Indiana Tribüne, Volume 26, Number 75, Indianapolis, Marion County, 18 November 1902 — Page 7

Jndiana Tridnne, 18. November 1902.

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5 o 0 Noman von Oskar Nsedom. 0$0000040000404000 (Fortsetzung.) ' Hildegard verstand den Sinn der Worte nicht, aber sie war ruhiger geworden. Jetzt muß es sein! Ihre Hand zitterte, als sie die Thür berührt, leise schob sie sie nach innen. Ein weiter, von Cigarrenqualm erfüllter Raum breitete sich vor ibren Blicken aus. Sie sah im ersten Moment fast gar nichts, nur die gewaltige Unruhe, die ebendurch die Spieler ging, nahm sie wahr. Die Sieben!" hörte sie mehrmals rufen. Donnerwetter die Sieben!" - Endlich die Sieben!" Allgemeines Ah und Oh. Und das alles im Tone freudiger Erregung, freudiger Ueberraschung. Jetzt sah Hildegard, wie alle Herren sich näher nach der Mitte drängten, wie sie die Hälse reckten und wie aller Augen auf dem Tische etwas suchten. Gerade diesmal habe ich sie nicht besetzt," kam es gepreßt durch Egons Zähne. Einen Augenblick stand Hildegard mit verhaltenem Athem still wie eine Bildsäule. Sie hatte sich ihr Eintreten anders ausgemalt. Aber es war gar nicht bemerkt worden bei der Aufregung. die alle Spieler fest am Tische gefesselt hielt. Hildegard hatte 'den Schrank dicht an der Thür erreicht und konnte, selbst ungesehen, den ganzen Raum überblicken. Im Hintergrunde des elegant eingerichteten Zimmers waren etwa fünfzehn Herren, theils sitzend, theils stehend, um einen großen Tisch beschäftigt. Wie viel steht auf der Sieben?" fragte die tiefe Stimme. Der Fragende war ein alter Herr mit grauem Vollbart, der auf dem Sopha hinter dem Tische saß; er zählte selbst, erst das Papiergeld, dann das Gold. ' Fünfzehnhundert, macht dreizehn tausendfünfhundert." Dabei war er aufgestanden, hatte aus der Brieftasche ein großes Packet blauer Scheine genommen, blätterte sie wie Karten auseinander und zählte sie ordnungsmäßig mehrmals nach; dann nahm er noch eine Anzahl Goldstücke in die Hand, die vor ihm auf dem Tische lagen. Während er zählte, las Hildegard deutlich die Schadenfreude von den Gesichtern aller, die den Alten um - standen. Dreizehntausendfünfhundert,"sagte er laut und fügte die Scheine auf das Gold, das am obersten Ende der großen weißen Tafel lag, dazu warf er dann klirrend die Goldstücke aus seiner Hand. Was unter dem obersten Ende der Tafel lag, scharrte er ein. Bitte abzuziehen!" Run griffen viele Hände durcheinander nach dem Gelde, auf dem manf . c . . r r v. " 1 1 m -4 O)es ;auge lajon gierig geruyr yanc. schienen fast alle an diesem Gewinn betheiligt, denn es dauerte lange, bis'das Abziehen beendet war. Aber dieser alte Herr war die einzige männliche Erscheinung, er stand immer noch aufrecht und verfolgte prüfend jede Bewegung der Anderen, kaum eine Gemüthsbewegung malte sich auf seinen Zügen, seine Haltung war ruhig und würdevoll, nur die tiefen Falten über 'den rothgeränderten Augen zeigten den Aerger, und die leicht zitternden Hände verriethen, daß alle Ruhe nur gekünstelt war. Sonst waren es meist jugendliche Figuren mit verlebten Zügen in alten Gesichtern; alle in eleganten dunklen Anzügen, von denen tadellose Wäsche blendend hell sich abhob. Erst jetzt sah Hildegard, daß unter den Herren auch zwei junge vornehm gekleidete Damen sich befanden, sie schienen gemeinschaftliche Kasse zu machen. Während die Eine lebhaft auf einem Blatte rechnete, das sie in der cmb