Indiana Tribüne, Volume 26, Number 112, Indianapolis, Marion County, 2 January 1903 — Page 7

Jndiana Tribune, ? Januar 1903.

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(Fortsetzung.) .Mg Hopkins," fuhr Cissi m ver Belehrung fort, ist sehr nett. Wer sie ganz für sich gewinnen will, muß die Rede auf Indien bringen. Sie hatte nämlich einen Bräutigam, der ist in Indien bei einer Kletterpartie auf dem Himalaya einer räthselhaften Krankfett erlegen, die sie Pyripsychiskopsis nennt oder so ähnlich. Sie behauptet, die.se Krankheit käme nur in den höchsten Regionen Indiens vor und bestände in einem allgemeinen Schwund der Körperlichkeit, so das; vom Menschen schließlich gar nichts übrig bliebe; aber auch partout nichts. So soll auch ihr unglücklicher Bräutigam an der Pyripsychiskopsis total verschwunden sein. Docb sagen Andere, der Bräutigam sei ihr einfach durchgegangen und habe jene räthselhafte Krankheit nur vorgeschützt. Thatsache ist, daß selbst der Oberst Jüttner, ein alter Jndier, der auch die höchsten Regionen des Himalaya kennt, nie etwas von einem solchen ganz blödsinnigen Leiden gehört hat." Kommt denn Oberst Jüttner manchmal her?" fragte Anna. Du weißt doch, Käthe, das ist unser Onkel Nantes Natürlich weih ich's. Ja, er kommt zuweilen. Er ist ein Freund Herzog Bothos des Sechsten." Wer ist denn das nun wiedn?" fragte Daisy, der noch die räthselhafte Krankheit auf dem Himalaya durch den Kopf ging. Das ist unser Pensionspapa, Herr von Schröter. Er heißt Botho mit Vornamen, und weil er entschieden etwas Herzogliches an sich hat, haben wir ihn also getauft. Seine Frau heißt dagegen nur die ,Gemahlin'." ,Die dritte Lehrerin, Fräulein Bardour," begann Cissi wieder, ist eigentlich die allernetteste. Aber sie hofft immer noch auf die Rückgabe von (5lsaß-Lothringen und behauptet, Vionville sei von den Franzosen gewonnen worden, nicht von den Teutschen " Da in diesem Augenblick das Dröhnen eines großen Gongs ertönte, so erhoben sich die beiden Gesandtinnen. Das ist das Zeichen für den Spaziergang," sagte Käthe. Hier geht alles nach der Uhr. Habt Ihr denn schon Eure Uniformen bestellt?" Das war nicht der Fall. Auch hierüber klärte Käthe die neuen Pensionärinnen auf. JnnerhalS der Pension durften nur die dunkelblauen Kostüme mit dem karmesinfarbenen Kragen und Stiefel mit niedrigen Absätzen getragen werden. Auck hielt man auf schlicht gescheitelte Frisuren. Ging es aber auf Urlaub," dann wurden gewisse Frei heiten gestattet. Da konnte man Slöckelschuhe anziehen und auch die Toilette wechseln. Bei der Hauswirthschafi und in der Küche mußten große Schürzen umgebunden werden. Je einen Tag um den anderen verblieb man in den Freistunden im Garten; dazwischen waren Spaziergänge auf der Promenade und im Kurpark erlaubt. Heute war Gartentag. Es war ein prachtvolles Weiter, Sonnenschein und laue Frühlingsluft. Die Parteien der beiden Rosen hielten sich fern voneinander. Nelly Fritsche, Ulla Merzentin und Prinzessin Agnete spielten Ball, während Malwine Neuß, eine reiche Kommerzienrathstochter, und Grethe Vollmer mit Fräulein Bramann auf und ab spazierten. Käthe Finck hatte sich mit Anna und Daisy auf eine Bank gesetzt. Sie erzählte von den SaisonVergnügungen zur Sommerzeit, so wie man ihr darüber berichtet hatte: von den Reunionen im Kursaal, denen man zuweilen beiwohnen durfte, von den Konzerten und von dem Theater in Schwuppkes Viergarten. Ja, denkt Euch," plauderte sie, Theater ist auch manchmal hier. In die französischen Stücke dürfen wir nicht, aber in Mein Leopold' oder ,Don Carlos sagt Fräulein Bramann. Die Konzerte sollen ganz gut sein. Den Kapellmeister habe ich schon gesehen; er ist ein bildsöner Mann mit Locken . J w MI i und lieht aus, als ov er eme ungmaliche Liebe hätte. Aber er hat keine, sondern eine sehr dicke Frau und fünf Kinderchen." Guten Tag, meine Damen," sagte eine Stimi-Him Rücken der Drei. Am Gartenzaun stand Onkel Rante im Havelock und Avellinohut und grüßte. Arnn sprang ihm entgegen. 'Tag, Onkel Rante. Weißt Du schon, daß ich hier bin?" Ich weiß alles. Und das ist die Daisy? 'Taz. Fräulein Finck. Also die Daisy. Daisy, ich bin der Oberst Jüttner. aber alles, was Lehn heißt, nennt mich Onkel Nante und Du. Dös i em ewig valtendes !)taturgeietz; lch möchte sagen, das ist Tradition, um im Lehn'schen Penkkreise zu verbleiben. Ich bitte demzemäß, daß auch Du Dich darnach richtest." Jawohl, Onkel Nante," erwiderte Daisy, die -'ür alles Originelle sehr empfänglich xat und die der herzliche Ton bti Obersten svnwatbisch berührte.

