Indiana Tribüne, Volume 26, Number 73, Indianapolis, Marion County, 15 November 1902 — Page 7

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Z Ueber den Acan. g Sloman donOökar Usedom. g S000jK0400400400400 (Fortsetzung.) ucion schob den Jäger zur Seite. .Wirklich überraschend." Dabei stützte Frau von Loewen sich leicht auf die dargebotene Hand. Elastisch sprang Hildegard aus dem Wagen. Mit liebreichem Lächeln begrüßt sie den Bräutigam und läßt sidj willig Hand und Wangen küssen. Eine Weile noch stanken sie auf der Freitreppe, bald die Wasserkunst, bald daö Schloß bewundernd. Der Diener hielt lange schon die große Thür in der Hand, sie führte in eine weite Halle, die mit Statuen und Deckengemälden reich geziert und mit altrrthumlichen. kunstvoll gearbeiteten Schränken bestellt war. .Pardon, Ihr noch etwas f: c. j r. -.-.tri. cn cvc -iuucuc rnuucu iuuui, ufu, uijujiu darf wohl die Zimmer anweisen?" Der alte Diener iijtt dem weißen Haar und der stark vornüber geneigten Haltung schritt bedächtig die marmorien, mit weichen Läufern belegten Stufen voran, die zum oberen Stock führten. Als die Gäste nach einer Weile den Empfangssaal betraten, stand Egon zur Seite seiner Tante, der veNvittweten Frau von Vredenfeld, einer nicht mehr jugendlichen, etwas schwächlichen, aber vornehmen hohen Erscheinung mit blassem Antlitz, in elegantem schwarzen , Se'idenkleide. In ibrer weichen, woblklinaenden Stimme lag etwas Herzltcyes, aber die Haltung war reservirt. Ich heiße Sie willkommen in Bodollen." Eine ' förmliche Begrüßung. Der Oberst küßte artig die Hand, auch Hildegard beugte sich tief herab, aber Frau von Bredenfeld zog die Hand zurück. Eine augenscheinliche . Ueberraschung spielte sich in ihren Zügen ab. So viel Schönheit, so viel Anmuth hatte sie nicht erwartet. Die kalten Augen wurden feucht, als sie Hildegards Kopf zwischen ihre Hände nahm und zärtlich die hohe Stirn küßte. Ich wünschte, meine liebe Nichte, Sie. fühlten sich wohl hier. Wir Anderen sind nur Fremde, aber Ihr ganzes Leben soll sich an diesem Ort, in diesen Räumen abspielen. Gebe Gott, daß es ein Leben voll Glück und Zufriedcnheit werde." Noch ein warmer Händedruck, dann trat Frau von Bredenfeld zurrck und wandte sich Frau von Loewen zu. Die TIV-rss flDrt! Sa fl Imnrar llCUtUUUtil -CUUUt L'tl Uillt (UUIUI Hildegard zu Herzen gegangen. Ihr Antlitz erhellte sich mehr und mehr, als .sie an Egons Arm nun die fürstliche Pracht bewunderte, die sie hier umgab. Die Wände deckten seidene Tapeten. Die im Rokokostil kunstvoll gearbeiteten Möbel waren mit schwerem Damast bezogen, der, wie die Tapeten, in goldenem Grundton dunkelgrüne M:tster auswies. Die hohe Thür nach dem weiten Balkon stand offen. Das marmorne Geländer war von außen mit Lorbeerbäumen umrahmt, ..deren breite Kronen die Brüstung gerade überragten, und an deren Grün der schneeige Marmor sich blendend abhob. Majolikavasen, von Treibhausgewachsen belebt, schmückten heute die Eckpfeiler, welche die Stufen zum Park frei ließen. Die weite, grüne Rasenfläche war mit Teppichbeeten gefchmückt, die jetzt kahl und verlassen trauerten; aus herrlichen Boskets ragten weiße Statuen hervor. Die Terrasse ließ den Blick frei; zu beiden Seiten schloß sich ein hoher alter Park daran, und hinter den Bäumen zitterte ' das Gold der untergehenden Sonne. Die letzten Strahlen trafen noch das Brautpaar, das auf dem Balkon schweigend stand. '. Hildegard konnte sich nicht satt sehen an dem märchenhaften Zauber, den das Schloß bot. Ihre Augen leuchteten noch, als sie in den Saal trat. Dieser Salon und das kleine Boudoir hinter dem Ahnensaal sind die Ausstattung meiner Mutter," erklärte Egon eifrig, die anderen