Indiana Tribüne, Volume 26, Number 92, Indianapolis, Marion County, 8 December 1902 — Page 7

Jndtnna Tribune, 8. Dezember 1U02

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zZmMMolU . X V O K o 4 Z o o S O o J o o 8 o Noman von Z!cinl?o!d Grtmann. o S03o3o$oSoo oo$ooSoo3a (Fortsetzung) Ich vermuthe, Sie haben es bereits errathen, Herr v. Alvörden! Doch kommt es mir nicht darauf an, es .Ihnen mit aller wünschenswerthen Deutlichkeit zu sagen. Ich komme, um von Ihnen Aufklärung zu fordern über einen nichtswürdigen Anschlag, der hinter meinem Rücken gegen meine Ehre versucht worden ist." mm Wenn dies eine deutliche Antwort ist, so muß ich bedauern, sie trotzdem nicht zu verstehen. Denn mir ist von einem solchen Anschlage nicht das Geringst bekannt." .Nicöt? Nun. das wäre ia sebr ersreulich, wenn es' nicht leider eine grobe Unwahrheit wäre." Herr Graf!" Bitte keine überflüssige Entrüstung! Wir wollen hier keine Komödie aufführen, fondern wir wollen miteinander in's Neine kommen. Und mannh..fte Offenheit ist doch wohl das Minbeste, das ich von Ihnen beanspruchen darf." Ich verspreche Ihnen rückhaltlos offene Beaniwortung jeder verständlichen Frage vorausgesetzt natürlich, daß die Form, injDer sie gestellt wird, meinen Umgangsgewohnheiten entspricht." Nun denn: ist es wahr, daß meine Gattin hier in Ihrem Hause gewesen ist?" Es ist wahr." Und in welcher Absicht kam sie hierher?" In der Absicht, mich um die Bestellung eines Wagens zu ersuchen, der sie nach Hellabrunn bringen sollte." In Ihrer Begleitung natürlich! Sie brauchen es nicht in Abrede zu stellen, denn meine Frau ha: mir alles gestanden." Wenn Sie über die Vorgänge jenes Abends bereits unterrichtet sind, weshalb halten Sie es dann für nothwendig, mich danach zu fragen?" Weil ich den Dingen gern noch ein wenig tiefer auf den Grund gehen möchte. Denn der Noman sollte nach Ihren Absichten natürlich noch nicht zu Ünbe sein, sondern vielleicht erst jetzt seinen Ansang nehmen. Ein Skandal hier auf dem Grund und Boden Ihres Dienstherrn schien Ihnen zu gefährlich, deshalb wiesen Sie den Gedanken an eine gemeinsame Flucht zurück. Es sollte ein günstigerer Augenblick für die Verwirklichung Ihrer Hoffnungen abgewartet werden nicht wahr?" Ich verschmähe es. auf eine solche Verdächtigung zu antworten, die ein Anderer nicht ungestraft hätte aussprechen dürfen." Und weshalb, wenn ich fragen darf, unterscheiden Sie zwischen mir und einem Anderen? Wenn Sie sich durch meine Aeußerung, beleidigt fühlen was hält Sie davon ab, denjenigen Weg einzuschlagen, der, wie ich meine, in solchem Falle unter Kavalieren der übliche ist?" Unter Kavalieren ja! Darin eben liegt die Erklärung, nach der Sie wohl besser nicht gefragt hätten, Herr Graf!" Meinburg war aschfahl geworden. .Aeußerlich aber bewahrte er vollkommen seine kalte Ruhe. Das heißt, Sie würden es verweigern, sich mit mir zu schlagen?" Unbedingt." Nun, ich könnte möglicher Weise geneigt sein, es darauf ankommen zu lassen. ( Sie haben mir vorhin rück.haltlose Antwort auf jede Frage versprechen so antworten Sie mir denn nur noch auf eine einzige. Wenn ich Ihnen meine Kartellträger schickte, mit welcker Bearünduna würden Sie dann die Annahme der Herausforde-

rung ablehnen? Vielleicht damit, daß . Sie sich auf Vorkommnisse beziehen, die zu verschweigen Sie sieg mit Ihrem Ehrenwort verpflichtet haben?" , Nein." Welche andere Erklärung würden Sie dann aber geben können? Ich setze voraus, daß es nicht Ihre Absicht ist, den Verdacht der Feigheit auf sich zu nehmen." Ich bedaure, Herr Graf, mich über das, was ich etwa Ihren Kartellträgern sagen würde, jetzt nicht äußern zu können. Aber, ich empfehle Ihnen dringend, alles zu vermeiden, was mich in die peinliche Nothwendigkeit versetzen würde, nach einem solchen Ablehnungsgrund