Indiana Tribüne, Volume 26, Number 74, Indianapolis, Marion County, 17 November 1902 — Page 7
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I lieber bcn Bzcan. 8 O 2 Noman don Oskar Nsedom. OQQQGQ0QOQOOOQ (Fortsetzung.) Er hatte mit großer Ruhe und mit festem Tone gesprochen. In seinem Antlitz regte sich nichts, als die großen, klaren Augen, die heftig loderten. In Hildegard aber bäumte sich wieder jener starre Stolz, der, ihrem Charakter eigen, stets die Herrschaft aller ihrer Empfindungen zu erringen suchte. Meine Hilfe ist Ihnen sicher, wenn ich nicht vielmehr sagen müßte: Ich bitte irni Ihre Hilft," sagte sie lächelnd. Auch der Oberinspektor zwang sich zu einem Lächeln, als er sich jetzt leicht, aber höflich verneigte. Wo spielt mein Mann?" Der Klub tagt in Berlin. Der eir Äaron ituqt ttjn regelmäßig eine Woche in jedem Monat." Was ist das für ein Klub?" Die Gesellschaft, über deren Moralität ich mich jedes Urtheils enthalten will, hat den Herrn Baron schon zu Lebzeiten des Herrn Generals stark ausgebeutet." Wußte der alte Herr darum?" Nein." Er hielt inne, die Ruhe und Ueberlegenheit, mit der Hildegard sprach, die Hoheit, die ihrem ganzen Wesen entströmte und die merkwürdig kontrastirte mit dem unreifen Charakter ihres Gatten, flößte ihm Achtung und Vertrauen ein. Aus seinem Auge leuchtete zuversichtliche Freude, als er fortfuhr: Der Herr General bezahlte auch in den letzten Jahren keinerlei Schulden seines Sohnes mehr, nachdem er dessen Wechsel auf das Doppelte erhöht hatte." Dann hatte mein Mann noch weitere Verbindlichkeiten außerhalb dieses Klubs?" Ja!" Wissen Sie wo?" Ich will Ihnen weiter offen sein, Frau Baronin, wie ich bisher war, obwohl ich mein Gewissen belaste." . Ich glaube. Sie entlasten Ihr Gewissen, Herr Lange!" Mir dürfte diese Auffassung recht sein. Ich habe nur das Gefühl, Frau Baronin, als handle ich nicht ganz vornehm gegm den Herrn Baron. Aber ich erfülle die Mission des seligen Herrn Generals, den ich" er stockte, seine Stimme wurde leiser über alles verehrt habe, wenn ich unter Ihrem bereitwilligen Beistande das Majorat wieder auf die Höhe bringen dürfte, auf der mein seliger Herr es hinterließ." Während Hildegard in tiefes Sinnen versunken, nur leicht das schöne Haupt neigte, flammte es wieder in den Augen des Mannes, eine helle Röthe hatte sich über sein Antlitz ergossen, und seine Stimme verrieth einige Erregung. Während der Herr General schon auf dem Sterbebett: lag, war der Herr Baron gezwungen, sich in einer großen Kalamität an mich zu wenden. Frau von Bredenfeld war damals hier. Gegen den-Wunsch des Herrn Barons sah ich mich genöthigt, sie zu Rathe zu ziehen, und nicht ohne, örfolg. ,Frau von Bredenfeld bezahlte, innerhalb weniger Wochen den schon mehrfach prolongirten Wechsel von sechzigtausend Mark. Dies Geld, habe ich bis zum 3. Januar dieses Jahres mit vier Prozent hier verzinst, dann war es mir leider nicht mehr möglich." In seinem Eifer hatte der Oberinspektor nicht aufgesehen, sonst wäre ihm nicht entgangen, wie merklich die schöne Frau ihm gegenüber zusammengeschrocken war; sie biß die Lippen aufeinander, und um die dunklen Augen zuckte es zum ersten Male unwillig. Daher der Swlz, der Sarkasmus dieser Frau. Und doch hatte man ihr unrecht gethan, als man den armseligen Neffen vertheidigte, der nicht aufzublicken wagte! Ein Heer von Gedanken wollte Hildegard bestürmen, aber sie schüttelte es ab. Hier gab's kein Lamentiren! Weiß der Herr Rendant von der finanziellen Lage meines Mannes? Ich bin auffallend reichlich mit Geld versehen worden." - Das