Indiana Tribüne, Volume 26, Number 89, Indianapolis, Marion County, 4 December 1902 — Page 6
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Europäische Nachrichten. Provinz Pommern. S i e d k o w. Auf der Victoriamühlc Hierselbst wurde der Pächter Zerch beim Neiniaen eines in Thätigleit befindlichen Mahlganges mit seir.en Kleidern von einer Welle erfaßt und gerieth mit dem rechten Arm in das Getriebe, das ihm den Arm bis zur Schulter zermalmte. S t o l p. Weaen vorsätzlicher und betrügerischer Brandstiftung wurden der Administrator Karl Heitmann und der Landwirth Edmund Heitmann aus ftust vom hiesigen Schwurgericht zu 4 beM 2 fahren Gefängniß rerurtheilt. Tempelburg. Bürgermeister Grüjzmacher beging sein LZjähriges Jubiläum als Oberhaupt unserer Stadt. Provinz Schreswtg-Kolslcin. Schleswig. Tem bei der Regierung Hierselbst beschäftigten Regierungsassessor v. Gröning ist die commissarische Verwaltung des Landrahsamtes Gelnhausen im Regieunnz.hnh1 KaKel überiraan worden.' Apenrade. lloncurs angemeldet hat die Wittwe I. Petersens. A n'g e l n. Fußgendarm Franz Katzke feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. V r o k d o r f. Feuer zerstörte die Besitzung des Landmanns F. Sievers. Brunsbüttel. Jm Alter von 75 Jahren verstarb der Landesbevollmächtigte B. C. Feil. Während 33 Jahre war derselbe Koogsvorsteher für die hiesige Gemeinde und zugleich Mitglied der früheren Landesversammlung und des Kreistages. Eckernförde. Gutsbesitzer Lantzius auf dem nahe oelegenen Gute Marienthal ist auf dem Gute Bothkamp bei Kiel, wohin er zur Jagd eingeladen war, am Herzschlag gestorben. Lantzius, der das 61. Lebensjahr erreichte, bekleidete mehrere Ehrenposten. Hollingstadt. Einem Brande fiel das Gewese des Hofbesitzers ' und Gastwirthes Johannes Nissen zum Opfer. H u s u m. Auf der Nordseehallig Laugeneß im hiesigen Kreise starb der in weiteren Kreisen bekannte Johann Halligmann im Alter von 83 Jahren. Der Verstorbene, der nur unter diesem Namen bekannt, war früher viele Jahre Bewohner der Hamburger Hallig, als dieselbe noch nicht Eigenthum der Regierung war. Kiel. Dem hier ansässigen plattdeutschen Dichter Direktor Johann Mever ist der Rothe Adler - Orden 4. Klasse verliehen worden. Lockstedt. Der 9 Jahre alte Knabe Albert Stoldt. der 8 Jahre alte Friedrich Dahms und der 7 Jahre alte Heinrich Wehmer. Sohn des Hauptlehrers Wehmer, spielten auf dem Boden des Nachbarhauses der Wittwe Sottorf Versteck. Dabei kamen sie der Bodenluke zu nahe und alle drei stürzten auf die große Lehmdiele herab. Albert Stoldt war sofort todt, Friedrich Dahms erlitt einen schweren Schädelbruch, während Heinrich Wehmer leichte Verletzungen davontrug. N e u m ü n st e r. Eheleute Blau-
