Indiana Tribüne, Volume 26, Number 86, Indianapolis, Marion County, 1 December 1902 — Page 7

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Z ZM WaldMgsz z 5 . y"K o o o o o O O Homan von Rcinliold Grtmann. o KSKOTO0z0S'aOSOTO'OTO4 0Zd O (Fortsetzung.) darüber kann ich Sie glücllichcr Weise vollständig beruhigen. Größere Jagden sollen im Ristower Revier unter keinen Umständen abgehalten werden, und wenn hie und da einer der Kavaliere einen Birschgang durch den Wald machen sollte, so wird Sie das wenig stören. Aber ich mutz mich nun leider wieder verabschieden, da mir sozusagen die Minuten zugezählt sind. Ich würde mich freuen, wenn ich hier ncch irgend etwas für Ihre Bequemlichkeit oder Ihr Behagen thun könnte, verehrter Herr Professor, damit Ihre Studien nicht abermals eine unliebsame Unterbrechung erleiden." Ich danke Ihnen von Herzen. Aber es fciib schon so viel für mich gethan, daß ich mich beinahe schäme, es anzunehmen. Ich will gar nicht von der aufopfernden Hingebung sprechen, mit der meine Enkelin um mich besorgt ist; denn in dieser Hinsicht bin ich ja schon seit Jahren über die Maßen verhütschelt. Aber auch die alten Hilgerts lassen es mir an nichts fehlen, was zu des Leibes Nahrung' und Nothdurft nothwendig ist. Und die kleinen Aufmerksamkciten, die der bedauernswerthe Sohn dieser braven Leute uns auf die mannigfaltigste Art zu erzeigen weiß. haben in ihrer Zartheit und Bescheidenheit oft etwas geradezu Rührenves." .Dieser Franz Hilgert ist ein rechtschaffcner Bursche," bestätigte der Forstmeister. Auch ich kenne ihn nur von der vortheilhaftesten Seite. Der Halunte, dessen heimtückischer Schuß dem armen Jungen seinen rechten Arm kostete, hat die Strafe, die er dafür von ihm erhalten, wahrhaftig vollauf verdient." Was für eine Strafe ist das gewcsen?" fragte Fräulein Renate mit sichtlich sehr lebhaftem Interesse. Wir wissen wohl, daß der junge Hilgert seinen Arm bei einem Renkontre mit einem Wilddiebe verloren hat. Aber ich mochte weder ihn noch seine Eltern um die näheren Umstände dieses traurigen Ereignisses befragen, da ich bemerkte, daß es ihnen sehr peinlich war, daran erinnert zu werden." Alvördcn nickte zustimmend.. Die , Hilgerts sprechen nicht gerne davon, und das ist begreiflich, denn der junae Mann hat damals in der -Nothwehr seinen Angreifer erschossen. Er that es nur zur Vertheidigung des eigenen Lebens, und er hielt sich überdies buchstäblich an seine Instruktion. Die mit großer Sorgfalt geführte Untersuchung hat es ergeben, und Niemand dürfte um jenes Vorkommnisses willen auch nur den leisesten Vorwurf gegen Franz Hilgert erheben. Aber es ist bei alledem nichts Geringes, das Leben eines Menschen auf dem Gewissen zu haben, zumal wenn es, wie in diesem Fall, ein Mann ist, der eine kränkliche Frau und sieben unversorgte Kinder im bittersten Elend zurückläßt. Die Erinnerung an jenen Winterabend, da das Unglück geschah, mag wdhl wie ein tiefer Schatten über dem Dasein des jungen Menschen liegen.' und Sie sind einer sehr richtigen und. feinsinnigen Regung gefolgt, Fräulein Meinardus. daß Sie darauf verzichteten, ihn nach den Einzelheiten seines Unglücks zu' fragen." Das warm klingende Lob, das er ihr in seinen letzten Worten gespendet, hatte Fräulein Renate noch einmal veranlaßt, die 'zgen niederzuschlagen. Als er sich nun crhob, um Abschied zu nehmen, stand sie ebenfalls rasch aus ihrem Stuhle auf. .Willst Du mick für eine kleine Weile entschuldigen, lieber GroßVater?" sagte sie. Ich erinnere mich eben, daß ich -mit Frau Hilgert noch einiges zu besprechen habe, das keinen Aufschub leidet." Sie schlüpfte hinaus, ohne dem