Indiana Tribüne, Volume 26, Number 92, Indianapolis, Marion County, 8 December 1902 — Page 5
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schottischer Sport.. . VknathletiscKeS Kunststück der Söhne ttt schottischen HockzlanVcS. . In Schottland, nördlich vom Firth of Forth treiben die ' Dorfbewohner einen merkwürdigen und sehr ' alten Spornt, dessen Ausübung eine ungewohnliche Kraft und Geschiälichkeit erfordert. Dieser Sport ist nur in Schottland heimisch, in London pflegt jedoch der Hochland-Athletenklub alljährlich eine Vorführung zu veransialten. Hier und dort mag wohl auch noch einmal in fernen Gegenden ein Schotte seinen staunenden Freunden zeigen, wie das Kunststück mit dem sogenannten Caber" ausgeführt wird. Ein Geber ist ein von sämmtlichen Aesten befreiter gerader Baumstamm von etwa 16 Fuß Länge und etwa zwei Centner Gewicht. In der Regel wird der Stamm einer jungen Kiefer oder Lerche verwendet. Die Kunst besteht darin, den schweren Baumstamm, den sonst ein einzelner Mann überhaupt nicht bewältigen kann, aufzuheben und derart fortzuschleudern, daß der Baum sich einmal überschlägt und dann so fällt, daß das leichtere Ende direkt von dem Werfenden wegzeigt. Am vortrefflichsten ist der Wurf, wenn eine in der Richtung der Stange gezogene Berlängerungslinie den Standpunkt des Werfenden trifft. Man muß den Cabe? senkrecht, und zwar mit dem schweren Ende nach oben emporheben und ihn vor der Rechten Schulter so lange balanciren, bis man ihn soweit in der Gewalt hat, um den Wurf aZsführen zu können. Das Anheben des Stammes vom Boden kunn aber Niemand allein bewirken. Derjenige, der die Kraftprobe ausführen. will, setzt seinen rechten Fuß auf das dünne Ende des Stammes, und .während ein zweiter Mann das entgegengesetzte Ende anhebt, hilft der Athlet mit seinen Händen nach, um den Baum derart aufzurichten, daß das sckwcre Ende auf dem Boden ruhen bleibt. Dann bückt sich der Athlet, und indem er den Stamm gegen seine Schulter lehnt, umschlingt er ihn unten mit der rechten Hand und richtet sich kraftvoll auf, den Stamm mit der Linken unterstützend. Der Caber ruht nun auf beiden Händen des Athleten, ist leicht gegen seine Schulter gelehnt und ragt im Uebrigen frei in die Luft. Unter dem Gewicht des Stammes schwankend und taumelnd, und bemüht, ihn vertikal zu balanciren, macht nun der robuste Hochländer laufend einige Schritte vorwärts, hält dann eine Sekünde inne, um alle Kraft zu sammeln und schleudert den Stamm mit aller Wucht von sich. Dabei liefert die Antriebskraft des Stoßes, welcher den Stamm durch die Luft sendet, namentlich die rechte Schulter, der bei diesen gestählten Hochländern eine ganz ungeVöhnkiche Kraft inne zu wohnen scheint. Eine Sekunde später berührt das schwere Endendes Stammes den Boden und jetzt ist der kritische Augenblick gekommen. Hat das leichte Ende genügenden Schwung, so folgt es der Triebkraft und schlägt nach vorn über, wenn nicht, so fällt es seitwärts oder nach der Richtung des Werfenden zurück. Bisweilen entsteht ein Augenblick athemloser Spannung, wenn der Eaber zögert, vor- oder rückwärts zu fallen, gleichsam als wenn er sich nicht sofort für die Richtung entscheiden könne. Fällt er vorwärts, und zeigt in gerader Linie von dem Werfenden fort, so ist es -in guter Wurf, fällt er zurück, so