hielt, hatte die Andere fragend den Blick zu ihr gehoben, indem sie auf eine Hand voll Gold deüiete. Ueber der ganzen Gesellschaft aber lag jetzt wieder eine, nervöse Hast, eine crwartungsvo . ein ver legener Zweifel und eine tiefe innere Erregung, die in jeder Miene, in jeder Bewegung sich widerspiegelte. Ekel erfüllte Hildegards Seele, in dieser von Cigarrenqualm und Wein geschwängerten widrigen Atmosphäre, beim Anblick der elenden Gestalten, die mit leidenschaftlich verzerrten Gesichtern den habgierigen Blick so fest auf das weiße Plakat gerichtet hatten, daß sie nichts sahen, was um sie herum vorging. Niedrige, gemeine, verzweifelte Leidenschaft! , Hildegard schräg gegenüber, an dem mit Sektkühlern, Sektflaschen und Gläsern reich bestellten-Büffet saß auf einem Stuhl ein hübsches 'junges Mädchen in tiefem Schlaf. Rechtö neben dem Tisch war die Thür zu einem zweiten Zimmer halb offen. Auch 'da wurde gespielt. Aber es ging anscheinend ruhiger zu. Nur hin und wieder drangen Laute an Hildegards Ohr wie Treff Konig' FünfKindert" oder der. gleichen. So widerwärtig es war, so sehr fesselte doch das Bild Hildegards Sluge und Seele. 'Das Spiel hatte seinen Fortgang genommen. Neben einem auffallend

dicken Herrn, der in unglaublicher Ner- - r i i r c - crn 1 ? - r

voniar naz oas uconoiie immer uzjzx in das Auge zu drücken schien, stand Egon, fahl und bleich, eine Cigarrette im Munde, die eine Qand in der Hofentasche, während die andere ungeduldig in der inneren Brusttasche wühlte. Er entnahm daraus jetzt ein nur dünnes Packet von Hundertmarkscheinen und zählte sie hastig hin und ber. Wie mitleiderregend sah er aus! Die wemgkn, sonst sorgfältig gescheitelten Haare hingen in Strähnen über die niedrige Stirn, die Augen blickten gläsern, offenbar latte er mehr getrunken, als er vertrug, und um seine Mundwinkel zuckte eS unsicher. Aus dem Nebengimmer kam ein hübsches junges Mädchen mit einer Serviette unter dem Arm, sie sehte sich neben die Schlasende. ,Anna. Anna, schläfst schon wieder!" tönte es in breitem ostpreußischem Dialekt. Die Angeredete rieb sich die Augen. Weißt Tu, wer eben fünftausend verloren hat?" flüsterte die aus dem Nebenzimmer. Egon! klang es müde zurück. Hildegard zuckte zusammen. Erbarm' Dich! der hat doch nichts mehr, wie sein bischen Haut und Knochen, er spielt schon lange hier die lustige Person." Du, der hat wieder Kredit!" unterbrach Anna jetzt munterer, er ist jung verheirathet." Arme Frau! Nein, aber da drinnen fünftausend, der kleine Paul. Wird auch bald alle sein!" Ist schon, Ich habe ihm die Hände festgehalten, als er mit den TausendScheinen anfing, ich sah ja sein Unglück kommen, die ganze letzte Saison hat er. Pech gehabt. Er stieß mich zur Seite, ich bringe ihm kein Glück, sagte er." Achselzuckend stand sie auf. Na. was ist zu machen!" Dann nahm sie eine Sektflasche aus dem kupfernen Kühler, stellte eine andere dafür hinein, trocknete die erstere mit ihrer .Serviette und ging zurück. Die Andere schloß wieder die bleischweren Lider.' Nebenan knallte der Pfropfen. Egon zählte noch immer. Das sind die letzten." Dabei wandte er sich verlegen, beinahe blöde lächelnd, an seinen Nachbar. Sie sind in letzter Zeit immer etwas knapp, lieber Bonin, ich kann Ihnen nicht helfen." Laut und vorwurfsvoll war es über die aufgeworfenen Lippen des Dicken gekommen. Unbar dürfen Sie nicht wieder spielen! Und nachher so 'nen Wisck geben, wie damals Roma, das gibt's nicht, mein