Indiana Tribüne, Volume 26, Number 119, Indianapolis, Marion County, 10 January 1903 — Page 7
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ptt WackfischKasten . .,. .st. t S n n n tt ß t mlwmim TV ml mklr ml Jr "t(Fortsetzung.) Ja; warum soll ich es leugnen? Papa, es ergeht mir seltsam. Es muß ein Geheimniß um dies Stück Erde sein. Hier wandeln Gespenster. Nicht um Mitternacht und nicht die berühmte schwarze oder weiße Frau; im hellen Tageslicht und im Sonnenschein, draußen im Park und hier im Schlosse und auch ans dem Burgberg. Diese Gespenster haben mich eingefangen. Hast recht: ich bin wirklich wie ausgewechselt. Ich habe meinen praktischen Blick verloren und die amerikanische Nüchternheit. Auf kleinen romantischen Neigungen hast Tu mich ja schon manchmal ertappt. Aber hier umspinnt mich die Romantik mit dichten Schleiern. Ich möchte sie zerreißen; ich möchte mit den Kugeln der gesunden Vernunft in diese Spinnennetze der Tradition schießen. Aber ich kann es nicht. Liegt wirklich eine gewisse Mach' im Wesen der Tradition und eine berechtigte? " Der alte Herr setzte sich. Er lächelte; aber nicht sehr befriedigt. Ein klein wenig Bitterkeit war dabei. Liebes Kind," antwortete er. sagte ich ja oder nein es wär' nur ein Streit um Worte. Die Tradition ist wie die Kugel am Fuß, die der Galeerensklave nach sich schleppt. Sie ist aber auch ein holder Traum. Für die Ahnen da unten in der Kirchengruft leben wir nicht; wir leben der Gegenwart und der Sorge für die Zukunft. Den Ahnen die Pietät; uns die Arbeit die Arbeit, die den Mann macht und die nur grenzenlose Thorheit von der Tradition abhängig machen kann. Ich verstehe ja Dein Empfinden und freue mich darüber. Auf diesem Boden wachsen geheimnißvolle Blumen, die selben nur wir, die wir Lehn heißen. Es sind die Blumen der Heimath, und es ist allzu begreiflich, daß ihr Duft Dich berückt. Ich bin nicht Kosmopolit genug, das belächelnswcrth zu finden. Auch mir ist die Heimath theuer. Aber ich habe sie aufgeben müssen und habe eine neue Heimath gefunden. Gehörst D u nicht auch dorthin?" Daisy antwortete nicht sofort. Es schien, als sinne sie über etwas nach. Doch nickte sie lebhaft, gleichsam, als wolle sie einen rasch auftauchenden Gedanken ebenso rasch wieder vrrscheuchen. Ja gewiß gewiß, Vater. Aber aber Hohenwarte gehört mir doch nun einmal gehört mir nach dem Willen der Großmutter!" Ernst wiegte den Kopf hin und her. Ich weiß nicht, ob das in der That der Wille der Großmutter war. Jedenfalls habe ich Deinen Willen erfüllt. Es ist wohl zweifellos, daß Dir Hohenwarte zugesprochen werden wird. Und dann kannst Du Deine nilde Hand aufthun und es großmüthig Anna schenken oder wenn Du willst" Tarauf antwortete Daisy gar nichts. Sie hing sich an ihres Vaters Arm und entgegnete: Warten wir's ab und sprechen wir von etwas anderem " Am Abend dieses Tages ergingen sich die beiden alten Herren im Parke. Der General hatte seine Cigarre angesteckt, Ernst seine kurze Pfeife. Ein kurzes Gewitter hatte am Nachmittag die Hitze abgekühlt. Am Weiher quakten die Frösche; in der Ferne sang eine Nachtigall in den Syringen. Ja, so ist es," sagte Ernst. Ich kann es nicht ändern, Fritz. Aber ich hoffe es durchzusetzen, daß Daisy dennoch freiwillig verzichtet." Wenn sie nicht doch noch den Oito nimmt. Ach, Ernst, es wär' schon das Beste und würde viele Wunden verbinden und die Gegensätze überbrücken und die Familie wieder einen wie einst. Ich werde Hohenwarte ja gar nicht halten können und nun denk