Indiana Tribüne, Volume 26, Number 96, Indianapolis, Marion County, 12 December 1902 — Page 7

Jndiana Tribune, 12. Dezember 1902

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s O i 1 ! o ;$ o S ;o 8 o Itömait van Reinlzold rhttamt. g0SoSoSoSoSoooSog.o-o4-os5 tz (Fortsktzung.) Aber er schlug die Augen nicht nieder, sondern schüttelte wie in stummer Antwort aus die stumme Frage den tfcpf. Renate verstand ihn, aber sie glaubte ihm nicht. Die Geberde unverhohlener Verachtung bewies es, mit der sie sich von ihm abwandte, um in den dunklen Hintergrund der Vorhalle zurückzutreten. Sie hegte in der That nicht den geringsten Zweifel, daß Hilgert der Mörder des Grafen sei. Die sonderbaren Aeußerungen des Forstgehilfen bei ihrer gestrigen letzten Unterredung hatten ihr ja zu ihrem Schrecken einen tiefen Einblick in das Seelenleben dieses seltsamen, verschlossenen Menschen gestattet und hatten sie mit Bestürzung erkennen lassen, ein wie leidenschaftlicher Haß gegen Meinburg ihn erfüllte. Wie wenig es auch seine Absicht geWesen sein mochte, ihr mit der Warnung vor den vermeintlichen NachstelJungen desGrafen zugleich seine eigene unsinnige und hoffnungslose Liebe zu verrathen, s;ine Selbstbeherrschung und Verstellungskunst hatten doch nicht hingereicht, ihr das Geheimniß dieser Leidenschaft zu verbergen. Und nun quälte sie unablässig der furchtbare Gedanke, daß ihre Pcrson den Anlaß gegeben hatte zu der verbrecherischen That ienes Unseligen, daß auch auf sie ein Theil der Verantwortung falle für Randolf Meinburgs tragisches Geschick. Was sie für den Grafen empfunden hatte, war viel eher Furcht und Abneigung als Interesse gewesen. Und obwohl sie sich deshalb beinahe schlecht vorkam, hatte sie. doch selbst beim Anblick des Todten wohl Grauen und Entsetzen, doch nichts von schmerzlicher Trauer gefühlt. Wenn der ForstgeHilfe sich freimüthig zu seiner schweren Schuld bekannt hätte, so würde sie ihm vielleicht ihr Mitleid in höherem Maße zugewendet haben, als dem Manne, der ein Opfer seiner wahnwitzigen Eifersucht geworden war. Aber daß er versuchen wollte, sich seiner Bestrafung zu entziehen, machte Hilgert in ihren Au gen zum gemeinen Verbrecher, der nicht Theilnahme, sondern einzig Verachtung verdiente. Und es war ihr, als müsse sie denen, die nach einer Spur des unbekannten Mörders suchten, laut zurufen: Greift ihn! Da ist er, den Ihr zu finden begehrt!" Sie wollte in ihr Zimmer zurückkehren, und sie hatte den Fuß schon auf die unterste Treppenstufe gesetzt, als sie von einer loohlbekannten Stimme, deren Klang sie erschrocken zusammenfahren ließ, halblaut ihren Namen hörte. Ihre erste Regung war, mit beflügelten Schritten zu entfliehen, aber sie sah zugleich ein, daß es dazu bereits zu spät .war, denn in der nachsten Seiende schon stand Alvörden an ihrer Seite. Verzeihen Sie die Belästigung. Fräulein Meinardus," sagte Alvörden im Tone tiefen Ernstes. Aber ich hörte, daß Sie mit Ihrem Herrn Großvater noch heute die Insel verlassen wollen. Und da' ich den alten Herrn nicht wohl um diese frühe Stunde mit meinem Besuche behelligen kann, möchte ich Sie bitten. Ueberbringerin meines Abschiedsgrußes zu sein." Ohne ihn anzusehen, neigte 'sie zustimmend den Hops. Ich werde es ausrichten. Herr Forstmeister! Aber ich glaube nicht, daß wir schon heute reisen!" Es war durchaus nichts Ermuthigendes im Klang ihrer