Indiana Tribüne, Volume 26, Number 95, Indianapolis, Marion County, 11 December 1902 — Page 7
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Jndiana Tribune, 11 Dezember 1902
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8 o o o 3 o 8 O o o tf... 0 S 9 e o 8 O S o o. 4 J I Ist gui tiotnatt van Rcinlxold Grtrnann. 8o3oosooooooo$o4a (Fortsetzung.) .Freilich K?ar es das. Aber darum hatten wir Beide uns doch nicht zu kümmern. Ich sage es Ihnen im Voraus. Hilgert. diese Eigenmächtigkeit zoyttt &te Jyren )ient. In joiajen Dingen versteht der Forstmeister keinen Spaß." .Nun, so mag er mich fortjagen. Jedsalls sollte das Thier nicht länger leben." So vernehmlich klang die kaum derhalteue Wuth imKlang seiner (Stimme, daß dem Förster sein Begleiter nachgerade unheirnlich zu werden anfing. .Es ist. wie es scheint, im Kopf nicht xanz richtig mit ihm.-dachte er. Laut aber sagte er in möglichst gelassenem Tone: .Und dabei war Ihnen ein Schuß für das arme Vieh noch nicht einmal genug? Weshalb haben Sie es denn nicht wenigstens bei Tageslicht gethan, wenn Sie den Adler nicht sicher genug auf's Korn nehmen konnten?" Jch habe nur einmal geschossen. Herr Förster und auf kaum fünf Schritte Entfernung. Nach einer halben Minute hat das Thier nicht einmal mehr gezuckt." .Und der zweite Schuß, den ich vorhin gehört habe? Er wäre nicht von 5!bnen abaeaeben worden?" Nein!" .Tas ist sonderbar. Wer kann denn nach Ihrer Meinung der Schütze gewesen sein?" .Ich weiß es nicht. Herr Förster.' Vielleicht ein Wilderer. " .Wenn Sie das vermuthen, weshalb haben Sie sich dann nicht sogleich bemüht, der Sache auf den Grund zu gehen? Sie müssen den Schuß doch ebenfalls gehört haben." .Ja, eö ist mir so. Aber ich habe nicht weiter darauf geachtet." .Wie? Als Forstbeamter bringen Sie es fertig, Ihrem Vorgesetzten eine folckie Antwort zu geben? Hören Sie, Hilgert; sind Sie vielleicht betrunken?" .Ich betrinke mich nie, Herr Förster." .Nun, dann ist er also wirklich verrückt," bestätigte der Andere in der Stille des Herzens seine vorhin aufgestiegene Vermuthung. Und so unauffällig wie möglich blieb er einen Schritt zurück, damit er seinen Untergebenen scharf imAuge behalten konnte. .Welcher Schuß wäre denn nun der Ihrige gewesen?" fragte er. .Der erste oder der zweite?" Die Antwort des vor ihm Gehenden bestand nur in einem undeutlichen Gemurmel. Aber der Förster kam nicht mehr dazu, seine Frage zu wiederholen, denn der Hund, der bis dahin ganz ruhig neben den Beiden hergetrottet war. wurde plötzlich unruhig. Er ließ ein leises Winseln vernehmen und lief mit zu Boden gesenktem Kopfe voraus, wie wenn er auf eine Fährte gesetzt worden wäre. .Was bedeutet denn das?" sagte der Förster. .Vorwärts, Hilgert und halten. Sie die Augen offen! Hier scheint mir irgend was nicht geheuer." Sie hatten in der nächsten Minute die kleine Lichtung erreicht, die auf der ganzen Insel unter dem Namen der .Waldkirche" bekannt war, weil noch von den alten Zeiten her eine kleine Kapelle am Waloesrande stand. Der Hund lief eilig über die kleine Waldblöße und schlug dann mit einem Mal in klagenden Tönen an. Da eben der Mond über den Vaumwipfeln emporgestiegen war, konnte der Förster schon aus einiger Entfernung die Ursache dieses auffälligen Verhaltens erkennen. Er sah einen langgestreckten dunklen Gegenstand am Boden liegen, und er hegte nicht den geringsten Zweifel. daß dieser Gegenstand die regungslose Gestalt eines Menschen sei. Mit einigen raschen Schritten war er zur Stelle und kniete neben dem Körper eines auf dem Gesicht liegenden Mannes. Er rief ihn an und machte einen Versuch, ihn aufzurichten. .Aber der Hingestreckte blieb - unbeweglich, und nicht das leiseste Zucken verrieth, daß Leben in ihm sei. .Kaum eine Minute später flammte zwischen den Fi.igern des Försters ein Streichhölzchen auf, und die kleine