Indiana Tribüne, Volume 26, Number 103, Indianapolis, Marion County, 20 December 1902 — Page 7

Jndiana Tribune, 20 Dezember 191)2.

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ä4 4- 44 44- 44 44 4-5 U U n tt ackfisch asten AA t z. t tt. VT tt "V (Fortsetzung.) Ich crlcucc gar nichts. Ich thu', was ich für richtig halte. Ich habe Anna meine Liebe gestanden und sie hat mir ihre Liebe gestanden. Die klare Folgerung ist. daß wir uns nun an die Eltern wenden müssen. Ich bin kein Freund von Geheimnißkrämereien. Ich wünsche offenes Spiel. Ich weiß gar nicht, was Dir einfällt, Egon. Ich muß mir auf das Entschiedenste derbitten, daß Du Dich in unsere Angelegeuheiten mischst. Ich muß mir verbitten, daß Du uns zu beeinflussen versuchst verstehst Du?" Natürlich versteh' ich Du schreist ja wie " , Ich schreie nicht. Ich bin vom Kommandiren her an lautes Sprechen gewöhnt. Ich habe noch nie geschrieen, wenn ich nicht mußte. Aber ich mutz Dir erklären, daß das nicht so weiter geht. Versiehst Du?" Nein." Ich autf, nicht." sagte Anna mit sehr verschüchtertem Gesicht. Otto schüttelte seine Epauletten. Also werde ich deutlicher sein. Es hat alles seine Grenzen, Egon. Das Geküsse und Schöngethue und Rumgeknutsche mit der Anna muß aufhören " Aaaach," fiel Egon gedehnt ein, s o meinst Du das? Du bist ei ei, ei, ei. ei, Vetter Otto!" ..Eifersüchtig," ergänzte Anna. Na, weißt Du. Otto, das ist nun auch nicht nothig. Wenn Egon mir mal im Vorübergehen " Er h a t nichts im Vorübergehen," sagte Otto scharf, hat weder so noch so. Bis jetzt na ja. Wir sind nun mal so erzogen worden, als ob wir Brüder und Schwester wären " Herrgott, das kann doch auch so bleiben," warf Anna in klagendem Ton dazwischen. Nein, das kann nicht so bleiben, Anna. Das fehlte mir gerade. Vielleicht für alle Ewigkeit. Wenn ich Dir einen Kuß gebe, setzt Egon noch einen drauf. Also das ist unmöglich. Von dem Moment ab. wo wir offiziell verlobt sind, bitte ich um Respektirung meiner Vraut. Ich bitte, Egon." Egon machte eine tiefe Verbeugung. f Ich respektire schon jetzt," sagte er; seine Stimme klang lustig wie immer, aber es war doch ein Timbre in ihr, der Anna aufschauen ließ. Keinen Kuß mehr und nicht mehr wie Bruder und Schwester. Das na, das wird ja auch gehen. Steif wie ein Besenstiel. Man kann sich schließlich an Alles gewohnen. Und nun erlaubt Ihr wohl, daß ich mich gleichfalls zurückziehe. Ich möchte zu meinem Kaffee kommen, vielleicht auch zu einem Eurassao. Ich empfehle mich Euch zu Gnaden und bitte um ehrenvolles Gedenken ." Verbeugte, sich nochmals mit grotesker Förmlichkeit und verließ den Saal. Anna hatte den Zeigefinger an der Unterlippe und machte ein betretenes Gesicht. Hör mal, Ottchen," sagte sie leise; ich glaube, Du hast dem armen Kerl weh gethan." . . Er schaute sich erst im Saal um, ob Niemand mehr anwesend sei, und küßte Anna sodann auf den Mund. Es mußte sein, Herz. . Er bleibt uns doch; wenigstens das, was gut und lieb an ihm ist. Und jetzt Kourage. Komm!" Der General war allein in das Zimmer getreten, das ehedem seine Mutter bewohnt hatte. Der Geheimrath hatte hier Alles beim Alten gelas, sen: es sah noch genau so aus wie zu Lebzeiten der alten Excellenz. Nur das große Gebauer des Papageis stand leer. Vom Tage ab, da man seine Herrin zu Grabe getragen, sprach der Vogel nicht mehr. Eines Morgens fand HasenPfeffer ihn todt am Boden seines gelden Käfigs liegen. Er wollte