Zimmer tragen einen alteren Charakter." Prachtvoll dieser Salon! Ich liebe die Rokokomöbel Und die herrlichen Figuren, ich erschrak beim Eintreten über die Größe! Eine kunstvolle Arbeit!" Egon war sichtlich über den Eindruck erfreut, den Hildegard hier empfing. Auch meine Mutter liebte den Rokokosiil, das Boudoir ihr Lieblingsaufenthalt ist in Rokoko gehalten. Ganz kleine Möbel und kleine zierliche Nippesfiguren. Willst Du es gleich sehen oder machen wir lieber, bevor es ganz dunkel ist, einen Spaziergang durch den Garten?" Unterdessen war die Unterhaltung um den kleinen Tisch im Saal nur spärlich geflossen; man athmete auf, als der" alte Diener auf der Schwelle erschien.' " .Unsere lieben Gäste werden Appetit -baben nach der langen Fahrt. Egon, Du führst wohl morgen am Tage uns alle durch den Park, es dürfte auch für Deine liebe Braut' heute zu naß sein." Frau von Bredenfeld war aufgestanden .und legte ihren Arm in den des Obersten. Gewiß, wir möchten uns auch die Herrlichkeiten des' Schlosses nicht .ent-

gehen lassen," betheuerte Frau von Loewen, fceren Blick schon mit Neugier und Interesse dem Brautpaar gefolgt war. Sie nahm den ihr gebotenen Arm Eaons. welcher Sildeaard aur -crrnTcn suyne. ayreno ne ncy nacn dem Speisesaal bewegten, erregten die reichen Gobelins des Wohnzimmers, die prächtigen Waffen, Embleme und Jagdstücke im Arbeitszimmer die Ausmerksamkeit der Damen. Der Speisesaal, von Kronleuchtern, Kandelabern und altmodischen Lampen hell erleuchtet, war der Stolz der Familie. Die tiefdunklen, eigenartig geschnitzten Eichenmöbel repräsentirten ein Vermögen, Stück für Stück. Ich glaube, ich täusche mich jetzt nicht mehr, gnädige Frau," begann der Oberst, als man an der reich besetzten Tafel Platz genommen hatte. Das Leben hat uns schon einmal vor langen Jahren zusammengeführt. Mir schwebte das schon in der Erinnerung, als Egon Ihren Namen das erste Mal nannte; nur auf die Gelegenheit konnte ich mich nicht besinnen. Jetzt weiß ich es aber. Ich habe einmal die Ehre gehabt, mit Ihnen in einem Schlitten zu fahren." Fragend und sinnend hatte Frau von Bredenfeld dem Sprecher zugehört. Die Welt ist klein, Herr Oberst, aber ich bedaure, so sehr ich mir den Kopf zerbreche, ich kann mich nicht entsinnen." Ihr verstorbener Gatte stand bei

den Kürassieren in N.?" Ganz recht, wir haben dort geheirathet." Ich war Hauptmann in R. Bei einer großen Schlittenpartie wurden den verheiratheten Damen die Herren durck's Loos bestimmt." mne ledhaste helle Rothe zog über das blasse Gesicht der Frau von Bredenfeld. , Freiwillig hätte ich ihn nicht genommen; schön war er auch damals nicht, unterhaltend auch nicht," dachte sie. O ja, jetzt entsinne ich mich genau, es war eine reizende Fahrt, Kaffee und Tanz da in" Ich glaube Fichtenwalde!" Richtig, Fichtenwaldes Aber ich will offen sein, Herr Oberst, ich hätte Sie daraufhin nicht wieder erkannt, auch der Name fällt mir erst jetzt wieder ein." Frau von Loewen, die bisher das feine Damasigedeck mit dem Wappen, das blaue anr Rande durchbrcchene Service, das alte, ungewöhnlich schwere Silbe? und den reichen Taselschmuck mit prüfendem Blick And doch verstohlen gemustert hatte, horchte gespannt auf und warf ihrem Gatten bestätigende Blicke zu. "Das kann ich wohl verstehen, gnä-. dige Frau, ich fuhr an diesem Tage mit einem sehr liebenswürdigen Kürassier zusammen. Er hat einen nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht, aber jetzt, er könnte hier vor mir stehen, ich würde ihn nicht erkennen. Wir wurden bald nach jener Partie versetzt." Ueber Frau von Bredenfelds Gesicht legte es sich wie eine trübe Wolke. Da darf ich Ihrem Gedächtniß zu Hilfe kommen. Es war