Indiana Tribüne, Volume 26, Number 104, Indianapolis, Marion County, 22 December 1902 — Page 6

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nviana Tribüne, 22. Dezember 1902

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Europäische Nachrichten. Bayern. Seeshaupt. Die Scheune des Metzgers Wickel brannte ab. T ö l z. Senatsprästdent a. D. Ferdinand v. Vogt beging mit seiner Äemahlin, geborene Mader, die goldene Hochzeit. Wasserburg. Feuer richtete in der zur Brauerei SeidenschN)arz geh'örigen Faß- und Pichhalle erheblichen Schaden an. W ü r z b u rg. Wagenwärter Georg Mart von Schlveinfurt wurde hier, als er auf einem Nebengeleise ging, von einem Nangirzuge erfaßt und aus das Geleise geworfen; es wurden ihm oberhalb der Kniee beide Beine abgefahren. Er verschied alsbald. FIUrtternverg. -'Stuttgart. Dem Professor v. Donndorf hier wurde die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande des Ordens der Württembergischen Krone und dem Professor H. Halmhuber an der Ba:lgkwerkeschule die goldene Medaille für Kunst undWissenschaft am Bande desselben Ordens verliehen. Der Kaiser von Rußland verlieh dem Professor Edmund Linger hier den St. Anneorden. Wegen Körperverletzung verurtheilke die hiesige Strafkammer den 25 Jahre alten ledigen Schuhmacher Jakob Schmelzle von Echterdingen zu 10 Monaten und wegen Betruges den 30 Jahre alten verheiratheten Verlagsbuchhändler Richard Munde ton hier zu 1 Jahr Gefängniß. A l t e n st e i g. Die erst vor ein paar Jähren umgebaute große Sägemühle der Firma Gebrüder Theurer brannte nieder, desgleichen auch eine große Scheune. Feuer zerstörte in der oberen Stadt das Wohnhaus des Schneiders Lutz. Bcvllmertshofen. Die Wahl des Wagners M. Schön zum Ortsvorsteher Hierselbst fand ihre Bestätigung. Böhlingen. Der König übernahm bei dem 7. Sohne des Adolf Götz hier die Pathenschaft und übersandte das übliche Geldgeschenk. Erlig heim. Die Wahl des Verwaltungs - Candidaten A. Lachenmaier von Rudersberg zum OrtsVorsteher der hiesigen Gemeinde wurde bestätigt. Frohnhofen. In Rupprechtsbrück brannte das Brauereigebäude des Tiber Bendel bis auf den Grund nieder. G a i l d o r f. Oberamtsarzt Hofrath Dr. Gemelin wurde in den Ruhestand versetzt. G ü l t st e i n. Die Wohnhäuser des

Wagnermeisters Hahn. Schuhmachers Rinderknecht, Maurers Gerlach und Bauern Kapp sind nebst Scheuern vollständig niedergebrannt. Künzelsau. Nach zjähriger Thätigkeit als Bezirksvorstand verließ Oberamtmann Ehrhart unsere Stadt, um in gleicher Eigenschaft nach Wangen i. A. überzusiedeln. Obe t je Hingen. Das Anwesen des Wirthes und Postagenten Heinrich Kugel, sowie das an'baule Wohnhaus von Zimmermann Johannes Baitinger und' Bauer Konrad Kohler wurden ein Raub der Flammen. Sigmarswangen. Gemeindepfleger Schneider erhängte sich in einem Anfall von Schwermuth. Sonderbuch. Forstwart Georz Boßler stürzte in seiner Scheuer ab und erlitt einen doppelten Schädelbruch. so daß er starb. Tü b i n g e n. Professor Otto von Franklin beging sein 50jährigcs Doktorjubiläum. Vor der hiesigen