Indiana Tribüne, Volume 26, Number 98, Indianapolis, Marion County, 15 December 1902 — Page 7

Jndiana Triduno, 15. Dezember 11)02.

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(Fortsctzung.) Ich mußte es wohl fürchten nach den Drohungen, die ich aus dem Munde des Grafen vernommen. Aber ich möchte nicht gern noch mehr über diese Dinge fagen. Es ist mir so entsetzlich peinlich. Und sie stehen ja auch in gar keinemZusammenhange mit dem Verbrechen." Sie müssen mir schon gestatten, darüber anderer Meinung zu sein, mein werthes Fräulein! Es ist selbstverständlich meine Pflicht, den von Ihnen gegebenen Fingerzeig zu berücksichtigen, und ich werde sofort Auftrag zur Herbeischafsung des Forstgehilfen ertheilen. Aber ich gestehe Ihnen offen, dak ich Ihre Vermuthungen vorläufig nicht zu den meinigen machen kann. Es mag ja sein, daß sich Hilgert, nachdem er aus irgend welchen schwer verständlichen Gründen für seine Pflicht gehalten hatte, Sie vor dem Grafen zu warnen, durch Ihre Zurechtweisung sich gekränkt und in noch höherem Maße als zuvor gegen Meinburg eingenommen fühlte. Aber der Mann müßte ja geradezu wahnsinnig sein, wenn diese Abneigung ihn bis zur Begehung eines so furchtbaren Verbrechens hätte hinreißcn sollen. Für eine solche That würde ich vergebens nach einem halbwegs einleuchtenden Beweggründe suchen, während Ihre Aussage mich andererseits nur in der Gewißheit bestärken konnte, daß es für den Forstmeister v. Alvörden solch: Beweggründe gab. Gerade nach dieser Richtung hin sind mir Ihre Mittheilungen, die gewiji ermaßen ein weiteres Glied in der Jndizicnkette bilden, von ganz besonderem Werth." Mit weitgeöffneten, entsetzten Augen hing Renate an feinen Lippen. Sie war gekommen in der felsenfesten Ueberzeugung, daß ihre Enthüllungen hinreichen würden, jeden Schatten eines Verdachtes von dem -geliebten Manne zu nehmen. Und nun mußte sie hören, daß sie gerade das Gegentheil erreicht und durch ihre Erzählung seine Lage nur verschlimmert hatte. Ein paar Sekünden lang schien sie geradezu gelahmt von der Furchtbarkeit dieser niederschmetternden Erkenntniß, dann aber raffte si: sich auf, und mit einer leidenchaftlichen Beredtsamkeit, die den Untersuchungsrichter in das höchste Erstaunen setzte, sprudelten die Worte von ihren Lippen. Nie war ein Angeschuldigter wärme? und hinreißender vertheidigt worden, als es hier geschah. Renate überlegte nicht, was sie sprach. ' Sie dachte nicht daran, ob' sie diesem fremden Mann das Geheimniß ihres Herzens preisgab oder nicht. Und wie sehr auch sein ernster Beruf ihn seiner Meinung nach gegen sentimentale Regungen abgestumpft hatte, konnte sich doch der Untersuchungsrichter einer tiefen Rührung nicht erwehren angesichts dieses jungen Mädchens, das mit allen Waffen, über die es verfügte, nicht für die Rechtfertigung eines Unschuldigen, sondern für die Errettung des Mannes kämpfte, an dem es unverkennbar mit allen Fasern seiner Seele hing. Er unterbrach sie nicht, und erst als sie in einer Art von Erschöpfung innehielt, sagte er in dem mildesten und väterlichsten Ton, über den er verfügte: Seien Sie versichert, mein liebes Fräulein, daß die Art unserer Rechtspflege einen Unscbuldiaen Kinlänalick davor schützt, für das Verbrechen eines Anderen bestraft zu werden. Ich werde mich ausrichtig freuen, wenn Ihr Glaube sich als der richtige erweist, und vielleicht wird uns ja schon der morgige Tag Gewißheit darüber bringen. Ich werde, wie gesagt, den Forsigchilfen noch heute Hittherschaff5n lassen, und -ich rechne darauf, daß Sie, wenn es noth thut, bereit sind, ihm morgen gegenüberzutreten. Aber ich möchte Sie doch noch einmal vor allzu hochfliegenden Hoffnungen warnen. Sie wissen