an die Zukunft! Wenn die Anna einmal heirathet; wenn sie einen anderen Namen annimmt und sicher ist es doch auch noch nicht, dan sie einen reichen Mann bekommt. dem die Verwaltung von Hohenwart? remerle? Schwrlg!:lten macht. Die Kette am Fuß." dachte Ernst, aber er sprach es nicht aus, sondern entgegnete: Fritz, ich habe Dir schon damals, als Du mir die erste Andeutung in Bezug auf die geplante Mariage machtest, geantwortet: ich bleibe seitwärts stehen. Das ist mein StandPunkt auch heute noch. Ich lasse der Daisy freie Wahl; ich beeinflusse sie nichi; ich habe auch die leiseste Anspielung unterlassen. Der Otto als Mensck: allen Resvekt. Aber ich kann Dir etwas nicht verhehlen, was mir trotz allem ein wenig gegen das Herz g.'ht. Wir vermeiden geflissentlich politische Fragen. Ich bin Dir aufrichtig dankbar für das feine Taktgefühl, mit dem Du es immer verstehst, strittige Punkte glücklich zu umschiffen. Wir sind noch nie aneinander gerathen. Aber es gibt doch etwas Fremdes zwischen uns. Und Otto ist
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(sine fröhliche Sommergeschicöte von Feder vcn Zabclti . 44 u st 44 n 4i- 4 44 ff 44 jtfii " ? ganz meines seines, i?me junge yiau läßt sich leiten, um so mehr, je lieber sie ihren Mann gewinnt. Vielleichl würde Daisy völlig in Otto aufgehen. Doch er und ich ich fürchte, ganz verstehen würden wir uns nre und das wäre schmerzlich für mich, sehr schmer?licl'." ,.cy meine, lieber Ernst, Du siehst die Sache nicht richtig an oder faßt sie immerhin tragischer auf, als sie ist. Natürlich, der Otto ist Offizier und in Grundsätzen erzogen worden und aufgewachsen, die die den Deinen nicht entsprechen: politisch unb vielleicht auch sozial nicht. Aber der Junge hat Gott sei Dank ein treffliches Herz, und das hilft schließlich über alle Disharmoniern in politicis hinweg. Und dann: Ihr seid doch auch räumlich ein gutes Stückchen über Land und Meer gerrennt und besucht Ihr Euch einmal na, da wird es sicherlich zu keinem Zank über Republik und Gottesgnadarthmn und über Freiheit, die ich meine, kommen." Räumlich getrennt ach ja lieber Fritz, auch das spricht mit. Ich kann mein blühendes Geschäft wohl einmal ein Jahr lang unbesorgt meinen Leuten überlassen, aber nicht auf Lebenszeit. Und Bill ist noch ein Kind. Um seinetwillen möchte ich das Waarenbaus noch nicht verkaufen. Freilich. Bill soll zunächst studiren, soll auch auf deutsche Universitäten. Nachher kann er immer noch machen, was er will: kann Kaufmann werden, kann auch bei der Stange bleiben und das Geschäft verkaufen. Aber nun denke: ich d'-ü-ben, und meine Daisy hier. Mein Gott, geht es nicht anders, so muß ich mich eben fügen. Doch auch das ist ein leitender Grund für mich, mich neutral zu halten und nach feiuet Seite hin zuzureden." Begreiflicrs," sagte der General. Ich will auch nichts anderes als Neutralität und bin ganz zufrieden damit. Alles Weitere ist Sache des Otto. Wir erwarten ihn am Zwanzigsten. Da will auch der Erich kommen und den Geburtstag der Mädel mitfeiern helfen. Bewahr' uns der Himmel nur vor den beiden Tanten!" Das war ein Herzenswunsch, der leider unerfüllt bleiben sollte. Am nächsten Morgen traf ein Telegramm aus Bützow ein: Bitten um Wagen. Wollen Euch auf vierzehn Tage besuchen. Die Klostertanten." Der General wüthete. Siehst Du. Ernst," meinte er zu seinem Bruder, man soll niemals das Unheil beschwören. Gestern sprach ich davon; heute kommt diese Depesche." Auch Ernst war schlechter Laune. Was sind alle Schrecknisse