Indiana Tribüne, Volume 26, Number 102, Indianapolis, Marion County, 19 December 1902 — Page 7

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Jndiana Triduns, 19. Dezember 11)02

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?.f -.. jt , u n ackfifchz? N u. Kasten n zz n n n n n (Fortsetzung.) lXcr viechtsanwatt schien das in diesein Falle aber doch sein zu wollen, denn er schüttelte ernsthaft den 'Kopf und entgegnete:.Jhr seid ja ganz vereilest, Kinde?" Man war jetzt bei dem etwas fruzalen Dessert angekommen. DaZ Trauerdiner neigte sich seinem Ende :ntgegen. Bei aller Trauer hatten der Kadett und der Rentmeister es sich am besten schmecken lassen. -Der Kadett nahm immer zweimal, ,unb Finck hielt sich an den Rheinwein. Jetzt konnte er das. getrost. Es war ja sein" Wein. Er war wirklich neugierig, was wohl . noch alles im Keller sein mochte. Am liebsten hätte er Hasenpfeffer befragt. Aber er schämte sich. In der Mitte des Tisches führte Oberst Jüttner 'wieder das Wort. Er meinte, nun wttde der General wohl seinen Wohnsitz gänzlich auf Hohenwarte aufschlagen, und dann hätten die Riegnitzer keinen Präsidenten mehr für den konservativen Klub, die freiwillige Feuerwehr, die Ressource, das Adelskasino, den Kriegerverein, die Gesellschaft zur Bekämpfung der Trunksucht und sonstige Verbände, die bei ihren Vorstandswahlen regelmäßig auf die Liebenswürdigkeit des Herrn Generals rechneten. Aber der Herr General meinte, Onkel Nante solle nichtlorgen. Ich bleibe fchon in Riegnitz. Ich werde den Deibel thun" Tante Fiekchen zuckte zu sammen und ganz und gar hier herausziehen. Ein bischen, Leben muß ich immer noch um mich sehen. Die Anna erst recht. Aber im Sommer so auf zwei, drei Monate darüber wird sich sprechen assen. Na nun könnten wir wohl ausstehn. Sind wir fertig, Hasenpfeffer?" Zu befehlen, Herr General," sagte Hasenpfeffer. Der General sprach das Schlußgebet und wünschte gesegnete Mahlzeit. In diesem Augenblick öffnete sich die nach der Halle führende Thür und ein vor yiäe triefender Mann in der Uniform der Kaiserlich Deutschen Reichspost lugte in den Saal, um sich sofort wieder zurückzuziehen. Aber dr scharfe Alice des Generals hatte ihn doch gesehen. Frage einmal, was der Briefträger hat, Hasenpfeffer," sagte er. Vielleicht noch ein paar Kondolenzdepeschen." Ter Kadett war Hasenpfeffer bereits zuvorgekommen. Es war nur ein einziges Telegramm, und der General erbleichte, als er den Aufgabeort las. Es war eine Kabeldepesche und sie kam aus New York. Nun?" fragte Bertlippchen. Doch nichts Unangenehmes, Fritz?" Du machst so 'n Gesicht," sagte Tante Rikchen. Andere traten hinzu. Man umringte den General. Der überflog das Telegramm und ließ die HaKd. die es hielt, langsam sinken. Von meinem Bruder Ernst." sagte er tonlos; er ist mit den Seinen auf dem Weae bierber." . i 2. Kapitel 'achdem der General ruhig das Telegramm m dieBrusttasche gesteckt hatte, rief er HasenPfeffer heran und befahl ihm. den Kaffee in den Zimmern der seligen Excellenz zu serviren. Es schien ibm angenehm zu sein, vorerst allen Fragen und Erörterungen aus dem Wege gehen zu können; denn er machte kurz Ziehrt und verließ mit raschen Schritten die Halle. Hier aber brach plötzlich während draußen der Regen aufgehört