Verehrter!" mischte sich der auffallend schlanke Herr mit dem großen Schnurrbart ein, der jetzt dicht an Egon herangetreten war. Er hatte eine stark vornüber geneigte Haltung und schlenkerte bei jedem Schritt die Beine, als wären es nicht seine eigenen. Besorgen Sie sich doch Geld, wenn Sie spielen wollen," fuhr er fort, Kredit haben Sie genug!" Ein kleine? Herr mit ausgesprochener Mephisto-Physiognomie war zu der Gruppe getreten und sah mitleidig auf Egon. ' Majoratsherr!" spöttelte er. Egon schwieg zu alledem wie ein geschuhrigelter Bube. Es war zum Umkommen schwul m dieser verpesteten Umgebung. Mer Athemzug schien Hildegard vergiftet, aber doch blieb sie wie gebannt an ihrer Stelle. Jede Spur von Angst 'und Beklommenheit war gewichen. Mit diesen Elenden wollte sie es aufnehmen! Eine gegen alles War es denn möglich, daß ein Mann, ein Freiherr von Vonin, sich das bieten ließ! O, der Armselige! Hätte sie eintreten dürfen für ihn! Uieviel vollen Sie diesen Abend?" fragte die Engländerin, indem sie an Egon getreten war und ihn mit leich'ter Berührung ihrer Hand bei Seite zog, so daß die Beiden jetzt zwischen der schlafenden Anna und Hildegard standen. Egon besann sich einen Au genblick. Fünftausend, Pardon! Mindestens fünftäusend!" Au, serr viel! Uollen Sie schreiben sechstausendfünfhundert, ich uerde geben fünftausend, bei . sechs Prozent auf drei Monate." So flüsterte sie Egon leis in's Ohr, nicht ohne einen ängstlichen Seitenblick auf die Anderen. Ja," entgegnete Egon beinahe, gleichgiltig. Die Engländerin trat einen Schritt zurück an den Herrn mit dem Mephisto-Gesicht: Kommen Sie, kommen Sie auch, Her? Baron!" Sie schritten der Thür zu. Jetzt mußte Hildegard entdeckt werden. Schnell schritt sie an die Thür, warf sie laut in's Schloß und trat dann wieder vor, der Engländerin, der die beiderr Herren folgten, in den Weg. Das laute Zufallen der Thür hatte einen gewissen Schrecken hervorgerufen. Anna, die Thür ist nicht verschlossen! Sie schlafen wieder!" donnerte der Alte vom Sopha aus. Weisen Sie das Fräulein hinaus!" Hildegard wollte sprechen, aber noch drang kein Laut über die ersiorbenen Lippen. Es war Bewegung in die Gesellschast gekommen. Auch aus dem Nebenzimmer eilte man herbei. Anna war aus ihrem tiefen Schlummer jäh aufgefahren, mechanisch griff sie nach einer 'Sektflasche. Zornsprühend, flammend vor Entrüstung stand Hildegard da. So schön hatte sie nie aus-gesehen!

Pompöses Weib!" zischte der Herr mit dem Mephisto-Gesicht. - Hildegard hatte es gehört, so leise er auch gesprochen. ein scharfer Blick aus ihren dunklen Augen machte den Sprecher verstummen. Ich habe meinen Mann in wichtigen Angelegenheiten sofort zu sprechen," brachte sie mühsam, aber laut hervor. Damit trat sie zu Egon. möchte die Herren nicht stören." fügte sie leiser hinzu. Für Egon, der halb ohnmächtig vor seiner Gattin stand, schien die Lage verzweifelt ernst, aber 'sie kitzelte die Lachmuskeln der Anderen. . . 3!cj$ schaut Egon Hilfe flehend zu Hildegard auf. Eine Königin hätte nicht hoheitsvoller und selbstbewußter auf ihn herabsehen können. Mit knapp bemesfenem Gruß empfahl sie sich, gefolgt von Egon, der den Gruß vergaß. Alles verbeugte sich tief. Als das Paar den Saal verlassen, war ein leises, aber ausdrucksvolles Douerwetter!" vernehmbar. Der Oberinspektor konnte sich eines zufriedenen Lächelns nicht erwehren, als er vcn Weitem die Beiden einen geschlossenen Taxameter besteigen sah.

