Indiana Tribüne, Volume 26, Number 80, Indianapolis, Marion County, 24 November 1902 — Page 7
Jndtanl, Tribune, 24 November 55.
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Zlcdcr Den ßm. n o j Noman voll OSkar Nsedonu 000040XC0000000 (Fortsetzung.) Tic alte Mamsell hatte, lange schon an der Thür gestanden und die immer rollenden Thränen mit der Schürze aus den rothen Augen gewischt. Jetzt faßte sie sich ein Hcrz und trat ein. Burkhard streckte ihr herzlich die Hand entgegen. uten Tag, Frau Schöneberg." Guten Tag, Herr Oberleutnant. Viel Glück zur Genesung, gut, daß Sie wieder hier sind! Was haben wir ausgestanden für Angst um Sie!" Die Alte sah mit gutmüthigem Lächeln durch die verschleierten Augen auf Burkhard und erkannte nun erst, wie sehr er sich verändert hatte. Ach Gott, nee, wie sehen Sie aber aus, nee, so'n Krieg!" Das wird wieder anders werden, hier in Ublicken, liebe Frau Schöneberg." Aber die gute Alte, die so viel Freud und Leid schon mit diesem Hause getheilt hatte, wollte sich nicht beruhigen. Ihren Vater habe ich schon aus dem Kriege kommen sehen, einundsiebzig war's," sie schluchzte laut, aber so elend hat er nicht ausgesehen." Als Else ihr mit dem Zeigefinger auf dem Munde heimlich Schweigen bedeutete, griff sie nach dem Zipfel ihrer Schürze, wischte sich wieder die Augen und weinte leiser. Ruhen Sie sich nur schön." Dann ging sie. Die Mädchen in der Küche machten cm bekümmertes Gesicht, als die Alte thränenden Auges das greise Haupt schüttelte und mit ihrer welken Hand vielsagend bin und her schlug. , Sie. hatte recht. Die überstanden? Krankheit stand Burkhard deutlich auf dem Gesicht geschrieben, was sie aber nicht sah, das sahen die Anderen: den wehmutsvollen Zug, der sich tief unter die hohl liegenden Augen gegraben hatte. Das war eine grausame Zeit, die hinter ihm lag. Ein Gemüth, wie das seine, von einer ungewöhnlich weichen Empfindsamkeit, die Männern selten eigen sind, läßt die gekränkte Liede, die getäuschte Hoffnung schwer ertragen und nie überwinden. Auf dem Schlachtfeld wollte er kämpfen bis zum letzten Athemzug, aber der Heldentod blieb ihm versagt. Und alle Liebe, die hier ihn nun umgab, vermochte doch seine Sinne nicht hinwegzutäuschen über die verfehlte traurige Zukunft, die vor ihm lag. Burkhard brannten tausend Fragen noch auf den Lippen, aber er war angegnslen und matt, wiewohl er nicht klagte und vorgab, sich völlig frisch zu füblen. Nur die wesentlichsten Ereignisse während der langen Trennungzeit wurden erörtert, an Burkhard wurden weni Fragen gerichtet. Zeschau berichteie vieles für ihn, was er unterwegs schon gehört hatte. Nur einmal, als Burkhard erzählte, wie der Schuß ihn traf und die Sinne ihn verließen, da leuchtete sein Auge, da brannte helle Gluth auf se'.nen Wangen und da färbte die Narbe auf der Stirn sich roth. Aber dann hörte er wieder die ernsten Worte des Vaters, die zur Nuhe mahnten, und dann fühlte er wieder die verstohlenen Blicke, die immer wieder sorgend auf seinem Angesicht ruhten, und dann verstummte er, weil er dies Bedauern und Mitleid nicht ertragen konnte. Die Hoffnung, welche die Aerzte dem Kranken gemacht hatten, erfüllte sich. Unter der "liebevollen Pflege der Schwester genas Burkhard. Ein Anfall von Wechselfieber war nicht wiedergekehrt, und das Geschoß im Kopfe fpurte er nicht mehr. Zeschaus Urlaub war vor einigen Tagen schon abgelaufen. Else hatte diesen Nachmittag den Vater begleitet, der in der Stadt zu thun hatte. Burkhard war zum ersten Mal allein. Vor seinem Schreibtisch saß er, in schwermllthige Träumereien versunken. Das Licht der eben entzündeten Krone flackert unheimlich und mit immer gleichem mildem Ernst blickt das große Kaiserbild auf ihn herab. Burkhard öffnet wieder und immer wieder das kleine Etui, das den Orden Pour le merite" birgt, den der Kaiser ihm verliehen, und den er heute erhalten hat. Das