Indiana Tribüne, Volume 26, Number 114, Indianapolis, Marion County, 5 January 1903 — Page 5
Andiana Tribnue, s. Januar 1903.
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Aus d rutschen LZnrgcn. vaS geben der deutschen Nittcrssr 'uen i ZXitumtet. Tie Räum?, in welchen die Frauen im Mittelalter auf den Burgen lebten, sind wohl nicht mit jenem Luxus ausgestattet gewesen, wie er heute auf Burgen, Schlössern und anderweit aufgewendet wird, dennoch wußter die Frauen sie anheimelnd auszustatten. Die Wände waren weiß getüncht oder gemalt, in dem oberen Theil mit Darstellungen, im unteren Theil mit Ornamenten geschmückt. Bei Festen wurden sie mit Teppichen behängt. Die Decken waren gewölbt oder flach, von Balten durchzogen, der Fußboden aus geHärtetem Lehm oder mit Fliesen belegt. In den Fensternischen, die zumeist eine prachtvolle Fernsicht und einen angenehmen Aufenthalt gewähren, stand eine Steinbank, im Wohngemach gab es Polsterstühle mit oder ohne Lehne und Schemel. Das Tageslicht fiel gedämpft durch Marienglas oder geöltes Pergament in's Zimmer, oft aber waren die Fenster auch nur mit Holzläden verfehen. Viele Burgen hatten auch eigene Badezimmer. Für die Mägde waren besondere Arbeitskammern vorhanden. Dazu gab es Wirthschaftskammern, außerdem Feuerstellen und Roste, auf denen offene Flammen brannten. Küchengeräth war reichlich vorhanden. Die Burgfrau fühlte sich als Guts- und Lebnsherrin und war vielfach in ihrer Wirthschaft thätig. Wie in unseren Tagen, so gab es auch schon im Mittelalter eine Tienstbotenfrage, denn außer der leibeigenen Dienerschaft pflegte man auch bezahlte Dienstboten zu halten. Bei der Lösung dieser Frage spielten allerdings zu jenen Zeiten Ohrfeigen und Schläge noch eine große Rolle. Nur auf die Tödtung eines Dienstboten waren harte Strafen gcfetzt. Daß so etwas trotzdem vorkam, und leider nicht allzu selten, beweist eben der Strafkodex. War die Wirthfchaft erledigt, so setzte sich die Frau an den Spinnrocken oder den Webstuhl. Aber sie webte nur feine Gewebe, die grobe Arbeit verrichteten die Mägde. Die Erziehung der jungen Mädchen
war forgsaltig. Bis zum siebenten Lebensjahre blieb das Mädchen in der Kinderstube und durfte nicht einmal bei den Mahlzeiten der Eltern erscheinen. Dann wurde es entweder auf der eigenen Burg erzogen oder zu dem Zwecke auf andere Burgen geschickt, bis es herangewachsen war. Die Erziehung leiteten die Mutter und zumeist geistliche Lehrer. Die Frauen waren den Männern an Kenntnissen weit voraus, sie konnten zumeist lesen und schreiben, was selbst Wolfram von Eschenbach nicht konnte. Außerdem lernten sie fremde Sprachen, singen und das Saitenspiel. Sie malten, spielten Schach, Ball und andere Spiele. Auch Jagen und Reiten war 5 " . itt... n vi- onr inc txucuic ucuuuy. juueen uie 'jjcaochen heirathsfähig, so suchten die Eltern nach einem passenden Gatten, zumeist hne die Wahl der Tochter zu beschränTn. Das Familienleben war im GanZcN glücklich geartet. nie veTeutsche schulen im Auslande, ve Abgesehen von den deutschen Schulen Oesterreich-Ungarn und in der Lichweiz, vertheilen sich die deutschen islandschulen in folgender Weise: rülgien zählt deren 9 in 6 Städten, vo'lland 4 in 3 Städten, England 12 ku4 Städten, Frankreich 2, Italien 15 we12 Städten, Spanien 3, Portugal wi Dänemark 4 in Kopenhagen, Buldzn 1, Rumänien 14 in 9 Städten, tä