Indiana Tribüne, Volume 26, Number 89, Indianapolis, Marion County, 4 December 1902 — Page 7

Jndiana Tribune, il Dezember 1902;

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Z ZM Stlalöslhwß O o 8 o o o K O 4 o o s Noman von Rcinliold rtmarnt. O t $C$0S080$0$0 0'0$0$-0$00 o (Fortsetzung.) eetne bedanken hatten ihn bisher seiner Umgebung nur wenig Aufmerksamkeit zuwenden lassen. Plötzlich aber hemmte er seinen Schritt und blieb aufhorchend stehen. Er kannte alle Laute des Waldes, und sein geübtes Ohr wußte jedem von ihnen die rechte De'tung zu geben. In 'diesem Augenblick aber glaubte er doch das Opfer einer Täuschung geworden zu sein. Denn der heisere Adlerschrei, den er da zu hörcn gewähnt hatte, war in zu unmittelbarer Nähe laut geworden, als daß er den scheuen König der Lüfte wirklich hätte für den Urheber halten können. Wie er nun mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte, dernahm er den nämlichen Schrei ganz deutlich zum zweiten und zum dritten Mal. DieZ waren ohne allen Zweifel die heiseren, durchdringenden Schreie eines , Seeadlers gewesen. Und sie waren nicht, hoch aus der Lust herab gekommen, sondern aus der Tiefe des Waldes, der gerade an dieser Stelle wegen seines dichten Baumbestandes und seiner üppigen Unterholzvegetation nur einen sehr beschränkten Umblies gestattete. Vielleicht war es ein Mensch, der Vit Stimme des Raubvogels nachahmte. aber er mußte alsdann eine Virtuosität in dieser Kunst besitzen, wie Graf Meinburg sie kaum für erreichbar hielt. Sein Gewehr für alle Fälle fchußfertig machend, schritt er mit äußerster Vorsicht quer durch das Unterholz in jener Richtung vorwärts, aus der noch immer in kurzen Zwischenräumen die Adlerschreie ertönten. Aber er hatte Mühe, einen Ausruf der Ueberraschung zu unterdrücken angesichts des Bildes, das sich, nachdem er eine kurze Strecke zurückgelegt hatte, ganz unerwartet seinen Blicken darbot. Auf einer Waldlichtung sah er eines jener aus Eisengittern und starkem Drahtgeflecht .hergestellten Gehege vor sich, wie man sie bei der Anlage einer Fasanenzuch! zu benutzen pflegt, und innerhalb dieses gewaltigen Käfigs gewahrte er eine in sommerlich helle Gewänder gekleidete schlanke Mädchengeftalt, die im Begriff war, einen leibhaftigen und lebendigen allem Anschein nach vollständig ausgewachsenen Seeadler aus einem mitgebrachten Körbchen mit Stücken rohen Fleisches zu füttern. Der Raubvogel, ein ungewohnlich schönes und starkes Exemplar, saß kaum zwei Schritte von ihr entfernt auf dem Boden, ohne durch eine Kette oder irgend welche andere Fesselung in seiner Bewegungsfreiheit behindert zu sein. Jedes Mal wenn er eines der ihm zugeworfenen Fleischstücke hinabgewürgt hatte, breitete er seine gewaltigen Schwingen aus und ließ einen seiner heiseren, Mark und Bein durchdringenden Schreie hören, deren ungewohnter Klang den Grafen hierher gelockt hatte. Wie festgebannt war Meinburg stehen geblieben, und es war nicht so sehr das Seltsame des nie gesehenen Schauspiels, als das bewundernde Entzücken über die Holdseligkeit des jungen Mädchens im Käfig, das ihn an seinem Platze festhielt. Er meinte, nie etwas Anmuthigeres und Lieblicheres gesehen zu haben, als diese feine, biegsame Gestalt und dies reizende Köpfchen, von dem er zuerst nur die dicken blonden Haarflechten, dann aber, bei einer lebhaften Bewegung der jungen Dame, auch die Profillinie des allerliebsten Gesichts hatte erspähen können. Im nämlichen Augenblick schon hatte er, alles vergessen, was ihn noch soeben beschäftigt und beunruhigt hatte. Ganz erfüllt von einer Empfindung hellen Entzückens starrte er auf die holde Erscheinung, die um