Indiana Tribüne, Volume 26, Number 118, Indianapolis, Marion County, 9 January 1903 — Page 7

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(Fortsetzung.) Hnüo, - caere Dearndl!" schrie Egon. Ich will auch nach Hohenwarte, hab' aber die Post versäumt. Könnt Ihr mich mitnehmen?" Natürlich konnte man das. Man rückte zusammen; Egon nahm einen Anlauf und schwang sich in die Kutsche, ohne den Schlag geöffnet zu haben. Dann wurde der Koffer aufgeschnallt, so daß das Gepäckgebirge hinten einen alvinen Anstrich bekam, und dann ging es los. Egon war von jubelnder Ausgelassenheit, sang: Muß i denn, muß i denn zum Städtle 'naus" und erregte das Aufsehen der Passanten. Vor der Villa Jüttner stand Onkel Nante und rief: Zum Geburtstage komme ich auch herüber!" und ließ sein großes rothes Taschentuch wehen. Drei kleine weiße Taschentücher grüßten flatternd zurück. Nun ging es am Kloster Bützow vorüber. Da mußte Faßmann auf Befehl Egons schneller fahren. Wenn uns die Sanktissimas über den Weg laufen, sind wir geliefert," meinte er; als Jäger bin ich abergläubisch " Der Ausdruck Sanktissimas" für die Stiftstantelt, natürlich eine Erfindung Onkel Nantes, amüsirte ihn göttlich. Der Wagen rollte durch die blühende Landschaft. Die Hundstage waren nahe; es stank alles in üppigster Sommerreife: die blonden Roggenfelder und die grünen Wiesen, Klee und Gerste, Kartoffeln, Raps und Weizen. Und über allem brütete die Sonnengluth, auch über den Wäldern, die in der Ferne schwarz schienen und unter deren Blätterdach ein grünlicher Dämmer webte. Man hatte gute drei Stunden zu fahren, aber den jungen Herrschaften im Wagen verging die Zeit schnell genug. Egon machte mehrere Momentaufnahmen; doch an seine photographifche Kunst glaubten die Mädchen nicht mehr. Tic'm, Herr von Lehn." sagte Käthe, malen können Sie vielleicht, aber ein Photograph sind Sie nicht. Herrgott, dies Blitzlichtbild aus dem Backfischtasten! Ich sehe wie ein Mohrenknabe ans. und Daisy hat einen Pudelko'pf. Grethe Vollmer hat einen Buckel und Anna überhaupt keine Nase; dafür ist ihr Mund auf die linke Backe gerutscht. Und Agnetens Füße! Große Füße hat sie ja. aber das sind Lokomobilen." Ich habe ihr gleich gesagt, sie soll die durchlauchtigsten Beine nicht so weit vorstrecken," entgegnete Egon. Uebrigens: Blitzlichtbilder mißlingen mir gewohnlich. Das ist etwas Künstliches, aber keine Kunst. Die Kunst wohnt in der freien Natur. Ich werde Euch in Hohenwar'te nochmals photographiren. Vor Allem aber will ich die Daify malen." Was kostet es?" fragte Daisy. Ganz amerikanisch. Es kostet nichts als den Rahmen." Bitte recht sehr. Ich wünsche die Kunst zu unterstützen." Also gut. Brustbild fünftausend Em." Theuer; aber ich zahl's. wenn das Bild oelinqt." 5t erheblichem Aorlchutz lass ich zwei Prozent ab." Die Mädchen lachten, und Anna rief: Pfui, sprechen wir nicht von Geldgeschäften! Ich habe brennenden Durst. Ob man hier wohl etwas zu trinken bekommt?" Man fuhr durch das letzte Dörfchen vor Hohenwarte. Egon lieh vor dem Kruge halten und Bier bringen. Es schmeckte schauderhaft. Jeder nippte nur. und dann trank Faßmann die vier Gläser hintereinander aus. Jetzt wurde kr lustig, ließ die Peitsche knallen und die Gäule laufen. In einer halben Stunde sah man die Häuser 'von Hohenwarte vor sich. Den Schloßberg hinauf ging es langsamer. Egon jodelte, und A na und Käthe schrieen hurrah. Daisy war stiller. Es schlich sich ein wehmüthiges