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E (sine früsjstriie . 5ommerGCscfjtcs)tc -JL. T ff tso:i Fedor von Zobcltitz 44 -4 f 44 .! TT " I TT rö ö Ich habe übrigens schon vcn Dir gehört: daß Du in Indien gewesen bist und nicht einmal jene räthselhaftc Krankheit kennst, die mit Py anfängt und mit völligem Verschwundensein endet." Büttner lackte. .Aha, ich wciß schon. An der Kranlhcit' darf man nicht rütteln, sonst wird Miß Hoplins böse. Aber Tu gefällst mir, Daisy. Ich werde Euch mal zu Thee und Kuchen einladen. Das erlaubt Schr'öter. wenn meine alte Wirthschaften dabei ist. Sie brauchte auch nicht dabei zu sein. Ich habe mir eine neue TheeMaschine kommen lassen, Patent Adler, eine Adlermaschine soll etwas ganz Bedeutendes sein, aber sie piept blos und kocht nicht. Vielleicht triegt Ihr ne m Ordnung. Das werden wir schon machen. Herr Oberst." erklärte Käthe. Technische Schwierigkeiten gibt es nicht für mich. Man muß die Maschine auseinandernehmen." I der Tcibel!" rief Jüttner. Nee. hören Sie mal, Fröulein Käthe, Sie zehen mir etwas zu heftig vor. Uebrizens bemerke ich zu meinem Befremden, daß die Damen von Lehn noch nicht uniformirt sind. Und das gehört doch zum Vackfischkasten." Sagen Sie blos, nicht immer Backfischkasten, Onkel Tante." fiel Daisy ein. worauf Jüttner wieder seinen Abruzzenhut zog und korrigirend äußerte: Onkel Nante, wenn ich bitten darf, liebe Daisy. Onkel Tante ist eine Kakcphonic " Ich babe mich nur versprochen, Onkel Nante" Das hoffe ich zuversichtlich. Nante ist ja auch nicht hübsch und Gott sei Dank nur die Abkürzung eines historischen Namens, den man im Hause Hc.bsburg schätzen gelernt hat. Aber warum bist Du gegen den Ausdruck Backfischkasten so voreingenommen, Nicht? Daisy?" Nicht gegen den Ausdruck, sondern gegen das Faktum, das mich in diesen Kasten gebannt hat. Mit Siebzehn ist man doch gemeinhin über den Backfisch hinaus." Ah, liebes Kind," sagte Onkel Nante, Du mußt das nicht so erdgebunden auffassen, sondern Dich in die Regionen höherer Symbolik versetzen. Sieh mal, der Backfisch was ist der? Nichts alsder Uebergang zur sol a la reine. So werden im Backfischkiisten die kleinen schlanken jungen Fischlein mit Wissen und Weisheit rund gefüttert, um dann auf der Tafel der Welt als gar köstliches Gericht servirt zu werden, nach dem namentlich die Männerwelt allzu gern greift. Und wenn Du meinst. Du seiest schon übe? den Backnfch hinaus, so antworte ich Dir: Sei froh, daß es noch nicht so weit ist. Denn das ist schließlich doch die schönste Zeit: die des Keimens, Blühens und Wachsens. Nachher dauert es nicht lange, da kommt einer mit der Angel und fängt Dich ein. Und dann ist's aus mit der goldenen Freiheit; dann kommst Du hübsch garnirt auf die Eh?schüssel und wirst entweder ein Schaugericht, was nicht sonderlich viel werth ist. oder Du wirst am Tische der Alltäglichkeit biffenweise aufgefuttert. Ja. ja, so ist's. Also freut Euch des Backfischkastens, Kinder!" Nun lachten die Drei, und Anna rief: Onkel Nante, ich danke Dir für die Gloriole, die Du um unseren Käfig schlingst! Sieh, diese Daisy kam todtunglücklich hier an. Sie glaubte, sie müßte hier sterben, und wie die Uniform, so sei alles Zwang, und daß man uns die Absätze von den Stiefeln nimmt, geschehe nur, um uns dem Staub des Daseins näher zu