Erwiderung gewesen, und doch schien er freudiq überrascht. Sie haben Ihre Absicht geändert und Sie bleiben vielleicht nock für längere Zeit?" Das wird von meinem Großvater cbbängen und möglicher Weise auch von anderen Umständen, die seine und meine Anwesenheit nothwendig machen könnten. Wir werden jedenfalls nicht fortgehen, ehe der Mörder des Grafen Meinburg entdeckt ist." Sie wußte eigentlich selbst nicht, wie sie dazu gekommen war. diese letzte Erklärung abzugeben, die nicht das Resultat irgend welcher Ueberlegung, sondern lediglich eine Eingebung des Augenblicks gewesen war. Und sie bereute das schnelle Wort bereits, als sie gewahrte, einen wie überraschenden Eindruck es auf Alvörden hcrvorgebracht hatte. Versieh: ich Sie recht, Fräulein Meinardus? Ist es die Untersuchung, die Ihr Verbleiben nothwendig macht? Ja, glauben Sie denn, etwas zur Aufklärung des abscheulichen Verbrechens beitragen zu können? Haben Sie vielleicht gar einen bestimmten Verdacht?" Schneller, als sie es vorausgesehen hatte, sah sich Nenate in Folge ihrer eigenen unbedachten Aeußerung vor die folgenschwere Entscheidung gestellt, ob sie im Interesse der Wahrheit zur AnHagerm des Forstgehilfen werden solle. Und wahrscheinlich würde ihr (öerechtigkeitsgefühl über jede Rücksicht und jedes Bedenken gesiegt haben, wenn es ein Anderer als Alvörden gewesen wäre, der die bedeutsame Frage an sie gerichtet. Gerate ibm aber konnte sie nicht

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lagen, was sie wußte und was ne vermuthete. Denn ihre Wahrheitsliebe würde sie dann auch unweigerlich gezwungen haben, ihm auf seine weiteren Fragen .Rede zu stehen und ihn über die Beweggründe aufzuklären, die nach ihrer Ueberzeuguna den Forftaehilfen zu seiner That getrieben. Dazu- ader wäre sie ihm gegenüber selbst um den Preis ihres Lebens nimmermehr im Stande gewesen. Schon die Erinnerung an das, was sie mit Meinburg gesprochen, ließ ihr den Gedanken an eine Preisgabe jener Begegnungen und Unterredungen wie etwas Unmögliches erscheinen. Unter diesem Eindruck, ohne zu erwägen, eine wie verhängnißvolle Tragwette ihre Aeußerungen möglicher Weise haben konnten, sagte sie: Nein, ich muß mich ungeschickt ausgedrückt haben, wenn Sie es so verstehen konnten. Ich weiß nichts, und ich habe keinen Verdacht." Schon die eigenthümliche Hast und Unsicherheit, mit der si: diese Worte gesprochen, mußten in Alvörden einen Zweifel an ihrer Aufrichtigkeit wecken. Und der rasche Wechsel der Farbe auf ihren Wangen, wie das stürmische Athmen ihrer Vrust konnten diesen Verdacht nur bestärken. Abcr er hatte ja kein Recht, Erklärungen von ihr zu verlangen, die sie ihm nicht aus freien Stücken gab. Und nach jenem Vorfall in seiner Wohnung hätte es ihm schlecht genug angestanden, wenn er etwa versucht hätte. an ihr freundschaftliches Vertrauen zu appelliren. Darum begnügte er sich ohne jede weitere Bemerkung mit ihrer Antwort, die äußerlich an Klarheit und Bestimmtheit ja auch nichts zu wünschen übrig ließ. Ich werde unter diesen Umständen also doch vielleicht noch Gelegenheit finden, dem Herrn Professor persönlich Lebewohl zu sagen. Und ich hoffe, mich alsdann davon zu überzeugen, daß die Aufregung über den traurigen Vorfall seiner Gesundheit nickts geschadet." Seine letzten Worte waren nur noch wie aus weiter Ferne an Renatens Ohr geschlagen, denn es war mit einem Mal