Indiana Tribüne, Volume 26, Number 109, Indianapolis, Marion County, 29 December 1902 — Page 7

Indianer Tribune, 2 Dezember 1902,

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tt tt tt tt Zer ackfisch Kasten ÖmXmlm .?... ,tt. " iTllt iV I i" (Fortsetzung.) er General und Anna waren mtürlich die ersten. Anna stand an der Wand und betrachtete ein. Bild: die Krönung Napoleons. Aber diese Krönung beschäftigte sie gar nicht. Sie war soeben in der Leihbibliothek gewesen und hatte Herrn Schnäbele gebeten, einen Brief in den ersten Band von Um Zepter und Kronen" legen zu dürfen; Pfotenhauer würde das Buch gleich holen; der Brief sei eine Einladung. "Herr Schnäbele that, als sei dieser Beförderungsweg viel praktischer als die Reichspost und etwas ganz Alltägliches. Der Brief selber aber lautete: L. O. Gut denn, ich trotze. Alle Tyrannen haben schließlich klein beigeben müssen. Ich will mein gutes Recht. Wir wollen Erich befragen als Hüter des Gesetzes. Wann, folgt übermorgen im zweiten Bande. Deine A." Die Post bätte diese Auslassung weniger umständlich zum Ziele befördern können. Aber so lag doch ein holder romantischer Zauber über dem heimlichen Hin und Her. Und auch, daß Herr Schnäbele sozusagen Mitwisser war, hatte seine aparten Reize. Das diskrete Lächeln dieses jungen Mannes ließ Anna süß erbeben. Ein lautes Wort von ihm, uno sie war dem Entsetzen geweiht. Sie dachte dabei an Ugolino und Genoveva und an die heilige Elisabeth Anna." sagte der General, ns interessirt Dich so an dem Stahlstich? Ich möchte Dich nochmals ersuchen, dem Onkel Ernst und auch der Kousine Daisy mit einer mit einer gewissen verwandtschaftlichen Herzlichkeit entgegenzukommcn. Erfordert es nichts anderes, so doch jedenfalls die Klugheit. Hast Du mich verstanden?" Anna bewegte sich gedanklich noch in romantischen Regionen, schlug daher schüchtern die Augen nieder und sagte mit der sanften Stimme der heiligen Elisabeth: Wie Du befiehlst, mein Later " Der General machte große Augen und wollte soeben ziemlich drastisch seinem Befremden über die ungewohnte Art der Anrede Ausdruck geben, als Erich, Otto und Egon mit Bertlippchen eintraten (der Kadett war bereits wieder nach Wahlstatt abgedampft) und die Anwesenden begrüßten. An Ottos Händedruck spürte Anna, daß er den ersten Band von Um Zepter und Kronen" glücklich erhalten hatte. Es war ein zustimmender Händedruck, so kräftia. dak Anna alle fttnaer schmerzten uno ncy die Amge m das Fleisch druckten. Aber was that das? Größere haben um ihrer Liebe willen stumm gelitten, sagte sie sich und das that ihr wohl Es währte nicht lange, so stürmten auch die Siiftsdamen heran: Tante Fiekchcn in stiller Ergebenheit, immer nur den Kopf schüttelnd, Wehmuth und Entsagung im Auge Tante Rikchen wie eine geladene Elektristrmaschine, jeden Augenblick bereit, gewaltig loszuprasseln. Sie nahm sich kaum Zeit, Guten Tag zu sagen, reckte die Arme, spreizte die in den Schwarzwollenen steckenden Finger und rief: So ist's uns recht! In das Gesicht muß man uns schlagen! O Du große Güte! Bis an den Kaiser müssen wir gehen! Ich ruhe nicht eher, bis diese Schande wieder resti restau risti resti " Nestaurir: oder reparirt," fiel Egon ein; Du hast Dich verheddert, Tante. Warum bist Du denn so entsetzlich