Indiana Tribüne, Volume 26, Number 72, Indianapolis, Marion County, 14 November 1902 — Page 7
Jndiäna Tribune, M . November 1902
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z Ucbcr den Dzcml. O O o o o Noman von OSkar Usedom. 0000004C04000040 (Fortsetzung.) Vor seine Seele tritt das Wohnhaus in Ublicken, die Wiege seiner Kindheit. Ob er sie wiedersehen wird? Die nassen Augen des Vaters, die sorgend aus ihm ruhten, die Meißen Thränen der Schwester, als sie dem Bruder Lebewohl gesagt, hatten ihn tief ergriffen. Eiskalt war die Abmeldung beim Obersten von Loewen in Trontheim gewesen. Jch wünsche Ihnen Glück auf den Weg, machen Sie dem Regiment Ehre." Damit hatte er ihm die Hand gereicht und ängstlich blickend ihn zur Thür geleitet, jedes weitere Wort abschneidend, das qualvoll ihm auf der Seele brannte. Es wäre eine Demüthigung gewesen, noch zu reden, er konnte sie sparen. Die Meldung eines Unteroffiziers unterbrach seine Gedanken. Er schütleite sie ab, hier war er Soldat, er wollte es ganz sein. All' sein Denken galt dem Dienst. Und er war ehrlich. Unermüdlich blieb er thätig, trotz at waltiger Hitze ein Beispiel, ein Vorbild für alle, die ihm folgen sollten in der Stunde der Gefahr. Auch in Döberitz ging's heiß her, bis die neue Einkleidung ganz erledigt, bis die für den fernen Krieg nöthig: Ausbildung vollendet war. Wenige Tage darauf stach der große Transportdampfer in See, begleitet von den herzlichsten Wünschen des allerhöchsten Kriegsherrn, begleitet von innigen Segenswünschen aller derer, die ein theures Leben in den harten Kampf ziehen sehen über den Ozean, begleitet von heißen Gebeten. Wie manche Thräne rollt verstohlen über gebräunte Männergesichter, und wie manches Auge blickt warm zurück auf die geliebte Heimatherde. Die nicht enden wollenden begeisierten Hurrahs sind verklungen, das Ufer liegt weit und hinaus geht's mit Gott für König und Vaterland. Im Hause des Obersten von Loewen ist es still geworden.' seitdem das Expeditionskorps den heimathlichen Hafen verlassen hatte. So lanae batte aewaltiae (Srrfmrm aus ocn Zemulyern gelaner. Hllvegard wollte bis zum letzten Augenblick die Hoffnung nicht begraben. Jetzt bllckt sie trauervoll in die Zukunft. Ungewißheit und Zweifel plagen sie nicht mehr, und wie ein wehmüthiger Traum liegt die Vergangenheit hinter ihr. Ob auch ahnungsvoll ihre Seele anders sprechen wollte, das war ihr Thatsache, daß Vurkhard sie geflohen, weil sein Vater die Verbindung seines Sohnes mit einem Madazen ohne Ver mögen nicht gewünscht hatte, vielleicht auch nicht dulden konnte. Ob's ihm Kamps gekostet? Gleichviel, er war unterlegen. Ihr Schicksal war entschieden. Wenn auch die stürmisch heißen Gedanken von damals, als der erste Tren nungsschmerz ihr im Herzen brannte. linder geworden sind, Friede und Freude haben den Weg nicht gefunden in ihre ruelofe Seele. Trotz allem. was sie empfunden, was sie hingegeben. war sie die Verschmähte, die Verstoßene. Das Gefühl der Bitterkeit beherrschte sie. Den herben Schmerz kann sie ertragen, aber das Mitleid will sie nicht. Voll Glück und Freude will sie erscheinen; frei und ledig will sie sein, sie will ihn vergessen, den so weit Entfernten. Und sie rang wie eine Verzweifelte, xn ihr ist Nacht. Drei Monate sind vergangen. Die letzten Astern sind verblüht. , Kosend strahlt noch einmal heller Sonnenschein über dem Park von Ublicken und tiefblau hat der Himmel sich darüber aewölbt, hier und da nur gedeckt von silbergrauem