hatte und eine matte Frühlings sonne schüchterne Versuche machte, die Wolkenwand zu zertheilen ein heftiges Gewitter los. Die Stimmen schwirrten durcheinander; empörte Ausrufe wurden laut. Tante Fiekchen hatte beide Arme hoch zum Plafond erhoben, und so stand sie da wie eine Niobe oder wie die Jphigenie auf Tauris, und auf ihrem hageren Gesicht malte sich Entrüstung und Kampflust ab. , Ist es denkbar?" rief sie mit ihrer tiefen Stimme, die immer aus gothischen Wölbungen hervorzurollen schien, ft es denn glaublich? Kn Fritz sich nicht verlesen haben? Oder vielleicht liegt nur eine abscheuliche Mystifikation vor. Oder vielleicht ist es dennoch wahr und eine Strafe des Himmels für unser Geschlecht, das 'immer mehr in Weltlichkeit und Jrreligirsität versinkt. Oder vielleicht" Oder vielleicht wirst Du jetzt endl'ch mal still sein," sagte Tante Rikchen befehlend.. Sie lag in beständigem Kampfe mit der Schwester. Hab Dich nicht so.' Du stehst hier wie die Ziegler als Medea und machst Dich lächerlich. Nimm 'blos Deine langen Arme 'runter. Die Sache ist viel zu ernste um Theater zu spielen." ' Theater o Gott!" grollte Tante Fiekchen.' . Was ist denn nun gentllch so Gefährliches passirt?" fragte der Rechtsanmalt, näher tretend. Der verlorene Sobn bat ftfi anaekündlat?

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22 . C Eine srv gliche Sommergcschichts von Fcdr von Zobcltitz Ü w Ö A $. K n n n n 5-r : 3UZT verlorene ajntei," vercenene Egon. Immer korrekt sein." Doch auch Bertlippchen war nicht zum Scherzen aufgelegt. Laß Deine Witze, Egon," sagte sie verweisend. Es ist eine furchtbar unangenehme (ttrfchichte Dii tieft kleben wie der untei Hriy unwillkürlich blaß wuroe. Der Ernst kommt nach Deutschland zurück! Herr des Himmels, was will er denn nur hier?" Und," setzte Oberst Jüttner hinzu, dem die Sache ungeheuern Spaß zu machen schien (wenn auch nur heimlich), und kommt nicht einmal allein kommt ,mit den Seinen.' So stand in der Kabelei. Mit den .Seinen.' Also vermuthlich mit Frau und sammtlichen Kindern." Vielleicht sogar mit - mehreren Frauen," bemerkte Egon trocken. Denn, sofern ich den amerikanischen Onke! richtig beurtheile, halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß er sich am Größen Salzsee angesiedelt hat. Dort wohnen die Mormonen." Anna versetzte Egon einen Puff in die Seite, Tante Fiekchen .himmelte wieder, und Vertha ersuchte von Neuem um den nöthigen Ernst. Tante Bertha, eS ist mein Ernst," sagte Egon. Indessen, die Mormonen sind auch Menschen. Und daß sie sich mehrere Frauen leisten können" Hör schan auf!" fiel Anna ein. Immer hast Du Reupen im Kopf. Nie kannst Du die Familie mit Würde vertreten. Ter Onkel Ernst wohnt in New Iork und nicht am Sülzsee oder da so wo " Kinder, Kinder, Kinder, Kinder," jammerte nun auch Tanie Rikchen los. es ist ungemessen greulich. Es ist so greulich, daß es sich gar nicht beschreiben läßt. Wißt Ihr denn, was der Onkel ach. Onkel was der Ernst da drüben treibt?" Jüttner nickte und schmunzelte. Ein ganz einträgliches Geschäft, kalkulir' ich 44 ''srlavenyanvler!- segne Pamazen auf, dem die Angst aller unheimlich vorkam und der an seine Jndianergeschschten dachte. 