bringen. Aber Deine großen Worte haben sichtlich die Fröhlichkeit in die Seele dieser unglücklichen Daisy zurückgezaubert, denn sie lächelt wieder. Das freut mich sehr. Sie ist nämlich das, das man vulgär einen Borstwisch zu nennen pflegt-" Pfui, Anna!" Still, ich rede. Ja, sie ist cntschieden ncch sehr borstig und stachelt und stichelt nach allen Seiten hin " Nur, wenn ich zuerst gestichelt werde " Kinnings, streitet nicht," wandte Onkel Nante ein. Ich weiß alles; auch die Geschichte von der sogenannten Borstigkeit. Ich weiß alles. Aber ich sage nichts dazu; ich werde mich hüten. Adjö, Mädel; bei meineMdlermaschin? sehen wir uns wieder Der Nachmittag gehörte dem Anfreunden. Prinzessin Agnete, ein gutmüthiges Madchen, das stcy aoer voch zuweilen seiner hohen Abkunft entsann, wollte zunächst wissen, was der Vater Daisys sei. Anna war vorsichtig oenug, zu erzählen, das sei ein reicher Kaufmann in New York. Was für ein Kaufmann? hatte Agnete gefragt. Ter Vater von Malwine Neuß sei auch Kaufmann, aber Kommerzienrath; ob der Vater Daisys ebenfalls Komme?zienrath sei. Der Titel schien Agnete zu imvoniren. Nein, sagte Anna, so

etwas gäbe es in Amerika nicht; da sei Kaufmann Kaufmann; Daisys Vater speziell in Leder, aber in ungeheuerm Leder sie setzte hinzu: in so viel Leder, daß man bequem einer ganzen Armee daraus Stiefel machen könne. Diefe halbe Wahrheit sollte gewissermaßen fcic halbe Lüge wieder wett macyen. Uebrigens war Agnete befriedigt. Mii der Tochter eines Großkaufmanns, noch dazu eines adligen, konnte man immerhin verkehren. Sie hatte einmal etwas von den Fuggers gehört. Und Kätbe Nincks Vater war blos Rentmeier, uiu ie geyorle vocy zur Partei der weißen Rose. Am besten gefielen Daisy die Komteß Sandels und Nelly Fritsche, am wenigsten Ulla Mergentin, hinter deren Wesen sie Falschheit witterte. Im Uebrigen brachte der Nachmittag noch eine Stunde französischer Grammatik und eine Literaturstunde, in der Fräulein Bramann manches Abfällige über Heine sagte. Tann kam der Kaffee heran und später eine Stunde Handarbeiten. Davon verstand Daisy gar nichts und Anna ebenso wenig. Dnh quälten sich Beide ehrlich ab, die Urgründe einer Stickerei zu Stande zu bringen. Daisy wurde nervös, stach sich in die Finger und weinte beinahe. Das veranlaßte Frau von Schröter zu einer ernsthaften Reprimandc. Liebes Fräulein," sagte sie, das ist Thorheit. Sie müssen doch immerhin mit Nadel und Faden umzugehen lernen. Nun ja, wenn Ihnen am Kleide irgend etwas gerissen ist, dann rufen Sie daheim einfach Ihre Zofe und die näht es wieder. Aber Sie tönnen in Lebenslagen kommen, wo Sie nicht immer eine Zofe bei der Hand haben. Denken Sie zum Beispiel bei einem Ritt durch die Prärieen drüben bei Ihnen oder über die Rocky Mountains oder ein anderes Gc'-irge. Oder auch, wenn Sie an gar nichts denken, so ist es dennoch die Pflicht eines jeden Weibes, ob Mädchen oder Frau, etwas nähen, .sticken und stricken zu können. Das Stricken ist allerdings aus der Mode gekommen, aber für die Armuth thut man es doch noch. Meine gnädigste Fürstin, Gott habe sie selig, strickte alle Wochen zwei Paar Strümpfe. die wurden nach Afrika geschickt