der Hölle gegen diese alten Jungfern! Fritze, abtelearaphiren kannst Du nicht; aber wir graulen die Tanten wieder heraus. Es muß ein Komplott geschmiedet werden; doch fein, ohne daß die junge Welt den Respekt vor dem Alter vergißt. Ich werde mir heute Abend einen Grog nach meiner Methode brauen und dabei überlegen, wie man den Feind abschlägt. Laß mich nur machen " Der General war mit allem einverstanden. Seit dem vergeblichen Pumpversuch haßte er die Kousinen förmlich. Uebrigens erregte das Telegramm allseitig entrüstete Aufregung im Schlosse. Selbst der Rentmeister schimpfte. Seine Pferde hatten mehr zu thun, als nach Bükow zu fahren und die alten Schachteln" abzuholen. Alte Schachteln" sagte er; er mußte sehr grimmig sein, um die Achtung vor zwei des Namens Lehn so ganz aus den Augen zu lassen. Und wirklich: er war sehr grimmig. Er schickte nicht die viersitzige Kalesche nach Bützow, in der die Mädchen aus dem Backfischkasten abgeholt worden waren, sondern einen alten, in Gurten hängenden Jagdwagen, der beim Fahren beständig hin und her schaukelte, ungefähr so wie ein Kameel im Paßtritt. Der Wagen enthielt allerdings einen Polstersitz, aber diese Polster waren wie Matratzen gearbeitet und stark hinfällig, und ließ man sich bequemer auf sie nieder, so spürte man geheimnißvolle Federn, die spitz und fatal waren und sich mit nachhaltiger Gewalt in die Menschlichkeit bohrten. Auch durfte Faßmann nicht seine schmucke Livrde anziehen; er setzte sich vielmehr im Bauernkittel auf bta Bock und trug seine Wettermütze." Die glänzte in allen Farben des Regenbogens und fiel schon aus großer Entfernung auf. Onkel Ernst ließ am Abend Hasen Pfeffer zu sich kommen, der den verlorenen Sohn" Anno dazumal mit nach Calais b?gleitet und ihm eine treue Anhänglichkeit bewahrt hatte. Hasenpfeffer mu$te mit im Komplott sein und that es gern, denn auch er hatte wenig für die Tanten übria. die immer nur fünf Groschen Trinkgeld gaben und manchmal gar keins, dafür aber ihre Ansprüche machten. Die Verschwörung setzte sich bei der Jugend des Hauses aus eigenem Emofinden fort. Kann in, thitnn
ein; die fand in seinem interimistischen Atelier statt, da, wo er an den Vormittagen Taisy malte. Es war eine große Berzthung. Man beschloß häßliche Tinge. Kannibalische Vorschläge wurden gemacht. Bill besaß ein Pusteroh? das er gegen den Feind zu verwenden gedachte. Paul wollte den Brettersteg cm Weiher wieder in anscheinende Ordnung bringen und Tante Rikchen mittelst einer blübenden Wasserrose dazu verleiten, ihn zu betreten, es war klar, daß die morschen Bretter die Wucht der Tante nicht aushalten würden; das Wasser war nicht gefahrvufc, aber es roch schlecht. Käthe heckle allerhand Intriguen aus. Sie wolltc einen anonymen Brief über Bützow befördern lassen, des Inhalts, man habe im Kartoffelleller des Klosters einen fremden Mann entdeckt. So wogten die Vorschläge, von Eifer und Phantasie getragen, hin und ber; manche wurden abgelehnt, aber es blieb noch genügend übrig, das drohend und fürchterlich für die ahnungslosen Sanktissimas werden sollte. Am folgenden Mittag trafen sie ein. Sie sahen sehr mürrisch aus, stiegen mit großer Schwerfälligkeit vom Wa-
