Indiana Tribüne, Volume 26, Number 108, Indianapolis, Marion County, 27 December 1902 — Page 1
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Zudinnn Tridune z? i n Tage und Sf Sonntacisblatt I 10 per Woche. 9S9 (ßvTdieint jede ilarirmittap. Jahrgang 26 Indianapolis, Ind., Samstag, 27. Dezember im No. 108
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Schlimmer Bahnnnfall. 21 Personen getödtet und 18 verletzt.
London, Ont., 27. Dez. Der Pacific-Expreßzug No. 5 der Grand Trunk-BahnAesellschaft collidirte in der verwichenen Nacht mit einem Frachtzuge in der Nähe von Wanford, einer Station an dem Sarnia-Zmeige der Bahn. Den letzten Nachrichten zufolge sollen 24 Personen getödtet und 18 verletzt worden sein. Aus der Tanbftnmmen-Anftalt entflohen. Otheo Culp, ein zehnjähriger In fasse der Taubftummen-Anstalt, entfloh früh morgens um 2 Uhr aus der Anstalt. Ohne Ueberzieher und nur leicht bekleidet, kletterte er von seinem im drit ten Stockwerke belegenen Zimmer die Feuerrettungsleiter hinunter und marschirte unbekümmert um die bitterliche Kälte nach dem 23 Squares entfernten Princeton Hotel, woselbst seine Eltern logirten. Die Eltern waren aus Michigan City nach hier gekommen, um das Weihnachlösest mit ihm zu verleben. Der Vater brachte ihn nach dem Inftitut wieder zurück. Akademie der Wissenschaft. Die Academie der Wissenschaft" hielt hier heute Vormittag ihre Schluß fitzung ab. Folgende Beamten wur den erwählt: Präsident W. S. Blatchley, Indianapolis. Vice-Präsident Dr. C. L. Mees vom Rose Polyechnic Institute, Terre Haute. Secretär-John S. Wright, Jndianapolis. Hülfs-Secretär Dr. Donaldfon Bodine vom Wabash College, Crawfordsville. Secretär für die Presse G. A. Ab bott von der M. T. H. S., Indianer polis. Sein letzter Rausch. James Morrison wurde heute Morgen in feinem Zimmer im Capital Hotel, Missouri und Washington Str.. todt im Bette gefunden. Alcoholismus war die Todesursache. Er hatte in den letzten Tagen stark getrunken. Der Verstorbene war 55 Jahre alt. Er war 17 Jahre lang bei der Big Four Bahn als Locomotivführer beschäftigt gewesen, war aber wegen seines Hanges zum Trinken entlassen worden. i.i 1 Neue Inkorporationen. Ihre Jncorporationspapiere erwirk ten folgende Gesellschaften: Beaver Meadow Natural Gas Co." vsn Rush County. Die Jncorporatoren sind: Job W. Northam, Richard H. Phillips, Joseph H. Masy, Frau N. R. Folgcr. D. M. Presnall, Clara E Rigsbee, Wm. I. McMichael, W. O. Smain, P. W. Draper, I. O. Draper, W. H. Nelson, W. H. Eaton, sämmtlich von Arlington. Die Century Piano Truck Co.", Indianapolis; Capital $3,000; William T. Sleight, Mont V. Wiggins und John C. Baird, Jncorporatoren. HoraceGreely'salteHeimftätte abgebrannt. C o r r u, Pa., 27. Dez. Die alte Heimstätte von Horace Greely, in welcher derselbe viele Jahre gewohnt hat, ist letzte Nacht durch Feuer total zerstört worden. Sie war etwa sechs Meilen von hier an der New tyoxt Staatsgrenze belegen. Ein Neffe Horace Greeley's, Burt. Greely, welcher in dem Hause wohnte, rettete mit seiner Familie nur das nackte Leben. Etwas für Neujahr. Das Flaschen Bier der American Brewing Co. ist vortrefflich. Zu deziehen von JacobMetzgerckCo. Beide Telephon 407.
