Indiana Tribüne, Volume 26, Number 90, Indianapolis, Marion County, 5 December 1902 — Page 5
Jndiana Tribölte. . Dezember 1002.
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Der JenningS-Prozefz
. Ter Kläger hatte nur wenig Freunde in - Salem. . , Im BundeZgeiicht machte der JenumgZ.Prozeß nur wenig Fortschritte; so viel aber ist schon jetzt sicher, daß die Verklagten fcrie ein Mann zusammen hatten. Ihre Aussagen lauten nahezu übereinstimmend und. aus denselben ging hervor, daß unter 'einem großen Theile der Bevölkerung von Salem und Umgegend eine hochgradige Erbit terung gegen den Kläger herrscht. Jen nings selbst gab diese zu, indem er die Aeußerung fallen ließ, daß in diesem Kampfe eigentlich nur seine Frau, sein Kind und sein Anwalt aus seiner Seite wären. (L C. Menaugh, der Redacteur des Salem Democrat", ein Brüder des Be sitzers des Blattes, gab zu, der Verfas ser eines Artikels über Jennings zu sein, in welchem er u. A. äußerte, daß es schade wäre, daß er (JenningS) nicht langsam, erhängt .worden wäre; ver brennt zu werden, wäre selbst noch zu gut sür ein menschliches Scheusal, wel . cheS eine kranke und wehrlose Frau thätlich mißhandelte. Auf die Frage . von Jennings' Anwalt, W. Rooke, warum er wünschte, daß JenningS langsam ausgeknüpft werden sollte, erwiderte Zeuge, daß dieses der Ausdruck seiner .persönlichsten Ueberzeugung sei. Henry W. Medlock, seit zwanzig Jahren Marschall von Salem, welcher ebenfalls zu den Verklagten gehört, leugnete, daß er sich geweigert hätte, nach dem Hause des JenningS zu gehen, - als ihm berichtet wurde, daß sich vor demselben ein Mob versammelt hätte. Er hätte nicht gewußt, waS derselbe im Schilde führte, aber er hatte bereits den Anwälten des Jennings im Laufe des Tages den Rath gegeben, demselben abzurathen! die Pamphlete zu verthei len, denn es schwirrten Gerüchte in der Luft, daß es andernfalls dem Jennings übel ergehen könne. Er leugnete ferner, die Frau desselben veranlaßt zu haben, ihren Gatten zu verlassen und nach Louisville zu reisen. Er sagte, die Frau sei zu ihm gekom men und habe ihn gebeten, ihr ein Fuhrwerk zu besorgen, welches sie und ihr Kind nach Borden bringen sollte, woselbst sie beabsichtigte, den Zug nach ' Louisville zu besteigen. Sie sagte, . daß sie Angst , vor ihrem Gatten, hatte und daß sie fürchtete, er werde sie um bringen. Auf ihren Wunsch besorgte der Marschall ihr sodann das Fuhrwerk. Einsichtiger Zeuge war der Anwalt Asa Elliott. Derselbe gehörte ebenfalls zu den Verklagten, ist aber zu gleicher Zeit auch einer der Hauptver treter derselben. Er sagte u. A. aus, daß zwei Aerzte ihm mitgetheilt hätten, daß JenningS manches mal seine fünf Sinne nicht beisammen hätte und daß er dem Genusse von Whiskey und Bier ergeben sei. Ein Advokat, welcher in einer Sache einmal JenningS vertreten hatte, theilte ihm mit, daß JenningS Handlungen die Folgen seiner verdor denen Sitten seien. Elliott gehörte zu der Partie, welche JenningS auf der Straße anhielt und von ihm emphatisch verlangte, daß er die Pamphlete herausrücke. Mißhandelt aber, sei Jennings nicht worden. Trotzdem derselbe später erklärte, daß er alle Pamphlete abgeliesert hätte, stellte es sich am nächsten Tage doch her . aus, daß dieses nicht der Fall, war; denn JenningS vertheilte die Schmäh schrift in der ganzen Stadt, während ein Revolver aus seiner Rocktasche her vorlugte.' Der Zeuge gab zu, daß zwischen ihm und Jennings eine Feind ' schast bestände. Wahrscheinlich ist es, daß JenningS selbst heute Nachmittag - den Zeugenstand betritt.'. Der Prozeß wird schwerlich vor Mitte nächster Woche sein Ende erreichen. ' JenningS hat eine sehr gute Er ' ziehung genossen und außer an ameri " kanischen Universitäten auch in Heidel berg studiert. Sein Verhalten im Ee richtssaale bewies, daß er grenzenlos nervös ist. Rednzirte Raten, West. Norduest, Süden und Südwest, via Penn sylvania Linirn. Home SeekerS ExcurfionS Tickets werden über alle' Pennsylvania Linien verkaust am 18. November, am 2. und 16. Dezember, nach allen Punkten im Westen, Nordwesten, Süden und SüdWesten. Für Einzelnheiten hinsichtlich Abfahrt der Züge :c., wende man sich an die Ticket-Agenten der Pennsylvania Linien.' "'-'." ')
Südseite Turnverein-Fair.