geschah auf ausdrücklichen Wunsch des Herrn Barons, es spielt auch keine große Rolle. Der Rendant ist nicht unterrichtet. Schulden des Herrn Barons lasse ich unter Titeln führen, die jeden Verdacht ausschließen. Die fehlenden Einnahme.i lasse ich für Jndustriepapiere angelegt buchen. Das ist ja heutzutage Mode, Jndustriepapiere zu kaufen. Im Januar fing der Herr Baron an, diese Mode mitzumachen. .Aus dem Erlös kleiner gekündigter Hypotheken erwarb er Elfen- und Kohlenaknen, recht gute Papiere. War das aber schon gegen meinen Willen, so habe ich mich leider auch vergeblich dagegen -gewehrt, daß der Herr Baron bei dem Berliner Bankierseinen Kredit zum Ankauf solcher Papiere erheblich belastete. Aber er hatte anfangs Glück, bis zum März waren die Papiere durchschnittlich um' fünfundzwanzig Prozent gestiegen. Ter Herr Baron tnumphirte damals, und nur mit großer Mühe konnte ich ihn von weiteren Prämien- und Stellagegeschäften abbringen, die auf Kurssteigerungen berechnet werden sollten. Das war ein großes Glück. Im Herbst sah der Herr Baron sich wieder ohne mem Wissen genötbiat. die Papiere zur Begleichung
von Spteljcyulden zu veräußern, jetzt war der Kurs durchschnittlich sechzig Prozent gegen die Kosten gefallen, dazu kamen die Zinsen für den nicht unerbeblickien Kredit, so dak der err 23a ron wenig von dem Gelde rettete." Hildegard 'hatte nicht mehr ganz aüfmerksam zugehört, Börsengeschäfte waren ihr völlig fremd, und sie verstand wenig von dem, was der Oberinspektor auseinandersetzte; ihre Gedanken weilten noch bei Frau von Bredenfeld. Ich. für meine Person. Herr Lange, könnte mit bedeutend weniger auskommen, um die Zinsen an Frau von Bredenfeld wenigstens zum Theil weiter zu senden." Es bestehen augenblicklich drin-
gende Verbindlichkeiten." Wo?" fragte Hildegard hastig. Die Verpflichtungen gegen einen Herrn von Roma in Berlin, der sich neuerdings mit dem ganzen Klub verfeindet hat, sollen schleunigst geregelt werden." Ueber 5Vlldeaards Antlik l-ate fitf cm v&ajancn, t icrnn eine :ujcue naH. dann öffnete sie die Augen weit und fragte eindringlich: Ist noch niemals der Versuch gemacht worden, meinen Mann vom Besuch des Klubs abzuhalten?" Der Versuch ist oft gemacht. Frau Baronin, aber ohne Erfolg. .Bevor Frau von Bredenfeld den Wechsel cm loste, ließ sie sich in meiner Gegenwart vom Herrn Baron das Wort geben. daß er den Klub meiden wolle. Er gab das Wort und " Hildeqard machte eine Bewegung. als müsse sie den Schauer abschütteln, der sie eiskalt überlief. . , . ' Ich glaube, fuhr der Obermspek tor fort, durch Vermittlung eines Verwandten hat er das Wort zurückerhalten." Wer war der Verwandte?" Ein Herr von Bredenfeld. Ich habe nie von ihm gehört: . Nach den erregten Verhandlungen, die damals einen etwas ernsten Charakter angenommen hatten, ist der Verkehr meines Wissens abgebrochen worden." Hildegard neigte das Haupt, als habe sie alles verstanden, als wolle sie nichts weiter hören. Glühende Röthe hatte die Scham ihr in's Gesicht getrieben, die ihre tiefste Seele erfüllte. Also so sieht's, dachte sie. Nachträglich hat man den Brosamen ihm hingeworfen, mit dem. der Wortbrüchige seine Ehre kümmerlich vor dem Tode retten sollte! Ich bitte um Vergebung, Frau Baronin, wenn , ich die Offenheit, zu der Sie mich ermuthigten, zu weit getrieben habe." Nein, nein, bitte, fahren Sie fort!" Ich wollte nur betonen, Frau Varonin, daß derartige, leider ja so oft und in den verschiedensten Fällen unter.nommene Versuche ebenso zwecklos wie gefährlich sind; deshalb möchte ich davon abrathen. Ich selbst habe mir