zu suchen. Ich habe weder bis zu diesem Augenblick Ihre Ehre beschimpft, noch ist es meine Absicht, .dies künftig zu thun. Das ist eine Erklärung, die Ihnen meiner Ansicht nach vollkommen genügen darf. Ich wüßte nicht, worin unter den obwaltenden Umständen eine zwingende Veranlassung für Sie liegen sollte, sich mit den Waffen Satissaktion zu nehmen." Sie wissen es nicht nun, dann will ich es Ihnen sagen." In den Augen des Grafen funkelte es, alle Muskeln seines sehnigen Körpers schienen sich anzuspannen, und seine Brust arbeitete ungestüm. Wollen Sie etwa leugnen, daß Sie mein Todfeind gewesen sind schon an dem Tage, da ich Ihrer vermeintlichen Großmuth die Rettung meiner Ehre vor den Augen der Welt zu danken haben sollte? Nie Ynfrft ?kknn VJ 3fm'Ufirtimrt rtr

gessen. die'Cie mir damit bereitet haben. Und nichts, das Sie später hätten für mich thun können, wäre im Stande gewesen, den Haß auszulöschen, mit dem jene Stunde der Schmach und Erniedrigung mich gegen Sie erfüllt batte. Damals gelobte ich mir. eines 2ages meine Revanche zu nehmen, und nur, wenn Sie ein Feigling sind, können Sie sie mir jetzt verweigern." Je heftiger und leidenschaftlicher er wurde, desto unerschütterliche? schien Alvördens kühle und überlegene Eelassenheit. Wenn eine Handlung der Nachsicht und der Menschenfrcundlick. keit Ihnen wirklich ein Rcckt auf feindselige Vergeltung gegeben hat. so haben Sie dieselbe, wie ich denke, bereits bei einer anderen Gelegenheit ausgeübt, Herr Graf!" Ja. ich leugne es nicht. Wer weiß, ob ich mich jemals entschlossen hatte, die Tochter dieses verschuldeten 25a; rons, die nicht einmal eine standesgc mäße Partie für mich war, zur Gräsin Meinburg zu erbeben, wenn ich nicht aeseben bätte. den Sie fitfi um sie bcrr.iiriieii ::r.b sichHcffnungdarauf maÄ:en, sie zu gewinnen. Ich hielt die Gelegenheit für gekommen, meine Revanche für Ihre hochmüthige berhe bung zu nehmen. Und ich beging in diesem Glauben die wahnwitzigste Thorheit meines Lebens." Unter welchen Gesichtspunkten Sie heute Ihre Heirath betrachten, ist eine Sache, die mich nichts angeht. Aber Sie sollten nicht vergessen, daß es Ihre Gemahlin ist. von der Sie so zu einem Fremden sprechen." Ah. das ist doch wenigstens endlich eine Anwandlung von Ritterlichkeit," höhnte Meinburg. Sie haben mich lange genug vergebens daraus warten lassen. Herr Forstmeister! Nun wohl, es ist meine Gemahlin, von der ich spreche, aber sie hat keinen Anspruch mehr auf meine Achtung und meine Schonung, seitdem sie sich einem Menschen an den Hals geworfen, dem sie als meine. Frau nicht ein Wort, nicht einen Blick mehr hätte vergönnen dürfen " Nicht weiter, Graf Meinburg! Ich kann Ihnen nicht befehlen, Ihre Gattin zu achten, aber ich verbiete Ihnen auf das Entschiedenste, ihren Namen und den mcinigen in eine Verbindung zu bringen, die zugleich die Gräfin und mich beschimpft. Zwischen Ihrer Vemahlin und mir ist nichts geschehen, was Sie zu einer so unsinnigen Anklage berechtigte." Der Andere lachte sarkastisch auf. ..Und das soll ich Ihnen glauben? Für was halten Sie mich, da Sie mich mit derartigen Phrasen zu beschwichtigcn versuchen? Und wenn Sie mir die heiligsten Eide schwören wolltcn ich würde doch keine andere Antwort darauf haben als die eine: Sie lügen! Ich habe mir mein Weib gekauft, warum sollte ich es in Abrede stellen, da Sie ja besser als irgend Jernanb die Geschichte meiner Heirath kennen. Das war ja eben mein Triumph, daß sie mein war, während ihr Herz noch immer an Ihnen hing. Aber ich wußte auch, daß ich auf meiner Hut sein müsse, um dies theuer bezahlte Vesitzthum unversehrt zu erhalten. Denn ich baue auf keines Weibes Treue und auf keines Mannes Ehrenhaftigkeit in Liebesangelegenheiten. Als ich Sie drüben auf der Terrasse des Schlosses plötzlich vor mir