zählt der Wurf überhaupt nicht. ?ic JagV tu den Norspo cusen. , Kapitän Otto Svcrdup crzäblt in lern Bericht über seine Fahrt nai) tcii Inseln des nördlichen Eiömccrcö. fcajj er nördlich von Grinelland mit seinem Gesährtcn 28 Moschusochsen t:nd viele Hasen erlegt hat. IleberdieS sahen sie während deö Wintcrö 19001901 viele weide Polarwölre: einige listeten sie und einige haben sie, wie schon gemeldet, lebend nrircjc bracht. . Die. Polarg?gcnd hat ihre eigene Thier und Pflanzenwelt, ob gleich im Winter dort häufig 40 und 50 (Ärad Celsius vorkamen. Vesondcrs reich ist die Thicrwelt des Bkceres, wo das Wasser unter seiner ic dckc immer noch h und 1 Grad Null hat. Bis zum .84. Breitengrad sind einzelne Thäler im Sommer, wenn der Tchnee aeschmol.zen ist,, mit 03rar, atoo3, flechten und Polar-Pflanzm bedeckt.' Auf diesen Weiden finden Moschusochsen undLolarhaftn ihrc Nahrung. Hier trifft man auch den Eisbären, das Nenthier, den Wolf, den Zuchs und am 3trcmoe Fischstlern, Robben und Walrosse. Unter diesen Thieren ist der Moschusachs.' (ovibos maschatus) besonders werth' voll, weil man seinen Prlz und seine Haut benuden kann, i.nd archerdein auch scjn Fleisch, das genügend genießbar ist, um von den emohnen: der Polargegend gcsuc.,. zu werde;, und das auch den Forschern kostbare Hilfsquelle gewesen ist. Tas Thier verdankt seinen Namen -dem sehr rremcj angenehmen Moschnsgeschmack. den sein Fleisch manchmal annimmt. cr ausgewachsene , Moschusochso ist kleiner als der Bisam, crscrjctnt lvege.? seines langen, dichten Pelzes aber größere er mißt etwa zwei Meter in der Länge, und seine großen, fast 00 Zentimeter langen Homer geben i&ni das Aussehen eines großen Widders. .Man trifft ihn auf den Inseln- des Eismeeres, an dcn norohchen'.fiuücn Grönlands, im Osten wie im Westen und auf den beiden Abdachungen des Smithsuudes. . Man hat sein Vor'kommen vom 60 bis .im SO. Grad
nördlicher Breite festgestellt. Tiefes Hufthier lebt mit Vorliebe in den Bergen; es ist trotz feines schweren Aussehens flink und klettert wie eine Ziege. Tie Moschusochsen leben truppweise, theils um bener den eisi gen Winden zu trotzen, aegen die sie zum Schutz aneinanoerorcingen, theils um vereint gegen ihre Feinde zu kämpfen, unter denen der Wolf obenan steht. Tie Eskimos snchen aucki den Ooming-meing" (so nennen sie den Moschusochsen) nicht nur wegen seines warmen Felles, sondern auch wegen seines Fleismes jir erlegen. Manche Thiere wiegen bis zu 350 Kilogramm; durchschnittlich liefern sie 180 Kilogramm Fleisch. Tie Eskirnos jagen den Moschusochsen auf eine merkwürdige Art. Zuerst errichten sie im Gebiet des Moschusochseu Schnee Hütten, iu denen sie sich niederlassen. Tann geben sie allein oder paarweise fort,' um die Umgebung zu erforschen. Wenn sie die Spuren des Wildes bemerken, so erkennen sie auch das Alter, was für sie sehr wichtig ist. Haben sie die Spuren festgestellt, so beginnen' sie die Jagd a n folgenden Tag. Tann herrscht großes Leben in den weiszen Hütten, chon am Abend vorher sind die Hunde mit Riemen aus Fischotterfell angelegt; man will so verhindern, daß sie durch ihr 0c bell die Ochsen die sich Nachts dem Lager nähern, verscheuchen. Tie Hunde zur Verfolgung des Wildes werden an die Schlitten durch Riemen befestigt, die anderen werden ang spannt. Bei Tagesanbruch -brechen die Eskimos auf und spornen die Hunde an; aber sie vermeiden Schla ge mit der Peitsche, da sie die Ruhe stören und das Wild stutzig machen würden. Au dem bezeichneten Ort machen sie Halt, überlassen die Schlit ten den Frauen und jungen Leuten, machen die Hunde los und befestigen die langen Riemen an ihrem Gürtel Jeder trägt in der Linken ein Gewehr und führt mit der Rechten einen oder mehrere Hunde. Tann lassen sie sich von den Thieren pfeilgeschwind fortziehen (auf Schneeschuhen?). Sc bald die Jäger die Moschusochseu bemerken, die einen Kreis zur Vertheidigung bilden, lassen sie die auf diese Jagd abgerichteten Hunde los uui) schließen die Thiere ein. die bald unter dcn mörderischen Kugeln der geschickten Schützen fallen. Früher, als die Eskimos noch keiue Flinteu batteu, griffen sie trotz der großen Ge fahr die Moschusochseu mit dem Speiser an. Tie Polarforscher sagen, das; das Fleisch der. männlichen Thiere ei nen schrecklichen Moschusgeschmack bat der bei den weiblichen und jungen Thieren fehlt;, aber die Eskimos ma chen keinen Unterschied. Tas thieri sche Leben hört ink nein 84. Grad auf. . Je mehr man sich dem Pol nähert, um so seltener trifft man einen Vierfüßler, und die große Schwierig. keit, den Nordpol zu erreichen, liegt ZUM Theil auch au dem Aufhören je den thierischen Lebens.
Ein clgcnthumliches Natnrschausplcl ist nach den Münch. R. N." in dem bei Tannheim gelegenen wildromantischenschen V'lsalpthale beobachtet worden. Zwischen 2 und 3 Uhr Nachmittag wälzte Plötzlich ein heftiger Sturm vom Hochvogcl große Wolkenmassen daher, die im hinteren Theil des Vilsthales sich stauten. ' während das Hauptthal tnr Sonnenscheine lag. Bald erfolgte eine mächtige elektrisch: Entladung, und man konnte zahlreiche Kugelblitze über den Spiegel des Sees dahinfahren "ehen, ohne dabei Donnerschlage zu vernehmen. Plötzlich ein furchtbarer Krach, und durch die Wolken schlangelte sich ein Blitzstrahl in mächtiger Zickzacklinie, dzr sich scheinbar bis aus den Grund des Sees bohrte. In diesem Augenblick erhob sich zischend eine gewaltige Wassersäule von etwa 10 Meter Höhe in die Luft, aus deren Spine fortwährend Blitze unter knatterndem Geräusche zum Horizont empor fuhren. Ter an die Wassersäule angrenzende Wolkenrand erglänzte dabei in den schönsten Regenbogenfarben. Das erhabene Naturschauspiel dauerte etwa drei Minuten, worauf es ebenso rasch wieder derschwand. Äremseram M a 'r terp f a h l. In der Crow Wing-Agentur im Staate Montana war neulich eine Indianerin von einem Güterzuge überfahren und fast augenblicklich getödtet worden. Ein Krieger, welcher, sie begleitet hatte, sammelte sofort eme Anzahl Stammesgenossen und es gelang ihnen, sich eines Bremsers zu bemächtigen. Die Jndianerpolizei wurde alsdann aufgeboten, und als sie das Jndianerdorf erreichte, waren die aufgeeegten Nothhäute schon damit be.schäftigt. einen Kriegstanz um ihr Opser abzuhalten, welches sie an einen Baum gebunden hatten, um die Marterung und . Verbrennung vorzunehmen. Die Krieger wollten 'sich' zuerst keine Einmischung gefallen lassen, und es sah eine Zeit lang aus, als müßte es zu einem-Zusammenstoß kommen, aber schließlich gelang es den Polizisten, den unglücklichen Bremser in Sicherkeit zu vrinaeiil nsom rerzieran. ergeant: Welchen Beruf haben Sie denn. Einjähriger Müller?" Einjähriger !tfüller: Ich siudire Jura!" Sergeant: Jott. da sind ja die armen Professoren beinahe ebenso zu beöauern wie ick, wenn Sie mit'n Jeist nich jewan'ohr sind, wie mit dZ, ffbim!" '