heute früh noch erlaubt in Hinweis auf meine zwanzigjährige Vertrauensstellunz hier in Bodollen dem Herrn Baron den Ruin des Majorats vor Augen zu führen. Ich erlaubte mir auch eindringlich hinzuzufügen, daß nunmehr die Rücksicht auf die Frau Baronin und" er stockte, doch der Hohn auf Hildegards Lippen ermuthigte ihn vielleicht auch auf seine Erben ihm die heilige Pflicht auferlegt hätten, die Erhaltung des Majorats mit aller Energie und allen Kräften zu fördernd. Hildegard war aufgestanden, Muth und Entschlossenheit'sprachen aus ihrer hochausgerichteten Haltung,, und ihr Auge blickte zuversichtlicher, als sie dem Oberinspektor jetzt voll in's Gesicht sah: Mein Mann wird den Klub meiden, Herr Lange, die Einnahmen der srüheren Jahre sollen wieder erzielt werden! Ich danke Ihnen nochmals aufrichtig. Rechnen Sie, bitte, auf mich in allen Lagen, wie ich auf Sie rechnen darf." Voll Bewunderung fah der Oberinspektor auf die stolze Frau. Als sie ihm die Hand reichte, beugte er sich ties , und führte sie an die Lippen. Er hatte das nie gethan, er wußte selbst nicht, wie er dazu kam. Der feste Tritt war verhallt. Hildegard lächelte kalt und bitter. Kein Schein von überstandener Erregung prägte sich auf ihrem Antlitz, keine Sentimentalität, nur beißender Spott. Fast gleichgiltig lehnte sie am Fensterkreuz und schaute auf den trüben Himmel. Ihr Auge schweifte hin und her, als suche es etwas da oben, das es doch nicht, finden konnte. Als nach langer Zeit der feine Peitschenknall draußen ertönte, sprang sie auf. . . ' Das Programm ist fertig, morgen kann Herr Lange es begutachten!" - Egon trat ein und küßte sie herzlich. Aber der Kuß wurde nicht erwidert und das Lächeln schwand schnell, von Egons Lippen. Hast Du Langeweile gehabt?" Ich habe mich geistreich beschäftigt." Mit wem?" Mit mir!" gab sie spitz zurück. Egon konnte sich eines Unbehagens nicht erwehren. Heute vor drei Wochen war unsere Hochzeit," begann er weicher. Und doch ließest Du mich allein und willst übermorgen nach Berlin fahren." Er wich dem scharfen Blick auö, der ihn traf. Du könntest mich mitnehmen, Egon!". ? ; . - v - : . Das geht nicht, lieber Schatz, ich habe in Geschäften zu thun und müßte Dich den ganzen 2cg allein lassen." . . Dann könnten wir doch den Abend zusammen verleben. Wir baben keine
Hochzeitsreise unternommen, noch nirgends unseren Besuch gemacht; jch würde, mich gern einmal mit Dir zerstreuen." Ein andermal gern; diesmal aber ist, mein Aufenthalt in Berlin wegen des, bevorstehenden Weihnachisfestes nur kurz bemessen." Sein Blick flackerte unstet, sie weidete sich daran. . Tu weißt." begann' er wieder verlegen, es handelt, sich um den Absatz des Zuckers, und gerade mit dieser, Art Kaufleuten verkehre ich am besten Abends beim Glase. Wein. Bei derartigen Konferenzen erreiche, .ich am meisten." Hildegard hatte Mühe, den herben Spott zu unterdrücken, der sie bemeisterte. Vor dem Bahnhof Friedrichsiraße in Berlin ging ein großer Herr in elegantem .Pelz unruhig auf und-, ab. - Ter eisige Hauch der kalten Nacht hatte ihm die Wangen gcröthet. Sein Auge verfolgte mit spähendem Blick jeden Wagen, der zum Eingange des Bahnhofes einbog. - In gronen Flocken fiel der