roth in Gadeland begingen das Fest der goldenen Hochzeit. O l d e n b o r st e l. Lehrer Struve in Legan ist zum Lehrer Hierselbst gewählt worden. Ö t t e n s e n. Eheleute Wulf feierten das goldene Ehejubiläum. Feuer richtete in der Tapetenfabrik öansa" von ven & Ho. aroken Schaden an. Mehrere Materialschuppen mit ungeheuren Vorräthen wurden ein Raub der Flammen. St. Margaret Yen. Im Hamburger Hafen ertrank der Schiffer Johann Laackmann von hier. U e t e r s n. ?kn Wiesbaden starb im Alter von 53 Jahren der Direktor des hiesigen Seminars. Robert Andreas Gottfried Vent. Wisbv Kr. Tondern. Das Fest der diamantenen Hochzeit feierten die Tischlermeister Hans Andersen -sehen Eheleute. FrornnzSch losten. V r e s l a u. Nach längerem Leiden verschied im Alter von 63 Jahren der bekannte Botaniker und pensionirte Oberlehrer an der evangelischen Realschule II Hierselbst Karl Gustav Limpricht. In Eoncurs gerieten der Kaufmann Hermann Hoffmann, die Firma Carl Kallmann und der Kaufmann Gustav Warmann. Bunzlau. Regierungs -Asses-sor von Spankeren ist dem Landrathe des biesmen Kreises zur Hülfeleistuna in den landräthlichen Geschäften überwiesen worden. Goldberg. An die Stelle von Fräulein Schnapka. welche als Lehrerin nach Niesky gegangen, ist Fräulein Habrich aus Breslau als Lehrerin an der hiesigen höheren Töchterschule eingetreten. Greifenberg.- Fuhrmann Wilhelm Reimann aus Wigandsthal wurde auf der Chaussee von Ullersdorf nach Hernsdorf von dem Pferde des Fuhrmanns Tost so unglücklich in's Gesicht geschlagen, daß Kinnbacken, Nase und Gaumen zertrümmert wurden. Der Unglückliche ' starb im hiesigen Krankenhause. .König sbütte. Auf ein 25jähriges Bestehen blickte das hiesige Gymnasium zurück. Kroitsch. Das Stellenbesitzer Heinrich'sche Ehepaar feierte die goldent Hochzeit. Pastor Kroepelin über
reichte dem Jubelpaare das vom Kaiser gesperdete Gnadengeschenk. L e o b s ch ü tz. Das Doppelfest
des"' hiesigen Gymnasiums, die Feier des 150jährigen Bestehens und die Einweihung des neuerrichteten Anstaltsgebäudes am Ende der KönigOttokarstrane, wurde unter großer Betheiligung begannen. L : e q n i fc. Wegen Korperverletzunqen wurten von der hiesigen Strafkammer verurtheilt: Arbeiter Paul Kleinert zu 4 Monaten. Schlosser Paul Fischer zu 6 Monaten, Schlosserlehrlina Oswald Knappe zu 6 Monaten und Arbeiter Oswald Wüthe zu 3 Monaten Gefängniß. März dorf. Häusler und Zimmermann Scholz feierte mit seiner Frau das Fest der diamantenen Hochzeit. Das Jubelpaar steht im Alter von 82 und. 84 Jahren. Nieder - Wolfsdorf. Einem Brande fiel die gefüllte Scheune des Gutsbesitzers Kühn zum Opfer. Z a b r z e. Berginspektor Dr. Dantz bei der Central - Verwaltung hierselbst ist zum Bergwerks -Direktor ernannt worden. Provinz Folcn. Posen. Der bisherige OberBuchhalter bei der Reichsbank-Haupt-stelle hierselbst Koehler wurde zum Ober -Buchhalter bei der ReichsHauptbank ernannt. Bromberg. Kaufmann Roman Ludwik stellte seine Zahlungen ein. Dobber schütz. Hier starb der Kämmerer und Magistratsschöffe a. D. Wolff; er hat bis zum Jahre 1900 40 Jahre lang seine Aemter verwaltet und war viele Jahre Mitglied des Vorstandes der jüdischen Gemeinde. Gn e s e n. Für die hiesige Stadtbaumeisterstelle wurde Regierungsbaumeister Kadew aus Posen gewählt. , Groß - S l a w s k. Eine Scheune