aufgeregt?" Die Tante sah sich im Kreise um. Ja habt Ihr denn das Fremdenblatt nicht gelesen?" fragte sie. Nicht gelesen, welchen neuen Schimpf man den Lehns angethan hat?" Sie streckte den schwarzen Zeigefinger s. Jetzt sind die Würfel gefallen," fuhr sie energisch fort, Cäsar hat die Beresina überschritten und" Das war der Rubikon," verbesserte Egon. Und damit heißt's Krieg!" Das Wort Krieg" schmetterte die Tante förmlich hervor. Die Korrektur Egons beachtete sie gar nicht; was kam es bei einem so entsetzlichen Geschehniß darauf an, ob Rubikon oder Beresina. Krieg!" wiederholte sie nochmals. Dann setzte sie sich sehr erschöpft, während "Tante Fiekchen mit gefalteten Händen hinter sie trat. er General zog die Schultern hoch. Was soll man dazu sagen?" meinte er. Ich hätte Dir mehr ruhige Ueberlegung zugetraut, Rikchen" Ha Fritz Ueberlegung und die Tante schnellte empor. Bitte, bleib sitzen. Bleib sitzen!" donnerte er, plötzlich kirschroth werdend. Ich bin der Aelteste unseres Hauses und möchte, daß Ordre parirt wird. Auch Seitens der Damen. Der Ton, den Ihr anschlagt, ist nicht der richtige. Er ist auch rein taktisch ein Fehler. Schüsse in's Blaue sind immer Unsinn. Ich verlange nicht, daß Ihr Euch schweigend fügt, verlange aber Vernunft und Kaltblütigkeit. Ver-

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.;. I-5-44 (sine fröhliche Sommergc schichte 4.A TZ. 0 i i tc: 55 Fedcr von Zobclt'ltz 455 Z tt tt tt t tt lange vor auen Gingen, Daß Zyr üure thörichten Schmähungen laßt; denn Ernst ist auch ein Lehn! Und ist mein Bruder " Es war ganz still geworden. Tante Rikchen hatte ihren Wischer weg, wagte aber nicht zu widersprechen. Sie ließ die Daumen übereinanderrollen und zuckte fortwährend mit den Schultern. Tante Fiekchen hatte di? Augen niedergeschlagen und sah sehr inbrünstig aus. Eine gewisse Verlegenheit hatte sich Aller bemächtigt. Nehmt freundlichst Platz," sagte der General ruhiger; ich habe mit Euch zu reden" Die Stühle wurden gerückt; man ließ sich am Mitteltische nieder: Tante Rikchen finster und grollend und mit dem heimlichen Entschlusse, bei erster Gelegenheit von Ner.em die Opposition zu entfachen; sie hatte sich bereits auf den Kriegszustand" eingeübt und war ihrer ganzen Natur nach nicht zum Frieden geneigt. Egon h7ttte Durst, wagte aber nicht den Ldmsch nach einem Glas Bier laut werden zu lassen. Anna that sehr bekümmert und machte ein leidendes Gesichi, sobald ein Blick Ottos sie traf; aber ihre Mimik glückte nicht immer. Nun hatte auch der General Platz genommen. Ich bitte um Gehör," sagte er, mit dem Zeigefinger der rechten Hand den weißen Schnurrbart auseinanderstreich.md. Zunächst: laßt uns mit dem '-sächlichen rechnen. Mein Bruder lernst ist eingetroffen, und wir haben kein Recht, ihm den Aufenthalt in Riegnitz zu verbieten. Es läge auch nicht einmal ein begreiflicher Grund dazu vor " Pardon," rief Tante Rikchen; Du wirst mir erlauben, Fritz, daß ich anderer Meinung bin. Es handelt sich um eine ernste Familienangelegenheit, und ich gehöre ebenso gut der Familie an wie Du" Was ich niemals bestritten habe. Ich bitte Dich nur um Mäßigung." Ich werde sie zu bewahren wissen, obwohl meine Seele kocht vor Empörung, Entrüstung und Abscheu. Ja, sie kocht sie kocht über. Ich bin außer