Indiana Tribüne, Volume 26, Number 100, Indianapolis, Marion County, 17 December 1902 — Page 7
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, , ,. , , n- , JLJL. u n lllkfifch44 , u asten JLL jj. jr n JUJU 4-1-Ö t mitJU TT W 1. Kapitel. ine (schichte, die man im Titel )J als fröhlich ankündigt, sollte eigentlich mit emer Hochzeit oder zum Mindesten mit einem guten Verlobungsdiner beginnen. Und dann auch mit prachtvollem Wetter, lachendem Himmel und Vogelgezwitscher im Laub der Baume, vielleicht sogar mit einem schönen und milden Sonnenuntergang im Monat Mai, zumal ein solcher sich immer in überaus stimmungsweiche Verbindung mit den Herzensgefühlen eines soeben vermählten Paares bringen läßt. Aber ein Mensch, der schreibt, soll noch wahrer sein als einer, der redet. Und so bedauere ich denn, um der Wahrhaftigkeit willen diesen Roman mit einem Vcgräbniß beginnen zu müsseit, das bei oeradezu schauderhaftem Wetter stattfindet, bemerke indessen, daß weiter: Todesfälle sich bis .zum Schlüsse des Buches nicht ereignen und daß auch die sonnigen Tage in der Uederzahl bleiben werden. Es regnete also. Es war schon kein Regen mehr; es war ein unaufhörliches Gießen, und dazu hatte sich ein boshafter Rordostwind gesellt, der den Menschen, die bei diesem Wetter unterwegs sein mußten, die Nässe entweder in das Gesicht oder hinten in den Nacken peitschte, so daß eine gänzliche Durchfeuchtung selbst der vollendetsten, aus erster Schneiderwerkstatt hervorgegsngcnen Aeußerlichkeit binnen wenigen Minuten unvermeidlich war. Unter diesen Verhältnissen hatte man sich mit einer Todtenfeier in der Schloßkapelle begnügen müssen. Es war dies übrigens den gesammten Anwesenden durchaus recht; denn obwohl der Verblichene der älteste derer von Lehn gewesen war, so hatte er doch Niemandem aus der Verwandtschaft besonders nahe gestanden. Nicht einmal dem General, seinem Bruder, mit dem er sich irgend einer Lappalie halber gezankt hatte und den er seit vier Jahren, seit dem Tode der alten Excellenz, nicht wiedergesehen hatte. Die alte Excellenz," das war die Mutter des verstorbenen Geheimraths und des Generals von Lehn gewesen: eine etwas exzentrische Frau, gerade so querköpfig und fo originell in ihren Lebensäußerungen wie ihr ältester Sohn. Sie war die letzte thatsächliche Besitzerin von Hohenwarte, Schloß und Gut, das heißt, sie hatte beides vor etwa zwanzig Jahren bei nothwendig gewordener Subhasta von ihrem eigenen Vermögen zurückgekauft. Nach ihrer Bestimmung sollte ihr ältester Sohn Hohenwarte bis zu seinem Tode adminisiriren, und dann erst ihr, auf dem Amtsgerichte zu Riegnitz hinterlegtcs Testament zur Veröffentlichung kommen. Tiefe Bestimmung hatte anfänglich Anlaß zu vielen Schreibereien und auch Scheerereien gegeben. Endgiltig hatte man sich aber geeinigt, und der Freiherr Gerhard von Lehn hatte feinen Einzug auf Hohenwarte gehalten. . Er hatte es bis zum Wirklichen Gebeimen Regierungsratb und vortragenden Rath im Ministerium des Innern gebracht. . Weiter kam er nicht. Er war eine cholerische Natur und rebellirte gern. Deshalb hatte er sich auch nicht vereirathet. Gerhard paßt zum Ehemann wie ein Igel zur Zahnbürste," pflegte Tante Nikchen zu sagen, die gern etwas absonderliche Vergleiche liebte. Derb, aber es war schon richtig. Der Geheimrath würde seine Frau zu Tode geärgert haben nicht aus schwarzem Herzen heraus, sondern aus angeborener Neigung zur Opposition. Diese angeborene Neigung war schließlicb auch die Ursache seiner Verabschiedung aus dem Staatsdienst. Er war im Grunde genommen konservativ, sogar bis auf die Knochen wie sich das bei einem Namens Lehn eigentlich von selbst verstand. Aber trotz dieser konscvatiren Gesinnung betonte der Gebeimrath zuweilen einen gegentheiligen Standpunkt und that dies namentlich seinem Minister gegenüber gern, den er nicht leiden konnte und mit Vorliebe ärgerte. Natürlich kam es denn auch zwisckien den beiden Herren eines Tages zu dem unausbleiblichen Krach. Der (Äeheimrath hatte eine Exposee zu Sunsten eines neuen Känalbaucs ausarbeiten sollen und that dies mit einer so . calligcn Findigkeit, daß man nach eingehender Lektüre jener Ausarbeitung zu dem Schlüsse kommen mußte, die Anlage besagten Kanals würde Heller Blödsinn gewesen sein. Das brach ihm den Hals, und auch das breite Ordensband, das man ihm zum Abschiede um diesen Hals legte, konnte die Wunde nicht heilen. Er zog sich nach Hohenwarte zurück, wo er mutterseelenallein wie ein böser Menschenfeind hauste und eine Ableitung seine: buntscheckigen Launen nur an seinem getreuen KamVerdiener Hasenpfeffer und dem alten Rentmeister Finck fand. Nun war er todt Gott hab' ihn selig. Gott hab' ihn selig," sagte auch ' 3 . , ... IXi 1 l!.
