Indiana Tribüne, Volume 26, Number 115, Indianapolis, Marion County, 6 January 1903 — Page 7

Jndiana Tribune, 6. Januar 1903.

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n u n u per ackfischKasten Ö, .., s , JV -t..t n n n n IS n 1 i W . , (Fortsetzung.) Hallo, Daisy," rief er; tnermetDen: Nonsens! Du irrst Dich. Ich habe reich nur thöricht ausgedrückt " Da wandte sie sich in der Thür nochma!s um. Es schadet nichts, Vetterchen,"- sagte sie boshaft. Du hast Dich derschnappt. Das kommt vor. ,Wcr nie im Leben thöricht war, ein Weiser war er nimmer.' So singt Heine. Also beruhige Dich. Aber vielleicht mein letztes .vielleicht' vielleicht belehre ich Dich noch einmal" Nun ging sie wirklich. Erich blieb allein. . Er nahm die Papierscheere und schleuderte sie auf die Erde. Sein Tintenwascher flog an die Thür. Der Papierkorb erhielt einen heftigen Fußtritt. Dann warf sich der Herr Rechtsanwolt auf die Chaiselongue und streckte die Beine in die Luft. O ich Esel!" schrie er laut. Das half; das beruhigte ihn. Er blieb zwar liegen, aber er wurde nachdenklich. Ich habe sie in ihrer Eigenliebe gekränkt," sagte er sich. Ich habe sie tödtlich verletzt. Nun wird dieser ungeheuerliche Querkopf tausend goldene Fesseln nach Otto auswerfe und ihm die Werbung erleichtern, statt C ich Esel!" rief er zum zweiten Male. Dann setzte er sich aufrecht in die Polster. Also, es gilt," sagte er und stampfte wüthend mit dem Fuße auf; Konkurrenzrennen. !tö renne mit. Wollen seoen. wer als &zitT zum teie lomrni: stieme )aliy, Tcin Gold reizt mich nicht. Aber Du Du Du Du! Du lockst mich weil Tu so schlank und so thaufrisch bist und so fest auf den Beinen siehst. Weil ich Verwandtes in Dir spüre so viel Vernunft und so viel holde Thorheit!" Er ging, siÄ eine Cigarre anzustecken. Er nahm eine bessere, eine von snen gedankenbeflügelnden" Uprans. Die rauchte er sonst nur, wenn er vor d:r Vertheidigung eines ganz schweren Verbrechens stand. 8. Kapitel. s wcir nun vollends sommerlich geworden. Der Laubwald auf den Höhen um Bützow prangte in helleni Grün, und auch die ersten Kurgäste waren eingetroffen, um von dem Sprudel der Einbildung" zu trinken. Die drei Aerzte Bützows nahmen ein ausgeregtes Wesen an und thaten so, als ob sie ungeheuer beschäftigt wären. Die Promenade begann sich zu beleben; die kleinen Läden rechts und links der Anlagen wurden eröffnet, obwohl sich nur selten ein Käufer zeigte, und die Bänke in der Umgebung des Brunnens wurden frisch gestrichen. Das Hotel zum Herzog Hans engagirte sich einen neuen Oberkellner, der einen schönen Bart und einen gut sitzenden Frack besaß und tagsüber mit gefälltger Miene vor der Hausthür stehen muhte; das Hotel zum Greifen zog seine Fahne auf. An allen Fensterladen sah man Plakate: Hier ist eine gesunde Sommerwohnung zu vermiethen." Beim Konditor Gablonz gab es die erste Maibowle, und in Schwuppkes Bieraarten wurde eifrig daran gearbeitet, die Sommerbühne in Stand zu setzen, denn Ende Juni sollte daselbst das Riegnitzer Ensemble" mit der Ehre" seine Vorstellungen eröffnen. In Bützow erwachte das Saisonleben. Auch im Backfischkasten merkte man etwas von dieser großen Frühlingslüftung. Es imb des Abends bisweilen Radieschen; Fräulein Bramann sang zefühlvollere Lieder als sonst, und Miß Hopkins schien ihren, an der räthselhaften Himalayakrankheit dahingeschwunVenen Bräutigam gänzlich vergessen zu haben, denn sie liebäugelte in zacher Lenzessehnsucht mit dem Zeichenlehrer ver Pension, der einmal in London geWesen war. Die Geschichte von der Anmeldung des Vaters Daisys als Schuhwaarenfabrikant aus New Aork" war im Backfischkasten natürlich nicht verborgen geblieben und hatte auch