Forstmeister auch nur ein Lebewohl zu gönnen; aber als Alvörden wenige Minuten später am Fuße der breiten Wendeltreppe anlangte, kam' sie eben aus der Wohnung des Kastellans, und ' sie. standen sich wieder Auge in Auge gegenüber. Wenn Sie's nicht gar so eilig hatten, Herr Forstmeister," sagte sie, seiner Anrede zuvorkommend, in heiterem Tone, so würde ich, Sie einladen, meinem Cäsar mit mir einen Besuch abzustatten. . Er wird von Tag zu Tag ' gelehriger und zutraulicher. Sowie ich das Gehege betrete, kommt er auf mich zu, um mir die Leckerbissen aus der Hand zu nehmen, und gestern hat er sich sogar zum ersten Mal von mir berühren lassen, ohne sich zu sträubend Um Gottes willen, Fräulein Renate," rief der Forstmeister erschrocken, ist das Ihr Ernst? Sie gehen in das Gehege des Adlers? Und Sie sind vielleicht sogar tollkühn genug, ihn streicheln zu wollen? Wissen Sie denn nicht, welchen Gefahren Sie sich damit aussetzen? Einen Adler zu zähmen ist beinahe unmöglich. Und daö Thier ist jetzt in einem Alter, wo eines Tages seine ganze Wildheit erwachen kann. Ich möchte es lieber auf der Stelle er schießen, wenn ich an das Entsetzliche denke, das da bereits hätte geschehen können." Es war ihm ohne Zweifel voller Ernst .mit dem. was er sagte, und

Fräulein Renate erhob wie bittend ihre Hände. Nein, nein, Sie werden ihn nicht todten! Ter arme Cäsar hat wahrhaftig nichts gethan, um ein so grausames Schicksal zu verdienen. Und es ist' wirklich keine Gefahr. Ter junge .ilaert wr i? avft immer.-n r"" Seite, und ich glaube, er wäre Manns genug gewesen, mich zu schützen." Die kleine Falte auf des Forstmeisters Stirn wurde noch tiefer. Werden Sie mir nun wenigstens versprcchen, Fräulein Renate, das Wagnlß nicht zu wiederholen? Auch dann nicht, wenn der Beschützer bei Ihnen ist, zu dem Sie ein so großes Vertrauen hegen?" Sie senkte ein wenig tn Kopf und erwiderte leise: Wenn Sie es mir verbieten, Herr v. Alvörden, werde ich es natürlich nicht wieder thun dürfen. Aber es ist ein harte? Verbot, das verhehle ich Ihnen nicht. Sie sollten nur einmal sehen, auf eine wie rührende Weise Cäsar seine Freude kundgibt, wenn ich zu ihm komme. Und 6as arme Thier dauert mich so sehr. Er hat es ja in dem großen Gehege immer noch besser, wie die gefangenen Adler in den engen Käfigen der zoologischen Gärten. Aber er sitzt trotzdem während des ganzen Tages so melancholisch' da, als ob er immerfort um seine verlorene Freiheit trauere. Ist es denn ganz unmöglich, ihn wieder fliegen zu lassen?" Alvördens Verstimmung war schon wieder vorüber. Das junge Mädchen war so reizend in ihrer halb kindlichen Weise, und die Naivität ihrer letzten Frage zwang ihn zu einem Lächeln. Ich müßte ein Muster von einem Jäger sein, wenn ich einen gefangenen Seeadler wieder in Freiheit setzen könnte. Es war ja im Grunde schon eine sträfljche Spielerei, ihn groß zu ziehen, und beim. Eintritt des Winters müssen wir uns seiner ohnedies auf die eine oder die andere Weise entledigen, weil sein Geschrei das Wild in weitem Umkreise beunruhigt und ängstigt." Aber nicht todtschießen, ich bitte Sie nur das nicht. Wenn er nicht hier bleiben kann, so schenken Sie ihn dem Berliner zoologischen Garten. Der nimmt ihn gewiß. Ein wehrloses, ge-

