrube" genannt wurde. Es war ein mächtiges Zimmer und hatte eine Tapete, auf der sich das Muster einer Jagdszene ständig wiederholte. Unter den gejagten Thieren befand sich auch ein Geschöpf, das wolfsähnlich aussah und den Rachen sehr weit aufriß. Vielleicht kam daher der Name des Zimmers. Am 22. Juli war Anna die Erste, die aufwachte. Erst blinzelte sie mit den Augen, legte sich auf die andere Seite und wollte weiterschlafen. Aber dann fiel ihr ein, daß heute ihr Geburtstag fei. Das gab ihr den Muth, die Augen weiter zu öffnen. Sie schaute gedankenlos über die Jagdszenen an der Wand, über die ewig galoppirenden Reiter und das ewig fliehende Gethier, verfolgte den Flug einer Fliege und schaute schließlich neugierig nach dem zweiten Bette hinüber. Daisy schlummerte noch fest. Ueber Annas Gesicht flog ein lustiger Ausdruck. Sie schlüpfte aus dem Bett, sah nach der Uhr und schlich sich zu Daisy. Sie küßte sie zuerst auf die Stirn, dann auf die Nase und schließlich auf den Mund. Und jedes Mal sagte sie dabei: Gratulire gratulire gratulire " Daisy wachte auf und umarmte sie. Gratulire zurück, mein Schatz. Alles Gute und Schöne. Alles, was Du Dir wünschest." Ach, Daisy, das ist zu viel," antwortete Anna, sich auf das Bett der Kousine setzend. Alles, was ich mir wünsche. Ich wünsche mir sehr viel. Seeehr Diel! Ich wünsche mir zuerst " .Ich weiß es." Anna wurde roth. Daisy, Du neckst mich immer. Was weißt Du? Nichts weißt Du. Ach vielleicht dock! " Sie verbarg ibr Ge-
Ilcvt'lm Kopsisssen. Bas ganze Gesichtchen glühte. Dann fiel ihr etwas sehr Wichtiges ein. Daisychen, ich habe natürlich auch ein Geburtstagsgeschenk für Dich. Aber natürlich ist es nicht fertig geworden. Und natürlich ist es eine Stickerei." Ehe Daisy antworten konnte, wurde es unter den Fenstern lebendig. Munk! Hurrah!" jubelte Anna und quirlte im Zimmer umher, ein Ständchen! " Wahrhaftig, es war so. Otto war so aufmerksam gewesen, sich von seinem Kommandeur das Musikkorps der Dragoner zu erbitten. Die Trompeter waren in aller Frühe mit dem Krümperwagen eingetroffen und nun bliesen sie darauf los. erst einen Ehoral, dann ein paar Lieder und schließlich einen lustigen Tanz. Währenddessen kleideten sich die Mädchen an. Man rief bereits nach ihnen. Die Stimme Onkel Nantes wurde laut: Langschläfer! Backfische! Geburtstagslämmer! Wo steckt .br denn?" Ursel Nante," sagte Anna und pruschte noch in der Waschschüssel. Der ist auch schon da. Daisy, bist Tu fertig? Ich bitte Dich, mache das Fenster auf und trete in Erscheinung. Winke gnädig ab oder bedanke Dich. Gnädig ist besser. Das steht Dir immer gut. Du hast etwas Königliches
oder mindestens Ladyhaftes. mo öffnete Daisy nunmehr Rouleau und Fenster und ließ eine angemesscne Rede von Stapel. Unten standen nicht nur die Musikanten, sondern auch Onkel Nante. Egon. Erich, Otto, Käthe und der Rentmeister, und alle Sechs hatten Rosenbuketts in den Händen. Die Gratulationskour in der Halle währte geraume Zeit. Die beiden Mädchen wanderten von Hand zu Hand. Die Väter und Bertlippchen kargten nicht mit Küssen, auch Käthe nicht, die wie aus dem Häuschen war; Onkel Nante und die jungen Herren begnügten sich mit Handküssen. Das wagte der Rcntmeister nicht. Er verbeugte stch nur, den Hut von Pyrmont in der Hand, und sagte: Eine bekanntliche Redensart an sollichen Festivitäten äußert 'gewöhniglich etwas vom Füllborn des Glückes, meine hochverehrten Fräuleins. Dies will ich nicht wiederholen, indem daß ich ein abgesagter Feind von sobenannten Abgrajungen bin. Doch