mein verstorbener Bruder, Egons Vater. Wir Geschwister hatten uns in ein junges Ehepaar von der Infanterie getheilt. Und mein Bruder war sehr erfüllt von seiner reizenden Schlittendame." Erstaunen matte sich auf allen Zügen. Egons Gesicht zog sich in die Länge, das. Monokle entglitt seinem Auge. Auch Hildegard nahm regen Antheil , an diesem Ausgange der Unterhaltung. Wie merkwürdig," warf sie ein, Sie haben recht, gnädige Frau, die Welt ist klein." Frau von Loewcn aber fuhr lcohafter als gewöhnlich fort: Baron von Vonin! Wie konnte ich auch den Namen so gänzlich vergessen!" Ihr Auge glänzte. Älso Egons Vater! Wäre ich nicht verheirathet gewesen, für den Mann hätte ich mich begeistern können. Ein ernster, aber kluger, geistreicher Offiziers" Wie sein Vater, wie alle Bonins!" fiel Frau von Bredenfeld mit hochmüthigem .Lächeln ein. Das klang sehr stolz, sie fühlte es, und dazu war es unberechtigt. Sie wollte sich verbessern: Bis auf den da. Aber sie begnügte sich mit einem durchdringenden, giftigen Blick auf ihren Neffen. Merkwürdig! Dem Oberst war schon einmal heute die Nichtachtung aufgefallen, mit der dieFrau von Bredenfeld von ihrem Neffen spracy. Und das hatte ihn unangenehm berührt. Der Oberst hatte aufrichtigen Gefallen an seinem Schwiegersohn, gefunden, ja er hat!: ihn auf feine Weise' liebgewonnen. Nicht etwa, daß er die Fehler übersah, die Egon anhafteten, aber er sah auch viele gute Eigenschaften. Er war vor Allem überzeugt, daß Egon' Hildegard auf, Händen tragen würde, und die Ueberzeugung war heute noch in ihm gestärkt worden. Wie der Oberst von vornherein an alle selbstbewußt auftretenden oder beson ders begabten jungen Leute mit einem gewissen Vorurtheil heranging, so hatte er im Gegentheil für den zurückhaltenden, immer bescheidenen jungen Mann eine gewisse Vorliebe gefaßt und so war es gekommen, daß. sich zwischen dem Obersten und seinem Schwiegersöhn ein "herzlicher Verkehr entwickelt hatte. . Egon hielt den Blick der Tante nicht aus, er sah zu Boden, wie ejn gescholtener Schulbube, aber er wollte das Gespräch abbrechen. Pardon, Papa, wie schmeckt Dir der Wein?- . Ausgezeichnet, mein lieber Egon, wie kommst Du zu so voriüalickern

alten Wein? Wohl noch von Deinem verstorbenen Vater?" Dabei setzte der Oberst das Glas wieder prüfend an die Lippen. Ueber Egons Antlitz glitt ein Zug von Stolz, er wollte antworten.aber die Tante kam ihm zuvor. Ach nein, mein Bruder legte keinen Werth aus solche Sachen, aber Egons einzige Passion ist ja dieser- Weinkeller!" klang es wieder etwas verächtlich. Egon wollte etwas erwidern, aber eine gewisse Scheu vor dzm Blick, der aus ibm rubte. labmte ibm die unae. Hildegard reizte diese Art. ES lag in ihrer Natur, sich auf die Seite des Ängegriffenen zu stellen, auch wenn es nicht ihr Bräutigam war. Ich habe nie gemerkt, daß Du Gefallen an gutem Wein gefunden hättest." Ich wollte das auch sagen," erxänzte der Oberst. Für sich weniger, aber die Freunde!" kam es vielsagend zurück. Nun wird das ja alles anders werden. aber diese. Weinreisenden, liebes Fräulein Hildegard, müssen Sie zu aller-

erst von Bodollen vertreiben!" Nicht gege. Lgons Willen!" Dabei blitzte es in Hildegards Augen. Frau von Bredenfeld zuckte merklich zusammen. In dem Weibe liegt Rasse." dachte sie. Aber, dazu der Quartaner! Und das arme Kind denkt an Egons Willen!" Sie hätte laut auflachen können. Hildegards Augen ruhten noch immer auf der Tante, die den Blick aushielt. Hatte sie das liebliche Wesen abschrecken wollen? Vielleicht aber war doch noch Hoffnung jetzt für ihn und für das Majorat; sie wollte einlenken. Der Oberst kam ihr zuvor. Ihr verstorbener Gemahl, gnädige Frau, blieb