' Ein feiner Schnee rieselt sprühend auf Jodollen herab. Egon war früher nach Hause gekommen, als er gedacht. Er hatte manchen moralischen Kater in seinem Leben durchgemacht, unter dieser Niederlage, die seine Gattin ihm bereitet, aber litt er schwer. Er fühlte, jetzt wird die Rolle fortgesetzt, die er unter dem Vater hier gespielt hatte. Nach jener Nacht im Klub hatte er heftig: Auftritte, theatralische Szenen mit Thränen. Verwünschungen und Versprechungen vermuthet, wie Frauen sie lieben. Aber nichts von alledem; so sehr er eine Aussprache herbeisehnte, so sehr er auf eine Versöhnung hoffte, so konnten Hildegard doch nicht zum Sprechen bewegen. Nicht ein Wort des Vorwurfs oder Tadels war über ihre Lippen gekommen. Nur kalte Verachtung und selbstbewußte, stolze, hoheitsvolle Ueberlegenheit, das war seine Strafe! Und 'er hatte sich'beugen und fügen müssen in allem und jedem; wie ein Kind hatte er mit den längst verstaubten, vom Vater geführten Büchern bei ihr antreten, ihr Rechenschaft ablegen müssen, so gut er konnte, und er konnte gar nicht. Er mußte dulden, daß der Oberinspektor gebeten, der Rendant zu .Hilfe gezogen wurde, und daß seine Gattin mit diesen nachholte und arbeitete. was er nie gethan hatte. Ueber manches aber war er in seinem Innersten froh: Wie die endliche Befreiung von einer, schwer drückenden Last empfand er die Erlösung vom Kluö, dem er seinen Austritt gestern angezeigt hatte. Das hatte er doch erkannt, daß die Hoffnung, durch glückliches Spiel die bisherigen großen Verluste zu decken, eitel war. Er selbst dagegen wäre stets zu schwach gewesen, einen energischen Entschluß zu fassen. Er schrieb auch gern die Briefe an seine Gläikbiger, die Hildegard ihm in die Hand diktirte. In drei Jahren sollten alle Schulden gedeckt sein! ' Er konnte ein neues Leben beginnen! Auch daß Hildegard viel mit dem Oberinspektor arbeitete, war ihm nicht sonderlich unangenehm. Der brave Mann kannte ja seit langen Jahren seme Verlegenheiten. An den anonymen Brief, den Hildegard erhalten haben wollte, glaubte er fest; ein Verdacht, daß dieser Mann sein Verräther war. kam in ihm nicht auf. In aller Seelenruhe hatte er ihm mitgetheilt, daß er seinen bewährten Rath befolgt, seinen Austritt aus dem Klub erklärt habe, und nun die endgiltige Regulirung seiner Schulden im Einvernehmen mit. seiner Frau in die Wege leiten wolle. Dem alten Freunde und Rathgebcr seines Vaters war er diese Erklärung schuldig gewesen. Der Oberinspektor war sehr überrascht und erfreut gewesen; sie hatten sich herzlich die Hand geschüttelt. Zwischen dem Ehepaar wurde an Egons Vergangenheit nicht weiter gerührt. Hildegard hatte das zugesagt, nachdem er seine finanziellen Mißverhältnisse rückhaltlos aufgedeckt hatte. So hätte Egon öefreit aufathmen könnett. Und doch litt er! Er war keine leidenschaftliche Natur und was er an Leidenschaft besessen, das war längst erstorben. Aber doch glimmte in seiner Seele noch ein Funken von Liebe und Ehrgefühl. Seine Neigung zu Hildegard war aufrichtig, herzlich gewesen; er hatte sich wohl gefühlt in der Gemeinschaft mit dieser edlen Frau. Nun hatte sie die Gemeinschaft zerrissen; sie war seine Gebieterin, weiter nichts. Hildegard saß schon früh Morgens an ihrem Schreibtisch im Wohnzimmer. Ohne, Murren, ohne jede SentiMentalität war sie an ihr -Werk gegangen. Das Gefühl der Pflichterfüllung auch in schwerer Lage, die verantworiungsvolle Thätigkeit, die nun auf ihren Schultern ruhte, machte ihr das Leben erträglich. Vielleicht hätte, ein Funken von Mitleid mit Egon ab und zu noch ihr Herz durchzittert, trotz der übermächtigen. Widrigen Empfindung jener nächtlichen Stunde. Jetzt aber, seitdem sie ganz eingedrungen war in das. klägliche Geheimniß dieses öden Daseins, da bäumte sich ihre stolze Seele gegen jede Empfindung des Mitleids, es war überwältigt, wie die frühere Gleichgiliigkeit, von einem unbesiegbaren Gefühl des Abscheus.

So tief war Hildegard in ihren Gedanken versunken, daß sie Egons Eintreten nicht bemerkte. Guten Morgen, Hildegard!" Sie schrak leicht zusammen. Guten Morgen." Wir fahren doch übermorgen zu Deinen Eltern nach Trontheim."