sangencs Thier bringt man doch nicht um. Und Ihnen am wenigsten traue ich es zu, daß Sie das Herz dazu hätten." Er neigte sich ein wenig zu ihr herab und sagte mit gedämpfter Stimme: Nein, er wird nicht getödtet werden ich verspreche es Ihnen. Keinem alten Egrpter kann sein göttlicher Ibis heiliger gewesen sein, als es mir ein Geschöpf ist, das jemals unter Ihrem Schutze gestanden. Und ich will mich tausendmal eher gegen alle zehn Ge-' böte des Waidmanns versündigen, als daß ich Ihnen auch nur den geringsten Kummer bereitet." Sie blickle zu ihm auf, wahrschein-, lich, um 'ihm ein Wort des Dankes zu sagen; aber als ihre Augen den seinigen begegneten, fluthete es purpurn über ihre Wangen, und. in holder Verwirruna sah sie rasch zur Seite. Wie ein Ausdruck der Entrüstung über das. was sie in seinem warmen, zärtlichen Blick gelesen, sah diese Bewegung nun allerdings nicht gerade aus. Und sie schien auch keineswegs entmuthigend auf ihn gewirkt zu haben, da er jetzt sogar wagte, sich der kleinen, schlaff herabhängenden Hand zu bemächtigen und sie zwischen seine beiden kraftvollen Hände zu nehmen. -. Fräulein Renate." begann er. und der Ton. in dem er es sagte, ließ vermuthen, daß noch etwas recht Bedeutsames hatte foh gen sollen. Aber er sprach es nicht aus,' denn plötzlich tauchte, wie aus d:r Erde gewachsen, die- Gestalt des Forstgehilfen Hilgert vor ihnen auf, und daZ junge Mädchen machte mit einer hastigen Bewegung ihre Finger frei. ' In dienstlichem Tone richtete, Hilgert eine auf forstliche Angelegenheiten bezügliche Frage an seinen Vorgesetzten.' und Fräulein Renate verstand zu weniavon diesen Dingen, um, zu, entscheiden.' oh es eine wichtige und nothwendige Frage war. Alvörden freilich schien sie nicht dafür zu halten, denn er fertigte den jungen Menschen recht kurz und in ziemlich 'unwirschem Tone ab. Da sich Hilgert, nachdem er den verlangten Bescheid erhalten, noch weiter in ihrer Nähe zu schaffen machte, war an eine Fortsetzung des in jo ungelegenem Augenblick unterbrochenen Gespräches nicht mehr zu denken, mib die Erinnerung an seine unaufschiebbaren dienstlichen Pflichten veranlaßte Alvörden, den vielleicht schon zu lange hinausgeschobenen Aufbruch zu be schleunigen. - ; ' Auf Wiedersehen, Sraulein Meinardus," sagte er. Zwar weiß ich nicht, ob ich. schon an einem der nächsten Tage wieder werde nach Risiow herüber kommen können, aber vielleicht führt der Herr Professor in dieser Zeit einmal seine schon lange gehegte Absicht aus, dem FürstenQuf Schloß Girnitz rinen Besuch abzustatten. Es würde dazu vor dem Eintreffen der hohen Jagdgäste die beste Gelegenheit sein. Und ich darf wohl hoffen, daß Ihr Herr Großvater bei diesem Anlaß nicht an meinem bescheidenen Hause vorübergehen wird." Das wird er gewiß nicht, Herr v. Alvörden. Er ist ja für so viele LiebenswürdizZeiten, die Sie uns während unseres hiesigen Aufenthaltes erwiesen haben, in Ihrer Schuld." Der Forstmeister wehrte fast unge duldig ab. Ach, .das ist nicht der Rede werth. Sie wissen, daß ich nur im Auftrage des Fürsten' handle, wenn ich nach meinen schwachen Kräften für die Beauemlichkeit seiner Gc.ste sor'ae

Und Sie werden den alten 'Herrn nicht allein nach'Girnitz fahren lassen nicht wahr?" Fräulein Renate lächelte. Es wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als ihn zu begleiten. Und ich leugne auch gar nicht, daß ich ein wenig neugierig bin auf die Girnitzer SehensWürdigkeiten." Nun, deren gift es freilich nicht zar zu viele. Aber ich kann Ihnen dock vielleicht manches zeigen, 'das Ihnen neu und interessant ist." Sie reichte ihm zum Abschied tue Hand, und wenn er. auch dtö schmale Händchen mit Rücksicht auf die Nähe des unbequemen Forstgehilfcn nicht zu lange festhalten durfte, so war es doch immerhin lange genug für den Ausdruck eines warmen und innigen Drckes, mit dem sie einander ein gutes Theil kund gaben von dem. was ihre, Lippen bisher noch nicht auszusprechen zewagt hatten. 