Indiana Tribüne, Volume 26, Number 114, Indianapolis, Marion County, 5 January 1903 — Page 7

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(Festsetzung.) Da ist wenig zu sprechen " Otto erhob sich und zupfte an seinem Ueberrock. Wenig, Du kennst ja die Sachläge. Erich. Liegt juristisch die Möglichkeit vor. daß wir dem elterlichen Gebot trotzen und uns doch noch heirathen können?" Erich zog die Schultern sehr hoch. Möglich ist alles, Kinder. Aber wenn Ihr den Ton auf das Wort ,juristisch' legt, kann ich Euch nur antworten: Ihr müßt warten, bis die Anna majorenn ist." Wie lange dauert das noch?" fragte Anna. Sieben Jdhre." Anna erschrak. Herrje! Da bin ich ja schon ein altes Weib!" ,.2a bist Tu genau Vierundzwanzig. Gerade alt genug zum Heirathen. Jakob hat auch sieben Jahre um die Rahel gefreit, und dann wurde ihm von dem schlauen Laban noch dazu die Lea aufgchalst." ..sieben Jahre ist eine schrecklich lange Zeit," klagte Anna. Da kann mich auch die Bibel nicht trösten." Wahre Liebe überwindet Zeit und Raum. Aber mir scheint, bei Dir spricbt die Einbildungskraft ungemein stark mit." Ench hatte das 2Botf Clnvlldungskraft" kaum ausgesprochen, als Egon aufsprang und unter lebhafter Gestikulation ausrief: Einbildung das ist's, Erich! Man bildet sich hundertmal ein, verliebt zu sein, und ist's doch nicht Wie schläfst Du, Anna?" Das geht Dich nichts an!" Antworte vernünftig. Es bandelt sich um eine wichtige psychophysiolofische Feststellung. Wie schläfst Du?" Wie ein Murmclthier." Leidest Du an Herzklopfen?" Ja; wenn ich stark getanzt habe. Aber selten." 2cr;ön. lind Tu, Otto? Läufst Du wie ein Wahnsinniger umher? Machst' Tu Gedichte? Schmeckt Dir das Essen nicht mehr? Würdest Du Dich schlankweg todtschießen, wenn Du die Anna nicht krieglest he? " Otto hatte stumm zugehört. Er stand am Fenster und starrte in die Luft; blaß, mit gefalteter Stirn, mehr finster als ernst. Nun wandte er sich ärgerlich an Egon. Frag nicht so thöricht, Vetter! Todtschießen! Von Todtschießen ist keine Rede, und Gedichte hab' ich noch nie gemacht. Wenn man auch noch so verliebt ist, kann man doch immerhin vernünftig bleiben!" Bestreit' ich," erwiderte Egon; die Liebe ist die göttlichste Unvernunft." Nun erhob sich Anna aus dem berühmten Bankdirektorstuhl und trat vor Otto und sagte mehr weinerlich als kummervoll: Na. weißt Du, Otto, wenn Tu Dich nicht einmal todtschießcn würdest" Würdest Du vielleicht Gift nehmen?" schrie Otto nervös werdend. Die Thränen begannen bei Anna bereits wieder zu tropfen. Warum denn nicht?" schluchzte sie. Wenn alles gegen mich ist da da schluck' ich auch Gift" Und sie suchte nach ihrem Taschentuch. Erich lachte hell auf. Nananana. Annchen," meinte er, Gift thut wet " Es beißt, kratzt, reißt und krabbelt," setzte Egon hinzu; das bedenke." 1 Aber Anna war in MärtyrerstimIttning. Ach was," sagte sie, wenn es fiauch beißt. Was soll man denn noch beiuf der Welt! g( Otto war außer sich. ' Habt Ihr je einen solchen Kinds9lopf gesehen? Ich frage Euch! Kann nan nicht bei der Vernunft bleiben? JKann man nicht" Er stöhnte auf p.nb hob die Hände empor Ich frage uch! Gut: wir lieben uns. Gew'lß sieben wir uns. Aber mein Gott p zenn Himmel und Hölle gegen eine )eirath sind dann dann umbrin-

en werden wir uns ?eventaus i ch t ! " Er war in großer Erregung. Und un brach es auch in Anna los. Man ußte nicht recht, war es Kummer und rain oder der Aeracr übe: Otto. rich glaubte an den Aerger. Anna iel Eaon mit solcher Plötzlichkeit um en Hals, daß dieser förmlich in's Tauein kam und die Situation einen Anstrich in's Komische erhielt, trotzdem Anna jammerte: Siehst Du wohl, Egon ach, Egon, pfui hast Du gebort? Er liebt mich nicht mehr, der Otto er liebt mich nicht! " Doch!" schrie Otto. Wirklich, er schrie es. Doch lieb' ich Dich! Mohremlement. ich liebe Dich! Haft Du verstanden: ich liebe Dich! " Erlaube gefälligst," wandte Egon ein; das kannst Du doch leiser sagen" Und Erich fügte hinzu: Nach Allem, was i ch über Liebeserklärungen in Erfahrung gebracht habe, flüstert man solche gewöhnlich, aber brüllt sie nicht, baft die Wände zittern."