gen und neigten Beide den Oberkörper nach vorn. Sobald Tante Rikchen den Gen-.'ral zu Gesicht bekam, schoß sie auf ihn los. 'Tag, Fritz! Fritz, Euer Rentmeister muß verrückt geworden sein. Er hat uns keinen Wagen geschickt, sondern eine Höllenmaschine. Zuerst wurden wir Beide seekrank. Bei diesem Geschaukel kehrt sich das Oberste zu unterst. Und sitzen kann man auch nicht. Anfangs dachte ich, ich hätte die Pocken. Aber nein, die Wagenpolster sind in unbeschreiblicher Verfassung; da kucken überall die Federn 'raus und und sie pieken, Fritz wie Nadeln. Ferner der Faßmann. Er sieht wie ein Räuberhauptmann aus. Ich frage Dich: zwei Damen von Adel, und vorn kein Kutscher, sondern ein Strolch. Diese Mütze! Ich habe mich todt geschämt" Der General versuchte, die Aufgeregten zi: beruhigen; aber es hielt schwer. Am Nachmittag sah man sie gar nicht, erst gegen Abend tauchten sie wieder auf, doch noch immer vornüber geneigt, als sei ihnen diese Haltung bequemer. An Jesaja Sling schien Tante Fiekchen ein besonderes Wohlgefallen zu finden. Sling hatte gerade seinen Fasttag und ließ beim Abendeyen alle Gerichte dji übergehen. Das interessirte Tante Fiekchen. Für das Sektirerwesen hatte sie viel übrig. Alle diese Leute waren stark von Glauben, mochten sie im Einzelnen auch zu weit gehen. Als Sling sich nach dem Souper verabschiedete, sah man. daß er seltsam große Schuhe aus Tuch oder Filz trug und sich eigen thümlich ängstlich bewegte, als ob ihm das Gehen Schmerzen verursache. Auch dem General fiel das auf; er rief den Hauslehrer, der schon an der Thür war, nochmals zurück. Lieber Mister Sling," sagte er, verzeihen Sie: sind Sie krank?" O nein, Herr General. Dem Herrn sei Tank, ich bin ganz gesund." Aber was haben Sie denn mit Ihren Füßen? Sie treten ja auf, als ob Sie auf Eiern gingen." Der V!ethodist erröthete leicht und wurde verlegen. Doch der Wahrheitsdrang in ihm siegte. Vergebung, Herr General," erwiderte er bescheiden, das ist nur eine Art Selbstkasteiung. Das mache ich alle Monat zwei Mal." Man sah allerorts verwunderte Gesichter. Was?" fragte der General höchlichst erstaunt. Selbstkasteiung?" Sehr wohl, Herr General. Ich habe Bleiplatten unter den Strümpfen, mit kleinen Spitzen daran " Der Methodist sah ganz harmlos dabei aus. Er gehörte einer der strengsten Sekten dieser merkwürdigen Religionsgesellschaft an, einer Sekte mit harten Disziplinen, wie den fogenannten Bußkrämpfen. der Angstbank und den Wachnächten. Der General wollte den Kopf schütteln, besann sich aber, nickte und sagte: Nehmen Sie's nicht übel, Herr Sling. Es war gut gemeint. Ich dachte, Sie hätten die Wassersucht oder sich was in den Fuß getreten." Als aber Sling gegangen war, schlug er sich mit der Hand auf den Schenkel und rief: I Gott bewahr' mich! Ist so etwas dagewesen? Von den Fakiren habe ich derlei schon gehört, aber von einem sonst ganz vernünftigen Menschen Bleiplatten mit Spitzen als ob es so sein müßte!" Du hast Sling in arge Verlegenheit gebracht, sagte Ernst, freilich, ohne es zu wollen. Er spricht nie von seinm Bußübungen. Und da sie seine pädagogische Thätigkeit in keiner Weise beeinflussen, so lasse ich ihn Gott dienen, wie es ihm recht scheint. Wir baben noch ganz andere Sekten drüben in ?lmerika." Der General stand auf. Na m i r würd' es nicht gefallen," meinte er. Ich bin auch religiös, ohne viel Wesens davon zu machen aber Bleiplatten Stiftskousinen, da klagt Ihr noch über den schlechten Sitz in Fincks Wagen! Nehmt Euch an Sling ein Vorbild. Der würde das als eine Bußübung auffassen." In unwillkürlicher Bewegung schob Tante Rikchen den Oberkörper wieder etwas nach vorn. Tante Fiekchen aber erklärte mit fester Stimme: Du spöttelst zwar, Fritz. Nichtsdestoweniger jener junge Mann hat etwas Großes in sich Na, wo hat er es denn?" rief der lÄ-npral.