Die größte Kirche, die in Sicilien existirt, die Kirche der Benediktiner in Catania, droht einzustürzen. Was für Rom S. Pietro, ist für Camnia dieser berühmte, majestätische Bau. der die Bewunderung allerFremden hervorruft. Bereits sind mehrere Vilaster von Altären eingestürzt, und einiae Pfeiler des Schiffes der Kirche weisen bedenkliche Risse auf, sogar die gewölbte Decke ist beschädigt. Der Schlesische Jour-nalisten-und Schriftsteller - Verein in Vreslau. als Vorort des Verbandes Deutscher Journalisten- und Schriftstiller - Vereine, hat an- den Reichstag eine Petition gerichtet, welche die grundsäkliche Beseitigung der unwürdigcn Stellung fordert, die in der Rechtsprechung und beim Strafvollzug d:n deutschen Journalisten und Schriftstellern zugewiesen ist. Voneinem blutigen Auftritt im Theater wird aus Fusignano bei Bologna berichtet: Ein Zuschauer unterbrach mehrmals die-Ausführung des Schauspiels Phryne" und sollte infolgedessen aus dem Theaterraum entfernt werden. Der Ruhestörer setzte sich jedoch zur Wehr, zog ein Dolchmef? scr, erstach einen der herbeieilenden Carabinieri und verwundete zwei andere Schutzleute. Das Publikum verließ unter Schreckensrufen in wilder Flucht das Theater. A u f a l l e n n a t u r w i s s e nschaftlichen Versammlungen und in den Parlamenten Australiens ertönen Klagen darüber, daß Känguruh und' Emus, die beiden Wappenthiere Australiens, anfangen zu den Seltenheiten zu gehören und unaufhaltsam ihrer Ausrottung entgegengehen. Bei dem aeaenwärtig im Innern herrschenden Wasser- und FutterMangel kommen die Thiere den menschlichen Wohnstätten näher und werden ohne Erbarmen niedergeknallt. JnVreslauhatder Prozeß der Familie Böcklin gegen den Kunsischriftsteller Muther begonnen. Muther hatte behauptet, die in den letzten Iahren in den Handel gekommenen Bilder Arnold Böcklins seien sämmtlich, von seinem Sohn, Carlos gefertigt und von dem ganz unzurechnungsfähig gewordenen Vater nur gezeichnet worden. Man will zu beweisen suchen, daß Mutter und Sohn Böcklin systematische Fälschungen ver. übt hätten und eine in München leben de Frau diese Mischungen handelsmäßig vertrieben habe. Ein Sonderling Namens Stocker lebt auf dem Schwarzwald bei St. Georgen. Er hat sich dort im Walde drei Hütten erbaut und eine dem Moses, die andere dem Elias und die dritte dem Petrus geweiht. Das Innere der Hütten ist ausgeklebt mit längstverfallenen Serienloosen; nach Stockers Ansicht stellen sie jedoch einen Werth von einer halben Million dar. Die Brust des Wundermannes schmücken alte Denkmünzen und Festzeichen. Einen Stock von Hartriegelholz hält er für den zur Schlange gewordenen Stab Mosi. Bei seinem Bette steht ein Sarg. Stocker ist 71 .ahre alt und fristet sein Einsiedlerleben mit harter Waldarbeit. " Mit Freundliökeit und Würde zeigt er Fremden sein Wald-Eldorado. Verirrte Mutterliebe hat eine alte Frau Namens Bansewein in dem Pariser Vorort Bois-Colom-bes zu einem geradezu entsetzlichen Schritt getrieben. Die 70jährige Greisin tödtete ihre 30jährige TochterOIga durch mehrereSchüsse, stürzte sich dann über