hier 'Aufsehen erregt. Auf Anregung des alten Warlick, das heißt der Prinzeß Agnete, tören die Mitglieder der beiden Rosen eines Tages zusammenberufen worden. Nur Anna und Daisy wurden ausgeschlössen. Man berieth darüber, ob es der Ritterlichkeit der Rosen entsprechen würde, noch weiter Verkehr mit der Deszendenz eines Schuhwaarenfabriinten zu pflegen. Grethe Vollmer Lancafter) spielte den Diplomaten; N-feslifr) sei reich, und ihre Rosenobel füllten die Kriegskasse; auch müsse man immer bedenken, daß Adel Adel verbleibe, selbst bei minderwerthiger Beschäftigung dieses oder jenes Vaters. dHierauf schlug sich Käthe Finck (Richard on Iork) an die Brust und erklärte: schon die Gesinnung adle; Daisy aber habe wahrhaft vornehme Gesinnung bezeugt, denn sie habe am Tage ihres RitLM terschlags sich nicht mit Chokolade öegnügt, sondern auch noch einen Satz Mpfelkuchen zum Besten gegeben, und sie würde soaar noch Citronentörtcken

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-$ .?.. u (sine fröhliche 5ommcrgcstf)tcöte ii it n Fedor von Zobcltitz ä v4 $ tt 0 0 0 ÖU ponirt haben, wenn man solche noch hätte essen können. Cissi Sandels I lKmg Edward der Vierte) schloß sich in der Hauptsache den Ausführungen Lanlasters an; zum Kriegführen gehöre vor Allem Geld und in den aufreibenden Kärvfen der Seiten bedürfe man des schnöden Mammons, unv naisy habe eine offene Hand; auch sei ihr Benehmen auf beiden Schlachtfeldern dem Lawn-Tennis-Platz und im Turnsaal ein tadelloses. Worauf sich der alte Warwick zu der Erklärung erhob: Jcb fu? mich dem Beschlusse der Majorität. Es bleibt, wie cs ist. York forevcr! " Und Grethe Vollmcr schrie: Lancaster forever!" So war denn die Stellung Daisys im Bac!sisch!asten glücklicher Weise gestiert. Es trua dazu auch das Schnurrtalent Annas bei, 'die über das Waarengeschäst des amerikanischen Onkels fabelhafte Legenden verbreitete. Man müsse dabei nicht an unsere europäiffen Verhältnisse denken. Der Onkel habe ungeheure Fabriken in New Aor! mit Hinderten von Dampfmaschinen, deren Pferdekräfie sich gar nicht angeben ließen, so schwindelhaft seien sie. Und diese Dampfmaschinen arbeiteten Tag und Nacht; hier stürze man Ballen von Lcder hinein und drüben kämen Kanoncnstiefel und Morgenschuhe und Kommißbotten und Damenstiefeletten gleich zu Tausenden heraus. Das sei in Amerika so Sitte; da mache man alles mit Dampf. Um die Fabriken selber kümmere-sich der Onkel gar nicht; er habe siebzehn Direkteren und dreihundertundfünf Schreiber. Diese Zahlen wußte Anna genau. Einem so gigantischen Unternehmen gegenüber wurdc auch Agnete klein und behandelte Daisy in Folge dessen mit Hochachtung. Eines Tages erschienen unerwartet die Stiftstanten im Backfischkasten, um sich nach ihren beiden Nichten zu erkundigen. Anna und Daisy wurden gerufen; die Tanten warteien im Salon. Daisy wollie anfänglich dem freundlichen Rufe überhaupt nicht Folge leiftm. ..Ich kann mcyt. Anning," sagie sie; ich habe eine Laiumsgeduld, aber diese beiden Tanten gehen mir wider die Natur. Seh' ich sie schon, dann wird ein Krempelthier aus mix, das heiftt, es dreht sich mii die ganze Innerlichkeit zu äußerst. Und dann werden aus meinen Nägeln Krallen, und meine Adern füllen sich mit gährend Drachcnblut. Also geh Du lieber allem, Oamit kein Unglück geschieht." Doch Anna wehrte sich. Allein craule ich mich," erwicerte sie. Vor Tante Rikchen noch weniger; aber Tante Fiekchen erinnert mid) immer an :ine Ahnfrau um Mitternacht. Komm nur mit! Wir Beide bildm eine mazedonisckie Phalanx, und wenn die Tanten uns ärgern, ärgern wir sie wieder." Das war ein schöner Vorsatz, den 2aisy theilte. Doch es stellte sich heraus, daß beide Tanten