Staatsanwaltschaft gab der StadtPfleger Gräßle von Herrenalb an, daß er seit einer Reihe von Jahren Unterschlagungcn und Bücherfälschungen begangen habe. Die veruntreute Summe soll etwa 1518.000 Mark betragen. Gräßle wurde in Haft genommen. U l m. Das neue Volksschulgebäude ist hier feierlich eingeweiht worden. Im Alter von nahezu 90 Jahren starb Professor Friedrich Beurlin von hier, der letzte aus der berühmtenPromotion Binder. Bischer, Strauß, Pfizer und Märklin. "ZZöaden. Karlsruhe. Divisionspfarrer Berbcrich wurde durch kaiserlichen Erlaß zum Militäroberpfarrer ernannt. Architekt und Stadtverordneter Zinser beging mit seinerGcmahlin das Fest seiner silbernen Hochzeit. Freiburg. Verliehen wurde die Dienstaltersauszeichnung für 12jährige Civildienste an Anna Brecht, Aufseherin beim Amtsgefängniß hierselbst. Handschuhsheim. Die neu errichtete hiesige Hauptlehrerstelle wurde Hauptlehrer Braun in Neckarbischofsheim verliehen. Heidelberg. Pripatdozent Dr. Karl Voßler, der an der hiesigen Universität über italienische Sprache und Literatur liest, hat einen Ruf nach Straßbura als Lektor der italienischen Sprache erhalten, denselben jedoch tfd gelehnt. L i ch t e n t h a l. Die Conzession zur Errichtung einer neuen Apotheke in Karlsruhe wurde dem Apotheker Dr. Holdermann von hier ertheilt. Wies. Pfarrverwalter Theodor Größle ist. zum Pfarrer hierselbft gewählt worden. Konstanz. Das 114. Jnfanterie -Regiment bicrselbst beaina vor

der Kaserne am' Kaiser - FriedrichDenkmal, das mit Fahnen und Tannenguirlanden geziert war, das 25jährige Jubiläum der Ernennung des spätern Kaiser Friedrichs des Dritten s.um Chef des Regiments. M a n n h e i m. Je ein Jahr und 1 Monat Gefängniß erhielten hier die Tagelöhner Wilhelm Vogel, Fr. Dattge und G. Fietzer, welche vor einigen Wochen dem Sphinxen am Wasserthurm die Nase abschlugen und einen Wasserspeier beschädigten. M e ß k i r ch. Amtsrichter Dr. Karl Rupp von hier wurde nach Mannheim versetzt und Referendar Dr. Kampp zum Amtsrichter Hierselbst ernannt. M o os. Hauptlehrer B. Ege feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. .Mosbach. Der 22jährige Sohn Theodor des kürzlick verstorbenenGastWirthes Jörg sollt? das Anwefen übernehmen. Da jedoch auch ein minderjähriger Sohn vorhanden ist, mußte eine gerichtliche Inventur des beweg lichen Vermögens stattfinden. Als zu diesem Zweck eine Commission des Amtsgerichts eintraf, glaubte der des Gesetzes unkundige Theodor, es handle sich um eine Pfändung. Er entfernte sich, um im HÄusgarten Selbstmord durch Erhängen zu begehen. Der infolge des Todes seines Vaters und des Selbstmordes seines Bruders schwer betroffene jüngere, vierzehnjährige Sohn, der, noch einzige Erbe, ist bedenklich erkrankt. Neckargemünd. Bürgermeister Wittmann wurde nicht vom Gemeinderath zum Rücktritt aufgefordert; vielmehr gab jener infolge seiner sehr leidenden Gesundheit schon vor längerer Zeit die Absicht kund, . sein Amt niederzulegen. Nonnenweiler. Dem Rheinarbeite? Johann Karl Weiß II.. von hier ist vom Großherzog die silberne