war eine Freude nach so langer Zeit, das war sein Stolz. Dankbar schaut er auf das Bild seines Kriegsherrn Und eine innere Freude zittert nocü durch seine trübe Phantasie. Er weiß nun ja. daß Hildegard ihn geliebt hat, ihn vielleicht noch liebt. Und er ist schuld an dem unglückseligen Verhänzniß, das den heißen Wunsch vereitelt hat. Was Ikann es nützen, daß er Tage und Nächte gegrübelt hat, daß er noch grübelt, und daß er sein krankes Hirn martert. Er ist kein Räuber fremden Eigenthums, fremden Glückes. Fort muß er, soweit wie möglich wieder fort, fern von der Geliebten weiter kämpfen in stiller Entsagung. Aber vor seinem sinnenden Auge schimmert wieder ihr Bild, vor seiner Seele schwebt der schöne Traum. Könnte er sie noch einmal durchkosten, die namenlos glücklichen Stunden, wo sein Blick an ihrer lieben Gestalt baftete. wo ifc Augen ben seinen begegneten, wo er die berauschende Nähe fühlte, ihren glühenden Athem einsog. Dieser Traum von Glückseligkeit ist vorüb,sie ist das sa'eib eines Anderen, und ibm bleibt
nichts 'in diesem öden Chaos, als die immer rauschende, bange, verzweif-
iungsvoue Erinnerung, auoaj was war das? 5NW es "um topr es Wirklichkeit! Aeisie ihn eine mia iLnoigana? Wer war die hohe, Gestalt im Thürrahmen, ganz m Schwärz' gehüllt, das Antlitz zu Boden gerichtet, mit gesenkten Augenwimpern, Übergossen von Scham? Burkhard war aufgesprungen, sassungslos. koch immer in dem Glauben an ein Trugbild, das seine fieberhaft erregte Phantasie ihm vorgegaukelt. Aber das liebe, bleiche Gesicht trägt bekannte Züqe. Noch wagt er nicht, sich zu rühren aus Furcht. dieZaubergestalt u verscheuchen, dann aber überkommt ihn trunkene Freude. Keines Wortes machtig taumelt er einen Schritt vorwärts. Seine Stimme lallt, als er reden will. Gnädige . . ." aber das Wort erstarb auf den bebenden Lippen. Herr Burkhard!" Hildegard war zögernd näher getreten, die Thür hinter ihr war in's Schloß gefallen; fassungslose Berwirrung spielte auf ihren Mienen. In gewalttger, kaum haltbarer Erregung stand Burkhard nur wenige Schritte vor ihr. Sie hob die Augen, ihre Blicke trafen sich. Blicke voll glühender Liebe und glühendem Verlangen. Da breitete sie die Arme aus: Du Heißgeliebter!" Hildegard! . Bist Du's, bist Du's wirklich?" Und ln lautem, gluckseligem Schluchzen lag sie an seiner Brust. Er fühlte den heißen Hauch ihres Athems, den Schlag ihres pochenden Herzens und das Beben des fest angeschmiegten Körpers. Und da war es wieder stille eine Weile. Nichts störte mehr die lange, schweigende Umarmung, den heiß ersehnten Traum von Glückseligkeit! Es war zu viel des Glücks. Fest preßte Burkhard die Geliebte an sich und mit heißen Küssen bedeckte er das brennende Antlitz. Hildegard hatte zuerst die Fassung wiedergewonnen. Sie wollte sprechen, aber noch drang kein Laut über die erstarrten Lippen. Die nie geahnte Wonne, die ihren Körper durchzittert, hielt sie ganz befangen. Leuchtenden Auges sah sie zu dem Geliebten empor. Da schimmert es feucht, m Vurkhards Wimpern. Hildegard, Du einzig Geliebte, Du kommst zu mir? Ich halte Dich in meinen Armen, ich -küsse Dir die Augen, die lieben Lippen! Schmerzlich schöner Traum! Q dürfte ich Dich ewig halten, Dich nie wieder von mir lassen!" Leise schauerte sie zusammen. .Das darfst Du, das follst Du, Du geliebter Mann! Zeschaü schrieb mir. Du seiest hier, wollest ganz genesen hier, aber ich wußte ja, daß es noch nagt und frißi an diesem , lieben, lieben Herzen, da L, . ct ri onrfc r i l. ivniiie icine nernunsi, leine ujicqi oer Erde mehr mich halten, da zog es mich her mit unwiderstehlicher Gewalt; nun bin ich Dein, ewig Dein, Du Einziger! Nun halte mich fest!" Immer inniger schmiegte sie sich an ihn. Und gehst Du wieder in die weite Welt, laß mich nicht hier zurück, ich kann ja nur leben, wo Du' lebst, nur sterben, wo Du stirbst." Sie fcatie in leidenschaftlicher Erregung