aus der von Ihnen belauschten Unterredung. , welcher Art die Beziehungen Alvördens zu der Gattin des Ermordeten waren. Und Sie begreifen, wie schwer es unter diesen Umständen gegen ihn in's Gewicht fallen muß, daß es die Gräfin selbst gewesen ist, die ihn zuerst des Mordes an ihrem Gatten bezichtigte." Renate war bei der Erwähnung der Gräfin zuerst todtenbleich geworden, dann aber schoß es wie die Nöthe einer flammenden Entrüstung in ihren Wangen auf. Sie sie hat ihn beschuldigt? O, dann kennt sie ihn nicht, dann hat sie ihn nie gekannt. Und niemals ist sie werth gewesen, daß er bereit war, sich für sie zu opfern." Das sind Fragen, mein Fräul-Zn entgegnete der Untersuchungsrichter, über die ich kein Urtheil habe und die mich auch nicht kümmern. Wenn Sie ein Interesse daran haben, die inneren Gründe kennen zu lernen, auf die sich der Verdacht der Gräfin Meinburg stützt, so kann ich Ihnen nur anheimgeben. sie selbst darum zu befragen." Renate dachte einen Augenblick nach; dann fragte, sie: Die Gräfin ist also noch hier? Und Sie glauben, haß es mir möglich werden wird, sie zu sprechen?" Der Untersuchungsrichter schien seine letzten Worte schon wieder zu bereuen. Die Dame ist allerdings schwer leibeyi, und der Arzt wünscht jede Auf-

regung von ihr 'fern zu halten, so daß ich sogar auf ihre im Interesse weiterer Aufklärung dringend nothwendige nochmalige Vernehmung verzichten mußte. Für .die nächsten Tage wenigsiens dürften Sie darum wenig Aussicht haben, bei ihr vorgelassen zu werden." Wenn es sich um die Ehre und vielleicht um das Leben eines Mannes handelt, der der ihr so nahe steht, wird sie. wie ich hoffe, die Rücksicht auf ihre Gesundheit hintansetzen. Aber Sie haben recht, Herr Untersuchungsrichter, dies sind Dinge, die nichts mit Ihrer Untersuchung zu schaffen haben. Wünschen Sie mich jetzt noch etwas Weiteres zu fragen?" Es war plötzlich eine fo seltsame Festigkeit und 'Entschlossenheit in ihrem Aussehen wie in ihrem Wesen, daß der Beamte davon fast betroffen war. Als er ihre Frage verneint hatte und als die Thür des Zimmers hinter der entlassenen Zeugin zugefallen war, kamen ihm noch gewichtigere Bedenken als zuvor, ob er recht daran gethan hatte, ihr gegenüber der von der Gräfin Meinburg erhobenen Anschuldigung Erwähnung zu thun. 18. Kapitel. Baron Hoßfeld hatte bis tief in den Nachmittag hinein geschlafen, und er war in ziemlich ungnädiger Laune, als er durch den Eintritt des Zimmerkell-

ners gestört wurde, der ihm einen Brief überbrachte. Ich bitte um Entschuldigung, Herr Baron; aber der Bote wartet auf Antwort." Na, dann geben Sie das Ding in Gottes Namen her! Eine Damenhand natürlich! Nicht einmal ruhig schlafen kann man. Bin aber doch neugierig, von wem " Er vollendete nicht, denn er hatte inzwischen den Umschlag erbrochen, und ein Blick auf die Unterschrift hatte ihn verstummen gemacht. Halb im Bette aufgerichtet, las er mit funkelnden Augen: ' Meines Versprechens eingedenk, lade ich Sie ein, heute Nachmittag sechs Uhr eine Tasse Thee bei mir im Hotel d'Jtalie zu nehmen. Ich hoffe, keine Absage zu erhalten und begrüße Sie inzwischen in bekannter Freundschaft G e o r g i a E l l i st o n." Man merkt ihr doch noch ein wenig die Cirkuskünstlerin an," dachte er, im Grunde ebenso erstaunt als erfreut über die unverhoffte Einladung. Zugleich aber sprang er mit beiden Füßen aus dem Bette und eilte an den Schreibtisch, um eine in Ausdrücken des höchsten Entzückens abgefaßte Antwort mV derzuschreiben und sie dem wartenden Kellner einzuhändigen. Er hatte noch über zwei Stunden Zeit, sich auf seinen Besuch vorzubereiten, und er benutzte sie, um mit äußerster Sorgfalt Toilette zu machen. Denn er war fest