Empfinden durch ihr Herz. Die drei Anderen jubelten der Heimath entgegen. Hatte sie denn allein kein Heimathsgesuhl? Auf der Rampe standen der General, Ernst und der Rentmeister. Die Väter schlössen ihre Töcbter an die Brust, dann dienerte Finck vor den beiden gnädigen Baronessen. Er hatte zur Feier der Ankunft den Hut von Pyrmont aufgefetzt; nun nahm er ihn aber ab und hielt das Ungethüm hinter seinem Rücken. Käthe begleitete ihren Vater. Sie wobnie bei ihm im Rentamtshause, mußte Anna indeß bei der Rose von Aork" versprechen, täglich auf das Schloß zu kommen. Daisy war zwar schon einmal in Hohenwarte gewesen, aber bei regnerifchem Frühlingswetter und stürmendem Wind. Heute war alles so anders. Machte es die Sonne oder woran lag es. daß ihr das alte Schloß durchaus nicbt mebr wie ein Steinks"

8 N Eine fröhliche Sommergcschichte von Fcdor von Zobeltitz .?-'. II :H: VT ä s- - vorkam, daß sie mit ganz eigenem Empfindcn über die hallenden Fliesen der langen Korridore und durch die Zimmerreihen schritt? Man hatte gefrühstückt, und Daisy verspürte plötzlich Lust, sich Schloß und Park einmal genauer anzusehen." So schlenderten die Beiden denn zunächst durch die Räume oes ai:jes. (ic yanen ncy von oer Mamscll die Schlüssel auch zu den unbewohnten Zimmern geben lassen, denn sie wollten alles schauen, die vergangene Herrlichkeit wie die Gegenwart. Die Gegenwart" hatten sie raschcr hinter sich. An den Fremdenftuben war nicht viel zu sehen. -Dann kamen die Halle mit ihrer großen schweren eichenen Treppe, die in den ersten Stock führte das Speisezimmer mit seinen zerschlissenen Gobelins, dem deckenhohen Kamin und der fast schwarz gewordenen Pane"irung die Gemächer des verstorbenen Geheimraths und der alten Excellenz und endlich die Kapelle. Eine stickige Luft, gleich Moderduft, füllte diesen Raum. Aber es fiel hell durch die Fenster: ein fchillerndes Licht; im bunten Glas brach sich die Sonne. Diese Fenster waren sicher sehr werthvoll; es war eine prächtige Arbeit, und die Farben des Mosaiks strahlten in lebendiger Frische. Doch das war es nicht, was Daisy interessirte; ihr Kunstsinn war wenig geweckt. Sie stand mitten in der Kapelle, schweigend, die Hände verschränkt, die Augen weit offen. An den Wänden hingen Wappenbilder, auf Blech gemalt. Nur Doppel.vappen; doch das Andreaskreuz und der legendäre Mohrenkopf der Lehns kehrte auf allen zurück. Die Nebenwappen gehörten den Geschlechtern, aus denen die Lehns sich ihre Frauen geholt hatten. Mannshoch waren die Wände mit alten Grabsteinen gepflastert, auf denen man in vcrwitterten und verharschten Linien betende 'und knicende Rittergestalten erkennen konnte. Auf einem der Steine war auch eine Frau in großer Schaube ausgemeißelt. Einen merkwürdigen Schmuck trug der starke Mittelpilaster, der die Wölbung der Decke stützte. Da hing ein altes Türkenschwert. eine Eifenkappe. ein von den Motten halb zersreuener Roßschweif und ein rostiger Morgenstern. Schwert und Roßschweif rührten von Viktrix von Lehn her. der hatte mit brandenburgischen Dragonern Pest gegen die Türken vertheidigen helfen und war bei der Verfolgung in voller Rüstung durch die Donau geschwommen. Kappe und PcZrgenj:ern aber war das Gewaffen des Herrn Gcraldus gewesen, der an Florian Geyers Seite in Franken gefallen war. Da hing auch von der Kanzel herab ein vtoletter Sammtstoff mit dem heiligen Monogramm in Gold, verschossen, doch nicht verwittert; Luise Henriette hatte