'Aber Erich nahm ihn am Kragen. Hab 'Dich .nicht so albern. Junge." sagte er; guck, die Sonne scheint wieder geh 'raus und sieh zu, ob noch Karpfen im Teich sind, oder zieh dii Schleuse auf oder such Dir Pfauenfedern. Das hier geht die Erwachsenen an." . Der kleine Wahlstätter zog die Unterlippe herunter, gehorchte.aber. Nun wurde das Thema von Neuem aufgenommen. Also was ist er?" fragte Bertha. Was er ist?" wiederholte Tante Rikchen, und unwillkürlich wurde ihre Stimme leiser. Ich weiß es. Fritz hat mir einmal davon gesprochen. Er redet sonst nicht gern von Ernst. Er hat es von einem Bekannten gehört, der 'mal in New Iork gewesen ist. Es ist zum Ueöerschnappen. Der Bruder eines Generals und eines Geheimen Raths ist Schuster!" Das war wie eine Kanonenkugel. Das schwere Geschütz war abgefeuert worden und hatte getroffen. Tante Fiekchen wollte wieder die Hände erheben, besann sich aber noch rechtzeitig und machte nur eine Geberde, die zu sagen schien: Grundgütiger Himmel, warum lässest Du solche Verbrechen zu! Es war still geworden. Hasenpfeffer deckte ruhig den Tisch ab. Er war gut geschult: was er nicht hören sollte, hörte er nicht. Erich, der Rechtsanwalt, hatte leicht mit der Schulter gezuckt. Anna starrte auf die Erde. Ueber Oberst Jüttners braunes Gesicht wetterte es eigenthümlich.. Ter Rentmeister, der sich selber als Appendix der Familie Lehn" zu bezeichnen pflegte, hatte die .Hände über dem Bauch gefaltet und machte, da er so viel Entrüstung sah. ein bedenkliches Gesicht. Am empörtesten war Otto. Er sprach es auch offen aus. Das ist ein Faustschlag auf unser Wappen," rief er. Das ist so ungeheuerlich" Pardon." fiel Erich ein. Nicht übertreiben, Otto. Schuster nun ja, es ist hart-" ' Es riecht förmlich," sagte Tante Rikchen. Wie das Pech in der Hölle Finsterniß," fügte Tante Fiekchen hinzu. Sie wandte jetzt ihre Grabesstimme an. Juchten riecht auch," fuhr der Rechtsanwalt fort, und ist dennoch vornehm. Scherz bei, Seite: ich bin auch nicht vorurtheilsfrei.' Ein Oheim, der-na also, ich könnt' es mir anders wünschen. Aber nur nicht in Extreme verfallen. Ein ehrliches Handwerk ist keine Schande." Davon ist keine Rede," sagte Otto finster. Schande was heißt das! Eine Schande war's aber ich will mich 'nicht ereifern. Bleiben wir bei liberalen Anwandlungen, Vetter Erich. Immerhin wirst Du mir zugestehen, daß es überall Standesunterschiede gibt. Ueberall. Wir kommen nun einmal nicht darüber hinaus. Ein Lehn

nun, der kann eben nicht Schuster sein!" . Es knmt drauf an. was er für Stiefeln macht." Das war die Stimme des lustigen Malersmannes. Egon lachte fröhlich auf.. Na ja! Darauf kommt's an. Und dann erlaubt gefälligst: der Onkel sitzt drüben in Amerika. Da haben unsere Standcsunterschiede ckeine' Eiligkeit. Otto, besinnst Du Dich noch auf den kleinen Grafen Thun von den sechsten Husaren? Ter den Abschied nehmen mußte. w?il ikim die Schulden über den Kovi gewachsen waren? Und der dann von seinem Vater eingepackt und nach Amerika spcdirt wurde? Was ist der drüben geworden? Zuerst war er Kellner, dann Ausrufer vor einem Balllokal, dann Omnlbusschasfner " O du mein Gott." hauchte Tante Fiekchen mit Betonung des mein." Dann Voriänzer und jetzt ha.t er in eine Likörfabrik . , hineingeheirathet. Scla." Lieber Egon," sagte der Leutnant, die Thuns gehen mich nichts an, wohl aber die Lehns. Ich habe auch mchts gegen das Handwerk. Nur soll dann Onlel Ernjt in Amerika verbleiben. Seit einem halben Menschcnalter und darüber hat er sich von der Familie getrennt. Es ist für.uns kein Geheimniß mehr, warum er damals flüchten mußte ei jawohl, m'.'