daß ich etwas Aehnliches denke, dies kann mir Niemand nicht verwehren, und so sage ick denn nur nach althonoriger guter deut, scher -Weist': Gratulor, meine gnädigen Fräuleins alle beiden." Und dann schüttelte er die Hände von Taiszi und Anna, daß sie rothe Finger, chen bekamen. Selbstverständlich wurden vor dem allgemeinen Frühstück noch die Geburtstagstische in Augenschein genommen. Da gab es nun Ahs und Ohs und Staunen und Bewunderung und hellen Jubel. Egon hatte Daisy wirklich das Porträt aufgebaut und es mit einem hübschen lebendigen Rahmen aus Blumen und Weinblättern geschmückt. Du ?" sagte Daisy; ich nehme es geschenkt bon. Aber Tu wirst mir ein Gegengeschenk erlauben " Anna hatte von Daisy Wäsche und vom Onkel Ernst eine goldene Uhr bekommen, die sie sich längst gewünscht hatte, von ihrem Vater allerhand Nützliches und von Onkel Nante ein Tagebuch mit automatisch sich regulirendem Kalender auf der Teckelseite, allerneuestes Patent und flog nun einem nach dem anderen um den Hals. Endlich erlaubte sich der General die Bemerkung, daß sein Magen auf die Frühstücksstunde eingestellt sei. Es Vrntrh irntr hrr tnhTt rf rii rSsritrf I IVUi W UI14VI v i it1 v a M . : - und war ein langer Tisch. Obenan saß der General und trank aus Gesundheitsrücksichten Kneippkaffee. Aber er genoß das gräßliche Getränk mit wohlgefälligem Schmunzeln. Es war doch hübsch, daß man wieder einmal alle Lehns auf der alten Scholle zusammen hatte. Freilich, zwischen dem und jenem saß die Sorge; aber heute wenigstens wollte man nicht in ihr graues Faltengesicht sehen. Der heutige Tag gehörte der Jugend und das war die Zukunft Noch während des Frühstücks kam Hasenpfeffer mit der Morgenpost. Die schwarze Positasche war diesmal stattlich gefüllt. Vor den Geburtstagskindern häuften sich die Briefe auf. Der ganze Backfischkasien hatte ihrer gedacht. Sie rissen die Briefe auf und riefen sich gegenseitig zu, von wem sie kamen. Du, Anning, von Herzog Botho dem Sechsten!" Vom alt?n Warwick. Daisy!" Anning, vom Herzog von York!" Von Laneaster, Daisy!" Seh' mal einer an," sagte Onkel Nante, das ist ja die ganze englische Geschichte. Haben denn die vielgeliebten nnd theueren Sanktissimas aus dem Kloster Bützow nicht gratulirt?" Jawohl." schrie Anna. Tante Fiekchen hat geschrieben, kurz, aber sehr nett. Hört zu: .Liebe Geburtstags kinder; zugleich im Namen von Tante Rikchen. die etwas unpaß ist, weil sie gestern Abend noch nach Sonnenuntergang sich nach den Reineclauden umge-. sehen hat. von denen jetzt viel gestohlen wird, sende ich Euch allerherzlichste Glückwünsche. Möge der liebe Gott Euch auch im neuen Lebensjahre unter seinen gnädigen Schutz nehmen für und für. Grüßt alle Anwesenden bestens und bestellt dem Herrn Kandidaten Sling meine Empfehlungen. Eure Tante Fiekchen.' " Als Anna ausgelesen batte, erhob sich unten an der Tafel Master Sling und sagte nicht ohne Bewegung und einen
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Das befte Heilmittel in der Welt. I 25 und 50 feierlichen Beiklang im Ton: SBenn mir das gnädige Fräulein unterthänigst und bescheidcntlich verstatten dürfte, eine Biitc auszusprechcn, so würde es die sein, in dem Antwortschreiben des gnädigen Fräuleins gütigst bemerken zu wollen, daß ich die Empfehlung des gnädigen Fräulein Tante mit inniger Dankbarkeit entgegengenommen habe und eine gehorsamste Empfehlung in schuldigen'. Respekt zurückzusenden mir in Gnaden erlaube." Dann setzte er sich nieder, fischte ein Lindenblattchen aus seiner Theetaffe und