Taschenlaterne, die er bei seinen abendlichen Patrouillengängen immer mit sich führte, warf ihren Lichtschein auf das Haupt des Mannes, dem im Niederstürzen'der Hut entfallen war. so daß sich auf den ersten Blick die Ursache seiner Regungslosigkeit offenbarte. Ein kleines schwarzes Loch an der linken Schläfe bezeichnete die Stelle, wo eine Kugel ihm in den ftopf gedrungen war. Das wenige aus der Wunde geflossene Blut klebte als ein schmaler dunkler Streifen auf seinem Gesicht, das die fahle, aschgraue Blässe des Todes angenommen hatte. Behütsam drehte der Förster den Kops des Leblosen ein wenig zur Seite. Und obwohl er ein starknerviger Mann war. der nicht zum ersten Mal in ein Todtenantlitz schaute, überrieselte es ihn doch eiskalt, als er die weitgeöffneten, glasig starren Augen auf sich gerichtet sah. .Barmherziger Gott s ist Graf Meinburg!" kam es in furchtbarster SMJiirauna von seinen Livven. .Ein o
Waldschloß
Schurke von ewem Wilddieb yat ihn erschossen." Darüber, daß längst auch der letzte Hauch des Lebens aus diesem Körper entflohen sei. konnte er sich schon auf Grund der flüchtigen Untersuchung nicht mehr im Ungewissen befinden. Aber der Todte war noch nicht erkaltet. Das Verbrechen mußte also erst vor Kurzem verübt worden sein. Und der Förster hatte ja auch den Knall des Schusses gehört, der den Grafen wahrscheinlich getödtet hatte. .Hilgert! Wo sind Sie denn? Der Mensch wird doch nicht am Ende gar Reißaus genommen haben!" .Hier bin ich, Herr Förster!" klang es zurück. Und aus dem Schatten, der ihn bis dahin ganz verborgen, trat die Gestalt des Foc,"gehilfen in die hellere Lichtung. .Ist er denn wirklich todt?" Sehen Si: selbst her, wenn Sie daran zweifeln! Mit einem solchen Schuß lebt man nicht lange mehr. Ich bin sicher, daß der unglückliche Mann überhaupt kaum etwas von seiner Verwundung empsunden-bat. Haben Sie keine Vermuthung, Hilgert, wer der Mörder sein könnte?" Der orstaebilfe schüttelte mit großer Entschiedenheit den Kopf. .Nein. Aber vielleicht ist er gar nicht ermordet worden, vielleicht hat er sich selbst" .Sind Sie verrückt? Ein so vornehmer Kavalier und ein Mann von sclchem Reichthum! Was sollte ihn dazu getrieben haben? Und glauben Sie, daß er gerade hierher gekommen wäre, wenn er die Absicht gehabt hätte, sich das Leben zu nehmen? Aber wir dürsen uns jetzt nicht weiter aufhalten. Es muß sofort ein Bote nach Eirnitz. der Seiner Durchlaucht die schreckliche Nachricht übermittelt. Die Herren da drüben mögen dann das Weitere veranlassen." .Ich will mich sogleich auf den Weg machen, Herr Förster, wenn Sie es wünschen." .Nein. Ich dachte nicht dabei an Sie. Einer d?r Burschen aus der Försierei kann auf meinem Dienstpferd? hinüberreiten. Öder vielleicht ist es am besten, ich reite selbst. An . die Leiche dürfen wir vorläufig nicht weiter rühren, weil dadurch leicht irgend eine Spur verwischt werden könnte. Es ist selbstverständlich, daß Jemand dableiben muß, um Wache zu halten. Für's Erste können Sie diesen traurigen Dienst übernehmen, Hilgert. Ich lasse Ihnen den Hund da, damit Sie wenigstens eine lebende Kreatur zur Gesellschaft haben. Und für die zweite Hälfte der Nacht kann einer der Burschen Sie ablösen." Der Forstgehilfe erklärte zwar sein EinVerständniß mit dieser Anordnung nicht, aber er erhob auch keinen Widersprach. Als der Förster sich zum Gehen wandte, sah er. daß Hilgert sich auf einen Baumstumpf niedergelassen hatte, das Gewehr zwischen den. Knieen und mit ticfgesenktem Haupt wie ein Schlafcnder. .Es ist nicht mehr ganz richtig mi! ihm." wiederholte der Beamte bei sich selbst. Aber in der- Aufregung, in die seine furchtbare Entdeckung ihn versetzt hatte, konnte das seltsame Benehmen des Forstgehilfen nicht lange seine Gedanken beschäftigen. So schnell seine Füße ihn tragen wollten, eilte er durch den dunklen Forst dem Waldschlosse