gesprochen unter glückseligem Lächeln, unter glückseligem Weinen. Nun sah sie mit erklärten Augen ihm voll in das glückstrahlende Antlitz. BurZhard schwieg. - Die Worte hallten jauchzend wider in seiner Seele. Ewig Dein? Ja, war sie nicht das Weib eines Anderen? Zu allem Großen, allem Erhabenen war sie fähig, ideale Ziele hatte sie stets verfolgt, ohne Rücksicht auf das Urtheil der Menge. Aber wie konnte sie sich über Gesetz, über Pflicht hinwegsetzen? So irrten vor seiner' Seele wirre Empfindungen, die keine faßbare Gestalt annehmen wollten und nur in einem beseligenden Gedanken sich zusammenfanden: in dem Bewußtsein ihrer grenzenlosen Liebe. . , Deine Wangen glühen, als fiebertest Du," sagte er besorgt. Nein, nein. Ich habe mich so unsagbar Zesehnt nach diesem Augenblick, und nun, wo er da ist, da wallt mein Herz vor lauter Glück, und Freude!" Sie strich liebkosend sein schwarzes Haar, nahm seinen Kopf zwischen beide Hände und küßte wieder und wieder die dunklen Augen und die Narbe auf seiner Stirn. ,Jch habe Dir viel zu erzählen, Arthur." Sie hatte den Arm Um seinen Hals geschlungen, und nun erklang es in leisem Flüstern das Lied von langem Leide. Mit sprachlosem Staunen, nur ab und zu sie unterbrechend., hörke Burkhard zu, und wenn in wehem Zucken Thränen über ihr Antlitz flosscn, - dann trank er sie aus den verschleierten Augen, von den glühenden Wangen, und dann brannten wieder seine Lippen in heißem Gram, in Hofs nungsvoller Freude auf den ihren. Als sie geendet, lächelte sie träumerisch, dann rang sie mit plötzlichem Schmerzensausbruch die Hände. Weshalb konnte es nicht früher sein, weshalb konnte ich nicht treu und rein mich Dir erhalten? Sieh, alles hätte ich ja hingegeben, Heimath, Vater und Mutter hätte ich verlassen. Dir w üorcii: jyanc lcy nur gewußt, daß Du mich liebst!" Er war zu ihr geeilt, innig umschlungen wanderten sie im Zimmer
aus und ab. 1 -. - :
Hast Du es mcfct gesurzli, juw-
gard, in jeder St-.tfde, in jedem Wort, in jedem Blick?" Aber weshalb gingst Du fco er Mann ohne ein einzig Wort Deiner Liebe? Weshalb ließest Du ein schwan kendes Weiö zurück in Verzweiflung? Weshalb raubtest Du ihm alles, was das sehnsüchtige Herz begehrt, Glaube. Liebe. Hoffnung?" Sie waren stehen geblieben. Burkhard schaute ernst der Geliebten in die thränenerfülltenAugen. Auch die iebe?" Nein, nein. Du hast recht. Gekämpft, gerungen habe ich wie eine Wahnsinnige. Aber die Liebe wich nicht von mir, sie blieb unbesiegt. Der Haß, den ich an ihrer Statt kurze Zeit nur mahnte, war ja. nichts als die kranke Ausgeburt der allerhöchsten Liebe." Thränen erstickten ihre Stimme, als sie an seinem Arm weiter schreitend fortfuhr: Weshalb gingst Du so. Arthur, weshalb thatst Du mir das an?" Du hast 'den Brief an Zeschau gelesen, Hildegard; weil es meine Pflicht, mein Stolz gebot, vielleicht auch ein schon krankhaftes Ehrgefühl. Ich will Deinen Vater nicht anschuldigen, aber cr hatte anders handeln müssen an uns." Er küßte zärtlich ihre Stirn. Schilt mich nicht, Geliebte, ich habe geglaubt an Dich, wie an einen Gott." Betroffen senkte Hildegard den Blick zu Boden, er fühlte sie erbeben, und schnell begann er wieder: Liebe macht blind, mein Herz. könnten sonst zwei Menschen so thöricht handeln, wie wir Beide? Und nun laß es gut sein. Laß die. köstliche Gegcnwart uns nicht trüben durch die bösen Schatten der Vergangenheit. Eine kurze Spanne Zeit nur noch, dann, sind wir ganz und für immer eins."' . Mr ihren umflorten Augen aber wollten die bösen Schatten nicht weichen. Sie sah den Aüssichtsthurm von Stürmen gepeitscht, sie sah sich erwachen an der Seite des Elenden, sie sah das schöne leere Schloß, in dem das Grausen wohnt.' Und dann tauchte wieder die elende HAte vor ihrer Seele auf, in der man die Todte gebahr! hatte. Es muß eine göttliche Macht geWesen sein, die meine Sinne verdunleite, als ich an Dir, Du