ihn dem Feldmarschall Gustavus Lehn geschenkt und sollte das Monogramm selber gestickt haben. So wehete es von mannigfachen Erinnerungen durch den kleinen Kirchenraum, und diese Ennnerungen weckten tut wundersame Weihe im Herzen Daisys. Ein unbeschreiblicher Stimmungszauber über,kam sie. Sie sprach nicht; sie rührte sich nicht vom Fleck, währerd die geschäftige Anna alle Winkel und Ecken durchstöberte und mit den Füßen umherstarrte, daß der Staub aufflog. Nein. Daisy rührte sich nicht. Wahrbafti'z, sie stand im Bann der Ahnen. Z'v Tradition spann ibre Netze um sie, die die Tradition verlachte. Die Grabsteine fielen, und die Geharnischten traten hervor und boten ihr die eiserne Hand. Sie war ja eine liebe Verwandte. Die Frau in der Schaube nickte ihr freundlich zu: die Urururgroßmutter war's. Da kam auch Herr Viktrix und nahm dc.s erbeutete Türkensckwert, und Herr Geraldus. griff wieder zum Morgenstern. Es kreiste I seltsam vor den starren Augen Daisys. Es zog wie hastiger Schwalbenflug die große und reiche Geschicyte ihres Geschlechis an ihr vorüber. Die Chronik wurde lebendig. Heino und Hilbcrt wachten wi'der auf; die Ahnen kamen und wollten beachte: sein. Daisy! Daisy. Du träumst!" rief Anna. Daisy zuckte zusammen, lächelte müde und rieb sich die Augen. Ja, wahrhaftig ich träumte. Ein eigener Traum. Gehen wir weiter, Anning " Hinter ihnen schloß sich knarrend die schwere Thür der Kapelle. Da war wieder alles begraben, was drinnen. Doch im Herzen Daisys lebte es weiter. Der Zauber der Tradition hatte sich festgesetzt. Still schritt sie neben Anna her. Es galt jetzt den unbewohnten Räumen des Herrenhauses. Hier sah es übel aus. Nur vereinzelte Zimmer zeigten noch Ueberbleibsel besserer Zeiten. In einem großen Saal mit gothischen Fenstern war das Plasondgemälde wohl erhalten; das stammte sicber oon Künstlerhand. In einem sonst ganz leeren Gemache stand eine riesenhafte, köstlich geschnitzte Bettstelle; in einem anderen war ein Dutzend Em-

oirestühle zuj ammengestellt, deren Polster die Mäuse zerfressen hatten. Auch hinauf in den Thurm ging es. lieber eine sehr steile steinerne Wendeltreppe in ein seltsames Rundzimmer. Gin Lehn, der 1812 gefallen war. hatte hier immer gefrühstückt, und an der Decke sah man noch die Reste einer KoDie des Freskos Das Gastmahl der Götter" der Farnesina. Das war nun allerdings für die Dienerschaft ein etwas unbequemes Frühstückszimmer gewesen, denn das Service mußte über hundert Stufen hoch heraufgeschleppt werden. Aber die Vorliebe jenes alten yerrn von eyn war dennoch begretslich; denn das Oktogon hatte drei große Bogenfenster, von denen aus man nach Süden, Osten und Westen einen wundervollen Rundblick hatte. Siehst Du." sagte Anna, vor einem der Fenster stehen bleibend; so weit man schaut, das war alles einmal Lehn'sches Land" Tief unten wiegten sich die BaumWipfel des Parks in schläfriger Mittagsruhe. Durch das Grün glitzerte der Spiegel des Weihers, und zwischen den lichten Stämmen der Birken sah man den Thurm der alten Burg. Weiter hinaus, am Hange des Schloßberges, glänzte das zicgelrothe Dach des Rentamtshauses, an dessen First die Krone eines riesenhaften Maulbeerbaumes stieß, dessen Alter sich nur annähernd schätzen ließ und der in der Gegend eine gewisse Berühmtheit genoß. Und dann, bis an den Horizont, Felder, Wiesen und Wälder: die ganze Riegnitz, die ehemals den Lehns gehört hatte. Im Osten die Thürme der Stadt, die der Landschaft