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Xt Eine fiüf)sicf)ß Sommciocscf)tcö(c von Fedcr vou Zobcltitz f tt tt . i ; Ich brülle nicht," entgegnete Otto, aber er that es dennoch. Die Anna macht mich völlig rabiat " Rabiat?" schluchzte Anna an der Brust Egons. O Gott! Hast Du gehört, Egon? Er ist zu scheußlich! Er hat sich nur eingebildet, mich zu lieben" Es strömte und rann Über iyre Wangen. Sie besaß eine seltene Fähigkeit im Thrän?nvergießen. Egon kannte dieses Talcnt und hielt nicht viel davon. Aber leid that sie ihm trotzdem. Er streichelte ihre Bäckchen und gab ihr einen Kuß. Laß man," sagte er beruhigend, so 'ne Einbildung schadet ja weiter nichts. Das kommt schon mal vor " Und dann flab er ihr noch einen Kuß. Erich saß an seinem Schreibtische uno spielte mit der Papicrscheerc. Er hielt es für ein großes Glück, daß dieser LiecesHandel in der Auflösung war. Er blinzelte zu Otto herüber, der wie ein Rasender auf und ab stürmte und dann plötzlich vor Erich stehen blieb. Erich, wir haben in Ruhe mit Dir verhandeln wollen " Was Du so Ruhe nennst, mein Junge!" Wir können uns also nicht gegen den Willen der Eltern heirathen?" ijenn Ihr nicht etwa durchgehen wollt" Da hob Anna den Kopf. Das war eine neue Perspektive. Sie hatte einmal einen wunderschönen Roman gelesen, von einem ritterlichen Polen, der die Tochter eines Thierarztes entführt hatte im Schlitten und mitten im Winter und selbstverständlich ein Rudel von Wölfen hinter ibnen her. Dies Bild schwebte ihr vor Augen. Durchgehen." wiederholte sie leise. Durchgehen!" wiederholte auch Otto und lachte bitter auf. Sehr schön. Mein Reisegeld würde gerade bis Breslau reichen Und meine Uniform? Und unser guter Name? Und was würde die Welt dazu sagen?" Erich legte die Papierscheere klirrend auf den Tisch zurück. Ja, lieber Kerl, wenn Du schon überlegst," begann er; aberOtto fiel ihm in's Wort: Sprichst Du nicht auch ewig von Uebcrlcgung? Ich bin weder Kind noch Narr. Nu7 ein armer Teufel bin ich stecke in glänzendem Elend weiß oft nicht mal, bei Gott, so ist es, wie ich meine Waschfrau bezahlen soll Ich knappse und knappse ich schäme mich vor meinem Burschen Vielleicht geht es noch ein Jahr oder zwei man jonglirt sich so durch aber dann? Eh' im es zu auskömmlichem Gehalt gebracht hadc, kann ich längst um die Ec e seincy hr seio hundertmal besser dra, Ihr Vcttern! Ich weiß, wie man die Nase in der lieben Familie gerümpft hat, als Du RechtsGUvalt wurdest, Erich, statt die Regierungskarriere einzuschlagen, so wie es einem Lehn ,würdiger' zu Gesicht gestanden hätte. Du brauchst nicht mehr zu jongliren Du hast die Armuth hinter Dir. Ja. die Armuth! He, Egon, was thut sie Dir? Nichts, d?nn T u bist ein Freier m i ch aber schlägt sie in Ketten mich drückt sie zu Boden!" Auf aller Gesichter war ein Zug des Ernstes getreten. Auch Erich lächelte nickt mehr. Es war ihm immer ein Räthsel gewesen, wie Otto sich so tapfer durch das Leben zu schlagen verstand. Erst in den letzten Monaten hatte er zu klagen begonnen. Es mußte schlimm um ihn stehen. In