von ungewohnter Liebenswürdigkeit waren. Sie brachten eine Tüte voll Makronen mit, und Ta:te Rikchen sagte dabei: Theilt sie Euch, Kinderchen, und laßt sie Euch tfrnecfen. Wie hübsch Du in dem Alanen Rocke mit dem karmesinrothen Kragen aussiehst. Daisy! Ja ich habe Dich neulich Sie genannt, aber ich meine, wir duzen uns. Wir sind ja lo nahe Verwandte. Liebes Kind, es hat mir leid gethan, daß wir gleich bei unserem ersten Beisammensein so ein bischen ancinandergerathen sind. Aber ich bin nun 'mal ein Wahrheitsfanatiker. Ich rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Und ich hatte manches krumm genommen, was na ja! Du hast uns ja auch die Wahrheit gesagt. Und nun wollen wir Frieden schließen." ES ist etwas Schönes um den Frieden des Herzens." setzte Tante Fiekchen hinzu. Das klang, als käme es aus irgend eir.cni Souterrain. Daisy begriff diese Sinneswandlung der Tanten nicht recht. Anna meinte, das Gute in ihnen bräche immer wieder durch; aber daran wollte Daisy nicht glauben. Es steckt irgend etwas anderes dahinter," meinte sie, verlaß Dich drauf. Ich weiß nur nicht was. Ich werde mir auch nicht den Kopf darüber zerbrechcm Selbst in ihrer Liebenswürvigkeit finde ia, diese Tanten noch greulich. Schilt darüber; meine Meinung ändert sich doch nicht " Drei Tage später hatte die Baronin Schröder Geburtstag. Dieser Tag wurde stets in Pracht und Herrlichkeit begangen. Am Abend vorher hatten sich die gesammen Damen am Guirlandenflechten betheiligt, und zwar ging diese Arbeit, da sie offiziös für geheim gelten sollte, unten in der Gesindestube vor sich. Es war dies etwas Neues für die Insassen des Backfischkastens und wurde köstlich gefunden. Man erzählte sich Gespenstergeschichten dabei, ein Gebiet, auf dem Prinzeß Agnete gut Bescheid wußte. Auf ihrem Ahnenschlösse daheim, in Jppenhofs, da hatte sie selbst einmal mit eigenen Augen ihre verstorbene Großmutter durch das Schlafzimmer aeben sehen, und."

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samer Weise mit einem Eimer in der Hand, und so wur sie durch das Fenster verschwunden. Agnete gab feierlich ihr Ehrenwort, es sei so gewesen. In Jvpcnhoff beachte man derlei kaum noch. Nächtliches Kettengeklirr wäre etwas ganz Gewöhnliches,"und wenn die rothe Katze der Bürensteine im Kamin miaue, so gebe es am nächsten Tage Hagelschlag. Grethe Vollmer kannte eine gräßliche Geschichte von einem Doppclqängcr, der sich selbst erwürgt hatte, und da es nun immer schauerlicher wurde, so bekam Kälbe ftinck Mutb. ein grauugeu isneirniR von etucci sslzier zu erzählen, der einmal in einem Sarge geschlafen hatte, und man hatte ihn für todt gehalten und beerdigen wollen, aber da war ihm etwas in tie Nase gekommen, und er hatte niesen müssen, und die Gewalt dieses Niesens

hatte den Sargdeckel gesprengt. Doch war auch diese Geschichte noch nichts gegen die vom Tcdtenwurm, die Ulla Mergenthin zum Besten gab. Da wurde es unheimlich still in der Runde, und alles lauschte mit verhaltenem Athem. Ulla Mergcnthin erzählte gut und mit geheimnisvoller Stimme. Zuweilen wisperte sie nur. so wenn sie das Bohren des Totenwurmes nachahmte. ... Da saß er in Schweiß gebadet aufrecht int Beile und zählte und zäblte. Poch poch poch rrr " Plötzlich kreischte Malwine Neuß auf. Es pocht wahrhaftig!" schrie sie. Quatsch," sagte 5eün Fritschc drastisch. Dann erbleichte auch sie. Wahrhaftig, es klopfte. Poch, poch, poch drei Mal. Prinzeß Agnete zog die Beine hoch, wie immer, wenn sie Furcht bekam. Grethe Vollmer machte ein langes Gesicht und ängstliche Augen. Poch, poch, poch ging es wieder. Alle erschauerten; nur Daisy rief mit lauter Stimme: Herein!" Da öffnete sich die Thüre. Aber