Indiana Tribüne, Volume 26, Number 91, Indianapolis, Marion County, 6 December 1902 — Page 7
I
Jndiana Tridune, 6 Dezember 1902, 7
X
S0S0$0$0$030 0KOKO'TOKO'Z0HZ
y o Im WaldM j X rr . a . s M t o o 4 o 8 O S o o S o $ O s o Zloman von Rcinlzold Grtmann. o OOOOOOOOOOOfOA O (Fortsetzung.) Donnerwetter!" ' murmelte er. Wenn das mehr als eine bloße Aehnlickkeit sein solltet Wenn sie es wirklicb wäre!" Unverwandt haftete sein Blick an einer schlanken Frauengestalt, die lang sam inmitten des Menschenschwarmes' daherkam. Für einen flüchtigen Beobachter wäre vielleicht gar nichts Auffallendes in ihrer äußeren Erscheinung gewesen, denn abgesehen von einem etwas verwegenen Rembrandthut war sie mit durchaus solider Einfachheit gekleidet. Aber es war jene Einfachheit, hintc? der sich das ganze Raffinement einer geschmackvollen und in allen Künsten erfahrenen Dame von Welt verbirgt. Dies knapp anschließende dunkle Kleid, das alle Linien der tadellos gewachsenen Gestalt so wirkungsvoll hervorhob. stammte ohne allen Zweifel aus tinesi der ersten Pariser Ateliers. Und von den beiden kostbaren, tauben
eigroßen Perlen in den rosigen Ohrläppchen bis zu den zierlichen Lackstieselchen hinab war alles an ihr von un antastbarer Vornehmheit.' Aber so gut er sich auch immer auf derartige Dinge verstehen mochte es war doch weder die Eleganz der Spaziergängerin, noch die Anmuth ihrer Haltung und ihrer Bewegungen gewesen. die Hoßfelds Aufmerksamkeit auf sie gelenkt hatten. Was seinen Blick wie mit magischer Gewalt an ihrer Erscheinung festhielt, war vielmehr zunächst die Farbe ihres wundervollen rothgoldigen Haares und dann der Schnitt ihres auffallend, hübschen 'Tirnb interessanten Gesichts, das er nicht zu ersten Mal in seinem Leben zu sehen vermeinte. Dieser kleine kirschrothe und trotz seiner feinen Linien so energische Mund, diese schmale, leichtgebogene Nase und vor Allem diese feurigen, . dunklen Augen hatten ohne Zweifel fchon einmal ein sehr lebhaftes Interesse für ihn gehabt. Und er brauchte auch gar nicht lange in seinem Gedachtniß zu suchen, um sich zu erinnern, wann und unter welchen Umständen, es der Fall gewesen k?ar. Nur über die Identität der Person war er noch nicht ganz mit sich im Reinen. Am Ende gab es ja so wunderbare Aehnlichlei-
ten, daß ein Irrthum trotz der Uebercinstimmung aller Details nicht ganz . ausgeschlossen war um so weniger, als Miß Georgia Elliston seiner Meinung nach heute doch schon etwas älter hätte aussehen müssen, als die schöne Spaziergängerin, nach der sich trotz ihres durchaus nicht herausfordernden Gebahrens die Köpfe aller Flaneure umwandten. Unter allen Umständen aber mußte Hoßfcld volle Gewißheit haben, und er zögerte keinen Augenblick, sie sich zu verschaffen. In Ermangelung kleinerer Münze warf er, ohne erst das Erschiinen des Kellners abzuwarten, als Bezahlung für die genossene Tasse Schokolade einen Thaler auf die Platte des Marmortischchens, und tauchte in den Menschenstrom ein, um den Spuren der Dame mit dem Rembrandthute zu folgen. Die nickenden Straußfedern, die er immer in einiger Entfernung vor sich sah, machten es ihm leicht, sie im Auge zu behalten. Er war zu wohlerzogen, um eine Dame, über deren Persönlichkeit er sich immerhin täuschen konnte, mitten im Gedränge anzureden, und zu gewandt, als daß er gefürchtet hätte, ihre Fährte wieder zu verlieren. So folgte er ihr gelassen bis zum Vrandenburger Thor und durch dasselbe in die Königgrätzerstraße hinein, wo sie einen Augenblick stehen blieb, vielleicht in der Absicht, sich nach einem Wagen umzusehen. Noch einmal hatte er jetzt Gelegenheit, sie genau zu beobachten. Und seine Vermuthung kam bei dieser zweiten Musterung einer Gewißheit so nahe, daß er sich nun doch entschloß, hier, wo nicht mehr eine Menge neugieriger Blicke auf ihnen ruhte, eine Anfrage zu wagen. Er trat auf sie zu und lüftete seinen Hut. Miß Elliston wenn ich nickt irre?" Sie erhob die glänzenden dunklen Augen zu seinem Gesicht, und