Im Herzen und in der Seele, Fritz. Seine Aszese ist ein Triumph des Glaubens über den sündigen Leib. Unsere protestantische Kirche ist leider disziplinlos geworden. Daher das Anwachsen des Sektenwesens. Es spricht vieles gegen die Sekten. Aber eins steht fest: eine starke Zucht über die Geister läßt sich nur durch Bandigung des Fleisches erzwingen. Das ist meine Meinung. Doch sie soll Euch nicht aufgedrängt werden. Rikchen, begleitest Du mich? Ich möchte mich zur Ruhe zurückziehen " Von nun ab war Tante Fiekchen beständig hinter dem Hauslehrer her. Sling nahte sich- ihr anfänglich mit großer Scheu; dann aber war es ersichtlich, daß der methodisiische Vekehrungseifer in ihm erwachte. Das ängstigte Tante Rikchen entsetzlich. Die Anti-Tanten-Partei im Hause hatte in Mister Sling einen unschätzbaren Bunucssyciioiien gewonnen. Äuch lernn hatte Tante Rikchen über vielerlei zu klagen. Die Betten fund sie jammcrvoll. In der zweiten Nacht brach sie ein und mußte sich auf ein schmales Sopha umquartiren. Eines Morgens fand sie einen Frofch in der Wassersänne auf ihrem Waschtisch. Sie liebte es. in der Dämmerung im Park zu wandeln und war einmal über eine quer über den Weg gezogene Leine gestolpert. Dann hatte sie in der Dunkelheit eine Erbse an der Nase gctroffen, ein aus der Unsichtbarkeit tückisch hervorgeschleudertes Projektil. Vor allem entsetzte sie die derbe Ausdrucksweise Ernsts, die dieser ihr gegenüber mit Vorbedacht wählte. Bill fand sie gräßlich, Paul war ein hochnäsiger Bengel, Daisy eine eingebildete Pute. Und als sie eines Tages Fiekchen suchte und diese nach langem Umherirren auf einer entlegenen Bank im Parke neben Sling sitzend fand, Beide aus einem Buche mit leiser Stimme eine Hymne singend, da stand ihr Entschluß sest. Zurück nach Bützow! Tante Fiekchen protestirte zwar, aber es half ihr nichts. Keinen Tag länger in Hohenwarte. Hohenwarte verbabclte. Mit Amerika war auch der Götzendienst und Fetischismus eingeogen. Dieser Sling mit seinen Blei-
platten stahl ihrer Schwester die Remheit des Heils. Zurück nach Bützow! Diesmal schickte Finck den Viersitzer und Faßmann in prunkender Livree. Alles that beim Abschiede betrübt, und alles freute sich innerlich. Hoffentlich kommt Ihr bald 'mal wieder!" rief der General, als die Stiftstanten schon auf dem Wagen saßen. Nein, Fritz," entgegnete Rikchen, so bald nicht. Ich weiß ja, daß Ihr uns gern seht; aber mir thut Hohenwarte leid. Das stimmt mich traurig. Hohenwarte war ein Adelssitz. Es war, Fritz. Ich denke, Du wirst mich verstehen. Nun fahren Sie zu, Fahmann, aber halten Sie die Leinen nicht so rocke?. Ich kann das nicht sehen. Wenn ein Gaul stolpert, bricht die Deichsel und wir fliegen auf die Straße. Vorwärts, Faßmann!" Der Wagen rollte davon, und in Hohenwarte kehrte wieder der Frieden ein. Egon malte an den Vormittagen eifrig an Daisys Bilde weiter. Bis zum Zweiundzwanzigsten, dem Geburtstage der Mädchen, sollte es fertig sein. Anna wohnte den meisten Sitzungen ber. &k ließ Egon ungern mit Daisy allein. Sie war. wirklich eifersüchtig. War sie auch verliebt? Hundert Mal in heimlichen Stunden fragte sie sich, ob es nicht auch diesmal wieder, nur Einbildung" sei. Mit Egon hatte sie von Kindheit an gerade so geschwisterlich verkehrt als mit Otto. Aber mit Egon nein, das war doch noch etwas anderes. Er stand seinem ganzen Wesen nach ihr viel näher als Jener. Gewiß sie liebte ihn. Sie pflückte Gänseblümchen und zupfte die Blätterchen ab und befragte das Orakel, ob er sie wicderliebe. Sagte das Orakel ja, so jubelte sie; sagte es nein, so schrie sie: Nu grade grade grade! " Aber wie mit der Heirath? Zwei Jahre konnte man noch warten; dann war sie Neunzehn. Dann Hatte es auch Egon schon viel, viel weiter