längere Zeit noch in R.?" Rn, wir wurden bald daraus versetzt, leider, denn mein Bruder, der damals Etatsmäßiger war. bekam ein Jahr darauf das Kürassier-Regiment und behielt es bis zum Tode meines Vaters. Tann ließ er sich zur Disposition stellen, um das Majorat zu übernehmen. Zehn Jahre 'hat er noch segensreich hier gewirkt." Und Egon wird in seine Fußtapfen treten!" Wir dürfen es hoffen. Herr Oberst, mehr denn je. wenn Sie ihm eine so vorzügliche Gattin zur Seite stellen." Ihr Auge' blickte jetzt zuversichtlich und fest auf Hildegard. Johann goß den schäumenden Champagner in die Kelche. Der Oberst hob sein Glas. Also das erste Glas dieses perlen--den Weins auf das Brautpaar und auf Bodollen!" Wieder ist Weihnachten vor der Thüre! Im Wohnzimmer des Schlosses Bodollen sitzt die junge Baronin von Bonin. eine Stickerei in der Hand. Nachlässig hat sie die Nadel in du Arbeit gesteckt, und sinnend gleitet ihr Blick über die . mächtigen Gobelinteppiche, welche die Wände decken. Eine Zusammenhängende Liebesgeschichte ist auf ihr dargestellt. Aber der Ritter und die Damen in Rokokotracht haben immer dieselben Gesichter und Hildegard kennt sie genau. Auf dem Teich treiben die Schwäne noch ihr Wesen, in immer gleicher Grazie bewegen sie sich rund um das kleine Wasser. Täglich kommt die Herrin aus dem Sckloß zu ihnen herab, dann unterbrechen sie schnell die Fahrt, nähern sich vertraulich und recken begierig die schlanken dünnen Hälse nach den Leckerbissen, die ihnen zufallen. Heute sieht Hildegard zum ersten Mal ihnen nur von Weitem zu. Vor drei Wochen war Hochzeit. Der kurze Traum von Glanz und Pracht ist erfüllt. Aber wie der Traum zerstäubt, wenn der Morgen graut und grausam den Träumer weckt, wie das Märchen.- das die Wirklichkeit nicht kennt, dem Hosfnungsfreudigen zerrinnt, wenn er das Leben beginnt, wie der fagenhafte Zauber einer Theateraufführung dem Wißbegierigen 'zerfließt, der hinter die Koulissen schaut so war die Poesie, die am ersten Tage noch den stolzen Bau mit Glanz und Pracht und Herrlichkeit umwob, unbarmherzig der .Prosa gewichen. Das Schloß hat die Physiognomie geändert, die Wärme ist gewichen, eisig kalt ist der Hauch, der den Räumen entströmt. Und der andere sinnbethörende Traum von Liebe und Glück, der ihre ganze Seele Jahre lang gebannt h:elt m heißer leidenschaftlicher Hin gäbe zu jenem Manne, der nun fern weilt, so fern, wie alle ihre Gedanken letzt und immer, er war nur gieißen der Schein, ein Gebäude nur von Lug und. Trug gewesen! Aber er lastet auf ihr täglich und stündlich, wie ein Alp. der sie erdrücken will, der den Athem ihr erstickt und die Freiheit raubt. Wie ein Fluch.' der sie verfolgt in diesem leeren Dasein. Sie hatte die Lippen aufeinander gepreßt und die Hände krampften sich ineinander. Ja, ja und tausendmal ja, ihn hatte sie geliebt in Raserei, ihn, der sie betroq, der sie m verzweifelter Hoff nungslosigkeit gezwängt hat in diese Ehe. Jede Zeitung hatte ja nur den einen Inhalt sur sie, das Schicksal des oftasiatischen Expeditionskorps, das Schicksal des Mannes, den sie hassen wollte. Ob er unter den Lebenden noch weilt oder todt ist, ob er gesund oder krank ist, ob er dort bleibt oder ob er wiederkehrt! Ein Schauer überläuft sie. Er soll, er darf nicht wiederkehren. Gott wir.d ihn richten. , Sie sieht auf das Bild, das man ihr auf den Nähtisch stellt bat. l5ons