den Leichnam und krallte ihre Nägel in Vrust und Hals der Ermordeten. Man nahm die Mutter fest, und auf der Polizeiwache machte Frau Bansewein folgende erschütternde An gaben: Ihre Tochter Olga war geistesgestört, hatte schon lange Zeit in einer Irrenanstalt verbracht und sollte jetzt wieder dorthin zurückkehren. Ein voraussichtlich langes Siechthum in geistiger Umnachtung stand der Unglücklichen bevor. - und , diese Leiden wollte die schmerzerfllllte Mutter der Tochter ersparen. Zahlreiche Zeugen sagten übereinstimmend aus, daß Frau' Bansewein ihre Tochter bisher mit der größten Liebe gepflegt und ihr ganzes Vermögen für die Kranke aufgewandt hatte. D a s f r a n z ö s i s ch e Schloß Eu, welches kürzlich von einer Feuersbrunst heimgesucht wurde und vor welchem nur die Kapelle erhalten blieb, wird wieder aufgebaut werden. Die großen Versicherungssummen werdcn einen hinreichenden Baufonds bilden. Den empindlichsten Schaden verursachten der Verlustder spanisch-maurischen Fayenesammlung und die in derBiblio thek angerichteten. Verwüstungen. Einige imSchlosse aufbewahrte Autograph'e Ludwigs' XIV. blieben unversehrt. Schloß Eu war einer der prunkvollsten Herrensitze des königlichen Hauses Orleans. Das Schloß, von einem prachtvollen Park umgeben, liegt im Nordcn Frankreichs im Arrondissement .Dieppe, besitzt mit der Stadt Eu einen Hafen, der durch den Kanal von Eu mit dem Hafen von Treport verbunden ist. Die Grakschaft Eu kam Anfang de5 16. JahrHunderts in den Besitz der Orleans, die dort an Stelle der im Jahre 1475 durch Ludwig XI. niedergebrannten Burg das stolze Schloß erbauen li: ßen. König Louis Philippe verlieh's. Z. dem ältesten Sohn des Herzogs von Nemaurs den Titel eines Grafen von Eu. ,
Für oie Jahrhunertfcicr im schweizer Eanton Waadt, die in großem Stile geplant ist, wurde ein Festspiel in fünf Akten von dem bekannten Schweizer Componisten E. Jaques - Dalcroze geschrieben, das im Juli des nächsten Jahres unter freiem Himmel und von nicht weniger als 400 Mitwirkenden zur Darstellung kommen soll. Das Schweizer Festspiel wird die historische Entwicklung des genannten Cantons und die markantesten Gestalten seiner Geschichte wäi)rend der letzten vier Jahrhunderte vorführen. Ein S ch n e l l i g k e i t s-U ngeheuer macht gegenwärtig in Frankreich von sich reden. Es ist ein MotorDreirad mit 32 Pferdekräften; das Motor Monstrum soll im Stande sein, ein Tempo von 120 Metten stllndlich zu erzielen. Die letzte Behauptung dürfte wohl gelinden Zweifeln begegnen: immerhin hat man es aber mit einer ganz ungewöhnlichen Maschine zu thun. Das Fahrzeug ist ungeheuer lang, so daß es vollkommen ausbalanzirt erscheint und nicht, wie sonst üblich, beim Vorderrade durch Blei beschwert ist. , E i n e schöne alte S t udeniensitte scheint in Würzburg wieder in Uebung zu kommen. Das Corps Rhenania begleitete dieser Tage einen scheidenden Corpsbruder im feierlichen Zuge zum Bahnhof. Voraus schritt ein. Musikcorps, dann folgten im Viersvänner der Geehrte mit dem Senior, darauf im langen Wagenzug die übrigen Angehörigen es Corps. Am Bahnhof folgte ein Aöschiedstrunk, während die Musik Bemooster Bursche zieh' ich aus" spielte. Unter den Klängn des Liedes Muß i denn, muß i denn zum Städtle hinaus" bestie der also gefeierte Stujosus den Zuz. der ihn aus der