und haben dort manchen armen Mohrenknaben unendlich glücklich gemacht" Dazu nickte Frau von Schröter, wie immer, wenn sie das Gefühl hatte, etwas Gutes und Schönes gesagt zu haben. Das Abendessen bestand aus Rührei, in das Grethe Vollmer zu viel Mehl gethan hatte, und kaltem Aufschnitt. Dann wurde noch ein Weilchen im Salon musizirt. Fräulein Bramann sang ein Lied von Rubinstein, wurde aber jäh unterbrochen, da Grethe Vollmer die dicke Hauskatze heimlich in den Schwanz kniff, wogegen diese sich durch ein heftiges Miau wehrte und dann mit gewaltigem Satz auf den Schoß von Frau von Schröier sprang. Jetzt wurde auch Bobbi. der Foxterrier, der bis dahin ruhig vor dem Kamin geschlafen hatte, rebellisch und stieß ein anhaltendes Kläffen aus. Der Kammerherr schimpfte, und Fräulein Bramann that pikirt und erklärte, zu Rubinstein gehöre Empfinden und Seele. Sie ließ sich nicht bewegen, in ihrem Gesänge fortzufahren, doch zog dafür Herr von Schröter seinen großen Berner Spielschrank auf, und nun sang alles gemeinsam Komm herab, o Madonna Therefa" und hierauf den Donauwalzer; letzteren pfiffen Ulla Mergentin und Nelly Fritsche sogar mit, die es im Pfeifen zu großer Meisterschaft gebracht hatten. Auch wurde noch ein Gesellschaftsspiel gespielt, wozu der Kammerherr eine Tüte Pfefferkuchennllsse und Magenmorsellen opferte. Dies erhielten die Gewinner, doch wußte es Herr von Schröter in seinem Gerechtigkeitsgefühl so einzurichten, daß Niemand leer ausging. Die Prinzessin, die sehr gefräßig war, hatte ein paar Pfefferkuchennüsse extra bei eite gebracht. Wie sie das gemacht hatte, wußte keines. Aber jeden Abend im Bette hörte man sie noch knabbern. Sie hob sich immer etwas auf und hatte iirftner etwas Besonderes. Den Schluß des Abends bildete eine kurze Andacht und ein Choral. Dann ging es zu Bett. Aber vorher erfolgte noch eine Ceremonie, die sich stets wiederbolte, wenn neue Pensionärinnen eintraten. Die Mädchen mußten sich untereinander du nennen; das Sie war verboten. . Anna und Daisy mußten reihum gehen, jeder einen Kuß geben und die Hand drücken. Nun waren sie für das Du geeicht. Daify war todmüde und kroch schnell in die Federn. Mach Du das Licht aus. Anne." sagte sie, Du hast noch Pustgewalt; ich könn nicht mehr. Das Leben in dieser Pension ist angreifender als eine Saison." Das ist gerade das Gefunde," behauptete Anna, sich krampfhaft begeisternd und dabei auch mit Gähnen kämpfend; .,das ist furchtbar gesund furcht-" Und dann pustete sie, m ihr Bett schlüpfend, nach dem Lichte herüber. Aber säurn hatte sie sich niedergelegt, als sie mit einem Aufschrei wieder in die Höhe fuhr. Daisy Allmächt - Good gracious!" kreischte Daisy, was ist denn los?" Daisychen," wimmerte Anna, ich ich habe mich auf etwas Spitzes und Stachliges gesetzt gelegt geworfen Wenn nur kein Igel in meinem Bette ist! Ich will rasch noch mal Licht machen "

Da klopfte es leise und schüchtern an. Macht schnell auf," rief die Stimme Käthes leise. Anna sprang an bis Thür. Draußen stand Käthe Finck im langen NachtHemd und wisperte: ,Jch wollte Euch blos warnen. Die rothe Rose hat alle Kleider- und Stiefelbürsten aus dem ganzen Hause zusammengebracht, um jie Euch unter die Laken zu stecken." Da wurde Anna wüthend. Ich habe mich bereits darauf gelegt," eiferte sie, es müssen mindestens sechs Bürsten sein. Die rothe Rose soll sich blos vor mir in Acht nehmen. Lancaster verhau' ich, wenn's drauf ankommt." Um Himmels willen, Annchen," flüsterte