Der ehraus nahm . einen brillantenerer' lauf. Prof. Baur's Gapelle erregte - Furore. Die Buden machten glän zende Geschäfte. Im Krug zum grünen Kranze" gingen die Gaste ein und aus. Zu einem glänzenden Erfolge hat sich die diesjährige Fair des Damen Vereins des Südseite-Turnvereins gestaltet. - War schon am ersten Abend der Fair der Besuch als ein guter zu bezeich nen, so war derselbe gestern Abend jedoch ein derartig zahlreicher, daß' die Damen in den verschiedenen Buden thatsächlich im Schmeiße ihres Ange fichts arbeiten müßen, um den Ansor derungen, welche an sie gestellt wurden, gerecht zu werden. Nicht nur die Mitglieder des.Vereins und ihre Familien, sondern auch die vielen Freunde des Vereins hatten sich von Nah und Fern, trotzdem sie viele Male zwanzig Minuten aus eine Car warten mußten, eingefunden, um dem fröhlichen Kehraus beizuwohnen. Nur ein Hypochonder erster Classe würde gestern Abend in dem glänzenden Festsaale ein griesgrämiges Gesicht geschnitten haben; die nach vielen Hunderten von heiteren Personen zählenden Besucher gehörten nicht zu seiner Art. Das. war einmal ein echtes deutsches Jahrmarkts-Leben und Treiben ! ' Hin und wieder wurde der sich in in dem Gewühle Umhertreibende durch die unermüdlichen Postbotinnen daran erinnert, daß seiner im Deutschen Dorf irgend ein theurer Freund oder eine noch theuere Freundin harrte. Hier in diesem Dorf ging es gestern Abend bis zum Schluß der 'Fair vergnüzt zu und vielfach wurde das Be dauern ausgesprochen, daß die 'ganze Einrichtung nicht bis über die Feier tage hinaus beibehalten würde. Das war einmal ein Sauerkraut und eine Bratwurst! .Und dann die liebreizenden Kellnerinnen aus Schliersee und dem Schwarzwald! Und das Alles war leider mit dem Glockenschlage Zwölf" vorüber. Pros. Baur's Capelle, welche wäh rend deZ ganzen Abends durch ihre tüchtigen Leistungen viel zur UnterHaltung der Besucher beitrug, verdient hier noch besonders erwähnt zu werden. Die Fair hat, wie Frau Freiberg, die unmüdlich thätige Präsidentin des DameN'Vereins, sich, uls die Festlich keit sich ihrem Ende neigte, äußerte, einen noch größeren finanziellen Erfolg gehabt, als wie die in früheren Jahren veranstalteten Bazars. Vivat sequens. (Eingesandt.) Die Leichenranb-Processe. Möchte mir hiermit ein freies Wort Ueber Dr. Alexander's Proceß" an den Telegraph" erlauben. Wiewohl Dr. Alexander eines schweren Verbrechens angeklagt ist, o läßt es sich doch, wenn man folgende Gründe in Betracht zieht, mildern: 1. Jedermann weiß, daß ein ärzt liches Colleg ohne Leichen nicht ledens fähig ist. 2. Sind weniger Leichen Vorhanden, als man braucht, so muß man entweder die Anzahl der Studenten aus ein Minimum beschränken ode? im schlimmsten Falle das Colleg schließen. 