zu, dessen massige Mauern und dessen dicken runden Thurm er denn auch bald vor sich auftauchen sah. Aber ehe er noch das Haus erreicht hatte, hörte er sich angerufen und wurde einer hohen Männergestalt ansichtig, die er schon an Gang und Haltung sogleich erkannt haben würde. . .Sie sind es, Herr Forstmeister? Ah, das ist guL Ich wußte wahrhaftig kaum, was ich in dieser schrecklichen Situation thun sollte!" .Was ist los?" fragte Alvörden verwundert. .Was hat Sie in eine sc schreckliche Situation versetzt?" .Der Graf der Gast Seine? Durchlaucht, ist heute Abend in meinem Revier von einem Wilderer erschossen worden." . Mit hartem Griff fühlte der Förster seinen Arm gepackt. .Was sagen Sie da? Reden Sie im Fieber? Gras Meinburg erschossen?" Ich fand ihn soeben bei der Kapelle todt und mit einer Schußwunde im Kopf. Ich habe den Hilgert. der mich begleitete, bei der Leiche zurückgelassen und war eben im Begriff, nach Girnitz hinüber zu reiten, um mir von dort weitere Instruktionen zu holen." Alvörden athmete hörbar. Es war. als ob das Entsetzen ihn der Fähigkeit beraubt hätte, zu sprechen, denn erst nach Verlauf von Sekunden sagte er mit gepreßter Stimme: Lassen Si: uns hinein gehen Sie müssen mir alles ausführlich erzählen. Denn ich vermag das Ungeheuerliche nicht zu fassen. Ist es nicht dennoch möglich, daß Sie .sich über die Person des Ermordeten im Irrthum befinden?" .Gewiß nicht. Herr Forstmeister! Ein Gesicht wie das des Grafen vergiß! man nicht wieder. .Und auch Hilgert hat ihn ja sofort erkannt." Als sie in die beleuchtete Vorflur des Waldschlosses eintraten, war der Förster tief ketroffen von dem geränderten Aussehen seines Vorgesetzten, dessen gebräuntes Antlitz ganz fahl geworden war und 'der auf einen ahnungslosen Beobachter unfehlbar den Eindruck eines Schwerkranken gemacht hätte. Seine hohe Gestalt schien gebrochen und sein Gang unsicher und schwankend, während er vor dem Förster her auf' die Thür der Kaftellanswohnung Zuschritt, wo er den Bericht seines Un-
tergedenen entgegennebmen wollte, um dann die weiteren Verfügungen zu treffen. 15. Kapitel. Wie ein Wetterschlag hatte dieKunde von dem schrecklichen Geschehniß auf die Bewohner von Schloß Girnitz gewirkt. Alvörden hatte es für seine Pflicht gehalten, den Fürsten noch mitten in der Nacht wecken zu lassen, um ihm persönlich Bericht abzustatten. Und wenn er sich auch bemüht hatte, den SchloßHerrn so schonend als möglich auf das Furchtbare vorzubereiten, das er ihm li'.civcn munic, o oaiie er oocu rnern verhindern können, daß der alte Herr fassungslos zusammenbrach, sobald ihm die ganze Tragweite der Schreckensbotschaft zum Bewußtsein gekommen war. Sein Zustand schien ein paar Minuten lang so bedenklich, daß Alvörden den Kammerdiener zum Beistand herbeirief und daß gleichzeitig ein Lakai ausgeschickt wurde, um den Arzt zu holen. Glücklicher Weise war der Anfall physischer Schwäche nicht von langer Dauer, und noch vor dem Eintreffen Reute.s hatte sich Fürst Vilmarstein so weit erholt, daß er. wenn auch unter immer erneuten Ausbrüchen des Jammers und des Schmerzes, den Verpflichtungen gerecht werken konnte, die seine verantwortliche Stellung ihm auferlegte. Der Telegraph trug die Trauerbotschaft über den schmalen Meeresarm zum Festlande hinüber. Er trug )lt zu den Behörden der Kreisstadt, deren Gerichtsbarkeit die Insel unterstellt war, und er trug sie auch zu der jungen Wittwe, die noch vor so kurzer Frist ihren Gatten in blühender Gesundheit und voller Manneskraft verlassen. Eine andere Depesche ging an den Hofmarschall des Prinzen, dessen Eintreffen schon für einen der nächsten Tage zu erwarten gewesen war; denn der Fürst sah voraus, daß es der königlichen Hoheit wenig erwünscht sein würde, hier in die Aufregung über einen sensationellen Mord hineinzugerathen. Während diese Telegramme aufgesetzt