Gewölk.. Das fp'ärlich gelbe Laub der alten Eichen leuchtet golden über den dunklen Tannen ringsherum und gravitätisch neigen sich die halbentlaubten weitgespannten Aeste zu dem noch mattqrünen Rasenplatz, den sie würdevoll umgeben. Ein ,, rwi c Y e. i !. c. rr"i? maner !minoyaucy jpieii in oen Gipfeln und sachte rascheln die welken Blätter. Unter den Parkbäumen aber schlangelt sich der' kleine Bach dahin in wellenloser Fluth mit immer gleichtönendem Rauschen. ' Viel hatten die alten Eichen gesehen und vieles gehört in ihrem unermüdlichen Lebenslauf. Jene Stelle,' wo unter den ehrwürdigen, Jahrhunderte alten Bäumen über knorrigen Wurzeln die grüne Bank jetzt steht, umrahmt von welken Blättern, war der Lieblingsplatz aller Vurkhards gewesen in Freud und Leid. " Ein wohlthuender Friede über diesem Stückchen Erde, eine schwermüthige s Ruhe, aber ein warmer Hauch von Glück und Trost, der hier der flüsternden Natur entströmt. Nun hängen die verblichenen Zweige wieder herab über zwei jungen Men- . schenherzen, die den Bund.für's Leben geschlossen. Aber so ernst, wie die alten Eichen übe? ihnen, so ernst schaut auch das junge Paar aus, das darunter wandelt. Es theilt di: Freude nicht, die der lachende Sonnenschein ringsherum verbreitet. Der blonde Kopf, um den sein Arm geschlungen, ruht vertrauensvoll an seiner Schulter. Die vollen Lwven sind
halb geöffnet und die 'hellen' Auaen
blicken träumerisch. Die erste Wolke, liebe Elfe, die den Sonnenschein unseres jungen Glücks verdunkelt." Aus ihren sinnenden Gedanken fahrt Elfe auf. Sieh mich an. Hans, ' r f i f " i li wenn icu isuicg niaji yane, wie oici schwerer würde ich's allein tragen mit dem Vater." Aeschau war stehen geblieben und küßte herzlich die Geliebte, sie schmiegte sich dicht an ihn. .Was wird der Vater sagen?" Um tiefer Athemzug schwellt ihre Brust. Dann fällt eine Thräne auf das Blatt m ihrer Hand. Es klingt so sroy. was da geschrieben steht: Die Verlobuna ihrer Tochter Hildegard mit Herrn Freiherrn Egon von Bonin, Majoraishcrrn auf Bodollen, beehren sich anzuzeigen Oberst von Loewen und Frau geborene Schmeling." .Mein armer, armer Bruder!" Wernend lehnte sie an seiner Brust, ihr war zu Muthe, als sollte ihr Herz still stehen vor Mitleid und zagender Furcht.' Der Vater war so froh gestimmt über die ersten guten Nachrichten von Arthur. Und nun?" Elfes Züge belebien sich mehr, als sie fortfuhr: Und wie rege war sem Interesse für Hildegard, wie erfüllt war er von ihr, als er sie im Theater in Trontheim neulich sah.' Sein Auge leuchtet noch heute, wenn er davon spricht!" Unbegreiflich!" murmelte Zeschau vor sich hin. Elfe sah fragend zu ihm auf. 'War denn im Regiment von dieser Verlobung nie die Rede? Niemals! Wir wußten, daß Bonin seit der Belvedere-Affäre ab und zu beim Oberst verkehrte, Leiter nichts. Darin waren alle Ansichten einig, Jeder hätte geschworen, daß Hildegard treu und fest zu Arthur halten würde." Wie nachdenklich fuhr Zeschau sich mit der Hand über die Stirn. Nur dieser Verkehr zwischen Schmiedens und Bonin. Er sah in die Höhe, schüttelte unwillig den Kopf und schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn. Was ist's?" fragte Elfe. Ich hätte besser aufpassen sollen!" entgegnete Zeschau in anklagendem Tone. Im Manöver." fuhr er fort, bin ich einmal um eine Entscheidung gebeten worden von Wallbaum. Da hatten die Einen bebauvtet. Artbur hahe iuj rilien regeireqien oro vom uoer sten geholt, aber gegen Hildegards Willen. Diese