3. Da die Colleges in diesem Lande ein Geschäft sind und nicht in . dem Range einer deutschen Universität stehen, welche staatlich sind und durch Vermittelung des Staates genug Lei chen bekommen können, - so sind nun die hiesigen Anstalten auf sich selbst ange wiesen und werden von Niemand unterstützt. Wenn also daher Mangel ein tritt, so müss: dieselben sich ihren Bedarf auf irgend eine Art und Weise beschaffen. (Soll' wohl heißen ehrliche Weise." Anm. d. Red.) ' 4. Deshalb, um diesen Leichenräu bereien in Zukunft, vorzubeugen, sollte die Behörde anordnen, die nicht reclamirten Leichen Verunglückter, der Jrrenhäuser, Spitäler sowie Armenhäuser den Colleges zu überweisen. ' Alsdann würde der Unfug aufhören und die trotzdem vorkommenden Ver brechen dieser Art sollte man streng be strafen. Zum Nachtheile der Colleges' muß man sagen, daß sie im Verbrauch ihrer Leichen verschwenderisch umgehen, da ja fast jeder Arzt ein Scelett in seinem Studirzimmer sporthalber ausbewahrt. Bin auf ein Urtheil Ihrerseits sehr aesvannt . E. S. :. (Siehe 4. Seite.) . .
Die Blattern. v Ein Fall mit tödtlichem Ausgangs' Eine . "Patientin der Wöchnerinnen'Ward an der Seuche erkrankt. In der. Blatternward des stödt.
Hospitales ist. gestern Nachmittag der am 22. November dort internirte Blatternpatient Jacob Miller von No. 711 Wilson Str. an der Seuche ge ßorbeii. Dieses ist der erste Fall von Blattern mit tödtlichem Ausgange seit 3 Monaten. Miller war 34 Jahre alt und Ma schinist in derBaumwollen-Mühle. Als sein Fall zur Kenntniß der GesundheitsBehörde kam, war sein Zustand ein sehr bedenklicher, ja fast hossnungsloser. Er hinterläßt eine Wittwe nebst mehreren Kindern. Außer diesem Todesfalle an den Blattern wurde gestern aber auch aus dem Hospitale die Erkrankung einer Insassin der Wöchnerinnen-Abtheilung der Anstalt zur Kenntniß der Gesund heits'Behörde gebracht. Diese Paticntin ist die19-jähr.WittweCoraWood von No. 1000 Coe Str., die dort vor eini gen Tagen von einem Kinde, entbunden worden 'st. Auf welche Weise dieselbe angesteckt worden ist ob durch Be rührung mit einer Pflegerin aus der Blattern-Abtheilung oder auf anderem Wege , ist so weit noch nicbt feftgestellt worden. Jedenfalls beweist dieser Fall aber wiederunrdie Nothwendigkeit des Baues eines besonderen BlatternHospitals. - Sekretär Shaw's Bericht hat in Deutschland viel Aufmerksamkeit erregt. Die NationalZeitung", welche in enger Verbindung zur Reichsbank steht, bemerkt, daß die periodische Geldkrisis der Ver. Staaten vom Mangel einer Central Noten-Bank zur Regelungv des Geldbedarfs herrühre. Aus diesem Grunde hätten auch die kürzlichen Maßnahmen des Schatzamts zur Beseitigung der Knappheit auf dem Geldmarkte so geringen Erfolg gehabt. Eine Entscheidung des Distrikt Appellationsgerichts in Washington beschneidet in etwas die Zensurbe sugniß des Postamts. Bislang hatte der Oberpostmeister sich die Autorität angemaßt, darüber zu entscheiden, welche Publikationen oder Druckschris ten als zur zweiten Klaffe gehörig be fördert werden sollen. . Der Entschei dung des Gerichtes gemäß steht dem Postdepartement kein solches Recht zu. Die? Recht ist ausschließlich dem Kongreß vorbehalten. Wenn auch das Privilegium der zweiten und dritten Klasse gemißbraucht werden, sollte, so habe nur der Kongreß das . Recht, Ausschließungen vorzunehmen. Viele ähnliche Fälle liegen dem Gerichtshofe vor. Man erwartet, daß die Fälle in Berufung an das Oberbundesgericht ge langen werden. Nach Dir 'rnon clicfre Alphonse, bitte, nimm den Vortritt ,(mon eher Gaston'', so versuchen sich England, Deutschland und Frankreich gegenseitig vom Jang-Tse- Kiang