Türkei 9 in 5 Städten, Serbien 1, riechenland 1. In Asien kommt nur t,t asiatische Türkei in Betracht mit deutschen Schulen in 8 Städten, i&erbern China mit 2 deutschen Schusck in Hongkong und Schanghai. In rika kommt Cgypten und Südafrika tu Betracht. Tort gibt es 3 deutsche hulen in Alexandrien und Kairo, Jk kann man 19 Schulen in 18 Städ- ; zählen. Nordamerika hat, außer fcet Hunderten deutscher Schulen in i Ver. Staaten, deren etwa 50 in lei,nada: Mexiko hat 1, Kolumbia und ainezuela haben je 1, Peru 2, Chile n Brasilien hat deren 31, Parazy 3. Urugay 1 und Argentinien 19. En Australien zählt die Kolonie SüdAustralien 8 größere und 38 kleinere deutsche Schulen, Reu-Südwales 2, Viktoria 1; in Queensland wird an ungefähr 45 Stellen deutscher Unterriebt ertheilt. i Baromcterhükmer. r.".xi... . i A c
i. leoem Furier von tanarunDogein
Uj' ist bekannt, daß durch einen Zusatz von
ij itiki iiKniri irr 4 'ir ii r ii i fT Kr tt I ? 1 1 1 1 - cc l.::: mu - - 7- zj Begierde auf, unter dem Einfluß starier Feuchtigkeit wird sie intensiv roth. und da5 mit solcher Gicherheik, daß das Erscheinen der rothen Farbe genau erkennen läßt, daß in wenigen Stunden ftarker Riegen beginnen wird. Uebrigens habensolche Hühner, deren Futter einen germgeV Zusatz von Cayennepfefsei enthält. Hoch die Eigenthümlichkeit. daß die von lihnen gelegten Eier tief rothe Dotter besitzen.
f ' -7 r i r i j o rienvögel diese Thiere eine röthliche 4 1 Farbe erhalten. Diese Wirkung des l Cayennevfeffers ist aber nicht auf KaInarienvögel beschränkt, sondern zeigt isich auch bei weißen Hühnern; bei ihnen stritt in Folge des Pfeffers eine blaßrosa Färbung auf. Besonders bemerJ Zenswerth ist diese rothe Färbung nun dadurch, daß sie als Zeichen für nahen- . den Regen, also als eine Art Barometer, verwendet werden kann. Die genannte b'aßrosa Farbe nimmt nämlich in der 9uH befindliche Aeucktiakeit mit
, 0 der Levensgeschichte Gorkis. Petersburg. 10. Dez. Vor mehreren Monaten durchzog die Erzählung einer kurzen Episode aus dem Lben Marnn Gorkis fast die ganze russische Presse: Vor 10 bis 12 Jahren suchte ein Konzertunternehmer in einer der Wolgastädte Sänger für einen Ch.'r. Maxim Gorki und bei zur Zeit berühmte russische Vassist Schaljapin waren damals beschäftigungslos und beschlossen, sich zu melden. Die Probe ihrer Stimmen führte zu einem unerwarteten Rcsultat; Gorki wurde in den Chor aufgekommen, während Schaljapin für zum Gesang untauglich erklärt wurde. In einem Gespräch mit Maxim Gorki erinnerte einer der Mitarbeiter es in Moskau erscheinenden Rußkoie Slowo" ihn an diese Episode und bezeichnete sie als eine Zeitungsente. Warum glauben Sie, daß das erdacht ist?" fragte Maxim Gorki diesen Mitarbeiter. Es war wirklich so: ich fand Aufnahme im Sängerchor, i während Schalzcipm für untauglich erklärt wurde." Das scheint mir bei Schaljapins wunderbarer Stimme höchst unwahrscheinlich." Nichts ist daran unwahrscheinlich." entgegnete Gorki. Schaljapin wechselte damals seine Stimme und sprach bald im Baß. bald im Diskant. Selbstversiändlich konnte man ihn nicht gebrauchen. Ich verfügte damals über keinen üblen zweiten Tenor. Damals habe ich wirklich im Chor mitgesungen und liebte und verstand, zu singen." Hierauf erzählte Gorki noch anderes aus seinem Loben, das ihn als Sänger charakterisirt. Besonders viel hat Gorki gesungen, als er als Bäcker in