ein Brausen und Rauschen um sie her wie von hundert mächtigen Wasserfällen, und sie wußte sich später nicht zu erinnern, wie sie die Treppe hinauf und in ihr Zimmer gekommen war. Als sie nach geraumer Zeit auf ihrem Bette auö einer Ohnmacht oder aus ohnmachiähnlichem Schlummer erwachte, erinnerte sie sich überhaupt nur an das ein?, daß sie sich durch ihre verhängnißvolle Lüge nunmehr für alle Zukunft zu sträflichem Schweigen verurtheilt habe, und daß sie bis an das Ende ihres Lebens nicht mehr auf'hören dürfe, sich als Mitschuldige eines gemeinen Meuchelmörders zu verachten. 16. Kapitel. Noch im Lause des Vormittags war die Gerichtskommission aus der Kreisstadt eingetroffen, und damit hatte die eigentliche Untersuchung ihren Anfang genommen. Wie es der sensationellen Bedeutung des Falles entsprach, wurde sogleich ein überaus umfangreicher Apparat in Bewegung gesetzt, und neben dem StaatSanwalt und dem Untersuchungsrichter waren auch einige höhere Polizeibeamte erschienen, um jene richterlichen Personen bei den überaus wichtigen ersten Recherchen in umfassendster Weise zu unterstützen. In einem vom Fürsten zur Vcrsügung gestellten Raume des Schloss?s fanden in ununterbrochener Folge die Vernehmungen aller jener Personen statt, von denen man irgend welche zur Aufklärung des Verbrechens geeignete Angaben erwarten konnte, während die Polizeibcamten draußen ihre Nachfcrfchungm anstellten. Aber bis in den späten Nachmittag hinein hatte sich noch keine Spur gefunden, deren Verfolgung Aussicht auf eine Entdeckung des Mörders geboten hätte. Besonders eingehend war natürlich das Verhör der beiden . Männer gewcsen, die den erschossenen Grafen im Walde gefunden hatten. Klar und bestimmt machte der Ristower Förster seine Angaben; er berichtete über die beiden Schüsse, die seine Aufmerksamkeit erregt hatten, über sein Zusammentreffen mit dem Forstgehilfen Hilgert und über die Umstände, unter denen sie dann die Leiche Meinburgs entdeckt. Er erklärte, daß einer der beiden Schüsse von seinem Untergebenen abgefeuert worden sei und dem gefangenen Seeadler gegolten habe, den man in der That todt in seinem Gehege gefunden. Ter zweite aber müsse dann eben der Todesschuß für den unglücklichen Grafen gewesen sein. Die Frage, ob er irgend welchen Verdacht gegen eine bestimmte Personlichkeit äußern könne, mußte der Förster verneinen. Wohl stand dieser ooer mx Jnjelvewoyner rn vem Gerüche, gelegentlich ein w?nig zu wildern. aber unter diesen zweifelhaften Persönlichkeiten war keine, der man ohne Weiteres eine so furchtbare That liätte zutrauen können um so weniger, als der Mörder des Grafen sich allem Anschein nach keineswegs im Zustand der Nothwehr oder der Vertheidigung befunden, sondern aus dem Hinterhalt auf sein ahnungsloses Opser gefeuert hatte. Genau in demselben Sinne äußerte sich auf die an ihn gerichtete Frage auch der Forstgehilfe Hilgert. Ja, er ging sogar noch einen Schritt weiter, indem er mit großer Bestimmtheit erklärte, nach seiner Ueberzeugung sei der Graf überbaupt nicht von einemWilderer