entschlossen, dies herrliche, Weib für sich zu gewinnen, und nach der Form ihrer Einladung zweifelte er nicht im Mindesten an einem raschen und vollständigen Erfolg. Ein paar Minuten lang überlegte er, ob es zweckmäßig sein dürfte, ihr irgend ein hübfches kleines Geschenk mitzunehmen. Aber er verwarf diesen Gedanken wieder, als er sich Georgias Benehmen während ihrer letzten Begegnung in's Gedächtniß zurückrief. Die stolze, beinahe gcringschäige Art, wie sie damals seine Einladung zu einem gemeinsamen Frühstück zurückgewiesen hatte, toc.z ihm Beweis genug dafür, daß sie an ders behandelt sein wollte als die Mehrzahl ihrer hübschen Kolleginnen vom Cirkus und Theater. Und er Halle durchaus keinen Grund, ihre Wünsche in dieser Beziehung zu mißachten. Ich werde ihr den Hof mackien wie einer ?ame aus der besten ejeUscyast,' nahm er sich vor. Im Grunde ist fcai ja euch viel bequemer usid vor allem viel wohlfeiler." Er begnügte., sich also, einen kleinen aber sehr kostbaren Strauß aus Theerosen und seltenen Orchideen zu kaufen, da er sicher zu sein glaubte, mit einer so zarten Huldigung unter keinen' Umständen Miß Georgias Mißfallen zu erregen. Und mit einer Pünktlichkeit. die ihr seine sehnsüchtige Ungeduld kund thun sollte, ließ er sich um die sechste Stunde durch ein Zimmermädchen des Hotels bei ihr melden. Wenn er im Stillen gefürchtet halle, vielleicht noch andere Besucher bei ihr zu finden, so sah er sich auf das Angenehmste enttäuscht. Miß Georgia war ganz allein in dem hübschen kleinen Salern, in den man ihn geführt Hatte, und sie kam ihm mit gewinnendster Freundlichleit entgegen. Es freut mich, daß Sie Wort gehalten haben," sagte sie, ihm wie einem guten alten Bekannten ihre kleine, aber auffallend nervige Rechte darbietend. Fürchtete ich doch schon, Sie wären vielleicht gar nicht' mehr in Berlin." Er fand sie von hinreißender Schönheit, obwohl sie auch heute sehr einfach und ganz schwarz gekleidet war, und seine Wünsche wurden zum' brennendsten Verlangen, während er sich niederbeugte, um ritterlich ihre Hand zu küsfen. O, meine Gnädigste, ich würde nicht nur diese wenigen Tage, sondern ebenso viele Monate auf Ihre Wiederkehr gewartet haben," versicherte er. Mit der Anmuth einer jungen Hausfrau machte sich Miß Georgia an dem Tischchen zu schaffen, aus dem das Theeservice stand und das. Wasser bereits in dem silbernen Kessel brodelte. In stetig wachsendem Entzücken beobachtele Hoßfeld die Bewegungen ihrer hohen und doch so geschmeidigen Gestatt, und wenn er ihr anfänglich etwas

acijireuic Anrworien gao, o lag Die Ursache lediglich darin, daß sein ganzes S'innen und Denken in dem Banne ihrer ungewöhnlichen und eigenartigen Schönheit war. Sagen Sie mir doch, Herr v. Hoßfeld," sagte sie plötzlich, und ein seltsam lauernder Blick schoß dabei blitzartig unter ihren halb gesenkten Lidern hervor, lesen Sie gar keine Zeitungen?" In der Hauptsache nur den ,Figaro' und ein paar Pariser Witzblätter," erwiderte er lachend. Seit meiner Ankunft in Berlin aber habe ich nicht einmal die in die Hand genommen. Man hat hier wirklich so viel Besseres zu thun, als an dem langwei' ligen Gewäsch seine Zeit zu vergeuden. Aber wenn ich erfahren darf, aus welchem Grunde" Weshalb ich Sie danach fragte, meinen Sie? O, es war nur, weil ich mir von Ihnen einige Neuigkeiten aus dem großen Sensationsprozeß erzählen lassen wollte, der hier eben verhandelt wird. Aber wenn Sie in den letzten Tagen keine Zeitungen gelesen haben und ich glaube es Ihnen auf's Wort so muß ich wohl darauf verzichten. Uebrigens finden Sie es nicht einigermaßen merkwürdig, daß wir hier fo friedlich bei einander weilen? Nach dem Verlauf unseres ersten Zusammentreffens in Denver