gebracht. Er verdiente ja heute bereits ein schönes Geld, und wenn man sich einrichtete, ließ sich's schon leben. RePräsentationspflichten wie bei Otto gab es nicht; es war eine freie, lustige Kiinstlerehe hurrah ! Wenn Anna fc ihre ukunftspläne spann, schrie sie gewöhnlich hurrah. Und dann stürmte sie in den Park, jagte umher und warj sich schließlich athemlos in das Gras. Sie konnte und wollte sich Niemand anvertrauen; da mußte sie ihre Freude austoben. Ein paar Tage vor dem gemeinschaftlichen Wiegenfeste Annas und Daisys trafen Erich und Otto ein. Sie hatten sich in Riegnitz Extrapost genommen und liehen den Postillon blasen, als es den Burgberg hinaufging. Das machte gewaltigen Eindruck. Selbst Bill, der in seinem Zimmer saß und sich von Master Sling über die Geheimnisse der griechischen Lautiruno Vortrag halten ließ, war nicht mehr an die Bücher zu bannen und stürmte aus die Rampe. Otto schien sich in bcff.rcr Stimmung zu befinden als gewöhnlich. Er war gesprächig und hcitcr und sofort hei der 5and. als ib.u . das Vorträt attys gezeigt weroen loine. Aucy Erich mußte mit; Egon behauptete, er lege einen großen Werth auf das Urtheil des Bruders Rcchtsanwalt. Das provisorische Atelier befand sich in einem nicht benutzten Anbau des Treibbauses das si-nnn firf mit xofrtor
Der Grippe specifisches Heilmittel.
Die Srkppe tritt wieder epidemisch aus. Alle Aerzte wissen, daß sich dieselbe in Folg, von ?r kälkungen entwickelt. Sie greift stets die schwa chen Punkte des menschlichen Systems an, darin i0t eben aS gefährliche dieser Krankheit. Sn.AugusbKn!glK Hamburger Rrnstthee
ist mit solch großer (Erfolg gegen dieses schmerikzste Leide,, angewandt worden, daß viele Aerzte dessen Wertl, schäsen und denselben häufig ver schreiben. 5r wärmt das B'ut, berudigt die Rervcn, lindert den Reiz, stärkt das gßnze System und beseitigt dadurch die Krankheit. Skoti;! Skur in Originatßackkten verkauft, und der echte hat die Unterschrist von Dr. August König auf jedem Umschlage. Er wird niemals lose verkauft.
ant und wenig Mitteln ganz behagiich eingerichtet hatte. Ist denn das Bild fchon fertig?" fragte Erich beim Eintritt. Jawohl, Herr Justizminister, halten zu Gnaden, nur noch ein paar Schatten und Lichter fehlen. Ich werde das Porträt morgen der Daisy auf den Geburtstagstisch stellen. Es soll mein Angebinde sein." Halten zu Gnaden, Herr Akademiedirekter," entgegnete Daisy, so haben wir nicht gewettet. Ich kaufe das Bild zu dem vereinbarten Preise von fünftausend Em." Donnerwetter!" sagte Erich. Donnerwetter!" wiederholte Otto. Für meine Künste gibt mir kein Mensch fünftaufend Mark und sie sind doch auch etwas werth: Reiten, Schießen, Tanzen, gute Verbeugungen machen und den Rekruten ausgezeichnete Reden halten." Otto, mach Dich nicht geflissentlich schlechter," sagte Daisy in unwillkürlich ernster werdendem Tone. Du bist ein vortrefflicher Offizier, und Jeder, der seinen Beruf nach besten Kräften ausfüllt, iü Mannes wertb." (Fortsetzung folgt.) Er hat es nicht mehr nöthig. Ein unter dem Namen Scharfzahn" der Polizei bekannter gefährlicher Einörecher in Madrid gewann letzthin in der spanischen Staatslotterte über 30,000 Pesetas ($6000). Alsbald fand er sich im Regierungsgebäude ein und bat, man möge seinen Namen aus der Liste der Verbrecher streichen, da er beabsichtige, sich künftig von den Geschäften" zurückzuziehen und einen musterhaften Lebenswandel zu führen. Vereitelter Bankraub. In Loogootee, Ind., brachen kürzlich in einer Nacht vier maskirte Kerle in einen Eisenwaarenladen ein; sie stahlen dort sechs Revolver und ebenso viele Gewehre nebst der nöthigen Munition und begaben sich dann nach einer Gastwirthschaft, wo sie einen Raubangriff auf zwei Kellner machten, die