ßte. Was führt ihn nun plötzlich wiedcr zu UNZ?" Wer kann es wissen," seufzte Tante Rikchen. (Zs ist wie ein Fluch. Es ist wie mit dem Orestes." Wir werden es ja erfahren." sagte Erich. Jedenfalls müssen wir uns in das Unvermeidliche mit Würde schicken." Bravo!" rief Onkel Nante. Die Würde ist die Hauptsache. Die Würde ist ein gut und warm gefütterter Paletot. in dem man manches aushalten kann. Uebrigens: warum er herkommt, dieser entsetzliche Mann aus Amerika? Vermuthlich, weil er sich die Erbschaftsregulirung einmal ein bischen näher ansehen will." Was geht ihn die an!" rief Otto, und Anna erklärte, den Zeigefinger auf ihre Brust setzend: Ich bin die Erbin!" Das ist schon richtig. Indessen Erbschaftsbestimmungcn lassen sich auch anfechten und umstoßen ." . Diese Aeußerung des Onkel Nante rief einen neyen Sturm hervor. Der Rentmeister Finck. um sich nicht persönlich in die heikle Angelegenheit zu mischen, begnügte sich damit, ein noch bedenklicheres Gesicht als vordem zu machen, und neigte den Kopf auf die rechte Schulter. Innerlich entschloß er. sich, für alle Fälle schon morgen den Weinkeller räumen zu lassen. Seine Erbschaft wollte er wenigstens in Sicherheit bringen. Der Streit der Meinungen wuchs. Tante Rikchen war der Ansicht, hier gebe cö nichts anzufechten. Hohenwarte sei ausschließliches Eigenthum der alten Excellenz gewesen, mit dem sie hätte machen können, was ihr beliebe. Das ist falsch." erklärte Erich, oder doch nur bedingt richtig. Als Sohn hat auch Onkel Ernst ein gewisses Anrecht auf die Erbschaft. Freilich weiß ich nicht, cb er nicht bereits, als junger Mensch sein Pflichttheil ausgezahlt bekommen hat. Das müßte untersucht werden." Untersucht werden," besiätigteTante Rikchen. Er war noch Student, als er nach drüben flüchtete. Studenten haben immer Schulden. Die sind sicher bezahlt worden. Die alte Excellenz hat ihr Lebtag nichts anderes gethan, als Schulden für ihre Söhne bezahlt. Also das mit dem Pflichtteil ist erledigt." Erich war nachdenklich geworden. Wie viel Kinder hat Onkel Ernst?" fragte er. Hat er Töchter? Und wie alt sind sie?" . Es wußte keiner. Onkel Ernst stand für alle Lehns längst außerhalb der Familie. Es gab eine gedruckte Ehronik des Geschlechts, die der alte Pfarrer von Hohenwarte der sich gern mit Genealogie beschäftigte, ausgearbeitet hatte. Sie war Anfang der siebziger Jahre bei Mittler in Berlin erschienen. Das Geschlechtsbuch verzeichnete natürlich auch den Freiherrn Ernst. Tante Fiekchen wollte wissen, die alte Excellenz hätte eigenhändig mit schwarzer Tinte ein dickes Kreuz neben den Namen ihres jüngsten Sohnes gemalt. Er sollte todt für sie sein. War er nicht todt für alle des Namens Lehn? Nein," sagte Erich energisch, er ist nicht todt. Man kann einen Lebenden nicht todt sagen, weil es den Verwandten so besser paßt. Die preußischen Gerichte kümmern sich nicht um Sentiments. Die preußischen Gerichte halten sich an das Thatsächliche. Das Testament der Tante