hätten Sie das doch eigentlich kaum für möglich halten sollen?" .meine t verehrte Miß Georgia, weshalb sollten wir uns den Zauber diese? Stunde durch eine Erinnerung an diese alten, vergessenen Geschichten zerstören ? Nehmen wir an, das alles wäre nur ein Traum gewesen oder etwas, das ganz andere Leute anging, als Sie und mich." Nicht doch! Sie sehen ja, daß es mich durchaus nicht aufregt, daran zu denken. Sie hielten mich damals für eine sehr exaltirte Person, nicht wahr?" ' Er war glücklich, daß sie es von dieser Seite nahm und beeilte sich, in ihren scherzenden Ton einzustimmen. Nun. ich muß gestehen. Miß Georgia, daß ich nahe daran war, mich ein ganz klein wenig vor Ihnen zu fürchten." Nur ein klein wenig? Sie trauten mir also im Grunde doch nicht zu, daß ich mit dem Revolver Ernst gemacht hätte, wenn ich nicht durch Ihre überlegene Körperkraft daran verhindert worden wäre?" Offen gestanden nein! Ja, wenn es noch der Verräther in eigener Person gewesen wäre, den Sie da vor sich hatten. Aber ein so todeswürdiges Verbrechen hatte ich doch gar nicht an Ihnen begangen." Meinen Sie?" Es war ein eigenthümlich schneidender Ton, der ihm da entgegenklang, ein Ton, der seltsam kontrastirte mit dem bisherigen liebenswürdigen Ausdruck ihrer Worte. Aber er kam nicht dazu, darüber weiter nachzudenken, denn sobald sie -das Befremden in feinen Mienen bemerkte, plauderte sie leicht und unbefangen in der früheren Weise weiter. Wie ich die kleine Gefälligkeit, die Sie eingestandenermaßen Ihrem Freunde erwiesen hatten, damals ansah und wie ich sie heute ansehe, können wir allerdinqs getrost unerörtert lassen. Darf ich Ihnen jetzt eine Tasse Thee anbieten, Herr v. Hoßfeld? Sie lieben es doch auch, ihn recht heiß zu genießen nicht kalt, wie man nach Ihrer eigenen Doktrin die Rache genießen soll." ' Nein, meine Gnädigste, heiß wie die Liebe Ich danke Ihnen. Aber ich sehe, da in dieser Kristallkaraffe einen so verlockenden Likör funkeln. Wenn es vielleicht gestattet ist" .Lassen Sie uns den lieber für später aufsparen sagte sie, ihre kleine Hand wie abwehrend auf den Glasstöpsel legend. Er würde Ihnen nur den Geschmack an meinem Thee verderben, auf den ich sehr stolz bin." Sie haben ein Recht dazu, denn es ist der köstlichste, den ich je getrunken. Aus solchen Händen, glaube ich, würde mir allerdings auch ein Schierlingsbecher wie Nektar munderc." Es freut mich aufrichtig, das zu hören. Also den Schierlingsbecher auf nachher. Und nun sagen Sie mir aufrichtig, mein lieber Herr v. Hoßfeld, sind Sie gar nicht ein bischen neugierig, zu erfahren, in welcher Weise ich mich mit Ihrem Freunde, dem Grafen Meinburg, arrangirt habe?" Ich würde mir nicht die Freiheit genommen haben, danach zu fragen; aber da Sie selbst seinen Namen erwähnen Sie haben ihn also wirklich aufgesucht und haben mit ihm gesprochen?" Ja, ich habe ihn aufgesucht, und ich habe mit ihm gesprochen." Nun, ich kann mir denken, daß seine Ueberaschung keine geringe gewesen ist. Oder' hatten Sie ihn großmüthig vorher auf das Wiedersehen vorbereitttr Ich hatte ihn darauf vorbereitet, indem ich ihn brieflich an einen bestimmten Ort zum Stelldichein beschied." Und er ist in der That gekommen? Aber 'natürlich er fürchtete einen Skandal!" . " Aufmerksam füllte sie ihm seine geleerte Tasse. Wahrscheinlich geschah es deshalb, daß er kam," fuhr sie dann in der Unterhaltung fort, ihrem Besucher gegenüber vor dem kleinen Tische stehen bleibend. Afa; wenn es Sie intnessirt, kann ich Ihnen ja den Verlauf meines Besuches auf der Insel erzählen." Hoßfeld fühlte sich von ihrem Anerbieten 'beglückt, denn er nahm es für den unzweid-.:kt?nsten Beweis, daß er

von einer Nebenbuhlerschaft Meinbürgs !