Heißgeliebter. zu zweifeln begann. Oder soll ich sagen, eine teuflische Gewalt?" Nein, nein, Hildegard, ein Gott war's, der die Seligkeit dieser Stunde so erhaben, so herrlich mir schaffen konnte durch all' die unsagbaren Leiden, die er uns durchkosten ließ." Aber glaubst Du, daß es Gott ge' fallen wird, dieses namenlose Glück uns zu erhalten? Mir ist so schwer, so bang um's Hcrz. Sag, Arthur, war es nicht Sünde, als ich jenem Anderen Treue gelobt am Altar mit der leidenschaftlichen Liebe im Herzen zu Dir? Wußte ich drch, daß mein Innerstes log, als ich das Ja sprach! Du bist so gut, hast ehrlich und männlich stets Hehandelt. Aber darf Gott dies heißersehnte Glück ungestraft auch der Meineidigen gönnen?" Um Himmels willen, 'Hildegard, quäle Dein Hirn nicht mit solchen Gedanken. Weshalb graut Dir vor Gottes Neid? Du bist einem Schurken zum Opfer gefallen. Gott hat Dich erleuchtet, hat Dich erlöst. Er, der himmlische und auch der irdische Richter, sie werden Dich freisprechen jeder Schuld." Eng umschlungen hatten sie wieder Platz genommen. Sie saß auf seinem Schooß und klammerte sich fest an ihn. um ihre Augen aber zuckte es ängstlich. Und weshalb nahm ich ihn?" flehte sie leise. Aus Verzweiflung, aus Dankbarkeit, vielleicht auch als gehorsames Kind." ..Nein, nein' das bin ich nie gewesen, dav zu bekennen wäre feige. Ein verblendete? Impuls war es, gemeine Rache, die ich an Dir, an mir, an aller Welt nehmen wollte. Nenne es frivol, nenne es Verzweiflung, es bleibt Sünde!" Sie wollte weiter sprechen, sie vermochte es nicht. Leise schluchzend hatte sie den Kopf auf seine Brust gebeugt ein heißer Thränenstrom löste die gewältige Erregung, die ihre Nerven in den letzten Tagen gespannt gehalten hatte. Burkhard bettete sorglich das geliebte Haupt an seiner Schulter, er küßte das duftende Haar und hielt lange und zärtlich die feinen Glieder umfangen, die in tiefem Weh erbebten. Da versiegt der Thränenstrom, die nassen Augen schließen sich und nur das wiederkehrende, selige Lächeln auf dem blassen verklärten Antlitz verkündet, daß die Vergangenheit versunken ist vor dem schönen Traum der Gegenwart. Bevor noch der Oberamtmann und Else zurückgekehrt, hatte Hildegard um Fuhrwerk gebeten. Sie wollte den letzten Zug nachTrontheim noch erreichen. Es war eine kurze Fahrt und es war finstere Nacht, aber die Finsterniß der Nacht drang nicht in's Herz. Hildegard saß regungslos in inbrünstiger dankbarer Andacht. In ihr jubelte und jauchzte es. Sie hatte ja nicht gewußt, daß die Welt so viel Glück barg, und daß ein Herz das alles fassen könne. Sie glaubte sich im Paradiese und schlürfte in' seliger Freude das süße Empfinden, das in ihre Sele drang. Als Hildegard nach Hause kam, sah sie bleich aus, Von den' unaeduldia
harrenden Eltern wurde sie mit Fragen über ihr langes Ausbleiben bestürmt. Eine seltsame Scheu wollte Hildegard den Mund verschließen. Die Wahrheit wollte sie heute wenigstens nicht mehr sagen. Sie hatte genug der Szenen, sie wollte die .Seligkeit ihres Empfindens sich nicht stören lassen, in ungetrübtem Glücksgefühl wollte sie diese Nacht die Augen schließen! Als sie sich auf einen Stuhl niederließ, fühlte sie sich wirklich übermattet, sie nestelte mechanisch an ihrem Schleier und antwortete mit gekünstelter Ruhe: Ich bin beim Justizrath Hollmann gewesen." Sie hatte erwartet, Bestürzung durch ihre Worte hervorzurufen, aber sie war verwundert, als beide Eltern schwiegen. Aus ibren Mienen, aus ibren Augen, aus aü ihren Bewegungen sprachen Liebe und Theilnahme, Frische 'und Entschlossenheit. Das ermunterte Hildegard. Ich will die Wahrheit sagen." Un-. bewußt verklärte ein glückseliges Lächeln ihre Züge, ihr Auge schaute zuversichtlich, und in die zarten Wangen stieg purpurne Gluth. Ich war in Ublicken. bei Burkhard." Ihre Stimme klang feierlich, sie musterte den Vater