mir" Sie sollte ruhig draußen bleiben," wispert? Egon Anna in das Ohr. Außer mir, und das ist begreiflich. Ernst ist kaum eingetroffen, so hat er un 3 auch schon den Fembandschuh in das Gesicht geschleudert Fehdehandschuh meint sie." wisperte Egon. Annas leidender Gesichtsausdruck nahm etwas Groteskes an. Darf ich Dich fragen, Fritz," fuhr Tcnte Rikchen fort, sich halb von ihrem Stuhle erhebend, ob Tu von der EintrßMlg Deines Bruders in das hiesw? Fremdenblatt Notiz genommen hast?'' Der General nickte. Das habe ich. Und ich gestehe unumwunden zu, daß mich die offenherzige Angabe des des Berufszweiges in der That ein wenig peinlich berührt hat " Aha!" rief Tante Rikchen. Aha!" echote Tante Fiekchen. ilmft hätte sich das ersparen sönnen," setzte Bertlippchen hinzu. Da erhob sich Egon. Nur eine Zwischenbemerkung. Onsei. Die Polizei hiesiger Landeshauptstadt verlangt ordnungs- und wahrheitsgemäße Ausfüllung der Fremdenzettel. Es würde also ein Falsum sein, wollte einer, der Schuster ist, sich meinetwegen als Schneidermeister eintragen. Es spare für Onkel Ernst nur eine einzige Möglichkeit offen gewesen: er hätte .Besitzer eines Fußbekleidungsatcliers' schreiben können. Das ist ihm aber wahrscheinlich zu lang gewesen" Die Tanten räsonnirten. Derlei Witzeleien seien nicht am Platz. Auch Otto fand die Art Egons unpassend. Ich kann mich nicht so leicht über offensichtliche Beleidigungen hinwegsetzen," sagte er. Im Kasino hat man es an kleinen Spitzen und Anspielungen auf den ,Schuhwaa?cnfabritantcn' aus Amerika nicht fehlen lassen. Aber das ist noch das wenigste. Nicht gegen den Beruf des Onkel Ernst wende ich mich. Er paßt uns nicht das ist Sache des Standesempfindens. Immcrhin haben auch wir jedem ehrlichen Beruf Respekt zu zollen" Bravo, Otto!" rief Erich, und auch der General nickte. Aber ich bin noch nicht fertig. Erich. Muß auch gehorsamst um Vergebung bitten, Onkel Fritz, wenn ich Dinge berühre, die in der Vergangenheit liegen und besser für immer begraben sein würden. Ich gebe nur der Nothwendigkeit nach. Wenn ein Mitglied unseres Hauses einen Beruf ergreift, den wir nicht als standesgemäß anzuerkennen vermögen, so ist das bedauerlich, aber kein Grund, dem Bctreffenden die Zugehörigkeit zu unserer Familie zu versagen. Mit dem Onkel Ernst steht es indessen doch anders. Er hat in schweren Zeiten gegen unseren König und Landesherrn zu den Waffen gegriffen. Onkel Fritz, das allein ist's, was mich ihm zum Geaner macht. ?kck

muftle nicht meines Königs Rock tragcn, wollte ich anders denken" Der General sah ernst zu dem jungcn Offizier herüber. Wie der, fo dachte ja auch er selber. Jeder Lehn war ein Manne des Königs nur der Eine hatte die Treue gebrochen. Der alte Herr bat um Ruhe. Ich kann Dir im Prinzip nur zustimmen. Otto," entgegnete er mit leicht vibrircnder Stimme. Aber ich habe länger als Du meines Herrn und Königs Rock getragen und da habe ich auch gehorchen gelernt. Schon der Hochse'lige hat eine allgemeine Amnestie für die politisch Hernpronninnen oca Anno achtundvierzig erlassen. Das war ein Befehl. Otto!" Verzeihung. Onkel Fritz: es war eine Gnade. Das Recht der Gnade aber ist keine Verpflichtung für uns." Darf ich mir daö Wort erbitten?" warf Erich ein. Der Rechtsanwalt hatte bisher schweigend