wie eine lodernde Flamme schoß es über ihre Wangen hin. Sie? Und Sie wagen es, mir in den Weg zu treten Sie?" Mit der unbefangensten Miene von der Welt sah er sie an. , Aber warum sollte ich nicht, meine Gnädigste? Ich bin, aufrichtig entzückt, Ihnen wieder zu 'begegnen.. Und wenn ich jemals das Unglück gehabt haben sollte, mir ohne mein Verschulden Ihren Unwillen zuzuziehen, so ist. doch seitdem jedenfalls eine viel zu lange Zeit vergangen, als daß Sie mir noch immer zürnen könnten." Die schonen Augen der Amerikaneim sprühten Funken des Zornes; ihre Nasenflügel bebten, und ihre klein: nervige Rechte umspannte den silbernen Griff ihres Schirmes so fest, als wäre sie in Versuchung, sich seiner als einer Waffe zur Züchtigung des Unverschämten zu bedienen. ' - Wollen Sie mich wieder verhöhnen. vieS es schon einmal gethan i
zischte sie ihn an. Oder glauben Sie im Ernst, daß eine Frau jemals vergessen könnte, was Sie mir angethan?" Pardon! Sie belieben mir heute unrecht zu thun wie damals. Ich hatte das Mif.aesckick, von Ihnen einige Wocyen ylndurcy für einen Änderen ge. kalten und unter dieser irrthümlichen Voraussetzung verfolgt zu werden. Aber Sie wissen sehr gut. Miß Elliston, daß es in den Vereinigten Staaten durchaus nichts Sträfliches ist. gelegentlich einen anderen Namen anzunehmen." f Auch nicht, wenn es m der abscheulichen Absicht geschieht, einem Schurken damit den Weg zur Flucht 'zu ebnen und ein argloses Weib zu hintergehen? Als wir .uns zum ersten Mal gegenüberstanden, waren Sie wenigstens ehrlich genug, diese schmachvolle Absicht nicht zu leugnen." Ich war vielleicht ein wenig verwirrt durch die nun, sagen wir, durch die etwas drastische Art Ihres damaligen Auftretens. Und möglicher W:ise waren Sie auch nicht in der Gemüthsstimmung, um meine Aeußerungen ganz unbefangen zu beurtheilen. Heute aber, wo diese Dinge Ihnen doch sicherlich nur noch ein mitleidiges Lächeln abnöthigen können " Genug!" stieß sie zwischen den zu sammengepreßten Zähnen hervor, indem sie ihren Schirm auf den Boden stieß, daß es klirrte. Ich wünsche nicht, mich mit Ihnen darüber zu unterhalten, und ich ersuche Sie, mir jetzt nicht weiter lästig zu fallen." Ohne daß das impertinente Lächeln von anen Lippen gewichen wäre, lüftete Hoßfeld den Hut. (iin grausamer Befehl aber ich :iuß ihm natürlich gehorchen. Offen.ar hat es heute kein Interesse mehr für Sie. gewisse Aufklärungen zu empfangen, die ich Ihnen damals zu meinem tiefsten Bedauern nicht zu Theil werden lassen konnte, weil mir ein heiliges Gelöbniß die Lippen versiegelte." Er verbeugte sich tief und machte eine Bewegung, als wollte er sie verlassen. Jetzt aber war es Georgia Elliston, die ihn zurückhielt. Sprechen Sie im Ernst?" fragte sie, während ihre Augen bis auf den Grund seiner Seele dringen zu wollen schienen. Wären Sie wirklich bereit, mir heute den richtigen Namen des Mannes zu nennen, von dem Sie sich damals zu einer so erbärmlichen Handlung mißbrauchen ließen?" Gewiß." erwiderte er leichthin, die Gründe, die mich einst zum Schweigen verpflichteten, existiren heute nicht mehr, und ich stehe Ihnen gern mit
jeder Auskunft zu Diensten, an der Ihnen etwas gelegen sein kann. Aber ich weiß nicht, meine Gnädigste, ob di?se' zugige Ecke hier der rechte Ort dazu sein würde. Wenn ich mir die Freiheit nehmen dürfte, Sie zu einem kleinen Dejeuner Ihr Stirnrunzeln zeigte ihm, daß er sie falsch beurtheilt hatte. Nein!" unterbrach sie ihn kurz. Aber wir können in den Thiergarten hinein gehen. Dort werden wir mindestens ebenso ungestört sein, als in einem Restaurant." Hoßfeld war für den Anfang damit zufrieden, und bald hatten sie einen stillen Seitenweg erreicht, wo sie in der That nicht mehr fürchten mußten, beobachtet oder belauscht zu werden. Mit einer hastigen Kopfbewegung wandte sich Georgia Elliston ihrem Begleiter zu: Sprechen Sie also! Wer war es, der sich hinter jenem Edward Miller verbarg? Denn daß sein Name nur ein erborgter gewesen