nichts mehr zu furchten habe. Auf das Eifrigste versicherte er: O, Sie können sich wohl denken, theuerste Miß Georgia. in wie hohem Maße es mich interessirt." Meinetwegen also! Es kam mir zu Statten, daß ich mit den örtlichen Verhältnissen der Insel zufällia einigermaßen vertraut war. Ich hatte im Beginn des Sommers mit einigen Bekannten einen Ausflug dahin unternommen, und ich besitze neben einem angeborenen Orientirungssinn ein ausgezeichnetes Erinnerungsvermögen für Oertlichkeiten, die ich einmal in meinem Leben gesehen. So wurde es mir nicht schwer, emen geeigneten Platz für mein Rendezvous mit dem Herrn Grafen ausfindig zu machen. Kennen Sie die Kapelle zwischen Girnitz und Ristow!" Hoßfeld verneinte. Nun, es ist daneben eine hübsche freie Stelle im Walde, wo" Hoßfeld lachte. Allerdings das denkbar geeignetste Plätzchen für eine derartige Unterredung. Es fehlt nur noch, daß sie um die Mitternachtsstunde und bei gespenstischem Mondschein stattgefunden hätte." ,&o viel Nomantik war freilich nicht dabei. Es dämmerte erst, als wir uns trafen, und unser Stelldichein war von zu kurzer Dauer, als daß uns der Mond dabei hätte ' überraschen können." Wurden Sie so rasch mit ihm fertig? Aber ich kann mir wohl denken, daß er zu ftdem Entgegenkommen bereit war." Nun, wie man es nehmen will. Das, was ich von ihm verlangte, meinte er doch nicht gewähren zu können." Ist es unbescheiden, zu fragen " Sie sollen es gleich hören. Aber ich bemerke, daß Sie fortwährend mit verlangenden Blicken nach dem Likör schielen. Darf ich Ihnen also jetzt ein Gläschen anbieten? Es ist ein Likör von etwas absonderlichem Geschmack; aber ich liebe ihn sehr, denn die Hirkung.ist unübertrefflich.". Hoßfeld verneigte sich in dankender Zustimmung. Georgia stellte zwei schlanke, geschliffene Kelchgläschen auf den Tisch .und füllte sie aus der Kristallkaraffe fast bis zum Rand. Ein leichter Duft verbreitete sich durch das Zimmer. Hoßfeld wollte seine Hand nach einem der Gläser ausstrecken, aber noch einmal wehrte die Eirkuskünstlerin freundlich ab. Nein, erst muß ich .mit meiner Geschichte zu Ende sein, Hrr v. Hoßfeld! Sie ist nur noch sehr kurz. Wenn Sie sie ganz gehört haben, werden Sie es nämlich viel besser verstehen, weshalb ich ein so lebhaftes Verlangen nach diesem heutigen Plauderstündchen mit Ihnen fllblte. Hat man einmal angefangen, mit den alten Geschichten aufzuräumen, so thut man es am besten gleich recht gründlich. Das ist doch auch Ihre Meinung, nicht wahr?" Gewiß, meine theuerste Miß! Je gründlicher, desto besser. Und neues Leben blüht aus den Ruinen," citirte er. Wie weit also war ich in meiner Erzählung gekommen?" Bis zu der Forderung, die Ihnen, wie Sie sagen, Graf Meinburg nicht :rfüllen wollte." Jawohl. Und doch war es eine Forderung, auf die er gefaßt sein mußte. Denn ich verlangte nichts als mein gutes Recht und die Einlösung kines Versprechens, das e? mir nicht einmal, sondern hundertmal unter den heiligsten Eidschwüren gegeben." Ah, Sie verlangten doch nicht etwa von ihm, daß er daß er Sie heirathen sollte?" Mit vollkommen ruhiger Miene neigte Miß Georgia bejahend den Kopf. Es war die einzige