Käthe, nicht so laut und nicht gleich hauen wollen! Lancaster hni" Wer ist denn Lancaster?" fragte Daisy. Die Grethe. Sie hat sich ja nichts dabei gedacht. Neue Ankömmlinge werden immer so begrüßt. Hat Daisy denn nicht ihre Waschschüssel unter das Laken bekommen?" Bei dem Gedanken an die ihr zugedachte eigenthümliche Begrüßung quiekte Daisy in ihrem Bette halblaut auf. Nein," rief sie, das möcht' ich mir auch verbeten haben. An so etwas bin ich nicht gewöhnt. Die rothe Rose soll uns ungeschoren lassen." Scht," machte Käthe mahnend. Anneken, gib mir mal die Bürsten raus. Ich will sie vor die Thür legen, damit die Aufwärterin sie morgen früh findet. Sonst gibt's 'n Mordsspektakcl " Murrend suchte Anna die Bürsten hervor. Käthe nahm sie. rief: Gute

Nacht, Kampskameraden York sorever!" und lief davon. Anna kroch wieder in ihr Bett und streckte sich nunmehr behaglich aus. Sleep well, Daisy," sagte sie. ,,Slcep well, Anne " Man hörte, wie 'die Beiden sich der Wand zudrehten. Plötzlich lachte Anna halb unterdrückt auf. Du, Daify," rief sie, schläfst Du schon? Du, Daisy, das scheint mir aber doch eine ganz lustige Bude zu sein was?" Wie meinst Du? Ja. Ganz lustig ja. Gott ja Ein bischen kindisch sind sie noch alle." Das ist schon richtig. Sei froh, daß Du Dich nicht in die Waschschüssel gesetzt hast. Lancastern näh' ich morgen heimlich das Nachthemd zusammen. Dann kann er Abends toll werden. Lancaster ist 'ne Range. Revanche für die Bürsten! " Sie war wieder eine Minute lang still. Dann fing sie von Neuem an: Das ist richtig, kindisch sind sie alle noch ein bischen. Ich auch. Gott, Daisy, ich muh immer an das denken, was der Onkel Nante vorhin gesagt hat. Ich habe schon verstanden, wie er es meinte. Ganz gut; Du auch?" Gute Nacht, Anne.Gute Nacht, Daisy Sieh mal, Daisy, wenn ich mich nun verheirathet hätte, da wär's mit der Kinderei doch auf einmal zu Ende gewesen. Der Ernst wird schon kommen. Was sagst Du? Herrje, Du schnarchst doch nicht etwa? Was knarrt denn da so? Du, mein Bett knarrt. Das ist eklig Daisy! Meinst Du nicht auch, der Backfischkasten, das ist wie die Kinderstube. Da kann man schon noch kindisch sein. Aber nachher. Aber nachher geht's los. Nachher werden wir manchmal an die Bürsten zurückdenken und an Lancaster und die Waschschüssel und die beiden Rosen und uns freuen und dabei doch auch wehmüthig sein. Gar zu ernst möcht' ich auch nach der Heirath nicht werden. Ich glaube, der Otto ist zu ernst für mich. Daisy hast Du verstanden? Möchtest Du einen sehr ernsten Menschen heirathen oder lieber einen lustiaen? Schläfst Du schon?" Wahrhaftig, sie schläft," sagte Anna; und ich Schaf erzähle ihr das Schönste und Beste. Ich werde mir morgen Schnupftabak kaufen und ihn Lancaster in's Taschentuch streuen. Da soll er mal niesen. Es rächt sich alles in dieser Welt Nein; ich will lieber ernst zu werden versuchen. Falls ich den Otto doch noch kriegen sollte. Ich weiß gar nicht recht: paßt er zu mir oder nicht? Das ist schrecklich; ich glaube, man nennt's Dilemma oder Herkules am Scheidewege. Herrgott bin ich müde! Ich werde noch einen Augenblick ernsthaft an Otto denken und dann eindrusseln " Nach diesem guten Vorsatz dachte sie versehentlich an Egon und schlummerte dann auch richtig ein. Ueber die BaumWipfel des Kurparks kletterte der Mond empor