war, weiß ich längst." Ich werde es Ihnen sogleich sagen. Aber Vertrauen gegen- Vertrauen. Haden Sie in Wahrheit noch immer ein Interesse daran, es zu erfahren? Und haben Sie nicht vielleicht schon längst aufgehört, Miß Elliston zu sein?" t Nein. Ich bin es noch immer. Und ob ich ein Interesse daran habe, die Persönlichkeit jenes Verrathers zu erMitteln? Seit dem Tage, da er mich verließ, habe ich noch nicht aufgehört, ihn diesseits und jenseits des Ozeans zu suchen." Wahrhaftig?" sagte er in wirklicher oder erheuchelter Ueberraschung. Sie haben also den Wunsch noch nicht aufgegeben, ihn für seinen allerdings verdammenswerthen Treubruch zu bestrafen?" Weshalb spannen Sie mich auf die Folter durch derartige Fragen? Wrnn ich an die Aufrichtigkeit Ihrer Worte glauben soll, so sagen Sie mir endlich, was Sie von meinem was Sie von jenem Man wissen." ' Noch einmal ließ Hoßfeld blitzschnell vor seinem Geist alle die Gründe Revue pssiren, die für und gegen die Zweck Mäßigkeit eines Verrathes sprachen. Die mühsam, verhaltene Leidenschaft lichkeit in Georgia Ellistons letzten Worten, das Funkeln ihrer schwarzen Augen bei der Bemerkung, daß sie noch nicht aufgehört habe, Edward Miller zu suchen, konnten ihn nicht daran zweifeln lassen, daß Graf Meinburg auf eine recht unbequeme Weise an sein amerikanisches Liebesabenteuer erinnert werden würde, wenn er jetzt seinen Namen preisgab. Aber am Ende hatte er es doch auch nicht besser verdient. Und wenn er wirklich der unantastbare Grandseigneur war, als den er sich gestern seinem ehemaligen Ka' meraden gegenüber aufgespielt hatte, so mochte er seine Machtmittel'anwenden, um sich der unwillkommenen Nahnerin zu entledigen. Jedenfalls sonn ten sich für einen unbetbeiliaten Be
obachter aus einem Aufeinanderprallen der Beiden einige recht amüsante Ver Wickelungen ergeben. Und um dieses mit einiger Sicherheit zu erwartenden Vergnügens willen würde er die schwachen Regungen seines Gewissens wahrscheinlich auch dann zum Schweigen gebracht haben, wenn nicht nebenher noch die Hoffnung auf eine AnNäherung an die schöne Amerikanerin einen sehr wesentlichen Einfluß auf seine Entschließung geübt hätte. Nachdem er durch längeres Schweiaen die Spanuna seiner Bealeitcrin n ua vu2 Aeußerue gesteigert hatte, begann er also mit einer ziemlich rückhaltlosen Beichte. Und noch vor Ablauf einer halben Stunde wußte Miß Georgia so ziemlich alles, was ihm selbst von Graf Randolf Meinburgs Lebensschicksalen bekannt war. Sie hatte die Lippen fest geschlossen und blickte starr vor sich hin, ohne seine Erzählung auch nur durch eine einzige Frage zu unterbrechen. Eine kleine Falte war zwischen ihren schön geschwungenen Brauen; sonst aber blieben die Linien ihres Antlitzes ganz unbeweglich. , Jetzt, meine Gnädigste, wissen Sie, daß es keine Lüge war, als ich vorhin meiner Freude über diese zufällige Wiederbegegnung Ausdruck gab," schloß Hoßfeld seine Rede. Seit Langem schon hatte ich keinen sehnkicheren Wunsch, als den, mir Ihre Verzeihung zu verdienen. Ein Unwuroiger yar mrcy vamals zu tauschen verstanden, wie er Sie getäuscht hatte. Und ich" Wozu diese Entschuldigungen!" siel Georgia Elliston ihm in die Rede. Wenn Ihnen wirklich so viel an mei;icr Verzeihung gelegen ist, will ich sie Ihnen gewähren, obwohl ich der Meinung bin, daß es Ihnen kaum an Gelegenheit gefehlt haben würde, sich ihrer schon erheblich früher würdig zu machen. Ich bin bis vor wenigen Monaten beständig unter meinem richtigen Namen bei den bekanntesten Cirkusgesellschaften thätig gewesen, und eine einfache Erkundigung würde jeder Zeit hingereicht haben, Sie über meinen Aufenthalt zu unterrichten. Aber davon wollen wir, wie gesagt, jetzt nicht weiter reden. Genug, daß Sie mir heute die Wahrheit gesagt haben. Und es ist doch diesmal wirklich die volle Wahrheit?" Auf meine Ehre die lauterste Wahrheit, Miß Elliston!" Graf Meinburg ist also verheirathet und unglücklich verheirathet?" Ich hätte es Ihnen vielleicht nicht erzählen sollen. Z)!un aber, da es ein--mal geschehen ist, kann ich nichts zurücknehmen. Ja, es ist, wie Sie sagen." Und wenn ich mich jetzt unverzüg-