zugehört. Jch denke. Ihr werdet an meiner Loyalität mtf t zweifeln. Ich bin zwar kein Parteifanatiker und jchaue Welt und Dinge zuweilen anders als durch die Brille der Kreuzzeitung.' Aber über meine konservativen Grundneig-.ngen komme ich doch nicht hinaus. Deshalb denke ich auch gar nicht daran, mich zum Verthcidiger der R.bellcn ron Achtundvierzig auswerfen zu wollen. Das ist persönliches Senüment. Trotzdem möchte ich zu bemerken bitten, daß die Revolution heute eine geschichtliche Beurtheilung oeclangt. Wir können nicht mehr schlankweg von ,Königsfeinden' sprechen das ist Unsinn. Tausende von Patrioten standen auf Seiten der Revolution, die nicht den Regierenden, sondern die Regierung befehdeten. Na und das kommt ja auch heute noch zuweilen selbst bei außerordentlich royalistisch gesinnten Leuten vor. Im Uebrigen: .alles fließt.' Von den Rcbellen von einst gehen in unseren Tagen manche in Eskarpins und großer Uniform zu Hofe und nehmen hohe Staatsstellungen ein. Ich meine also, man könnte auch über die Vergangenheit des Onkels Ernst getrost zur Tagesornung hinübermarschiren " Er hatte das alles in leichtem, ein wenig ironisch unklingendem Tone gesagt,, so wie er ihn liebte. Aber nicht alle am Tische liebten die Art und Weise Erichs. Otto war sehr verstimmt. Seine gerade, eine gewisse rücksichtslose Offenheit bevorzugende Natur hatte für die goldenen Brücken des Vetters wenig übrig. Tante Nikchen gab ihrem Mißmuth in kräftigen Worten Ausdruck. Die liberalisirenden Tendenzen Erichs kenne man nun nachgerade. Seit er Rechtsanwalt geworden, schwenke er immer mehr nach links ein und werde schließlich bis auf das Petroleum kommen und bis auf Knebel (damit meinte sie Bebel, aber auf eine Namensverwechslung kam es ihr durchaus nicht an). Erich und Egon antworteten ihr scherzend; doch der General wünschte die Würde der Stunde gewahrt zu wissen. Ich bitte, bei der Sache zu bleiben," sagte er. Es ist viel Wahres an dem, was Erich gesagt hat, obschon ich. und ich betone das. meinen politischen Grundsätzen nach auf einer anderen Warte stehe als er, auf einer ganz gleich! Ich bin ein alter getreuer Diener meines Königs, und des Königs Wort gilt mir in Ehren. Wo e r verzeiht, können auch w i r Vergebung finden. Zumal es sich um nichts handelt als um Prinzipienfragen. Jdr wißt bereits, daß auch Ernst eine Tockter besitzt und daß ein unseliger Zufall ihr den gleichen Geburtstag gegeben hat wie Anna. Ich habe mich nunmehr mit Ernst in Verbindung gesetzt, und er hat sich bereit erklärt, für sich und seine Kinder allen und jedweden erbrechtlichen Ansprüchen auf Hohenwarte zu entsagen. Das soll heut zu Protokoll gegeben werden." Na, Gott sei Dank," rief Tante Rikchen, endlich einmal ein vernünftiges Wort!" Und eine Gutthat," segte der General mit Betonung hinzu; vergeßt das nicht. Vergeßt das nicht, daß Ernst mir eine große Gefälligkeit erweist, und empfangt ihn danach. Egon, habe die Gewogenheit und klingle dem Kellner " Der Oberkellner kam, und der General beauftragte ihn, den Herrn von Nr. 58 59 zu benachrichtigen, daß die Familie von Lehn versammelt sei. Man war aufgestanden. Eine gewisse Spannung herrschte in dem lleinen Eirkel. Bertlippchen bemühte sich in einer Fensternische, mit leisen Worten die Stiftstanten zu