Trennung sei nur so eine Art' Probezeit. Von anderer Seite, die durch Donin unterrichtet sein wollte, wurde der Ansicht entgegengetreten; es hieß, Dein Vater habe sich an den Obersten gewandt" er hielt plötzlich inne. Nun weiter, was soll der Vater für einen Bescheid erhalten haben?" fragte Else gespannt. Einen abschlägigen." Und weshalb?" Eine leichte Nöthe überflog ZeschauS Antlitz. Der Oberst, sagten ste, könne nicht einwilligen in eine Verbindung" wieder stockte er. Nun?" Mit einem Bürgerlichen!" Verlegen starrte Else auf den Rasen, und Zeschau fuhr schnell fort: Ich konnte eine Entscheidung nicht treffen, leider war mir das alles neu, ich hieltes für müßiges Gerede. Jetzt sage ich mir auch, es muß etwas vorgefallen sein, das wir Beide nicht wissen. Weshalb ist Arthur nicht offen gewesen, weshalb nicht?" Jetzt werden wir es vielleicht erfahren." Jetzt ist's zu spät!" Else brannte noch eine andere Fraze auf den Lippen, und kleinlaut hob sie nach einer Weile an: Was hat denn 'der Oberst zu Deiner Verlobung mit einer Bürgerlichen gesagt?" Eine' tiefe Scham hatte ihr Angesicht Übergossen, und den Blick wagte sie nicht zu heben. Zeschau lachte hell auf. Du kleine Näm, ich habe ihn danach nicht gefragt!" Dabei umschlang er, zärtlich seine Braut und küßte ihr blondes Haar. Aber Hans, Du hast mich lieb um meiner selbst willen, nicht wahr, gleichviel ob ich bürgerlich oder adelig bin?" Ihre Augen suchten mit zärtlichem Blick die seinen. Aber gewiß, Else, wie kannst Du so fragen?" Glaubst Du, daß Hildegard den Bonin aus Liebe genommen hat?" Zeschau lachte. Nein, Kind, das glaube ich nicht." Wo stammt dieser Bonin her? Er macht einen merkwürdigen Eindruck." , Es ist unfaßbar, dieser Bonin! Ganz unfaßbar! Er' stammt aus ehr guter Familie. Die beiden Eltern sind seit einigen Jahren todt. Sein Vater war ein begabter Offizier von sehr vorzüglichen Eigenschaften. Bodollen ist das alte Majorat der Familie im Tegener Kreise. Ein sehr großes, reiches Majorat mit vornehmem Schloß. Der alte General soll es noch nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst mit vielem Eifer und Geschick bewirthschaftet haben." Wie kommt er aber zu solchem Sobn?" Zeschau konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. Man sagt, die Bonins hätten diese Generation sn überschlagen; sie ist mißrathen. Der General brachte den größten Theil seiner Dienstzelt im Ministerium zu, seine Gattin weilte den Sommer über in Bodollen. Da soll denn dieser Bonin schon früfaeitia
in verschiedenen Berliner Pensionen etwas verbummelt sein. In Quarta bot die Schule ihm ein energisches Halt. Da wanderte er auf's Kadettenkorps, aber mit der Geschwindigkeit eines Nordezpreßzuges mußte der General ihn zurückschaffen. Zitzcwitz hat die Sachen mit erlebt." Er hielt einen Augenblick inne. Krähen zogen krächzend über den Park. Else schauerte leicht zusammen. Du frierst?" fragte Zeschau besorat. .Nein, nein. Was wurde dann aus ihm?" 'Sie wanderten schneller jetzt in den tiefen Gängen des Parks. Er hielt sich lange auf der Presse auf. Weiter bin ich auch nicht unterrichtet. Man behauptet zwar, er habe das Einjährig - Freiwilligen - Examen niemals bestanden. Ein Jmmediatgesuch des Vaters soll über diesen dunklen Punkt hinweggeholfen haben." Welchen Grund mag denn Hildegard gehabt haben, diesen Mann zu nehmen? Nur wegen seines Majorats,