o Sie besann sich; etwas zögernd fragte sie dann: Du wolltest Dich damals in Berlin nach dem Weihnachtsgeschenk für die Eltern umsehen. Hast Du es gethan?" Er fühlte die Erniedrigung, die in dieser Frage für ihn lag. Nein; ich meine, wir besorgen den Kronleuchter in Trontheim zusammen." Es ist mir lieb, daß es noch nicht geschehen ist. Wir werden uns in bescheidenen Grenzen halten. Den Krönleuchte? können wir ein ander Mal schenlen." Das geht nicht, Hildegard; die Eltern würden Verdacht schöpfen." . Das laß meine Sorge sein; die Einrichtung für elektrisches Licht ist im Hause noch lange nicht fertig. Das ist Grund genug. Ich bin aber fest entschlössen, von nun an alle Anschaffungen bctar zu bezahlen, und für einen Kronleuchter reichen unsere augenblicklichen Mittel nicht." Hildegard nahm ein zusammengebundenes Packet Rechnungen auf. Du scheinst für Vaarzahlungen nicht zu schwärmen. Hier sind Hunderte von Rechnungen, aus denen kaum noch klug zu werden ist. Du wirst sie gütigst anerkennen, bevor ich sie dem Rendanten zur Begleichung übergebe. In Zukunft aber wirst Du auch die Güte haben, baar zu bezahlen, was Du kaufst." Lumpereien," murmelte Egon nachlässig. Hildegard ließ das Packet auf den Schreibtisch fallen. Und doch betragen diese Lumpercien über dreitausend Mark. Wie soll es am 1. Januar noch werden?" Ich halte es aber nicht für ganz schicklich, daß Du Dich mit diesen Kleinigkeiten befaßt; dafür ist der Rendant da," sagte er auf den Schreibtisch niedersehend mit leichtem Kopsschütteln. Du wirst Dich daran gewöhnen müssen, daß ich mich auch mit vielen anderen Dingen befassen werhe, die nach Deiner unmaßgeblichen Auffassunz nicht schicklich sein dürften." Egon war stehen geblieben. Und das wäre?" Du wirst es gewahr werden, ohne daß ich Dir vorher Bericht erstatte." Sie hatte die Fkder ergriffeq, um anzudeuten, daß das Gespräch beendet sei. Egon aber wollte sich so leicht nicht abweisen lassen. Ich werde" mir die Frage gestatten dürfen, was an den Gewohnheiten dieses Hauses geändert werden soll." , Ich habe heute zu Tisch Herrn Lange eingeladen," und ruhig, ohne aufzusehen, fuhr sie fort: Du hast den Verkehr mit diesem sehr ehrenwerthen Herrn etwas stark vernachlässigt." Er war zu- sehr verwöhnt durch meinen Vater." Er wird ebenso verwöhnt werden durch mich." Sie hatte den Kopf gehoben. Mit Herrn Lange werden wir das Programm besprechen für die Weihnachtsfeier der Leute, die morgen Abend hier in unserem Hause stattfinden wird." Wieder unterbrach Egon seine Wanderung durch das Zimmer und stellte sich dicht vor seine Gattin. Du wür dest wirklich gut thun, Hildegard, dergleichen Sachen dem Oberinspektor zu überlassen. Ihm steht für die Veranstaltung dieses Festes eine angemessene biimmc zu." Die er nach Ausweis der Bücher und Beläge unter die Leute baar vertheilt hat. ' Um einen brennenden Baum haben sie sich nie versammelt, weil Herrn Langes Wohnung zur AbHaltung einer Feier nicht Raum bietet." Dann ist noch die Schule da," warf Egon gereizt hin. Es würde sich vielleicht auch manche Scheune finden lassen," gab sie bitter zurück. Ich will aber hier in diesem Hause die Leute um mich versammelt sehen, die für uns, und Jahre lang schon für Deine Familie unermüdlich thätig sind. Die Leute sollen mich, ich will sie kennen lernen!" Ah P Par don! Du willst als Mädchen aus der Fremde, als Fee erscheinen," spöttelte Egon mit näselndem Ton. Hildegard sprang empor: Nein, als Mensch, als reiner, einfacher Mensch! Wie ich bin, wie sie sind und wie Du sein solltest!" Sie hatte zum ersten Male in heftiger Erregung gesprochen. Aber wie ihre Stimme klang, so leuchtete auch ihr Auge, voll tiefer Verachtung. Vor diesem verächtlichen Ton und vor diesem 'stolzen Blick aber hatte Egon eine grenzenlose Furcht. Als er schwieg, fuhr Hildegard selbstbewußt fort:' Die Inspektoren haben sich nach bcn Wünschen der Frauen und Kinder erkundigt. Die Frau des Inspektors Valle ist auf meine Bitten gestern nach Tegen gefahren, die nöthigen Einkäufe zu machen. Die Männer behalten ihre Geldgeschenke. Ich habe die bisher ausgesetzte Summe verdoppelt." Ich glaubte, Du wolltest die Weihnachtsgeschenke einschränken?" wandte Egon kleinlaut ein. '. Für die Leute nicht!" Und wie hattest Du Dir den Verlauf des Festes gedacht, wenn ich sragen darf?"