6. K a p i t e l. AIS Alvörden den ßalon betrat, in welchem das fürstliche Ehepaar seine Tischgäste zu empfangen Pflegte, fiel sein erster Blick auf die Gestalt einer stattlichen Dame, die im eifrigen Gespräch mit Seiner Durchlaucht begriffen schien. Sie war von hohem, ein wenig zur Fülle neigendem Wuchs und klassisch regelmäßiger Gesichtsbildung. Aber es' war. etwas wie die Starrheit :iner Statue in. ihren Zügen, und das kaum merklich getönte 'Elfenbeinweiß ihrer feinen durchsichtigen Haut trug noch mehr dazu bei, ihre Erscheinung rnH einem Hauch von Kälte und unnahbarer Vornehmheit zu umgeben. Nur die großen dunklen Augen, die zuweilen, wenn sie die lang bewimperten Lider flüchtig hob, in einem ganz eigenen Glänze aufleuchten konnten, ließen ahnen, daß dks marmorne Antlitz möglicher Weise nur eine Maske sei, hinter der sich in strenger Selbstzucht ein heißblütiges, vielleicht leidenschaftliches Temperament verbarg. Und um den schönen stolzen Mund zuckte es zuweilen mitten in der UnterHaltung wie mühsam zurückgehaltener Spott. In dem Lächeln freilich, das nun

t:n zögernd herzugetreteneu Forstmeiiur begrüßte, war nichts von solchen Regungen zu lesen. Denn es war ein Lächeln von wahrhast bezaubernder Liebenswürdigkeit, und der Glanz der schönen dunklen Augen war in diesem Moment ohne allen'Zweifel ein Widerschein wirklicher Heizensfreude. Wie ich an diesem Morgen schon gehört .habe, brauche ich Ihnen Herrn x Alvörden nicht erst vorzustellen, theuerste Gräfin," sagte der Fürst, denn er hatte den Vorzug, im Hause Ihres Herrn Vater'S zu verkehren." Jawohl, Durchlaucht! Und zwar als ein lieber Freund unserer Familie, der sich hoffentlich auch während dieser Jahre der Trennung ein wenig von der alten Gesinnung bewährt hat." Mit einer volltönenden Altstimme, einer Stimme von geradezu musikalischem Wohllaut, hatte die Gräfin Antonie Meinburg diese natürlich mehr an den Forstmeister als an den Fürsien gerichteten Worte gesprochen. Und dabei streckte sie ihm ihre von Brillanten und Rubinen funkelnde -rechte Hand mit so vertraulicher .Geberde entgegen, wie sie ihr wirklich nur einem alten Freunde gegenüber gestattet sein konnte.- - ' Alvörden beugte sich herab, sie zu küssen; aber die Berührung seiner Lippen war kaum die Andeutung eines Kusses. Und seine Antwort war ihrem Inhalt wie ihrem Klänge nach von derselben gemessenen Höslichkeit wie die Erwiderungen, die er am Morgen dem Grafen Meinburg gegeben hgtte. , Sie mochte wohl eine andere Aufnähme ihrer herzlichen Begrüßung er--wartet haben, denn es glitt toterem .Schatten der Enttäuschung über ihr Gesicht. Ju einer Entgegnung aber bNeb ihr keine Zeit; denn schon stand ihr Gatte neben ihnen und redete in seiner forcirt jovialen, mit einer beträchtlichen Dosis Herablassung "gemischten Weise den Forstmeister an. Nun, haben Sie die alte Bekannt schaft mit meiner Frau wieder aufaefrischt? Es ist doch im Grunde höchst merkwürdig, wie das Schicksal uns Menschen durcheinander wirft. Da von, daß wir Herrn v. Alvörden hier wiederfinden wurden und noch dazu als einen Beamten unseres verehrten Gastfreundes, hattest Du, liebe Anto nie, sicherlich ebenso wenig eine Ahnung als ich." ' . Da er die Beamteneigenschaft des Forstmeisters mit emem.gewlssen Nach druck hervorhob, geschah sicherlich nicht m der Absicht, ihm damit etwas be sonders . Schmeichelhaftes zu sagen. Aus nrchts aber mochte er. so wenig vor. bereitet gewesen mn, als aus die Ant wort, die ihm von den Lippen seines schonen Weibes kam. Doch ich wußte es Herr v. Tschirsty hatte es mir bei semem letzten Besuche auf Meinbura erzählt. Gewiß lag in, dieser gelassenen Erwiderung an und für sich durchaus nichts Verfängliches, und Fürst Vil marstein, der noch immer bei ihnen stand, mochte sich's wohl kaum erklären können, weshalb plötzlich eine heiße Röthe bis in die Stirn hinauf über das Antlitz des Grafen schoß, und weshalb die Spitzen seines Schnurrbarts in eine nervöse Bewegung genethen. Befremdlich und unverständlich war ihm ohne Zweifel auch der beinahe be leidigend sarkastische Ton, in welchem Meinburg nach einem kurzen Schwefr gen sagte: -Ah, Du wußtest es!' Das ist eiaentlick schade. Denn die Freude