es stand keine Ahnfrau draußen und kein Doppelgänger, sondern ein junger Mann in grauem Radelanzug, mit einem Kasten über die Schult, und verbeugte sich höflich. Ein Handlungöreisender!" schrie Agnete. Wie kommt der denn hierher?" Jetzt sprach auch der junge Mann. Vergebung," sagte er, ich handle nicht, weder mit Weisheit noch mit Haarnadeln. Ich stehe a?:ch mit Erlaubniß von Fräulein Bramann allhier; heiße Egon von Lehn, habe zwei Kousinen in dero werther Gesellschaft. bin Maler von allerlei und wollte fraaen. ob ick die aesammten Anwesenden mcyt aus Äntan oer morgigen eiei bei Blitzlicht photographiren soll. Dtt Apparat hängt rücklings von meiner Sterblichkeit. Web thut es auch nicht; ich bitte nur, recht freundlich zu sein " Anna begrüßte Egon stürmisch, Daisy mit gemessener Höflichkeit. Alle Anderen waren entzückt. Erstens: ein junger Herr; zweitens: photographiren aller Grund, entzückt zu sein. Man bildete eine Gruppe, bei der die Guirlanden Verwendung fanden; die weiße Rose hatte sie mit weißen, die rothe mit rothen Bändern geschmückt. Die Rosen wollten beieinander bleiben. Aber Egon war dagegen. Er stellte eine neue Gruppe; hinten die Großen, vorne die Kleinen, Malwine Neuß und Nclly Fritsche auf den Knieen davor. Tann observirtc er durch die Linse. Gut so," sagte er. Durchlaucht, wenn ich gehorsamst bitten darf: den rechten Fuß etwas zurück, sonst wird der Fuß zu groß auf dem Bilde" Alles ticherte. Daisy, den Kopf höher. Kom?sse Sandels, bitte linke Schulter vor. Jetzt aufgepaßt: ich zähle bis drei Das Licht zischte auf. Merci," sagte Egon; nun noch einmal " Der Vorgang wiederholte sich. Agnete war verschnupft wegen des großen Fußes." Ulla Mergenthin fand, daß Anna ihren Vetter merkwürdig vertraulich behandle. Grethe Vollmer flüsterte Käthe Finck in das Ohr: Du, das ist ein reizender Mensch. Künstler haben immer so etwas Reizendes " Und Käthe Finck flüsterte zurück: Aber auch viel Freies, sehr viel Freies " Am nächsten Morgen hub die große Feier schon in aller Frühe an. Ehe es zum Frühstück ging, versammelten sich die Mädchen unter den Schlafzimmerfenstern des Schröter'schen Ehepaares. Die waren heute noch verhängt; das gehörte mit zur Jnszenirung. Prinzeß Agnete hatte noch nicht ausgeschlafen, plinkerte mit den Amzen, schlurrte wie eine Nachtwandlerin umher und trat Nelly Fritsche auf den rechten Fuß. Nelly schrie Au!" und wurde wüthend und rief: Sieh Dich doch vor, alter Dui,el!" Diese tödtliche Beleidigung erweckte Agnete aus ihrem Halbschlaf. Nelly, ich verbitte mir das," gab sie zurück; respektire gefälligst meinen Stand und Namen!" Respektire D u gefälligst meine Hühneraugen!" schrie Nelly. Die Beiden standen sich wie zwei Kampfhähne gegenüber. Augenblicklich hatten sich auch die beiden großen Parteien zusammengeschaart; hie rothe, hie weiße Rose. Aber da stürzten die drei Lehrerinnen herbei. Nehmen Sie doch Rücksicht auf die Feier des Tages!" rief Fräulein Bramann außer sich. Man schimpft eine Prinzessin nicht ,alter Dussel'," antwortete Agnete. Ich lasse mir auch von einer Prinzessin nicht auf die Zehen treten!" schrie Nch; ihre großen Füße thun doppelt weh! " Das war unerhört. Agnete wurde kirschroth; sie fauchte nur noch. Ich schreibe das meiner Bcama ja, das thu' ich," sagte sie. .Bitte schön." erwiderte Nellv. .gaw