stehen sah, da wurde mir auch mit einem Mal klar, weshalb meine Frau, die sonst zu jedem Besuch förmlich gezwungen werden muß, diese Einladung des Fürsten gewissermaßen provozirt hatte, und weshalb sie die Vorbereitungen zur Reise mit einem bei ihr ganz ungewöhnlichen Eifer betrieben. Sie hatte natürlich gewußt, daß sie hier mi! Ihnen zusammentreffen würde, und sie war so berauscht von dem Gelingen ihres Planes, daß sie nicht einmal versuchte, mir ein Hehl daraus zu machen. Ich war auf dem besten Wege, Ihnen und ihr zum Gespött zu werden. Und ich durste deshalb nicht zögern, ihr auf eindringliche Weise fühlbar zu maöen. daß ich nicht das geringste Talent dazu besitze, mit mir spielen zu lassen." Das heißt. Sie zwangen die unglückliche Frau durch Ihre verächtlicke Brutalität zu einem 'Schritt, den sie bei ruhiger Ueberlegung niemals gethan haben würde, und zu dem nur die äußerste Verzweiflung sie treiben konnte." - Wie gut Sie sie zu entschuldigen wissen! Aber sollte sie Ihnen nicht auck gestanden haben, wodurch sie mich zu dieser sogenannten Brutalität gneizt, hatte? Wenn ich sie in jenem Augenblick getödtet hätte, so würde ich mir heute kaum einen Vorwurf daraus machen. Denn ein Weib, das ihrem Gatten in's Gesicht hinein gesteht, einen Anderen zu lieben, muß auf jede Strafe gefaßt sein. Oder sind Sie darüber anderer Meinung, Herr Forstmeister?" Wie ich Ihre Handlungsweise gegen eine unglückliche, wehrlose Frau beurtheile, haben Sie bereits gehört. Weshalb sollen wir also noch Zweiter darüber sprechen. Ihre . vertraulichen Mittheilungen, Herr Graf, sind im höchsten Grade peinlich für mich und wie mich dünkt sehr wenig ehrenvoll für Sie selbst. Lassen Sie uns also diese zwecklose Unterhaltung enden!" Noch nicht,mein Herr Forstmeister! Denn nicht, um Ihnen eine Genugthuung zu bereiten und Sie in dem stolzen Glauben an Ihre Unwiderstehlichkeit zu bestärken, habe ich Ihnen dies alles,erzählt. Ich habe es Ihnen erzählt, damit Sie endlich begreifen, daß es zwischen Ihnen und mir nicht

bei einem bloßen Austausch von Redensarten sein Bewenden haben darf. Was ich damals für eine ausreichende Vergeltung hielt, ist in Wahrheit keine gewesen, denn Sie haben sie durch diese Zusammenkunft mit meiner Frau, die ich für eine tödtliche Beschimpfung nehme, in eine neue Beschämung für mich zu verwandeln gewußt. Und heute stehen wir uns anders gegenüber als an jenem Abend, wo ich von dannen schleichen mußte, wie ein geprügelte? Hund. Heute fordere ich Sie zum Kampfe auf Leben und Tod. Und wenn Sie sich ietzt noch isnmer weigern, mir die verlangte Genugthuung zu geben, '.dem Sie sich mit der armseligste Feigling hinter jene längst gesühnte Jugendthorheit flüchten. so werde ich Sie nicht länger als einen Edelmann, sondern als einen elenden Dieb ansehen und w:rde demgemäß mit Ihnen verfahren." Mit erhobener Stimme, fast schreiend, hatte er die letzten Worte gesprechen, und er war dabei dicht vor Alvörden Eingetreten, die glitzernden, von blutrothen Adern durchzogenen Augen mit einem wahren Rauöthierblick in sein Antlitz bohrend. Der Forstmeister wich nicht um einen einzigen Schritt von seinem Platze, aber er erhob den Arm und

wies mit einer gebieterischen Geste nach der Thür. Hinaus! Oder ich vergesse. daß ich selbst einem Menschen Ihres Schlages gegenüber das Gastrecht zu respektiren habe, dessen Sie sich hier erfreuen." Nun denn da Du es nicht anders willst, so" Er kam nicht zu Ende; denn die That, mit der er seine Worte hatte be--gleiten wollen, war durch Alvörden auf eine für den Grafen sehr schimpfliche Weise vereitelt worden. Mit einer blitzschnellen Bewegung hatte nämlich Meinburg die Reitpeitsche, die er so lange hinter seinem Rücken verborgen gehalten, hervorgezogen, in der unverkennbaren Absicht, damit einen Schlag nach