der Ueberraschuna wäre im anderen

Falle ohne Zweifel eine viel größere geWesen. Da aber eben jetzt der Haushofmeister die Flügelthür des Speisesaals öffnete, fand Seine Durchlaucht keine Gelegenheit mehr, durch irqend eine seiner stets bereiten verbindlichen Bemerkungen die kleine Verstimmung zu bannen, die ihm da zu seiner Verwunderung im Entstehen begriffen fch?:n. Er reichte der Gräfin den Arm, und Graf Meinburg mußte sich beeilen, der Fürstin, einer früh gealterten, schr,' gütigen, aber auch sehr korpulenten und schwerhörigen Dame denselben Ritterdienst zu leisten. Im Uebrigen bestand die kleine Tischgesellschaft heute nur aus Herren; denn es waren außer dem Forstmeister noch der Verwaltungsdireltor des Fürsten, der Pastor von Girnitz und Doktor Reuter, der langjährige Arzt des Vilmarstein'schen Hauses, eingeladen. Die Plätze waren derart vertheilt, daß Seine Durchlaucht dem Grafen Mernburg gegenübersaß. An der rechten S'Ue der Fürstin aber hatte Alexander v. Alvörden seinen Platz erhalten, und er war damit der schönen Gräfin so nahe, daß sie miteinander sprechen konnten, ohne ihre f l! . 5 5 .4. klimmen zu eryeoen uno me umeryaltung der Nachbarschaft zu stören. Während der ersten Hälfte des Mahles zwar hotten sie wenig Gelegenheit, die Probe darauf zu machen, denn der Forstmeister plauderte überaus ange-. legentlich mit dem kleinen, lebhaften Doktor Reuter so angelegentlich, daß ein sehr scharfer Beobachter leicht hatte auf die Vermuthung kommen können, er wolle dadurch die Anknüpfung eines Gespräches mit seinem schönen Gegenüber vorbeugen. Als sich dann aber nach dem dritten oder vierten Gange, wo die Stimmen der Tischgenossen recht lebhast durcheinander schwirrten, die Gräfin mit einer direkten Frage an ihn wandte, konnte sich Alvörden der Pflicht, ihr zu antworten, nicht mehr entziehen, und von diesem Augenblick an gab sie ihn nicht wieder frei. Es war, als hätte sie die Anwesenheit der Uebrigen ganz und gar vergessen; ihr: blassen Wangen rötheten sich, und ihre Augen leuchteten, während sie Alvörden an die gemeinsam verlebten Stunden im Hause ihres Vaters erinnerte, und trotz seiner einsilbigen, ausweichenden Antworten nicht müde wurde, von kleinen Ereignissen und Erlebnissen zu plaudern, die keinkm' der anderen Tischgenossen bekonnt waren, und die nur für sie und für ihn ein Interesse haben konnten. Es war sicherlich nicht die Schuld des Forstmeisters, wenn dieser Austausch von Erinnerungen, so unverfänglich auch immer jede einzelne von ihnen sein mochte, ihrer Unterhaltung einen Anschein von auffälliger Vertraulichkeit gab. Und wenn er einen der zornfunkelnden Blicke bemerkte, die ihm gegen Ende des Mahles hin Graf Meinburg immer häufiger zuwarf, fo durste er sich mit gutem Gewissen sagen, daß er nichts gethan hatte, diesen Unwillen des jungen Ehemannes heraufzubeschwören. Aber er that allerdings nun auch nichts mehr, ihn zu beschwichtigen. Und als nach der Aufhebung der Tafel die schöne Gräfin ohne jede Rücksicht auf die drohende Miene ihres Gatten, zu ihm 'trat, um die für eine kurze Zeit unterbrochene Konversation unter vier, Augen und in gedämpftem Tone fortzusetzen, machte er