und expedirt wurden, hatten sich die sämmtlich in Girnitz -wohnhaften amtlichen Persönlichkeiten der Insel auf dem Schlosse versammelt, um sich sodann in rasch bereitgestellten Wagen unter Führung des Forstmeisters an die Mordstelle zu begeben. Denn, der Fürst wollte durchaus nicht, daß die Leiche noch länger unter freiem Himmel liegen bleibe. Der Tag war bereits angebrochen, als die Herren nach ernst und schweigsam zurückgelegter Fahrt bei der Kapelle anlangten. Sie fanden den Todten, an den nach. seiner Auffindung keine Hand mehr gerührt hatte, unter der Hut des Försters und seines GeHilfen, die in der tiefen Waldeinsamseit ihres traurigen Wächteramtes gewaltet hatten. Und in dem kalten Frühlicht, das fahl und trübe zwischen den Stämmen hervorkroch, wurde die erste Besichtigung der Leiche und ihrer nächsten Umgebung vorgenommen. Doktor Reuter, dem die erstere Aufgäbe zufiel, brauchte nicht eben viele Zeit auf ihre Erledigung zu verwenden. Der Tod des Grafen mußte schon vor einer Reihe von Stunden eingetreten sein, was man ohnedies wußte. Und man bedürfte nicht erst eines Sektionsbefundes, um aus der Art der einzigen Verletzung, welche sein Körper aufwies, den Schluß zu ziehen, daß er an dieser Wunde gestarben sei. Dafür, daß der Katastrophe etwa ein Kampf zwischen ihm und seinem Mörder voraufgegangen sei, ergab sich nicht der geringste Anhalt. Der Gedanke an eiir Handgemenge schien bei der tadellosen Ordnung, in der sich Meinburgs Kleidung befand, von vornherein vollkommen ausgeschlossen. Und auch sonst sprachen alle Anzeichen dafür, daß er ohne vorherigen Streit und Wortwechsel meuchlings aus dem Hinterhalt niedergeschossen war. Leider machte die Beschaffenheit des im weiten Umkreis der Fundstelle von einer dichten Schicht dürren Laubes bedeckten Waldbodens die Feststellung von Fußspuren, die etwa zu einer Entdeckung des Thäters hätten führen können, ganz unmöglich. Und trotz allen Suchen vermochte man wieder auf der kleinen Blöße noch im benachKarten Gebüsch irgend einen Gegenstand aufzufinden, den man vielleicht als Spur hätte betrachten und verwerthen könne::. Als man sich mit gutem Gewissen sagen durfte, daß für den Augenblick hier nichts weiter zu thun sei, wurde die irdische Hülle des ermordeten Grafen auf eine mitgeführte Tragbahre gebettet und von vier Dienern unter Begleitung der von Girnitz herüber gekommenen Herren nach dem Waldschlösse gebracht, wo sie zunächst in einem der " unbenutzten Gemächer zu ebener Erde so lange bleiben sollte, bis von Seiten der erwarteten GerichtsKommission die Erlaubniß zu ihrer Ueberführung nach Schloß Girnitz ertheilt worden sei. Der durch einen vorausgesandten Boten von den getroffenen Dispositionen unterrichtete Kastellan hatte alles für die Aufnahme des stillen Gastes hergerichtet und empfing entblößten Hauptes den Zug an der Thür be seiner Obhut anvertrauten' Schloß es. Hinter ihm aber tauchte in dem Augenblick, als die Träger die Schwelle überschritten, noch ein anderes Gesicht auf, ein bleiches, verstörtes Mädchenantlitz, nu( hm hie in banaer Aufreauna
durchwachte ?acht deutliche Spuren zurückgelassen hatte. Vom Fenster ihres Zimmers au3 hatte Renate den unheimlichen Leichenzug aus dem Walde auftauchen sehen, und da sie schon seit dem gestrigen Abend über das Vorgefallene unterrichtet war, hatte sie sich nicht im Zweifel befinden können über die Persönlichkeit dessen, den man da brachte. Ein namenloses Entsetzen schnürte ihr das Herz zusammen. Und doch war ,s rti würde sie durch eine unsichtbare Macht unwiderstehlich gezwungen, hinunter zu gehen und sich mit eigenen Augen von der Wahrheit des Fürchterlichen zu überzeugen. Ihre Kniee wankten und wie ein Schleier verdunkelte es ihren Blick, als man den Mann, aus dessen Augen sie noch vor wenigen Stunden die Gluth einer wilden Leidenschaft hatte funkeln sehen, an