einer Bäckerinnung arbeitete. Gearbeitet wurde dort vom frühen Morgen bis svät in die Nacht hinein unter den denkbar ungünstigsten Umständen. Hitze und Stickluft herrschten in der Bäckerei, und wie ein dichter Nebel stand der Mehlstaub in der Luft und bedeckte die Gesichter der Arbeiter wie eine dicke Puderschicht. In dieser Bäckerei ließen die Arbeiter das, was ihre Seele bedrückte, im Liede ausklinaen. Den ganzen Tag tönten Lieder, bald im Chor, bald als Einzelgesang. Ganz besonders gut sang ein Zigeuner, Paschka. Es'kam vor, daß Paschka. nachdem er seine Kringel mit oer Schaufel in den Backofen geschoben hatte, sich mit über der Brust verschlungenen Armen auf die Schaufel stützte, die Augen schloß und ein Lied anstimmte, daß die ganze Schaar in Aufruhr gerieth. Sein Ges-ang rief eine solche Herzensangst hervor, daß ihm schließlich verboten wurde, zu singen. Dieser Zigeuner konnte über seincm Liede alles vergessen, und so kam es, daß seine Kringel oft verbrannt waren . . . Warum ich meine Stimme verloren habe? Das is. eine ganze Geschichte. Ich diente damals als Nachtwächter an der Eisenbahn und hatte in einer dunklen Herbstnacht einen ganzen Berg von Mehlsäcken zu bewachen. Es w2r abscheuliches Wetter; ein kalter Wind webte, und es regnete Bindfadell In der Steppe war es so schwarz, wie wenn man sie in Tinte qetaucht hätte. Plötzlich riß der Wind die Leinwanddecken los. mit denen der Berg von Mehlsäcken zugedeckt war. Es war nickts zu machen, ich muhte auf diesen Berg klettern und die Mehlsäcke zudecken. Und wie ich oben bin. schlägt mich der Wind in eine der wehenden Decken ein und wirft mich mit einer solchen Wucht auf das Schienengeleise. daß ich die Besinnung verlor Ich erkrankte, mein Hals schwoll stark an. und in der Kehle bildete sich ein so großes Geschwür, daß ick daran fast erstickt wäre. Als der Arzt dieses 6 schwür aufschnitt, trat eine solche Menge Eiter heraus, daß mir abermals Erstickungsgefahr drohte. In der ersten Periode meiner Krankheit konnte ich gar nicht sprechen und" mußte, als man Aufklärung über den c-angen Vorfall von mir verlangte, meine Aussagen schriftlich zu Papier bringen. Sprechen konnte ich erst nach drei Wochen und auch dann nur mit ganz heiserer Stimme. Ich glaubte, daß ich meine Stimme für immer verloren hätte, aber nack ungefähr vier Monaten erhielt meine Stimme wieder Klang; nur war es kein Tenor, sondem ein tiefer Baß " Zur Zeit der Ausstellung in Nishny Nowgorod (im Jahre 1896) war Gorki als Korrespondent für ein Odessaer Blatt, den Odesski Listok", thätig; dabei mußte er unter so unmenschlichen Verhältnissen leben und arbeiten, daß sein sonst kräftiger Organismus untergraben wurde, und er die Schwindsucht bekam. Im Jünglingsalter aber, in des Lebens Mai. der Zeit des höchsten Jdealismus, des triumphirenden Glaubens an seine Kraft da brachten es die Verhältnisse mit sich, daß Gorki sich l als neunzehnjähriger Jüngling mit Selbstmordgedanken trug. Zum tolucl zitterte seine Hand, als sie am Revolver lag. und die Kugel, die die Schläf: durchbohren und dem elenden Älsein ein Ende bereiten sollte, verwundete ihn nur schwer, so daß er lange an den Folgen des Schusses zu leiden hatte. Diese Thatsachen zeugen gleichsam von der Geisteskraft Gorkis. die ihn aus des Lebens Tiefe zu des Lebens Licht emporgehoben hat. Man kann nickt nur darüber wundern, daß
feitt B!