Noch gut abgelaufen. ' In dem Augenblick, als der Motormann George Widdup heute Mocgen gegen 2 Uhr die Louisiana Str. Remi sen verließ, fiel zufällig fein Revolver zu Boden. Derselbe entlud sich und die Kugel drang in die Wade des rechten Beins, eine schmerzliche, aber nicht gefährliche Wunde verursachend. Er wurde per Ambulanz nach seiner Wohnung überführt.
Perfonal-Notizen. Umgeben von seiner Frau und vier Kindern ist heute in früher Morgenstunde Michael Scherrer in seiner Wohnung an der Cheftnut Straße No. 1611 sanft in's Jenseits hinübergeschlummert. Der Verblichene erblickte am 25. April 1829 in Berz in der Rheinpfalz das Licht der Welt. Im Jahre 1860 wanderten nach den Ver. Staaten aus und ließ sich zunächst in Connersville, Ind., häuslich nieder. Einige Jahre später siedelte er nach Indianapolis über, welches seine zweite Heimath wurde. Der Verblichene war viele Jahre lang bei der Layman & Carey Co. beschäftigt gewesen, auch hatte er Anftellungen im Markthause nnd im Gerichtshause inne. Er war ein eifriges Mitglied des St. Franciskus Vereins der Herz Jeiu Gemeinde. Dieselbe wird sich auch am Leichenbegüngnisse. welches am Montag Mor gen um 8:30 vom Traucrhause aus stattfindet, bctheiligen. Um 9 Uhr wird in der Herz Jesu Kirche ein Trauergottesdienft abge halten. Myftic Shriners " Die Local-Loge der Myftic Shriner's hat in ihrer letzten Sitzung folgende Beamte erwählt : Illustrer Potentat A. W. Thomson. Ch?f-Rabban Horace E. Smith. Assistent'Nabban E. I. Jacoby. Hohepriester W. F. Browdre. Orientalischer Führer Dr. Sampsell. Schatzmeister Charles F. Meyer. Recorder Francis T. Hollioay. R. präsentanten für das kaiserliche Council Chalmer Brown, A. W. Thomson, Frank Wilson und R. O. Sawkius. Siftorische Gesellschaft von Jndiana. Die Historische Gesellschaft erwählte in ihrer am Freitag abgehaltenen Iah resVersammlung folgende Beamte : Präsident Richter Daniel Wait Howe. 1. Vice Präsident Gen. John Coburn. 2. Vice-Präsident Capt. W. E. Englifh. 3. Vice-Präsident Bischof D. C Donaghue. Schatzmeister I. E. Coffin. Secretär I. P. Dunn. Executiv-Comite Richter A. L. Roach, A. C. Harris, John R. Wil son, Charles Martindale und I. P. Dunn. Die beste 5 Cent Cigarre in Uer Stadt, Mucho's Lonqfellow". Eine Consolidation gewünscht. Die American Society of Equity of North America", welche erst kürzlich gegründet wurde, hat von der Farmers National Cooperative Exchange" in Chicago das Anerbieten erhalten, sich mit ihr zu consolidiren. Herr I. A. Everett, der Präsident der hiesigen Ge sellschaft, hat erklärt, daß er gegen eine Consolidation ist. DerGouverneur hat Sharon E. Jones zum Polizei-Commissär von Richmond ernannt. John Weber's Wirthschaft, No. 764 West North Str.