den Namen gegeben und da sah man auch Kloster Bützow, einen dunklen Fleck im Sonnenglast und westlich davon mußte der Backfischkasien liegen. Dörfer und Marktflecken waren zahlreich über das blühende Land zerstreut, und daß viele von ihnen ehemalig Lehn'schcr Besitz gewesen, das zeigte noch heute das Andrcaskreuz auf ihren Kirchthürmen an. Anna schob ihren Arm unter den Daisys. Ritterfräulein, komm weiter," sagte sie, sonst fängst Du mir wieder an zu träumen. Ritterfräulein, so nenn' ich Dich; ich weiß nicht, woher es kommt, es mag an dem Milieu' liegen, um mich ganz fein auszudrücken, daß Du hier in Hohenwarte Deinen modernen Anstrich verloren hast. Wie Du vorhin so schlank und unbeweglich in der Kapelle standst, habe ich Dir heimlich, das heißt in der Phantasie, ein schweres dunkelrothes Sammtleid angezogen, mit reicher Verbrämung und gerafft durch-goldene Ketten, dazu einen köstlich gestickten Kragen, und auf das Haupt setzte ich Dir eine venetianische Mütze. So erschienst Du mir wie eine Edeldame aus dem sechzehnten Jahrhundert oder doch um die Drehe herum. Die Tracht würde Dir stehen, mir nicht. Darum, das gestehe ich zu, paßt Du eigentlich besser hierher als ich. Mein Profil ist zu neuzeitlich, und meine Rase, weil sie vorn einen Stupps hat, würde das ganze Mittelalter verschandein. Ich habe kein Lehn'sches Gesicht; aber da ich das nicht ändern kann, so soll es mir weiter keinen Kummer machen " Unter solchem Geplauder war man wieder die Wendeltreppe hinabgestiegen uni begann nun den Park zu durchstreichen. Nach allen Seiten und Richtungen hin, bis zum Weiher, an dem sich am Begräbnißtage des Geheimraths die wunderliche Froschgroteske abgespielt hatte, und auf dessen grünem, öligem Wasser wiederum der alte Ahnenschwan schlummerte, mit grauen, aufgeplusterten Federn und verstecktem Kopfe. Dann weiter durch dämmerige Laubengänge und verwilderte Boskette mit ausgewaschenen Sandsteinfiguren, deren einzelne Gliedmaßen fehlten, über die bunt gesprenkelten Wiesen, durch den Birkenhain hinauf zum Burgberg. Hier glühte die Mittagssonne auf dem alten Gemäuer; in schweren Büschen hing der Ginster herab, und am Burgfried wuckerte mannshohes Unkraut. Am Denkstein des alten Geraldus war die wilde Heckenrose erblüht, und durch den Epheu schlangen sich farbige Winden. Immer stiller war Daisy geworden, immer verträumter. Sie setzte sich unter die Eiche, die weithin ihren Schatten spendete, stützte die Ellenbogen auf ihre Kniee und das Kinn in die Hände. Aber sprach nicht. Auf ihrem klaren Gesicht lag der Widerschein der im Grün des Laubdachs sich brechenden Mittagshelle; in ihrem Auge etwas wie Erkenntniß und doch auch Sehnsucht. Und plötzlich wurde das Auge feucht. Anna hatte sich zu ihren Füßen niedergelegt und den Stengel einer Butterblume zwischen die Lippen genommen. Ich glaube, Du philosophirst innerlich. Daisy." sagte sie. Oder Du mußt sehr müde sein. Ich kenne Dich gar nicht wieder. Keinen Witz, keine ironische Bemerkung, nur Schweigen des Todes" Dann wurde sie aufmerksamer und schaute Daisy forschend in das Gesicht. Herrje!" rief sie, Daisy ich glaube gar. Du hast Thränen in den Augen! " Trotzig fuhr Daisy mit der Hand über die Wimpern und nickte. Ich glaube auch. Es ist kindisch. Ich weiß nicht, wie mir ist. Vielleicht ist es der Heimathszauber ich weiß nicht" Und dann half aller Trotz nichts mehr. Sie begann leise zu weinen "nd wußte doch immer noch nicht warum.