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W VT w v-- 1T "TV -rv S Z AJ. : , (sine fröhliche Sommergcscsncljfc von Fcdr von Zobcltltz ht r n u . !4 n n ix v Feier in der Kapelle beendet war, und faltete die dicken Hände in schwarzwollenen Handschuhen über der qewichtigen Lüste; er war doch immerhin ein Lehn. Verrückt war er ja, das stimmt; aber im Tode vergibt man das. Und schließlich: mit seinen Verrücktheiten hat er sich selber immer am meisten geschadet. .Ich möchte sagen, wenn ich so sagen darf: er war wie ein Fakir in Indien oder wie die Leute heißen, die sich selbst verwunden und noch darüber freuen. Oder auch wie ein Pelikan" Sie wollte noch einen weiteren Vergleich hinzufügen, fand indessen keinen, der ihr geeignet schien, und sah auch, daß die Trauerversammlung sich aufzulösen begann. So ging sie denn zu Tante Fiekchen hinüber. Es war keine große und zahlreiche Versammlung, doch eine ansehnliche. Alles, was noch den Namen Lehn trug, war anwesend bis auf einen, der so gut wie verschollen war oder doch als Verschollener galt. Da sah man zunächst den General, den Bruder des Heimgegangenen, aber diesem sehr unähnlich, sowohl äußerlich wie innerlich. Er war seit zehn Jahren Wittwer und hatte sich vor fünf Jahren a la Suite der Armee stellen lassen. Die Gichtanfülle mehrten sich; es ging nicht weiter. Doch wahrlich, er sah nicht wie ein Invalide aus. Auch heute nicht, im schwarzen Frack statt in Uniform, und auf dem Frack von allen seinen Orden nur das Johanniterkrcuz und jenes zweite Kreuz, das er sich bei Vionville erworben hatte und das aus Eisen war. Sah nicht wie ein Invalide aus im Gegentheil: noch außerordentlich stattlich in der eleganten Haltung jener schlanken Menschen, die sich nicht vor beginnendem Embonpoint .zu fürchten brauchen, mit schlohweißem vollen Haar und schlohweißem Schnurrbart, aber frischem Teint und hellen Augen. Dicht neben ihm stand sein Töchterchen Anna, siebzehnjährig, brünett, hübsch und appetitlich, sehr rosig auch im Trauerkleide und gern zum Lachen aufgelegt, selbst bei ernsten Dingen und Vorgängen, was ihr häufigere Verweise zutrug. Sie wohnte mit ihrem Vater in Niegnitz, der großen Prcvinzialstadt, wo der alte Herr zuletzt die Brigade befehligt hatte. Die Lehns gehörten sozusagen zu Niegnitz. Sie waren ehemals in der ganzen Riegnitz die Landschaft hieß so nach der Stadt reich begütert gewesen; aber es war nichts übrig geblieben als Hohenwarte mit der Stammburg oder wenigstens einem verfallenen Thurm der letzteren. Hohenwarte lag etwa eine Meile südwärts von Niegnitz, und eine Meile ostwärts davon lag Kloster Vützow heute ein Damenstift, zu dem aus verwickelten Gründen, die der Vergangenheit angehörten, sämmtliche Lehns weiblichen Geschlechts die Anwartschaft besaßen. Um Kloster Bützcw hatte sich im Laufe der Zeit eine freundliche Villenstadt gruppirt; vor ein paar Jahrhunderten hatten die Ländereien ringsum aber auch den Lehns gehört und da war es denn natürlich, daß alles, was so hkß immer noch Anschluß an die alte Heimath suchte. Da war zum Exempel Frau Vertha von Lehn in der Familie Bertlippchen genannt die hatte sich gleichfalls nach Niegnitz zurückgezogen, nachdem ihr Mann im Verfolge eines unglücklichen Sturzes mit dem Pferde auf dem Manövergelände verstorben war. Denn in Riegnitz war ihr Aelteste: garnisonirt. der Otto, der hübsche schlanke Leutnant in der Uniform der schlesischen Dragoner, der dort drüben an dem großen Strebepfeiler der Kapelle stand und sehr ernsthaft in seinen Bruder Paul hineinsprach, einen Wahlsiätter Kadetten, noch klein und knabenhaft, nichtsdeftoweniger aber schon ein Monokle tragend, wenn ihn Niemand sah. Vertlippchens Mann, der ein rechter Neffe