Rettungsmedaille verliehen worden. Qffenburg. Lokomotivführer Bruder feierte sein 40jähriges und die Lokomotivführer Berger, Wild, Schärr und Kohler ihr 25jähriges Verufsjubiläum. O t t e r s w e Z l t r. Das Anwesen des Landwirths Falk brannte nieder. Pforzheim. Beim Putzen seines Gewehres verunglückte der 30jährige Land-wirth Kurr von hier. Das Gewehr entlud sich, riß Kurr den Unterkiefer weg und zerschmetterte den Oberkiefi'r Walldürn. Hier soll mit einem Kostenaufwande von 50.000 Mark ein neues Spital erbaut werden. Wein he im. Herr Buchdruckereibesitze? Wilhelm ' Diesbach. Gründer des Weinheimer Anzeiger", ist im Alter von 66 Jahren in Königstein im Taunus an den Folgen einer Herzasfekticn gestorben. ' ?Zye,npfrrrz. S p e y e r. In der hiesigen Diakonissenanstalt begingen die Schwestern Barbara Schäffer, Rosine Conzelmann und Lina Freihöfer ihr 25jähriges Berufsjubiläum. Wegen Nothzucht wird der Kaufmann Julius Kling von hier steckbrieflich verfolgt. Aus Anlaß seiner 25jährigen Amtsthätigkeit als Kreisschulinspektor wurde seitens des Lehrerpersonals der früheren und gegenwärtigen Jnspektionsbezirke des Krcisschulinspeltors Roth dahier eine Jubelfeier veranstaltet. Assenheim. Die Frau des Schreiners Johann Vissinger wurde von dem Pferde des Ackerers Valentin Feth überrannt und todtgedrückt. Frankenthal. Rechtspraktikant Mattern von hier ist zum Direktionsassistenten bei den Pfälzischen Eisenbahnen ernannt worden. Feuer richtete in der Möbelfabrik von Johann Verberne großen Schaden an. M u t t e r st a d t. Einem Brande fielen die Scheunen von PH. Becker und Adam Lemmert zum Opfer. N e u st a d t. Sein . 50jähriges Dienstjubiläum beging der Lehrer Heinrich Krebs. W in n weil er. Aufsehen erregt hier die Verhaftung des 18jährigen Joseph Schasset, Sohn des BürgerMeisters gleichen Namens hier, der eines Sittlichkeitsverbrechens verdächtig ist. ßlsnß'LotyriNSen. Straßburg. Der Geheime Ncgierungsrath Koehler zu Straßburg wurde zum'kais. Ministerialrath im Ministerium für Elsaß-Lothringen ernannt. Dem Regierungsrath von Puttkammer zu Straßburg ist die etatsmäßige Stelle eines Hilfsarbeiters im Ministerium, Abtheilung des Innern, übertragen worden. Hessen. Hafenarbeiter zogen die Leiche des 25jähr. Handelsangestellten Deputat aus dem Canal. D. war auf einer Radfahrt in den Canal gestürzt. Metz. Unterofficier Wanglin von dem Dragonerregiment No. 9 hat sich in seinem Bette mittelst Dicnstrevolvers durch einen wohlgezielten Schuß in's Herz entleibt. Er handelte angeblich aus Furcht vor Strafe, weil die

I ibm anvertraute Kasse nicht stimmte. PüttUngen. In der Wohnung des Ackerers Roth in dem benachbarten Dorfe Joh.-Rohrbach brach Feuer aus. Trotz dem energischen Eingreifen der Feuerwehr wurden das Haus nebst' Zwei Scheunen in zwei Stunden ein Raub der Flammen. Saargemünd. Trotz der eifrigen Nachforschungen, die von Seiten der Polizei zur Ergreifung des Mörders des Fuhrknechts Kaufmann angestellt worden sind, ist es bis jetzt noch nicht gelungen, auch nur eine Svur l desselben ausfindig zu machen.