ein so nnaekünttettes Tälen
der Tiefe zu Grunde gegangen, sondern j erhalten geblieben und zu einem Fr- j
ment geworden ist. das die Geeschast anzuregen versteht. Jetzt zählt Gorki 34 Jahre; steht in der Zeit der stärksten intellektuellen Entwickelung, des Menschen, so daß man hoffen kann, daß sein Talent nech eine Reih: n:rthvoller Werke hervorbringen wird. Von der Universität Heidelberg. Das Stiftungsfest der Universität wurde am 22. November in herkömmlicher Weise feierlich begangen. Die Festrede über das Verhältniß des bürgerlichen Gesetzbuches zum römischen Recht hielt der derzeitige Prorektor Hofrath Buhl. Aus der Chronik der Universität ist zu entnehmen, daß die Gesammt,ahl der Studierenden in diesem Wintersemester 1352 beträgt, gegen 1270 im vorigen Wintersemester. Der theologischen Fakultät gehören 52, der juristischen 408. der medizinischen 236. der philosophischen 29g und der naturwissenschaftlich-mathe-matischen 357 Studenten an. Dazu kommen noch 42 Hörerinnen und 139 zum Besuch der Vorlesungen berechtigte Personen reiferen Alters, sodaß sich eine Gesammtziffer von 1533 Hörern ergiebt. gegen 1439 im vorigen Wintersemester. CvUt eines rolzzetchen Viis;. $v'X-, der einer gewissen Komik nicht entbehrt. ist ein ehemaliger Marienburger Bürger, Kürschnermeister Z., geworden, der kürzlich nach Langfuhr verzogen ist und dort eine im ersten Steck belegene Wohnung inne hat. Da Herr Z. .aus Freiersfüßen ging, und die Zukünftige in Marienburg wohnhaft war. kam es häufig vor, daß der angehende Ehemann nach Marienburg reiste. So auch neulich. Bevor Herr Z. sein Haus verließ, bat er die unter ihm wohnende Wittwe, auf seine Wohnung etwas achizugeben, da er voraussichtlich erst in zwei Tagen zurückkehren werde. Es kam jedoch anders; Herr Z. kehrte noch an demselben Tage nach Langfuhr zurück, wo er gcgen 9 Uhr Abends in seiner Wohnung anlangte. Während er nun in seinem eigenen Heim auf und abging, bemächtigte sich der unter ihm wohnenden Wittwe, die mit einem Dienstmädchen wirthschaftet, die größte Angst, denn Herr A wollte doch erst in zwei Tagen zurückkehren, und in der obern Wohnung mußten nach dem Geräusch unbedingt fremde Wesen hausen. Während der unerwartet Heimqekebrte sich anschickte, schlafen m gehen., hatte die Wittwe nichts Eiligeres zu thun, als die' Dienstmagd nach der Wache zu schicken, denn es stand fest, daß sich in der Z.'schen Wohnung Spitzbuben befanden. Der Polizei blieb bei den schweren Verdachtsmomenten nichts anderes übrig, als der freundlichen Einladung Folge zu leisten und den vermeintlichen Einbrecher gleich bei.seiner Arbeit zu überraschen. Während nun die Wittwe sämmtliche Thüren, Fenster u. s. w. gut verriegelte, um bei einer Flucht des Einbrechers nicht Gefahr zu laufen, gingen die Sicherheitbeamten an das große Werk. Mit einem Nachschlüssel öffneten sie. drei Mann hoch, die Thür und drangen, in der Hand einen geladenen Revolver und von einem bissigen Hunde begleitet, in die Wohnung ein. Endlich hatten sie den Spitzbuben" entdeckt, der in seinem Bette lag und fest schlief. Den Beamten war es natürlich klar, daß sie es hier mit einem neuen Gaunertrick zu thun hatten, denn nach ihrer Ansicht hatte der Spitzbube" die