des Generals und Geheimraths gewesen, hatte einen einzigen Bruder besessen, der Anno Siebzig gefallen war, und auch seine gute Frau war ihm bald in die Ewigkeit gefolgt. Deren Kinder nun, zwei Söhne, waren in gewisser Weise aus der Art geschlagen, denn sie waren nicht in die Kriegerkaste getreten wie die meisten Lehns, sondern hatten bürgerliche" Berufe ergriffen. Erich, der ältere, war Jurist geworden und hatte sich eines Tages kurz entschlössen, die Rechtsanwaltpraxis zu ergreifen. Egon, der jüngere, dagegen hatte gar nichts gelernt und maltk augenblicklich. Er hatte die Akademik in Berlin besucht, hielt wenig von sich und war nach Riegnitz gezogen, um bei der Familie" zu bleiben. Natürlich waren- auch diese beiden jungen Herren bei der Trauerfeierlichkeit zugegen: Erich groß, schlank und sehr elegant. Egon kleiner, ein frischer Blondin mit gutmüthigen und liebenswürdigen Zi! gen. Zwei Damen schlössen den Kreis dei Verwandtschaft an dieser Stätte ab: unverehlicht gebliebene Kousinen de! Verstorbenen. Friederike und Sophu
von Lehn. Stistsdamen zu Bützow, kurzwcg Tante Rikchen und Sante Fiekcken benamset. Beide Baronessen sehr in die Saat geschossen und beide ein paar unverfälschte alte Jungfern in gutem wie boshaftem Sinne, dennoch grundverschieden von einander. Denn war Tante Rikchen von fast Rubcns'scher Rundlichkeit der Formen, so glich Tante Fiekchen mehr einer Hopfenstange, die man zu irgend w:lchem Zwecke mit Kleidern bchängt hat. Und so verschieden war auch das Temverament der beiden Stiftsdamen. Tante Rikchen war ungcmcin lebhaft, sprach gern von Dingen, von denen sie nichts verstand, und war groß in gelehrten, tiefsinnigen und wissenlündenden Vergleichen. Wogegen Tante Fiekchen das Meiste für sich behielt, wie ein Trappist: etwas Klösterliches hatte sie überhaupt an sich, so daß Egon, der Maler, mit seinem losen Munde behauptete, sie sehe au wie die zweibeinige Askese." Von Beinen durfte man in Gegenwart der Tante Fiekchen aber nicht sprechen. Nur eine einzige Aehnlichkeit besaßen die beiden Baronessen: sie hielten viel auf ihren schönen alten Adel Was sonst noch zugegen war, gehörte nur zur Freundschaft und Bekanntschaft: so mancherlei von den Spitzen der Gesellschaft cu3 Riegnitz, Offiziere vom Regiment Ottos und Kollegen Erichs, des R-chtsanwalts. -'Das drängte und drüäie sich in der kleinen Kapelle und war im Grunde genommcn von Herzen froh, daß man nicht noch nach dem zwanzig Minuten vom Schloßbcrge entfernten Kirchhofe hinab mußte. Na, Fritze," sagte ein alter Herr mit buschigem Schnauzbart und in eng bis zum Halse zugeknöpftem langem schwarzem Rocke, zu dem General, den Gerhard hätten wir ja nun auch unter der Erde. Wie lange wird's denn mit uns noch dauern was? Noch ein paar Jährchen ich hab' nichts dagegen nee, wirklich nicht ich lebe so ruhig meinen Stiebel fort und fühle mich ganz kraklich in meinem Häuschen in Bützow, und wenn der liebe Gott will, bring' ich's noch an die Siebzig. Aber dann ist's genug " Das war der alte Oberst Jüttner, kein Verwandter der Lehns, aber alle Lehns nannten ihn Onkel Nante" (Ferdinand hieß er mit Vornamen). Er hatte als Leutnant mit dem General zusammen gedient und auf einem Balle in unbegreiflicher Sektlaune seine Kommandeuse geküßt. Selbstverständlich mußte er den Abschied nehmen (was der Kommandeuse im tiefsten Herzen sehr leid that), trieb sich dann ein halbes Menschcnalter hindurch im Dienste Hollands auf Java herum und kehrte endlich, ausgetrocknet vom Fieber und braun wie Leder, nach Deutschland zurück, um sich in Bützow eine kleine Villa zu kaufen und hier feine Tage zu verbringen. Er war ein liebes altes Original, log furchtbar, sobald auf Java die Rede kam, und