und ein Stall des Wirthes Johann Spychalski sowie drei Wohnhäuser nebst zwei Anbauten des Wirthes Michael Glowacki brannten nieder. M o g i l n o. In der Stadtverordneten - Versammlung wurden der wiedergewählte Beigeordnete London und der in den Magistrat gewählte Herr Kubida durch den Bürgermeister Föhse in ihr Amt eingeführt. P l e s ch e n. In Vromberg, wohin er nach seiner Pensionirung gezogen war, starb Bürgermeister a. D. Gabler, der von 1873 bis 1896 Bürgermeister unserer Stadt gewesen ist. R a w i t s ch. Die hiesige Metallarbeiter - Innung blickte auf ihr fünfzigjähriges Bestehen zurück. S a m o t s ch i n. General - Superintendent D. Hesekiel aus Posen vollzog die Einweihung der erweiterten und ausaebesserten evangelischen Kirche hierselbst. S ch n e i d e m ü h i. Am hiesigen Schullehrer - Seminar ist der Lehrer Joseph Sehr als ordentlicher Seminarlehrer angestellt worden. Vrcvinz Sachsen. Magdeburg. Rentier Julius Krüger beging mit seiner Ehefrau das goldene Hochzeitsfest. Der Kaiser verlieh texr Jubelpaare die Ehejubiläumsmedaille. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den Arbeiter Franz Reiß aus Bergzow wegen Körperverletzung zu einem Jahr, den 20 Jahre alten 'Schlosser Arthur Wolff von hier wegen Diebstahls zu 2 Jahren Gefängniß und den 39 Jahre alten Schneider Karl Hamann' von hier wegen Diebstahls zu 7- Jahren Zuchthaus. Aschersleben. Ihr goldenes Ehejubiläum feierten die Arbeiter Heimesath'schen Eheleute. B i t t e r f e l d. Kaufmann Gottlob Eichelbaum stellte seine Zahlungen ein. Hall e.' Professor Lic. Heß, Bibliothekar der hiesigen Universität, hat vom Kultusminister den Auftrag erhalten, in Rom die Verhältnisse des italienischen Bibliothekwesens zu studiren und bei Ordnung der Bibliothek des Historischen Instituts daselbst thätig zu sein. I l s e n b u r g. Arbeiter Hellvoigt fiel durch Scheuwerden der Pferde vom Wagen und trug schwere Verletzungen davon. Neuhaldensleben. Badem?ister Andreas Koch beging mit seiner Gattin das diamantene Ehejubiläum. Der Kaiser verlieh dem Jubelpaare die Ehejubiläumsmedaille-. Quedlinburg. Unter dem Verdachte der Brandstiftung wurde ' der Restaurateur Heise verhaftet, dessen am Klopstocksweg belegen Tanz saal ein Raub der Flammen wurde. Salzmünde. Prokurist Leffler feierte sein goldenes Amtsjubiläum. Sein Chef, Amtsrath von Zimmermann, überreichte ihm ein werthvolleö Silbergeschenk und heftete ihm den vom Kaiser verliehenen Kro nen - Orden 4. Klasse an. Weißenfels. Lehrer Kirchberg, der seit fast 50 Jahren im hiessgen Schuldienst thätig ist, konnte sein goldenes Amtsjubiläum feiern. Superintendent Kreisschulinspektor Dr. Lorenz übergab dem Jubilar den ihm verliehenen Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern mit der Zahl 50. Wittenberg. Beim Photographiren eines Pferdes verunglückt ist der Hauptmann v. Reckendorf von der 11. Compagnie des hier garnisonirenden Infanterieregiments No. 20. Er wurde vom Pferde geworfen und geschleift .und starb an den Verletzunaen. . ' .