10. Kapitel. " in paar Tage später traf auch Paul, der Wahlstätter, mit seiner Mutter ein; ebenso war

Bill, der Junge Ernsts. mit seinem Präzeptor, Herrn Jesaja Sling. aus Riegnitz abgeholt worden, um den Juli in Hohenwarte zu verleben. Hohenwarte hatte seit langen Jahren kein so heiteres Leben gesehen. Nur Herr Jesaja Sling wechselte selten die Miene frommer Resignation. Er stammte aus einer deutsch-ameritani-schen Methodistenfamilie, ursprünglich Schling geheißen, doch hatte sie das ch fallen lassen. Ernst hatte ihn als Hauslehrer für Bill engagirt, und da er sich als ausgezeichneter Pädagoge erwies, der den Jungen rasch vorwärts brachte, so sah man gern über seine kleinen Wunderlichkeiten hinweg, wie auch über lerne strenge Jnneyallung gewisser Fasttage und über seine Wachnächte," die er bei der lauten Lektüre seltsam alterthümlicher Hymnen zu verbringe. pflegte. Er hatte den Befehl, Bill abwechselnd in deutscher und in englischer Sprache zu unterrichten, sprach Anderen gegenüber aber nur, wenn er angeredet wurde. Er ging stets sehr sauber gekleidet, doch zeigten seine Röcke einen merkwürdigen Schnitt, hatten hohe Taillen und sehr große Knöpfe, und immer rutschten seine Beinkleider über die Stieselschäfte hinauf. Das glatt rasirte Gesicht erschien gänzlich ausdruckslos; die Augen lagen hinter einer blauen Brille versteckt. Bill war ein hübscher und frischer Junge. Es währte einige Zeit, ehe er mit Paul Freundschaft geschlossen hatte. Ihre beiderseitigen Neigungen gingen etwas auseinander. Pul spielte sich schon aus den preußischen OffiMr hinaus und Bill hatte demokratische Gelüste. Aber nachdem sie sich einmal gehörig geprügelt, weil Bill das Monokle Pauls zerbrochen hatte, schlossen sie sich enger aneinander an, schossen Krähen, bauten sich Staarkästen. streiften im Wald umher, kletterten auf alle Heuschober und legten im Burgthurm ein Verließ für Gefangene an. Als Erste wurde Anna eines Tages in dieses Verließ eingesperrt. Man hatte ein Raubritterspiel arrangirt, an dem sich auch die drei Mädchen, sowie Egon betheiligen mußten. Anna wurde als Geißel gefangen genommen, wollte aber nicht in den dunklen Thurm, so daß man Gewalt brauchte. Doch war auch ein Unglück dabei. Die Fallthür fiel so heftig in's Schloß, daß sie sich nicht mehr öffnen ließ. Aus der Tiefe der Erde hörte man das Gebrüll Annas und konnte ihr nicht helfen. Egon wurde wüthend und gab erst Paul, hierauf Bill eine Knallschote, statt sofort in das Dorf zum Schmied zu schicken. Paul heulte und schrie, er werde Egon eine Forderung zusenden, sobald er erst Offizier sei. Bill heulte nicht, sondern streifte die Aermel auf und begann zu bozen. Nun warf sich Daisy zwischen ihn und Egon aber da hatte sie schon die kleine Faust Bills in der Seite. Jetzt schrie sie gleichfalls los und es entspann sich eine regelrechte Prügelei, an der sich auch Paul und Käthe betheiligten. Währenddessen erscholl nach wie vor aus der Tiefe der Erde der dumpfe Brülllaut der gefangenen Anna. Zum Glück erschien Bertlippchen mit Onkel Ernst auf der Bildfläche, die rasch den Krieg schlichteten. Bill und Paul erhielten Stubenarrest; dann bekam Daisy eine donnernde Strafpredigt von ihrem Vater zu hören. Ob sie eine junge Dame sei oder .eine infame Range? Auch die Frage ihrer Selbstständigkeit" wurde abermals aufgeworfen und im Hintergründe irohte wieder der Backfischkästen forcver. Daisy saugte an einer Kratzwunde ihrer rechten Hand, strich sich das Haar glatt und antwortete nur: Bill hat zuerst geboxt. Wer mich boxt, den boxe ich wieder " Inzwischen drang aus der Tiefe der Erde unentwegt das Gebrüll der gefangenen Anna. Es dauerte geraume Zeit, ehe der Schlosser kam und Anna erlöste. Nun stieg sie an das Tageslicht, mit