ihn ausstopfen lassen; aber der Geheimrath hatte das verboten. Er haßte dieses Vieh, das jedesmal, wenn er in den Salon der Mutter trat, den Federbusch sträubte und Langer Lulatsch" rief. Sr war der alte Papigei beerdigt wor. den (hinten am See; da schlummerten schon zwei Kanarienvögel und die Katze Minatka) und der Käfig leer geblieben. Die Thüren zu den Nebenzimmern standen offen. Nach rechts ging es in das Arbeitskabinett des Geheimraths, an das eine kleine Bibliothek stieß nach links in die Frühstücksstube. Es waren die einzig behaglichen Gemächer im Schlosse, und sie bargen so viele wehmüthige Erinnerungen für den General Der alte Herr sah sehr ernst aus. Er schritt auf und ab. die Hände auf den Rücken gelegt, die Stirn in Falten. Das Telegramm aus New Fort beunruhigte ihn. Und mehr als das. Er hatte Angst und Furcht vor seinem Bruder vor diesem aus der Rasse Gefallenen." So hatte ihn der Geheimreth einmal genannt. Vor der alten Excellenz durfte man nie von ihrem Iüngstgeborenen sprechen. Und

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doch war er dermaleinst iyr Liebling gewesen. Dermaleinst das war lange her. Der Junker Ernst von Lehn hatte sein Junlerblut .verleugnet, damals, als der Brand der Revolution an allen Ecken des alter: Europa hoch emporscklua und auck, im Vreukiscken der .anz eegann. Xtx Junker Ernst war auf die Seite der Canaille" getreten. In Wahrheit: der Junker war ein heißblütigcs Studentlein, und die Vegeiste rung für die Sache der Freiheit riß ihn mit. riß ihn in die Wirbel der R'voluIren hinein, und Flamme und Fluthen schlugen über ihm zusammen. Als die Reaktion kam. stand auch sein Name auf den Listen der Geächteten. Da eilten die Brüder herbei, Gerhard und Fritz, und Haffen ihm über daZ Meer. Gerhard begleitete ihn bis Calais; dort gab es den letzten Abschied. Sie wußten: einen Abschied für immer. Denn ein Lehn, der die Waffen gegen seinen König ergriffen, hatte keinen Platz mehr im Familienverbande. Doch Ernst war trotzig; er ging schweigend in die Welt. Wie es ihm drüben ergangen, wußte auch der General nicht. Recht und schlecht wie den meisten Flüchtigen so würde es wohl gewesen sein. Ein einziges Mal hatte Ernst an seine Mutter geschrieben; die hatte die Handschrift auf der Adresse erkannt, und der Brief war uneröffnet zurückgegangen wieder zurück über das große Wasser und wieder zurück in das Elend, aus dem er kam. Und nun verging Jahr auf Jahr in langer, langer Reihe. Einmal hatte ein Bekannter des Generals einige Zeit in New Fork verweilt: der lange Graf Uclzen, der zur Gesandtschaff in Washington kommandirt worden war. Den hatte der General gebeten: er möchte sich in New Jork einmal nach dem Verschollenen umthun, ganz unter der Hand; so und so siehe die Geschichte, und man möchte wissen, ob denn der Ernst überhaupt noch lebe. Und Uelzen hatte zurückgeschrieben: Ich habe mich erkundigt. 'Ja, es gibt hier einen Freiherrn von Lehn, und Ernst heißt er auch, und das kann nur Dein Bruder sein. Aber Du darfst nicht erschrecken: er hat ein großes Schuhwaarcngeschäft in der achten Avenue. Das ist fatal, und doch auch nicht. Denn hier gibt es viele, die sind adeligen Namens und doch verflixt bürgerlich in ihren Berufen. Indeß fpricbt das letztere mehr mit als das , erstere, wofür man Amerika denn auch das Land der Freiheit heißt. Füge rwtabene an. es ist seltsam, daß bei allem ein anständiger Mensch doch