der begleitenden Umstände willen auch für ein prosaisches Gemüth etwas märchenhaft Romantisches haben mußte, und deren Schönhei: seine Augen, um so vollständiger in sich aufnehmen konnten, als sie von der Nähe eines fremden Beobachters offenbar nicht das Mindeste ahnte. Dem Adler allerlei Koseworte zurufend, fetzte die junge Dame ihre Veschäftigung fort, bis das Körbchen geleert war, um dann einen fröhlich klingenden Zuruf ertönen zu lassen, den der Adler offenbar sehr gut verstand, da er wieder seine mächtigen Schwingen ausbreitete, diesmal in der unverkennbaren Absicht, sich seiner liebreizenden jungen Herrin zu nähern. Aber der Anblick, den das königliche Thier mit seinem weit vorgestreckten Kopfe, seinen gesträubten Halsfedern und seinem furchtbaren halb geöffneten Schnabel in diesem Augenblick gewährte, war für den Beobachter ein so erschreckender, daß der Gedanke, es könne dieser tollkühnen jungen Dame im nächsten Moment etwas Entsetzliches widerfahren, zunächst jede andere Empfindung in Mcinburg zurückdrängte und halb instinktiv seine Handlungen bestimmte. Mit einigen gewaltigen Sprüngen, als gelte' es, sich an einen balzesden Auerhahn heranzubirschen, war der Graf an dem Gitter des Geheges, und in dem Moment, da er es erreicht hatte, lag auch schon der Kolben seines GeWehrs an der .Wange. Sicherlich würde er ohne Bedenken, geschossen haben.

wenn der plötzUch stutzendeVoge'l nur noch eine einzige Bewegung auf das junge Mädchen zu gemacht hätte. Aber in diesem Augenblicke legte sich eine Hand auf seine Schulter, und eine Männerstimme sagte in mehr bittendem als befehlendem Tone: Um Gottes willen, schießenSie nicht, mein Herr! Das Thier ist ganz harmlos. wenn es nicht gereizt wird. Aber es kennt Sie ni.cht, und darum bitte ich Si: inständig: treten Sie zurück!" Ein junger Mann in der Uniform eines Forstgehilfen war es, der so zu Gras Meinburg gesprochen hatte. Während dieser etwas hochmüthig die Hand von seinem Arm abschüttelte, sah er, daß der Mann nur diese eine besaß, und daß der rechte Aermel seiner Joppe leer herabhing. So veranlassen Sie die Dame, das Gehege sofort zu verlassen," erwiderte er in befehlendem Tone. Im anderen Fall werde ich es für meine Pflicht halten, die Bestie unschädlich zu machen, ohne Rücklicht darauf, ob sie Ihnen harmlos oder gefährlich erscheint." Der Klang der Stimmen hatte die Aufmerksamkeit des jungen Mädchens erregt. Und sobald sie erkannte, welche furchtbare Gefahr ihrem Schützling drohte, streckte sie abwehrend ihre beiden Arme gegen Meinburg aus. Nicht schießen!" rief sie. Er thut mir gemiß nichts zu leide! Fort, Cäsar fort!" Ob er nun ihren Befehl wirklich verstanden hatte, oder ob es der Anblick des Unbekannten war, das ihn verscheuchte, jedenfalls strich der Adler mit schweren, unbeholfenen Flügelschlügen nach dem entgegengesetzten Ende des Geheges hin ab, und eine Sekunde später war Renate Meinardus an der Gitterthür, die Hilgert vor ihr geöffnet hatte, um sie eben so rasch wieder hinter ihr zu schließen. Ach, wie Sie mich erschreckt haben!" wandte sie sich in vorwurfsvollem Tone an den Grafen. Wissen Sie auch. daß Sie nahe daran waren, ein großes Unheil anzurichten?" . Meinburg hatte, nachdem er das Gewehr in Ruh gesetzt, es mit einer schnellen Bewegung wieder über die Schulter geworfen, und zog nun, sich tief verneigend, seinen Hut. Ich bitte tausend Mal um Verzechung, mein gnädiges Fräulein," sagte er lächelnd. Aber was das Erschrecken betrifft, so bürste ich Ihnen den Vorwurf beinahe zurückgeben, denn ich erinnere mich n: jemals eine gleiche Empfindung des Entsetzens verspürt zu haben, als in dem Augenblick, da ich