oder jonit einem Emyeimisazen ermordet worden.. Irgend welche besonderen Gründe für diese seine Ueberzeugung' vermochte er dann allerdings nicht anzuführen. Auf die Frage, we.shalb er den Seeadler abgeschossen, hatte er dieselbe Erklärung, die er schon gestern seinem Vorgesetzten abg:geben, und man hielt diesen Umstand nicht für wichtig genug, um ihn zum Anlaß für weitere Erörterungen und Untersuchungen zu machen. Irgend ein Verdacht gegen den Forstgehilfcn laa ia niÄt vor und sein etwas sondcrbarcs, scheues und unsicheres Benehmen während des Verhörs schien durch die Befangenheit, die den einfachen Mann im Verkehr mit dem Gericht so leicht befällt, hinlänglich erklärt. Selbstverständlich beschränkte man sich nicht darauf, der Vermuthung nachzugehen, die einen gewöhnlichen Wilddieb aus den Kreisen der einheimischen Bevölkerung für den Urheber des Verbrechens hielt, sondern man faßte auch die verschiedenartigsten anderen Möglichkeiten in's Auge. Graf Meinburgkonnte einem Racheakt zum Opfer gefallen sein, oder irgend ein wcgclagernder Strolch konnte ihn aus dem Hinterhalt niedergeschossen haben, um dann den Todten zu berauben. Für die erstere Annahme aber bot sich vorläufig nicht der geringste greifbare Anhalt, und gegen die letztere sprach der Umstand, daß man sowohl Börse und Brieftasche, die eine sehr große Geldsumme enthielt, wie die kostbare Uhr und die werthvollen Ringe bei der Leiche gefunden hatte. Keiner von denen, die während seines hiesigen Aufenthaltes mit dem Grafen in Berührung gekommen waren, hatte irgend eine Wahrnehmung gemacht, auf Grund deren sich ein Verdacht gegen eine Person aus seiner Umgebung hätte konstruiren lassen. Und so war es vollkommen begreiflich, daß man trotz der von Hilgert geäußerten Zweifel und trotz der vorläufigen Ergebnißlosigkeit aller Nachforschungen an der zuerst aufgetauchten Vermuthung als an derjenigen festhielt, für welche bei Weitem die meisten Wahrscheinlichkeitsgründe sprachen. Noch am Abend traf die Gräfin Meinburg auf Schloß Girnitz wieder ein. Der lange schwarze Witwenschleier, der ihre Gestalt umhüllte, verbarg auch ihr Gesicht so vollständig, daß die Personen, die sie bei ihrer Ankunft gesehen hatten,, nichts anderes berichten konnten, als daß ihre Haltung die einer vom Schmerz völlig gebrochenen Frau und ihre Stimme ein beinahe tonloses Flüstern gewesen sei. Sie hatte eine lange Unterredung mit dem Fürsten, und dann eine weitere mit dem Untersuchungsrichter, der sich ihr trotz seiner Erschöpfung nach den Anstrengungen des Tages sofort zur Verfügung gestellt hatte. Tie zehnte Stunde war bereits vorüber, als der Beamte das Gemach der bedauernswerthen Wittwe verließ, um in das improvisirte Amtszimmer zurückzukehren, wo der Protokollführer und ein höherer Polizeibeamter ihn erwartetcn. Es gab eine kurze Konferenz; dann entfernte sich der Kriminalinspektor, um die abseits vom Schlosse gelegene Wohnung des Forstmeisters aufzusuchen. Er ließ sich durch den Burschen melden und wurde sofort angenommen. Alvörden, der schreibend am Tisch gesessen hatte, stand auf und ging dem späten Besucher um einige Schritte entgegen. Bringen Sie mir eine Neuigkeit, Herr Inspektor? Hat sich endlich eine Fährte gefunden?" Der Beamte sah ihm fest in's Gesicht. Er fand, daß der Forstmeister sehr müde und angegriffen aussah; aber er konnte nichts von dem Ausdruck einer ungewöhnlichen Aufregung und Spannung in seinen Zügen entdecken. Vielleicht!" erwiderte er mit gemcssener Höflichkeit. Doch bin ich leider nicht in der Lage, Ihnen nähere Mittheilungen zu machen." Darf ich fragen, womit ich Ihnen zu Diensten sein kann?" ..Ich komme im Auftrage des Untersuchungsrichters. Er hat den