Schnee herab, aber langsam und schleppend. als wolle er nicht weiter sich senken zur Erde, die mit tödtlicher Wärme ihn empfing. Blendend hell schimmerte nur eine leichte, dünne, weiße Schicht über der .Straße,, und die reichlichen elektrischen Flammen gössen eine Fülle gelblichen Lichtes darüber. Man konnte vergessen, daß es Mitternacht war. Der Herr sah auf die große Uhr mn Bahnhose. Fünf Minuten nach zwölf." murmelte er,, indem er seine Wanderung unterbrach. Sollte sie im letzten Augenblick den Vorsatz noch geändert haben? Das sähe ihr nicht ähulich." ....... Da hielt wieder eine Droschke. Der Herr im Pelz hatte die Dame in der hochgeschlagenen Persianerjacke erkannt, die sich zögernd umsieht, als sie den Wagenschlag geöffnet hat. Er eilt hinzu, grüßt artig und ist ihr beim Aussteigen behilflich. Ist es. ganz sicher hier, Herr Lange?" Ganz sicher. Frau Baronin." Er wollte . der Friedrichstraße zugehen, aber sie zögerte. Wir wollen wenigstens thun, als müßten wir verreisen." Damit ging sie in die Bahnhofshalle. Ter Oberinspektor folgte lächelnd. Jch bin wenig bekannt in Berlin, es kümmert sich Niemand um uns." In der That war Hildegards Furcht unbegründet, es sah ihnen Niemand nach. Nur ein müder Gepäckträger, der enttäuscht vom Wagen zurückgetreten war, als nicht einmal eine Handtasche sich darin befand, schaute verwundert auf die ängstliche Dame, als er die Lage erfaßt zu haben glaubte. Ein Rendezvous am Bahnhof Friedrichstraße, wie oft hatte er es gesehen. Er wandte sich gleichgiltig ab. Durch die andere Thür war das Paar zurückgekehrt. Noch ein paar Schritte, dann hatte, es die Friedrichstraße erreicht. Hildegard stand einen Augenblick still, als versage ihr plötzlich der Athem. Die Ruhe, die sie sonst zu bewahren wußte,, schien sie verlassen zu haben. War es das Treiben, das hier herrschte und das sie nicht erwartet hatte, oder wa? es die Erregung ihrer Nerven? Aus all' ihren Bewegungen sprach Unsicherhcit und Hast. Ihr Blick glitt spähend über all' die Menschen, die ruhig daher wanderten, trotz der Kälte in eleganten Toiletten, lachend, .scherzend, plaudernd, als freuten sie sich des Schneetreibens, als versäumten sie keinen Schlaf, als wäre es heller Tag. Haben Sie die Adresse, Herr Lange?", Sie war weiter gegangen, aber der Ton ihrer gedämpften Stimme verrieth ihrem Begleiter die Gemüthsbewegung, in der sie noch immer sich befand. Jawohl, es ist nicht weit, Linienstraße." Wir werden aber doch eine Droschke nehmen." mahnte sie ängstlich. Wie Sie befehlen!" Der Kutscher schlief fest, als der Oberinspektor das Koupe öffnete. Nachdem er sich zu Hildegard gesetzt, begann diese wieder in zaghaftem Tone: Wie steht es mit den Schlüs-, sein? ; ' Der Oberinspektor holte ein kleines Bund Schlüssel hervor, das er Hildegard überreichte.Sie hatten recht. Frau Baronin, es sind. die richtigen.. Dieser kleine ist der Drucker. Irr unterbrach sich, dann fuhr, er in besänftigendem - Tone fort: Sie finden also einen nicht sehr großen Treppenflur, an der, Thür rechts aus weißem, großem Norzellanschilde den Namen: Hausmann. Zu dieser Thür paßt der Drücker. Dann treten Sie in einen langen Korridor, auf desfen beiden Seiten die Klubräume liegen. Gespielt wird in den Zimmern linker Hand." . ' Hildegard hatte aufmerksam dem Sprecher gelauscht, in ihren Zügen flackerte es unruhig, aber die Dunkelheit im Wagen verbarg es. Wird Herr von Roma Sie nicht verrathen?" . Auf keinen Fall! Er hat sich völlig zurückgezogen und' steht mit den Herren des Klubs in keinem Verkehr mehr.Jch Habe, ihm allerdings, das Versprechen geben müssen, ihn nicht zu verrathen, ich bitte .also auch Sie darum, Frau Baronin." Während HiSegard mit dem Kopfe nickte, fuhr er fort: Nur rinter dieser Bedingung war er zu völliger Offenheit geneigt. Ueberdies aber war er sehr erfreut zu hören, daß die Schuld