nervöser Unrast durchquerte er wieder das Zimmer. Keine Thräne mehr, Anna!" ri?f er. Was nicht geht, geht nicht! Gib mir mein Wort zurück! Du Du wirst auch ohne mich glücklich werken. O q Dein Kinderherz wird sich trösten. Gut, daß Du noch ein Kind bist Ich bin ärger dran. Was wird mein Ende sein?" Eine gute Partie." sagte Erich und stand brüs! auf. Otto starrte ihm in das Gesicht. E5 zuckte nervös über das seine. Er nickte. So ist's Eine gute Partie! Ist auch schon da! Ist schon gefunden! Es lebe der Schacher!" Otto!" Anna sagte das hold '.iebevoll, halb verweisend. Sie trat an seine Seite und umschlang ihn. Ihre Stimme klang weich und zärtlich; der Ernst des Augenblicks ließ auch ihre junge Seele erbeben Otto, ich bitte Dich: nicht so verzweifelt. Sieh, ich selber bin ruhig geworden. Ich ich sage es Dir offen: ich meine, die Vettern haben recht vielleicht bildete ich mir nur ein, daß ich Otto, ich gebe Dir Dein Wort zurück. Mehr noch: ich bitte Dich, laß auch Du mich frei! Wir beiden armen Menschen gehören nicht zueinander " Sie weinte nicht mehr. Jetzt war sie muthig geworden; sie wuchs über sich hinaus. Und Otto nahm ihre Hände und preßte sie heiß und fest, undes stieg wie ein kochender Quell in ihm auf. Jtina," rief er, ich o, ich wollte, Tu könntest in mein Herz schauen, wie

es da aussieht so zerfahren so trostlos so " Und dann schrie er auf und griff nach der Mütze. Laßt mich! Ich will ort! " Und stürmte davon. Stürmte davon ohne Grußwort. Hart fiel die Thür in's Schloß. Egon wollte ihm nacheilen. Otto!" rief er; Otto so bleib doch! Sei kein Thor!" Aber der Andere kehrte nicht zurück. Erich ballte ein inhaltloses Kouvert. das auf dem Schreibtische lag, mit der Faust zusammen und schleuderte eö wie ein Geschoß in den Papierkorb. Laß ihn," sagte er; ruf ihn nicht zurück. Was lräre ihm noch zu sagen? Hofs der Geier, daß o mei Bravheit verkümmern soll!" 3a so viel Bravheit," wiederholte Anna. Aber nein er soll nicht verkümmern. Soll nicht! Ich bin ein grunddummes Mädel. Ich heule immer gleich. Aber ich will mir die Augen wischen. Ich will auch einmal klar sehen Erich, Du weißt's nun: zwisehen ihm und mir ist's aus. Es nun also ja, es war Täuschung. Ich seh' es ein. Erich. Ottos Zukunft muß gesichert werden. Was bleibt ihm übrig als eine reiche Hcira'.h? Und sagte er nicht, sie sei schon gefunden, die grte Partie? Meint er, daß" Nun, was?" fiel Erich rauh ein. Ich kann mir schon denken, wen man ihm aufhalsen möchte " Wen? Ah die Daisy " Na. wen denn sonst!" meinte Egon. Gib mir eine Ciganetie. Erich. Hast Du einen Kognak bei der Hand oder sonst ein gebranntes Wasser? Mir ist elend zu Muthe. O über diesen Alltagsjammer! " Anna war in einen Fauteuil gcsunken und sehr nachdenklich geworden. Also wirklich die Daisy," sagte sie. Das -ist der beste Ausweg. Das ist eine brillante Idee. Ich werde recht schwesterlich zu ihr sein. Sie paßt ja viel besser zum Otto als ich. Und sie selber; sie ist nicht blos reich, sondern auch hübsch und vornehm und distinguirt ja, das ist sie trotz " Trotz?" fragte Erich, als er sah, daß Anna stockte. Er setzte die Kognakflasche auf den Tisch und schaute die Kousine an. Trotz des Schuhwaarengeschäfts in New ?)