Frechheit" besessen, beim Herannahen der Polizei sich ins Bett zu legen, um dadurch den Schein zu erwecken, als ob er in der Wohnung zu Haus sei. Endlich erwachte Herr Z. aus seinem Schlaf und war nicht wenig überrascht, die Hüter des Gesetzes in seinem Zimmer zu finden, die ihn mit barschen Worten zum Aufstehen nötblgten und ihm dab?i drei geladene Revolver entgegenhielten. Der so in seiner nächtlichen Ruhe gestörte Herr Z. fand kaum Worte, um die Beamten von ihrem Irrthum zu überzeugen. Trotzdem er ihnen mehrmals die Versichcrung gab, daß er in diesen vier Wänden zu Hause und der Miether dieser Wohnung sei. ließen die Beamten von ihrer Aufforderung nicht ab. sondern traten immer energischer auf und drohten mit Gewalt. Dem so Verkannten blieb nichts weiter übrig. als gute Miene zum bösen Spiel zu machen, aufzustehen und sich anzukleiden. In der Zwischenzeit hzrrte die Wittwe mit pochendem Herzen der Dinge, die da kommen würden. Mehrmaliaer Aufforderung des Herrn Z., ihn doch zu legitimiren. lehnte die geängstigte Frau mit aller Entschieden heit ab, da sie die Rache des vermeintlichen und durch ihre Denunziation überraschten Einbrechers fürchtete. Da den Beamten aber schließlich doch Bedenken ob der Echtheit des Verhafteten aufstiegen, veranlaßten sie schließlich dss Dienstmädchen, seinen Kopf durch die Thüröffnung zu stecken und den vermeintlichen Einbrecher" in Augenschein zu nehmen. Zu nicht geringer Ueberraschung der Beamten brach das Mädchen in den Ruf aus: Ach. Herr Z.. Sie sind es!" und mit einem Schlage hatte sich das Mihverständniß geklärt und die Beamten verließen ohne den erwischten Spitzbuben die Woonung.
Wlan sumt orc uulve:tS. Hrtere Glossen zur Humbert-Jagd der franzdsisäien Behörden liefert Migucl Zamacois in einer im Galeis" veröffentlichten Satire. Nach einer Scitungsmcldung," schreibt er. sollen auf Veranlassung des Justizministers die Humbert endlich -ernstlich gesucht wctden. Andererseits wird gemeldet, daß die Gläubiger der Frau Humbert der oder den Personen, die ihnen die berühmte Süwindlerbandc lebend oder todt in die .ände liefern würden, eine Belohnung von 100.000 Franken zahlcn zu wollen. Derartige Dispositionen mußten natürlich interessante Ergebnie haben. Wir wollen hier unseren Lesern einige der Szenen vorführen. die die natürliche Folge jener AnOrdnungen waren: Erste Szene. (Bürgerliches Heim.) Der reifere Herr: Mlrn lieber Maurice, Sie haben, sagen Sie, mir etwas Wichtiges mitzutheilen? .... Was kann. das woh! sein? Sie haben doch nicht etwa die Absicht, die lächerliche Bitte zu wiederholen, die Sie vor bald vier Monaten an mich gerichtet haben?" Der junge Mann: Pardon, mein Herr, aber gerade darum handelt es sich ... Ich liebe Ihre Töchter glühend, und" ... Der reifere Herr: SUin Wort mehr, ich bitte darum! Ich kann Ihnen nur