hatte die Angewzhnheit. sich jede neue Erfindung, die er im Jnseratentheil semer Zeitung angezeigt fand, umgehend kommen zu lassen, um sie auszuprobiren; ob, es eine Patentkaffeemaschine oder ' eine elektrische Glühlampe, eine heilmagnetische Gichtkette oder sonst was war, das blieb sich gleich. Er mußte eS haben. Ja, ja," entgegnete der General und klopfte Onkel Nante auf die spitze Schulter, Du hast das beste Theil erwählt, mein Alterchen bist unbeweibt geblieben, hast keine Kinder und Sorgen und kannst in Ruhe Dein letztes Stündchen herbeikommen sehen. Aber unsereiner Schau Dich mal um. Nante. Die Masse Lehns, alt und jung, aber freilich mehr jung als alt. Und steht alles hier auf letzter Lehn'scher Scholle, auf der Scholle der Ahnen, auf demselben Fleck, auf dem vor sechshundert Jahren der Heino und Hilbert Lehn Rast suchten, als die aus Polen ihnen nachrückten. Ja, du lieber Gott, aber Kieses letzte Stückchen Lehn'scher Erde was ist es denn werth?" Mehr als Millionen," sagte der Oberst. Us ja. Leider zahlt kein Mensch auch nur einen Pfifferling für unser Empfinden . Aber komm. Alterchen. Ich muß die Gäste verabschieden. Du bleibst doch noch. I gewiß noch ein Stündchen. Wir essen zusammen Mittag. 'Wir sind gerade mal Alle beieinander ." Die Kapelle hatte sich inzwischen geleert; die Lichter auf dem Altar erloschen; der kleine Raum mit seinen meist auf Blech gemalten Wappenschildern an den Wänden und den in die Mauern eingelassenen steinernen Epitaphien fiel wieder in das Halbdunkel dieses regnerischen Märztages zurück. Hasenpfeffer, der alte Diener des Verewrgten, der diesen immer lieber geWonnen, je mehr er sich mit ihm gezankt hatte, schloß die schwere eichene Thüre der Kapelle und kehrte, noch mit gerötheten Augen, zu seinem Dienst zurück. Schloß Hohenwarte war ein seltsam zusammengeflickter Bau. Der alte Theil, in dem auch die Kapelle lag, stammte noch aus den Zeiten des wilden Herzogs Hans; der neuere war in vollkommener Stillosigkeit Ende des achtzehnten Jahrhunderts angebaut worden. Große Räume und' viele Zimmer aber nur ein Theil war bewohnbar. Das Ueürige verfiel. Das Gut brachte in diesen schlechten Zeiten lange nicht so viel ein, um das Schloß in Stand halten zu können. In der großen Halle ging eZ an die Verabschiedung.' ' Die Wagen fuhren vor das Portal, lauter verdeckte Ka-
lefcnen, oenn noch immer ilromie ver Regen in unverminderter Wucht vom Himmel. Dem General assistirten bei de? Veraöschieduna der Gäste die jüngeren Herren von Lehn: Otto der Leutnant, derRechtsanwalt Erich und Egon der Maler. Auch Paulchen, der kleine Wahlstätter Kadett, versuchte bei dieser Gelegenheit etwas mehr in den Vordergründ zu treten und that so, als ob er bereits Epauletten trüge, wurde aber
'schleunigst von Egon geduckt, der ihn bei eeitc schob' und ihm zuflüsterte: Mach Dich gefälligst nicht so mau-sig-Endlich hatte auch der letzte Gast das Schloß verlassen. Nur noch ein dicker kleiner Herr mit pausbackigem Gesicht und vergnügter Pontaknase war zurückgeblieben, stand bescheiden an der Wand und hielt sich einen fast prähistorisch ausschauenden Cylinderyut mit ungeheuerlicher Krempe genau vor den Magen. Na, lieber Finck," sagte der General zu ihm, haben Sie keinen Wagen?" Unterthänigst nein, Herr General." antwortete der Rentmeister und dienerte, indem i j ich nämlicht die Pferde bei sogenanntem Mistwetter auch lieber im Stall lasse, als daß sie die Mauke kriegen. Aber ich habe einen Schirm draußen stehn, Herr General, dies ist ein taftiqer Schirm, indem daß ungefähr ein halbet Batalljohn dadrunter Platz findet. Da thut mir auch der entfamigste Regen nix, wenn ich diesem Schirm aufspannen thu'." Lieber Finck, Ihren Schirm in