lieh auf den Weg machen würde, fo könnte ich ganz sicher sein, ihn noch auf der Insel zu finden?" Wenn ihn nicht irgend welche Gründe, die sich meiner Kenntniß entziehen, inzwischen zur Abreise bestimmt haben ja. Aber ich hoffe, daß es nicht Ihre Absicht ist, irgend einen öffentlichen Skandal herbeizuführen. Wir sind hier nicht in Amerika, wo man für den gerechten Unwillen einer beleidigten Frau ungleich besseres Verständniß hat. Und Rache ist, wie Sie wissen, ern Gericht, das. um so besser mundet, je kälter man es genießt." Ich werde es so ialt genießen, al die Unistände es nur immer zulassen erwiderte sie. Und der Ton, in dem sie es sagte, ließ ihren Begleiter überrascht aufblicken. Denn es war gar mchts Heftiges und Leidenschaftliches mehr in diesem Tone, wohl aber eine kalte Entschlossenheit und eine erbar 'mungslose Härte, wie sie ihm bisher noch niemals aus den Worten einer Frau entgegengeklungen war. Er sab sie an, und ihr schönes Gesicht erschien ihm mit einem Mal beinahe unheimlich in seiner marmornen Starrheit. Unwillkürlich mußte er an jene Szene im Cirkus Forepaugh- denken. wo sie inmitten der Arena gestanden und kaltblütig auf den Apfel über dem Haupte des Mannes gezielt hatte, den sie so leidenschaftlich liebte. Ein Weib, dem solche Dinge möglich waren, konnte wohl auch mit ebenso kaltem Blute ein Verbrechen begehen, wenn alle schlimmen Leidenschaften in ihrer Seele durch eine tödtliche Beschimpfung aufgewühlt worden waren. Obwohl er mcht gerade zu den empfindsamen Na turen gehörte, rieselte es dem Baron doch wie leises Erschauern über den Rücken herab, als er bis zu dieser Vorstellung gelangt war. Aber er wußte die kleine Anwandlung rasch genug wieder abzuschütteln und verspottete sich schon in der nächsten Sekunde sei ber wegen der thörichten Gespenster seherei, die ihm solche Einbildungen er zeugen konnte. Ja, wenn Miß Georgia ihren treulosen Freund damals auf seiner Flucht eingeholt hätte! Aber jetzt, nach so vielen Jahren! Und nachdem sie doch inzwischen sicherlich schon mancherlei an deren Trost für ihr verwundetes Herz gefunden! Es war eine Narrheit, jetzt noch eine Katastrophe ZU erwarten. Vermuthlich würde sie ihm ja die Hölle' rechtschaffen heiß machen. Aber das friedliche Ende wurde doch die Zahlung eines ansehnlick.cn Schweige geldes oder vielleicht gar eine rührende Versöhnung sein. Herr v. Hoßfeld überraschte sich auf einer sehr fatalen Eifersuchtsanwandlung. als seine Kombinationen plotzlich diese Wendung genommen hatten. Ob er sich heute in einer besonders empfänglichen Stimmung befand, oder ob sie wirklich inzwischen noch schöner geworden war jedenfalls dünkte ihm Mlk Georaia ein sekr beaebrenswer
ther Preis, und er fpürte durchaus kein Verlangen, gerade seinem undankbaren Freunde auf irgend eine Art zur Erlangung dieses Preises behilflich zu sein. Darum sah er sich veranlaßt, wie in einer verspäteten Anwandlung von Ritterlichkeit zu bemerken, daß die etwas bedenklichen Abenteuer der Gräsin Meinburg übrigens eine mildere Beurtheilung schon deshalb verdienten, weil ihr Gatte mit einigem Recht in dem Rufe stehe, es im Punkte der Treue nicht allzu genau zu nehmen. Man hält ihn für einen Meister in der Kunst, Frauenherzen zu bethören. Und ich möchte beinahe glauben, daß er zunächst auch Ihnen gegenüber diese oft bewährte Meisterschaft erproben wird. Man sagt ja, daß der Haß einer Verrathenen sich leicht genug in Liebe zurückverwandeln lasse. Und" Nichts mehr von dieser Art, wenn ich bitten darf, mein Herr," unterbrach ihn ihre kühle, befehlende Stimme. Ich denke, was sich zwischen dem Grafen Meinburg und mir möglicher Weise ereignen könnte, ginge Niemand an als mich und ihn." Er entschuldigte sich artig, denn es war ja nicht seine Absicht, sie zu erzürnen. Und dann, einem plötzlich in ihm aufgestiegenen Bedenken Ausdruck gebend, fügte er hinzu: Aber Sie werden doch hoffentlich' nicht verrathen, daß ich es war. der Ihnen dtn Schleier des Geheiumisses gelüftet?" Fürchten Srt nichts," erwiderte sie, während es in einer für ihren Vegleiter nicht gerade schmeichelhaften Weise