Genugthuung, die mich befriedigen und seme Schuld vollständig hätte sühnen können. Und was ich forderte, war für ihn nicht unerfüllbar, da er ja die Mittel in der Hand hatte, eine Scheidung von seinem Weibe herbeizuführen." Hoßfeld lachte laut auf. Nun, erlauben Sie, meine verehrteste Miß Georgia diese Zumuthung war allerdings ein bischen stark. Der Edward Miller, der sich in Amerika für einen Antheil an der Gage vor die Mündung Ihrer Pistole stellte, und der reichsunmittelbare Graf Meinburg waren doch am Ende zwei sehr verschiedene Persönlichkeiten." Was kümmerte das mich! Hatte ich ihn damals nicht nach seiner Herkunft gefragt, als er wie ein Vagabund in der Welt umherzog, weshalb hätte ich jetzt viel danach fragen sollen? Genug, ich ließ ihm keinen Zweifel über das, was ich allein von ihm begehrte." Er erklärte Ihnen natürlich, daß ds etwas Unmögliches sei." Ja, so ungefähr. Im Uebrigen machte er auch einen schwachen Versuch, sein damaliges feiges und heimtückisches Verhalten zu rechtfertigen, indem er alle Schuld auf einen Anderen schob, der ihn dazu angestiftet habe." , Auf einen Anderen? Etwa auf mich?" Ja, auf Sie, Herr'v. Hoßfeld!" Eine besondere Art von Dankbarseit, das muß ich sagen. Aber ich schwöre Ihnen, theuerste Georgia" Schwören Sie mir nichts. Sie sehen ja, daß ich Ihnen gar keinen Vorwurf mache . und keine . Vertheidigung verlange. Aber ich hatte Ihnen versprochen, ausführlich zu sein, und ich mußte es Ihnen sagen, damit Sie das Weitere verstehen. Graf Meinbürg also wies mein Verlangen zurück, und bot mir statt dessen eine Summe

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Geldes als Abfindung oder als Prett für mein Stillschweigen an." Das ließ sich voraussehen. Und d: es, wie ich zu seiner Ehre annehmen will, wenigstens eine hinlänglich groß? Summe war " Wir sind nicht dazu gekommen uns übe? ihre Höhe zu verständigen, Herr v. Hoßfeld! Die Antwort, die er vor mir erhielt, machte allen weiteren Ver handlangen ein Ende." 'Sie waren doch nicht etwa thöricht genug" Georgia griff nach einem der Kelchgläschen und deutete mit einladender Geste auf das andere. Lassen Sie uns anstoßen, mein Herr, wie es ja in Deutschland Sitte ist, wenn man miteinander trinkt.- Auf unsere gemeinsamen Erinnerungen an Quincy und Denver!" (Schluß folgt.) Zerstreut. KÄÄ. Jfsrl ... Mein Adel ist uralt. Meine Ahnen haben sich schon an den Kreuzzügen betheiligt!" So, so! Mit wieviel Prozent? UnterModernen. f:&'W j-?. i fEfV ft-ii- 1 VI- -i Du, wie heißt denn Dein Bräukigam?" Edgar!" Edgar? Edgar Werner?" Ja, kennst Du ihn denn?" Ach, mit dem war ich ja schon einmal in Nizza fast. ein Iah? verheirathet!" Das ist ja reizend: komm', wir wollen ihn doch gleich aufsuchen; der wird sich aber freuen!" Ländliche Sparsamkeit. Städter: Aber. Herr Wirth, Sie müssen doch Ihre Fenster 'mal reinigen lassen! Man kann ja gar nicht Zn's Freie sehen!" Landwirth: Nee, die machen mer nich reene. sonst müssen mer ja doch. Vorhänge hab'n wegen der Sonne!" Imme Geschäftsmann. . . .So und nun bitte ich: recht freundlich!" Wie haißt recht freundlich!? .. Wollen. Se , mer machen, 'n kleinen Nachlaß bei de' Bildcher?"