Tie braunschw. NrgentschaftSvor laac ud das Wclfentkum. Ueber das obige Thema schreibt die der Reichsregierung nahe stehende Magtob. Zeitung": Der welfische Parteigänger Landge:!,7)tspräsident Dedekind hat für das Wel'iinthum die Parole in Bezug aus die Art ailsgegel!.'tt, wie sie die neue braunschweigische Regentschaftsvorlage aufzufassen haben: gleich Herrn Dedekind macht sowohl daS hannoversche wie das braunschweigische Weifen organ zum Ausgangspunkt der Kritik den Umstand, daß betreffs der neuen Vorlage die Agnaten nicht gefragt worden seien. Das hannovcrsche Welfenblatt sucht bei diesem Anlaß die Gesammtheit der deutschen Fürsten mit Besorgnis; um den Bestand des Thronfolgerechtes in den deutschen Bundesstaaten zu erfüllen. Verschwiegen wird, wie immer in solchen Fällen. daß für Vraunschweig ganz außergewöhnliche Verhältnisse in Frage kommen und daß schon deswegen keinerlei allgemeine Schlüsse aus dem Vorgehen in Braunschweig gezogen werden dürfen. Die Unmöglichkeit. die Agnaten des Welfenhauses um ihre Zustimmung zu der neuen Vorlage anzugehen, leuchtet dem gefunden Menschenverstände ohne weiteres ein. Im voraus muß man wissen, daß jene Agnaten ihre Zustimmung verweigern würden, ganz abgesehen von dem Widersinn, die Entscheidung der braunschweigischen Frage auf dem angegebenen Wege dadurch in die Hände der welfischen Prätendenten zu legen, daß man sie im Grunde genommen zu Richtern in eigener Sache machte. Wenn die welfische Presse sich darin gefällt, das gesetzgeberische Vorgehen inBraunschweig als eine gewaltsame" Aenderung derThronfolge auszugeben, so genügt in dieser Beziehung ebenfalls ein Hinweis auf den gesunden Menschenverstand, der in dem verfassungsmäßigen Zusammenwirken der Regierung und der Volksvertretung des Herzogthums Vraunschweig schlechterdings keinen Gewaltakt erblicken kann. Gewalt aber würde dem gesunden Menschenverstand angethan, wenn der- welfische Standpunkt, Staatsinteresson zum Vortheil fürstlicher Familieninteressen zu entscheiden, in dem Deutschland des 20. JahrHunderts Verwirklichung haben sollte. Das Spielen mit dem Gedanken, als ob in Braunschweig eine gcwaltsame Aenderung der Thronfolge stattfände und damit Hochverrath" im Sinne des Paragravh 81 des R.-Str.-G.-B. verübt würde, sollte das Welfenthumzu seinem eigenen Vortheil unterlassen. Denn jener Paragraph 81 bestimmt unter Anderem: ' Wer . . cs unternimmt, das Gebiet eines Bundesstaates ganz oder theilweise einem anderen Bundesstaate gewaltsam einzuverleiben oder einen Theil desselben vom ganzen loszureißen, wird wegen Hochverraths mit lebenslänglichem Zuchthaus oder lebenslänglicher Feswngshaft bestraft." Wer die Losreißung der Provinz Hannover vom preußischen Staate betreibt, handelt nur klug, wenn er auch bei standhaftestem Pochen auf sein Festhalten an friedlichen" und gesetzlichen" Mitteln, zur Beschäftigung mit Paragraph 81 des Reichsstrafgesetzbu ches keinen Anlaß giebt. Ein deutsches Kaiscrschwcrt in Eng land. Anläßlich des Besuchs Kaiser WilHelms in Sandringham, wo am vergangencn Sonntag der wirkliche Geöurtstag König Eduards im Familienkreise gefeiert wurde, erinnert Modern Society" den kaiserlichen Gast daran, daß die Mark Brandenburg vor nahezu 500 Jahren eigentlich durch das Pfandrecht an die Burggrafen von Nürnberg gekommen. Friedrich der Sechste von Hohenzollern hatte dem in ewigen Geldnöthen schwebenden Kaiser Sigismund 100.000 Gulden auf die Mark Brandenburg aeliehen, und als der Kaiser im Jahre 1417 nicht rückzahlen konnte, belehnte er den Nürnberger Burggrafen mit der Mark und machte ihn zum Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Kaiser Sigismund kam spätcr nach England zum Besuch Hewnchs V. und erhielt von diesem den Hosenbandorden. Dem Gebrauch entsprechend, ließ der Kaiser sein Wappen, Banner und ein kostbares Schwert dazu, in der berühmten St. Georges Kapelle in Windsor aufhängen. Die Geistlichkeit aber nahm nach dem Tode des Kaisers das werthvolle Schwert herunter, verkaufte es und las Seelenmessen für den verblichenen Monarchen aus dem Erlös. Nach Wechselvollen Schicksalen kam das deutsch? Kaiserschwert schließlich Zn den Besitz der Stadt Aork, wo es als Staatsschwert vor dem Lord-Mayor bei muninpalen Ceremonien getragen wird.