Der Grippe specifisches Heilmittel.

Die rlppe tritt wieder epldrniisch aus. All ttjte missen, daß sich dieselbe in Folge von Er kaltungen entwickelt. Sie greift stets die schwa. chen Punkte des menschlichen System an, darin Htgt eben das gefährliche dieser Krankheit. DyAygusbKom!ZÄi . Hamburger Brustthee

ist mit solch große Erfolg gegen diese schmerzhafte Leiden angewandt worden, dag viele Aerzte dessen Werth fchäven und denselben häufig ver schreiben. Er wärmt das Blut, beruhigt die Nerven, lindert tt Neij, stärkt das ganze System und beseitig dadurch die Krankheit. Skotk, ! ??ur in OrtginatPackkten verkauft, und der echte hat die Unterschrift von Dr. Auguft König aus jedem Umschlage. Er wl.d niemalt lose verkauft.

Die Feier soll in den übrigen drei Inspektionen bei den Inspektoren stattfinden, für die Bodoller hser. Die Inspektoren und Beamtem wirst Du bitten, um acht Uhr bei uns zu essen." In Egon regte stch ein Gefühl des Trotzes. So weit ist sogar der Scharfsinn meiner seligen Mutter nicht gediehen die auch unter derartigen sentimentalen Anwandlungen zu leiden hatte." Entrüstet fuhr Hildegard zurück, ihre Nasenflügel zitterten und ihr Athem flog. Ich leide nicht unter sentimentalen Anwandlungen! Ich bin stolz auf das, was ich thue, was ich immer thun werde und ich schäme mich In tiefster Seele über alles das, was Du, Herzloser, nie gethan!" (Fortsetzung folgt. .. 4s ir icilt vicl Zu wünschen übrig. Nach eiucr Laffan-tezdunz bietet die politi sche Lage in ber Oranjekolonie be unruhigendc Aussichten. Mitthcilungen aus Burenqucüen berichten von Äoycottirungcn uno Gciccltätigta ten gegen dy? Handuppers diejenigen Äurcn, tu sich bc:i Englänoern ergaben, besonders aber gegen die Na iional Sccuts, Buren die auf cngli scher Seite gefochten haben. Die Anren wollen diese Leute allem Anschein nach ganz aus ihrer Mitte ausstotzen. In der ganzen Oranjekolonic häthn sich Gesellschaften gebildet, die durch Uebcrredung und $icl)ungcn friedlich gesinnte Buren zum Anschluß an diese Bereinigungen zu veranlassen suchten. In Loyalisten-, das heißt Engländerkreisen fürchte man, daß diese Gesellschaften, wenn ihnen nicht rechtzeitig entgegengetreten werde, schließlich dieselbe unheilvolle, ruhesiörcndc Rolle wie die Kaprebellen spielen . würden. Die Burcnfreundc suchten den wirklichen Stand der Dinge durch Ausflüchte zu verhüllen. Die vorstehenden Mittheilungen, die von einem Mitgliede des früheren Bolksraads herrühren, würden durch schriftliche Beweisstücke unterstützt. Bei Morreesburg fand ein Zusammenstoß zwischen zwei britischen Offi-, zicrcn und einer Anzab! Kapholländer statt, die den Geburtstag des früheren Präsidenten Krüger feierten. Die Offiziere, die zu Fuß unterwegs nach Kapstadt waren, wurden mit .Spottrufen empfangen, die sie nicht stillschweigend hinnahmen. Es kam schließlich zu einer Schlägerei, wobei einer der Offiziere niedergeworfen und mißhandelt wurde. Sein Kamerad zag den Degen, um seinem Frcimdc zu Hilfe zu kommen. Da rauf bin liefen die Angreifer davon, und ihr Führer entschuldigte sich sogar später bei den Offizieren.. Die iüc Horden haben eine Untersuchung der Siicbc eingeleitet. N Sodann 'werden Arbeiterunruhen am Rande" und Kämpfe, mit Ua fern in der Kapkolonie gemeldet. ?!ach einem Neuter"scheu Spezialbericht steht der ungesetzlrrlze Handel mit Tpl rituosen im Randgebiete in voller Blüthe. Im Monat Septembef tarnen 67 Fälle zur gerichtlichen Ver Handlung. An einem Sonnabend Abend verhaftete die Polizei in einer Schnapsschänke einen Kaffer. Die Folge war, daß sie sofort von einer großen Menge