scharf. In der That war der Oberst, der mit langen schritten das Zimmer gemessen hatte, erschreckt stehen geblieben. Jetzt näherte er sich der Tochter, seine Augen blickten milde, ein herzliches Wohlwollen, so etwas wie zärtliche Vaterliebe spiegelte darin. Wäre er seinem ersten Gefühl gefolgt, so hätte er die Tochter schelten oder doch in sie dringen müssen, daß sie in dieser, für sie ernsten Zeit alles vermeiden solle. was zu einem Gerede der Leute, zu öffentlichem Klatsch Anlaß geben konnte. Aber er wußte, daran lag Hildegard wenig und er wußte auch. gegen die Leidenschaft, die in ihrem Herzen wohnte, kämpfte sie vergebens. Und heute sollte Friede herrschen, er hatte der Tochter noch viel zu sagen und wollte sie nicht erzürnen. Er legte die Hand auf ihre Schulter und drückte einen Kuß auf ihre Stirn. Du hast ihn trösten, hast ihm Muth zusprechen wollen. Ich weiß, daß er hier ist. vor vierzehn Tagen hatte ich aus Genua eine Meldung, daß er als Rekonvaleszent nach Ublicken komme. Zeschau hat ihn in Berlin empfangen. er hat mir gesagt, daß Burkhard sehr elend und leidend sei. Das thut mir leid." Der Oberst sprach mit Wärme. In Hildegard regte sich eine innere Freude, aber sie unterbrach den Vater nicht. Burkhard ist ein Mann geworden, dem Achtung gebührt," fuhr der Oberst fort. Er hat entscheidend eingegrifsen in ein Gefecht, er hat sein Leben heldenhaft auf's Spiel gesetzt. Ich will Burkhard selbst noch zum Orden pour lc merite beglückwünschen." Hildegard war aufgestanden, bu Augen leuchteten. Ich danke Dir,. Papa." Frau von Loewen lächelte unter Thränen, als der Oberst jetzt die beiden Briefe vom Tisch nahm und mit weicher Stimme wieder begann: Und nun, mein liebes Kind, werden Deine Mutter und ich gern den Schritt billigen, den Du thun willst. Bitte, lies diese Zeilen." Hildegards Antlitz umfloß verklärender Schimmer, freudig ergriff sie das Papier und las leise vor sich hin: Lieber Egon! Ueber, die traurigen Vorgänge völlig unterrichtet, habe ich nach reiflicher Ueberlegung Hildegards Absicht, die Ehe zu scheiden, beipflichten müssen, und im Einverständniß mit meiner Frau beschlossen, das Vorhaben unserer Tochter zu unterstützen. Deine meiner Gattin wie mir vorgetragene Bitte, anderweitig auf Hildegard einzuwirken, müssen wir Beide abschlägig bescheiden. Jeder Versuch Deinerseits, hierin Wandel zu schaffen, würde völlig vergeblich sein. Hildegard hat ihre Entschließung endgiltig getroffen. Die weiteren Schritte zur gerichtlichen Scheidung Eurer Ehe sind bereits in die Wege geleitet. Wir werden über oie Angelegenheit schweigen, so lange Du Dich rückhaltlos als den schuldigen Theil bekennst. Indem ich noch meinem Bedauern über den meiner Tochter, wie auch meiner Frau und mir angethanen Schmerz Ausdruck verleihe, bin ich ergebenst von Loewen." Als Hildegard das Blatt aus der Hand gelegt, glänzten helle Thränen in ihren Augen. Eine Weile stand sie wortlos, dann küßte sie herzlich Vater und Mutter. Dies öde Dasein in dem todten Schloß war nun verblaßt, es lag hinter ihr, und in dem sehnsüchtigen Herzen flammte neues Leben! Obwohl Hildegard dringend der Ruhe . bedürfte nach all' den gewaltigen Aufregungen, kam sie nicht dazu. Trotz nächtlicher Stunde, begann auch hier ein eifriges Gespräch, manche bUteren Wirren der Vergangenheit wurden aufgeklärt, aber, ohne Erregung, getragen von Liebe, von gegenseitigem Verständniß. Mit der Zukunft wurde Burkhards Name mcht m Beziehung gebracht. Ueber die Hoffnungen, die Hildegard mit Burkhard getauscht hatte, schwieg sie. An den Gedanken aber, wieder zu den Eltern zurückzukehren, die Zeit, in der sie fern gewesen, zu vergessen, die blaue Grotte wieder zu beziehen, alle HoffnunAen, die darin begraben lagen, neu zu beleben, ge-wohnte-Hildegard sich gern. Und dieser Gedanke war auch den Eltern ein freudiger. Eine Eintracht, wie an diesenk Abend, hatte lange nicht geherrscht im Loewen'schen Hause.