ihr vorübertrug. Auch wenn seine Gestalt nicht von einem schwarzen Tuche verhüllt gewesen wäre, würde sie in diesem Moment schwerlich etwas anderes als einen unbestimmten, verschwimmenden Schatten wahrgenommen haben. -Aber die Schwäche, die sie für die Dauer einiger Sekunden zu überwältigen gedroht hatte, ging schnell vorüder. Und als nun unter den Männern, die der Bahre folgten, auch der Forstgehilfe Hilgert über die Schwelle des Eingangsthores schritt, gesenkten Hauptes und mit fest zusammengepreßten Lippen, machte Renate eine Bewegung, die ihn veranlaßte, den Kopf zu erheben. . Eine dunkle Blutwelle überfluthete fein fahles Gesicht, als er ihrem Blick begegnete, diesem großen, anklagenden Blick, über dessen Bedeutung er nicht im Ungewissen sein konnte. (Fortsetzung folgt.)
Aus der 2.1ljcmpfalj. F r an k e n t h a l. Die Eheleute Koch. hier, feierten dieser Tage das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Kaiserslautern. Die hier lebende 80jährige Lehrerswittwe Miedreich, dren Mann im August in Grünstadt mit Hinterlassung von etwa 100.00 Mark starb, wurde in ihrer Wohnung von einem Unbekannten überfallen. an Händen und Füßen gebunden und so lange gewürgt, bis sie ohnmächtig war. Das Geld, welches die Frau im .aushatte. etwas über 1000 Mark, fand der Räuber nicht. Als der That verdächtig nahm die Polizei den 50jähriaen Stiessohn der Angefallenen, den Schlosser Jakob Miedreich, fest. Dieser hatte seiner Mutter kurz vor dem Ueberfall einen Besuch abgestattet. Nachdem er sich entfernt hatte, vermißte die Frau die Schlüssel zu ihrem Geldschrank. Mlürttcmlierg. Stuttgart. Unlängst fiel ein mit neuem Wein gefülltes, 750 Liter haltendes Weinfaß in Folge Ungeschickter Manipulation beim Abladen vor der Weinhandlung des Fr. Ebinger vom Wagen auf das P.flaster. Das Faß zerbrach und der ganze Inhalt desselben ging zu Grunde. B i b e r a ch. Dieser Tage wurde im Jagdrevier des Freiherrn v. KönigWarthausen ein weißes Reh geschossen. E a n n st a t t. Die Luthcrkirche hat nach der vorliegenden Abrechnung einen Gesammtaufwand von. 435.000 Mark erfordert, wovon 108,000 Mark durch Sammlungen aufgebracht wursden; 65.000 Mark wurden dem Grundstock entnommen, während das vorhandene Baukapital sich auf 93.000 Mark bezifferte, und 169.000 Mark aus Anlehensmitteln gedeckt. Herrenalb. Der Stadtpfleger unseres Luftkutdrts stellte sich'freiwillig dem Staatsanwalt in Tübingen wegen 15jähriger Veruntreuungen und Bücherfälschungcn im Betrage von 20,000 Mark. Tübingen. Zu Beginn dieses Semesters hat sich hier eine abstinente Studentenvereinigung gebildet 'als .Vereinigung, die auf dem Boden der Alkoholenthalkung steht und deren höherer Zweck neben dem des Anschlusses üöerhaupt die solidarische Pflege des Ideals in nettem, regem Verkehre sein soll!" Vaden. Karlsruhe. Fabriksdirektor Ernst Bielefeld wurde zum unbesoldeten österreichischen Konsul dahier ernannt. Baden-Baden. Nachts brach in der Bureaueinrichtungsfabrik von Stolzenberg zu Oos Großfeuer aus. Nur die Magazine wurden betroffen, dagegen blieben die Verwaltungsgebäude und die Fabrik unversehrt. Der Betrieb ist nicht gestört. F r e i b u r g. Auch an der hiesigen Universität ist die Zulassung von Ausländern zu den Vorlesungen erschwert worden. Es wird der Nachweis einer entsprechenden Vorbildung durch Zeugnisse verlangt. Voraussetzung zur Zulassung zum Doktorexamen ist unter Anderem auch das verständnißvolle Lesen eines lateinischen Schriftstellers. Es sind denn auch mehrere Russin.ien, die immatrikulirt werden wollten, abgewiesen worden. Heidelberg. Dieser Tage fand am Neuenheim-Kollege, der ältesten über 60 Jahre bestehenden englischen Schule, die feierliche Enthüllung eines Signalmastes statt. In zahlreichen Reden wurde das in Heidelberg Herrsehende herzliche Einvernehmen zwischen Engländern und Deutschen aefeiert.