um ihre Lippen zuckte. Ich werde dem Grasen keinerlei Auskunft darüber geben, woher ich meine Kenntniß habe. Aber verzeihen Sie! der lange Spaziergang hat mich ermüdet, und ich möchte jene Droschke dort zur Heimfahrt benutzen." Ich will Ihnen meine weitere Begleitung nicht aufdrängen, Miß Elliston; aber ich wäre untröstlich, wenn ich fürchten müßte, daß dies unsere letzte Begegnung gewesen sei. Ich habe Ihnen heute bewiesen, wie viel mir daran liegt, Ihr Vertrauen zu gewinnen. Und wenn die Dienste eines treuen, uneigennützigen Freundes irgend welchenWerth für Sie haben " Ich danke Ihnen. . Und ich verbiete Ihnen nicht, mich zu besuchen, wenn ich von meiner Reise zurück sein werde." Beinahe überrascht von der BereitWilligkeit dieses Zugeständnisses, fragte er: Und wann wird das der Fall sein, Miß Georgia?" Vielleicht in wenig Tagen schon, vielleicht aber auch erst nach Verlauf von Wochen. Geben Sie mir Ihre Adresse, damit ich Sie benachrichtigen kann, wenn ich Ihrer bedarf." Ich werde für die nächsten Monate im Hotel Bristol Wohnung nehmen." sagte er, indem er ihr seine Karte überreichte. Aber nicht wahr, Sie geben mir dies Versprechen nicht blos, um mich nnt einer leeren Hoffnung abzuspeisen? Sie werden Ihre Zusage auch wirklich erfüllen?" Gewiß! Ich halte immer, was ich verspreche," erwiderte sie. Die uneigennützigen Freunde sind ja so häufig nicht, daß man sie ohne die zwingendste Noth zurückweisen sollte. Vielleicht war ein leiser Anflug von Sarkasmus in diesen letzten Worten gewesen. Aber Hoßfeld meinte dock, sich in dieser Vermuthung getäuscht zu haben, als er den festen Druck der kleinen und doch so muskulösen Hand verspürte, die er für die Dauer einer Sekünde in der feinigen halten durfte. Er war ihr ritterlich beim Besteigen der Droschke behilflich und blickte dann dem davonrollenden Gefährt mit zufriedenem Lächeln nach. 12. Kapitel. Der Professor Meinardus hatte dem Forstmeister mitgetheilt, daß er sich freuen würde, dem Fürsten Vilmarstein am nächsten Tage persönlich seinen Dank für die erwiesenen Frcundlichkeiten aussprechen zu dürfen. Seine Durchlaucht hatte sich auf Alvördens Anfrage sofort bereit erklärt, den verdienten Gelehrten zu empfangen. Nun erwartete der Forstmeister mit brennender Ungeduld das Erscheinen des Besuches; denn er zweifelte keinen Augenblick, daß Renate ihrem Versprechen gemäß den Großvater begleiten würde. Und es war ja verabredet, daß der Professor nicht im Schloß, sondern zunächst bei ihm absteigen sollte. Alvörden wußte, daß es die Absicht des Fürsten war, die Besucher mit einer Einladung ' zum heutigen Diner zu beehren, er selbst aber wollte sich's nicht nehmen lassen, sie mit einem kleinen Frühstück zu bewirthen, so gut er es in seiner Junggesellenwirthschaft eben zu bieten vermochte. Er hatte seine Vorbereitungen mit so viel Sorgfält getroffen,- daß seine Gäste von sehr wenig feinem Empfinden hätten fein müssen, wenn sie nicht schon beim Anblick der kleinen, blumengeschmückten Tafel inne geworden wären, wie lieb sie ihrem Wirthe seien. Noch einmal musterte Alvörden das Arrangement, und er war eben im Begrif, auf die Veranda vor .dem Hause hinaus zu treten, um nach den sehnlich Erwarteten auszuschauen, als sein Bursche eintrat und ihm eine Visitenkarte überreichte, an deren prahlerifchem Format der Forstmeister auf den ersten Slick erkannte, daß es nicht die des Professors war. Mit unbehaglichem Erstaunen las er den Namen des trafen Meinburg. Aber von allen unbequemen Besuchern hätte er gerade diesen am wenigsten abweisen möaen. und so bedeutete er dem Bur-
St. Aakobs
heilt alle körperlichen
NheumatkömuS, Gicht, Verrenkungen, Quetschungen, Hüftenschmerzen, Neuralgie.