sie überwältigten und fesselten. Alsdann verfügten sie sich nach einer Bank, und während zwei von ihnen Wache hielten, waren die beiden Spießgesellen bereits im Begriff, den Geldschrank zu sprengen, als sie durch mehrere Bürger, die sich näherten, vertrieben wurden. Die beiden Kellner, welche sich von ihren Stricken befreiten, hatten die Bürger alarmirt. Reicher Bettler. Im städtischen Hospitale zu Toronto, Kanada, starb vor Kurzem Eli Hyman, ein alter Bettler. Nach seinem Tode entdeckte man zur größten Ueberraschung in einem alten Taschenbuch und in dem Futter seines ärmlichen Rockes WerthPapiere zum Betrage von $31,000, die Hyman ein Jahres-Einkommen von $3000 brachten. Dabei hatte der alte Geizhals wohl 20 Jahre lang gedarbt, Geld und Nahrung gebettelt, Zeitungen verkauft und in Stallungen gewohnt. Seine Erven waren seine Frau und eine Tochter, die in San Francisco leben. Millionen als Weihnachtsgeschenke. Der Präsident Harper von der Universität von Chicago vermeldete jüngsthin, daß John D. Rockefeller der Universität, wie er dies feit einigen Jahren gethan, zum diesmaligen Weihnachten abermals $1.000.000 geschenkt habe. Es wurden auch andere Schenkungen angekündigt, so daß die Gesammtsumme, welche die Universität diesmal zu Weihnachten erhielt, sich auf $1,576,000 belief. Tückische Postsendung. Einer 40jährigen Frau Namens Beers in Clarksbu- "ass., wurde letzthin von unbekanuldc Seite eine Schachtel mit Zuckerwerk per Post zugeschickt. Sie war aber vorsichtig genug, sich den Inhalt näher anzusehen, und stellte fest, daß über das Zuckerwerk genug Rattengift Verstreut war, um einem ganzen Dutzend Personen den Tod zu bringen. Frau Beers hat keine Ahnung, wer der menschenfreundliche Absender des Packetes sein könnte. Dreizehnjährige Ehef r a u. Als die 13jährige Margarita Jelice in New Haven, Conn.. letzthin seit mehreren Tagen ohne Entschuldigung aus der Schule geblieben war. wurde die Sache beim Schulbüttel gemeldet, um auf die Kleine zu fahnden. Der Büttel fand .Macgaritchen im eigenen Heim, wo sie ihm bedeutete, daß sie seit etlichen Tagen verheirathet sei. Der Büttel gratulirte der jungen Frau zu ihrer Vermählung und entfernte sich riann enttäuscht, aber wohlgemuth.
Feuer - Signale. ft Pennsylv und Starte 5 English'S Opern-Haus 6 Hast und New York 7 Noble und Michigan S N. Jerjey u. Mass Ar g Pme und Norch 10 Manket und Pine 11 Bermont nahe East 12 No.. 8 Spritzenhaus Maff. ve nahe Nvble :s Devawarc und Walnut U R. Jersey u Een:ral 21. IS Mass. und Csrnell .6 Äsh und 11. Ttraß .7 Part äü und 12 Str .s Columbia undHillsid 19 Hightand Ave u. P,att kl Illinois und St. I 23 Pennsylv. und Pratt 24, Meridian und n. Str 25 No. s Spritzenhaus ib. nahe Illinois 2c Senate Ave u. StLtatr 27 Illinois und Michigan 2 Peesylvania und 14. 29 Senate Ave. und 13. 31 No. l Spritzenhaus Ind AvenahsRichigan 32 Meridian und Walnut . 34 California u einwtrt 35 Blake und New York 5 Ind. Ao. u. St itatt 37 6ilv Hospital 38 Blake und Norty ichigan und Agnes 41 No. 6 Spritzenhaus Waihington nah West 42 Gsendors u Wash. 43 Missouri u Ncto Mort 45 Meridian u Wash 46 Ill'.nois und Ohio 17 Eapitol Av. u Wash 43 Kingan'S PorkhauS 49 Srraßcnbahn Ställe W. Washington Str öl No. 10 Spritzenhaus Illinois u Mcrrill 52 Illinois u Louisiana 63 Wett und South 54 West und McCarty 5 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Rav 68 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Morris 69 Madison Av. u Dunlop N No 2 Haken Lciterbaus South nahe Telawar 2 Penn, u Merrill 55 Delaware u. McEarty s Saft und McTarty 66 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradsha 63 Säst und Prospect 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus ir Ave. nahe Huron 7t East und Georgia 73 edar und Elm 74 Davidson u Georgia 76 Snglish Av. u Pine 76 Shelöy und Bates 7? No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelby 79 Fletcher Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York u. Davidso, 86 Taubstummen Anstalt 86 Ber. Staaten Arsenal 87 Oricntal und Wash. 9 Frauen-Resormat. 