des Herrn Barons in kurzer Zeit beglichen werde." , . Wie hoch ist die Schuld? " Es sind zwölftausend Mark noch abzuzahlen in vierteljährlichen Raten von mindestens zweitausend Mark." Hildegard schwieg. Die Droschke hielt. . ; . . Wir haben noch einige Schritte zu Fuß zurückzulegen, Frau Baronin." Er stieg aus und bot Hildegard die Hand. ' Der Kutscher steckte das Geldstück bedächtig in die Tasche und drehte langsam um. Die Beiden gingen eine Weile schweigend nebeneinander. Das Schneetreiben hatte nachgelassen, aber die schimmernde weiße Decke auf der Erde lag etwas höher. - Die Straße hatte die Physiognomie gewechselt. Das rege Treiben der Friedrichstraße fehlte, bier war Nacht. Nur einige weibliche Gestalten huschten ab und zu vorüber. Auf der anderen Seite bewegte sich vereinzelt eine kleine Schaar lärmender, offenbar betrunkener Jünglinge. Hil-
degard sah kaum, was um sie herum vorging, sie wollte sich selbst beruhigen. Wie sind Sie nach Berlin gekommen, Herr Lange?" Völlig unbemerkt. Bis Glagau ließ ich mich fahren. Ich hatte in Stantau zu thun, benutzte die Kleinbahn bis dorthin und fuhr von da hierher." Er war stehen geblieben. Wir sind am Ziel." Hildegard fah angsterfüllt auf das alte Haus, vor dem sie stand. Sie bleiben in meiner Nähe, Herr Lange?" Gewiß, Frau Baronin." Er hatte Hildegard in einen weiten Hausflur geführt, sein Tritt schallte unheimlich auf dem steinernen Boden. Jetzt blieb er wieder stehen, nichts war hzrbar als das Summen des Gaslichtes. Rechts auf der äußeren zurückgeschlagenen Doppelthür prangte, ein großes weißes Porzellanschild: Weinstubc. Auf dieses Schild deutete der Oberinspektor, a!s er mit gedämpfter Stimme erklärte: Diese Thür führt in die Weinstube des Herrn Hausmann. Jch gehe . hier hinein, jeden Augenblick zu Ihrer Verfügung. Genau dieselbe Thür eine Treppe hoch. Soll ich Sie noch weiter begleiten?" Hildegard raffte alle -Kraft zusammen, und dem Oberinspektor schien, als habe sie ihre Sicherheit wiedergeWonnen; sie richtete sich hoch auf. Nein, ich danke. Aber bleiben Sie, bitte, hier stehen, bis ich oben bin." ..Jawohl." - .. .... , Hörbar klopfte Hildegard das Herz, als sie nun allein die nur matt erleuchteten Treppen emporstieg. Da ging die Thür unten. Zwei Herren verließen das Lokal in augenscheinlich sehr angeheiterter Stimmung. Hildegard mußte sich am Geländer festhalten, so sehr war sie zusammcngeschreckt. Sie hatte die erste Etage erreicht.' Da war die Thür, da der Name Hausmann. Sie zögerte. War es Furcht? Was konnte man ihr thun, wenn sie plötzlich ihren Mann sprechen mußte! Aber das Eindringen mit . dem Schlüssel? Es war ja doch nur ein Zufall, daß ihr Gatte die Schlüssel, die er so sorgsam sonst gehütet, bei der Abreise doch vergessen hatte; es waren Egons rechtmäßige Schlüssel, die sie führte! Sie that kein Unrecht, sie wollte Egon vom Verderben retten, es mußte sein, und nur so konnte sie ihn unmöglich machen hier für immer. Mit solchen Gedanken erkämpfte Hildegard sich die Ruhe, die sie brauchte. Alle Zagheit war gewichen, sie war entschlojjen. Sie wollte den Plan zu Ende führen, so oft wollte sie den Schwachen aus dieser Höhle reißen, bis er geheilt war. Der Drücker paßte, die Thür gab nach; bei dem Geräusch, welches das Oeffnen verursachte, fuhr Hildegard zusammen, sie hielt den Athem an. Vor ihr lag ein schmaler, durch eine Gasflamme nur spärlich erleuchteter Korridor, der mit weichen Läufern belegt ist, links und rechts je zwei weiß gestrichene Thüren. An den Garderobeständern am Eingang hingen Mäntel. Pelze, Hüte, Stöcke und Schirme in großer Zahl. Sie erkannte Egons Pelzmantel. Hildegard zitterte. Sie lehnte sich an die Wand, gedeckt durch die