dem verhaßten Feinde zu führen. Aber wie rasch er dabei auch zu Werke gegangen war, die scharfen Jägeraugen des Forstmeisters hatten seine Absicht doch rechtzeitig erkannt, und mit einer kraftvollen Geschicklichkeit, die der des Grafen bei Weitem überlegen war, hatte er den Arm deS Gegners erfaßt, ihm nach kurzem Ringen die Gerte entwunden und sie mit energischem Schwünge weit hinaus durch das offene Fenster geschleudert. Dabei hatte er nicht ein einziges Wort gesprochen. Und erst als der Graf kreidebleich von ihm zurücktaumelte, wiederholte er mit gedämpfterStimme, aber ,m einem Tone, der wohl Furcht einflößen konnte, seine vorige Aussorderung. das Zimmer sofort zu verlassen. Nur einen Augenblick zauderte Graf Meinburg; dann bückte er sich nach seinem zu Boden gefallenen Hut und ging zur Thür. Sie sind noch einmal der Stärkere gewesen," knirschte er, als seine Hand schon auf dem Drücker lag. Aber bei meinem Leben sei es geschworen Sie waren es zum letztenmal! Ich gehe; aber nicht, um Ihnen das Feld zu räumen. Noch ehe wir um viele Stunden älter geworden sind, werden wir unsere Sache an einer anderen Stelle zum Austrag bringen. Jetzt ist eine? von uns zu viel in der Welt. Und wenn Sie dem Gatten, der seine bcleidigte Ehre retten will, nicht zu ehrlichem Zweikampf gegenübertreten wol-, len, so machen Sie sich darauf gefaßt, von ihm über den Haufen geschossen zu werden wie ein tückischer Hund. Nehmen Sie sich vor mir in Acht, Herr Forstmeister ich habe Sie gewarnt." Alvörden hatte es für so wenig der Mühe werth erachtet, ihn zu unterbrechen, als er ihn jetzt, nachdem er geendet, einer Antwort würdigte. Aber seine Brust hob sich doch in einem tiefen Athemzuge, als jener das Zimmer verlassen, und sein Gesicht war noch immer düster umschattet, als er auf die zweite Thür des Gemaches zuschritt, um sich wieder in den anstoßenden Speiseraum zu begeben. Er hatte erwartet, denselben leer zu finden. Und deutlich genug mochte sich die Bestürzung auf seinem Antlitz spiegeln, als er sich unerwartet der Enkelin des Professors Meinardus gegenüber sah. Sie erschien ihm in ihrem reizenden Promenadenkostüm entzückender denn je; aber er erschrak vor der tiefen Blässe ihres Gesichts und vor dem Ausdruck einer herben Traurigkeit in ihren Zügen. Es war kein Zweifel, daß sie in diesem Augenblick die Beute einer nicht geringeren Erregung war, als sie noch in seinen, eigenen Nerven nachzitterte. Fräulein Renate! Sie hier? Hatte denn mein Diener den Verstand verloren, daß er Sie in das Sveisezimmer führte, statt in den Salon?" .Das war eine sehr sonderbare Begrüßung des mit so heißer Sehnsucht erwarteten theuren Gastes das empfand Alvörden zu snner Beschämung noch während er sprach. Aber als er nun, um die begangene Ungeschicklichkeit wenigstens zu einem kleinen Theil wieder gut zu machen, Renatens Hand ergreifen wollte, um sie an seine Lippen zu führen, machte sie eine hastige Bewegung, die seine Absicht vereiteln sollte, und sagte: Schelm tcn Sie Ihren. Diener nicht, Herr v. Alvörden, denn ich allein bin es, die Vorwürfe verdient. Als wir erfuhren, daß Sie in Anspruch genommen seien, veranlaßte ich meinen Großvater, zunächst zum Doktor Reuter weiterzufahren, dem er ebenfalls einen Besuch zugedacht harte. Ich hoffte, daß er wieder zurück