n Werde gesund und bleibe gesund l . indem du xx 6 Leberkrankheiten, BilttöfttSt, , 5Mx H 6 , Unreines Blut, MMM durch die Anwendung von v u l Dr. August König's VfhMX z M wyr Ttt r r f(J wtVavov ,?.?jr i 9 r '' s 2 ! ifKl ''' ätts N',l'r??7 U 19 XUPIvH H loS wirst, sie reguliren und reinigen. A 7 flf py.. s nsjtr iftnrnnt i
Wie immer brachte auch in meim Jahre der Monat April zahlreiche Veränderungen für die Armee. Vor Veginn der anstrengenden Sommerperiode gehen die Müden, ihre Stellen werden neu besetzt. Mancher auch folgt gezwungen nur dem Dränge der Nothwendigkeit. An der Spitze muß recht und links um gemacht, muß abmarschirt werden, denn da unten drängt man ungeduldig nach und Jeder soll zu seinem Rechte kommen. Es war bei den Grenadieren vi:l hin und her geredet worden, ob der Oberst von Loewen eine Brigade bekommen würde oder nicht. Viele behaupteten es mit Sicherheit, Andere, die sich oft ihrer guten Quellen rühmten. wollten es besser wissen, und achselzuckend meinten die Vorsichtigen: Vielleicht als Einjähriger!" Ab:r nun war es klar zu lesen. Der Oberst von Loewen hatte eine Brigade bekommen, im Westen, unter Besörderung zum Generalmajor. ' (Jorlsetzung folgt.) NotZ)fttttiS i i aland. Die ärmeren Klassen der Vev'ölkciung von Großbritannien und Jrland gehen einem bösen Wintcr entgegen, und zwar nicht nur in London, wo die Zahl der Arbeitslosen, der Hungernden und Frierenden sich mit jeder Wocho rapid vergrößert, sondern auch in den Povinzen. besonders in den großen Fabrikstädten und Häfen herrscht großes Elend, das in dem kommenden Winter ganz bedenkliche Dimensionen annehmen wird. Es liegen Berichte aus verschiedenen Jndu-sine-und Handelszentren des Vcreinigten Königreichs vor. die fast durchweg außerordentlich dAster lauten. In Newcastle sind, abgesehen von zahllosen Armen", über 15.000 sonst regelmäßig beschäftigte Arbeiter ohne Verdienst, da die, Schiffswerften und sonstigen großen Etablissements fortwäbrend Angestellte entlassen müssen, weil die große Depression in der Eisenund Stahlindustrie, im Schiff- und Maschinenbau durch die ungeheuer hohen Kohlenpreisc erst recht verschlimmert wird. Im Distrikt von Nottingham sieht es ähnlich aus, man hat dort seit Jahren keine so schlechte Geschäftszeit gekannt. Tausende von Arbeitern jeder Art verlassen die Stadt und den Bezirk, um anderswo Verdienst zu finden; der' StrumpfWaarenhandel, der einst die wichtigste Industrie von Nottingham ausmachte geht fortwährend bedeutend zurück, und das Gleiche ist mit der Fahrradfabrikation der Fall. Im NorwichDistrikt werden die höchsten Anforderungen an die UnteIng gestellt, wobei die hohen Fleisch- und Brodpreise noch das Ihrige zur Verschlimmerung der Nothlagc beitragen. In Wales steht ein Kohlenstreik vor der Thür und wird sich dann die Zahl der Arbeitslosen erst recht in die Tausende vermehren. Aus Birmingham Manchester. Sheffield, Lcicester'. Portsmouth, Liverpool und anderen dichtbevölkerten Zentren kommen ähnliche betrübende Nachrichten, und übcrall vermehren die Tausende von zurückkchrenden entlassenen Soldaten nur noch die ohnehin schon große Armee rier brodlosen Menschen, ohne daß vorläufig dem großen Elend Einhalt geboten werden könnte, geschweige denn eine Besserung abzusehen wäre. Verlobung mit Konventionalstrafe. Folgende originelle Anzeige fand sich vor Kurzem in einer Zeitung der Stadt Bassum. Prodinz Hannover: ., Ehegeiöbn i ß. 1. Frl. Wähmann und Herr Albert Seidel erklären sich als Verlobte und versprechen sich, die Ehe innerhalb sechs Wochen vor dem zusiändicen Standesamte zu schließen. 