beruhigen. Das war nicht leicht. Tante Fiekchen glich einer grauen Norne und beschwor Himmel und Hölle. So weit ging Tante Rikchen nicht; sie wandelte gern auf erdfestem Boden. Aber auch sie schäumte. Nach ihrer Ansicht war das, was der General eine Gefälligkeit nannte, nur eine Naturnothwendigkeit"; denn der Mann aus Amerika sei ein Renegat, der jede Erbschaft verwirkt habe. Man hätte einfach ein Jmmediatgesuch an den Kaiser richten sollen. Schlimmsten Falls würde sie sich selber eine Audienz beim Kaiser erbitten. Diese Aeußerung hatte Egon erlauscht und trug sie brühwarm seinem Bruder zu. Erich, das mühte göttlich sein," sagte er halblaut, Tante Rikchen bei Majestät, in ihrer ewig ausgefusselten Taille und mit den Schwarzwvllenen, aber trotzdem ganz Adel. So wie die letzte Wasa, so voll Hoheit. Tante Fiekchen müßte auch mit dabei sein. Sie ist die nothwendige Ergänzung von Tante Rikcken. Bei der Einen acht

das aristokratische Bewußtsein mehr in die Höhe, bei der Anderen bewußt in die Breite." Es gefällt mir, Junge, daß auch Du Humor in der Tragik dieser Familienkatastrophe siehst," entgegnete der Rechtsanwalt. Alle Weisheit der Welt wird den Kastengeist nicht fortschaffen, denn auch in der. Idee, den einen Menschen höher zu stellen als den anderer!, liegt Weisheit. Aber ja, in dem ,aber' liegt eben das Gegentheil: die Narrheit. Und wc.s die gnädigsten Tanten betrifft, da muß ich immer an Jean Paul denken, der Lieblosigkeit und Ehelosigkeit die beiden Sakramente des Teufels nennt" Indessen hatte der General Otto zu sich gewinkt. Mein lieber Neffe," sagte er, mit gespitzten Fingern ein Stäubchen von der Uniform des vor ihm Stehenden knipsend, ich meine, unsere beiderleitigen Anschauungen berühren sich noch am meisten. Vielleicht, weil wir Soldaten sind. Aber gerade ein Soldat muß sich zu fügen verstehen. Und so betrachte denn meine Bitte, dem Onkel Ernst mit mit einer verwandtschaftlichen Liebenswürdigkeit cntgegenzukommen, gleichwie den Wunsch eines Vorgesetzt-n." Otto verzog keine Miene. Er neigte den Kopf ein wenig und erwiderte: Dein Wunsch soll mir Befehl sein, Onkel." In diesem Augenblick klopfte es an der Thür; dann wurde sie geöffnet. Ernst trat ein: in schwarzem, offen stehendem Ueberrock, der eine hohe gelbe Weste sehen ließ, und grauen Pantalons, die bei jedem Schritt tausend Falten schlugen. Ihm folgte Daisy. Sie schloß die hür und blieb dann stehen, gleichsam abwartend. Ernst hob die Arme. Die ganze liebe Familie." sagte er lachend, alles, was noch davon übrig ist! Grüß Gott, Kinder!" Ein paar helle Stimmen grüßten zurück. Aber alles blieb auf seinem Platze. Die Tanten hatten sich in eine Ecke des Zimmers zurückgezogen und gluckten dort wie ein paar Raben. Der General streckte Ernst die Hand entgegen. Ich danke Dir, daß Du gekommen bist, Bruder." sagte er, nicht ohne innere Bewegung. Ich danke Dir" Er machte eine Bewegung mit der rechten Hand. Ja das sind wir; das sind die letzten Lehns. Der Tod hat auch unter uns aufgeräumt Das das da ist die Bertha! Kennst Du sie wieder?" Der alte Amerikaner begann mit den Augen zu zwinkern. Es flutheie plötzlich warm durch sein Herz. Er holte ein ungeheuer großes Taschentuch hervor und begann sich lebhaft zu schneuzen. Es dröhnte förmlich. I Gott