diese Bestie auf Sie zustreben sah. Allen Respekt vor Ihrem Muthe, der, jedenfalls um ein Äeträchtliches größer ist,, als man ihn bei einer so jungen Dame voraussetzt. Aber wenn ich das Glück hätte. Ihr Herr Vater oder Ihr Bruder zu sein, würde ich Ihnen in der Wahl Ihrer Spielkameraden etwas größere Vorsicht zur Pflicht machen." War sie allem Anschein nach anfangs wirklich etwas zornig auf ihn gewesen, so glitt jetzt schon wieder ein heii:res Lächeln über ihr reizendes Gesicht. Gut also für mich, daß das Schicksal Ihnen dieses Glück versagt hat," erwiderte sie. Aber damit Sie nicht etwa noch einmal die Lust anwandelt, aus meinen armen und wehrlosen Cäsar zu schießen, so lassen Sie sich's gesagt sein, daß er das Privateigenthum des Herrn Forstmeisters v. Alvörden und meiner besonderen Obhut anvertraut ist. Jeder, der ihm ein Leid zufügt, jiiirde es also mit uns Beiden zu thun bekommen. Oder vielleicht auch mit uns Dreien," fügte sie mit einem freundlichen Blick auf den Forstgchilfen hinzu, nicht nxihr, gert?" Der Einarmige, der eine dienstliche Haltung angenommen hatte, wie wenn ihm statt der jungen Dame ein Borgesetzte? gegenüberstünde, murmelte mit verlegener Miene etwas Unverständliches vor sich hin. Ueber das sonnengebräunte Gesicht' des Grafen aber hatte sich's bei der Erwähnung seines Feindes wieder wie ein tiefer Schatten gelebt, und er zerrte nervös an sei nem Schnurrbart. Mußte ihm denn hier auf Schritt und Tritt dieser verhaßte Name begegnen? Und mußte ihm. die Freude an dem reizenden Abenteuer, das so vielversprechend -zu beginnen schien, aleick nieder durch die Erinnerung an oie Existenz jenes Menschen ' getrübt werden? Eine sarkastische Antwort hatte sich ihm auf die Lippen drängen wollen, aber als sich ihm jetzt das Gesicht der schönen Unbekannten wieder zukehrte, blieb sie unausgesprochen. Es hatte vielmehr lediglich den Klangeiner aufrichtigen und herzlichen Besorgniß, als er sagte: Als der Herr Forstmeister Ihnen einen so bedenklichen Schlltzlina anvertraute, geschah es sicherlich nicht in ber Erwartung, daß Sie sich auf derartige Wagnisse einlassen würden. Er hätte sich ja im anderen Fall eines geradezu unverantwortlichen Leichtsinns schuldig gemacht." Nein, nein, der Herr Forstmeister hat mir sogar auf's Strengste verboten, das Gehege zu betreten. Und wenn Sie mit ihm bekannt sind, dllrfen Sie's ihm nicht verrathen, daß ich gegen ' seinen Befehl gesündigt. Ich bitte Sie darum recht herzlich Sie müssen mir's fest versprechen." Er verbeugte sich sehr artig, und mit einem Lächeln, das sie erröthen machte, erwiderte er: Ich kann nur bedauern, gnädiges Fräulein, daß die Bitte, die Sie da an mich richten, eine so leickt zu erfüllende ist. Denn es würde mich glücklich machen, wenn meine. Bereit-

Willigkeit, Ihnen zu dienen, aus eine etwas härtere Probe gestellt werden könnte. Aber verzeihen Sie die sonderbaren Umstände, unter denen unsere Bekanntschaft sich angeknüpft hat. müsfen es entschuldigen, wenn 'ich bisher verabsäumt habe, mich Ihnen vorzu stellen. Graf Mcinburg ein Gast und Bewunderer dieser herrlichen Insel. die ihm allstündlich neue und überraschende Schönheiten offenbart." Der Blick, von dem diese letzten Worte begleitet waren, konnte Renate kaum im Zweifel darüber lassen, im sie gemeint seien. Aber sie schien dennoch unbefangen genug, sie nur auf die Naturschönheiten des gesegneten Eilandes zu beziehen, da sie lebhaft zurückgab: Ach ja, es gibt gewiß kaum ein reizenderes Erdensleckchen, als dies. Und ich denke schon j:tzt mit Bangen an die Stunde, da ich genöthigt sein werde, es zu verlassen." So befinden sich gnädiges Fräulein auch nur zu