Stadt der Mu-sen-entführen sollte. An der königlichenAkademie der Tonkunst in München ist zur Äeit ein Kaminkehrergehilfe aus Vorarlberg als Operneleve inskribirt. Der Mann ist 28 Jahre alt. wurde von KaParitäten der Münchener Hofoper geprüft und auf Grund des Ergebnisses dieser Prüfung so qualifizirt, daß die Akademie der Tonkunst ihm, obwohl er als Ausländer zu gelten hat, Unterrichtsfreiheit (dies bedeutet einen Nachlaß von ca. 300 Mark an UnterrichtsHonoraren) bewilligte; ebenso wurde Ihm seitens der Schule ein Flügel zum Ueben zur Verfügung gestellt, derselbe aber wiedir abgeholt, eben weil die Inscrlptionsgebühr noch immer nicht erledigt ist. Der Vater des jungen Mannes ist ein armer einfacher Maurer in Götzis bei Vorarlberg. vt Ein Ortspolizeigesetz 5ea.en.die Gänse hat die Gemeindeverwaltung des Dorfes Schwendi bei BiHerach in Baden in Aussicht genommen.' Anlaß zu dieser eigenen Maßnähme hat die Gefahr gegeben, die die Gänse für die elektrische Ortseinrichtung bedeuten. Von ihrer Bergweide fallen die Martinsvögel fast täglich mit großem Geschnatter in die Dorfstraßen ein und stoßen dabei vielfach derart geacn'die verschiedenen Leitungsdrähte, daß diese aneinanderschwingen und Kurzschluß verursachen. Mancher Haus- und Werkbesitzer hat für den Abend kein Licht, aber auch manche Gans büßt bei dem Manöver ihr Lebe ein. Dem haftbaren Besitzer des Elektricitätswerkes ist schon ein erheblicker Schaden entstanden. Man sieht, die Retterinnen des Kapitals wirken auch noch heute verhängnißvoll. Zu einer wahren Revzlte soll es angeblich im Allgemeinen Krankenhaus in Mannheim gekommen sein. Die in einer besonderen Abtheilung untergebrachten, unter Sittencontrolle stehenden Frauen waren wegen Unfugs auf schmale Kost gesetzt worden. Um sich zu rächen, veranstalteten sie eine Demonstration. Sie begannen zu singen und zu brüllen. so daß die ganze Nachbarschaft in Aufregung versetzt wurde. Hierauf zertrümmerten sie Fensterscheiben und Fensterrahmen und waren im Begriff, auch die Einrichtungsgegenstände zu zerstören, als die Polizei einschritt. Fünf der Weiber, die sich wie rasend gebcrdeten, wurden verhaftet und in Isolirzellen untergebracht. Als sich später der Tumult wiederholte, schraubten die Wärter Schläuche an die Wasserleitung und beruhigten auf diese Weise mit kalten Douchen die Störenfriede. Uöbereinenneuen Langfingertrick, den kürzlich Brillantendiebe in einem Iuwelierladen zu Paris mit Erfolg zur Anwendung brachten, melbei ein französisches Fachblatt folgendes: Ein vornehm gekleideter H:rr tritt ,in ein Juweliergeschäft ein und fragt nach Brillantringen. Er sucht ziemlich lange, findet aber nichts seinem Geschmack Entsprechendes.- Als er sich zum Gehen wendet, bemerkt der Iuwelier. daß ihm ein Ring von. hohem Werthe fehlt. Der angebliche Käufer weiß natürlich von nichts, er läßt sich bereitwilligst untersuchen man findet Nichts bei ihm und läßt ihn schließlich unter' Entschuldigungen gehen. Eine halbe Stunde später betritt eine gut gekleidete Dame das Magazin, fragt nach billigen Schmuckgegenständen und kauft auäeinen solchen. Dabei hat sie aber Zeit gefunden, den vorher vermißten Ring, den ihr. Complice mit Wachs unter den Rand des Ladentisches geklebt hat, mitzunehmen. . -
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