sein würde, ehe Sie meine Anwesenheit in Ihrem Hause bemerkten." Als sie ihre Hand zurückgezogen hatte, um zu verhindern, daß er sie berührte, war dem Forstmeister das Blut heiß in's Gesicht geschossen. Und diese Bewegung nicht nur, sondern noch mehr der Ton ihrer Erwiderung, der ganz veränderte Klang ihrer Stimme und die unverkennbare Absichtlichkeit, mit der sie es vermied, seinem Blick zu begegnen, mußte ihn in tiefster Seele verletzen. Gerade auf den heutigen Tag hatte er seine schönsten Hoffnungen gesetztvon ihm hatte er eine Entscheidung erwartet, die ihn zu einem glücklichen, beneidenswerthenMenschen machen sollte. Und nun hatte ein unseliger Zufall alles vereitelt. Renate hatte gehört, daß man ihm eine furchtbare Antlage in's Gesicht geschleudert, daß man ihn der ehrlosesten Handlung bezichtiat yatte, die tm VJiam zu oegeyen vermag. Und er war nicht einmal in der Lage, sich zu vertheidigen. Die Rücksicht auf die Ehre einer Frau verschloß ihm die Lippen ganz abgesehen davon, daß Renatens Zartgefühl eine Erörterung dieser Dinge überhaupt schwerlich geduldet hätte. Niemals hatte er sich in einer gleich peinlichen Lage befunden, niemals war

er in einer für ihn tief beschämenden Situation so rathlos und hilflos gewescn als hier, wo ihn sein Gewissen freisprach, und wo er doch nirgends ein Mittel sah, seine Schuldlosigkeit zu beweisen. Alles, was er thun konnte, war, seine Haltung so gut als möglich zu bewahren und eine Unbefangenheit zu crheucheln.von der er niemals weiter entfernt gewesen war als in diesem Augenblick. Er bat Renate um die Erlaubniß, sie in den Salon hinüber zu führen, wo :r in Erwartung des beglückenden Besuches schon alle die kleinen Merkwürdigkeiten zurechtgelegt hatte, die er während seines Verweilens auf der Insel gesammelt, und von denen er annehmen konnte, daß sie den Professor und seine Enkelin interessiren würden. Aber er wagte es nicht mehr, sie darauf aufmerksam zu machen, denn Renate war .sogleich mit allen Anzeichen der Unruhe und Ungeduld an das Fenster getreten und spähte wie in ängstlicher Erwartung auf die Straße. Da kommt der Großvater," sagte sie nach einigen Sekunden peinlichen Schweigens mit einem erleichterten Aufathmen, und wandte sich zur Thür, um dem Professor entgegen zu eilen. Alvörden, der doch noch im Stillen auf eine Art von Aussprache gehofft hatte, biß sich in die Unterlippe, denn er sah voraus, daß ihm nunmehr jede derartige Möglichkeit abgeschnitten sein würde. Aber cr war taktvoll genug, eine Situation nicht zu verlängern, die das junge Mädchen offenbar so peinlich empfand. Zwar hieß er den Professor, der arglos und heiter war wie immer, mit herzlicher Freundlichkeit willkommen, aber er lud ihn nicht zu dem mit so großer Sorgfalt vorbereiteten Frühstück ein. und er erhob keinen Widerspruch, als Renate den Wunsch aussprach, den Besuch im Schlosse nicht länger hinauszuschieben. Aber ist es denn dazu nicht noch zu früh?" meinte der Professor, dem das veränderte Benehmen seiner Enkelin nicht sogleich auffiel. Und hatte unser verehrter Freund Alvörden nicht versprochen, uns einige von seinen Merkwürdigkeiten zu zeigen?" Renate schwieg, aber der Forstmeister sah, wie ihre Lippen zuckten, und seine Betrübniß über den Wechsel in ihrem Verhalten hinderte ihn nicht, Mitleid mit ihrer Lage zu empfinden. Ich möchte das gnädige Fräulein nicht gegen ihren Wunsch aufhalten," sagte er, und zur Besichtigung meiner kleinen Sammlung wird sich ja vielleicht auch nachher noch eine Gelegenheit finden." Der Professor machte ein etwas verwundertes Gesicht, aber als er sich nun seiner Enkelin zuwandte, bemerkte auch er ihre niedergeschlagene Miene und die tiefe Blässe ihrer Wangen. Ja, was ist denn das?" fragte er betroffen. Ich erkenne Dich ja gar nicht wieder, Kind! Ist Dir inzwischen etwas Unangenehmes widerfahren? Oder fühlst Du Dich nicht wohl?" Ich habe ein wenig Kopfschmerz," erwiderte sie, während ihre Augen den Boden suchten, und es wäre mir in der That sehr lieb, wenn wir recht bald nach dem Waldschloß zurückfahren könnten." Das ist etwas anderes," meinte der alte Herr, der immer voll zärtlichster Besorgniß um das Wohl seines, Lieblings war. Unter solchen Umständen werden Sie uns allerdings 'für diesmal entschuldigen müssen, mein lieber Herr v. Alvörden! Vor