2. Frl. Wähmann bringt ihr sämmtliches mütterliches Vermögen in die Ehe. 3. Sollte einer von den Verlobten von der Ehe ohne Grund zurücktreten, so verpflichtet sich derselbe, dem anderen Theil eine Konventionalstrafe von 1000 Mark zu . zahlen. Emma Wähmann, Albert Seidel. Als Zeuge: I. H. Gieseke.Nutzen der Ansichtskarte. Das mit. der Düsseldorfer Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung gleichzeitig eröffnete und geschlossene Ausstellungs-Postamt hat. wie die Ausstellung selbst, mit einem erheblichen Ueberschuß, in Höhe von etwa 180.000 Mark, 'abgeschlossen. Nicht, wenig haben die Ansichts-Post-karten zu diesem erfreulichen Ergebniß beigetragen; denn die über 5,000,000 betragenden Briefsendungen bestanden fast ausschließlich aus solchen.
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Feuer - Signale. 1 Pennsylv irnb Markt 6 English'S OpnHauA 6 Säst und Ne Fork 7 Noble und Michigan S N. Jerjey u. Mag Ad 9 Pine und Nvrth 10 Market und Pine 11 Vermont nahe East 12 8 Cpritzenhaus Mass. v nahe Noble 13 Z,,wark und Walnut 14 N. Jersey u Centra! A. 15 Mass, und Sorncll Av I Lsh und 11. Straß 17 Park Lv und 12 Etr S Eolumbia undHillflde 19 Highland Ave u.Pratt kl JllinoiS und Ct. Joe 22 Pennsvlv. und Pratt 24 Meridian und 11. Ctr 25 No. 6 CpritzenhauS 15. nahe JllinoiS 2S CenateAveu.EtCIair 27 Illinois und Michigan 28 Pesylvania und 14. öS Senate Ave. und 13. 21 No. 1 Spritzenhaus JndAvenaheÄichigan 82 Meridia und Walnut 24 California u Vermont 25 Blake und New Fort 2S Ind. Sv. u. Ct, Clair 27 Lity Hospital 23 Blake und Norty 29 Michigan und AzneS 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nah West 4? Zendors u Wash. 43 Missouri u New Fort 45 Meridica u Wash 4S JllinoiS und Ohio 47 Capitel Ls. u Wash 48 Amgan'S PotthauS S Ctßrnbahn CUllle 23. Washington Ctr 51 Na. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 53 Wcst und Couth 54 West und McCarty 5 eenate 2ve. u Henry 57 Meridian und Rav 55 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Mor-. 59 Madison Av.u Tunlop ei No 2 Haken LcitcrhauS Couth nah Delawar 52 Penn, u Merrill 53 Telavare u. McCarttz 4 Ssst und McSarty 55 New Jersey u. Merrill 57 irg. Av. u Bradsha es Last und Prospekt 59 Bicking und High 71 Ns. 11 CpritzenhauS Lir Ave. nah Hur, 72 East und Gcorgia 73 kedar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 English Av. u Pine 76 Cheiby und BateS 7S No. 3 Spritzenhaus Prospcct nahe Cheäy 7$ Fletchcr Av. u Chelby Ll Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Dcrk u.Davidsor 5 Taubstummen Anstalt 85 er. Staaten Arsenal 7 Oriental und Wash. 9 Frauen-Rcformat 81 No. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. 02 Meridian u. lgrgia. 93 Meridian und Couth 4 Pennsvlv u. Louisiana 95 Virgin Ave u. Llab. 95 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis 123 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ast). 124 Alabama und 15. 125 Central Ave und 15. 126 FandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und II. 132 Bcllefontaine und Z. 124 College Ave und 29. 1Z5 Tlaware und 13. 126 Alabama und North 137 Newmam und 19. 138 College Av und 14. 1ZS Corncll Ave und 13. 141 DandeS und 19. 142 H'ehland Ave und 19. 143 Tecumsth und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hikside Av und 16. 143 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Av und 22. 152 L E u. W Bahn . 22. 