Neues Unternehmen. Eine kleine Reisegesellschaft ist cben-auf dem Weg nach einer entlegenen Ruine in Sachsen. Ln einem Hohlwezeritt ihr plötzlich eine abenteuerliche Gestalt in den Weg, verbeugt sich höflich und spricht: Meine Herrschaften, es werd Se gewiß ooch Borgnichen machen, ä kianes Abenteier zu erläwen. Ich bin se unrnTisfi der "cmvresario von ä Reimergesellschaft, die gerade in der Nähe frühstückt. Wenn e's erlooven unv wenn Se ä klänes bischen Geduld ham, thäten mer uns nachher die Freibeit nähm' und Sie ä klänes bischen über-fallen."

5!utt,.tcrt.rävcr aus dem Pere Lachaise. Wie viel Ruhm und Glanz des geistigen und des künstlerischen rank reich schließt dieser Pariser Fricdhof cm! Hier schläft der große Talma, der Heros der classischen Tragödie. Sein Grab liegt iu einem stillen Winkel. Auf niederem Toppclsockcl ruht ein kleiner Granitsarkophag von cincm Gitter cineschlossen. Das ist der ganze Schmuck. Talma, der in Erfurt Vor einem Parterre von Kaisern und Königen spielte, besitzt auf scinem Grabe nicht einmal ein bescheidenes Blumensträußchen. Wie anders das Grab der Nachel. Sie hat ihre eigene Kapelle in der Avenue ihrer Glaubensgenossen. Die Front der Kapelle ist mit den Embte men der Tra'gödic geschmückt: die klassischen Dolche, von Lorbeer um-rahmt,-darüber eine Krone, in den Stein gravirt. In der Kapelle ist über dem Sarg der Rachcl ewiger Frühling; immer lösen frische Blumen ihre verwelkten Schwestern ab. Zwei Balustraden, die Epheu und Lorbeer tragen, schließen den Platz bis zum Wegesrande ab. Aber der Wandalismus der Verehrer der verewigten Tragödin hat an den Wänden rings um die Gitterthür arg gehaust. Unzählige haben ihre Namen mit dem Messer eingravirt. Todtencultus moderner Barbaren. Hoch oben auf der Anhöhe, 'in der Kapellenavenue, finden wir mühsam die Ruhestätte des jungverstorbenen Componisten der Carmen" und der Perlenfischerin" zwischen zwei Grabkapellcn versteckt. Bizet schlummert hier unter nacktem Gruftdeckel; kein Kranz, kein Blumenschmuck ziert sein Grab. Am Kopfende glänzt die prächtige Bronzebüste des Künstlers, juaendlich schön und kräftig, das Herrliche Auge in die Ferne verloren und wie den Klängen in seiner eigenen Seele lauschend. Zu beiden Seiten sind die Namen seiner Werke eingegcaben. Hat . man die Namen gelesen, dann vermißt man die Kränze .nicht mehr ... Einige hundert Schritte weiter, und wir stehen mitten in einer großen Künstlergruppe. Cherubini, Bellini. Boildieu, Herold. Gretry sie halten hier im Tode enge Nachbarschaft, die Meister, die heute schon ein wenig vergessen sind. Vergessen liegen auch ihre Gräber da. Eine Vase mit Lorbeer nickt zu Cherubim's Reliesbild hinauf, und die mitleidige Hand eines Verehrers hat ein Zweiglein Lorbeer an das