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Aus den Gerichtshöfen. Geiftesumnachtet. Der Arbeiter John A. Schumaker, Mary I. Kühn und Patsy A. Turner wurden auf ihren Geisteszustand ge prüft, für irrsinnig befunden und dem Jrren-Asyl üderwiesan. Schumaker ist 23 Jahre und leidet an ver schieoenen fixen Ideen. Seine Geistes Umnachtung ist die Folge eines Son nenstichs, von welchem er im Sommer betroffen wurde. Die Kühn ist verheirathet und 45 Jahre alt; sie ist melancholisch und wei gerte sich des öfteren Speisen zu si zu nehmen und sich zum Schlafen niederzulegen. Patsy leidet ebensalls an verschiedenen fixen Ideen. Sie ist ruhelos und Wuthanfällen unterworfen. Im Stationshause machte sie in der Donners tag einen Slbstmoröversuch. E h e l e i d e n. Vor Richter McMaster wurde über die Scheidungsklage verhandelt, welche Frau Vera Startz gegen ihren Gatten Andrew eingereicht hatte. Sie beschuldigt ihn der Trunkenheit, der brutalen Behandlung und der Pflichtvernachläf sigung. Sie wünscht ihren Mädchen namen Redden wieder tragen zu dürfen. Der Richter behielt sich die Entscheidung vor. Die Stadt will apvell i r e n. Der Stadt-Anwalt hat erklärt, gegen das Urtheil im SuperiorGericht in dem Falle des FeuermehrmannesJas. Taylor appelliren zu wollen. Demselben waren $72 08 zugesprochen worden, als nachträgliche Bezahlung für 26 freie Tage im Jahre 1893, welche ihm und etwa 165 Collegen damals abgezogen worden waren. Der Taylor Fall war ein Teftfall und sollte das Obergericht die Entscheidung bestätigen, so wird die Stadt etwa 12,000 zu dezahlen haben. An dieGr oßgeschworenen übermiesen. James E. Titsworth, welcher am frühen Morgen des Danksagungstages einen Mordangriff aus seine in Jrvington bedienstete Frau ausführte, wurde vom Polizeirichter an die Großgeschmorenen überwiesen. Die Frau erklärte positiv, daß sie ihn an der Stimme erkannt hatte. Er hatte, als er sie mit einem stumpfen Instrumente zu Boden schlug, einen Fluch ausgestoßen. Schmutzige Familienwäsche Der Fall des John M. Sullivan. welcher vor einigen Jahren Chef-De-puty des städtischen Controlleurs war, wurde gestern vor dem stellvertretenden Polizcirichter Collins verhandelt. Derselbe ist bekanntlich beschuldigt, seine Frau in brutaler Weise behandelt zu haben. Ein Augenzugc war, als er sie angeblich zu Boden schlug, nicht zugegen. Er behauptet, daß sie ihn zuerst angegriffen hat und daß sie, als er ! sie von sich stieß, zu Boden fiel, da sie betrunken war. Sullivan wies durch Zeugen nach, daß seine Frau dem Trunke ergeben war. daß sie mit fremden Männern Weinstuben besuchte, ihre drei Kinder derart vernachlässigte, daß er gezwungen war, sie der Obhut ihrer Mutter zu entziehen und dem WaisenHause in Vincennes zu übergeben. 9Sr.-; etwa sechs Wochen leistete sie einen Schwur, daß sie nie untreu gegen ihn gewewesen wäre und daß sie fortan nicht mehr picheln würde. Sullivan wollte sie auf die Probe stellen und brachte eins von den Kindern wieder zu ihr zurück, indem er ihr versprach, daß er, wenn sie gegen dasselbe eine liebeoolle Mutter sein würde, ihr die anderen beiden Kinder wieder anvertrauen würde. Da kam jener Abend, an welchem sie ihr Versprechen wieder vergessen und ihn durch ihr Benehmen in Zorn gebracht hatte. Der Richter behielt sich die Cntscheidung vor, erlaubte jedoch dem Knaben, mit dem Vater zu gehen. Jugendliche CrapSpieler. Im Poolzimmer von Goodwin Smith, College und Massachusetts
Avenue, naren am Donnerstag Abend 16 junge Leute von der Polizei beim Crap-Fpielen überrascht worden. Dieselben hatten ihre Namen wie folgt an gegeben : Harry Brockway, Jesse Duncan, Thomas Wellington, Oscar Hepp, Carl Jones, Frank Marsh, Harry Sloat, (giirl Lawson, Fred Wells, William Dickey, Edward Carter, Eugene Blake, John Beard, Edward Paßwater, Peter Nierce und John Gordon. Gestern wurden sie dem Polizeirichter vorgeführt und um je $5 und Kosten bestraft. Wie sie sagten, hatte Smith ihnen versprochen, die Strafe für sie zu bezahlen, allein nachdem derselbe für einen der Veiurtheilten berappt hatte, drückte er sich schleunigst. Der Richter ordnete an, daß Smith wegen Haltens eines Spiellocales verhaftet werden solle und daß er die Strafen für alle Jungen bezahlen müsse.