154 Ramsey Are und 10. 15 Stoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 153 Blotzd und Pawaw. 159 No. 21 Cpritzenhaus . Brightwood 12 Arten und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. eystone 167 Arsenal Av und 23. 163 Bcllefontaine und 8. 189 Psrk Lve und 10. 212 Capital Av und 17. 213 Pennfylv. u. Michigan 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Av und 21. 21 6 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Ave und 26. 19 Broadway und 10. .231 JllinoiS und McLean 224 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 Illinois und 35. 236 Annetta und SO. 237 No. 9. Cpritzenhiu Udell und $abtr 238 UdeU Lad der WorlS , 239 J.'abel und 7. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u Ct. CUt 243 Eldrioge und 23. 312 West mid Watnu 313-Wcst und 12. L14 Howard und 16. 215 Torbet und Paca 215 Capital Ave und 10, 217 Northwestern Ave u 21 218 Gent und 13. 519 Canal und 10. 524. Cerealine WorkS 324 Vermont und Lvnn S25 Bismarcku Srandvic L25 No. 29 CpntzcnhaäS Haughmlle. 227 Michigan u. Holmes, 223 Michigan u. Concord 541 West und McJntvre 412 Missouri u. Waryland 413 Missouri und Ohio 415 Capital Aveu Seorgia 416 Missouri KentuckvA 417 Senate Ave . Wasy, 421 P und E Run!uS 53. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Milcy Aveu.JDuO 425 Wash. und HarriS 426 No. 18 Cpritzcnhaul 23. Washington 427 Oliver und Birch 8 Oliver und Osgood 429 Nordyke und Fort 4Zl Hadlcy Ave u. MorriS 4Z2 Nivcr Ave u. MorriS 4 Niver Ave und Sta, 435 Harding u. Big 4 NR 426 Harding und Oliv 457 No. 19 Cpritzend? Morris und Harding s, Hwd mrdWk 439 CtockvrdS 451 Reisn und Miller 452 Howard und Lee 453 MornS und PS 455 Lambert und Bekamt 457 Nordyke Ave u. dar ron WorkS 512 West ud Rat) 513 Lentucky Aveu. Merrill 514 Meridian und Mmtf 510 JllinoiS und KansaS 517 Morris und Dakota 518 MorriS und Clnrch 519 Capital A. u Marty 521 Meridian und Palm 523 Pine und Lord 524 Madison Aveu Lincoln 20 Meridian und Belt RR 527 Carlos und Ray 528 Meridian und Arizona 529 Meridian. Raymond 531 Meridian u. Z?lcCarty 522 No. 17 Spritzenhaus MorriS uche Wcfi 612 McAcraan und Dough. 513 Last u. Lincoln 614 East und Beecher -15 Wright und Sander 17 McCarty und Beaty 513 New Jersey u Vir Av 712 Cpruce und Prospect 712 Cnglish Ave. u. Laure! 714 State Av u. Belt R R 715 Chelby und Beecher 71 State Ave und Orang 718 Orange und Laurel 7 Chelby u. Q,.tag Avi 721 Lexington A-u Lsurrk 722 JltcherAve.Opru 724 .State Ave u. Pleasant 725 Prospekt und pleasant 725 Orange und Harla 728 Liberty und Meek 729 Stolle nd South 12 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Stu 3 Market und Noble L14 Ohio u. Highland Zlv 515 Michigan v. Highland Ll Market u Arsenal v, 17 Oft St. Clair und Union Bahn Eeieis. LLl Pan Handle Chcp? 823 Vermont und Walcott L24 Wash. und Statt Ad 25 Madden'S Lounge Fab. 82 TuSa und Dorsey 827 Wash. und Bevill Av 829 No. 11 Cpritzenb.au eville nahe MichigaM 831 Eoutheastern Ad und Woodside. 832 Wash. nd Dearbor 834 Coktheaftern und Arsenal LveS. 825 New Dort und Templ? 12 JllinoiS und Maryl. tu JllinoiS und Market. 914 Penn, und osh. i5Dele!oan nd
Spezial-Q!gnale. ' Ersten Schlag. Pveiter Alarm, Zwit Schlag, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Llarrl. 1-2-1, Feu auS und Schlauch aufgerollt, s Schlag, Wasserdruck d. . 12 CchlZge, U Uhr Mittags. Die Zo bezeichnet Ligna7e werd, nur vom Thur dächter angegeben da an den berrrfjenden Cttaße? keuzung seine AlarmUsten angebracht sind.