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Washington Ctc 51 No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 53 West und South 54 West und McCarty 56 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Ray 53 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u MorviS 59 Madison Lo.u Tunlop 61 No2HakeLeiterhauS Eouty nahe Delaware 62 Penn. Merrill 63 Telaware u. McEarttz 4 Saft und McTart? 65 New Jersey .Merrill 67 Lirg. Av. u Bradsha S Last und Prospekt 6S Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus ir Ave. nhe Huron 72 East und Georgia 73 Cedar und Ein 74 Tavidson u Georgia 75 English Av. u Pine 76 Shelby und BateS 75 No. S Spritzenhaus Prospect nahe Shelby 79 Fletcher Av. u Shelby kl Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York u.Tvidsor 85 Taubstummen Anstalt 86 Ver. Staaten Arsenal L7 Oncntal und Wash. 89 Frauen-Reformat. 91 No. 13 CpntzmhauZ Marhland nahe Mer. 92 Meridian u. Srgia. 93 Meridian und Couth 94 Pennsylv u. Louisiana 95 Virginia Ave u. Alab. 06 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 55 Capital Ave und Ohis 123 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 DandeS und 15. 127 Brookfide und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Telaware und 19. 121 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und . 134 College Ave und 20. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 133 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 FandeS und 1?. 142 Highland Ave und 10. 143 Tccumseh und 10. 145 New Jcrsey .ind 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 22. 15. LEu. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Are und lo. 156 Stoughto Newma 157 AtlaS und Pile. ' 15 Bloyd und Pswpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood i2 Arden und kq,ot 162 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 Ct. Clair u. Keystone 167 Arsenal Av und 23. ita Bellefontaine und 23. 169 Park Ave und 10. 212 CapitTl Ave nd 17. 213 Pennal, u. Michiga, 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pcnnsvll'ania und 22. ' 217 Meridian nd 16. 218 Capital Ave und 26. 219 Broadway und 10. 231 Jllino' und McLean 254 No. l Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 JllinoiS und 32. 226 Annctta und 30. 237 No. S. Cpri?enhlut Udell und Naer 23S Udell Ladder WoriS 239 Jiabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u St. Cla'tt 243 Eldrioge und 23. 312 West uud Oslnut 212 West und 12. 314 Howard und 16. 215 Torbct und Pacs 216 Capital Ave und 10, 817 Northwestern Av u 1 218 Gent und 18. 219 Canal und 10. 2, Cerealine WerkS 224 Bermcnt und Lynn 225 DitmarckuGrantvie 226 No. 29 Spritzenhaus Hauzhville. 227 Michigan u. HolmeS, 223 Michigan u. Concrrd 241 West und McJntyre 412 Missouri u. Marylani. 413 Missouri und Ohio 415 Capital Aveu Scorgia 416 Msioun u Kintucky A 417 Senate Ave . Waso. 421 P und E Nunt'uS W. Washington. 423 Jrren-Hcspital. 424 Miley Ave u.JDuO 425 Wash. und Harri 426 No. 18 Spritzenhaus 3. Washington 427 Oliver und Birch 423 Oliver und iOsgcod 429 Nordyke und Dor! 431 Hadley Av u. Morril 4Z2 River Ave u. MsrriZ VA River Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 R A 426 Harding und Olive, 437 No. 19 Spritzenh Morris und Harding, 433 Howard mZOMek 439 C tmkyardS 451 Reisn und Miller 452 Howard und Lee 453 MorriS und pl 456 Lambert und Bekamt 457 Nordtzk Löt u. Ver o WorkS 612 West ud Ray 513 Kentucky Ave u. Merrik t14 Meridian und MorrU 516 JllinoiS nd LansaS 17 Morris und Dskota bis MorriS und Church 519 Capital A. u McCarty 521 Meridian und Palmer 522 Pine und Lord 524 Madison Ave u Lincoln 26 Meridian und Belt RZt 627 CarloS und Ray 628 Meridian und Arizona 629 Meridian u. Raymond 621 Meridian u. McCarty 622 No. 17 Spritzenhaus Morri nahe West 6'il McKemanund Dough. 613 East u. Lincoln Ln 614 East und Brecher 615 Wright und EanderS 17 McCarty und Beaty 13 New Jersey B Ave 7lt Cpruce und Prospect 713 English Are. u. Launk 714 State Ave u. 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