verheulten Augen und gänzlich beschmutzten Kleidern und sah sich wild nach Paul und Bill um, sie nach Recht und Gesetz zu verhauen. Aber die Beiden waren glücklicher Weise schon in das Schloß geschickt worden, so daß es zu keiner neuen Bataille kam. Dagegen wurde oas Mauorttteyptel mit Gefangennähme und Geißelaustausch seitens der beiden alten Herren ein für allemal verboten und auf modernere Bergnügungen verwiesen, zum Exempel Croquet und Boccia. Uebrigens hielt sich Daisy im Allgemeinen ziemlich zurück. Sie liebte plötzlich das Alleinsein. Das mußte ihrem Vater auffallen. Er nahm sie sich eines Tages vor. Daisy, was ist das mit Dir?" fragte er. Neulich, bei der Raubritterprügelei, da warst Du wieder einmal meine wilde Hummel von früher. Aber sonst bist Du wie ausgewechselt. Wo sitzt es?" Nirgends und überall. Vater. Es ist nichts Physisches. Es ist eigentlich sehr kindisch. Ist noch keine Nachricht aus Amerika eingetroffen?" Der Alte faßte sie an die Nase. Duuuu Du schweifst mir vom Thema ab. Aber ich will vorerst Deine Frage beantworten. Der Anwalt aus New Aork hat mir telegraphirt. Die Protokolle sind unterwegs und die Sache steht sehr gut für Dich. Sieben Zeugen für die Stunde Deiner Geburt: zwei Aerzte eine nx:'

Werde gesund und bleibe gesund

indem du

Leberkrankheite, BilliSfitüt, Unreines Blut, durch die Anwendung von Tr. Augnft König's

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schäflsfreund. die Tante Rose und noch verschiedene onderc. Also de facto bist Du die ältesie-Enkelin " Daisy lachte über das ganze Gesicht. Nicht der Mund allein lachte; die Augen lachten mit, und der Glanz des Frohsinns lag auch auf Stirn und Wangen. ' 6 o freust Du Dich?" fragte der Vnfr (Fortsetzung folgt.) Etc yilnazuscn oer ;vn::iom ;:c:. Sehr häufig ist in den letzten Iahren von Räuberbanden die Rede gewesen, die in der Mandschurei ihr UnWesen trieben und zum Thil eine moralis.e Entschuldigung für die andauernde Besetzung einer chinesischen Provinz durch russische Truppen bildeten. Diese Banden bestanden und bestehen ausChunchusen, die manchmal mit den Tungusen verwechselt werden. Ueber diese Chunchusen schreibt die russische Zeitung Now. Krai aus Mukden: Der Fluß Liaohe und seine Umgebungen wimmeln von Räubern. In der südlichen Mandschurei und besonders an einigen Punkten gibt es rege!recht orqanisirte und von früheren Offixeren befehligte Banden von Chunchulen. die einander in dem Kampfe geaen die Behörden unterstützen. So werden Gefangene entweder durch gestohlenes Gold losgekauft oder mit bewaffneter Hand befreit, was bei, der Bestechlichkeit und Scbwäche der chinesischen Behörden gewöhnlich leitfit ist. Polizei giebt es kaum, die Truppen stnd schwach und zeichnen sich weder durch Mannszucht noch durch Tapferkeit aus. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, dah heute ein beträchtlicher Theil der Bevölkerung an der Thätigkeit der Chunchusen als Helfer und Stehler betheiligt ist. Jedenfalls befinden sich die Halter von StraßenWirthshäusern, deren es zahllose giebt, immer in Verbindung mit den Bandenführern. Infolge dieses KriegsZustandes hat die ganze Gegend ein eigenes Gepräge. Viele Dörfer sind durch Gräben und hohe Wälle befestigt. Nicht selten sind in Dörfern und Städten reichere Häuser, von Regierungsgebäuden ganz zu schweigen, von einem hohen Mauerviereck umgeben, in das Zinnen und Scharten für Gewehr- und Geschützfeuer eingeschnitten sind. An den Ecken und über den Thoren erheben sich Vertheidigunqsthürme. Auf den Thürmen stehen Posten mit brennender Lunte an den alterthllmlichen Gewehren. Die Bandenführer genießen das Ansehen von Verwaltungsbeamten. Bevor die Kaufleute ihre Waarenzüge zu Lande oder auf den Kanälen abgehen