91 No. 13 Spritzmbaus Marvland nahe Mer. 92 Meridian u. Vcorgia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Lonifiana 95 Virinni? Ave u. Alaö. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohis .23 No. 16 Spritzenhans 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 126 Central Ave und 16. 126 Landes und 15. 127 Brookfide und Jupiter 128 Ecntral ve und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Belletantawe und W. 134 College Ave und 29. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Rorth 137 Newmann und 19. 133 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 Dandes und 10. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey nd 2. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus HillfiX Ave und 16. 143 College Are und ii. 149 College Ave und VT. 162 Park Ave und 22. 15 L E u. W Bahn u. 22. Ib4 Ramsey ve und lv. 166 Etoughton u Rewman 157 AtlaS und Pike. 168 Bloyd und Pawyaw. 169 No. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Arden und Depot 163 Brightwood und 26. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clau u. eystom 167 Arsenal Av und 23. 168 Bellefontaine und 8. 169 Park Ave und 10. 21 Capital ve und 17. 213 Pennsylv. u. 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Washington 427 Oliver und Birch 28 Oliver und Osgood 429 Nordyke und Jork 431 Hadley Ave u. MorriS 432 River Ave u. MsrriZ 4 A River Ave und 436 Harding u. Big 4 9t. 436 Harding und riebet 437 No. 19 Spritzend? J Morris und Hardina, 488 Howard und IMIfti. 439 Stockvar 451 Reisn und Ukr 462 Howard und Lee 463 MornS und ÄXV5 IM Lambkri und Belnl 467 Nordyke Ave u. lxar 512 West und Rech 613 Aentucky Ave u. MerrL. S14 Meridian und Morris 51 Illinois nd ansaß 17 Morris und Dakota 618 Morris und Cburch 19 Capital A. u VKCarch 521 Meridian und Palm 623 Pine un' Lord 624 Madism Ave u kincol R26 Meridian und Belt RR 527 Carlos und Ray 528 Meridian und Arizona 529 Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McEarty 532 No. 17 Spritzenhaus Morris nah West 672 McKernan und Tough 61Z East u. Lincoln L 614 Czst und Beecher 616 Wright und Sander 17 McCarty und Beaty 618 New Jersey u Bir 712 Spruce und Prospect 713 English Are. u. Launk 714 Statt Ave u. 3k.lt R 715 Shelby und Beecher 716 Statt Ave und Orange 713 Orange und Laurel 71 Shelby u. C.laa A 721 Lerington A.u Laur 723 Flttcher Aveu-Opru 724 Statt Av u. Pleasant 725 Prosvet und 'leasar 726 Orange und HaitaK 728 Liberty und Meek 729 Nolö nd South Ll No. 16 Spritzenhaus Ost Wai-hington Stt 813 Market und Rodle 814 Ohio u. Highland Ave 815 Mchigan u. Highland 816 Market u Arsenal Av 817- Ost S lair und Union Bahn Geleis. 821 Pan Handle ShcrZ 828 Vermont und Walcott 824 Wash. und Statt 826 Madden's Lounge Fad. 82 T ucker und Torsey 827 Wash. und Beville S 829 No. 12 Spritzenhaus Beville nah ichtg, 881 Southeasttrn Ade und Woodfide. 882 Wash. und Dearbor 834 Soutdeastern und Arsenal Ades. 836 Rw York und Tempi 12 Illinois und Maryl. 812 Illinois und artet. 14 Penn, nd 9 15 Delaware nnd - Spezial-Siznale. Ersten Schläge, zweiter lärm, Zweit Schlage, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 8 Schlage, Wasserdruck ab. 12 Schlage, l Uhr Mittags. Die st bezeichneten Signal werden nur vom Ddurm Wächter angegeben da an den betreffende Suatzc kreuzung fefce Alarm kästen angebracht find.
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