Sarah Dernliaröt tu Gnayaa.utl. Es war vor 16 Jahren, im Nobem bcr 1886. Schauplatz der Handlung: Guayaquil, der Haupthafen der Republik Ecuador. Obschon seit guter Wci'e die Zeiten vorüber waren, da die ''chönen Kreolinnen Peru's und Ecudor's Spinnen von Diamanten auf ihren zierlichen Fußspitzen trugen, waren doch ncch der Schätze cenug vorhanden und dir Bildungsdurst der einheimischen Bevölkerung ein so großer, daß selbst die zugeieisten K:nder Apolls stets auf ihre Rechnung kamen. Aus fcr.ex Zeit stammt die heute schon fast zur Fabel gewordene Bezeichnung des Spaniers un Peru", womit stets ein fabelhafter Reichthum gemeint wird.Gilayqilil stand damals vor seinem vorletzten großen Brande. Eine lebhafte, gräßlichhäßliche Stadt aus Bretterhäusern und mit Brettern gepflastert, auf denen damals die Silberpesos nur so rollten", und aus derm Boden jene häßlich widerlichen Dünste aufstiegen, die man als den gelben Tod (das gelbe Fieber) erkannte. Die 'widerlich: Dünste und damit das gelbe Fkeber sind seitdem verschwunden, aber ach auch die Silberpesos, wie ich zu meinem Schmerz mich im vorigen Jahre überzeugen konnte. Ich hatte damals nach kurzem Auf-
enthalt meinen Bechstein zusammengepackt und wartete auf einen Dampfer, der mich weiter südlich tragen sollte, als ein sehr netter junger Mann auf der Vildfläche erschien, dessen Polizeilieb: Anmeldung ich jeden Augenblick besorgen könnte: er hieß EduardStralosch, war ein Neffe des berühmten gleichnamigen Impresarios und der Adelina Patti, geboren in Australien als Sohn eines ungarischen Jsraeliten und einer Engländerin, erzogen in Frankreich, Bürger der Vereinigten Staaten und Vorreiter der Sarah Bernhardt in Südamerika. Die große Sarah, die von Buenos Aires aus einen Abstecher nach Chile gemacht hatte, wollte nun wieder tout cn Passant", auch Guayaquil mit ihrer Kunst erfreuen. Gegen meine Erwartungen trat übrigens Jung Eduard äußerst bescheiden auf. Die große Reklametrommel, die er bei seinem Onkel sicher with perfeetion" erlernt hatte, wurde nur ganz leise gerührt. Eduard meinte, der bloße Name Sarah, selbst sanft hingehaucht, müßte gleich die guten Eeuadorianer aus d:m BretterHäuschen bringen und in's Theater ziehen, und, wie man gleich sehen wird er hatte Recht. Anfangs sträubten sich zwar d?e guten Leute gegen die geschwollenen Preise, die Sarah beanspruchte, und em darob sehr entrüsteter Caballero meinte, er hätte sie bereits in der 'Grand: Opera gehört. und heute könne sie doch nicht mehr singen. Dagegen beklagte sich in derJugend des Guaya , der damals von der ganzen männlichen Lebewelt freuennrten Barblerstube Guayaquü s, ein anderer Kavalier, daß Sarah für das viele Geld nicht einmal tanzen wurde, wofür er vn dem das Rasirmesser schwingenden Landsmann Sarah's einen Schnitt in die Wange erhielt. Schließlich aber siegte die große Magniteuse und konnte als Kameliendame vor einem gesteckt vollen Hause sterben. So hatke denn JungEduard in weiser Voraussicht dieser herrlichen Apotheose vornehmlich für Sarahs leibliches Wohl und Wehe zu sorgen. Auf das Grand Hotel (so hieß es dcch?). in dem ich wohnte, blickte er mit Verachtung. welche Empfindung ich üörigens mit ihm theilte. Er bat also Herrn Martin R.. einen bekannten Bankdirektor Guayaquil's, dessenHaus am meisten vom Aequatorstll