Hinweg zu complimentiren. Der Kiang Fluß, der östlich und westlich das ganze chinesische Reich durchfließt, ist auf Hunderte von Meilen für große Kanonenboote fahrbar und die Macht, die sich an seiner Mün dung festsetzen würde, hätte sich da durch' das ganze mittlere China als Handelsgebiet erschlossen. Unter aller lei Vorwänden verschoben die Mächte bislang die Zurückziehung ihrer Schutz truppen.' England verspricht zwar bald abzuziehen, aber man glaubt ihm nicht, Frankreich und Deutschland ent schuldigen sich mit Mangel an Trans portschiffen das Ende vom Liede wird sein, daß alle bleiben. H nry Nicolaus. der des BudelnS angeklagte Millionär Brauer, wurde den Belehrungen deS Richters gemäß von den Geschworenen freigesprochen. Der Spruch ist auch in jeder Weise ge recht. Wenn Nicolaus schuldig bekunden worden wäre, so hätten mit ihm eine große Anzahl anderer Geschäftsleute, welche sich den Erpressungen der Budler fügten,. Strafe verdient. Es konnte in keiner Weise nachgewiesen werden, daß Herr NicolauS überhaupt wußte, daß es Checks für BestechungSgelder waren, die er unterzeichnete. ES war eine seiner Pflichten, täglich Checks für hohe Summen die ihm vorgelegt wurden, zu unterzeichnen und er wußte. daß diese Checks von dem Direktorium der Korporation autorisirt waren, er unterzeichnete dieselben nur als Beam ter der Korporation, wie er .taufende solcher Anweisungen ohne Weiteres un terzeichnet hatte. '
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T'. Ausland r Appetitliche W u r st f a. b r i k a t i o n. In SiBaüj Rußland, wurde unlängst eine Wursifabrik behörblich gesperrtem welcher die verendeten Kadaver von Schweinen, Kühen, Pferden, Hunden und Katzen verarbeitet wurden. Es wurde konstatirt, daß die. Fabrik mit ' dem Libauer städtischen Schinder in Verbindüng 'stand und alle Thierleichen. von ihm bezog, um sie in das Würstzeug zu mengen. Der. Eigenthümer d Fabrik wurde verhaftet. Ungiltiae Civilehe. Ein Oesterreicher Namens Kolischer heirathete im Jahre 1898 in London eine englische Sänaerin durck büroerlicöe Trauung. Kolischer gab sich selbst für religionslos, die Braut sur protestantisch aus. Kolischer klagte kürzlich beim Gericht m Wien aus aesetzllche Sche:dung. Das Gericht entschied, daß die Ehe wegen der Glaubensverschiedenheit der Eheschließenden ungiltig war, trotzdem der Vertreter der Frau erklärte. daß solche Ehen in England, Frankreich und Deutschland vollltändia ailtia . . . seien. Auf der Brigantenjaad. Die sizilianische Polizei, welche seit längerer Ze:t versucht, emen notonfchen Briganten Namens Varsalone zu fangen, durchstreifte neulich den Distrikt Cam:lrata in der Provinz Giraenti und nahm 60 Personen, die alle für den kühnen Briganten angeschen wurden, rrrtyumllch gefangen, darunter einen Marquis, einen Bürgermeister, mehrere Aerzte und eine Anzahl Advokaten. Während dieser FangnetzOperationen verbarrikadirte em reicher Gutsbesitzer Namens L:no sein Haus. schon emen Pollzisten todt und verwundeie einen andern. Den richtigen Varsalone konnte die Polizei trotz aller Mühe bisher nicht erwischen. Gezähmte Rebhühner. Im Gebiete der Försterei Osterburq, Brandenburg, so erzählt die Tägliche Rundschau," hatte