vorübergehendem Aufenthalt auf der Insel?"' Seine Frage erinnerte Renate daran, daß es doch eigentlich eine Pflicht der Höflichkeit sei, ihm auch über ihre Person einige Aufschlüsse zu geben. Und sie that es in der noch halb kindlich offenherzigen Weise, die so gut zu ihrem allerliebsten Aussehen paßte und sie so entzückend kleidete. Als er erfuhr, daß sie im Waldschloß wohne. und daß es ihre Absicht sei, jetzt dahin zurückzukehren, bat Meinburg um die Erlaubniß, sie zu begleiten, da ihn sein Wagen dort erwarte. Wenn er sich anfänglich einen etwas freieren Ton gegen sie gestattet hatte, vermuthlich, weil er sie für irgend ein Försterstöchterchen oder dergleichen gehalten, so war er jetzt, nachdem er den berühmten Namen ihres Großvaters vernommen, nur noch der höfliche Kavalier von, tadellos weltmännischen Manieren. Und Renate, der trotz der aufrichtigen Freude an ihrer Waldeinsamkeit eine kleine Abwechslung vielleicht nicht un? willkommen war, mußte an seinem gewandten Geplauder wohl ausrichtiges Wohlgefallen finden, da sie während ihrer gemeinsamen Wanderung nach dem Waldschloß wiederholt hell und fröhlich auflachte. Meinburgs Entzücken aber steigerte sich mit jeder Minute. Seine blitzenden Augen hingen unverwandt an ihr, und seine Wangen färbten sich dunkler, wenn seine Hand bei dem ritterlichen Bemühe, einen überhängenden Zweig zur Seite zu Liegen, für einen Moment flüchtig ihr Gewand streifte. Als sie. die weite Lichtung betraten, auf der sich das Waldschloß erhib, konnte es für einen Dritten recht wohl 'den Anschein gewinnen, als seien sie in vertraulichster Unterhaltung begriffen. Und einen solchen Eindruck hatte vielleicht auch der Forstgehilfe Hilgert, der ihnen vom Adlergehege her in einiger Entfernung gefolgt war, zu weit, um den Sinn der Worte zu verstehen, die sie miteinander wechselten, und doch nahe genug, daß ihm keine ihrer Bewegungen entging. Aber es sah nicht aus, als ob er Vergnügen an Renatens Fröhlichkeit hätte, denn wie eine düstere Wolke legte sich's jedes Mal über sein Gesicht, wenn ihr silberhelles Auflachen ihm an das Ohr klang, und der Blick, mit dem seine Augen unverwandt auf die elegante Gestalt des Grafen gerichtet waren, deutete auf alles andere eher, als auf eine freundliche Gesinnung. 9. K a p i t e l. Als der Jagdwagen Meinburgs wieder am Schloß Girnitz vorfuhr, hatte die Sonne ihre Mittagshöhe bereits um ein Beträchtliches überschritten. Aber die Stunde des Diners war noch nicht gekommen, und der Graf erfuhr auf .seine Frage, daß das fürstliche Ehepaar auf einer Spazierfahrt begriffen sei. Er begab sich in seine Gemächer, um Toilette zu machen, und in dem kleinen Vorzimmer stieß er auf die Kammerjungfer feiner Gemahlin. Es wäre gewiß auffallend gewesen, wenn er sich nicht bei ihr nach der Gräfin erkundigt hätte, die er ja heute noch gar nicht gesehen, und so fragte er sie in möglichst unbefangenem Tone, ob ihre Gebieterin sich etwa den fürstlichen Herrschaften angeschllrssen hätte. Er hatte kaum erwartet, eine bejahende Antwort zu erhalten, und es überraschte ihn nicht, als die Dienerin ihm mittheilte, die Frau Gräfin litte an heftiger Migräne und wäre nicht einmal im Stande gewesen, Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin zu empfangen, die sich persönlich nach ihrem Befinden hätte erkundigen wollen. Die Auskunft gewährte ihm sogar eine gewisse Erleichterung, denn er durfte ja daraus schließen, daß seine Frau nicht die Absicht habe, einen Skandal herbeizuführen, und daß nach einigen Tagen des Schmollens alles wieder in den gewohnten Geleisen weitergehen würde. Er beauftragte das Mädchen, ihrer Herrin seine Wünsche für