Bild! Ob sie so lechzen würde nach Nachricht, wenn er da draußen wäre? Es sieht ja Niemand, wie unverhohlen die Verachtung sich auf ihre Züge lagert. Egon in den Krieg! Der Gedanke allein ist lächerlich! Wenn er aber draußen wäre, sie könnte nicht lechzen nach Nachricht, sie haßt ja Egon nicht. Kann man denn einen Egon hassen? Ihr Auge war schmerzerfüllt auf den wolkenschweren Himmel gerichtet. So sehnten sich wohl all' die bösen Gedanken nach Haß und Rache, ihrem Herzen aber lagen sie fern, es dürstete nach Liebe. Und ihr Gewissen hatte gramvoll sich gesträubt, eine , Treue zu geloben am Altar, die sie in tiefster Seele zu halten nicht im Stande war. Wie undankbar sie war! Ueberschüttete Eaon sie nicht mit Liebe und Aufmerksamkeit! Und war nicht glänzend gesorgt für sie, für ihre Zukunft! Beruhigter nahm sie die Arbeit wieder auf. da öffnete sich langsam die Thür:

Der Herr Oberinspektor bittet, die Frau Baronin sprechen zu dürfen." Fuhren Sie ihn herein." Bedächtiq entfernte sich der alte Johann. . Ein schöner, nicht mehr gaz jugendlicher Mann, mit strengen, ernsten Mienen und kurzem blonden Vollbart betrat das Zimmer. Die militärisch stramme, hohe Erscheinung verneth Stolz und Selbstbewußtsein in Gang und Haltung. Dieser Mann war gefürchtet , von Jedem, der seine Pflicht nicht that, aber seine Leistunysfahigkeit. sein Gerechtigkeitssinn, seine Ueberlcgenheit, sein Können und sein Wissen waren über jeden Zweifel erhaben. Störe ich?" war die fast barsche Anrede, bei welcher er sich nur leicht verneigte. Ganz im Gegentheu, Herr Lange. ich freue mich, so oft ich Sie sehe." Hildegard sprach die Wahrheit, ihr Antlitz hatte sich erhellt, trotz der sinstern Miene ihres Gegenübers. In diesem Mann sah sie den eigentlichen Herrn von Bodollen, neben dem Egons smwachliche Reprasentationsfigur stark verblaßte. Ich komme in, der Absicht, Frau Baronin, mir ein Vertrauen anzumaßen, das mir nicht zukommt; das weiß ich. Aber ich habe dem seligen Herrn General aus dem Sterbebette versprochcn, alles für die Erhaltung des Mazorats zu thun, was m meinen Kräften steht. So halte ich es für meine Pflicht, Sie um Gehör zu bitten." So ernst und feierlich, Herr Lange? Was gibt es denn?" Der Herr Baron fährt übermorgen nach Berlin, ich bin beauftragt, bis dahin zwanzigtausend Mark baar zu besorgen." Er hielt einen Augenblick inne, seine Stirn krauste sich mehr und beinahe herausfordernd starrte er auf Hildegard. Dazu bin ich nicht im Stande!" . Hildegard sah zu Boden, während sie die Quaste der schweren Tischdecke scheinbar nachlässig durch die Finger gleiten ließ: Mein Mann sprach von einer geschäftlichen Reise und mehreren nothwendigen Anschaffungen." Die leichte Nöthe, die sich über ihre Wangen ergoß, verrieth die Lüge allzu deutlich. Dem Oberinspektor entging das nicht. Sein Auge brannte im Zorn und sein Ton klang schärfer, sarkasiisch fast, als er fortfuhr: Anschaffungen. Frau Baronin, sind seit des Herrn Generals Tode nicht mehr gemacht worden, zwei Jahre lang! Dagegen braucht der Herr Baron mehr Geld, als ich herauszuwirthschaften im Stande bin. Auch am' Betriebskapital, Frau Baronin, fehlt es, seit die letzten hunderttausend Mark vor einem Jahre auf den von einem Berliner Edelmann? prasentirten Wechsel gezahlt worden sind." Wohl zitterte noch eine Art Sckamgefühl in Hildegard nach, sie empfand druckend die Ueberlegenheit dieses Mannes ihr gegenüber, aber sie wehrte diese Gefühle ab und folgte ausmcrl sam dem Sprecher, nur das blitzende Auge verrieth etrnqe Unruhe. Em Ge danke beherrschte sie ganz: Also doch morsch, dieser Schein von Glanz und Pracht ist Trua! ' Ich will Sie nicht erschrecken. Frau Baromn," fuhr der Oberinspektor zetzt ruhiger fort. Sie haben Segen ge stiftet schon in den drei . Wochen Ihres Hierseins. Gebieten Sie dieser unseligen Passion des Herrn Barons Em halt, oder das Majorat geht zu Grunde!" Um Hildegards Mundwinkel zuckte es seltsam, eine plötzliche Ahnung tauchte in ihr auf. . Mein Mann spielt?" klang es leise durch die zusammengepreßten Zahne. Er spielt hoch und mit großem Un.glück." Einen Augenblick herrschte Todten stille. 