unserer Abreise, denke ich, kommen wir noch einmal herüb.", Der Forstmeister mußte aus Höflichkeit um die Erlaubniß bitten, die Herr schaften bis in's Schloß zu geleiien. Aber cr hatt.e keine Freude an der Verlängerung ihres Beisammenseins; denn Renate, die an der anderen Seite ihres Großvaters ging, gönnte ihm weder ein Wort noch einen Blick. Und als er sich dann in der Halle des Schlosses von ihnen verabschiedete, neigte sie nur in stummer Erwiderung seines Grußes den Kopf. Raschen Schrittes ging er davon. Professor Meinardus aber konnte sich, während sie dem .Lakaien folgten, nicht enthalten, zu fragen: War es keine Täuschung, Kind, oder hast Du den Forstmeister wirklich anders behandelt,

jj Werde gesund und bleibe gesund indem du fi Y Leberkrankhelte, Villiösität, sWX H Q Unreines Blut, H A durch die Anwendung vo K. NSi k 5 Tr, Agst Kmig's W&tML S KamöurqerW,z 2 rv ' jf iw f 2 HWmen J los wirst, sie reguliren und reinigen. S X Sevrauche St. Jakobs Otl gegen ""it iM V

als sonst? Er hat Dir doch nicht etwa während meiner Abwesenheit eine Veranlassung dazu gegeben?" Rein, nein!" versicherte sie hastig. Aber nicht wahr. Du wirst es nicht annehmen, wenn man uns etwa einladen sollte, zu bleiben? Ich fühle mich wirklich zu angegriffen, um mich längere Zeit unter diesen vornehmen Leuten zu bewegen." Meinardus sagte ohne Weiteres zu. und trotz der Liebenswürdigkeit des Fürsten erfüllte er sein Versprechen. Schon eine halbe Stunde später befanden sie sich wieder auf der Rückfahrt nach Ristow. Und der ahnungslose Professor schrieb es allein der abscheulichen Migräne seiner Enkelin zu, daß sie während der ganzen Fahrt schweigend in den Polstern des Wagens lehnte, und daß er einmal sogar eine funkelnde Thräne an ihren Wimpern zittern fnh. (Fortsetzung folgt.) Tic Qciurthiilnng Dc grauen Mörsers B.val. Ein Kranker, Unverantwortlicher, eine jener pathologischen Naturen, denen die Sazule Lambrosos den Instinkt des Verbrechens, den Trieb zum Morden als das Verhängniß ihrer erblichen und physiologischen Velastung auslegt, und die sie lieber dem Kranken- oder Irrenhause als dem Henker überliefert wissen will, oder ein durch das vollgcrüttelte Maß eigener Schuld und Verantwortung moralisch Verwahrloster, eine Individualität, die den Widerspruch ihns arbeitscheuen und erwerblosen Vagabundendaseins zu der Arbeit fördernden sozialen Ordnung der Dinge durch Verbrechen lösen zu können glaubt und auf diesem Wege schließlich zur menschlichen Bestie geworden ist? Das war die Frage, die der Frauenmörder Vidal der öffentlichen Meinung in Frankreich vorlegte. Tie Untersuchung hat in ihm einen' modernen Nitter Blaubart" ans Tageslicht gefördert, der sich von jenem der Sage nur dadurch unterscheide!, daß er seine Opser nicht auf eine einsame Burg lockte, sondern die sonnige, lebcnsfreudige Riviera nach ihnen abstreiftet Sein eigenes Verhalten, die Art seiner Mordthaten bestimmte dje einen, insbesondere die Vertheidigung, ihn in der That als das menschliche Raubthier anzusehen, das in dem unwidersiehlichen Dränge seiner Natur nach dem Blute der andern lechzte. Sie wollten auch in dem Aeußcrn des 35jährigen Mörders, namentlich in dem berühmten, als Kennzeichen einer krankhaft verbrecherischen Veranlagung hingestellten Mißverhältniß der Augenwinkel die physiologische Bestäiigung ihrer Ausfassung erblicken. Die andern wiesen dies physiologische Interesse an den Verbrecher hingegen weit von sich und fanden in dem Vorbedacht und der Kaltblütigkeit, womit cr seine Opfer erspähte, umbrachte und sie ausraubte, ebenso wie in seinen Laster, Verschlagenheit und Heuchelei widerspiegelnden Zügen die Natur des gewöhnlichen Raubmörders wieder. Die Geschworenen von Nizza haben Vidal die Zubilligung mildernder Umstände verweigert und so wurde ihr Spruch zu