Wirkt wie Aauöer. 3
lfi fifrftcmirfvmiwffm'
Das beste Heilmittel in der Welt. In 25 und S0 scheu, den Grafen in das neben dem Speisezimmer gelegene Arbeitskabinett zu fuhren. Schon die steife Verbeugung und die ernste Miene des Grafen mußten ihm beweisen, daß es nicht der Wunsch nach einem freundschaftlichen Geplauder gewesen war, der Meinburg zu ihm geführt hatte. Und noch ehe der Andere die Lippen geöffnet, hielt sich Alvörden überzeugt, daß er von dem nächtlichen Besuche seiner Gattin Kenntniß erhalten habe. Äber e? gerieth dadurch nicht für einen Moment in Verwirrung. Den scharfen durchdringenden Blick des Grafen, der vielleicht dazu bestimmt war, ihn einzuschüchtern, ruhig aushaltend, fragte er in gemesfenem Tone: Darf ich fragen. Herr Graf, was mir die Ehre verschafft, Sie bei mir zu sehen?" (Fortsetzung folgt.) In den nördlichen Theilen von Schweden und -Norwegen, wo im Sommer fast ununterbrochen Tageslicht herrscht, erntet man die Gerste schon sechs Wochen nach der Zeit, wo sie gesät worden ist. 2?!assenasvrucy aus dem Gefangnisse. Am hellen Tage überwältigten kürzlich 40 Männer die im Gefängnisse zu Eananeo, A. T., eingesperrt waren, die Schließer und bewerkstelligten ihre Flucht. Die Leute waren verschiedener Verbrechen, von leichtem Diebstahl bis Mord, angeklagt. Der Herr Vermessung i n g e n i e u r. Große Freude herrschte jüngst in einigen Ortschaften der württembcrgischen Oberämter Erailsheim und Eaildorf. als daselbst ein elegant gekleideter, nobel auftretender Herr in den Gasthäusern eintraf, sich als ein von Stuttgart aus gesandter Vermessungsingenieur vorstellte und erklärte, daß er mit mehreren Aröutern. die erst nachkämen, in der Gegend Höhen- und Tiefenbestimmungen, sowie eine NachVermessung der Felder vorzunehmen habe. Der Herr nahm die btcn Zimmer und bestellte, was gut und theuer war. Andern Tages aber entfernte er sich unter der Angabe, feine Arbeiter Herbeitelephoniren zu wollen, auf Nimmerwiedersehen und ohne Bezahlung. Das kostbare Vermessungsinstrument." welches er zur Beruhigung der Wirthe zurückließ, entpuppte sich als ein wohlverpacktcr Steinklumpcn. Menschenblut als Nahrungsmittel. Der Bcrichterstatter der Daily Mail" meldet seinem Blatt aus Wellington, Neu-Seeland, daß'die acht Ueberlcbenden des Dampfers Elingamite," welche, auf einem Floß treibend, von dem. britischen Vermessungsdampfer Penguin" gerettet wurden, zugaben, daß einige von ihnen, wahnsinnig vor Hunger, ihr Leben dadurch verlängerten, daß sie das Blut ihrer Genossen tranken. Dies wurde meistens von Zweien im gegenseitigen Einversiändniß dadurch gethan, daß sie sich Einschnitte in die Haut machten und Jeder das Blut des Anderen aufsaugte. Diejenigen der Unglücklichen, die sich dessen weigerten, wurden, während sie schliefen, angezapft." Die Stewardeß starb an Blutverlust, welchen sie auf diese Weise erlitt. Das Floß war 4j Tage unterwegs. Rückkehr eines Todtgeglaubten. Nach Wjähriger Abwesenheit ist kürzlich der Deutsche Matthias Glasscr als reicher Nevadaer Nanchbesitzer nach Buffalo. N. Y., zurückgekehrt und hat dadurch seinen alten Jugendfreund Rozier leider zu spät von dem Verdacht entlastet, ihn ermordet zu haben. Nozier und Glasser waren zusammen in der Ortschaft Black Rock aufgewachsen und waren dann vor 55 Jahren .zusammen nach dem Westen gegangen, um dort ihr Glück zu suchen. Nach Jahresfri, hörte Glasser auf, an seine Eltern zu schreiben, und als dann nach ein