Gitter von Bellini's Grab befestigt. Paris. London. Wien. Mailand. Rom. Neapel liest man da als die großen Triumphstätten Bellini's. Aber Alle haben ihn und seine anderen Graonachbarn vergessen. Und wieder ein stiller, ein heiliger Winkel: das Grab Mzliöres. Der Dichter ruht seit 1817 auf dem PreLachaise, Zn welchen damals seine Gebeine übertragen wurden. Er theilt den Platz, den ein weites Gitter umschließt, mit dem unsterblichen Lafontaine. Auch hier hat die Zeit an den Granittruhcn. die auf Sockeln über den zwei Gräbern stehen, keine Schoaung geübt und ganze Stücke abgebröckelt. Ein altes Männchen war ein Wegoeiser zu dem Grabe Moliöres. . Seit Jahrzehnten", sprach er. komme ich in der Allerseelenwoche auf den FriedHof und vcrsäuc nie einen Besuch bei Moliöre. Immer finde ich das Grab oes Dichters ohne Blumenschmuck. Wo bleibt die Comödie Francaise, sie. die ibm ihren Namen, ihren Ruhm, ihre Existenzberechtiauna verdankt?! Di? Herren Societäre. die so viel Geld verdienen, sind doch recht undankbare Leute! Das Grab ihres Ahnherrn und Meisters sollte stets in schönstem Blumenschmuck strahlen! So aber ein bischen Grün um das nackte Gitter. Das ist nicht schön von den Herren Socictären!" Da sind die Maler schon viel Pietätvoller gegen ihre berühmten Todten. Wir fanden das Grab des David, des Malers der Kaiserkrönung Napoleons und Josephinens, mit prachtvollen Kränzen geschmückt, die von einzelnen Künstlern öder aamen Künfllergesellschaften kamen. David hat, wir möchten sagen einen Eliteplatz erhalten. Sein. Grab liegt im Vorderrang einer Gräberreihe zu Füßen der großen Terrasse und zieht den Blick durch seine schöne Composition, sowie den stets frischen Blumenschmuck an. Dock an keiner Stätte des FriedHofes trafen wir auf ein solches Bild der trostlosen Vereinsamung und Ver gessenbit. wie vor dem Grabe des Mannes, der der größte und gefürchtetste Rivale Bonavartes zur Zeit des Directoriums acwesen war. Barras, der schlaue, aalglatte und doch grenzenlos ehrgeizige Diplomat, der, während Bonaparte für Frankreich Siege erfocht, in Paris mit Josefinen flirtete" und den siegreichen General möglichst lange von der Hauptstadt ferilzu. halten bemüht war. Mitten zwischen zltenGräbern erblickt man ein kleines, niedriges Gitter, in der Mitte auf dem Gras eine verwitterte, zernagte Steinplatte, die verstaubt und verwischt den Namen Paul Barras trägt. . Niemand", sagte mir der Friedhofswachter, kümmert sich um Barras' Grab. Er ist ganz vergessen, und nur selten fragt ein fremder Besucher nach ihm. Ich habe noch nie eine Blume oder ei nen Kranz hier niederlegn seh:n."

Karstadt's Tampf-Färberei und Echt-Wäschcrci. (Nachfolger von John Vrill u. Eo.) tablirt ,7.

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