Ehren," meinte der General lächelnd, aber der Regen kommt nicht immer von oben, sondern auch von der Seite und selbst von hinten und kriecht da in den Kragen hinein, und das ist zuweilen unangenehm. Also machen Sie keine Geschichten und essen Sie mit uns. Halb und halb gehören Sie ja mit zur Familie. Wie lange sitzen Sie nun schon auf Hohenwarte?" Einu'nddreißig Jahr, Herr General; dazumal hatte nämlicht die alte Excellenz gnädig grade Hohenwarte erstanden, indem daß der verflüchtigten Bredullje mit einem Schlage sozusagen ein Ende gemacht werden sollte. Diese Subhastation war ein Meisterstreich vor sich, Herr General; dies nenne ich heute noch so, obschon daß ein Subhasta gewöhnlich den Geruch des Klütrichten an sich trägt, was aber doch mannigmal änderst is. Einunddreißig Jahr, Herr General. Das sagt etwas. Und habe mich immer mit allen Lehns in gutem Harmonium befunden, auch mit dem Herrn Geheimrath selig, was sein besonderes Verdienst hat, möchte ich sagen, denn es war schwer mit ihm. Es war schwer mit ihm, indem daß er gar zu leicht krawallig wurde, und A?enn er kollerte, verlor er seine Bonität. Ach ja!" Der Rentmeisier hatte seinen vorsintfluthlichen Cylinderhut bei diesen Worten vom Magen genommen und auf die rechte Hüfte gestützt. Das merkwürdige Kleidungsstück fiel dem General erst jetzt auf und schien ihn lebhaft ZU interessiren. Geben Sie mal Ihren Hut her. Finck." sagte er; so und nun wird der Hut versteckt, damit Sie uns nicht vorzeitig entwischen. Gott, was ist das für ein Hut! Der hat sicher auch schon seine dreißig Jahre hinter sich. Aber sehn Sie, Finck, gerade das gefällt mir. Ein Anderer würde solchen Hut lächerlich finden; ich habe eine gewisse Ehrfurcht vor ihm. Er hat etwas Kulturgeschichtliches an sich." Oho, Herr General aber meinetwegen: so sei's. Was alt geworden is, kann man schließlicher Weise alleweil aus dem Perspektivum der Kulturgeschichte ästimiren; so auch diesem Hut. Aber mit Verlaub, Herr General, er ist noch älter. Er stammt noch aus dem Jahre achtzehnhundertzweiundzwanzia, indem daß mein Vater ihm dunnemals in Pyrmont gekauft hatte. Das will 'was sagen. Ich habe ihm heute ausgefetzt, nicht aus gesellschaftlichem Glänze, sondern von wegen meiner Frau, die sagte, zu einem solchen Begräbniß gehört ein Cylinderhut und sagte, ich sollte mir einen solchen in Riegnitz kaufen. Dies that ich aber nicht, sondern suchte diesem hervor. Er ist noch immer honorig." Das ist er, Finck. Und schließlich: unser Herrgott schaut nicht auf den Hut; der schaut in's Herz. Was macht denn Ihr Mädelchen, Ihre Käthe?" Da lachte es über das ganze dicke Gesicht des Rentmeisters. Er machte noch einen Kratzfuß. Unterthänigst, Herr General," sagte er, ich danke. Sie macht mir vüll Freude, ist nüdlicht und lernt 'was. Indem sie nun Sechzehn geworden is, hab' ich sie zu Neujahr in dem sobenannten Backfischkästen in Bützow untergebracht. Ä)er Herr General wissen schonst." Ich weiß, ich weiß." entgegnete Lhn lachend, in der Schröter'schen Pension na, da ist sie gut aufgehoben. Ich hätte nickit übel Lust, meine Anna aber zunächst zu Tische, Finck wir können nachher immer noch ein bischen plaudern. Hasenpfeffer! Paul, mein Junge, guck Dich mal nach dem HasenPfeffer um und frage, ob angerichtet ist" Der kleine Kadett raste davon und kehrte auch bald, die Absätze zusammenschlagend, mit der Meldung zurück: Zu befehlen, ja, Onkel General; Hasenpfeffer steht schon neben der Suppenterrine und hat die Kelle in der Hand." Also allons, Basen und Vettern rief der alte Herr; geh'n wir zu TilS
St Jakobs
heilt alle körperlichen Schmerzen, wie t ... . . . . T
Rheumatismus, Gicht,
Verrenkung en. Ouetsaunaen. HSJt
Hüftenschmerzen, Neuralgie. MUK.