Die leidigen SlotMaschinen Die Wirthe Davis O'Brien und August Bruham wurden schuldig befunden, in ihren Localen Slot-Maschi-nen in Betrieb gehabt zu haben. Sie hatten Jeder $10 und Kosten zu zahlen. Vom Zuge abgesetzt. Edward I. Bormann verklagte gestern.die Monon-Bahn-Gesellschaft auf $5000 Schadenersatz Derselbe war im Besitze eines 1000-Meilen-Buches. Er wollte in Englemood, Cook County, Illinois, einen Zug der Gesellschaft benutzen, konnte aber am FahrkartenSchalter gegen Vorzeigung seines Mel-len-Buches kein Ticket nach seinem Bestimmungsorte erlangen, da Niemand am Schalter war. Er bestieg nichts destoweniger den Zug und verlangte von dem Conduc teur, daß dieser aus dem Buche so viele Coupons herausnehme, als die Fahrt betrage. Der Conducteur weigerte sich, diesem Verlangen nachzukommen, und als die Beiden sich nicht gutwillig eini. nen tonnten, ließ der Conducteur den Zug halten und tetzte den Borman ganz einfach ab. Daher die Klage. Hohe Advokate n-G e b ü h r e n. Am nächsten Montag wird der Rechtsanwalt George Voung dem Richter Carter seine Gründe anzugeben haden, aus welchen er sich ermächtigt glaubte, für das Collectiren einer Summe von $21,000 eine AdvokatenGebühr von $5000 zu erheben. Voung war von Oscar E. Sandeborg und seiner Schwester engagirt worden, um ihren Anspruch gegen den Nachlaß eines Oheims, welcher vor etwa einem Jahre in Schweden starb, geltend zu machen. Er erlangte etwas über $21,000, be hielt $5000 für sich, und schickte den Rest den Geschwistern zu. Diese aber waren empört über die unverschämte hohe Forderung und engagirten den Anwalt W. A. Ketcham. eine Klage gegen Voung einzu reichen. Dieselben sind willens, demselben die Summe zu zahlen welche der Richter für geeignet findet. Ein Schwiegermutte r-F a l l. Friedensrichter Stout hat gestern entschieden, daß es für einen Ehemann kein genügender Grund ist, feine Frau zu verlassen, nur weil seine Schmiegermutter ihm erklärt hatte, entweder ruhig zu sein, oder das Haus zu verlassen. Eine solche Erklärung hatte Frau Maggie Williams, die Schmiegermutter des Charles Kelley, ihm gegentioer abgegeben, als derselbe vor einiger Zeit seine des ihrer Mutter wohnende Frau aufsuchte und Streit anfing. Er war fortgegangen und hatte seitdem sich nicht mehr um sie bekümmert. Der Richter verurtheilte ihn zur Zahlung von $10 und Kosten. Bedeutende Oe-Production. Während des jetzt zu Ende gehenden Jahres waren im Staate 3914 Oelquellen im Betrieb. Dieselben produ cirten täglich 26,000 Fässer. Große Auswahl von HerrenAusstattungswaaren, sowie gestrickten Herren-Jacken etc. bei R. Krause, No. 229 Oft Washington Str. und 771 Massachusetts Ave., Ecke Noble Str.