Garderobe, und suchte die erregten Sinne zu sammeln. Aus dem Zimmer linker Hand dringt Stimmengewirr an ihr Ohr,, sie lauscht und hat die Hand auf's Herz gelegt, als wollte sie das Hämmern dämpfen. Die Stimmen werden immer deutlicher, immer klarer. Die Zehn," klang es plötzlich schrill. Dann allgemeine Unruhe.. Das Aufzahlen klingender Münze ist deutlich vernehmbar. Bitte abzuziehen!" ertönt eine tiefe Stimme. Wieder Bewegung, wieder Geldklappern.. Sie lauscht und lauscht und kann doch den Muth nicht finden, hineinzugehen. Erst völlige. Ruhe, dachte sie, dann richtete sie sich wieder auf, jeden Augenblick bereit, vorzutreten. .Als sie die Thür betrachtete, wurde sie gewahr, daß sie nicht einmal eingeklinkt war. . Auf w:lche Seite, jetzt?" ' Die Sieben hat lange nicht geschlagen." . . ... .... Ich setze immer auf die Sieben." Ja, das thue ich auch." - : So klangen wieder viele Stimmen halblau! durcheinander. Das Gaslicht flackert und summt dazu. .Jetzt wird das Klappern von Würfeln in -einem Becher - hörbar. Dann wieder die tiefe Stimme: Bitte, meine Herren!" .,: Eine Weile herrscht jetzt lautlose Stille. Wi:er die. reckte Seite!"
Werde cjesund und bleibe gesund indem du
Leberkrankheiten, - Villiösität, Unreines Blut,
durch die nwendung von
Dr. August König's Kamburger
Mopsen
los wirst, sie reguliren und remiger
Gedrauchk St. Jakob Del gegen Schmerzen.
Das war gorii Stimme! Hildegards Ausregung wuchZ. Bonln, Sie müssen immer die andere Seite setzen!" , Lautes Lachen. -Hildegard schoß das Blut in die Schläfen. Immer die Seite, die geschlagen hat, Bonin!" Meine Herren, ' ich nehme innen Satz über fünfhundert Mark an. das habe ich gleich erklärt," erklang wieder die tiefe Stimme, dazwischen. . . Es ist noch zu früh am Tage und die Sieben hat lange nicht geschlagen." Jch verbitte mir das, meine Herren!" gab die tiefe Stimme erregt zu rück. (Fortsetzung folgt) V.'vttt.'. null tu .aU, sen. Das Anwachsen des deutschen Mitie.siulcdes iji ein hervc.rslccycnocs2iiertmai unsrer Zeit, friir toadjjcn wirb es in üb::rai.chenver .Weije bekundet durch die trgeoniffe der (zinschätzungen zur kintommcnsteucr, die nunmehr scit 24 -Jahren eingeführt ist. Lassen wir die Einschätzungen der ersten zwölf Jahre, in denen sich das Einkommenteuergesitz erst cinzuleben hatte, als minder stchcr. beiseite und halten wir uns nur an die Jahre von 1L90 bis 1900, so ergibt sich eine so starke Zunahme der mittleren Einkommen von 2000 Ms. bis 12,000 Mk., wie sie niemand erwartet hätte. - Hörte man doch immer nur prophezeien, daft wir Zuständen entgegengingen, bei denen einer kleinen Zahl von Ueberreichen eine proletarisirte Volksmalje Verarmter, gegenüber stehen würde. W:c anders ist.es gekommen! ' Wenn die Sozialdemokratie als ihrenWunsch und ihr Streben die- Vernichtung des Mittelstandes hinstellt, so hat sie mit ihrer bisherigen Wirksamkeit einen rollständigen Mißerfolg erzielt und steht jetzt vor dem Gegentheil dessen, was . sie hoffte und erwartete. .Wir legen bei unseren Mittheilungen die Zahlen zu Grunde, die das königliche Ministerium des Innern im statistischen Jahrbuch sür Sachsen bekannt gegeben' hat.