machte danelbe merkwürdig ausdruckslose Gesicht, das ihm immer eigen war. Der General steckte voller Vorurtheile gegen den harmlosen Methodisten. Wenn Sling sprach, was in Gegenwart Anderer als Bills allerdings selten genug vorkam, dann begann der General nervös zu werden. Er bekam Kribbeln unter den Fußsohlen und zuckte mit allen Fingern. So auch diesmal. Er schob seinen Stuhl zurück und hob die Tafel auf. (Fortsetzung folgt.) E ine große Rattenvertilauna fand unlänast im Beisein des Geheimraihs Professors Dr. Koch aus Berlin als Vertreters des kaiserlichen Reichsgesundheitsamtes auf dem im Hamburger Hafen liegenden Packetfahrtdampfer Bulgaria" statt. Es galt hierbei die Erprobung eines neuen Apparates. Zu diesem Behufe waren unzählige von Ratten vom tropenhygienischen Institut in Hamburg an Bord des genannten Dampfers gebracht und in den verborgensten Winkeln der einzelnen Schiffsräume in kleinen Käfigen Plazirt worden. Sämmtliche Thierchen wurden in einem Zeitraume von Morgens zehn Uhr bis Nachmittags fünf Uhr durch die Gafe des Apparates getödtet. Professor Dr. Koch, welcher nach beendigter Probe als Erster die Schiffsräume durchsuchte, um das Resultat genau festzustellen, hat den Apparat als zweckentsprechend bezeichnet. Der schlaue Gutsbes i tz e r. In einem koburgischen Dorfe hatte ein Gutsbesitzer seine liebe Noth mit seinem Nachbar, dessen Hühner durch den defekten Gartenzaun hindurch bei ihm täglich zu Gaste waren und ihm seine sorgfältig hergerichteten Sämereien zerscharrten. Er hatte den Bauer schon wiederholt gebeten, den Zaun auszubessern, immer aber die Antwort erhalten: No ja, wenn mar mol Zeit hamm, werd's emol gemacht." Es kam aber nie dazu, und da er um des Friedens willen keine ernsteren Mittel anwenden mochte, war er schon dabei, sich resignirt in das Unvermeidliche zu fügen. Da kam ihm plötzlich noch ein guter Gedanke. Er entnahm der Äorrathskammer zwei große präcktige Eier, die eben erst gekauft worden waren, ließ sie seine Kleinste zu dem übelwollenden Nachbar tragen und diesem ausrichten, da wären die Eier, die seine, des Nachbars Hühner, im Garten gelegt hätten. Der Bauer machte ein verdutztes Gestcht und sagte kein Wort. Am anderen Morgen aber war der defekte Gartenzaun reparirt! Der König der Schlafst e l l e n d i e b e. Eine Geißel für Berliner Ver mietherinnen ist ein Schlafstellendieb, auf den die Kriminalvolizei nun schon seit Monaten Jagd macht, ohne ihn fassen zu tönnen. Bei den Leuten, die durch Schilder an den Hausthüren anzeigen, daß sie ein möblirtes Zimmer oder eine Schlafstelle zu vermiethen haben, erscheint ein circa 30jähriger, gut gekleideter Mann und erzählt zum Beispiel, daß er der Postassistent Kühne aus Magdeburg sei, der soeben nach Berlin versetzt wurde, und ist bereit, eventuell einzuziehen. Er miethet ohne eine Anzahlung zu machen, und geht danü fort, umsein Gepäck zu holen. Nach kurzer Zeit erscheint er wieder mit einem riesigen Karton, an dem er schleppt, als ob er centnerschwer sei. Durch die Angäbe, er wolle reine Wäsche anlegen, entfernt er d'.e Wirthin. Er verschließt alsdann die Thür und beginnt in aller Gemüthsruhe, mit Nachschlüsseln die Behältnisse zu öffnen, aus denen er alles Werthoolle stiehlt. Bei seinem Weggänge trägt er dann der Wirthin auf sie möge seine bald anlangenden Uniformstücke sofort reinigt und in den Kleiderschrank hängen. Mit diesem Bescheid verschwindet er auf Nim merwiedersehen. Ter zurückgelassene rie'ge Karton bleibt uneröffnet zurück, er ist mit altem Papier gefüllt.