n Werde gesund und bleibe gesund l indem du n 6 Leberkrankheiten, VilliösltSt, . !ITF y 6 Unreines Blut, h ft luttt die nwendung ve 22 f4 n l Dr. August König's MM 9 l i zr 9 s XOVfCU n loS wirst, sie reguliren und reinigen. A y Sevranche St.JakobS Oel gegen Schmerze 5. V
Mannheim. Dem Generalkcnsul Karl Reiß, der der Stadt testarnentarisch 3.000.000 Mark zum Bau eines Museums vermacht hat, wurde von einer Abordnung des Stadtrathes die Urkunde seiner Ernennung zum Ehrenbürger Mannheims überreicht. E5saßLotßringcn. Straßburg. Die Volkshochschulkurse haben in diesem Winter eine festere Organisation erlangt, insofern sich zur Pflege der Kurse ein besonderer Verein gebildet hat, an dessen Spitze Professor Ziegler steht. Die BethciUaung an den Kursen ist ebenso stark wie im vorigen Jahre; für die Vortragsreihe von Professor Bloch über das Elsaß im Mittelalter haben sich so viele Hörer eingeschrieben, daß der etwa 300 Personen fassende größte Hörsaal der Universität kaum ausreichte. M e tz. - Unser an Denkmälern rciches Schlachtfeld sott in nächster Zeit loi.'der um ein neues bereichert werden. Der Ankauf eine Terrains auf dem Sann? von Nezonville hat stattgefunden, und ein Denkmal, welches den gefall:nen Helden .des Jnfanterie-Regi-ments Nr. 72 gewidmet ist. soll auf die Stelle gesetzt werden, wo bereits den in der Schlacht vom 10. August 187 gefallenen und dort ruhenden Offizieren des Negiments ein Denkstein errichtet ist. Der Kommandeur der 00. Infanterie - Brigade, Generalmajor Kremnitz. wurde vom Schlage gerührt und war sofort e:ne Leiche, izt war der älteste Generalmajor in der Armee. HestcrreiH. Wien. Dem langgehegten Wunsche der zahlreichen Patienten mosaischen Glaubens im Allgemeinen Krankenhause Rechnung tragend, wurde daselbst der Bau eines kleinen Bethauses in Angriff genommen. Der Musikschulinhaber Johann Kreuzberger beging mit seiner Gattin Aloisia, geborenen Stelzmüller, die diamantene Hochzeit. Kreuzberger ist 85. seine ftniu 78 Jabre alt. Er war in den 40cr Jahren Mitglied der Musikkapelle Strauß und Lanner. Der 52 Jahre alte, aus Budapest gebürtige ehemalige Volkösänger Adolf Bergmann, Versau er der bekannten Posse Eine Partie Klaürias" wurde wegen Geistesstörung auf die. psychiatrische Abtheilung des Allgemeinen Krankenhauses , gebracht. Das Gasthaus zur Teufelsmühle" am Wienerberg in Siebenhirten ist abgebrannt. V u d w e i s. Der Landesausschuß für Böhmen hat die Gattin des Advokaten Miegl, eine äußerst schulfreundliche Dame, mit der Aufsicht und Inspektion der deutschen Mädchen-Volks-schule in Lud-oeis betraut. Frau Miegl ist auch Vertreterin des Landesauöschusses im Kuratorium der genannten Anstalt und tritt als solche warm für die erweiterte Frauenbilduna ein. F i u m e. Hier ist der Privatier Hugo Ritter v. Thoren gestorben. Ritter v. Tb.?7.en. der urlvrünalicb reichischer Offizier war, trat als Rittmeister in kaiserlich mexikanisch: Dienste und zählte zu den Vertrauten des öisers Max. G r a z. Im Schlosse zu Spielfeld ist der ehemalige Botschafter in Rom. Karl Ludwig Freiherr v. Brück, in Folge eines Schlaganfalles gestorben. Baron Brück, ein Sohn des ehemaligen Finanzministers, stand im 72. Lebensjähre. L a i b a ch. In einem hiesigen Hotel wurde der Maler I. Grchar, der dem slovenischen Kunstverein als Kassirer einen größeren Geldbetrag veruntreut hatte. verhaftet. Ein auter Familienvater. Rich' ter: Sie haben in den letzten Jahren ungeheuer vicl