- Danach hat sich die Zahl der nach Abzug der Schuldzinsen mit einem Einkommen über .1900 Mk. bis 4300 Mk. . eingeschätzten Steuerpflichtigen in dem Zeitraum von 1890 bis 1900 von 76.853 auf 120,746 vermehrt; das ist die eine Zunahme in dieser Mittelstandsklasse um 57 Prozent! Gleichzeitig vermehrten sich aber auch die dem wohlbabenden Mittelstand angehöriqen Einaeschäkten mit Einkommen über 4300 M. bis 12000 M. um volle 49 Prozent, da sich.ibre Zahl von 24,563 auf, 36.672 hob! ftu? die Gesammtza.hl der Steuerpflichtiaen in den Klassen mit Einkommen über 1900 M. bis 12.000 M. eraiebt sich daraus eine Zunahme um 55 Vrozent; das ist. da inzwischen die Zahl der überhaupt eingeschätzten Personen sich nur um 24 Prozent vermebrt hatte, eine Verbreiterung der Mittelstandsschichten von der man nur mit Befriedigung Kenntniß nehmen kann. Aus dem chinesischen tudentrnlcben wird eine charakteristische Geschichte aus Japan berichtet. Der chinesische Gesandte in Japan hat die Pflicht, den chinesischen Studenten, die in Japan studiren wollen, ein Führungszeugniß auszustellen. . Dieser Beamte scheint es mit seiner Pflicht doch nicht fehr ernst genommen zu haben, und so. rnukten- die armen Chinesen, statt ihren Wissensdurst befriedigen zu können, sich unthätig in Tokio umhertreiben.- Als die Studenten durch verschiddene ' Gesuche und -Vorstellungen nichts erreichen konnten, marschierte die ganze Gesellschaft in Gemeinschaft nach der chinesischen Gesandtschaft, erzwäng den Eintritt und drang schließlich in das Privatzimmer des Gesandten. Se. Excellenz wurde beim Zopf ergriffen, man riß ihm die Kleider vom Rücken und verabreichte ihm mit Stöcken und Fäusten , einen gehörigen Denkzettel. Nur das Herbeieilen japanischer Polizisten verhütete Schlimmeres, da die Studenten beabsichtigten, das Gebäude in Brand i zu stecken. Der Ausgang der Geschichte ist durchaus chinesisch. Die Studenten, crbiclten einige Tage später ihre Zeugnisse und gleichzeitig sandte, der Minister ihnen ein Rundschreiben, in dem er sie aufforderte, ihre Studien in Eifer und Frieden zil betreiben. Er erklärte, daß die Verzögerung m der Ausgabe der Zeugnisse den nothwendigen Rachforschungen zuzuschreiben sei und daß das 6r?ebniß dieser Nachforschungen in jeder Beziehung befriedigend wäre.
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VW v: in 1, ,,!', ' - 2, - . . , Feuer - Signale. 5 Pnmshw und Markt 5 English's Oprn-HauS East u'nd New Fort 7 Noble und Mchigan S N.Jerjq u.Mass Lve Pine und Slorth 10 Maet und Pme 11 Vermont nahe East 12 Nz. S Spritzenhaus Vaff. ve nahe Visbit 13 Dawäre und Walnut 14 N. Jersey u Central . 15 Mass, und korneL Ave 1 Ast und 11. Straße 17 Park 9Ux und 12 Str .3 Columbia unkHillslde lg Highland Ave .Pratt 11 Jllinoi und St. Jo 25 Pennsylv. und Pratt 24 Meridian und 11. Ctr LS No.LSpriZenhauSlS. nahe JllmoiS 26 Senate Ave u. StLlair 27 JllinoiS und Vichigan 25 Psylvania und 1. 29 Cenatt Slve. und 13. Sl No. 1 Spritzenhaus JndSlvenalMichigan 32 Meridian und Walnut 54 California u Vnnont 35 Blake und New Aork ' 26 Ind. Av. u. Et air L7 City Hospital 55 Blake und Norty Michigan und Llgne 41 No. 6 CpritzenhauS LashingtSn nahe West 4 V'sendorf u Wash. 3 Nissouri u Ncw Fort 45 Meridian u Wash 4 JttrnoiS und Ohi 47 Capitel Av. u Wash 43 mgan'S Porkhau 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str ei N. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 12 JllinoiS u Louisiana 63 Weil und South K4 West und McCarty 6 Senate Lve. u Henry e? Meridian. und Ray 18 No. 4 cpritzenhauö Madiso Av. Mor. 5 Madison Av.uDunlop 01 N2Ha!eLeiterhauS South nahe Delaware 2 Penn. Merrill L3 Delaware u. McEarttz 4 aft und MrEarty tt New Jersey .Merrill 7 Lirg. Slv. u Vradsha S East und Profpect S Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave', nahe Huron 72 East und Seorgia 73 Scdar und Elm 74 Davidson Georgia 75 English A. u Pine 76 Shelöy und BateS 78 No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Chelby 7) Fletcher Av. u Shelby l Market u. New Jersey 82 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Dork u. Davidsor 85 Taubstummen Anstalt 86 er. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. 1 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Wer. 92 Meridian u. Grgia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Lonifiana 95 Birini Ave u. Älab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohi, .23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. e 124 Alabama und 16. 125 Central Av? und 15. 126 DandeS und 15. 127 Broorsid und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delawa mnb 1. 131 Alabama und 11. 132 Vellefontame und W. 134 College Ave und 2. 135 Delawar? und 13. 136 Alabama und North 137 New mann und 19. 138 EoUege Ave und 14.. 139 Eornell Ave und 13. 141 Dandes Und 15. 142 Highland A und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jrrsey und 22. 169 Park Ave und 10. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Vichiga 214 JllinmS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und 22, 217 Meridian nd 16. 218 Capital Ave und 2. Ll Broadway un 10. 231 JllinoiS und McLean 234 No. 14 Spritzenhaus Lenwood und 30. 235 Illinois Und 33. 236 Annctta und 30. 237 No. 9. Spriten! ml vdcll nd Raoer 238 Udeil Ledder WorlS LSS J.'abel und 7. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u Et. Cla' 243 Eldriog und 23. S12 West uud Walnut 13 West und 12. 314 Howard und 16. 315 Torbct und Paca - 316 Capital Ave und 10, S17 Nerthwestern Ave 21 31 S Gent und IS. 319 Canal und 16. ' 321 Eerealine WorkS 24 Lermont und Lyn 325 Bismarcku Grandview 32 No. 2? Spritzenhaus Haughvtlle. , 327 Michigan u. Holmes, 323 Michigan u. Concord 841 West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und Ohio ' 415 Capital Ave Seorgia 41 Missoun u ZsentnSy A' 417 Snate Ave u. Wash 421 P und 5 Nundhauö 23. Washington. 423 Jrrci-Hospital. 434 Mile? Ave u.JDuZ: 425 Wash. und Harris 2 No. 18 Spritzenhaus 23. Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und Osaood 429 Nordyke und Fork 431 Hadley Tve u. MorrU 432 Riv Ave u. Morris 4A Niver Ave und Nah 435 Hardinz u. Big 4 N R 436 Hcroing nd Oliver 437 No. 19 Spritzenh ' Morris und Harbin 3 Howard und SWU 439 Stocky 451 Reisn und LZUKr 452 Howard und Lee 453 MorriS und KaptzS 45 Lambert nd Belrnt 457 Nordhke Are u. Ucx tnon WorkS 612 West id Ray K13 entmky Ave u. 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Highlant 1 Market u Arsenal Av 817 Ost e Clair nd Union Bahn CÄrile. 821 Pan Handle Sbr8 28 Lermont und WalcoU 24 Wash. und State tat 825 Madden's kmge Fab. 82 Tucker und Dorsey 27 Wash. nd Bcville Ave 29 No. 12 Spritzenhaus - " Bcville nahe Michiga, 31 Coutheaster Av nd Woodside. -32 Wash. und Tearbor 34 Southeastern und ' Arsenal Ave. 885 New Dork ad Temple 912 JllinoiS und Maryl. Hl Illinois und Markt, 914 Penn, nd Wogk 913 Tlsware und 9aQ 146 TKord und 17. ' . 147 No. 2 Spritzenhau Hiltside Ave und 16. 14g College Ave und 22. 149 Kollege Ave und VT. 152 Park Ave und 22. 15? L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughton a Ncwman 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 154 Skural und.Vloyd 165 St. Elair u. Kcystone 167 Arsenal Ave und 23. 168 Vellefontame und 28. b Spezial, Signale. Erste, Schläge, pveita lann, AweUSchlLge,drtUtt Alarm, Dritten 2 SchUge, vierter Alanx 1-8-1, Feuer cs und Schlauch ufemiCi. , Schlage, Wasserdruck 'd. .. 11 Schläge, U Lhr Mittag. r Die h bezeichnete Signal werd, u? dem chur VSchter angegeben da an den berrrffmdm Straß? treuzung kdu AlannLsten angebracht sind.