'Aber öildeqard zeigte keine Spur von Erregung, ein eigenthümlich fremder, kalter Zug legte sich auf ihr Gesicht. Ist er noch zu retten, ich meine, xi er bereits finanziell ruinirt?" Keineswegs, Frau Baronin, noch ist alles zu retten durch Sie! .In diesem Vertrauen komme ich zu Ihnen. Jch danke Ihnen!" Dabei reichte sie dem noch immer in stolzer, aufrechter Haltung harrenden Manne ihre Rechte. Was kann ich thun?" Ich will Sie nicht mit unnöthlgen Rechnereien quälen. Die Einkünfte dieses Jahres sind zum größten. Theile schon verpfändet. Das ist an sich noch zu ertraqen. Aber ich fürchte, der Herr

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DaS beste Heilmittel in der Welt. ( I 25 nd 50 Baron steht im Äegrifs, sichere Hypotheken so weit sie letzt noch vorhanden sind zu kündigen, um sich baares Geld zu verschaffen. Der Besitzer des Gutes Gallhöfen war gestern in großer Erregung bei nur. Die Hypothek be läuft sich auf fünfzigtausend Mark, sie ist gut und bringt noch viereinhalb Prozent Zinsen. Dabei sind die großen Einnahmen aus der Zuckerfabrik in Tegen, an welcher der Herr General seit mehr als zehn Jahren als Hauptaktionär betheiligt war, sowie die Ein-' nahmen der Viehwirthschaft im vergangenen Jahre völlig m die Tasche des Herrn BaronS gewandert. Aus den beiden Quellen aber hat der Herr General hunderttausend Mark jährliche Reineinnahmen erzielt, die zum großten Theile zum Betriebskapital flössen. Und diese Einnahmen, Frau Baronin, müssen unter allen Umständen und schon vom nächsten Jahre an regel mäßig wieder erreicht werden. In dem Falle könnten auch in absehbarer Zeit die Schulden des Herrn Barons gedeckt werden." (Fortsetzung folfitt Dir ,,5'pindlc Top"-Dclscldcr. vrgieblakit der yctrolkumlager in Texal und Louisiana. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des geologischer! Bureaus in Washington behandelt in eingehender Weise die neuentdeckten Oelfelder entlang der Gplfküsie von Texas und Louisiana. sowie die Quantität und Qualität der Oelprodukte aus dieser Gegend. Aus den vorgenommenen Untersuchungen ist man zu dem Befund gelangt, daß die obere poröse Felslage in jenen Oelfeldern etwa ein Viertel des gesammten Oelvorrathes enthält. Selbst wenn man nur ein Faß Oel als Ertrag von je 26 Kubikfuß der Spindle Top"Oelfelder rechnet und etwas weniger für die anderen Oelfelder im Golfgebiete sollte ihre Produktion derjenigen der Baku-Oelfelder in Rußland gleich kommen, und ihre Ergiebigkeit viel größer sein als die der anderen amerikanischcn Oelfelder. Der Ertrag der Baku-Felder ist auf ein Fünftel des Volumens der oberen Felslage geschätzt worden. Nach der anscheinend übereinstimmenden Ansicht von Chemikern, die die Oelfelder an der Golfküste untersucht haben, ist aber das dort gewonnene Petroleum für Beleuchtungszwecke unbrauchbar, und zweifelhaft ist es auch, ob es ein gutes Schmieröl für kommerzielle Zwecke ergibt. Sein Werth zur Herstellung von Asphalt und für Oelgas. ist bis jetzt noch nicht festgestellt. Die bis dahin angestellten Experimente scheinen feinde Brauchbarkeit für die Dampferzeugung zu erweisen und als solches soll es eine Ersparniß sein. Die Fassungskraft der aus Stahl und Erde hergestellten Oelbehälter in Beaumont, Tex., beläuft sich zur Zeit auf etwa 7,500.000 Faß. Der tägliche Durchschnittsertrag von 162 Oelquellen, die zur Zeit in. den Spindle Top"-Oelfeldern im Betriebe sind, ist nicht mehr als 10.000 bis 12.000 Faß. Die Gesammtproduktion von rohem Petroleum in den Beaumont-Oelfel-dern. einschließlich des verloren