Bürenstein-Jppenhoss kann mlr den Buckel 'runterrutschen " Die Situation hatte sich so gefährlich zugespitzt, daß nur ein schneller Entschluß den Frieden reiten konnte. Aufgepaßt!" rief Fräulein Bramann; wir singen jetzt. Zwei drei! Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" Der Gesang hub an. Das war ein Glück. Die beiden Kampfhähne mußten mitsingen. Nelly that dies mit besonderer Energie. Sie legte alle ihre Wuth in den Ehoral. Trotzdem klang er hell und frisch in die Morgenfrühe hinein. Am Gartenzaun standen der Briefträger, die Milchfrau, zwei Straßenfcger und ein paar Passanten, die vom Brunnen kamen, und hörten aufmerksam zu; standen auch Onkel Nante und Egon, die gemeinsam einen Frühspaziergang unternommen hatten und nun gerade zur rechten Zeit am aafischkasten vorüberkamen. Schon bei Beginn des Chorals hatten sich oben die Fenstervorhänge verschoben, und Frau von Schröter wurde sichtbar. Sie hatte Thränen in den Augen und sah sehr bewegt und gerührt aus; das gehörte gleichfalls mit zur Jnszenirung des Tages. Hinter ihr stand der Staynhausen'sche Kammerherr, schon völlig in Toilette, das Monokle im Auge, sehr korrekt, gleichsam die Personifikation adliger Grundsätze. Nach Beendigung des Chorals stieg Frau von Schröter zu ihrem Volke herab. Nun sollte die Prinzessin als die Durchlauchtigste des Backfischkastens im Namen aller einen kurzen Gratulationsvers absagen. Sie drückte Anna rasch ein Zettelchen in die Hand und flüsterte ihr zu: Soufflire mir ich bin noch sehr wüthig " Dann aber trat sie aus der Reihe vor, machte einen schönen Hofknicks und be-

gann: Des Himmels Segen wünschen wir, Geburtstagskind, von Herzen dir " Nun stockte sie bereits. Wir wünsehen, daß." soufflirte Anna. Nelly kicherte. Wir wünschen, daß." begann Agnete von Neuem und schlug mit dem rechten Fuße nach hinten aus, um Anna bemcrklich zu machen, daß sie schneller fortfahren müsse. Daß auf allen Wegen," soufflirte Anna. Wir wünschen, daß ans allen Wegen, Wir wünschen, daß auf allen Wegen " Dich Glück und Gunst begleiten mögen," flüsterte Anna. daß ans allen Wegen Dir Glück und sinnst " Dich Glück und Gunst," schrie Anna halblaut. Dich Gliick und Gunst Tich Glück und Gunst Begleiten mögen " begleiten mögen " Nun ging es flotter vorwärts. Und fca du ai?ch in fernen Jahren Uns Deine i'iebe mög st bewahren" Agnete sah sich um, ob noch mehr komme. Aber Anna schwieg, und Nelly kicherte von Neuem. Da machte Agnete wieder einen schönen Hofknicks und dazu ein übermäßig dummes Gesicht. Ihr ahnte, daß noch die Schlußwendung fehlte; doch sie hatte das Verschen so undeutlich abgeschrieben, daß Anna die letzten beiden Sätze absolut nicht entziffern konnte. In Folge dessen schwiegen Beide. Prinzessin Dusseleia," flüsterte Nelly; eia popeia, Prinzessin Dufseleia " Frau von Schröter that, als merke sie gar nicht, daß der Gratulation der Abschluß fehle. Sie küßte Agnete auf die Stirn, bedankte sich, hielt eine 'kleine feine Ansprache und küßte sodann jedes der Mädchen. Zum ersten Frühstück gab es Topfkuchen und Rosinensiolle. Es wurde stark gegessen. Nelly ließ es an boshaften Anspielungen nicht fehlen. So 'ne Prinzessin," wisperte sie ihrer Nachbarin in das Ohr; Füße wie Appelkähne. Wenn die 'mal die Kinderschuhe auszieht, kann ein Regiment Gardekürassiere Stiebe! davon kriegen " Sie konnte sehr stachlicht sein. Agnete that, als hörte sie niHts. Was sollte sie sich mit dem niederen Adel abgeben! Dafür versveiste sie so viel Nosincnstolle, daß sie Mittags Salzsäure nehmen mußte. An diesem Tage wurde der Unterricht ausgesetzt. Im Laufe des Vormittags erschienen zahlreiche Gratulanten. Zuerst der Kurdirektor, ein alter Major außer Diensten, der auch, wenn er nicht sprach, beständig den Mund bewegte, so daß es aussah, als kaue er unendlichen Priemtabak. Es kamen ferner der Hausarzt, der Zeichenlehrer und ein paar Honoratioren von Bützow; dann zeigten sich auch die Stiftstanten, die einen Korb mit jungem Klostergemüse" mitbrachten, und Oberst Jüttner mit einem riesigen Blumenstrauß. Gegen