?rk. wolltest Du sagen nicht wahr?" Und plötzlich nahm seine Stimme einen cigenthümlich bitteren Klang an. O tos vergißt man dann," fuhr er fort. Und ob er sie liebt oder nicht auch das ist ja aleich! Es lebe der Schacher! JawlTyl so rief Otto selber! Herrgott. Anna siehst Du denn nicht, dan dieser Vllzacher eine neue Ernieorigung sur uns ist?" Anna machte große Augen. Dann senkte sie unwillkürlich den Kopf. Sie fühlte, daß der Vetter recht hatte. Es war ein häßlicher Schacher. Und plötzlich fiel ihr noch etwas anderes schwer auf die Seele. Sie hatte sich leichtsinniger Weise Daisy anvertraut; wie aber konnte Daisy Interesse für Otto gewinnen, wo sie wußte, daß sich die Fäden eines zarten Verhältnisses zwischen ihm und der Kousine spannen? Es wirbelte Anna im Köpfchen. Es war alles so gräßlich Ein Augenblick der Stille war eingetreten. Man hörte das Ticken des Regulators an der Wand. Erich sah mit finsteren Blicken den Rauchfchlangen seiner Cigarrette nach. Egon schenkte sich einen zweiten Kognak ein; man mußte das Alltagselend" mit Alkohol hinunterspülen In diese Stille schrillte der Ton der Entreeglocke hinein. Die Aufwärterin brachte Erich eine Visitenkarte. Juristenbesuch?" fragte Egon. Erich schüttelte lächelnd den Kopf. Nein; heule ist geschäftsfreier Sonntag. Ein anderer Besuch. Lest!" Er warf die Karte auf den Tisch. Daisy M. Lehn" stand auf dem ilcinen gelben Karionblatt. Anna sprang auf. Je, die Daisy! Da geh' ich. Egon, komm mit. Wer weiß, was die will! Wir müsscn Erich mit ihr allein lassen. Wer weiß, was die will." Gehen wir," sagte Egon. Ueber die Hintertreppe, Erich nicht wahr? Ich kenne den Weg. Empfehl' mich zu Gnaden. Und wenn Du vielleicht einmal ein passendes Bild für Dein Sprechzimmer brauchen solltest etwa Kambyses, der den ungerechten Richter schinden läßt, oder " Anna zog ihn mit sich. Mein Gott, so komm doch endlich! Die Daisy wartet ja. Adieu, Erich" Sie waren kaum hinaus, als Erich die Thür zu dem anstoßenden Wartezimmer öffnete. Da saß Daisy am Tische und schaute sich die Bilder zum Trompeter von Säckingen" an. Die Sonne geht auf," sagte Erich. Kousine. welche unerwartete Freude!" Die Sonne wird gleich wieder untergehen. Vetter. Ich komme nämlich nur geschäftlich." Sonntagsheiligung, liebe Daisy. Ich betrachte den Besuch demnach lediglich als privatim." Der Besuch würde durchaus der guten Sitte, dem feinen Ton und jedweder Lebensart widersprechen. Und ich genieße im Backfischkasten eine mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattete Erziehung. Also bleiben wir beim Geschäftlichen" Sie war in das Arbeitszimmer des Rechtsanwalts getreten. Er schob ihr einen Sessel zu und ließ sich ihr gegenüber gleichfalls nieder. Er fand sie sehr sympathisch, hübsch und von zauberhafter Frische. Es lag immer so etwas wie Morgenduft über ihr. Hoffentlich störe ich nicht," sagte sie und deutete auf den Kognak. Ich sebe Du battest Gäste."