paar Monaten Rozier zurückkehrte und Glassers Uhr, Koffer und ZimmermannZwerkzeug in seinem Besitze hatte. hieß es allgemein, er habe seinen verschoöenen Kameraden ermordet. Man machte ihm zwar nie den Prozeß, aber man ,mied ihn von Stund' an. und verachtet und verbittert starb der Aermste vor zehn Jahren in Buffalo. Glasser erklärte iun. er abe damals die Sachen seinem Freunde zur Begleichung einer Schuld gegeben und sei dann während des Goldfiebers nach Kalifornien gegangen. Er habe jedcck bei dem Goldsuchen sein Glück nicht gefunden und habe sich der Viehzucht zu: gewandt, !e ihn zum reichen Manne gemacht. '
j
Gel
Schmerzen, wie Etablirt seit 50 Jahren. Gent Größe. Feuer - Signale. C Pnmsyw und Rrfd 5 English'Op-Haui East und NeVork 7 Noble und Nichlgan SN. Jerjqu.MaffW 9 Pine und Nvrth 10 Mket und Pine 11 Vermont nah East 12 92g. 8 CpritzenhauS Nafs.Avknahe Noble 15 Deswan und Walnut 14 . Jersey Lentral A. 15 Mass. und Lornell Ave 1 Ash und 11. Straße 17 X-axl So und 12 Ctr 8 Columbia und Hillskd 19 Highland Zlve u.P,att 11 JllinoiS und Ct. Jo 25 Pennfyw. und Pratt 24 Meridian und 11. Etr 25 No. 5 Spritzenhaus IS. nah Jllino 2S Senate 2vu.EtQoir 27 JUinsis und Michigan 28 Pesylvania und 14. 2S Senate Ave. und 12. 81 No. 1 Spritzenhaus JndLvenahsSZichigan 52 Meridian und Walnut 54 California u Snmont 55 Blake und Ne Aork 5 Ind. Av. u. Ct. Clair 7 Gitt) Hospital SS Blak und Norty L9 Michigan und Agnes 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nah West 42 EZendorf u Wash. 45 Missouri u New Fort 4S Meridian u Wash 48 JllmoiS und Ohio 47 Capitol Lv. u Wash 48 Kmgan's Porkhau 49 Straßenbahn Ställe Ü3. Washington Ctr L1 N. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill . M JllinoiS u Lemsiana 63 Weg und Couth 54 West und McCarty öS Senate Lv. u Henry K7 Meridian und Nav . 55 No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMorvis 69 Madison Av. u Tunlep ei No 2 Haken Leiterhaus South nahe Delawar, 2 Penn. Merrill 63 Telaware u. McTarttz 4 Saft und Vtctastf 66 Nem Jersey u. Merrill 7 Virg. So. u Bredshaw S Last und Prospekt 9 Bicking und High 71 No.11 Spritzenhaus VirZlv. heHmV 72 East und Georgia 75 Ledar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 önglish Av. u Pine 7 SHelby und Batcs 7S No. 5 Spritzenhaus Prospekt nahe Chelby 79 Fletcher Av. u Chelby Sl Market u. New Jersey 82 Dclaware und Wash. LZ East u Washington 84 Nev Dorku.Davidsor 85 Taubstummen Anstalt 8 Ver. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 89 Fraucn-Rcformat. 91 No. 15 Spritzenhaus Mailand nahe Mer. 92 Meridian u. Gkvrgia. 95 Meridian und South 94 Pennsylv u. Louisiana 95 Lirgim Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Catal Av und Ohis 122 No. 1 Spritzenhaus ie. und Ash. 124 Alabama und 1. 125 Central Ave und 15. 12 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 12S Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 151 Alabama und 11. 1Z2 Bellefontaine und W 154 College Ave und 20. 135 Delawar und 13. 138 Alabama und NorH 137 Newmann. und 19. 13S College Ade und 1. 139 Cornell Ave und 13. 141 JandeS und 19. 142 Highland Ave und lg. 145 Tecumseh und 1& ' 145 Ne Jersey und 22. 14 Alvord und 17. 147 No. 2 Epritzenhws Hillsid Av und IS. 143 College Ave und 22. 14S College Ave und 7. 152 Park Av und 2. 15 8 C u. 28 Lahn u. 22. 154 Ramsey Ave nd 19. 155 Etoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 158 Blovd und Pstrvaw. 