dringenden Wunsch, Sie zu sprechen." Noch an diesem Abend?" Gleich jetzt, wenn ich bitten darf. Es handelt sich um Auskünfte von großer Wichtigkeit." Ich bin selbstverständlich zu Ihrer Verfügung. Wenn es Ihnen genehm ist, gehen wir zusammen." Ich bitte darum." Die eigenthümliche Zurückhaltung im Benehmen des Mannes, der ihn bei ihrer ersten Begegnung mit ausgesucht ter Liebenswürdigkeit behandelt hatte, fiel Alvörden wohl auf; doch er legte ihr keine besondere Bedeutung bei. Und er hielt es auch nicht für nöthig, während des kurzen Weges, den sie zurücklegicn. ne wettere Frage an seinen Begleiter zu richten. Erwartungsvoll überschritt er die Schwelle des Verhörszimmers, wo der Untersuchungsrichter und der Referendar. der die Funktionen eines Protokollführers versah, seiner harrten. Höflich, doch auch hier mit einer gewissen amtlichen Kälte, wurde sein Gruß erwidert, und der Richter lud ihn durch eine Handbcwegung zum Niedersitzen ein. Ich habe Sie 'bitten lassen, Herr Forstmeister,- weil ich noch einige nachträgliche Fragen an Sie zu stellen habe. Ich darf wohl erwarten, daß Sie dieselben ohne Rückhalt und der Wahrheit gemäß beantworten werden, auch wennich gezwungen bin, PrivatVerhältnisse au berühren, deren Er

örterung Ihnen vielleicht nicht angenehm ist." Alvördens erstaunte Miene bewies zur Genüge, wie überraschend und zugleich verletzend diese Einleitung auf ihn wirkte. Jede Antwort, die zu geben ich überhaupt in der Lage bin. wird selbstverständlich der Wahrheit entsprechen," sagte er kurz. Als ich Sie heute Mittag ersuchte, mir alles mitzutheilen, was nach Ihrer Ansicht für die schwebende Untersuchung von Belang sein könnte, thaten Sie der persönlichen Beziehungen, die zwischen Ihnen und dem Grafen Meinbürg bestanden hatten, keine Erwähnung. Hatten Sie eine besondere Veranlassung, sie zu verschweigen?" Allerdings. Und ich halte mich für unbedingt berechtigt, auch jetzt jede Auskunft darüber zu verweigern, da sie mit dem Verbrechen, dem Graf Meinbürg zum Opfer gefallen ist, jedenfalls nicht das Mindeste zu schaffen haben." Das zu beurtheilen, Herr Forstmcister, werden Sie den Untersuchungsbehörden überlassen müssen. Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß das Gesetz Ihnen nur in einem einzigen Fall gestattet, Ihr Zeugniß zu verweigern, in dem Falle nämlich, daß Sie durch die Abgabe desselben sich selbst einer strafbaren Handlung bezichtigen würden. Und ich nehme an, daß es nicht diese Bestimmung ist, auf welche ?ie sich berufen wollen." Nein! Wenn es Ihnen dielleicht nur darauf ankommt, von mir bestätigt zu hören, daß meine persönlichen BeZiehungen Zu dem Grafen Meinburg nicht von freundschaftlicher Art waren, so gebe ich das ohne Weiteres zu." Das heißt: es bestand eine alte und tief eingewurzelte Feindschaft zwischen Ihnen?" Nicht auf meiner Seite. Denn die Persönlichkeit des Grafen hatte längst aufgehört, irgend welches Interesse für mich zu haben. Aber ich hQlte es allerdings für möglich, daß er in Bezug auf mich ein Gefühl tief eingewurzelten Hasses hegte." Natürlich waren Sie auch über die Ursachen dieses Hasses nicht im Ungewissen. Wollen Sie mir dieselben mittheilen?" Nein." Und weshalb nicht?" Weil ich dabei Dinge berühren müßte, die nicht nur den Ermordeten und mich, sondern auch dritte Personen angehen." Sie werden selbst einsehen, Herr Forstmeister, daß ich mich mit