Nachrichten aus Jndiana. Brennende Weihnacht smänner. Jefferson ville. Wäre HülfsCoroner Froman M. Coots von Jeffersonville nicht Herrn Henry Glunk, einem bekannten jungen Jeffersonviller, rechtzeitig zur Hülfe gekommen, so hätte Herr Glunk seinen Leichnam von Herrn Coots in dessen Eigenschaft als Coroner inspiziren lassen können. Herr Glunk spielte im Hause von Herrn George Kilgus, einem Verwandten, zur Belustigung der Kinder den Wcihnachtsmnn. Zu seiner Verkleidung hatte er sich einen langen weißen Bart angeklebt und sich vom Kopfe bis zum Fuße mit Watte umwickelt. Er kam mit seinem Bart einer Kerze zu nahe und im Nu war der junge Mann von oben bis unten in Flammen ein gehüllt. Glunk eilte auf die Straße und schrie um Hülfe. Die Rufe erregten die Aufmerksamkeit von Fro man Coots, dessen Stall sich gerade dem Kilgus'schen Hause gegenüber befindet.
Herr Coots sprang auf Glunk los, und da er ein Paar schwere Glace-Hand-schuhe anhatte, war er im Stande, in kurzer Zeit Glunk alle Watte vom Leibe zu reißen. Derselbe hat jedoch solch schwere Brandwunden erlitten, daß sein Zustand besorgniß erregend ist. Eugene Avplegate, cm Sohn des JeffersonvilM Polizeichefs, wurde in seiner Wohnung an der Ost Cheftnut Straße nahe der Meigs Avenue von einem Unfälle genau derselben Art befallen. Er spielte für seine Kinder den Weihnachtsmann, als sein WatteCostüm in Brand gerieth. Die brennenden Sachen fielen auf einen Teppich und fetzten denselben in Brand. Herr Applegate lief in's Freie und war im Stande, sich die brennende Watte vom Leibe zu reißen, ehe er schwere Brandwunden erlitten hatte. Mord wegen ei n es Kruges Bier. B r a z i l. Im benachbarten Dorfe Perth geriethen in der Wirthschaft des George Freshmann. Samuel Blancher und Thomas Featherlin wegen der Bezahlung für einen Krug Bier in Streit. In dessen Verlauf zog Blan cher seinen Revolver hervor und feuerte drei Schüsse auf Featherlin ab. Die eine Kugel drang in das Herz nnd verursachte eine tödtliche Wunde. Der Mörder, welcher erst achtzehn Jahre alt ist, entzog sich seiner Verhaftung durch die Flucht. Die That ereignete sich in Gegenwart des Vaters und des Bruders des Erschossenen. Löhne der Arbeiter auf den Farmen. Die Löhne der auf den Farmen beschäftigten Arbeiter waren während dieses Jahres im Staate etwa $23 b her, als im verflossenen. Benton County beschäftigte mehr Farmarbeiter, als irgend ein anderes County. nämlich 1783. Der Durchschnittölohn war monatlich $19 und Kost und Logis. In anderen Counties betrug derselbe wi folgt: Omen $13.02. Tippecanoe $18.75, Warren $18.13, Tipton $18.12, Rush $16.07. Lebensmüde. A n d e r s o n. Frl. Lulu Jones von Muncie war, obgleich sie erst achtzehn Jahre alt ist, schon des Lebens überdrüssig, weil sie sich mit ihrem Herzallerliebsten sntzweit hatte. Sie beschloß, vermittelst einer Dosis Morphium sich in ein besseres Janseits zu expediren. Als aber das Gift zu wirken anfing, schrie sie um Hülfe. Ein Arzt wurde gerufen, welchem es durch geeignete Gegenmittel gelang, die Wir kungen des Giftes zu schwächen. Kohlennoth in South V e n d. South B e n d. Auch hier herrscht, wie in anderen Städten des Staates, eine Kohlennoth, welche um so schlimmer empfunden wird, als jetzt gerade der Winter feinen Einzug in sehr strenger Weise gehalten hat. Der Mayor ist vom Stadtrathe ermächtigt worden, Kohlenvorrüthe anzukaufen