auch den Titel Kolonel führen muß oder mindestens Kapitän, aber natürlich Käpten gesprochen " Und nun kam er selbst, der Herr Schuhmachermeisier Ernst Freiherr von Lehn. Es ging ein bitteres Lächeln über das Gesicht des Eenerals. Er war ein Mann, durch und durch rechtschaffen, voll großer Ehrlichkeit und auch versöhnlich gesinnt, ohne Prätensionen und das, was man Tick" nennt. Aber an jener inneren Freiheit, die den preußischen Junker alten Schlages vor dem modernen Aristokraten" auszeichnete, an der gebrach es ihm. Hand geben konnte er und auch vergessen bis zu einer gewissen Grenze; verwinden nicht. Verwinden nicht, daß ein Lehn gegen den Thron rebellirt hatte und nun drüben in New tyoxt auf einem Schusterschemel saß. In New York. Nun ja da fragte Niemand darnach. Dafür war es. New York. Der Genera! wurde fchon bei Nennung des Namens" New Fork das Gefühl von etwas ungeheuer Plebejischem nicht los. Er starrte auf einen Fensterplatz. Das Fenster war tief hineingebaut in die dicke Mauer, so. daß hier ein kleiner Damenschreibtisch stehen konnte und ein Sessel davor, auch noch ein Ständer aus vergoldetem Bambus , mit einem Körbchen für die Stickerei. Das war der Lieblingsplatz der Mutter gewesen, denn Weingrün umbuschte das Fenster, und man schaute weit in den Park hin ein. sah sogar noch ein Stückchen des Weihers mit seinem öligen, metallisch glänzenden Wasser schimmern. Und unwillkürlich sagte sich der General: Gut. daß sie todt ist. die Mutter; daß sie die Heimkunft des verlorenen Sohnes nicht mehr erlebt hat; denn auch ihr S:olz war groß. Hasenpfeffer kam und deckte den Kaffeetisch, stellte die Schnäpse daneben, Cigarren und Cigarretten und Leuchter, und Feuerzeug: alles, wie es beim Geheimrath gewesen war, und genau so. Der General sah ihm zu und freute sich über die pedantische Ordnungsliebe des Alten. Hasenpfeffer," sagte er, so ist's recht. In der Gleichheit des Dienstes spürt man die Lücke weniger, die der Tod gerissen. Aber da ist sie doch. Nicht wahr: auch Du empfindest sie?" Da stellte sich Hasenpfeffer mit dicht geschlossenen Absätzen hin, so wie er es immer gewohnt, obschon er nie selber Soldat gewesen war, und die ehrlichen Auaen füllten ücb mit Wasser, als er

entgegnete : Herr General verzeihen, aber das, was der Herr General Lücke nenneu. daß die kommen würde, das hab' ich schon seit 'nem halben Jahr gefüblt. Der Herr Eeheimrath sind immer sti!ler und stiller geworden; es war nicht die Krankheit, es saß wohl inwendig. Er schimpfte auch gar nicht mehr. Er sagte zuletzt nur noch Hasenpfeffer, und sagte er einmal wieder Jammerlappen oder Du alter Plöter oder Erdenwurm, dann freut' ich mich immer, denn dann wußte ich, daß es ein bischen besser mit ihm ging. Aber es war nur ein Auf-

flackern." Warst jüu rnu,i g . Studentenzeit bei ihm?" In Bonn. Herr General, und auch nachher in Eöttingen. So lange sind wir zusammen gewesen. Das kittet, Herr General. Und da hsb' ich auch sein Schim.n liebgewonnen." Hast nie an Heirathen gedacht?" Doch ja. Herr General. Zwei Mal. Aber ich ließ es immer wieder. Auch eine Frau, die weniger geschimpft hätte, wär' doch nicht ja gewesen wie mein tcdtcr gnädiger Herr " Eine Erinnerung zuckte in dem General auf. Sage 'mal. Hasenpfeffer irre ich mich oder warst Du damals mit in Calais?" Hasenpfeffer nickte. Ja ich war mit, Herr General. Ich habe manches vergessen von früher aber den Tag von Calais damals den