einer solchen Erklärung unmöglich zufrieden geben kann. Wenn es sich um die Aufklärung eines schweren Verbrechens handelt, darf von einer Beobachtung derartiger Rücksichten nicht mehr die Rede sein. Ich frage Sie nicht aus persönlicher Neugier, sondern im Namen der Justiz, als deren Beamter ich hier vor Ihnen sitze. Und ich muß Sie in Ihrem eigenen Interesse dringend ersuchen, dessen eingedenk zu bleiben." : In meinem eigenen Interesse? Was soll das heißen?" Es soll heißen, daß vielleicht Niemand angelegentlicher wünschen sollte, als Sie selbst, volle Aufklärung über die hier in Betracht kommenden VerHältnisse zu geben." Etwas wie ein Lächeln zuckte um Alvördens Lippen. Verzeihen Sie, Herr Untersuchungsrichter aber wenn es nicht geradezu unsinnig wäre, Ihren Worten solche Deutung zu geben, könnte ich nach dieser feierlichen Aufforderung fast versucht sein, zu glauben, daß man keinen Anderen als mich für den Mörder des Grafen Meinburg hält." Es ist nicht meines Amtes, mich in derartige Erörterungen einzulassen. Noch einmal frage ich Sie also kurz und klar: Wollen Sie mir über die Gründe Ihrer Feindschaft Auskunft geben oder wollen Sie es nicht?" Ich kann nur wiederholen, daß ich sie verweigere." Nun wohl, Herr v. Alvörden. so will ich sie Ihnen nennen. Sie haßten den Grafen Meinburg seit der Zeit, wo er Ihnen als ein vom Glück begünstigter Nebenbuhler in den Weg getreten war. Geben Sie das zu?" Nicht ganz. Es mag sein, daß ich den Grafen damals haßte. Aber ich hatte mich 'längst gewöhnt, jene um Jahre zurückliegenden Vorgänge mit wesentlich kühleren Empfindungen zu betrachten. Sie. waren für mich im eigentlichen Sinne des Wortes todt und begraben." Wenn es sich so verhielt, wie wol,len Sie dann erklären, was während der letzten Tage zwischen Ihnen und dem Grafen geschah?" Die Frage war in 'sehr eindringlichem Tone gestellt, und Alvörden konnte seine Betroffenheit nicht ganz verbergen. Aber er hatte doch sehr qntu ieme Nuye uno lcyeryett zurückgewonnen. Ich muß, wie gesagt, in dieser Hinsicht auf jeden Versuch einer Erklärung verzichten es sei denn, daß mir ihre Nothwendigkeit für die Aufklärung des hier verübten Verbrechens nachgewiesen würde." Vielleicht werden Sie selbst diese Nothwendigkeit sehr bald einsehen. Lassen Sie uns denn zuvor einiges Thatsächliche feststellen. Sie befanden sich zu der Zeit der That im Ristower Forstrevier?" Alvörden hegte langst nicht mehr den geringsten Zweifel über den Zweck und die Bedeutung des sonderbaren Verhörs. Aber das Unerwartete und Ungeheuerliche des Verdachtes, den er da urplötzlich wie eine furchtbare Wetterwölke über sich Heraufziehen sahbrachte

Der Grippe specifisches Seilnlittcl.

Dle Grippe tritt wieder epidemisch auf. Alle Verzte wissen, daß sich dieselbe in Folge oon Er kältungen entwickelt. Sie greift stet die schwa, hen Punkte de menschlichen Zpfitm an, darin iegl eben das gefährliche dieser Krankheit. Ay.AugusbUn!g Zmburger Brustthee

ft mit solch grsgem ffrfolg gegen Hefe schmerihafte Leiden angewandt worden, daß viele Aer,te dessen Werth schäsen und denselben häung ver schreiben. 0?r wärmt fca Blut, beruhigt tie Wert tu, linder den Ske,, stärkt dat ganze System und beseitigt dadurch die Krankheit. kkotl,! Skur !n Orkginal'Packeten verkauft, und der echte ha die Unterschrift von Dr. August König auf jedem Umschlage. Er lrd nlcmal los verkaust.