ihre baldige Herstellung zu übermitteln, und ging in sein Toilettezimmer. Als er nach einer halben Stunde fertig angekleidet und ersichtlich in ausgezeichneter Laune den Salon wieder betrat, fand er an der Thür desselben einen fürstlichen Lakaien, der dort schon eine Weile auf ihn gewartet zu haben schien und ihm auf silberner Platte eine Bisitenkarle überreichte. - Der Herr fragte heute bereits zum dritten Mal nach dem Herrn Grafen," fügte der Diener ehrerbietig hinzu, und er läßt dringend um eine, wenn auch nur kurze Unterredung bitten." Meinburg preßte die Lippen zusammen und seine Stirn, furchte sich tief,

als er den Namen auf, der Karte ge-

lesen. Aber er beherrschte sich uno fragte kurz: Wohin haben Sie den Herrn geführt?" Er befindet sich unten im Vorzimmer des kleinen Empfangssalons, Herr Graf!" Gut! Sagen Sie ihm, ich würde sogleich erscheinen."' .Zu Befehl, Herr Graf!" Der Lakai entfernte sich, und Meinbürg ging, nachdem er die eben angezündete Cigarrette mit heftiger Handbeweguna in eine Aschenschale geworfen, ein paar Mal ungestüm auf und nieder, wie wenn er seine durch die unerwartete Meldung hervorgerufene Erregung erst beschwichtigen müsse, ehe er sich entschloß, seinem ehemaligen Freunde gegenüber zu treten. Wie er dann aber fünf Minuten später die Schwelle des Gemaches überIdyntt, m- welchem Hoßseld auf ihn wartete, war sein Gesicht eiskalt und seine Haltung die eines Mannes, der von keiner anderen Empfindung so weit entfernt ist, als von der der bleichen

Furcht. Niemand vernahm, was die Beiden eine halbe Stunde lang mit gedämpfter Stimme und in französischer Sprache miteinander redeten. Aber es mußten wohl wichtige und bedeutsame Dinge gcwesen sein; denn die Stimme des Grafen klang zuletzt heiser vor Erregung, und sein scharf geschnittenes Gesicht hatte jene fahle Färbung angenommen, die bei ihm immer ein sichcres Anzeichen hochgradiger Aufregung war. Auch die Wangen des Herrn v. Hoßfeld hatten sich merklich geröihet; aber die Ursachen, die sein Blut in lebhaftere Wallung versetzt hatten, mußten wohl andere gewesen sein als bei dem Grafen. Denn er sah recht zufrieden aus. Und als er jetzt ein kleines, längliches Blatt, das er aus den Händen Meinburgs empfangen, mit großer org fält in seiner Brieftasche unterbrachte, spielte sogar ein behagliches Lächeln um seine Lippen. Ich wußte es ja, daß Sie mich nach Allem, was ich für Sie gethan, nicht im Stiche lassen würden, Herr Graf," sagte er ebenso wie in der ganzen bisherigen Unterhaltung auf die frühere vertraulichere Form der Anrede verzichtend in einem Tone, der gewiß sehr ehrerbietig sein sollte, in dem ein feines Ohr aber sehr wohl den leise.r Anklang von Sarkasmus hätte vernehmen können, aber ich brauche Ihnen hoffentlich nicht erst zu versichern, wie schwer es mir geworden ist, mich zu diesem peinlichen Appell an Ihre Großmrth zu entschließen. Und ich gebe Ihnen mein Ehrenwort " Lassen wir das," fiel Meinburg ungeduldig und mit einem kaum verhehlten Ausdruck der Verachtung ein. Ich brauche Ihr Ehrenwort so wenig, als irgend welche anderen Versicherungen; denn ich glaube Ihnen klar genug gesagt zu haben, woran wir miteinander sind. Wenn Sie mich etwa als ein geeignetes Objekt für fortgesetzte ErPressungen ansehen, so befinden Sie sich in einem sehr gründlichen Irrthum. Was ich heute für Sie thue, thue ich wirklich nur aus Mitleid und in Anbetracht gewisser Gefälligkeiten, die Sie mir früher einmal erwiesen haben nicht aber aus Furcht. Der kleinste Versuch, mir durch mehr oder weniger phantastische Indiskretionen zu schaden, brächte Sie unfehlbar vor oen Richter." Herr v. Hoßfeld lächelte noch