ein Landwirth beim Mähen em Gelege von Rebhühnereiern gefunden und diese auf seinem Gehöfte emer Henne zum Ausbrüten unterlegt. Sobald die ausgekommenen Thierchen flugfähig geworden waren, verließen sie den Hof und suchten eine benachbarte Wiese auf; 'zur Futterzeit fanden sie sich auf einen Pfiff inden stets wieder auf der Hofstelle ein. Später kamen sie in Gefolgschaft von zwei alten Rebhühnern, Mit. denen sie auf der Wiese zusammengetroffen waren. DieZ Volk Rebhühner läßt sich, ohne Scheu vor Menschen zu haben, jetzt täglich auf dem Gehöfte füttern. ". Z e r s ch m e t t e r t e Bergleute. Auf der Zeche Centrum" bei Enen. Rbeinvrovinz. stürzte vor Kurzem in Folqe Reißens des Drahtfeiles der Förderungskorb in die Tiefe. Als mit .schrillem Klang das Seil sprang und die das Seil abwickelnde Welle, ehe sie angehalten werden konnte, mit rasender Schnelligkeit rotirte, hörte man nur einen markdurchdringenden Schrei, den der sieben Insoffen des Korbes, ein dumpfes lautes Aufschlagen in der' Tiefe dann nichts mehr. Die sofort einfahrende Rettungsmannschaft hatte keine weitere Aufgabe, als die unkenntlichen Reste der Sieben nach oben zu befördern, denn dieselben waren im buchstäblichen Sinne des Wortes zerschmettert. .'Kegelpartien um, einen Esel. Der Hang zum Spiel ist in der italienischen Bevölkerung weitverbreitet. Ein Mann aus Toirano wollte neulich in einem Nachbarorte Esel verkaufen. Als er den Handelnicht rasch genug vorrücken sah, schlug er vor, zur Belebung des Geschäfts mit dem Käufer und einigen Freunden zu essen, das Essen selbst aber im landesüblichen Bocciespiel herauszukegeln. Die Kugeln entschieden zu Gunsten des Käufers. Das bewog den letzteren, eine zweite Bocclepartie um den Kaufpreis des Esels, 700 Lire ($131.60) vorzuschlagen, worauf der Eselbesitzer einging. Er verlor wieder und verlangte sofort eine Vergeltungspartie um denselben Einsatz. Auch diese fiel wieder zu seinem Schaden aus. So hatte er den Kaufschmaus bezahlt, zwei Mal den Preis seines Esels verloren und konnte mit dem unverkauften Langohr wieder nach Hause ziehen. Ve st raste lange Simul i r u n g. Der Fall, daß ein Soldat ein ganzes Jahr lang Dienstuntauglichkeit simulirt, um seine Entlassung zu erzwingen, dürfte nicht oft vorkommen. Dem Infanteristen Kahl in Karnenz, Sachsen, brachte die Simulirung jüngsthin vor dem Kriegsgericht eine Gefängnißstrafe von sechs Monaten und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes ein. Vom Tage seines Eintritts an ließ Kahl die rechte Schulter erheblich höher erscheinen als die linke. Obwohl sich ein schwerer Mann an die schiefe" Schulter des Angeklagten hängte und Kahl während des Manövers einen 60 Pfund schweren Tornister trug, ging dank der außerordentlich starken Muskelkraft des Untauglichen" die rechte' Schulter, nicht herunter. Nach dem übereinstimmenden Zeugniß von vier Militärärzten war indessen eine Rückgratverlrümmirng; die nothwendige' Voraussetzung einer schiefen Schulterhaltung, bei Kabl nich zu entdecken. Ausschlaggebend war die Untersuchung des Angeklagten in schwebender Stellung unter Rarkose, die jede? Zweifel ausschloß.'
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