ihn nicht um lerne Janung. &i iwu sich von allem Anbeginn vollständig darüber klar, daß hier mit flainmender Entrüstung und mit leidenschaftlichen Protesten nichts gewonnen sein würde, sondern daß es vielmehr galt, der Gefahr fest und ruhig in's Auge zu sehen. Ja erwiderte er ohne alles Zogern. Ich empfing die Nachricht vcn der Auffindung des Todten während meines Verweilens im Ristower Jagdrevier." Zu welchem Zweck hatten Si: sich noch in so vorgerückter Stunde dorthin begeben?" Um dem Ristower Förster persönlich einige Instruktionen für die bevorstehenden großen Jagden zu ertheilen." War Ihnen bekannt, daß auch Graf Meinburg am Nachmittag nach Ristow hinübergefahren war?" Ich erfuhr es von meinem Kutscher, als ich den Wagen bestieg." Vorher hatten Sie es nicht gewukt?" (Fortsetzung folgt.) JJUrbam iu iu,; Hospi tau i n. Die Krankenwärter der ruffischen Hospitäler sind ein ganz becnöerer ypus, meist Mcnjche.i. die zu ihrem sch.veren Beruf irecer Lust noch 'eduid haben, sondern ihn lediglich als Broterwerb ausüben. Äiele von ihnen betrachten die Krankenpflege als Ueborgangsstadium zu enras Eintraglicherem und lassen ihren Unmulh darüber, daß es ihnen noch immer nicht gelungen ist, das Gewünschte zu sinden, an ben unglücklichen Kranken aus. Besonders berüchtigt sind die ruffischen Irrenanstalten. Nicht genug, da dort fast die doppelte Anzahl von Kranlen unergebracht wird, die der Jiaum fassen kann, auch rohestc Behandlung ist hier sprichwörtlich gcioordrn. Ecbrochene Rippen oder cingeorückie Brustkastcn sind bei der Schau von Leichen schon zu wiederholten Malen constatirt worden. Aus Mangel an Raum campiren viele Kranken in Corridoren oder auf den Treppen, die Zimmer gleichen einem großen Heerlager. Aus den anderen Krankenhäusern' dringen ebenfalls haarsträubende Geschichten in das Publikum. In Petersburg erisiirt ein Hospital für alte, schwache Frauen. Die jungen Wärterinnen haben oft ihre Lust daran, die unglüälichen Geschöpfe, die durch Aller und Leiden verbittert sind, noch mehr zu quälen. Ein besonderes ?trafverfahim besieht darin, daß die alten Frauen. falls sie, unfolgsam sind, durch übermäßig heiße oder unerträglich kaltcBäder botmäßig gemacht werden. Die kalten Bäder sind die gefürchteisten. Ganz herzbrechend bitten die urlnen Alten, sie doch damit nicht zu peinigen. vergebens. Die Erccution wird unbarmherzig durchgeführt. Sobald die Obrigkeit von jenem Strafverfahren Kenntniß erhält, tritt sie demselben streng entgegen, meist aber verläuft alles'spurlos. Wäre nicht neulich eine arme ' alte Frau aus einer heißen" Wanne fast gekocht herausgezogen, 'sc hätte man von der barbarischen BeHandlung in jenem Hospitale auch bis heute nichts erfahren. Ein graucnhafter Vorgana anderer Art ereignete sich ferner in einem anderen der ersten Petersburger .Hospitäler. DicLciche eines Zungen Mädchens wurde in die Kapelle der Anstalt geschafft, um später beerdigt ?n werden. Als eine Dame, d'ie der Verstorbenen nab- gestanden batte, sich am Tage der Veisenung einfand, bemerkte sie, daß die Leiche von Ratten ang-freffen worden war. Die Kunde von dieser Entdeckung rief allgemeine Erregung in Petersburg her vor; die Verwaltung des Krankcnhauses sah sich aenöthiat. die Richtigkeit dieses fast unalaublich erscheinenden Vorfalls zu bestätigen. Das russische Reich umfaßt 65 von einander unabhängige Rasscngruppen. Selbst unter Ausschlug Sibiriens und Centralasiens gibt es in Rußland, allein in Europa und Kaukasien, 46 verschiedene Völkerschaften. Zarrer Prnlt. Hausfrau (in der Küche): Ja, was ist denn das für ein Lärm über uns?" K ö ch i n : Run, meine Kollegin von Jeheimraths oben darf ihren Schatz mit in die Küche nehmen, und da läßt sie ihn immer, so lange er da ist, Parademarsch machen, damit ick mir ärjern soll. Madame."