und amüsirte sich über diese kleine und närrische Welt, der er ein Gesicht schnitt, oas nicht einmal die Astronomen verstehen konnten. Fortsetzung folgt.) Der Birrverbrauch Deutschlands hat sich während der letzten zwei Jahrzehnte beinahe verdoppelt. Insgesammt sind im deutschen Zollgebiet im Jahre 1900 1901 70,619,000 Hektoliter verbraucht worden, gegen 38,188,000 Hektoliter im Jahr 18811882. Pro Kopf ist der Bierkonsum in Deutschland während des genannten Zeitraumes von 84.9 Liter auf 125.1 Liter im Jahr gestiegen. Speziell für die süddeutschen Staaten gestaltet sich der Bierverbrauch pro Kopf im Jahre 1900 1901 folgendermaßen: Bayern 246.1 Liter, Württemberg 180.6 Liter, Baden 161.2 Liter. Elsaß-Lothringen 83.1 Liter.

St. Aakobs

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Da beste Heilmittel in der Welt. In 25 und 50 Vurnon Sumbert. Unter dem Titcl Auktion Humbert. Boulaine & Co.", bringt derGaulois" folgende Satire: Die Bühne stellt einen Saal im Vcrsteigerungslokale, Nue Drouot, dar. Man schreitet zur öffentlichcn Versteigerung der herrenlosen Sachen der Humbert. Voulainc & Co. Ter Taxator: Wohlan, meine Herren, die Auktion Humbert, Boulaine & Co. beginnt. Wir bringen zuerst ein Oelbild zum Verkauf, das einen Korb mit Birnen" darstellt . . . Nummer 14 im Katalog." Eine Stimme: Aber unter Nummer 14 steht im Katalog doch eine Versammlung von Gästen bei Frau Humbert ..." Der Tazator: Das ist ein Irrthum .. . sagen wir aber Runion de poires chez Mme. Humbert", dann werden Alle zufrieden fein. (Das Wortspiel läßt sich nicht übersetzen: Poires", Birnen, nennt man im französischen Argot solche Leute, die sich leicht dumm machen lasscn. D. R.) ... 20 Francs fordern wir ..." Eine Stimme: Dreihundert! . . Der Taxator: Ich höre dreihundert Francs . . Bedenken Sie, daß dies ein historischesGemälde ist . . . bietet Niemand mehr? . . . Zugeschlagen!" Wir verkaufen jetzt ein präcktiges Gemälde, das die Brüder Crawford darstellt, gemalt von Bonnat . . . Die Brüber Crawford haben nie existirt, die Ähnlichkeit kann daher nicht garantirt werden . . . außerdem ist die Unterschrift des Malers gefälscht . . . 1000 Francs fordern wir ..." Eine Stimme: Dreitausend." Der Tarator: Mehr bietet man nicht? Na, dann nicht . . . Zugeschlagen! . . . ' Wir versteigern nun die Nummern 7, 8 und 9 des Katalogs: einen herrlichen Frauenmantel aus Zobel, einen Pelz aus canadischem Marderfell und einen Vlaufuchskragcn . . . Dae ganze Pelzwerk ist falsch . . . Wieviel sagten Sie? . . . Fünfzig Francs? Zugeschlagen! . . . Wir verkaufen ein Schloß mit einem Park und einemFluß (riviöre"). Die riviöre" ist falsch. 100.000 Francs fordern wir . ." Eine Stimme: D hunderttausend." Der Taxator: Zugeschlagen!" Wieviel bietet man für dieses Piano? Es ist sehr gut erhalten, ober alle Noten sind falsch ... 