Sturmtag, und der Wind riß dem Herrn Junler Ernst den Hut vom Kops, so daß er barhäuptig zu Schiff gehen mußte das steht alles noch so deutlich vor mir wie gestern und das werd' ich wohl auch nie vergessen." Hast Du gehört, daß mein mein Bruder Ernst herkommen will?" Ich hörte, wie davon gesprochen wurde. Aber wenn ich's nicht sollte, hab' ich auch nichts gehört. Ach, Herr General verzeihen der Herr General, aber sei's wre's sei: ein Bruder ist doch ein Bruder. Herr General darf ich noch etwas sagen?" Ja, mein Alter, Du darfst." Also, Herr General: ich habe immer nur geredet, wenn ich gefragt wurde. Aber so manchmal, wenn ich mit dem Herrn Geheimrath auf ein paar Tage von Berlin herüber nach Hohenwarte gekommen bin, da ließen mich die gnädigc alte Excellenz fo ganz heimlich zu sich rufen, hierher in ihr Zimmer, und befahlen mir: ,So, Hasenpfeffer, nun erzähl' noch einmal, wie war's damals in Calais?' Da mußte ich denn erzählen. Immer dasselbe; ich konnt's beinah' auswendig. Und die gnädige alte Excellenz hörten stille zu und saßen steif und unbeweglich auf ihrem Stuhle, als ginge sie das alles nichts an, und zuletzt sagten sie jedesmal: ,Na, Hasenpfeffer, das war für mich, und zu Anderen brauchst Du davon nicht zu sprechen. Es ist mein Todter.' Aber daß der Herr Ernst auch für die gnädige alte Excellenz noch lebte, das sah ich ihr an " " Er wollte noch ein Weiteres sagen, doch kamen nun die Herrschaften aus dem Eßsaal in das Zimmer, und Hasenpfeffer schenkte -ben Kaffee ein, worauf er sich zurückzog. Denn beim Kaffee bediente man sich selber; das war die Plauderstunde; so war es immer auf Hohenwarte gehalten worden. Draußen hatte inzwischen die Sonne siegreich das Feld behauptet und füllte mit ihrem behaglichen Glänze auch das Gemach. Für Tante Flekchen hatte hier jeder Platz und jede Ecke etwas Rührendes; aber während der General sich in der Stille seinen Erinnerungen überlassen hatte, machte sie viel Wesens davon. Sie ging mit dem Taschentuch vor den Augen herum und seufzte häufig, und als der Nentmeister ihr eine Tasse Kaffee anbot, wehrte sie ab und sagte: Nein, Finck, hier nicht. Hier bekäme ich keinen Tropfen über meine Lippen. Es würde mir Wermuth sein " Worauf der Rentmeister zum Kognak überging. Oberst Jüttner hatte inzwischen entdeckt, daß sich in der Bibliothek auch eine Reihe von Gothaer Almanachen befand. Er winkte dem Rechtsanwalt mit den Augen, denn er wollte nicht vor dem General von dem Amerikaner sprechen. Erich nahm Tante Rikchen an den Arm, gerade intern Augenblick, da Otto halblaut zum General sagte: Onkel Fritz, verzeihe: kann ich Dich wohl einmal auf ein paar Mrnuten allein sprechen?" Mich? Ja gewiß, mein Junge. Komm in das Nebenzimmer " Der General hatte ein etwas betretenes Gesicht gemacht. Er witterte Schulden. Er ließ Otto voran und schloß die Thür hinter sich. Na also was gibt's. Otto?" sagte er. Doch kerne Ehrensache, em Duell oder so etwas?" Nein, Onkel" Etwa Schulden?" Onkel, Du weißt, wie ich lebe" Weiß es. Bist ein ganze? Kerl und schlägst Dich ehrlich durch's Leben. Es wird Dir nicht immer leicht sein " Nein, Onkel, wahrhaftig nicht. Bei der Kavallerie dienen, mit knapper Zu lage und wenig . Aus sichten, daß es ern mal besser werden könnte das ist Aber davon wollt' ich nicht reden. Höre mrch einmal tn Ruhe an Ich höre ja. Und in Ruhe; es wird also eine lange Geschichte werden. Wenn Du schon von ,rn Ruhe anhören' sprichst, erwart'' ich nichts Angeneh mes." Es ist auch nichts Unangenehmes, Onkel. Anna soll Hohenwarte bekom men oder ist vielmehr schon Besitzerin nickit'wabr? .Soll Hohenwarte den