abwich, ihm dieses für Sarah und deren Gesellschaft abzutreten. Er bat sanft, und er bat mit Gewalt, aber er bat vergeblich. Das war ein Triumph für mich. Sarah mußte in das Grand Hotel. Ja, mehr noch! Da ich das vornehmste Zimmer des Hotels inne hatte, so mußte sie in mein Zimmer. Es unterschied, sich von den übrigen Löchern des Hauses nur durch sein: Größe und enthielt wie diese ein Bett, eine Waschschüssel auf einem Vlechdreifuß. einen plumpen, staubigen Tisch, einen Stuhl und ein paar Nägel zum Aufhängen der Sachen. Licht und Luft fanden allein durch eine Thür Einlaß. Das ist übrigens noch heute allgemeiner Acquatorstil. Schloß man die Thür, so wurde es im Zimmer nicht nur stockdunkel, sondern die Lu?t wurde noch äquatorischer. Mäiisc und Ratten hatten Bei mir stets Frciauartier. Nach langer Gewohnheit stand ich mit ihnen auf so gutem Fuße. Nur vor einer handgroßen, fetten Spinne, wenn ich sie im Halbdunkel an den Wänden zu sehen bekam, pflegte ich uff" zu machen. Das Bette, ehe ich's vergesse, war ein richtiges Feldbett. Ein Laken war darüber gebreitet, und man bedeckte sich mit einem zweiten oder einem Poncho. Ueberflüssig, zu sagen, daß ich Eduard alle diese Annehmlichkeiten mit größter Gewissenhaftigkeit schilderte - Es blieb ihm keine Wahl; er belegte die erste und einzige Etage des Grand Hotel, in die Sarah mit ihrer Gesellschaft am Tage nach meiner Abreise einzog. Wie wohl oder unwohl sich die große Kollegin von der anderen Fakultät in meinem Gemach gefühlt haben mag, weiß ich nicht, ich bin auch gar nicht neugierig; nur eins möchte ich wissen: was hat Sarah wohl auf jenem Feldbett geträumt? Der Vorstellung selbst konnte ich infolge meiner Abreise nicht beiwohnen; doch bin ich über diese oder vielmehr
übn dieSondervorstellung, die zu glei cher Zeit das Publikum, die sonst civilisirt sich geberdenden Rothhäute im Parket und in den Logen, gaben, genau unterrichtet. Die Vorstellung wurde durchlacht von Anfang bis zu Ende. Bei den ernstesten Szenen ertönte das lebhafteste Gelächter, und während der Sterbeszene durchbrausten Lachsalven das Haus, etwa wie man es 'bei ..Charles Tante" gewöhnt ist. Der orkanartige Applaus, der das Gelächter stets begleitete, gehörte auch zu dieser Komödie des Publikums. Eine psychologische Lösung für diesen Vorgang vermag ich mit völliger Sicherheit nicht zu geben. Sicher ist, daß die geniale Künstlerin, mit welcher Unlust sie auch vor einem solchen Publikum gespielt haben mag, daran unschuldig ist. , Wie Viele mögen noch außer den Inhabern der Jugend des Guaya". die Sprache Dumas verstanden haben? Wer weiß auch, was man sich in Guayaquil unter der Kämeliendame" vorgestellt hat? Ucbrigens hat Sarah Bernhardt noch an anderen Orten der Westküste ähnliche Erlebnisse gehabt. Fast scheint es mir, daß diese Herrschaften, die im Allgemeinen nicht für das ernste Drama eingenommen sind, die Vorstellungen der großen Künstlerin a priori" als ein Gaudi" allerersten Ranges angesehen haben. Sarah hat dann auch ihre süße Rache genommen. Als man sie fragte, was sie von dem südamerikanischen Publikum halte, antwortete sie kurz, aber bündig: des indiens habilles en frac". Das Wort kursirt noch heute in Südamerika und gilt nicht gerade als Schmeichelei. 22,000 Hcirathsanträgc. Aus Petersburg wird berichtet: Paul du Chaillu, der bisherige Afrikaforscher, ist jetzt nach Petersburg gekommen, um russisches Leben zu studiren. Er beabsichtigt, einige Jahre im Lande zu bleiben und seine Ersahrungen später in einem Buche niedcrzillegen. Der Czar gewährte ihm eine Audienz und nahm fünfzehn Bände seiner verschiedenen Rcisewcrke cnt-