seinen Versuch, sich ihr zu entziehen. Jetzt hörte Niemand mehr, was sie miteinander sprachen, denn man hielt sich geflissentlich von ihnen zurück, und auch Graf Meinburg vermied es, sie dadurch zu unterbrechen, daß er sich zu ihnen gesellte. Aber er beobachtete sie unausgesetzt aus der Entfernung, und wie lebhaft er auch mit seiner Umgebung sprechen, wie laut er auch hie und da auflachen mochte, sein Mienenspiel und die Nervosität, mit der er ' an den Spitzen seines Schnurrbarts zerrte, verriethen doch hinlänglich, in einer wie wenig rosigen Laune er sich befand. Gegen zehn Uhr empfahlen sich, die nicht im. Schlosse wohnenden Gäste, unter ihnen natürlich auch der Forstmeister, der sogar als der Erste das Zeichen zum Ausbruch gegeben hatte. Als er Miene machte, sich mit einer Verbeugung von der Gräfin zu verabschieden, reichte sie ihm wieder mit beinahe demonstrativer Vertraulichkeit die Hand. Auf Wiedersehen!" sagte sie, laut genug, um auch von ihrem nur um wenige Schritte entfernten Gatten verstanden zu werden. Ich habe in der Erinnerung an vergangene schöne Tage eine sehr glückliche Stunde verlebt, und ich hoffe, lieber Herr v. Alvörden, es ist nicht die letzte gewesen, in der wir von den alten Zeitczi geplaudert haben." Wieder mußte er.ihr nach dem unverbrüchlichen Gesetz ritterlicher Artigkeit die Hand küssen und mußte eine höfliche Erwiderung auf ihre liebenswürdigen Worte finden. Vielleicht klang sie etwas wärmer als vorhin. Gräfin Meinburg schien beim Abschiede des Forstmeisters dessen Erwiderung. wärmer als vorhin zu finden, denn es glitt ein Aufleuchten der Freude über ihr Gesicht, und deutlich fühlte Herr v. Alvörden den festen Druck ihrer merkwürdig heißen Finger. Sein unverändert ernstes Gesicht verrieth nicht, inwieweit er sich durch diese Gunstbezeigung beglückt fühlte; aber als er bald darauf an der Seite' des kleinen, redseligen Doktors in's Freie hinaus trat, athmete er tief auf wie Jemand, der froh ist, dem Aufenthalt in einer dumpfen, bedrückenden Atmolvbäre entronnen zu sein.

Werde gesund und bleibe gesund indem dn

Lberkrakheite, Villiösität, Unreines Blut, rch die nweda vo

Dr. August König'3 Kamburger

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loS wirst, sie reguliren und reinigen. td?ache Lt.JakobA Oek gegn, giT- t

Auch- das gräfliche Ehepaar zog sich bald nach der Entfernung der übrigen Mste in seine Gemächer zurück. Anton war seit dem Augenblick, wo sich I l , w n n cie yur yinier oem orumeiuer geschlössen hatte, wieder ganz zur schönen Statue geworden. Und so leicht hatte sie, während sie an der Seite des Gatten ihrem Schlafzimmer zuschritt, die Hand auf seinen Arm gelegt, daß er die Berührung kaum verspürte. Die Räume, die man ihnen auf Schloß Girnitz zur Verfügung gestellt hatte, bestanden aus einem kleinen Salon und zwei rechts und links von ihm gelegenen Schlafgemächern. An der Thür des Apartements wurden sie bereits von der Kammerjungfer erwartet und' die Gräfin machte dem jungen Mädchen ein Zeichen, ibr zu folaen. (Fortsetzung folgt.) Tcs Gelehrten Vroletariat Nusz lands. Zu den ständigen Klagen in Rußland gehört die über die Zunahme des Gelehrten - Proletariats, das hervorgerufen wird durch die studentische Vewegung. Ein Artikel der Petersb. Wjed." beleuchtet diese Verhältnisse. Er theilt eine Universitäts - Statistik mit. die jedoch die Hochschule in Odessa nicht umfaßt, weil kein Jahres-Bericht von ihr zu beschaffen war. Indessen verliert' dadurch das Material kaum an Werth. Auf acht Universitäten wurden im Jahre 1901 16,631 Hörer gezählt, luf eine Bevölkerung von rund 130 Millionen. Zum Vergleiche diene, daß Deutschland bei 56 Millionen Einwohnern etwa 30.000 Studenten zählt. Von 1882 bis 1891 war in Rußland die Zahl der Studierenden erheblich zurückgegangen, von 1892 bis 1901 stieg sie von 11.589 auf 16.631. d. h. um mehr als 40 Prozent, Die Zunahmc betraf in erster Linie die naturwissenschaftliche "und die juristische Fakultät. 