60 Francs? Zugeschlagen!" Jetzt habe ich hier in diesem Käfig eine hübsche kleine lebendige Nachtigall . . . Hören Sie nur, wie sie singt! Sie zeigt die Perlen ihrer Kehle . . . Diese Perlon sind falsch . . . Wieviel für die Nachtigall? Zwei Francs?" Eine Stimme: Vierzig." Der Taxator: Zugeschlagen!" Wir verkaufen jetzt ein kleines Glaserinstrument, bestehend aus einem Diamanten und einem kleinen Buchsbaumgriff. Der Diamant ist falsch . . Der Buchsbaumgriff ist aus Tannenholz. Fangen wir mit 25 Centimes an . . ." Eine Stimme: Fünfundzwanzig Francs." Der Taxator: Zugeschlagen!" - y im 'II rn . .o i - Hier yaoe icy zeni co. .oe naialogs ein gut erhaltenes Gebiß . . Eine Stimme: Zeigen Sie mal her." Der Taxator: Geben Sic das dem Herrn dort. Ich muß den Kauflustigen mittheilen, daß die Zähne natürlich falsch sind! Zweiunddreißig sind es!" Ein Tauber (im Glauden, daß schon versteigert wird): Dreiunddreißig Francs?..." Der Taxator: Dreiunddreißig Francs? Zugeschlagen!" Hier ist schließlich noch ein Haufen Falschgeld: 10,000 Francs in Fünf-franken-Stücken und 10.000 in BankNoten. Im Ganzen: 20,000 Francs Falschgeld." Eine Stimme: 21.000!" (Die Versteigerung dauert fort und bringt sehr viel.) Polizeilicher Uebere i f e r. Ein inner Hafenarbeiter, Vater von drei Kindern, in Marseille, Frankreich, war neulich von dem Hafenpolizisten Revertega dabei ertappt worden, wie er Kopra auflas, das aus Waggons zu Boden gefallen war. Er widersetzte sich seiner Virhaftung und bal den Polizisten, ihn doch nicht wegen dieses kleinen Vergehens unglücklich zu machen. Revertega aber ließ sich auf Nichts ein und wollte den Arbeiter abführen. Es entspann sich ein Ringen zwischen den beiden Männern und Beide rollten zu Boden. Revertega sprang schnell auf und schoß den Arbeiter nieder. Dieser war auf der Stelle todt. Der allzu schneidige Polizist wurde sofort verhaftet und im Gefängniß behalten, um ihn der Wuth der furchtbar erregten Menge zu ent3th?n

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Schmerzen, wie Etablirt seit 50 Jahren. Gent Größen. , - t U li ' Feuer - Signale. 4 Pennsvlv und 9Uaitt 5 English's Opa-HauS 6 Eaft und Na Dork 7 Noble und Michigan 8 N. Jerjey u. Mass Ave 0 Pine und Nvrib l Mavktt und Pine 11 Vermont nahe East 12 No.. 8 Spritzenhaus Mass. v nahe Noble 13 Teaware und Walnut 1 R. Jersey u Eenkal A. 15 Mass. und Cornell A li Ash und 11. Straß -7 Park Ave und 12 Str .8 Columbia undHillfid 13 Highland Ave u. P,att tl Illinois und St. Jo 23 Pennsylv. und Pratt 24 Meridian und 11. Str 25 No. S Spritzenhau IS. nahe Jllinoii 26 Senate Ave u. StSla 27 Illinois und Michigan 29 Pe eshlvania und 14. 2g Senate Aoe. und 13. 31 No. l Spritzenhaus Jnd Ave naheRichigan 32 Meridian und Walnut 34 California u Vermont 35 Blake und New York 3 Ind. Av. u. St. Glair 37 City Hospital 38 Blake und Norty 39 Mlchkgan und Agnes 41 No. S Spritzenhaus Washington nahe West 42 Gkndorf u Wash. 43 Missouri u New Dort 45 Meridian u Wash 46 Jllmois und Chio 47 Capitol Av. u Wash 48 Kmgan'S Porkbaus 49 Straßenbahn Stülle W. Washington Str öl No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 JllinoiS u Louifiana 53 Wett und South 64 West und McEarty 56 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Rav 58 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u MorviS 59 Madison Av. u Dunlop 61 No 2 Haken Leiterhaus South nahe Delawar 2 Penn, u Merrill 63 Delaware u. McCarttz 4 aft und MMMtz 6 New Jersey u. Merrill 67 Birg. Av. u Bradsha 68 East und Prospect 9 Bilking und High 71 No. li Spritzenhaus Bir Ave. nhe Huron 72 Gast und Georgia 73 Edar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 Snglish Av. u Pine 76 Shelby und Bt. 7t No. 3 Spritzenhaus Prosvect nahe Chelby 79 Fletcher Av. u Sheldy 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 Saft u Washington 84 New York u. Davids? 