immer; aber sein Lächeln hatte jetzt einen recht bösartigen Charakter. Da wir uns ja zu meiner Freude in bestem Einvernehmen trennen werden, ist es wohl eigentlich überflüssig, zu erörtern, welche Nachtheile einer von uns dem anderen durch etwaige Indiskretionen zuzufügen vermöchte. Ich für meine Person, verehrter Herr Graf, müßte es wenigstens ablehnen, Ihnen auf dieses unerquickliche Gebiet zu folgen." Es ist mir auch durchaus nicht darum zu thun, Ihre Meinung zu erfahren genug, daß Sie die meinige kennen. Und nun " Er trat einen Schritt zurück, indem er zugleich eine Handbewegung machte, die mehr deutlich als höflich den Sinn der fehlenden Worte ergänzte. Hoßfeld aber schien noch keineswegs gewillt das Gespräch zu enden. Noch einen Augenblick, Herr Graf! Ohne daß ich mich zu irgend, welcher EinMischung in Ihre privaten und häuslichenÄngelegenheiten berechtigt glaube, würde ich mich doch für den undankbarsten aller Menschen halten' müssen, wenn ich es unterließe, Sie vor einer Gefahr zu warnen, von der ich Sie bedroht weiß." Vor einer Gefahr mich?" fragte Meinburg geringschätzig. Sie sollten in der Lage sein, mich zu warnen?" So ist es. Und Sie sollten mir ein klein wenig erkenntlich sein, wenn ich mich aus aufrichtigem Interesse für Sie dazu herbeilasse, gewissermaßen den Angeber zu machen ein Geschäft, das mir sonst keineswegs sympathisch und geläufig ist." So sollten Sie auch diesmal darauf verzichten, es zu betreiben," fiel der Graf ihm kalt in die Rede. Auf eine weitergehende Erkenntlichkeit, als ich sie Ihnen vorhin gezeigt habe, dürften Sie sich unter keinen Umständen Rechnung machen." - Sie mißverstehen mich. Nicht um eine Belohnung ist mir's zu thun, sond?rn nur um die Genugthuung des Bewußtseins, Ihnen auch meinerseits einen Dienst erwiesen zu haben. Denn es kann Ihnen, wie ich meine, unmöglich ganz gleichgiltiz sein, wenn unser

Werde gesund und bleibe gcsmld indem du

Lederkrankheiten, Villiösität, Unreines Blut, durch die Anwendung von Dr. August König's

Kamöurg

loö wirst, sie reguliren und reinigen. evrche Ct. JaksbA Oel geg T-TirniTim -

gemeinschaftlicher Freund von eyeoem. Herr Forstmeister v. Alvörden, nächtlicherweile den Besuch einer Person empfängt, die Ihnen näher steht als irgend eine andere auf Erden." Graf Meinburg fuhr auf, als wäre ihm ein Peitschenhieb versetzt worden, und für einen Augenblick vergaß er über dem Zorn, den der Klang des verhaßten Namens und die unerhörte Vezichtigung in ihm entflammt hatte, sogar die mit Rücksicht auf den Ort ihrer Unterredung gebotene Vorsicht. Das ist eine mchtswürdige, infame Lüge!" rief er mit lauter Stimme. Und wenn, ich nicht zu Ihrem Glück bedächte, wer Sie sind, sollten Sie ste mir, bei Gott, theuer beablen.(Fortsetzung folgt.) Ter Pottwal. Eine G'chichtc von einem Mini swr, einem 'ottwal, einem Naturfor schl'r und einer Ordcnsauszcichnnng erzählt der öaiiloiV: 'Als Hanotan ncch Minister ivar, sah cr eines Tages mehrere Professoren des naturwissen schaftlichen Museums in sein ArbeitS zimmer treten. Und einer nahm das Wort und sprach: Ter Cardin fcc Plantcs" ist in Gefahr, denn cr ha leinen Pottwal; wir brauchen einen Pottwal, geben Sie uns einen Pcü mal!" ..Ich habe leider keinen Volt, wa! bei mir", erwiderte der Minister, aber ich werde sofort einen 5tredit für den Ankauf dieses Waltieres vo tieren lassen." Und so geschah es: er erhielt einen Credit von 10,000 Franken. Man erfuhr, daß ein gi scher auf den Falkland Inseln, der sich von den Geschäften zurückgezogen hatte, einst einen prächtigen Pottwal erbeutet und als Andenken behalten habe. Ter Vertreter Frankreichs ant den Falkland Inseln