und dieselben an Bedürftige zum Ko stenpreise abzugeben. Wegen Kohlen mangels müssen ferner mehrere Fabriken schließen, so daß Hunderte von Ar beitern temporär ohne Beschäftigung sind. Neue Universität. Muncie. Jncorporationspapiere für die Palmer-Univers'tät find am Freitag erwirkt worden. Die Gebäude der ehemaligen Normalschule zu Muncie werden von derselben benutzt werdenj Zu den Jncorporatoren gehören u. A. G. F. McCulloch, I. Smith Talcy, Arthur W. Brady und I. G. Leffler. Laporte Logansport. L a p o r t e. Eine Gesellschaft wird demnächst incorporirt werden, welche beabsichtigt, electrische Bahnverbindungen zwischen Laporte und Logansport und zwischen Baß Lake über Lake Maxinkuckee nach Rochester zu etabliren. Explosion von Wasserröhren. F r a n k l i n. In der Wohnung des Pastors W. E. Morris explodirtcn
am Freitag mehrere Röhren der HeißWasserleitung. Frau Morris befand sich unglücklicher Weise in der Nähe und erlitt schwere Brühwunden im Gesich und am Nacken. Das dritte Opfer in einer Familie. Salem. Oris Zink, ein Sohn des Farmers Dawson Zink handhabte die Häckselmafchine so unvorsichtig, daß ihm eine Hand abgeschnitten wurde. Er ist der dritte in der Familie, dem ein solcher Unfall widerfahren ist. Dr. Passage vom Schlagan fall betroffen. Peru. Dr. Henry V. Passage wurde am Freitag von einem Schlaganfall. welcher seine ganze rechte Seite lähmte, betroffen. Sein Zustand ist bedenklich. Der Doctor ist einer der bestbekanntesten Persönlichkeiten des Countics. Er vertrat Miami County vier Termine in der Staats-Legislatur. Bankräuber erbeuteten $15,000. Union, Mo., 27. Dez. Einbrecher statteten der Bank von Union heute Morgen einen Besuch ab, sprengten den Geldfchrank und erbeuteten $15,000. Bekannte Schriftftellerin gestorben. Chicago, 27. Dez. Mary Hartwell Catherwood, die berühmte Schriftstellerin und Verfasserin zahlreicher Romane und Novellen ist letzte Nacht in ihrer Wohnung an d?r Washington Ave. No. 4852 einem Kr?bsleiden erlegen. Sie war erst 55 Jahre alt. Unter ihren Werken ist der Roman Lazarre" das bekannteste. Ein freudiges Familienfest. Eine schöne Weihnachts-Ueberraschung wurde Herrn Louis Kuechler und Gat tin von No. 1745 Orange Straße zu Theil. Sein Sohn Hr. Chas. Kuechler und Hr. Adolph Geis und Frau aus Chicago, Dr. F. W. Kuechler aus Hidalgo. Jll.. Herr Julius Kuechler und Frau Feßler. sowie Hr. Louis Kuechler, Jr., alle fanden sich bei den Eltern ein. um das WeihnachtSfeft im Vaterhause zu verleben. Eine größere Freude konnte den Eltern nicht bereitet werden. Schwerer Unfall Eines Ai gestellten der Atlas Engine Works. Frank Cooper, ein an der BandesStraße -wohnender Arbeiter der AtlaS Engine Works, wurde gestern bei einer Gas-Erplosion einer Form - Maschine schwer verletzt, ja vielleicht auf Lebenszeit geblendet. Weriigstens wurde ihm, soweit in Erfahrung gebracht werden konnte, die Sehkraft eines Auges durch die Ex plosion geraubt. Der Schwerverletzte wurde in eine Privat-Heilanftalt ge bracht. Er ist 35 Jahre alt und Fa-milienvater.
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