102 und 69 Prozent, da das Anwachsen der Hörer in der orientalischen Fakultät zu Petersburg um 155 Prozent außer Betracht bleiben muß. Bemerkenswerth ist, daß die evangelischtheologische Fakultät in Dorpat eine Abnahme von 95 Hörern, gleich 70 Prozent, zu verzeichnen hatte. Auch im günstigsten Falle, d. h. unter Einstellung der Schätzungen für die Unidersitat in Odessa, ergiebt sich nur. daß die Zahl der medizinischen Hörer nich geringer geworden ist, was bei dem ungeheuren Acrztemangel Rußlands befremden muß. Nicht weniger überraschend ist, daß die Zahl Derer, die ihr Studium regelrecht beendet haben, stetig abnimmt. Von 1892 bis 1901 wurden mit abgeschlossener Hochschulbildung von acht Universitäten entlassen 22,271 Personen, also Durchschnittlich 2227 jährlich. Das ist eine auffallcnd geringe Zahl. Freilich muß man berücksichtigen, daß dasVeamtenthum nach Möglichkeit den akademischen Rachwuchs fernhält nur das Finanz - Ministerium macht eine rühmliche Ausnahme ; in den mittleren und noch weniger in den Kl?instädten Rußlands können die freien' Verufe nur sehr Wenige ernähren.' Daher drängen sich die jungen Leute in wenigen Großstädten zusammen. Eine andere wichtige Frage drängt sich bei Betrachtung der Zahlen ' auf: Ist das russische Durchschnitts-Gymnasium bei den gegenwärtigen Lchrplänen ül-cr-Haupt im Stande, die jungen Leute genügend für die Hochschulen vorzuberciten? Das muß bestrltten werden. Da her ist eine Reform der Mittelschulen ebenso nothwendig wie die Neugestal tung des Universitätswesens, und schon daraus erklärt sich, wie schwer die Aufgäbe ist. die sich der Unterrichts - Minister gestellt hat. Mnn',nusz strti fit l,e!fen wisse,,. Wie es der kranke Baßgeiger Grunzerl fertig bringt, daß er trotzdem 'er das Bett hütet seine Studien nicht unterbrechen muß.

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Washington Str 61 N,.loCpritzenhuS JllinoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 63 WeÜ und Couty 54 West und McCarty 56 Cenate Lve. u Henry ' 67 Meridian und Ray 55 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u MorviS 69 Madison Äo.uDunlop 61 N2HakeLeiterhauS South nahe Telawar 62 Penn. Merrill (4 Delaware u. McCarttz 6i ast und McSarty ' 65 New Jersey .Merrill 67 Lirg. Av. u Bredsha 68 Eaft und Prospec, 69 Bicking und High 71 No. II Spritzenhaus vir Ave. nhe Hurmi 72 East und tSeorgia 73 Cedar und Elm 7t Davidson u Seorgia 75 Snglish Slv. u Pine 76 Chelöy und BatcS 7? Ns. i Spritzenhaus Profpect nahe Shelby 79 Fletcher v. u Shelby 81 Market u. New Jersey 6 Delaware und Wafh. 83 Tast u Washington 84 New York .Davitsoe 5 Taubstunnnen Snftalt 86 er. Staaten rfenal 87 Orient! und Wash. 9 Frauen-Reformat. 1 No. iz Spritzenhaus Marvland nal?e Wer. 92 Meridian u. Scrgia 93 Meridian und South 94 Pennsylv u, Louisiana 95 Lirgin Ave u. Zllab. 96 Hauptquartier. 97 sZrand Hotel. 93 Capital Ave und Obis 123. No. 16 Spritzenhaus 16. undlsh. 12t Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 MandeS junb 15. 127 Brookside und Jupiter 12S Ventral Slve und 17. 129 Delaware und 19. 1Z1 Alabama und 11. 1Z2 Vellefontaine unS. 134 College Ave und 2. 185 Delaware und 13. 136 Alabama und Rorth 137 Relvmann und 19. 188 College Ave und 14. 139 Tornell Ave und 18. 141 DandeS und 9. 