bewahre," flüsterte Tante Ritchen, sollte man's glauben " Die Bertha," wiederholte Ernst; Bertlippchen komm her die Patsche nein, einen Kuß! Warst noch ein Kind, als ich über's Wasser ging fo 'n kleiner brauner Knirps der .Sandfloh' sagte Vater immer, weil Du so hupfen und springen konntest. Gott, Bertchen, Dein guter Alter er hatte dieselben braunen Augen wie Du!" Ernst hielt die Hände Berthas fest in den seinen. Und Bertha war nicht wie die Stiftstanten. Sie war auch eine Lehn, nun ja, und hatte ihre Vorurtheile; aber sie saßen nur als Schlacke um ein kerngutes Herz. Dieser alte, halbvergessene Onkel weckte die ganze Kindheit in ihr. Sie lachte mit feuchten Augen. Richtig, Ernst," antwortete sie nickend, was hast Du für ein gutes Gedächtniß. ,Sandfloh' sagte der Vater immer, oder .Springmaus,' weil ich über alle Hindernisse hinwegsetzte, die mir im Wege waren. Was vergeht die Zeit! Jetzt hab' ich zwei große Kinder: der Eine Kadett und der Andere Otto, komnl her! Sieh, Ernst, das ist mein Aeltester " Otto trat näher, reichte dem Alten die Hand und machte eine korrekte Verbcugung dabei. Die Augen Beider trafen sich. Es lag keine Feindseligkeit im Blicke des jungen Offiziers, aber eine entschiedene Abwehr. Es war ein Blick, der zu sagen schien: Ich kann Person und Sache nicht trennen; Du drüben, ich hier, und zwischen uns unsere Götter und Götzen" Ernst ließ die Hand Ottos, ohne ein Wort zu sprechen, langsam sinken: er hatte drüben in der Ecke die beiden Stiftsdamen entdeckt. Sieh," sagte er, die kenn' ich noch! Rikchen und Fiekchen" mit drei Schritten stand er neben ihnen die Sympalhievögel, die Jnseparables, die unzertrennlichen Schwestern! 'Tag, Basen. Rikchen, mein altes Herz, weißt Tu noch, wie wir zusammen auf den Heuschober krochen und Du kriegtest das Rutschen, und unten stand Fiekchen mil ausgebreiteten Armen, und plumps, Du auf sie 'rauf, und ich rutschte hinterher, und nachher versohlte uns der Onkel alle Drei? Weißt Du noch?" Das war eine Erinnerung, nicht nach der Tanten Geschmack. Sie starrten den Sprecher an und sagten nichts. In dem hageren Antlitz Fiekchens stand tiefe Empörung zu lesen; in dem runden Rikchens eine verletzende Feindschaft. Da ging ein Frösteln durch die Seele des armen Alten; eine eisige Kälte stieg in ihm auf. Er schaute sich hilflos um, gleichwie nach einer Rettung. Sein Blick streifte Daisy, die noch immer, ganz allein und gesondert, an drr Thür stand, und er entdeckte ein unmerkliches spöttisches Lächeln um

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Louisiana 95 Virini Ave u. öllab. 96 Hauptquartier. 97 rand Hotel. 88 Eapital Ave und Öbio 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ach. 124 Alabama und 16. 125 Central Av und 15. 126 ZjandeS und 15. 127 Brookside ::nd Jupiter 12 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bcllesontaine und v. 134 College Ave und 2. 125 Delaware und 13. 126 Alabama und North 137 Newmann und 19. 128 College Ave und 14. 129 Cornell Ave und 12. 141 yandeS und 1L. 142 Hlghland Av und 10. 143 Tccumseh und 10. 145 Her Jersey nd 22. 146 lvord und 17. 147 No. 2 Eplitzenhau HiUsitx ve und 16. 148 College ve und 22. 149 College Ave und 7. 152 Park ve und 92. 153 L E u. 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