3 Wirkt nie Zanöer. Es besiegt
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Das beste Heilmittel in der Welt. In 25 und 50 xas war Bundes sitte. Jedem Legräbniß folgte ein Frühstück oder ein Diner. Ter General reichte Bertlivpchen den Arm; der Ncchtsanwalt nahm sich Tante Rikchen und Oberst Jüttner die Tante Fiekchen. Otto, der Leutnant, verbeugte sich vor Anna und fragte: Schönes Fräulein, darf ich's wagen?" Tas ist, aus Un Faust, Otto," entgegnete Anna; wenn Du schon etwas Klassisches sagst, inus; es'ctwas w:nig:r Bekanntes sein." Klassisch oder nicht. Ich habe so viel auf bcra Herzen, daß der Kopf nicht mehr mit will. Ach, Annchen!" Jeses, Otto, wie kann wan so laut seufzen! Wenn das nun einer gehört hätte!" Dann wär's noch so. Anna, mein Schatz, weißt Du was? Ich möchte nachher mit Deinem Vater sprechen." Ihr Arm zuckte in dem seinen. Sie wurde zuerst blaß, dann roth und flüsterte zurück: Willst Du wirklich?" Ich thu's. Mit der Mama ist nicht zu reden. Liebelei, sagt sie, und nichts dahinter. Ich nichts, Du nichts wie das w-n s " (Fortsetzung folgt.) Ueber Kamelien hört man fast allgemein die Klage, daß sie im Zimmer die Knospen, selbst zuw:ilen die Blätter abwerfen, und aus diesem Grunde ist die so beliebte, schöne Pflanze in Verrt? gekommen. Will man Kamelien im Wohnzimmer und zwar im Winter in Blüthe haben, so müen sie fortwährend im Zimmer bleiben. Stellt man sie auch nur einige Wochen in's Freie oder im Herbst mit vorgeschrittenen Knospen in ein kälteres Zimmer, so werfen sie. wieder in das Zimmer gebracht, sicher die Knospen ab. Ueberhaupt darf der Standort im Zimmer nie .verändert werken, wenn sie blühen foll. Obgleich es bei allen Pflanzen sehr interessant ist, die Entwickelung der Blumen zu beobachten, empfieht es sich doch nicht, Kamelien vor der Blüthe mit Knospen zu kaufen, man müßte sie denn in ein nur frostfrei gehaltenes Blumenzimmer bringen. Kauft man eine schon aufgeblühte Pflanze, so. stelle man dieselbe an den kühlsten Platz des Zimmers, gebe einen Untersatz, in welchem ständig etwas Wasser ist und hänge des Abends ein feuchtes Tuch darüber bis zum Morgen, befeuchte auch zuweilen die Pflanzen mit einer nassen Bürste, indem man mit der Hand hart über die Bürste streicht, wodurch feinster Wasserstaub erzeugt wird. Wenn zwei Blumen nebeneinander sitzen, von denen die eine noch nicht blüht, so schneide man die blühende mit einem scharfen Messer ab, sobald ihre erste Schönheit vorüber ist, damit die andere sich ausbilden kann. Bei derartiger Behandlung wird man an ein:m schönen und langen Blüthenflor sich ergötzen können. Lüftung der Taubenschlüge. Es ist unzweifelhaft, daß der Mangel an Luft und Naum vor allem aber schlechte Dünste schädlich auf die Tauben einwirken. Manche Züchter schließen während der Nacht fast alle Luftlöcher, weil die Tauben Wärme nöthig haben, um ihre Jungen auszubrüten, bedenken aber dabei nicht, daß sie den Tauben dadurch die Luft entziehen. Nach den Naturgesetzen hat jedes Lebewesen zu seiner Existenz ein gewisses Quanium Luft nöthig; entzieht man ihm dieselbe, so geschieht dies auf Kosten seiner Gesundheit. Neine uno gesunde Luft stärkt die Gesundheit der Thiere, während schlechte und ungesunde Luft Schwäche und Krankheit erzeugt. Die