lassen, kaufen sie von den Banden Passierscheine, zu welchem Zweck besondere Kanzleien bestehen. Wer den Passierschein nicht lösen will, muß auf seine Kosten die Waaren von Bewaffneten begleiten lassen; die chinesischen Behörden sind den Chunchusen gegenüber machtlos. Wo keine russischen Truvpen in der Nähe sind, gehen die Chunckusen gegen die chinesischen Milizen vor und werfen sie zurück. Im August wandte sich derTatarengeneral inMukden an den Kommandeur der südmandschurischen Truppen, General Fleischer, mit der Bitte um Hülfe gegen eine taufend Mann starke Chunchusenbande. Zur Vernichtung dieser Chunchusen wurden aus Mukden vier Sotnien des Regiments Nertschinsk des Sabaikal - Kosakenheercs entsandt, ferner zwei Freiwilligen-Kom-mandos berittener Geschützen und einige Geschütze unter dem Befehl des Kommandeurs des Regiments Nertschinsk, Obersten Kotow. Die Chunchusen suchten darauf zu verschwinden, indem sie sich in mehrere Abtheilungen auflösten. Eine von diesen, in der Stärke von 200 Mann, die auf vortrefflichen Chunchusenpferden beritten und mit ausgezeichneten Mehrladern bewaffnet war, wurde von der 5. Sotnie unter dem Befehl des Posedaul Shulebin und den Freiwilligen des 1. Ostsibirischen Schützen - Bataillons unter dem Befehl des Stabskapitäns Bodisko ereilt und unschädlich gemacht. Unter solchen Bedingungen wird die russische Regierung schwerlich den Schutz der Ordnung in der von ruffischen Bahnen durchzogenen Provinz den Chinesen überlassen wollen. Ldererseits liegt es in der Hand der Russen, die Fortdauer solche? Zuständ; zu gestatten oder ihnen ein Ende zu machen.

Feuer - Signale. 4 Pennsylv nd Hortet 6 English's Opern-Hau 6 East und New York 7 Noble und Michigan 5 N. Jersey u, Maff Ar e 9 Pine und North ,0 Startet und Pine 11 Vermont nahe East 12 N.. 8 Spritzenhaus "Mass, ve nahe Noble :3 Delware und Walnut 14 R. Jersey u Central 2. 15 Mass. und Cornell Ave 6 Slsh und 11. Straße .7 Park Ave und 12 St? .8 Columbia und Hillflde 19 Higbland Ave u. Pratt tl Illinois und et Joe 23 Pennsylv. und Pralt 24 Meridian und n. S:r 25 No. 6 Spritzenhaus 15. nahe JllinoiS 16 Senate Ave u. StCIair 27 Illinois und Michigan Pe esylvania und 14. Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Spritzenhaus Jnd Ave nabsRicf'igan 32 Meridia und Walnut 34 California u Vermont 35 Blake und New Dort 36 Ind. Av. u. et slair 37 6ith Hospital 38 Blake und Norty 39 Michigan und Agnes 41 No. s Spritzenhaus Washington nahe Weft 42 Ssendorf u Wash. 43 Missouri u New Kort Meridian u Wash 46 Jllmois und Chiv 47 Caviwl Av. u Wash 48 lngan'ö Porkhaus 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill SL Illinois u Louisiana 53 West und South 64 West und McCartv 56 Senstt Ave. u Henry 57 Meridian und Rav 5 No. 4 EpritzenbauS Madrson Av. u MorviS 59 Madison Av. u Tunlop 61 No 2 Haken LeiterhauS Couch nahe Telawar 2 Penn, u Merrill 63 Delsware u. McCarttz 54 afi und VeEarch 55 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradsha 8 Sast und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Bis Ave. naht Huron tt East und Georgia 73 Ledar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 English Av. u Pine 76 Shelby und Bares 7? No 3 Spritzenhaus Prosvett nahe Shelby 79 Fletcher Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York u. Davids 85 Taubstummen Anstalt 86 Bcr. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Resormat. 91 No. 13 Spritzenhaus Marvland nah Mer. 92 Meridian u. Vcorgia. 93 Meridian und South 94 Pennsylv v. Louisiana 95 Virgini? Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Obio .23 No. 16 Spritzenhaus 1. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 Aandes und 15. 