Lehns verbleiben, so muß Anna auch einen Lehn heirathen " Richtig." Der General wurde aufmerksame?. Und da möchtest Du Dich anbieten?" Ich bin so frei." Der alte Herr mußte lächeln. Er

klopfte Otto, auf die Schulter und entgegnete schmunzelnd: Ich danke Dir. mein Junge. Du bist sehr liebenswürdig. Aber ich möchte das Opfer doch lieber nicht annehmen." Onkel, es ist kein Opfer. Im Gegentheil. Die Anna und ich. wir lieben uns und möchten uns heirathen " Ter General, der wieder im Zimmer auf und ab gegangen war. blieb stehen, sah Otto scharfäugig an und zuckte dann mit den Schultern. Liebt Euch. Unsinn! Tändelt miteinander, albert und schäkert. Das ist keine Licc." Dccki. Onkel." ES lag etwas in der Stimme des jungen Mannes, das den General betroffen machte. Otto, was heißt das? Sprichst Du im Ernste?" Im Ernste. Onkel." M er General schlug sich vor die Stirn. ' Verrückt, mein Junge. Ich hätte Dich für vernünftiger gehalten. Ich habe geglaubt " Er beendete den Satz nicht, setzte sick auf einen Stuhl am Fenster und fuhr fort: Komm einmal her. Nimm Platz da, mir gegenüber. Und nun frag' ich Dich: gefttzt, ich sagte zu dem Blödsinn ja und Amen wovon wollt Ihr denn leben? Ich kann Anna nur eine magere Zulage geben, und Deine gute Mutter hat genug zu thun, Dich und den Paul über Wasser zu halten. Wovon wollt Ihr denn leben? Das Dasein stellt Ansprüche. Als Garcon kannst Du machen, was Du willst. Kannst Dir zum Abendbrod von Deinem Äurschen für zwanzig Pfennige einen Zipfel Wurst und ein Glas Bier dazu holen lassen. Kannst Dich einschränken. Bist Herr Deiner selbst. Aber als Ehemann, lieber Kert lieber Kerl,, wir wollen nicht weiter darüber reden! Das ist Unsinn. Du bist keine lamentable Natur. Du wirst auch über mein striktes Nein hinwegkommen. Und ich sage nein schlankweg nein " Otto war ruhig geblieben. Sein hübsches Gesicht war ein wenig blasser geworden. Nicht viel; man merkte es kaum. Er hatte stets etwas sehr Ernstes und über seine Jahre hinaus Würdiges. Gerade jetzt fiel das dem General auf. Onkel," erwiderte Otto, ich habe das Nein erwartet. Aber ich deute es mir nicht als völlige Abweisung. Ich möchte Dich um Ueberlegung bitten " Sie würde mich nur in meinem Nein bestärken. Hast Du schon mit Deiner Mutter gesprochen?" Andeutungsweise. Sie steht auf Deinem Standpunkt." Weil sie eine vernünftige Frau ist. Sie kann gar nicht anders. Ich, sagst Du, solle überlegen. Thue D u es. Otto. . Es ist ja Wahnsinn. Gerade Du als Offizier kannst keine Ehe schließen, die Dir die Ketten der Entbebrung aufbürdet. Weißt Du, was ein Haushalt kostet? Und wenn Ihr noch so vernünftig leben wolltet ein Offizier hat gewisse Repräsentationspflichten, denen er sich gar nicht entziehen kann." Mußte ich denn Offizier werden?" Otto sagte dies mit leichter Gereiztheit, fast in grollendem Tone. Er hatte die Hände gefaltet und den Oberkörper vornüber geneigt, hielt den Kopf gesenkt und schaute zu Boden. Er war nicht der typische lustige Leutnant, wie ihn die Witzblätter zeichnen. Es schien etwas wie ein heimlicher Grimm in seiner Seele zu gähren. Der General strich langsam übe? seinen weißen Schnurrbart. Erlaube eine Gegenfrage," sagte er; bist Du es nicht mit Leib und Seele?" Ja, ich bin