suchte den Gentleman auf, und machte ihm den Vorschlag, das interessanteWasserthier gegen ein Häufchen Banknoten cinzii tauschen. Der Fischer lehnte aber rundweg ab. Bitten, dringende Vor stellungen, alles war umsonst. Plötze lich hatte der Vertreter Frankreichs einen genialenGedankcn: Wenn man Ihnen die Ehrenlegion gibt." sagte cr zu dem Fischer, würden Sie Ihren Pottfisch auch dann och verweigern?" Tann nicht; ich würde ihn sogar unentgeltlich hcrgcben." Ter Vertre ter schickte sofort ein Telegramm nn den Minister: Fischer gibt Pottwal umsonst, wenn Ehrenlegion." Auch gemacht," erwiderte Herr Ha notaur. Ter Fischer wurde dckorirt. dcrPottwal wurde abgeschickt, und daS Täugcthier des Meeres erregt jedeil Tag die Bewunderung der Kindermädchcn und der nicht dekoricrtcn-ot datcn. Jenny Lind. Aus Stockholm wird untcr'm 3. November geschrieben: Der Umstand, daß die augenblicklich hier gastirende Sängerin Frau Sigrid ArnoldsonFischof von dem Gatten Jenny LindZ. O. Goldschmidt, ein . Porträt der schwedischen Nachtigall" zum Geschenk erhalten hat, giebt Anlaß, deren Andenken aufzufrischen.' Das Porträt, das bisher noch nicht an die Oesfentlichke)t gekommen ist, wurde im Jahre 1866 in Cannes aufgenommen und zeit die Sängerin in dem Kostüm, in dem sie dort in einem Cnzcrte auftrat. Es sind jetzt übrigens gerade 15 Jahre her, seitdem Jenny Lind in England starb. Sie war am 6. Oktober 1820 geboren, fand im Alter von 10 Jahren Aufnahme als Elevin beim König!. Theater, sang als Siebzehnjährige die Partie der Alice in Robert der Teusei, und wurde mit' 20 Jahren zur Hofsängerin ernannt. Dann begannen ihre anhaltenden und ausgedehnten Conzert - Reisen. Im Jahre 1851 verheirathete sie sich in Boston'mit dem Componisten Otto Goldschmidt aus Hamburg. Na chihrer Rückkehr nach England trat sie nicht mehr im Theater auf, um so mehr aber in Conzerten. Ueber Jenny Lind sind vier Medaillen geprägt worden, nämlich in Wien, Nürnberg, Manchester und Stockholm. Sie liegt in der Westminster - Abtei begraben. Jahresringe. A.: So, die Thekla verlobt sich so oft? B.: Ja, die macht's wie die Bäume, sie setzt jedes Jahr einen neuen Ring an!" Sicherster Zeitpunkt. ' Her"' Wann ist denn der Herr'Amtsck am sichersten zu treffen?" Amidiener: Um zwei Uhr Nachmittags, da geht er nach Hause."

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Washington Ctr 61 319.10 TprizenhauS JllinoiS u Merrill 2 JllinoiS u Louisiana 53 Welt und Cou'.h 54 West und McCarty b Cenate 2t. u Henry 57 Meridian und Slcv 68 No. 4 Spritzenhaus Medison2v.uMor-.-is 69 Madison 2. u Tunlop 61 No 2 Haken LeiterhauS Couth nahe Telaware 2 Pcnn.u Merrill 63 Telaware u. McCary, 64 Eafi und McEsrty 65 New Jersey u. MerriU 67 Birg, Av. u Bradsha 68 East und Profpect 69 Bicking und High 71 No. 11 Cpritzenhau Lir 2ve. nahe Huron 72 Last und Georgia 73 Eedar und Elm 74 Tadidson u Seorgia 75 English 2v. u Pine 76 ChclI'y und BateS 7S No. Z Critzenhaus Prospect nahe Shclby 7 Fletcher Av. u Sy I Market u. New Jjy 82 Delatvan und Wash. 83 East u Washington 4 New Z)ork u.Davidsor 5 Taubstummen Anstalt Ver. Staaten 2rsmal 87 Orients! und Wssh. 9 ffrauen-Ncformat. " 1 No. 12 Cpritzenhauk Marhland nah Mer. 92 Meridian u. Scorgia. 93 Meridian und EouU) 4 Pennsylv u. Lonisiana 95 Birini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohis No. IS CpritzenhauZ is. und Lsh. 124 Alabama,und IS. 125 Central Ave und IS. 12 ZyandeS und 15. 127 Brockside und Jupiter 12S Central Ave und 1?. 129 Delawan und 1? 1Z1 Alabama und 11. 132 Bcllefontaine und W. 134 College Ave und 20. 