gegangenen Oels von Gushern" und anderen Quellen, sowie des lokalen Verbrauches, wird für den Zeitraum von Anfangs 1901 bis 31. M 1902 auf 11.688,000 Faß geschätzt. Die verschiedenen Anlagen zur Gewinnung und R?iniaung des Erdöls haben einen Werth von $7,00,000. Am 1. Dezember 1901 waren 131 produktiv: Oelbrunnen vorhanden, 28 waren aufgegeben und 46 wurden gebohrt, zusammen 205 Oelbrunnen. Am 1. Mai 1902 waren vorhanden: 240 produktive. Oelbrunnen, 52 ausgegebene, 60 angebohrte, zusammen 352. Syeitanveszene mit tragischem. Abschluß. Eine Frau John Krebs in Jerome. Ja., weigerte sich unlängst Morgens, aufzustehen, um das Frühstück zu bereiten, was .ihren Mann so erboste, daß er einen Eimer Wasser üb sie auögoß. Sie erwiderte das Kompliment, indem sie aufsprang, eine Flinte ergriff und ihren Gatten durch einen Schuß in den Magen tödtete. , Verunglückte Z e i t u n g sjungen. Drei Zeitungsjungen von Oklo.homa City, Okla.. im Alter von 13 Jahren, wurden dieser Tage bei Noble von einem Zuge der. Santa Fe Eisenbahn überfahren und getödtet. Die Knaben waren auf der Jagd a wesen und aus dem Heimwege das Geleise entlang aeschritten.

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: i Schmerzen, wie Etablirt seit 50 Jahren. CtatM Gröbe. Zeuer - Signale. Pennshlv nd Vsrket 5 Englist, 'S Opnm-Häui 6 East und Ne Fork 7 Noble und Michigan 8 31. Jersey u. Waff Av Pine und North 10 Mavket und Pine 11 Vermont nah East 12 9!$. 8 EpritzenhauZ , Vag. Ave nhe Noble 13 Dttäware und Walnut 14 Sl. Jersey u Central A. 15 Mass. und Lornell Ave 1 Asy und 11. Etraße 17 Park Lve und 12 Ctr .3 Eolumbia und Hillfld IS Highland Ave u. Pratt tl JUinoiS und Ct. Joe 23 Pennsylv. und Pratt 4 Meridian und 11. Str 25 TiO. 5 Cpritznchauö 15. nahe Jllinoii 26 Senate Slveu. CtSlair 27 Illinois und Michigan 28 Pesylvania und 14. 29 Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Spritzenhaus Jnd Llve nahNichigan 32 Meridian und Walnut 84 Calisornia n Vermont 35 Blake und New Fort 36 Jnd. Av. u. et Clsir 87 City Hospital ' 38 Blake und Norty 39 Michigan und Zlzne 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nah West 42 Esendorf u Wash. 43 Missouri u New Dork 45 Meridian u Wash 45 JllmoiS und Ohio 47 apitol Av. u Wash 43 mgan'S PorkhauS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 61 N. 10 Spritzenhaus JllmoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 63 West und Couch V4WeftundMcEarty 6 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Ray 68 No. 4 Spritzenhaus Wadison Zlv. u MorviS 69 Madison 2. u Tunlop 61 No 2 Haken LeiterhauS South nah Delaware 2 Penn. Merrill KZ Telaware u. McEarttz 4 aft und MrSarry K5 New Jersey u. Merrill 67 Birg. Av. u Bradshaw 63 East und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nh Huron 72 East und Georgia 7? Eedar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 English Av.u Pine 7 Chelby und BateS 7? No. Z Spritzenhaus , Prospect nah Chelby 7S Fletcher Zlv. u Chelby 81 Market u. New Jersey 82 Delatvare und Wash. 83 East u Washington 4 New Dorku. Davidsor 85 Taubstummen Anstalt LS Ler. Staaten Arsenal 87 ldrientalv und Wash. 89 Frauen-Reformet. 91 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 92 Meridian u. Srgia. 93 Meridian und Couch 4 Pennsyw u. Louisiana 95 Lirgini Lve u. Slab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Are und Ohis .22 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 1. ,25 Central Ave und 15. 126 Dande und 15. 127. Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Telaware und 19. 1Z1 Alabama und 11. 132 Bellefontaine ndlA 134 College A und 29. 125 Delaware und 13. 126 Alabama und North 137 Newumnn und 19. 