gegen. M. du Chaillu hielt kürzlich auch in dem Saal der britisch-ameri-kaniseben Kirche vor einem Publikum, das aus Mitgliedern der Petersburger englischen Kolonie bestand, einen Vortrag und erzählte unter anderem, daß er wavreno eines AUKrnnaues in Westafrika etwa 22.000 Seiratbsanträe erhalten habe. An einem cinzigen Tage bot ihm ein schwarzer König 753 Bräute an. Er zog sich aus der Verlegenheit, indem er dem König saate. wenn er eine nähme, würden die übrigen 75 doch eifersüchtig sein. Der König stlm lte ihm sofort ver und sorderte ihn also auf, alle zu hcirathen . . . . Die Geschickte mun wahr sein. denn bekanntlich sind die Angaben gewisser Afrikaner" so zuverlässig, wie die Mittheilungen der Frau Sarah Bernhardt über das Datum ihrer Geburt! Ueber den Geburtstag des Urvaters Adam haben schon die Theologen des Mittelalters gestritten, ohne jemals einig werden zu können. Jetzt weiß man aber ganz genau, wann der ersteMensch geboren wurde. Sir John Lightfoot, Vice - Kanzler der Universität Cambridge, hat fünfzehn Jahre seines Lebens'gebraucht, um dieses Wissenschaftliche Problem in unanfechtbarer Weise zu lösen. Nachdem er Zahllose biblische und andere Texte verglichen und, unter Zuhülfenahme alter Kalender, die schwierigsten Berechnungen aufgestellt hatte, kam et zu dem Schlüsse, daß Adam am 23. Oktober 4004 v. Chr. geboren worden ist. Da, aber bei wissenschaftlichen Untersuchungen' auch nicht das Pünktchen auf dem I fehlen darf, rechnete Dr. John Lightfoot noch aus, daß die Geburt des ersten Mensehen wenn man den Schöpfungsakt so nennen darf um 9 Uhr Vormittags stattfand. Mit Adam wären wir jetzt also im Reinen, dagegen ist es noch nicht heraus, wann wir den Geburtstag Evas zu feiern hätten? Vuren-Plutarck. Ein Münchener begegnete einem Berliner, mit dem er schon" manches Hühnchen gerupft hatte, und riß den' Hut vom Kopfe. Sie wollen mir wohl wieder anulken?" sagte der (Spreeatyener. Gibt's nimmer!" rief der andere. Huat ab vor enkerm Vurenempfang!" Aus Freundschaft. Richter: Wie kamen Sie dazu, dem Nauke mit dem schweren Holzscheit eins über den Sckadel zu geben?" Angeklagter: Ach, ick war jrade so vergnügt, und er war so trllbtimplig, und da sagte ick, Nauke, worum bist Du nicht ooch vergnügt? Und da meente er. det jinge mir nischt an, ick sollte ihm in Frieden lassen. Na, und so jab een Wort det andere, un weil ick jrade das Holz-, scheit in die Hand hatte, da wollte ick ihm 'n bisken de Jrillen aus 'n Kopf schlagen!" Die Gemeinde 3E. hat einen zum odc verurtheilten Delinquenten. Vorsichtig wie immer erkundigt sich der Stadtrath bei einem benachbarten Scharfrichter wegen der Kosten und erhält den Bescheid, daß sich die Sache auf 300 M. belaufen würde. Als er darauf von anderer Stelle den gleichen Bescheid auf seine Anfrage erhält, faßt er folgende Resolution: Der Delinquent erhält, von der Gemeinde 150 M. in baar und kann sich dann hinrichten lassen, wo er will." .
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