Lüftung der Taubenschlage ist daher eine Nothwendigkeit, sowohl um die verdorbene Luft zu erneuern, als auch Krankheiten fern zu halten. Es wird nothwendig sein- im oberen Theile des Taubenschlages (vielleicht unter dem Dache) eine Oeffnung anzubringen, damit die verdorbene Luft abrieben kann. SonderbareResolution. Im Stuttgarter Neuen Tagblatt" war letzthin' nachstehende Resolution der Wirthe zu lesen: Die von etwa 150 Wrrthen aus Stuttgart und Umgebung besuchte 'Versammlung, welchr sich mit der Fleischnoth und den Maß' nahmen dagegen beschäftigte, schließt sich den Bestrebungen aljf Oeffnen de? Grenzen für Schlachtvieh und. besonders für Schweine, wie sie in WirthsVersammlungen an zahlreichen Orten des Deutschen Reiches zu Tage treten, in allen Punkten an.-,
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i jl v ( J ' yX JH fiAl ' 'M.' TRADE k Minir WCS- f VJV VTi:; I UVU. Ctablirt seit 50 Jahren. CcntA Grötzkn. 'j Feuer - Signale. 4 Pennshiv nd Narket 0 English'S Opern-HauS 6 East und New Fort 7 Noble und Michigan 5 N. Jersey u. 2fcfl Ave 9 Pine und Nrrth 10 Masket und Pine 11 Vermont nahe East 12 N. S Cxritzenhau? Maff. Tve nahe Noble :S Dcvaware und L?alnut U N.Jerscv u Clnal. IS Mass. und CcrnellSTuc : Afh und li. Straße 17 Park 3ü und 12 Etr .3 Columbia unkHiUfld 19 Highland Lre u.P,att kl LUinoiS und Ct. Joe 23 Pennsylv. und Pratt 2 Meridian und 11. Ctr LS No. 5 Spritzenhaus 1L. nahe Illinois 26 Senate Are u.Et?lai? 27 Illinois und Michigan 23 Pefylvania und lt. 29 C:ate Ave. und 13. 51 No. l Spritzenhaus Jnd Ave naheMichigan 32 Mcridia und Walnut 34 California u Vermont 35 lafc und New Fort LS Jnd.Av,u.Ct, i!lair ' 37 City Hcsvital 33 Blake und Norty S9 Michigan und AzneS 41 No. S pritzn)auS Wajngton nahe West 42 Esendorf u Wash. 43 Missouri u New Fort 45 Meridian u Wash 4 Jllmois und Ohio 47 Capitol Av. u WaZH 48 Kmgan'ö PorauZ Ctraßmbahn EtSIle 23. Washington St? 61 No. 10 Spritzenhaus JllinoiZ u Merrill 62 Illinois u Louisiana 63 West und South 64 West und WcCarty 66 Ecnte Ave. u Henry 67 Meridian und Nav 68 No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMor.-iS 69 Madison Av.u Tunlop 1 No2Ha:enLeiterhauS Couth nahe Delawar 62 Pmn. u Merrill 6Z Telaware u. McTarttz 64 Esst und TicSsrty 65 New Jersey u. 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Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis 123 No. 16 Spritzenhaus ie. und sh. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 ?)ndeS und 15. 127 Brcokside und Jupiter 12S Central Ave und 17. 129 Dclaware und 19. 1Z1 Alabama und 11. 132 Bellefontsine und . 134 College Ave und 29. 135 Telaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 133 College Ave und 14. 139 Corncll Ave und 13. 141 IandeS und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumsch und 10. 145 New Jersey nd 22. 14S Alvrrd und 17. 147 No. 2 Spritzenhau Hiltside Ave und 16. , 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und !2. 15? L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramscy Ave und 10. 156 Ctoughton u Newma 157 Atlas und Pike. ' 153 Vlotzd und Pawpa. 159 No. 1 Spritzenhaus Brightwood l2 Trdm und Depot 165 Brightwood und 26. ' 164 Rural nd Bloyd 165 Ct. Clair u. Keystone 167 Arsenal Ave und 2Z. 163 Bellefontaine und 53. 