einem Todesurtheil. So haben bei ihnen die wissenschaftlichen Theorien der ärztlichen Sachverständigen, die einstimmig die Verantwortlichkeit Vidals wegen seiner physiologischen Gebrechen und an ihm festgestellten Entartungsaneichen bis zu einem gewissen Grade als gemindert erklärten, keine Anerkennung gefunden, noch auch die kriminalistische Theorie des Vertheidigers, die sich dahin zusammenfassen läßt. Niemand hat das Recht, zu todten, weder der Mörder noch die Gesellschaft, also keine Verurtheilung zum Tode! Das französische Gesetz widerspricht dieser Theorie, w'e das Nizzaer Volk ihr widersprach. Während der cinstündigen Berathung der Geschworenen heulte die Menae unausgesetzt: Zum Tode!" Nach Berichten aus Nizza ist es die Rede des Staatsanwalts gewesen, die den Geschworenen die Richtschnur für ihr Urtheil gegeben hat. Der Staatsanwalt hatte die Kühnheit, auch Napoleon als einen Entarii...n", als einen Entarteten höherer Gattung" allerdings hinzustellen, dem aber trotzdem die Geschichte die volle Verantwortung sür seine Handlungen zuerkenne. Er schloß: stede Milde würde eine Verneinung d?r Gerechtigkeit sein. Passen Sie Ibrkn Spruch der Größe der Schuld ,n, ob Sie auch mit Purpurrothem Blute das Azurblau unseres Fimmels beflecken müssen.- '

Feuer - Signale.

t Annshlv und Varkt 6 English' Opm-HauT 6 Last und Ne Fort 7 Noble und Michigan 8 N. Jerjey u. Maff Av Pine und Nvrch 10 Maet und Pine 11 Vermont nah Gast 12 Ng. 8 EpritzenhauS Waff. tx nahe 3lcbU IS Doawan und Walnut I N.Jerscy u Ecntral A. 15 Mass. und Eorneä 9U : Ash und n. Ztxc.lt 17 Park Se und 12 Ctr .8 Columbia ndHillskd 19 Highland Ave u.P,att 1 Illinois und St. Jo 23 Pennsyls. und Pratt U Meridian und 11. Str 25 No.b Spritzenhaus 15. ehe Illinois L Senate Zlve u. StLlair 27 JllinoiS und Michigan 2? Pefylvania und 14. 9 Senate Ave. und 12. 31 No. 1 Spritzenhaus JndAvenaheSlichigan 32 Meridian und Walnut S4 California u Vmont 35 Blake und New Jork 3 Jad. Tv. u. Ct, Glair 37 City Hospital 28 Blake und Norty 39 Michigan und AzneS 1 No. Spritzenhaus Waihmgton nahe West 42 (5sendorf u Wash. 42 Missouri New Kort 45 Meridian u Wash 4 Jllmois und Ohio 47 Capitol Slv. u Wash 43 Ämgan'S Porlhauö 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Ctr öl No. 1 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 53 Weit und South 54 West und Mccarty 5 Senate Slve. u Hsnry 57 Meridian und Ray 55 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Mor-. 59 Madison Av.uTunlop öl No 2 Haken Leiterhaus South nah Delawar Z Penn. Merrill 52 Ttlaware u. McCarttz 54 Saft und McCartY 55 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradshaw 5S Cast und Prospect 59 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Vir Ave. nahe Huron 72 East und Seorgia 72 Eedar und Elm 74 Davidson u Seorgia 75 Snglish Av. u Pine 7 Shclby und Bates 75 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Cbelby 7') Fletcher Av. u Chelby 81 Market u. New Jersey 8 Telaware und Wash. 82 East u Washington ' 84 New Dork u.Tavidsoir 85 Taubstummen Anstalt 8 Ver. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 9 Frauen-Reformat. 1 No. 13 Spritzenhaus 'Msrhland nahe Mer. 92 Meridian u. Lcrgia. 83 Meridian und South 4 Pennsylv u. Loniflana 95 Virini? Ave . Alab. SS Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis 123 No. IS Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 15. 125 Central Ave und 15. 126 AandeS und 15. 127 Brookstde und Jupiter 123 Tentral Ll und 17. 129 Delaware und 19. , 121 Alabama und 11. 122 Bcllesontaine und V. 134 College Ave und 29. 135 Delaivare und 13. 136 Alabama und Nort 127 Ne&rnann und 19. 133 College Av und 14. 139 CorneU Ape und 15. 141 Fandcs und IS. 14Z Highland Ave und 10. 143 Tecumsch und 10. 