es,. Onkel bin mit Leib und Seele Soldat. Aber ich weiß ja, es war des Vaters Wunsch, daß ich bei seinem alten Regimente eintreten sollte, dem auch Du einmal angehört hast. Alle Lehns haben sich die Sporen bei den schlesischen Dragonern verdient. Und ich selbst gebe viel auf die Tradition. Ja, Onkel nur " Er stand rasch auf und zupfte an den Schößen seines Rockes und reckte sich. Ich habe bisher nicht geklagt und will es auch heute nicht. Ich bitte Dich nur um eins: weise mich nicht ohne Weiteres ab. Ich war's, der in Anna die Liebe geweckt hat. Man spielt nicht mit dem Herzen eines anständigen Mädels. Bat ich sie um ihre Hand, so verpfändete ich ihr gleichsam meine Ehre. Onkel, sei gut-" Auch der General hatte sich erhoben und nahm nun die Hand Ottos. Das war ein Prachtjunge; der alte Herr freute sich über ihn: es war Lehn'sches Blut. Otto, mein Kleiner es könnte mir keiner willkommener sein als Sohn, wie gerade Du. Wir sind verwandte Naturen nicht nur leiblich. Aber es geht nicht. Ich will Dich und die Anna nicht in unabsehbares Unglück gestürzt wissen. Sich einschränken zu müssen das thut nichts. Aber Mangel und Entbehrung ziehen das Elend nach sich. Das sind die grauen Frauen, die jeden Schmelz vom Glück der Ehe streifen. Man wehrt ihnen; doch sie kommen wieder. Und ihnen gegenüber erlahmt schließlich auch ein starker Wille; sie brechen den Muth, und mehr noch: sie tödten die Liebe. Lieber Iunae. ich bin ein alter Mann aewor-

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Clair 57 City Hospital 23 Blake und Nerty 59 Michigan und Ages 41 No. Eprienhaus Walhington nahe West 42 Escndorf u Wash. 43 Mifjouri New Mork 45 Meridian u Wash 46 JllmoiS und Ohio 47 Capitel Llv. u Wash 4S K:nga'ö ?orkhauS 49 Straßenbahn Stillt W. Washington Str bl Ns. l Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisians 52 West und South 54 West und McTarry 55 Senate Lve. u Henry 57 Meridian und Ray öS No. 4 Spritzenhaus Madrson Av. u MorviZ 59 Madison Av. u Dunlop 1 No 2 Haken Lciterhau Scuth nahe Tclawar 2 Penn, u Merrill KZ Telatvare u. McCarttz 4 ast und MSarty 5 New Jersey u. Merrill 57 Lirg. Av. u Bradsha 53 East und Profpect es Bicking und High 71 ll Spritzenhaus Dir Ave. nhe Huron 72 East und Georgia 73 Cedar und Elm 74 Davidson u Seorgi 75 English Av. u Pine 76 Chelbt) und Bates 7? No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Ehelby 7Z Fletcher 91. u Chelby 81 Market u. New Jersey 82 Telaware und Wash. 85 Last u Washington 4 New Dork u. Davidsor LZ Taubstummen Anstalt L Ler. Staaten Arsenal 7 Orient! und Wash. 9 Frauen-Neformat. 81 No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Mer. 92 Meridian u. S,rgia. 93 Meridian und South 94 Penlv u. Lonisiana 95 Virzini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis 123 No. IS Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 DandeS und 15. 127 Drookside und Jupiter 12 Central Ave und 17. 129 Telaware und 19. 121 Alabama und 11. 132 Bellefontatne und W. 134 College Ave und 20. 125 Tlan?are und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 1ZS College Ave und lt. 139 CorncU Av und 13. 141 JandeS und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tccumseh und 10. 145 Nc Jersey und L2. 146 Alverd und 17. 147 No. 2 CvriyenhauS HilifioY Ave und 16. 143 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 22. , 1 L E u. 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