127 Brooksid und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Vellefontame und U. 134 College Ave und 2. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Norch 137 Newmann und 19. 133 College Av und 14. 139 CorneU Ave und 13. 141 Dandes und 19. 142 Highland v und ly. 143 Tecumskh und 10. 145 Ne Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Av und 27. 152 Park Av und ist. 152 C u. SB Bahn u. 22. IM Ramsey Av und 1. 156 Ltoughton u Ncwman 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawvaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. eyftone 167 Arsenal Ave und 23. 163 Bellefontaine und 8. 169 Park Ave und 1V. 212 apitnl ve nd 17. 213 Pennsylv. u. Michigan 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 1. 216 Pennsvlvania und 22. 21? Meridian nd 16. 218 Capital Ave und 26, 219 Broad.vao und 10. 231 JllinoiS lind McLean 234 Ro. 14 Spritzenhaus Kenwood U'.d 30. 235 IUinois und 33. 2-36 Annctta und 30. 237 No. 9. EpriyenhAts Udell und Staxr 233 UdeU Ladder Worts 239 Jiadel und 27. 241 Meridian und 24. 243 JllinoiS U St WM 243 Elrridge und 23. 312 West uufc Walnut 313 Weft und 12. 314 Howard und 16. 815 Torbet und Pae 316 Capital Ave und 10, 317 Northwestern Aveu 318 Gent und 18. 3i 9 Canal und 10. 824 Cerealine SrkS 324 Vermont und Lynn 325 Bismarck u Grandvic 326 No. 2 Spritzenhaus Hauqbmlle. 327 Michigan u. Helme. 828 Michigan u. Concord 341 Wcst und McJntyn 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und Ohi 415 Capital Aveu Georgia 416 Mijsoi'.r-.u Aentucky A 417 Senate Ave u. Wa'y. 421 P und $ Ru?ius W. Washington. 423 Jrrm-Hospital. 424 Mney Ave u.JDu2 425 Wasb. und Harris t&Q No. 18 Spritzenhaus. W. Washington 427 Oliver und Birch tiü Olir und OSgood 429 Rordyke und Kork 431 Hadley Ave u. MorrU 432 Aiver Ave u jDbiriS 4L4 River Ave und 9 435 Harding u. Big 4 9t S 436 Harding und Oliv 7 No. 19 Spritzend,? Morris und Harding. 4 Hotoard urtoiMu 499 SiMtyntt 451 Reisn und Miller 452 Howard und Lee 453 Morn, und Äaxv-T 456 Lamdert und Bennl 457 Nordhk Ave u. War mon Worts 612 West usd Ray 513 Aentucky Ave u. Merrk. 14 Meridian und Mortfet 516 JllinoiS und an sas 517 orris und Dakota 518 Morris und Church 51 Capital A. u McCarch 521 Meridian und Palm 523 Pine un Lord 524 Madisor Aveu tincol 26 Meridian und Belt R 527 CarloS und Ray 526 Meridian und Arizona S29 Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McCarty 532 No. 17 Spritznl,2us Morris nahe West 61 McAernan und Tough. 613 East u. Lincoln uu 614 East und Beecher 615 Wright und Sander 17 McCarty und Beaty 18 New Jersey u ir Ave 71 Spruce und Prosve 713 English Are. u. Lau) 714 State Ave u. Belt R A 715 Shelby und Beecher 71 State Ave nt Oreng, 718 Orange und Laurel 719 Shelby u. Ct. .tage Av 721 LeringtonA. u Laurel 723 Flacher veu.Svruc 724 State Av u, Pleasaitt 725 Prosvlit und "Mfc-t 726 Orange und Hmlar 728 Libkrty und Merk 729 Nolk und South 81 No. 1 Spritzenhaut Ost Washington tt 818 Market und Noble 814 Obio u, Highland X 815 Michigan u. Highlanl 81 Varkel u Arsenal A 17 Oft S Clair und Union ahn Geleise. 821 Pan Handle Ehe? 828 Vermont und WalcoU 824 Wash. und State Atz. 825 Madden'skounge Aab M Tucker und Dorsey 827 ash. und Beville Av 9 Ro. 1 SpriyenbauS Beville nahe Michiga, 831 Southeafter Ave und Woodside. 832 Wash. und Dearbor 834 Southeastern und Arsenal Aves. 885 New Dort und Tempi 1 JllinoiS und Maryl. i JllinoiS und Market 14 Penn, nd W?sh. 915 Dclatvar nnd Spezial Signale. Ersten Schlag, zweiter Alarn, Zweiten 2 Schlage, dritter lärm. Dritte Schlag, viert Klaret. l-t-l, Feuer aus Und Schlauch ausgerollt. 8 Schlag, Sasserdruck ab. l Schlag, l Uhr Mittags. Die fr bezeichneten Signale werden nur vom Zbvtm wacht angegeben ba an den frcxrcffcnbcn Sscch kreutzung Mm AlsrmMen angebracht stak