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Washington St? 61 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Illinois u Lomsiana 63 Es 51 und South 64 West und McCarty es Eenste Ave. u Henry 67 Wcridian und Rcv bs No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.vMor-.-iZ 6 Madison Äv.u Tunlop 1 No 2 Haken LeiterhauS South nahe Telaware 2 Penn, u Merrill K3 Telaware u. McCsrttz 4 Saft und McEsrty 65 New Jersey u. Merrill 7 Lirg. Av. u Lradshc SS Säst und Prospekt es SieEing und High 71 Ng. 11 Spritzenhaus Dir Ave. nahe Huroa 72 East und Georgia 73 Cedar und Cfo, 74 Davidson u Georgia 75 Enziish Av.u Pine 7 Shelöy und Bäte 75 No. 3 Spritzenhaus ProspcctnaheChelby li ?letcher Av. u Cbelby 81 Market u. New Jersey 62 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 Nciv Fork u.Tavidsok 65 Taubstummen Anstalt 86 53 er. Staaten Arsenal 67 Oricntal und Wash. bö Frauen-Neformat. Sl No. 13 Spritzenhau? Marhland nahe Äer. 92 Meridian u. Scrgia. 92 Mcridian und South 4 Pennshlv u. Louisiana SS Birini, SIse u. Sllab. 96 Hauptquartier. 87 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis :23 Ns. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 JandeS und 15. 127 Brooksid und Jupiter 12S Central Ave und 17. 12g Telaware und 19. 131 Alabama und 11. 1Z2 Bcllesontaine und U. 134 College Ave und 2S. 135 Telaware und 13. 156 Alabama und Notth 137 Newmann und 19. 13S College Ave und 14. 139 Corneil Ave und 15. Hl DandeS und 10. 142 High land Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord Und 17. 147 No. CxritzenhauZ Hiltfide Ave und 16. 143 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 22. IZZ LEu. WBahnu.22. 154 Ramsi-y Ave und 10. 156 Stoughton u Newman 117 AtlaZ und Pike. 158 Blovd und Pawvaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brizhtwood 12 Arden und Depot 1G3 Brightwood und 25. 164 Slural und Blovd 165 Ct. Clair u. cystone 107 Arsenal Ave und L3. 163 Bellcfontaine und 28. 169 Park Ave und 10. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u.Michig 214 JllinotS und 2. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvcnia und 22, 217 Meridian und 16. 21 Capital Ave und 26. 219 Vroadway und 10. 31 Jllino und VicL,a 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 JllinoiS und 33. 233 Annetta und 30. 37 No. 9. Cprisenhrul Udell und Rcu,ex 233 Beeil Ladder Wer! 239 Iiabkl und 7. 241 Meridian und 24. 542 Illinois u Et. CLrr 243 Eldridge und 23. 312 West uud Wainut Z12 West und 12. 314 Howard und 16. 515 Torbct und Pacu 316 Capital Ave und 10. 517 Northwestern Ave ul 513 Gent und 13. 51 Cana! und 10. 52 Cerealine WorkS 524 Vermont und trnt , 325 Bismarck u Grandvic 52 No. 2S C?:Zenha:'.S Hangbvllle. 527 Vichizan u. HelmeZ. 823 Michigan u. Concrrd S41 West und McJntvre 412 Missouri u. Marylanl 413 Missouri und Ci?ia 415 Capital Aveu Eeorriia 416 Miss?url U KentuSz A' 417 Senat? Ave tt. Was, 421 P und E Nltnt'., W. 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Erste I Schlag, pocit Alarm, Aweiten Schlage, dritter Alarm, Dritten t Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feu aus und Schlauch ufgeroZt. s Schläge, Wasserdruck ab. 12 Schläge, ll Uhr Mittags. Tie fl bezeichnete Signale werden nur ,om Turiw Wächter angegeben da an den bmeffendea Sks kreuiunge Kine LlarmUsten angebracht sind. .

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