Mittag irat Egon zum Handkuß an; er hatte sich im Hotel zum Greifen" eingemietet, wollte landschaftliche Studien in den Bergen machen und hatte selbstverständlich im Backfischkasten seine Karte abgegeben. Auch aus der Ferne hatten sich einige ehemalige Pensionärinnen eingefunden, unter ihnen Ditta Erdmann, die berühmte und vielgenannte erste Großmutter" des Instituts, die allgemeine Bewunderung erregte; fernec Olli von Rathenau, eine Freundin Annas aus Riegnitz, Tochter des Oberpostraths. Alle Gratulirenden wurden im Salon empfangen. Die Backfische mußten abwechselnd anwesend sein, begrüßen helfen und Torte mit Portwein anbieten. Onkel Nante hatte dem Geburtstagskinde außer dem Rosenstrauß noch eine neue Erfindung zu Fußen gelegt-

i Werde gesund und bleibe gesund j Lebcrkrankncitcn, Billiöfltät, ? fm durch die Anwendung von 3?5fl l Tr. August König s ksE Dropen i los wirst, sie reguliren und reinigen. g 7 brauch, St. Jakobs Oel gegn, ?1)mrrrn ., g

eine elektrische Patentnachtlampe, die wie ein verbogener Cylinderhut aussah und leider beim ersten Versuche versagte. Am Abend sollte ein großes Garten-! fest stattfinden. Dazu waren die ge-! sammten Gratulanten des Vormittags und diejenigen Angebörigcn der Pensionärinnen, die in Riegnitz und Umgcgcnd wohnten, geladen worden, unter ihnen auch die beiden alten Herren von j Lebn. Fortsetzung folgt. Hau.vurgcr c. Hlff fahrt nach Äc:.c.ucla. Die Hamburger Beiträge" schreiben: Die wirthscyaftlichn Interessen, die Deutschland in Venezuela wahrzunehmen hat, und auf die sich jetzt, wo deutsche Kreuzer das Recht des deutschen Kaufmanns schützen sollen, die allgemeine Aufmerksamkeit richtet, kommen großentheils in- der Hamburger Handelsstatistik zur Darstellung. Hamburg hat im Handelsverkehr mit Venezuela im Jahre 1901 zum ersten Male eine aktive Handelsbilanz gehabt. Niemand wird aber auf die Vermuthung kommen, daß sich diese Erscheinung aus einer überwiegenden Vermehrung des hamburgischen ExPorts nach jenem Lande erklären möchte. Eine derartige HandelsentWicklung war während der letzten Jahre bei den genugsam bekannten revolutionären Kämpfen in Venezuela von vornherein ausgeschlossen. Die Ausfuhr Venezuelos hat nur noch stärker als seine Einfuhr aügenommen. Die venezolanische Produttion hat bei den jede nationale wirthschaftliche Arbeit zugrunde richtenden politischen Verhältnissen noch schwerer gelitten als der hamburgische Export. Im Jahre 1896 kamen in Hamburg für 20,3 Mill. Mark venezolanischer Waaren herein und gingen aus Hambürg für 13,3 Mill. Mark Waaren nach Venezuela ab; im letztverflossenen Jahre betrug die venezolanische Einfuhr in Hamburg 7.9, vie bamburgische Ausfuhr 8,8 Mill. Mark. Die vorjährige venezolanische Einfuhr in Hamburg ist die kleinste auf viele Jahre zurück; die entsprechende hamburgische Ausfuhr befindet sich allerdings seit 1899 wieder in allmählich aufsteigender Bewegung, ohne dabei die vor 6 oder 7 Jährn bereits erreichten Ausfuhrmengen auch nur annähernd wieder erreicht zu haben. Der Haupteinfuhrartikel aus Venezuela aus Hamburg, der Kaffee, hat im legten Jahre einen besonders geringe.l Ertrag gehabt: es kamen rund 44,000 Dz. für 4 Mill. Mark herein, während Jahrs vorher rund 90.800 Dz. für 9.6 Mill. Mark geliefert worden waren. Ebenso hat die Gutta-percha-Einfuhr statt 2,2 Mill. Mark wie in 1901 nur 1,3 Mill. Mark erbracht. Kakao ist noch mehr zurückgeblieben: die Einfuhr von 1901 bewerthete sich auf 951,000 Mail gegen 2 Millionen Mark im vorhergehenden Jahre. Unter den zahlreichen Ausfuhrartikeln, welche jährlich nachVenezuela gehen, stehen Baumwollenwaaren, Reis und Butter obenan. Günstiges ist nur von der BaumwollenAusfuhr