Lconie besagt, Hohenwarte. solle an ihre älteste Enkelin fallen. Einfach an die ,ält,este Enkelin' nachJahren, nicht nach dem Gesetz. der Primogenitur. Will also der Zufall, daß Onkel Ernst eine Tochter besitzt, 'die älter als Anna ist. so ist deren Erbschaftsrecht zum . Mindesten bedenklich gefährdet." Das war eine neue Entsetzlichkeit. Annas Augen begannen zu tropfen. Ich lasse- mir' Hohenwarte nicht wieder fortnehmen," schluchzte sie. Otto und Egon traten als Tröster rechts und link neben sie, gaben ihr je einen Kuß auf die. rechte und linke Wange und versicherten ihr, daß Beide nöthigenfalls den Kampf gegen die Vereinigten Staaten aufnehmen würden. Die drei jungen Menschen verkehrten wie Geschwister mit einander; daß Otto einmal ernstlich auf die Idee kommen würde. Anna beirathen zu wollen da

ran hätte auch Egon noch bis vor drei Monaten nicht im Entferntesten -

dacht. Es war ihm ebenso überraschend gekommen wie seinem Bruder Erich. , Laßt die Abküsserei!" befahl Tante Rikchen. Auch Bertha war der Ansicht? daß sich dieses ewige Hcrumgeknutsche" nicht schicke. Gott, warum nicht?" sagte Onkel Nante. Einen Kuß in Ehren aber ich will in Rücksicht aus die Baroneßstiftsfräuleins das Citat nicht beenden, qinnai Anqngeres vorliegt. Jcy gehöre zwar nicht zur Familie, muß indessen gestehen, daß mich die plötzlich aufgetauchte amerikanische Frage, die die von Lehn wie ein Gewitter bedroht, fabelhaft interessirt. Und deshalb möchte ich mir den Vorschlag erlauben, einmal, zu rccherchiren, wie es um die Nachkommenschaft des besagten Onkel Ernst steht." Lieber Jüttner. das ist es ja eben," mtgegnete Bertha; da gibt's nichts zu recherchiren, denn wo wohl? Wir müssen abwarten, bi er da ist. Wir wifsen nichts von ihm, gar nichts auch der General nicht. Dieses Telegramm ist das erste Lebenszeichen von ihm seit dreißig Jahren. Oder doch nicht. Daß ich nicht lüge. Der Tod seiner Mutter' ist ihm angezeigt worden wie jetzt der von Gebhard. Damals, als die Excellenz starb, kam eb-enfalls nur ein Kabclbeileid: .Schmerzlich erschüttert' oder so ähnlich. Jetzt die Depesche, die wir kennen. Wer sind die .Seinen,' wie viel, welchen Geschlechts, wie alt? Wir wissen nicht einmal, ob er überhaüpt regulär verheirathet ist" Was da drüben nicht so genau genommen werden soll," fügte Tante Rikchcn ein, indem sie sich wieder die Schwarzwollenen über die fleischigen Hände zu streifen begann. Und lebt denn' die Frau noch?" Halt!" rief Erich. Herrschaften, mir fällt etwas ein. Sollte uns der Freiherrnkalender nicht Aufschluß geben können? Die Gothaer sind doch sozusagen offizielle Dokumente." Das war ein guter Gedanke. Die meisten der Anwesenden hatten den Freiheitskalender noch nie zu Nathe gezogen. Nur Bertlippchen glaubte sich zu entsinnen, ihn vor Jahren einmal in der Hand gehabt zu haben; aber sie wußte nicht mehr, was er über die Familienverhältnisse des Onkel Ernst gebracht hatte. Da Hasenpfeffer in diesem Augenblicke meldete,- daß der Kaffee im Salon der gnädigen alten Excellenz" fervirt worden sei, so beschloß man, dort und im sogenannten Arbeitszimmer des Geheimraths nachzusehen, ob sich ein Freiheitskalender fände. Bertha mit Erich und den beiden Stiftsdamen gingen voran. Dann folgten Oberst Jüttner mit dem