wiederholen, was ich Ihnen damals gesagt habe: Sie sind ein netter Mann, ich habe Sie sehr g?rn. aber meine Tochter kann ich einem Menschen, der keine gesellschaftliche Stellung und kein Vermögen hat, nicht geben!" Der junge Mann: Ich hätte nicht gewagt, noch einmal zuJhnen zu kommen, mein Herr, wenn sich meine Lage nicht inzwischen geändert hätte . . . Heute habe ich eine bedeutende soziale Stellung ..." Der reifere Herr: Ach, was . . . Was denn für eine?" Der junge Mann: Ich suche die Humberts!" Der reifere Herr: Bravo! mein lieber Maurice, bravo! Ich wußte ja. daß Sie kein Faulvelz sind! . .. Aber wie ist es mit dem Vermögen?" Der junge Mann: Das sind vorläufig noch Zukunftsträume, aber ich hoffe, daß sie bald verwirklicht sein werden. Ich will arbeiten, und ich werde die richtige Spur finden! Ich werde die Humbert entdecken und die 100.000 Franken bekommen." Der reis' re Herr: An mein Herz, mein Kind! . . . Mein Sohn . . . Deine Braut erwartet Dich! . . . iMutter und Tochter, die hinter der Thür gelauscht haben, treten auf. Umarmung. Allgemeine Freude.) Zweite Szene. (Anderes Bürgcrhcim.) Herr, um 6 Uhr Morgens aus dem Klub kommend :Baptiste!" Vaptiste auf einem Sessel, fährt aus dem Scklafe. auf: Der gnädige Herr hat geklingelt?" Herr Schnell, meinen 5kffer. und lege rasch einige KleidNngsstücke. den Fahrplan, einen Atlas und eine Weltkarte hinein . . ." Bavtiste: Der gnädiae Herr verreist?" Herr: Und das bald! Habe im Klub eine Unmasse verloren, habe keinen Pfennig mehr, die Wucherer sind unerbittlich, mein Onkel auch, in einigen Stunden werde ick gevfändet . . . 5(ck brauche 100.000 Franken ... Und ich habe nur noch ein Mittel, sie mir zu verschaffen. ..." Baptiste: Und das wäre?" Herr, den Koffer in der Hand. Zur Thür eilend: Ich sucbe die Humberts." Dritte Szene (Rauchzimmer eines Klubs). Erster ,err, eintretend: Meme Herren, nach meinen persönlichen Erkundigungen haben die Humberrs gestcrn Abend Hai-Tschaii verlassen und gondeln durch das Gelbe Meer in der Dichtung nach der Aami Qbo SimaJnsel." Zweiter Herr: Sie irren, lieber Freund, ich weiß aus sicherer Quelle, daß die Humbcrts aegenwärttg in der Näbe desNordpols. am The-rese-Fjord, Schlittschuh laufen . . ." Erster Herr: Da hat man Ihnen einen schönenBären aufgebunden, Verehrtester. sie sind in China . . Zweiter Herr: Man hat Sie angeulkt: sie sind in Grönland." Erster Herr: Das ist gelogen! (Ohrfeigen. Kartenwechsel. Zeugennennung.) Spaffibo. Der General Dragomirow, der Oberbefehlshaber der Truppen des Kiew'schen Militärbezirkes, hat schon wiederholt durch feine originellen Tagesbefehle Aufsehen erregt. Der neueste dieser Art lautet folgendermaßen: Am 10. (23.) Oktober kß merkte der bei den Artillerie - Speichern auf Posten stehende Gemeine des 120. Chersson'schen Infanterie - Regiments, Anton Malezki, wie ein dejjournirender Feuerwerker einen Zinkkästen insgeheim in den Graben warf. Auf den Älarmpflff des Anton Malezki eilte der Gefreite der Wache herbei und fand auch thatsächlich an der bezeichnctenSteUe einen Zinkkasten mit Patronen. Ein Spassibo" (schönen Dank) dem Gemeinen Anton Malezki dafür, daß er. obgleich er sich erst seit vorigem Herbst im Dienste befindet, so viel Einsicht und Wachsamkeit an den Tag gelegt hat: ein Sdassibo" auch seinem Lehrer, dem berc-its zur Reserve entlassenenGefreiten Jakow Poddubny, dem 25 Rubel als Belohnung nachzusenden sind; den größten Dank aber dem Commandeur der 3. Compagnic, KapitänAndruschkewitsch, welcher seine Mannschaften so Vortrefflich auszubilden versteht.-
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