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el. Schmerzen, wie Etablirt seit 50 Jahren. IknM Gros;,. Feuer Signale. 4 Pnmfylv und arkt 5 English'S Opern-Hau Last und New York 7 Noble und Nichigan 8 N. Jersey u. Maff WH 0 Pine und North 10 Mavket und Pine 11 Vermont nah Eaft 12 Nz. 8 Spritzenhaus . Aass, v nahe Noble 13 Derware und Walnnt 14 N. Jersey u Eeniral A. 1b Mafs. und Corncll Äv M Ash und II. Straße 17 Part Ave und 12 Etr 8 Columbia undHiUfld 19 Higbland Ave u. Pvatt 1 Jlt noiö und St. Joe 23 Pennsylv. und Pratt 4 Meridian und 11. Str 25' No. 5 Spritzenhaus 16. nahe Illinois 26 Senate Ave u. StElair 27 Illinois und Michigan 2? Pesyivania und 14. 29 Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Spritzenhaus JndAvenaheMichigan 32 Meridian und Walnut 34 California u Vermont 35 Blake nd New Dort 36 Id. Av. u. St Clair 37 City Hospital 33 Blake und Norty 39 Michigan und Agnes 41 No. 6 SpritzenüauS Washington nahe West 42 Gftndorf u Wash. 43 Missouri u New Kort 45 Meridian u Wash 46 Illinois und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 48 Kmgan'S PorkbauS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Etr 51 No. ia Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 53 West und South 54 West und McCarty 56 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Nav 5 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Mor.-iS 59 Madison Av.uDunlop 61 No 2 Hakm Leiterhaus South nadr Telawar S2 Penn, u Merrill 63 Telaware u. McCartv 4 afi undrch 5 New Jersey u. Merrill 7 Birg. v. u Bradshaw 68 Eaft und Prospekt 9 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Bir Ave. naye Huron 72 East und Georgia 78 Cedar und Elm 74 Tavidson u Georgia 75 Cnglish Av. u Pine 76 Ehelöy und Bates 7? No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby 79 Fletcher Av. u Sbelbv 81 Market ,u. New Jerst, 82 Telatvare und Wash. 83 East u Washington 84 New York u. Davidsor 85 Taubstummen Anftalt 86 Ver. Staaten Arsenal 87 Orental und Wash. 89 Frauen-Resormat. 91 No. 13 Spritzenhaus Marvl2nd nahe Mer. 92 Meridian u. S:,rgia. 93 Meridian und Sourh I9 Park Ave und 1. 21 CatHtel Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Michigan 14 Illinois UNd 20. 215 Senate Av? und 1. 21 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian nd I. 18 Capital Ave und 26, 219 Broadwav und 10. 31 Illinois und McLean 234 No. 14 Crrttznchau Aenwood und 30. 235 Illinois und . 236 Annetta und so. 37 No. 9. Epritzenhiu Udcll und Raoer 38 Hdal Ladder Wort's 39 Jjabel und 7. 241 Meridian und 24. 4i Illinois u St. Clff' 243 Cldrioae und 23. 812 West uud Walnut 13 West und 1. 14 Howard und 1. 15 Torbet und Pack 316 Capital Ave und 10. 17 Northwestern Ave u 1 313 Gent und 18. 31 Canal und 10. 8 Ccrealine Works 324 Vermont und Lyn 325 Bismarcku Grandvie 826 No. 20 Spritzenhaus Hauqbville. 827 Michigan u. Holmes. 28 Michigan u. Concert 841 West und Mcntyr? 412 Missouri u. Marvlanl 413 Missouri und Ohio 415 Cavital Aveu Georqw 416 Missouri u L,ntuckv S 417 Senile Ave n. Was, 421 P und irti' ui 23. Waftinat.. 423 Irrm-Hoital. 424 M .ev Are u. J D uit? 426 Wasb. und Harris 126 No. 18 Sprihcnhcns 52. Washington 427 O'.ivcr und Birch 428 Oliver und OSgood 429 Rordyte und Dort 431 Hadlcy Ave u. Morc 432 Niver Av u. rük j4 River Av mm Ratz 435 Hardlng u. Big 4 R Si 436 Harding und Olive, 437 No. 19 Spnt)env7 "i?wriä nn "-- 3 488 Howard urtbBa 499 Sink 451 Reisn und Ukr 452 Howard und Le, 453 Morns und Ä0PW5 456 Landest und BeirnU 457 Nordyßk Av u. Van on WorkS 612 West uud Roch 613 entuckv Av u. MerrS 614 Meridian und ?Aon 616 Illinois und ansas 617 Morris und Dakota 618 Morris und Church 519 kapital A. u McCarty 621 Meridian und Palm 623 Pine un' Lord 524 Madlsor Ave u kincsk 6 Meridic.n und BltR 627 Carlos und Rav 628 Meridian und Arizona 629 Meridian u. Ravmond 531 Meridian u. McCarty 532 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe oft McAcrnanund Dough, 618 Cast u. 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Ersten s Schlag, zweiter Alarm, stweitm 2 Schlag, dritter Alarm, Dritten 2 Schlag, vierter Alarn. l--l, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 8 Schlage, Wafferdruck ab. 12 Schlag, 12 Uhr Mittags. Die so bezeichneten Siana. werben nur vom Tlfurm Wachter angegeben da an dn betreffend Etrah kreuzunge frint AlarmtÄften angebracht find.