b?trun'ener Eingebo renen augegriffen wurde. Es gelang der Polizei, die Menge durch Revol verschüsse einzuschüchtern und zu enr kommen. Eine starke Patrouille suchte sodann am Sonntag die Gegend ab und vernichtete über tausend Gal Icncn sogenanntes .Naffernbier unj eine Quantität Wlnskn. , Die Zahl der Besteller, ten Fahrräder in Frankreich betrug im Aorjahre mehr als 11,000,0001 Das Steuererträgniß belief stch auf nahezu 6,125,000 Francs (ZI,225.000). D i e k l e i n st e n. m e n s chlichen Wesen auf Erden sind die Geschwister Smaun und Fatma, die gegenwärtig öffentlich ausgestellt werden. Sie sind so klein,, daß sie, nebeneinander stehend, bequem hinter einem Herrentaschentuche von gewöhnlicher Größe verborgen werden können. Reicher F a m i l i,e n s e g e n. Ein gewisser James Weir in Boone. Ja., und seine Gattin erfreuen sich seit Kurzem des elften Zwillingspaares; sie besitzen also 22 Kinder, und Zwar die Hälfte davon Knaben. Jedes Paar besteht nämlich und das ist das Merkwürdigste daran aus einem Knaben urld einem Mädchen.

Feuer - Signale. 4 Pennsylv nd VUattt 5 Englist' Opern-HauS 6 Last und New York 7 Noble und Michlgan s N. Jerjcy u. Mass Ad 9 Pme und North 10 Market und Pine 11 Vermont nahe East 12 Nz. 8 EpritzenhauS ' Mag. Lv nahe Noble 15 Delware und Walnut 14 N. Jersey u Central. 15 Mass. und Kornell At 1 Ash und 11. Straße 17 Park Lve und 12 Etr .S Columbia und Hillflde IS High land Ave u.Pratt kl JUinoiS und Ct. Joe 83 Pennsylv. und Pratt 2t Meridian und 11. Ctr 25 No.k Spritzenhaus 15. nahe Illinois 26 Senate Ave .CtOair 27 Illinois und Michigan 2S Pesylvania und 1. 22 Eenate Ave. und 13. 31 No. 1 EpritzenhauS JndAvenaheMchigan 32 Meridian und Walnut 84 California u Vermont 35 Blake und New Fort 36 Ind. Av. u. Ct. Elair 37 City Hospital 33 Blake und North 3 Michigan und SlzneS 41 No. EpritzenauS Washington nhe West 42 Esendorf u Wash. 43 Missouri u New Dorf 45 Meridian u Wash 4 Jllmois und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 48 uigan'S PorThauS Etraßmtahn CtZlle W. Washington Ctr 61 N. 10 Spritzenhaus Illinois u MerriU 52 JllinoiS u Louisiana 53 West und Couty e4WcstundMcCarty' 5 Senate Slve. u Henry 67 Meridian und Ray 58 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Mor.tt öS Madison Zlv.uTunlcp 61 No 2 Haken Leiterhau South nah Delaware tt Penn, u Merrill 53 Delawan u. McCarttz 4 aft und MrSarty 65 New Jersey u. Merrill 67 Lirg. Av. u Bradsha 68 East und Prospekt 69 Licking und High 71 No. 11 Spritzenhaus LirAve.nhkHuron 72 Cast und Georgia 75 Cevar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 Knglish Av. u Pine 7 Shelöy und BateS 78 No. 3 Spritzenhaus - Prospekt nahe Sbclby 7S Fletcher Av. u Chelby Ll Market u. New Jersey 2 Delaware und Wash. LZ East n Washington 4 New Fork u. Davidso, 85 Taubstummen Anstalt 86 Ber. Staaten Arsenal 7 Oriental und Wash. 9 Frauen-Rcformat. . Sl No. 13 Spritzenhaus Mailand nahe Mer. 92 Meridian u. Vcrgia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Lonisiana 95 Birgini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Av und 15. 126 Dande und 15. 127 Brookstde und Jupiter 12S 'Central Av und 17. 129 Telaware nd 19. 131 Alabama und 11. 132 Bcllesontai und U. 134 College Av und 26. 135 Delawan und 13. 136 Alabama und Rorth 137 Newmann und 19. 13S College Av und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 DandeS und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord nd 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Av und 16. 148 College Av und 22. 149 College Av und 27. 152 Park Lv und 22. 15L LCu. WBahnu.22. 