zusammengestohlen. Angeklagter!" Angeklagter: Herr Richter, es thut auch noth, wenn man seinen Kindern eine anständige Erziehuna aeben will!" - Malitiöse Ergänzung. Alte geizige Tante: Diese Nacht hatte ich einen merkwürdigen Traum. . Mir träumte, ich wäre irgendwo als Tauf pathin gebeten." Neffe: Und wie es ans Pathengeschenk kam, da bist Du wohl vor Schrecken aufgewacht?" Zweier? Standpunkt. Merkwürdig ! Je schöner line Gegend, desto mehr Wirthshäuser hat sie." Umgekehrt, lieberFreund. je mehr WirthsHäuser sie hat. desto schöner ist sie." Druckfehler. Der Kommerzienrath hatte die leidige Angewohnheit, während der Unterhaltung die Damen (Daumen) in die Westentasche' zu stecken.
Feuer - Signale.
4 Kennst? lv irnb Kartet 5 English'i Openl-Haui 6 East und Ne Fort 7 Noble und Mchigan 5 N. Jerjey u. Nasi Ave 9 Pine und NvNh !0 Mavket und Pine 11 Vermont nah Last 12 8 Cpritzenhaus Waff. v nahe Noble 13 XeuWstre und Walnut 14 N.Jerscv u ccntral A. 15 Mass. und Sornell Lv 6 Ash und II. Ttraße .7 Park Lv und 12 Ctr .3 Columbia unkHiLflde 19 Highland Ave u. P,att kl JllinciS und Ct. Joe 23 Pennsylv. und Pratt S Meridian und 11. Etr 25 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe Jllinoi LS EenkteAveu.CtTlai? 27 JllinoiS und Michigan 2S P,sywania und lt. 29 Ecnate Lve. ud 13. 31 TiO. 1 Spritzenhaus JndAvtnaheMichigan 32 Meridia und Walnut 34 California u Cement 35 Dlake und New Fort Z ?nd. Av. u. St, !lair 27 6ity Hospital 38 Blake und Norty 39 Michigan und Aznei 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nahe West 42 EZn-.dorf u Wash. 43 Missouri u New Fort 45 Meridian u Wash 4S JllmoiS und Ohis 47 Capitol Av. u Wash 43 Kmgan'S PorlhauS 4? Straßenbahn Ställe 23. Washington Ctr fil No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana LZ WeN und South L4WestundT!c?arty 5 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Rav öS No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMor-.-iS S Madison Av.uDunlop tt NoS Hakm LeiterhauS South nahe Delawar 2 Penn, u Merrill KZ Telaware u. D'.cTarttz 54 Tast und McEarty 5 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradsha es Last und Prospekt e9 Buking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nhe Huron 72 East und Gcorgia 73 Eedar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 önglish Av. u Pine 7J Chell'y und Batet 73 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Chelky 7i Utd)(t Av. u Chelby Sl Market u. New Jersey 2 Telaware und Wash. 53 ?ast u Washington 84 New Dort .Tavidsor 85 Taubstummen Anstalt 8 Vcr. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. 91 No. iz Spritzenhaus Mkrvland nahe Mer. 92 Meridian u. Qlü. C3 Meridian und South 4 Pennshlv u. Lonisiana 05 Virginia Ave u. Alab. V6 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis JSL3 No. l Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 12G JandcS und 15. 127 Brookside und Jupiter 12S Central Slve und 17. 129 Telaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und 'J. '34 Co.llege Ave und sv. 1Z5 Telaware und 13. 136 Alabama und Nort) 137 Ncwmcum und 19. 133 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 DandeS und 1?. 112 Highland Ave und IQ. 143 Tecumsrh und 10. 145 New Jersey and 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hillside Av und 16. 143 College ve und 22. 149 College Ave und 7. 152 Park Ave und 22. 15 L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramscy Ave und 10. 