135 Tlaare und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 DandeS und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 Ne Jersey nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 CpritzenhauS HiUfide Ave und 1. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park ve und 22. 155 L C u. S$ Bahn u. 22. 154 Ramscy Zl und 10. 15 Ctoughton u Newma 157 AtlaS und Pik. 158 Blohd und Pavsaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Srightwood 12 Lrdcn und Depot 163 Brightwood und 25, 164 Rural und Blohd 165 Ct.Clair u.Lchstone 1? rkenal Av und 23. 163 Vellefontaine und 23. 169 Park Are und 10. 212 Capital Tve und 17. X13 Prnnsyl. u. Wichig 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Av und kl. in 6 Pennsvtoania und C2, 217 Nmdian un, 16. 218 Kapital Slv und 2. 219 Broadwa und 10. 231 JllinoiS und McKaa 234 No. 14 Spritzenbaut Zlenwood und so. 5 JllinoiS und 33. 526 NNktta und 80. 237 No. 9. ErriyknhUl, Udcll und Raer 228 UdeU Ladder WorlS 239 Jadcl und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u Et.ela'r 23 Cldricgt und 23. 312 West uud Walnut S13 West und 12. 814 Hvtrard und IC 315 Torbet und Paca 316 Capital Lv und 10. 317 Northwestern Tv 21 318 Gent und 18. 319 Canal und lv. 3 Cerealine WorkS 324 Vermont und Lvn 325 Bismarcku lZrandie1k 326 No. 29 SpntzenbasS Haughville. 327 Michigan u. Hk'mcS, 32 Michigan u. Conccrd 341 Oest und McJntvre 412 Miffollri u. Marhland 413 Missouri und Ohis 415 Capital Vveu vcorgio 416 M'ffouri u Kcntui? A 417 Senate Ave iu Waiy. 421 P und E tfuniVuj 23. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Milch ölvt N.JDUÜ 425 Wash. und Harri 42 No. 13 SpritzenhaZ 23. Washington 427 Qliver und Birch g Oliver und Osgocd 429 Nordhke und Fork 431 Hadlev Ave u. Morrt 4?2 Niver Ave u. Morn 454 River Ave und.Ray 435 Hart mg u. Pig 4 R A 426 Harding und Oliv 487 No. 19 Cprienha? MorriS und Hardua, 4ZS HewH imdSKten 439 S tockv 451 Reisn und VilKr 452 Howard und Stt 453 MornS und &0VWS 456 Lambert und Betnt 457 Nordhk Ave u. lax men Worts 612 Weft ,d Ziay 513 cntukyAve u.MerrQ 614 Meridian und MorrU 516 JlinoiS und ansaS 517 Morrii und Tskota 518 Morris und Church 519 Capital A. u McCarty 521 Meridian und Palma 523 Pme und Lord 524 Madison Ave u Lincoln 26 Meridian und Belt AR 627 Carlos und Ray 628 Meridian und Arijrna 529 Meridian u. Rahmond 531 Meritian u. TZcEartH 622 No. 17 SpritzmhTu MorriS nahe West tlt M.ernanund Deugy. 13 East tt. LincoKi ni 614 East und Beecher 615 Wright und Sander 417 McCarty und Beaty 61 Nc Jersey u Vir Av 712 Cpruce und Prospec 713 CaUft Lre. u. Lsure! 714 State Aveu.Belt RS 715 Chcll? und Deech 716 Cta'e Av und Drang 718 Orange und Laurel 7tt Chelty u.Ct.a,e Tvi 721 Lcrington A. Laurt? 723 Fletcher Ave u.Oru 724 Ctate Zlveu.P:casant 725 Prospekt und leasmU 726 Orange und Harla, 728 Liberty und Meck 729 Nole und South kl? No. 15 Spritzenhaus Ost WaKinkion äi 5 Market und Noble 14 Ohio u. Highland Av 15 Michigan u. Highland 16 Market u Arsenal Av 17 Oft S Clair und Union Sahn Selris. 21 mn Handle ShcpS 823 Vermont und Walcott 824 Wash. und Ltate X 25 Madden'S eounge Fadk 26 Tuckcr und Dorsry 27 Wash. und Verille Av 29 No. 12 Spritzenhaus Bevill nah Michiga, ZI Coutheaster Av uud Woodside. 32 Wash. nd Zdarbor 34 SvAtheaftern und Arsenal Lves. 35 New Kork ud Xanpl 912 JTinoii und Maryl. 912 Jllmoit und Market. 14 Penn, nd ssy. 15 Tkwan nd Spezial-Siznale. Ersten I Schlag, zweite? Alarm, Aweit, SchlZge, dritter Llar, Dritten t Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgeroQ. 5 SchlZg, WafferdruZ i. 1 Schlag, 1H Uhr Mittags. Die bezeichnetm Signal tperden nur dou, tm tvZchta angegeben da an den stressend Straz rreuzung Ktne ZllarmUftm nzebrat find.