159 No. 1 Spritzenhaus BnghUvood . 12 Slrden nd Depot 145 Brightwood und 25. 164 Rural und Blohd 165 Ct. Clair u. eyston 167 Arsenal Ave rnd 25. 163 Bellefontaine und 28. 169 Park Ave und IS. 212 Capital Ave und 17. 215 Pennfyw. u. Michiga 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 21 Pennsolvania und 22. 217 Meridian nd 16. 21 Capital Ave und. 26. 219 Broadway und 10. 221 JllmoiS und McLcan 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 50, 225 Illinois und 33. 236 Annetta nd 50. 227 No. 9. Spritzen? UlS Udell und Raer 23 UdeU Ladder Worls g Jabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u Et.Cla'T. 245 Eldridge nd 25. 512 West uud Walnut 515 West nd 12. 514 Howaid und 16. 515 Torbet nd Paca 516 Capital Ave und 10, 517 Northwestern Ave U21 318 Gent und 18. 819 Canal und 10. 8 Cerealine Werks 524 Vermont nd Lvnn 525 Lismarcku Grandvic 826 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 327 Michigan u. Helmes, 523 Michigan u. Concord 541 West und McJntyr 412 Missouri u. Marylant. 415 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Georgia 416 Missouri u Ltentucr? A 417 Senate Are . Waso. 421 P und G 3UrniV.ua 53. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Miley Avu.JDuW 425 Wash. und Harris 426 No. 18 Spritzenhaich LZ. Washington - 427 Oliver und Birch. 423 Oliver und Osgood 429 Ncrdyke und Dork 421 Hadley Av u. Morris '4Z2RiverAve u. Morris 44 River Ave und Ray 4Z5 Harding u. Big 4 R R 426 Harding und Oliva 437 No. 19 SpritzenhO Morris und Harbins, 4 Howard uttd WWan 4 wckyards 451 Keisner und Miller 452 Howard und Lee 453 Morris und Kav5 45 Lambt und Bekit 457 Nordhke Ave u. Vor um WorkS 512 West ud Rsy 515 Aenwky Ave u.VerrS 514 Meridian und MorrtZ 51 JllinoiS und Sansas 517 Morris nd Dakota 518 Morris und Church 519 Capital A. u McCartY 621 Meridian und Palmer 523 Pine und Lord 524 Madison Ave u Lincoln 26 Meridian und Belt R 527 CarloS und Ray 628 Meridian urd Arizona 529 Meridian. Raymond 551 Meridian u. McCsrty 52 No. 17 Spritzenhaus Morrii nahe Weft 12 McSernanund Tugk 13 East u. Lincoln Le 14 East und Beecher eit Wright und Sander 17 McCarty und Beaty 18 New Jersey LirLv 712 Spruce und Prospekt 713 Cnslish Lre. u. Laurel 714 Cwte Ave u. Delt 715 Chelby und Beecher 71 Etat Av und Orang 718 Orange und Laurel . ; 7 Shelby u. Cvaa 2v4 721 Lexington A. Laure? 725 ?ltcher Ave .Cvratt 724 Statt Ave u. Pleasant 725 Prospet und leasar 72 Orange und Halar 728 Liberty und Meek 729 3lbZU und South 812 bko. 15 Spritzenhaus Oft Washington Cöi 13 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Av L15 Michigan u. Highlant Ll Market u Arsenal Ave 17 Ost C. Clair und Union Bahn Geleise. . 21 Pan Hantle 825 Vermont nd Walcett 24 Wash. und State Av Bti Madden's kounge Fab. 2 TuSa und Dorsey 27 Wash. und Beville Ad 29 No. 12 Spritzenhaus Veville nahe Michiga, 831 Eoutheastcr Ad vai Woodsid. 852 Wash. nd Tearben, 514 Contheaftern und Arsen! lveS. 85 New Dort ud Tem$lt 912 JllinoiS und Marhl. 15 JllinoiS und Market. 914 Penn, nd Stasi 9i5IaSrare und Spezial, Signale. Erste 2 Schläge, zweiter Alarm, Zweüm , Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. i-2-i, Feuer aus und Schlauch aufgerollt. 5 Schlag, Wasserdruck ab. ' - 12 Schläge, 12 Lr Mittags. ; Die so bezeichnet Signale werdea nur dem Thurm, tvächt angegeben da an den betreffende Straß lreuAmzen kwe Alarmle angebracht find.
Wrk jj '""
iw
kalkx X TS liW' i Mlßir
I
A