169 Park Av und 10. 12 Capital Ave und 17. 213 Pcnnfylv. .Michigau 214 Illinois und 20. 215 Senate Ave und 21. Lie Pennsvlrania und 22. 217 Meritian nd 16. 21 Capital Ate und 2. 219 Brscdwy und 10. k il Illinois r.nd McLean i'M N5. 14 2xritzenhauS Keuiocod und 30. 235 Illinois und 38. 236 Anr.ktta und 80. 237 No. s. CpritzmhiuZ Vütxll und Naber 238 Udcll Ladder WorlS 2S9 Iiattl und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u EU CIai:, 243 Cldridge nd 23. S12 West uud Walnut 313 West und 12. S14 Howard und 16. 315 Torict und Paca 316 Ccpital Are und 19. L17 Northwestern Ave 21 313 Gcnt und IS. 319 Canal und 16. 3, Cerealine Wr!S 824 Vermont und Lynn 325 Bismarcku Erandvic 32 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 327 Michizan u. HrlmeS. 823 Michigan u. Concord 341 West und McJntyre 412 Missouri u. Marylant, 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave Georgia 416 Missouri u Kcntucky A 417 Senate Ave u. Wasy.. 421 P und E Nun'uZ W. Wasbington. 423 Jrr:n-Hcipital. 424 MiIe?Ave u.J DW 425 Wash. und Harris 426 No. 13 Cpritzrnhaui W. Washington 427 Olwer und Birch 4S3 Ctttcr und Osgood 4?9 Nordvke und Foc? 421 Hadley Ave u. Mc:. 432 River Ave u. MorriZ $4 River Ave und Ray 435 Hardmg u. Big 4 R A 436 Harding und Olive, 437 No. 19 SpritzenhaMorris und Hardina. 8 Howard und M2ieL 439 StockvrdS 451 Reisn? und SRiHcr 452 Howard und L 453 MorriZ und Kc 456 Lambert nd Bellen! 457 Nordyk Ave u, r tnon Works 612 West uud Ray 613 Kentucky Ave u. MerrL. 614 Meridian und MorrU 616 Illinois nd LanZaZ 617 Morris und Dakota bis MorriS und Church 619 Capital A. u McCarty 621 Meridian und Palm 623 Pine und Lord 624 Vadison Ave u Lincoln 26 Meridian und Dclt R 627 CarloS und Ray 628 Meridian und Arizona 62? Meridian u. Naymond 631 Meridian u. McEarty 632 No. 17 Spritzenhaus MorriZ nahe West 612 Mckicrnanund Dough. 613 Cast u. Lincoln nt 614 Last und Beecher eis Wnght und Sander 617 McCarty und Beaty is New Jersey u Sir Ave 712 Cpruce und Prospekt 718 English Are. u. Laurel 714 Etate Ave u. Dclt R & 715 ChcU? und Bckcher 716 State Ave und Orange 713 Orange und Laurel 7W eixltijiuCuiflceSai 721 L?rwgton2l.u LcurJ 723 Flktcher Ave. Cpnrc 724 State Are u-PIeasant 725 Prospekt und lecsar.! 726 Orange und Hcitar 728 Liberty und Me:k 729 Vlbll: und South 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington S 13 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Ave L15 Michigan u. Highlanl 816 Arket u Arsenal Ave 817 Ost Z". Clair und Union Bahn Giltst. 821 tzan Handle Shop? 823 ZZermont und Waleott 824 Wash. und State Ave 25 Madden'SLoungeFa! 826 Tucker und Jersey 827 Wash. und SkviOe Av S29 No. 12 Spritzenhaus Veville nahe VichigaZ 831 Southeastern Ave und Woodside.' 882 Wash. und Tenrkor, 884 Loutheafter und Arsenal Ave. - 825 New Dork und Tempi 912 JllinoiS und Maryl. 13 Illinois und Market 914 Penn, und 1 Tlatvare und lraa Opezial-Oiznale. Ersten I 4)135, zweiter Alarm, Zweiten Schlage, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. 1-2-1 Feuer aus und Schlauch aufgerollt S SchlJg, Orrdruck ab. 1 Schlage, U Uhr Mittags. Die rfi bezeichnete Olgna'e werden nur vom 2ira ächter nzebe da an den beugenden Strebs feturi:a ke Clarn ar.iral fd.