154 Ramsey Ave nd 10. 156 Etoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 158 Bloyd und Patrpaw. 159 N. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Ar den und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Llohd 165 Ct. Clair u. evstone 167 Arsenal Av und 23. 168 Bellefontame uftb 28. 169 Park Ave und 10. 219 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. .Michiga 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Av und 21. 216 PennsvZvania und 22. 217 Meridian nd 16. 213 Capital Ave und 26. 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLean 234 N. 14 SpritzenhausKenwood und 80. '235 JllinoiS und 33. 2-26 Annetta und 80. 227 No. 9. CpritzknhiuS Udell and Raer 2Z3 UdeU Ladder Worl 229 Jabl und 7. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St.CIa. 243 Eldridge nd 23. 812 West uud Watnut 813 Wch und 12. 314 Howard und 16. 815 Torbet und Paca 816 Capital Ave und rt. 317 Northwestern Ave 31 818 Gent und 18. 319 Canal und 16. 824 Cerealin WorkS 324 Vermont und Lynn - 525 Bismarck u Grand-iew-526 No. 29 CntzcnhauS Haughvllle. 827 Michtg u. HolmeS, 825 Michigan u. Concord 841 West und McJntyre 12 Misiouri u. Marylani 418 Missouri und Ohio 415 Capital Sve u Seorgis 416 Miffounu KentuckyA. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E Rundhaut . W. Washington. 42 Irren-Hospital. 424 Milcy Ave u.JD uZ2 425 Wash. und Harri 126 No. 18 Spritzenhaus 23. Washington 427 Olive? und Birch 438-OIto und Osgood 429 Nordykc und Fork 421 Hadlcy Av u. Morril 432 SUver Av u. MorriS 4 A River Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 R R 4Z6 Harding und , Oliva "437 No. 19 Spritzen MorriS und Harding. 428 Howard und MLianB 439 StockvardS öl Reisn und Miller . 452 Howard und 453 MorriS und KavS 456 Lambert nd Bent 457 Nordhk Lve u. Var ton Works 512 West d Slay 513 AcntuäAve u.VerriIl 14 Meridian und MorrU 516 JllinoiS und LansaS 517 MorriS und Dakota bis MorriS nd Church öis Capital A. u McCsrty 521 Meridian und Palm 623 Pin und Lord 524 Madison Ave u Lincoln 26 Meridian und Delt RA 627 CarloS und Ray 528 Meridian und Arizona 529 Meridian u. Raymond 521 Meridian u. McCarttz 532 No. 17 Spritzenhaus MorriS nah West 612 McÄernanund Dough. 613 East u. Lincoln Svxt 614 East und Beecher 615 Wright und Sander 617 McCarty und Beaty IS New Jersey u vir Av 712 Spruce und Prospect 713 Cnglish Av. . Laurel 714 Statt Ave .Belt 715 Chelby und Bekcher 716 State Av und Orange 713 Orange und Laurel 71 Chelby u. Ct. .tage Avi ' 721 Lexington A, Laurel 723 JletchcrAveu-Opr, 724 Statt Aeu. Pleasant 725 Prrsvtt und leasU 726 Orange und Haila? 723 Liberty und Neck 729 NolU nd South 812 No. 15 CpritzenhauS Ost Washington Ctn 13 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Ave 15 Michigan u. Highlanr Ll Market u Arsenal Ave 17 Ost 6 Clair 'und Union ahn Geleise. .21 Pan Handle ShrpZ ', 823 Vermont und Walcott 24 Wash. und Statt Av 55 Madden'ikgk Fa 26 Tuela und Dorsey 27 Wash. nd Beville Ave 29 No12 Cpritz?nhauS , ' Beville nah Michiga, 31 Coutheafter Are und Woodstde. 32 Wash. nd Tearbvr, 34 Southeafter und Zksmal AveS. ' 35 New Dort und Tempi 12 JllinoiS und Marhl. 913 JllinoiS und Markt. 914 Penn, nd 915 Delaware und Spezial-Mznale. rstea , Schlag, poeiter Alarm, Zweiten Cchllge, dritter Alarm, , Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. l-t-l, Feuer aus und Schlauch msgervlk. 3 Schläge, Oasserdruck b. 12 Schläge, I Uhr Mittags. - -. Die Zo bezeichneten Signale verd n vom rhun tvöchter angegeben da a den betreffenden Ctraß? keuzung Hat AlarmUftm ngcbracht sind.