zu berichten: diese vermehrte sich in der Zeit von 1899 bis 1901 von 2618 Dz. im Werthe von 910,000 Mark auf 3692 Dz. zu.1,3Millionen Mark. Reis dagegen wurde im letzten Jahre mit rund 100.000 Mark Minderertrag gegen 1899 nur für 789.960 Mark und Butter mit über 50.000 Mark Rückgang für 415.880 Mark verschifft. Die Schiffsverbindung zwischen Hamburg und Venezuela ist im vergangenen Jahre ebenso wie früher in erster Linie durch die regelmäßigen Westindienfahrten der Hamburg-Ame-rika Linie hergestellt worden. Außer den Schiffen dieser Gesellschaft, di? monatlich zweimal über St. Thomas nach Venezuela abgehen, sind im letzten Jahre nur 5 dänische Segelschiffe, ein norwegisches und ein englisches Segelschiff mit. zusammen 1949 Tons ausgelaufen und 8 dänische und ein norwegisches Segelschiff mit zusammen 2433 Tons imHamburger Hafen eingekommen. Bestimmungshäfen für die fremden Segelschiffe sind Ciudad Volivar und Maracaiö?; SU deutschen Dampfer laufen dagegen namentlich LaGuayra, Porto Cabello und Carupano an. Häfen, die In letzter Zeit durch die venezolanischen Unruhen mehrfach die Oeffentlichkeit beschäftigt haben. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow".

Feuer - Signale.

1 Pennspiv und Startet 6 English'i Opern-HauS 8 Erstund Ne Dork 7 Noble .nd Richigan S N. Jere? u. Maff Ad s Pine und North 10 Maxktt und Pine 11 Vcrmont nahe East 12 Ny. 8 EpritzenhauS Maff. Ave nahe Noble !3 Denvare und Waln'.'.t 14 Si.Jcrscv u Central A. 15 Wasi. und ComcU Slve .6 Ash und II. Straße .7 Park Äve und 12 Str .? Columbia undHillfld 13 Higbland Zlv u. P,att kl Illinois und St, Joe 23 Pennsylv. und Pratt 24 Mendian und 11. Str 25 No. 5 Spritzenhaus 16. nahe Jllinoi 26 Senate Aseu. StLlai? 27 Illinois und Michigan W Psyivnia und 14. 29 Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Spritzenhaus Ind AvenaheRichigan 32 Meridian und Walnut 34 California u Vmont 35 Blake und New Aork 3 3d. Av. u. St, Clair 37 City Hospital 38 Blake und Norty 39 Michigan und Agnes 41 No. Spritzenhaus Washington nahe West 42 Gsndorf u Wafh. 43 Mffoun u New Kort 45 Meridian u Wach 4 Jllrnois und Oh 47 Capitol Av. u Wash 48 uegan'S Porkhaus 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Etr 51 No. 10 Sprinbsus Illinois u Merrill 52 Jl!ino,s u Louisiana 53 Weit und E uth 54 West und McCarrh öS Eenikte Ave. u Henry 67 Meridian und Rav 56 No. 4 Spritzenhaus MadrsonAv.uMor.-iS 69 Madison Av. u Dunlop 1 No 2 Haken LeiterhauS Eouth nahe Delawar 63 Penn, u Merrill 53 Telaware u. McEarttz 4 Saft und 3fear? 5 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Slv. u Bradsha 63 Sast und Prospect 69 Bicking und High 71 R. 11 Spritzenhaus Vir Ave. mch Huron 72 Eaft und Georgia 73 edar und Elm 74 Davidson u Seorgia 75 önglish Av. u Pine 7 EbelSy und Bates 7k No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby H Fletcher v. u Shelby 81 Market u. Ne Jersey 82 Delaware und Wash. 83 CaÜ u Wasbington 84 New York u. Davidsox 85 Taubstummen Anstalt 8 Ver. Staaten Arsenal 87 Oricntal und Wash. 89 Frauen-Resormat. 91 No. IZ Spritzenhau Marvland nahe Mer. !2 Meridian u. Vergia. 93 Meridian und Scuth 4 Pennsylv u. Lonifiana 95 Virqini? Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Av und Obis 23 No. IS Spritzenhaus 1. und Ash. 124 Alabama und 1. ,25 Central Ave und 15. 126 ZjandeS und 15. 127 Broorside und Jupiter IM Central Av und 17. 129 Lelaware und IS. 131 Alabama und 11. 132 Bcllefontaine und t, 134 College Ave und 20. 155 Delaware und IS. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 Corneil Ave und 13. 141 Yandes und 12. 142 Higbland Aoe und M. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey -nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus HiUfide Av und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 7. 152 Park Ave und 2. 15? L E u. W Bahn u. 2. lö4 Ramsey Ave und Mi 156 Stoughton u Ncwman :57 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 15? No. 21 Spritzenhims Brightwood i2 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. eyftone 167 Arsenal Ave und 23. 168 Bellefontaine und 28. 169 Park Ave und 1. 12 CapiUU Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Michigan 214 Illinois und 20. 215 Senate Are und 1. 21 Pcnnsvlvania und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Aoe und 26. 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLcan 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 Illmois und 35. 236 Annctta und 30. 237 No. 9. Svrrtzcnhiu Utell und Xaver 238 UdeU Ladder Worls 239 Jabcl und 7. 241 Meridian und 24. 242' Illinois u Ct. Zlec't 243 Eldrioq nd 23. 312 Wst uud Walnut 818 West und 12. 314 Howard und 16. 315 Dorbet und Parc. 316 Capital Ave und 10, 317 Northwestern Ave ul 818 Gent und 18. 31 Canal und 10. 3 Cerealine Wrks 324 Vermont und Lynn 825 Bismarcku Grandkic 326 No. 2? Spritzenhaus Haugbmlle. Z27 Michigan u. Hlmes. 328 Michigan u. Concord 841 West und McIntyn 412 Missouri u. MarvlarU 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Seorgic 416 Missour'. u ÄintueU? 417 Senate Ave u. Wasy. 421 P und E Runr ui W. Wasbington. 25 Jrrm-Hospital. 424 Mi.ey Ave u. J D u O 425 Wash. und Harris 42 No. 18 Cpritznchsul W. Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und OSgood 42 Nordyte und Kor 431 Hadley Ave u. Morr 432 Rivn Ave u. orriZ 454 River Sle rtStay 435 Hardmg u. Big 4 436 Harding und Oliv 437 Ro. 19 Spritzend Morris und Harbins. 4 Hwd und Will 439 ClKfyrt 451 Reisn und Miller 452 Howard und Lee 455 Morris und app 45 Lambat und Betont 457 Nordvsk Ave u. Van msn Works 612 West u,d Ray 513 KcntuckpAve u.ru. 61 Meridian und Morris 516 JllinoiS nd Kansas 517 Morris und Dakota 518 Morris und Cburch 619 Capital X u McCarttz 521 Meridian und Palmer 523 Pine uu' Lord 524 Madiior Ave u Lincoln 26 Meridian und Belt StA 527 Carlos und Ray 528 Meridian und Arizona 529 Meridian u. Ravmond 531 Meridian u. McCsrty 532 No. 17 Spritzenlu Morris nahe Weft 612 McKernan und Dough 613 Caft u. Lincoln Lu 614 East und Aeecher 15 Wright und Sanda 617 MeCarty und Beaty 18 New Jersey u Bir Ave 712 Spruce und Prospekt 713 Gngllsh Are. u. Laurel 714 State Ave u. Belt R 715 Shell?" und Beecher 71 State Ave nd Orang, 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Ci. .um Ar 721 Lerington A. u Laure 723 Flstc'xr Avk U. Cvnict 724 State Ave u. Pleasant 725 Prosp'kt und0 Mari 726 Drang: und Hail' 728 Liberty und Merk 729 Xbllt UNd South 812 No. 16 Spritzenhaus Oft Washington Str 813 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Av 815 Micbigan u. Highlant 816 Market , Arsenal 817 Ost S'. la und Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle Sh?5? 823 Vermont und Walcott 824 Wash.u id State A 825 Madden'Skounge Fab. 82 Tucker und Dorsey 827 ash. und Beville Ave 829 No. 12 Spritzenhaus Beville nah Michuz, 831 Southeaster Ave und Woodfide. 832 Wash. und Dearbor 834 Southeaftern und Arsenal AveS. 835 New Aork urd Dempl 12 Illinois und Maryl, 913 JllinoiS und Market 914 Penn, nd Wstz 9i5Telaware nah Spezial-Tizvale. Ersten 2 Schläge, zweiter Alarm. Zweiten 2 Schlage, dritter kra. Dritten 2 Schlag, viert Klara, l-t-i, Feuer aus nd Schlauch ausgerollt. 3 Schlage, Wafferdruck b. 12 Schlage, 12 Uhr Mittags. XHe '0 bezeichneten Signale werden nur vom Tdura, Wächter angegeben da an den betreffenden träte? kreuzung fct llarakSKe gebracht sind.