145 New Jersey nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hilifidc Av und 16. 145 College Ave und 22. 149 College Av und 27. 122 Park Ave und 22. 15?. L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Are und ia. 156 Ctoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 153 Bloyd und Patrpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Ardm und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 155 St. Clair u. Keystone 167 Arsenal Av und 23. 168 Bellcfontaine und 28. 169 oxl Lve und 10. tu Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. . Michiga 214 Illinois Und 20. 215 Senate Ave und 21. 215 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Av und 26, 219 Broadway und 10. 231 JllinoiS und 2Uccaa 34 Ro. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 225 JllinoiS und 33. 226 Annctta und 30. 227 No. 9. Cxrinhzul Ndcll und Rao 238 Ldeil Ladder Wer 29 Jiabel und 7. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u Ct. Clft 243 Cldrioge nd 23. 312 West uud Walnut S13 Wcft und 12. 314 Howard und 16. 515 Torbct und Paca 215 Capital Ave und 10. 317 Northwestern Ave 9Z 218 Gent und 18. 219 Canal und 15 324 Cerealine WorkS 224 Vermont nd Lrmn 825 Bismarck u Srandvie 226 No 29 Spritzenhaus Hghville. 327 Michigan u. HelmeS, 228 Michigan u. Concord 341 West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 412 Miffouri und Ohio 415 Capital Ave u Seorgia 415 Missoun u KentuSy S 417 Senate Ave C Waso. 421 P und E NmUuS W. Washington. 423 Jrren-.tzosxital. 424 Milcy Av u. I D u LZ 425 Wash. und Harri 426 No. IS Spritzenhaus W. Washington 127 Oliver und Birch 428 Oliver und OSgood 429 Nordyke und Dort 421 Hadley Ave u. Morris 422 River Ave U. MornS 4 A River Av und Nay 435 Harding . Big 4 R f 436 Harding und Oliv 4Z7 No. 19 SpritzrchO MorriS und Harbins, 4ss Howard und WWsuB 439 S rorkyards 451 ReiSner und TfJkx 452 Howard nd Lee 453 MorriS und Sta)st 456 LambeN nd BetMt 457 Nordhle Ave u. Vor rnon WorkS 612 West ud Ray 513 AentuaAve u.McrrS 514 Meridian und MorriS 515 JllinoiS und Kansas 517 Morris und Dakota 518 Morris und Church 519 Capital A. u McCarty 521 Meridian und Palm 523 Pine und Lord 524 Madison Ave u Lincoln 25 Meridian und Velt RR 527 CarloS und Ray 528 Meridian und Vritona 529 Meridian u. Raymond 5Z1 Meridian u. McCarty 522 No. 17 Spritzenhaus MorriS nahe West VA McKernanund Dough. 13 East u. Lincoln nt 614 East und Bcechcr 515 Wright und Sander 517 McEarty und eaty 518 NctuJersey u Lir Ave 712 Spruce und Prospekt 712 Englsh Are. u. Laurel 714 State Ave u. Bell R R 715 Shelby und Beecher 716 State Ave und Orange 713 Orange und Laurel 713 Chelby u. Cvaaae Avi 721 Lexington A, u Lau? 722 FIktchcr AvkU.Opru 724 State Ave u. Pleasant 725 Prokt undleasat 726 Orange und Hm lax 728 Liberty und Merk 729 Tallt nd South 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Str. 12 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Tm 815 Michigan tt. Highlanr 818 Market u Arsenal Av 817 Ost 6. Slaik und Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle ShcpZ 823 Vermont und Walcott 824 Wash. und Staie 2 825 Radden'S tounge Fak L25 Tuckcr und Dorscy 827 Wash. und Beville Av 829 No. 12 Spritzenhaus Beville nahe Michigs, 831 Eoutheafter Av und Woodside. 32 Wajh. und Tferfmj 834 Southeaftern vuxe Arsenal ves. 635 New Hork und Tempk 912 JllinoiS nd Maryl. 112 Illinois nd Markt. 914 Penn, nd rSosh. 9isTelsn?an nnd SpeziaZ-Siznale. Erste 2 Schlag, zweiter Alarm, Zweite 2 CchlZze, dritter Mann. Dritte 2 Schlage, vierter Alora. l l, Feuer au und Schlauch aufgerollt. 5 EchlZge, Wasserdruck ai. 12 Schläge, i, Uhr Mittag. 5Dii 'fi bezeichneten Signale werden nur vom Thür wacht angegeben da an den betreffend, Strafe keuprng, kuu SllarmLlstm angebracht find.

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