Nentmeister. Onkel Nante hatte Finck unter den Arm genommen und zog ihn mit sich. ' Kommen Sie, Rentmeister," sagte er. Uebrigens ist der Titel deplazirt. Hier gibt es keine Renten zu verwalten. Schadet nichts. An der Suche nach der Familie des Onkel Ernst müssen wir uns betheiligen. Ist Ihnen so etwas vorgekommen? Wenn er nun' eine Indiancrin geheirathet hat? Das würde doch die ganze, sorgsam durch viele Jahrhunderte genährte Tradition über den Haufen stoßen. Und wenn er seinen Wigwam mitbringt? Wigwam ist so etwas Aehnliches wie Harem. . Ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich Ihnen sage: die Angelegenheit wird sich höchst pikant entwickeln." Herr Oberst," entgegnete der Angeredete, Pikantische Sachen sind immer sengrich, indem daß sie einen sobenannten Hugo ausströmen. Und ich vor mein Theil, wenn ich mir diese Aeußerung in werthester Schätzung der Famüllje Lehn gestatten darf, möchte sagen: es wäre besser gewesen, dieser Onkel Ernst hätte den angekränkelten Gedanken, hierher zu kommen, gar nicht erst ergriffen. Es war genüng an der Kabelei. Denn nun wird sich eine große Stänkerei erheben, und dies wird zu einem gänzlichen Muwemang führen, indem daß jedes Rütteln zu einer Bewegigung neigt. Man soll nicht rütteln, wo's die Aestimation vor einem schönen alten Namen von selber verbieten thut." Das ist beinahe die Weisheit des Brahminen, Rcntmeister," erwiderte Onkel Nante. Die Brahminen sind die Reaktionäre Hindostans. Die wünschen auch kein Rütteln, sondern bleiben auf ihrem. Fleck. Nun gibt's aber wieder andere, die nicht diese Ansicht theilen. Und das ist eigentlich ganz nett. Denn nicht nur in der guten Stube, sondern auch in der großen Welt muß zuweilen Staub gewischt werden, und dabei ist ein Rütteln und Schütteln immer von Nöthen, sonst bleibt der Jux von vorvorgestern in allen Fugen und Ritzen liegen. So sage ich Ihnen denn, Finck: es schadet nichts, daß ein Verschollener kommt und haut einmal kräftig mit beiden Fäusten auf die Chronik derer von Lehn. Ich habe die Lehns sehr lieb. Und eben darum " Otto hatte Anna noch zurückgehalten. Jetzt komm," sagte er, wir wollen den Augenblick benützen und Deinen Vater aufsuchen." Anna schaute erst ängstlich dem Onkel Nante und dem Rentmeister, nach und sah sich dann um, ob Hasenpfeffer auch nichts gehört hatte. Also willst Du wirklich?" fragte sie dann. Ja, Annchen, einmal muß doch gesprachen werden! , Ob heute oder morgen oder in vier Wochen jedenfalls muß Onkel Fritz eingeweiht werden." Anna winkte Egon herbei.

Der Grippe specifisches Heilmittel.

Die Grippe tritt tsltttt epidemisch auf. Alle Ver,te wissen, da sich dieselbe in Folge von ?r, kältungen entwickelt. Sie greift fiel die ,'chwa. chen Punkte dS menschlichen Tystemi an, darin leg eben da gefährliche dieser Krankheit. D?.Au2usbUeen!K's Samburger Irugthee

lst mit solch große Erfolg gegen dieses schmerzhafte Leide., angewandt worden, daß viele er,te dessen Werth schäsen und densclden häufig ver schreiben. 5r wärmt beruhig, die vkerven, lindert den Utiu parkt das ganze System und beseitigt dadurch die Krankheit. vkotl,! v?ur in Origina,.Pa?eten verkaust, und der echte hat die Unterschrift von Dr. August König auf jedem Umschlage. Er wird niemalt lose verkauft.