85 Taubstummen Anstalt 8 Br. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. 91 No. 13 SvritzenbauS Marvland nahe Mer. 92 Meridian u. Gcrgia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louifiana 95 Birini? Ave u. Alab. 9 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Obio 123 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 HandeS und 1. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 12 Txlaware und IS. 131 Alabama und 11. 132 Bellesontaine und. 134 College Ave und 2S. 135 Delaware und 15. 136 Alabama und North 13? Rewmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 Dandes und IC. 142 Highland ve und 10. 143 Tecumseh und 1. 145 New Jersey und 2. 146 lvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltfid Ave und 16. 14g College Ave und 11. 14 Kollege Av und 7. 152 Park Ave und tt. IM LCu. 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HelmeS. 328 Michigan u. Conccrd 41 West und Mcnwr? 412 Missouri u. Marylant 413 Missouri und DP 415 Capital Ave u Georgio 416 Missouri u KcntuSyA 417 Senate Ave u. Waso 421 P und E Runi uS W. Washington. 423 Jrren-Hosp.tal. 424 .ey Ave u. 7j D u W 425 Wash. und HarriS 426 No. 18 Spritzenhaus W. Washington 427 Oliver und Birch 4L8 Oliver und OSqood 429 Nordyke und Hork 431 Hadley Ave u. Morris 432 Riva: Ave u. Vtomi VA Niver Av und Nah 435 Harding . Big 4 N 9 436 Harding und Olive, 487 No. 1 Spritzenhc J Morris und Harding, 408 Htsard und 9Wko$ß 439 tockyar 451 Reisn und Kr 452 Howard nd &ec 453 Morris und ftafe 456 Lambakt und BeKnt 457 Nordyle ve u. War mon Works 612 West und Ray 513 Aentucky Av u. MerrtK 614 Meridian und MorrU 516 Illinois und Lansas 17 orriS und Dakota 518 Morris und Church 19 Capital A. u McCarty 521 Meridian und Palme? 623 Pine und Lord 24 Madison Ave u kmcoln 26 Meridian und Belt R 627 Carlos und Ray 28 Meridian und Arizona 629 Meridian u. Raymond 31 Meridian u. McCarty 3 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe West 61 Mclernan und Dough 613 East u. Lincoln L 614 Cast und Beecher 615 Wright und Sander 617 McCarty und Beaty 618 New Jersey u ir Ave 71 Epruce und Prospekt 718 Cnglish Are. u. Laurei 714 State v:u Bt'tR 71 Syetby und Beecher 716 Stau Ave nd Orange 718 Orange und Laurel 710 Sheldy u. Ciaoac Äv 721 Lexington A. u Laurt 7 LZ Fl,tcher Ave u, Sprua 724 State Av u, Pleasam 726 Prosrrt und "leasat 726 Orange und Har ia? 723 Liberty und Mnl 729 NkK und Souil? 812 No. 16 Spritzenhaus Oft Washington EU. 813 Market und Noble 14 Ohio u. Highland Aoe 81b Michigan u. Highlant 816 Martrt u Arsenal Av 817 Ost Elair und Union Bahn Geleise. 21 Pan Handle Shops 83 Vermont und Walcott 24 Va'b. und Live Avt 8 Madden's toun i$ab 826 Tucker und Dorst 827 Wash. und Bevill 829 No. St Beville nahe Mij ' 831 Southeaster Ave und Woodside. 88 Wash. und Deardeu, 884 Eoutheaftern mw Arsen! AoeS, 886 New Vork und Tempi 912 Jllmois und Mardl 912 Illinois und Mark' 914 Penn, nd sh. 915 Delaware nnd Spezial-Signale. Ersten 2 EchlSg, zweiter Alarm, Zweiten Schlöqe, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 3 Schlag, Wasserdruck ab. 1 Schlüge, l Uhr Mittags. ' Die 5 bezeichneten Signale werden nur vom Ttmrn Wächter mfttßm da an den betreffend Straße? kre-uug larmkSste, angebracht fiud.