133 College Av und 14. 129 Cornell Av und 13. 141 DandeS und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No) Spritzenhaus H&sid Av und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 2. 15L L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Lve und ia. 156 Stoughton u Newmaa 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Patrpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 rden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. cvstone 167 Arsenal Av und 22. 168 Bellefontame und 28. lög Park Ave und 10. 212 Capital Ave nd 17. 213 Pennsylv. .Vichiga 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und 22, 21? Meridian nd 16. 218 Capital Av und 26. . 219 Broadway und 10. 231 JllinoiS und McLean 224 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 225 JllinoiS und 33. 226 Annetta und 30. 237 No. 9. Epriycnhiui 11b II und Raver 238 Udell Ladder WorlS 2Z9Jsabl und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS St.Cto, 243 Eldrioze und 23, 812 West uud Walnut 313 West und 12. 814 Howard und 16. 815 Dorbet und Paca 316 Capital Ave und 10, 817 Northwestern Ave u 3ig Gent und 18. 319 Canal und 10. 321 Cerealine WorkS 324 Vermont und Lynn 825 BismarZu Grandvie 82 No. 29 CntzenhauS Haughville. 327 Michigan n. HelmeS, 328 Michigan u. Concord 34t West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Seorgio 41S Miffounu KcntuckyA. 417 Senate Ave . Wash. 421 P und E NundhauS W. Washington. 423 Jrren-Hospital. 424 Milcy Aveu.JDuZll 425 Wash. und HarriS 42S No. 13 Spnzenhar W. Washington '427 Oliver und Birch 23 Oliver und Osgood 429 Nordtzke und Dork 421 Hadley Ave u. Morrii 432 Niver Lve u. MorriS 4 A River Ave und Ray' 425 Harding u. Big 4 R R 436 Harding und Olive, . 427 No. 19 Spritzenh?? MorriS und Hardina. 438 Howard urOWan 439 StkvrdS 451 Reisn und Miller 452 Howard und Lee 453 MornS und KapS 456 Lambert nd LelXn 457 Scvrdhk Ave u. Uar um WorkS 612 West und Rsy 613 KenwckyAve uMerrLl 614 Meridian und MorriS 61 JllinoiS und ansaS 617 MorriS und Dakota 618 MorriS und Church 615 CuPital A. u McCarty 621 Meridian und Palmer 623 Pine und Lord 624 Madison Ave u Lincola 26 Meridian und Delt RA 627 CarloS und Ray 628 Meridian und Arizona 629 Meridian. Raymond 631 Meridian u. McCarty 6Z2 No. 17 SpritzmhuS Morris nahe West lt McKernanund Dough. 613 East u. Lincoln nc 614 East und Beecher 15 Wright und CanderS 617 McCarty und Beaty 618 New Jersey Bir Ave 71 Epruce und Prospett . 713 English Av. u. Laurel 714 State Ave u. Bett R 715 Chelby und Bch 716 State Ave und Orange 718 Orange und Laurel 7 Chelby . CiUaae Avt 721 Lexington A. Laurel 725 Fletcher Ave. Opru 724 Ctate Ave u.Pleasant 725 Prospit und leasU 72 Orange und Hm la? 728 Liberty und Mtrt 729 Nolö nd Cc'jth 812 No. 16 Spritzenhaus Ost Washington St 818 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Ave 815 Michigan u. Highlanl Kl Market u Arsenal A 817 Ost S Clair und Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle hc3 i 823 Vermont und Waleott 824 Wash. und, State Av 825 Maddcn'S tounge Fab. 82 Duck und Dorscy 827 Wash. und Veville Av 2 No.l Spritzenhaus Beville nah Wichiga, 831 Coutheaster Ave und Woodside. 832 Wash. und Dearbors 834 Coutheaster und Arsenal AveS. , 835 New Jork und kempk 12 JlKnoiS und Maryl. 913 JllinoiS und Markt. 14 Pen. nd SoZH, 915 Delaware im , tt Spezial Signale. ErstenK Schlage, pveiter Alarm, Aweit t Schläge, dritter Alarm, Dritten EchlSge. vierter Alarm. 1-2-1, Feuer auS und Schlauch aufgerollt, 3 Schlage, Wasserdruck ab. UCchlage,urrNittagS. Die '& bezeichneten Cigna7 werde nur vom Tyur toächter angegeben da an den betreffenden Ckabe? keuplkg ktne AlarmUsten angebracht find.