142 Highland Ave und lg. 148 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hilside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 7. IM Park Ave und 12. IM ficju. W Bahn u. 12. 154 Ramsey Ar und 1. lös Stoughton u Neiomaa 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Ardm und Depot 163 Drightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 155 St. Clair u. eystone 167 Arsenal Ave und 22. 168 Bellefontaine und 28. 169 Park Ave nd 10. 212 Capitckl Ave und 17. 213 Pennsvlv. .Michigan 21t JllinoiS und 20. 215 Senate Av und 21. 216 Pennsvlvania nd 22. 21? Meridian und 16. ' 1 Capital Av und 26, 19 Broadway und 10. 231 Illinois w McLean 234 No. 14 Spritzenhaus Zkmwcod und 30. 235 JllinoiS und 33. 236 Annetta und 80. 227 No. 9. Spritzenhaus Udell und Naixr 238 Udell Ladder WorlS 239 Nabel und 27. 241 Meridian und 24. UV JllinoiS tt Et. Cia5, 213 Eldridge und 3. 812 West uud Walnut S13 und 12. 814 Howard nd 16. 315 Torbkt und Paca 16 Capital Ave und 70. 817 ttoufctoeftcrn Av 25 318 Gent und 13. . 219 Canal und 10. 324 Cerealine Works 324 kermont und Lyn 325 Bismarcku Srandviet, 326 No. 29 C?ntzenhaS Haughmlle. ' 827 Michigan u. Holme, 28 Michigan u. Concord 841 West und McJntvrk . 412 Wiffouri u. Marhlcmd 413 Missouri und &;io 415 Capital Aveu Gcorgio 416 Missouri AcntuckyA 417 Senat Ave tt. Wal?. 421 P und C 5KiH".tVuS W. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Miley Ave u.JDu25 425 Wash. und Harris 426 No. 18 Cpritzenha LZ. Washmgton 427 Oliver und Birch 423 Oliver und Ogood 429 Rordhke und Fork 481 Hadley Av n. WorrtZ 432 Niver Ave u. MorriS 154 River Ave und Zlay 435 Harding . Big 4 R R 43S Harding und Oliv 437 No. 19 Cpritzenh? MorriS und Hardina, 48 Hsward ch SMauB 439 Stkv 451 ReiSner und Miller 452 Howard nd Lee 453 MorriS und apS 456 Lambert und S3cÜLnt 457 Nordhk Ave it. Va tuen WerkS 612 Weft d Ray 613 mtuky Ave u.Merrtd 614 Meridian und Morris 516 JllinoiS und ansaS 617 Vorris und Dakota 618 MorriS und Church 619 kapital A, McCrty 621 Meridian und Palm m 28 Pine nd Lord ' 62t Madison Ave u Lincoln 6 Meridian und Belt RR 627 Carlos nd Ray 628 Meridian und Schon 529 Meridian. Raymond 531 Meridian u. McCarty 632 No. 17 Tpntzent, Morris nah Weft 612 MrAernan und Dough. 613 Last u. Linln ni 614 Eest nd c scher 616 Wright und Sander 617 MeTarty und Beaty 618 New Jersey u ir v, 712 Spmce und Prospekt 71 Cngllsh Ave. u. Laurel 714 State Ave. Bett RA 715 Shelby und Vcecher 716 State Av und Orange 718 Orange und Laurel 719 Shclby u. Culag 2 721 Lerington A. Lau? 723 Flacher Ave .Spru 724 State Avu.Pleasant 725 Prospekt und leosai j 726 Orange und Hmlax 728 Liberty und Merk 729 Role nd.outy 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Mastington Ste 813 Market und Noble 8lt Ohio u Highlsnd Ave 815 üichigaa u. Highla 16 Market Arsenal Ave 817 Ost S. Clair und Union Sahn Geleise. 821 an Handle Sh?pS 23 Vermont und ZSalcoU 824 Wash. und State Av 25 Madd'S klge JaK 826 Tuck und Dorscy 27 Wash. und Veville Av 829 No.12 Cpynchaus VeviLe nahe Michigm, 81 Southeafter Av nd Woodside. 832 Wash. 'und Dearten, 84 Sothafier uitt Arsenal Avet, 835 New Jork und InnpK 12 Illinois nd Maryl. 911 JllinoiS und Mark 914 Pcnn. nd is'Delawa? nnd Cpezial-Sizuale. erste I Schläge, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schläge, dritter Sllarm, Dritten 2 CchUge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgervQ. CchUge, Wafferdru ab. 1 Schlage, 1 Uhr Mittag. Die ?o bezeichnete CiKF werden nur don Zfyxsm Wächter, gegeben da an den betreffende Straß? kreum, ä kUarmksteu angebracht sind.

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