N nein, Kousine. Der Gast war ich selbst. Darf ich Dir" ,.Thank you nichts. Weder Kognak noch Cigarrette. Ich möchte nur einen juristischen Rath." Bitte unterthänigst. Meine ganze Weisheit steht Dir zur Verfügung." Du weißt, wie die Sache liegt. Ich gebe nicht nach. Das heißt" Das heißt, Du willst Herrin von Hohenwarte bleiben?" Vorläufig. Ich kann Hohenwarte natürlich nicht mit über den Ozean nehmen. Ich will nur mein Recht haben; mein R e ch t das betone ich. Ich bin notorisch die älteste Enkelin. Ist mir Hohenwarte erst als Besitz zugesprochen dann nun, dann schenke ich Anna vielleicht den ganzen Grempel. Aus freier Hand; ich kann es mir leisten" Erich mußte lächeln. Das war ein Starrkopf. diese schlanke Maid mit dem hellen Blick und dem braunen Scheitel. Nicbt eineö Fingers Breite vom guten Recht abgeben aber mit vollen Händen schenken! Rasse," sagte sich Erich; ein ganz famoses Frauenzimmer, ein Prachtmädel" Und wie verhält sich Dein Vater zu der Frage. Daisy?" Ach. mein Vater! Der steht zwischen den Schlachten. Er küßt mich und gibt mir gleichzeitig einen Klaps. Der Backfischkasten soll meine Strafe sein. Immerzu. Meine Erbschaft kann er mir nicht streitig machen. Ich opponire absichtlich auch gegen ihn. Er wächst mir sonst über den Kopf. Und ich kann mir die anerzogene Selbstsiändiakeit doch nicht wieder nehmen lassen!" Gott bewahre," erwiderte Erich lachend; das hat er davon! Aber. Daisy, Deine Sache wird nicht leicht zu fülren sein. Das wird Zeit kosten." Mag es. Mir eilt es nicht." Und wer sorgt mzwischen für Hohenwarte?" Es handelt sich ja nur um das Schloß. Ich bin bereit dazu. Es heißt, wir sollen die Sommerferien allsammt auf Hohenwarte verleben. Da werde ich mir die Geschichte einmal genauer ansehen. Vielleicht lasse ich das Herrenhaus nach meinem Geschmack ausbauen " Um es nachber Anna zu schenken " Vielleicht" Vielleicht, vielleicht, vielleicht! Du bist" Ein Querkopf" Ja. Aber ein sehr netter. Uebrigens: wir könnten uns den ganzen Prozeß ersparen, wenn Du so gut sein wolltest, einen Lehn zu heirathen. Wir sind ihrer Drei, die sich Dir zur Verfügung stellen könnten" Es war ein ganz leichtes und anmuthiges Roth, das über die Wangm Daisy huschte. Sie lachte heiter auf. Allzu liebenswürdig, Vetter," antwortcte sie. Drei freilich, da hätt' ich die Auswahl. Aber die Wahl würde mir schwer werden; da lass' ich es besser." Die Wahl ist leicht. Ich trete freiwillig zurück. Ich bin sozusagen der geborene Junggeselle. Da blieben also nur noch zwei Pardon, nur noch einer bliebe. Denn Otto ist meines Wissens bereits versorgt und gebunden." Das war er. Aber er ist es nicht mehr. Anna hat eingesehen, daß sie nicht zu ihm paßt, und ihm sein Wort zurückgegeben. Eine Lösung in Ehren und im Frieden; ein Akt der Verständigung und des Verständnisses. Vttier Otto ist gleichfalls frei. Aber ich glaube " Was?" Ich glaube, er mag Dich nicht." Der Kopf Daisys schnellte empor. Abermals erröthete sie, doch jetzt stärker als zuvor. Es war die Röthe des Zorns oder die verletzter Eitelkeit. Mag mich nicht. Ah so. Ich weiß schon. Weil ich von drüben komme. Da liegt noch meine Visitenkarte. ,Taisv Mary Lehn'; das ,von' sagt uns nichts. Aber ich darf es ja führen und eine Krone mit sieben Perlen darüber gerade so gut wie Otto " Verkenne ihn nicht, Daisy. Er hat seine kleinlichen Vorurtheile, aber ist dennoch eine noble Natur. Sagt' ich: er mag Dich nicht, so meinte ich das in anderem Sinne, als Du vermuthest. Also einfach: er würde Dich niemals lieben können " Daisy stützte das Kinn auf die Hand. So?" sagte sie. Das ist doch nur Deine Ansicht, Vetter Erich? Und woher weiset Du das so genau? Und wie kommst Du darauf? .Niemals lieben können'; das .niemals' ist ausgezeichnet. Hat er das Dir gesagt?" Erich wurde verlegen. Aber nein um Himmels willen nein! Gesagt hat er mir das nicht" Nun also! Da möchte ich es denn doch darauf ankommen lassen. Da bin ich doch neugierig, ob Du bei Deinem .niemals' verbleiben wirst " Aber, beste Daisy" Mein bester Erich, Du magst ein vortrefflicher Jurist sein, aber ein Menschenkenner bist Du nicht. Nein, das bist Du nicht, sonst-" Sie stand auf. Warten wir ab. Der Otto mag mich nicht ausgezeichnet! Wetten wir, daß er mich mag?" Erich sah ein, daß er in großem Bogen einlenken mußte. Er hatt eine Dummheit gemacht, wo er recht klug sein wollte. Er that sehr vergnügt. Als Jurist darf ich nicht hasardiren, Kousine. Außerdem hast Du mich gründlich mißverstanden " I bewahre. Sehr gut verstanden. Vetter" Ihre Augen blitzten; sie nickte ihm zu Besser verstanden, als

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