156 Ctoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. iss Bloyd und Pawpaw. 159 ÄS. 21 Spritzenhaus Brightwood lz Arden und Depot 16Z Brightwood und 25. 164 Rural und Blohd 165 St. Elair u. cystone 167 Arsenal Ave und 23. 155 Bellefontaine und 28. 169 Park ve und 10. 212 Capitel Ade und 17. 213 Pennsvlv. u. Dlichiga 214 JllinvlS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Ave und tt. 219 Droadway und 10. 231 JllinoiS und DlcLem, 234 No. 14 Spritzenhaus Lenwood und 30. 235 JllinoiS und SS. 236 Annetta und 30. 237 No. . Epritzenhiut Udell nd Naoer 238 UHil Ladder WorlS 229 Jiabel und 7. 241 Meridian und 24. 242' JllinoiS u Et.Cla' 243 Eldridge nd 23. 312 West uud Watnut 313 Wcst und 12. 514 Howard und 16. 515 Torbet und Pa. $1 Capital Ave und IS, S17 Northwestern Ave u 21 SIS Gent und 1. 31 Canal und 10. ZU. Ccrealine WorkS 324 Vermont nd Lynn 325 Bismarku l?randie 326 No. 29 Cntzenha-S Hauahville. S27 Michigan u. HolmcS. S23 Michigan u. Concrrd 541 West und McJnthr: 412 Missouri u. Marylan!. 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Georgia 41S Missouri u ntuckv A 417 Senate Ave xu Was. 421 P und E Rund'uZ LZ. Wasl.'inon. 23 Jrren-HcZxital. 424 Mllcyve u.JDuT: 425 Wash. und Harris zg No. IS Cpntzenhar 33. Washington 427 Oliver und Birch 42s Oliver und Osgocd 429 Nordvke und Fort 4Z1 Hadley Ave u. Mcrrik 432 Niver Ave u. MorriZ S4 Niver Ave und Stay 35 Hardmg u. Lig R A 43S Harding und Oliver 437 No. 19 Spritzent?0 MorriZ und Harbin. 483 Howard und Willis 439 Swckvar 451 Reisn und MilKr 452 Howard und Lee 453 MorriS und Jtap 56 Lambert und Beirut 57 NordhK Lve u. Vtar mon WorkS 612 West ud Ray 613 entucky Ave u. McrrL. 614 Meridian und MorrK SIS JllinoiS und Lansat 17 Morris und Dakota 51S MorriS und Church 519 Capital A. u McCsrttz 621 Meridian und Palmer 523 Pine und Lord 524 Madison Ave u Lincoln 26 Meridian und Bclt RR 5Z7 CarloS ur.d Nah 623 Meridian und Arizona 529 Meridian .Raymond 521 Meridian u. McCarty 6Z2 No. 17 Spritzenhaus MorriS nahe West 612 McKernan und Tough, 613 East u. Lincoln tu 614 Cast und Beecher 615 Wright und Sander 17 McCerty und Beaty eis New Jersey u ir &jt 712 Spruce und Prospect 718 Engl.sh Are. u. Laurel 714 State Ave u.Bclt R 715 Shclby und Veecher 716 State Ave und Orang 713 Orange und Laurel 719 Shelb? u. Ct,.mq A 721 LexingtonA. Lau 723 Fletchcr Aveu.ru 724 State Ave u. Pleasant 725 Prospekt und lcasa7 726 Orange und Harla 728 Liberty und Veek 729 NoK und South 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Sfc; 613 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Av 815 Michigan u. Highlont 81 Market u Arsenal Av 17 Ost S Clair und Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle Shc 623 Vermont und Walcott 824 Wash. und State Av 825 Madden'Skounge Fatx 826 Tucker und Torfcy 827 Wash. und Bcville 2 829 No. 12 Spritzenhaus Bcville nahe Michiga, 831 Southeastcr Ave und Woodside. 832 Wash. nd Tearbo? 834 Coutheastern und Arsenal veS. 835 New York uud Tempi 12 JllinoiS und Maryl. 91 JSinoiS und Markt. 914 Perm, nd Wash. 15 Delawan und kS Spezial.Siznale. Ersten t Schlag, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schlag, dritter Alann, Dritten SchUge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch Wfgerollt. s Schlage, Wasserdruck ab. . 12 Schläge, 1 Uhr Mittag. 9 TU 'fi bezeichneten SianaZe werden nur do Tbun. WSchter angegeben da an den berrefsend Straß kkujunga Kbu AlarmUften angebracht find.