. iaja rnernii u dazu, lsgon? Bist Du auch für die Einweihung?" Ich weiß nicht recht," sagte der Malr. t 'n bischen heimliche Liebe find' ich scb'. hübsch.. Schon aus Respekt vor dem Volksliede. Im Uebrigen: ich kann mir nicht helfen es ist mir bei Euch zu schnell gegangen. Ich würde mir an Eurer Stelle das mit dem Heirathen doch noch überleaen. Es kommt ja aus ein halbes Jahr nicht an Jetzt sukr Otto aus. Grcn, was soll das'beine'i? 3u schnell äcaanr:n. Knne die Anna von Kindesbeinen en " , Pardon, ich auch" Aber Du liebst sie doch nichtBitte recht sehr, sogar außergewohnlich " Mach doch leine Witze!, Jedenfalls liebst Du sie nicht so wie ich!" Erlaube gütigst, geschätzter Herr Vetter" Fortsetzung folgt.) Japan hat keinerlei Arbeiterschutzgesetze oder Verordnungen übel das Maß der Beschäftigung von brauen und Kindern. Die Zunahme der Bev ö l k e r u n g in civilisirten Ländern ist im vergangenen Jahrhundert so bedeutend gewesen, daß die Bodenfläche, auf die vorher je ein Mensch kam, jcht deren drei aufnehmen muß. W t z vergiftete A r i e s. Eine junge Frau aus der vornehmsten Gesellschaft Moskaus, Nußland, erhielt jüngst während der Abwesenheit ihres Mannes einen an diesen adressirten Brief, der von Frauenhand herzurühren schien. Aus Neugierde öffnete die Frau das Kouvert, und der darin liegende Brief enthielt nur die Worte: Denke an mich!" Eine Unterschrift fehlte. Kaum hatte die Frau den Brief geöffnet, als ihr die Sinne zu schwinden begannen und sie bewußtlos zusammenfiel. Ein zweijähriges Knäblein, welches zu Füßen der Mutter auf dem Teppich spielte und den fallengelassenen Brief zum Munde führte, wurde nach einer halben Stunde in einem todesähnlichen Zustande aufgefunden. Mutter und Kind waren offenbar von einem heftigen Gift betäubt, mit dem der Brief imprägnirt war und das die unbekannte Briefschreiberin dem abwesenden Adressaten zugedacht batte. SHweiz. Bern. Die Wengernalpbahn erzielte in der vergangenen Saison MaU Oktober einen Totaleinnahmeertraa von 562,773 Francs, gegen 569,948 Francs im Vorjahre. Die Sektion Bern des schweizerischen kynologischen Vereins beschloß die Abhaltung einer internationalen "Hundeausstellung in V:rn im Jahre 1904 Der verstorbene Nationalrath Ruchti in Jnterlaken h'at für wohlthätige Zwecke 230,000 Francs vermacht, davon 150,000 Francs für Errichtung eines WaisenHauses' in Jnterlaken, 50,000 Francs für das projektirte Spital in Jnterlakcn, je 10,000 Francs für die Unheilbarenanstalt Gottesgnad in Spiez und die , Tuberkuloseheilanstalt Heiligenschwendi bei Sigriswil. Z ü ri ch. Seit Längerem schon beschäftigen sich die Züricher StadtbeHorden mit dem Projekte eines centralen Schlachthofes. Die hierfür eingesetzte Kommission des Großen Stadtrathcs beantragt nun den Bau dieses Schlachthofes, ler von der Stadt als selbstständige Unternehmung zu betreiben wäre, im Nordwesten der Stadt und zwar in der Nähe der Eisenbahnlinie Zürich-Baden. Für den Bau und die Einrichtung des Schlachthofes. Herstellung von Zufahrten und Anschlußgeleisen an die Bahn wird ein Kredit von 3,000,000 Francs verlangt. Solothurn.Jn Solothurn starb im Alter von 70 Jahren der langjährige Sekretär der Staatskanzlei, Franz Vogelsang, ein tüchtiger Beamter. der seit 1883 im Staatsdienste stand. Vogelsang war früher Lehrer. Basel. Die Regenz der Universität Basel wählte als Rektor für 1903 den Theologen Professor Dr. Adolf Völliger; als Schreiber der Regenz wurde Professor D:. Adolf Soldan be, stätigt. Der Großrath beschloß die Gründung einer Handelshochschule in Basel. St. Gallen. Der Gemeinderath von Tablat beantragte der Bürgergemeinde, zu 'den bereits bewilligten 40,000 Francs eine NachsubLention von 35,000 Francs an das EisenbahnProjekt Romanshorn-St. Gallen zu bewilligen unter der Bedingung, daß die Linie über die Station St. Fiden geführt werde.

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