wegen semes Schlosses und weil er reich ist. ein welterfahrenes Mädchen wie Hildegard?" Es mag ein großer Reiz darin liegen" Else unterbrach ihn mit einem Ausdruck deS Staunens. O! Mir wäre bange vor so viel Reiz an der Seite dieses Kavaliers." Das klang sehr verächtlich. Ich glaube, auch Hildegard graut vor ihrem Glück. .Sie ist ein leidenschaftliches Gemüth.". Zeschau unterbrach einen Augenblick die Wanderung, dann fuhr er sinnend fort: Man kann s nicht wissen, vielleicht hat doch Enttäuschung, Verzweiflung, vielleicht auch der Wunsch der Eltern sie getrieben. Freilich, eine kurze Seligkeit wird es nur sein!" Dann schleuderte er mit der Fußspitze einen Stein, der im Wege lag, weit von sich. Das muß e;n armseliger Kerl sem, der in elender, selbstsüchtiger Gier m t emem icvwanienden ueive eine schwache Stunde abringt." Er hob die Hand wie drohend in die Höhe. Das hat er gethan! Ich kenne ihn und ich kenne Hildegard! Dan ite in eitler Verblendung nur gegen ihr eigenes Herz entschieden hat. das hat er gewußt. Und doch betrugt er sie um ihr ganzes, langes Leben!" Tiefe Empörung sprach aus seinem Ton. i mz Juuime mnvurcy icniiwie es. Else fuhr zusammen. Unbemerkt war die Dogge herangesprungen, sie schmiegt sich an Else, das hundisch treue Auge fest auf sie gerichtet. Der Vater!" Erschreckt verbarg Zlse das Papier in ihrer Tasche, lauschend erhob sie den Kops und blickte rathlos aus den Geliebten. In den lassen schweren Mantel gehüllt, in aufrechter Haltung wie immer, nur leicht gestützt auf semen Stock, trat der Oberamtmann auf das Brautpaar zu. Em frohes Lächeln schwebt auf seinen Lippen. Ein schöner Tag heute!" Er hatte einen freudigen Gruß, rin .heiteres Wort erwartet, aber das blieb aus. So ernst?" ' Else hatte Zeschaus Hand losgelassen, legte die ihre in den Arm des Vaters und zog ihn fort. So waren sie oft hier unter den alten Eichen gewandelt seit der Mutter Tode, und Else berichtete ruhig und ernst von Hildegards Verlobung; als sie ihre Erzählung beendet, sah sie fragend zum Vater empor. Das Lächeln auf seinen Lippen war erstorben, der Glanz in den Augen erloschen, finster und kummervoll starrte er vor sich hin. Else hatte ihn an die Bank geleitst, er setzte sich nieder. als trügen die Füße ihn nicht mehr.- Durch die Aeste der alten Eiche traf ein matter Sonnenstrahl das bleiche fahle Antlitz. Zeschau stand vor den Beiden, er hatte das Haupt gesenkt, seine Augen ruhten schmerzbewegt auf denverstörten Zügen des Oberamtmanns. E.7 sah aus, als hätte dieser Moment ihn gealtert um viele Jahre. Armer, armer Sohn!" ' Das war alles. Dann eine lange unheimliche Stille. Nur leise noch klang das Rauschen der entlaubten Kronen, das Huschen der, Vögel und das ewig gleiche Murmeln des Bach:s. Liebevoll hielt Else des Vaters Hand umklammert, Thränen rollten über ihre Wangen. Den Kops auf seines Herrn Knie gelegt, schaute Eid drein, als begriffe er den düsteren Ernst dieser feierlichen Stille. Die Sonne vergrub ihr Antlitz, aus dem grauen Gewölk schimmerte kein Strahl mebr durch die hohen Baume, herbstlich grau und frostig lag der Park. Der Oberamtmann schauerte zusammen. Du hast Dich erschreckt, Papa?" fragte Else zärtlich. Nein, nein, Narrheit!" . Dabei stampfte er den Stock schwer fällig auf den feuchten Sand. Dann erhob er sich. Die klaren Augen blick ten kummervoll und die bleichen Lippen preßten sich fest aufeinander. Un ruhigen Schrittes ging er dem WohnHaus zu. Else geleitete den bekümmerten Vater aus sein Zimmer, Alles flaches Land im Tegener Kreise. Den Blick hemmt kein Berg, kein Thal. Ein geschlossener höchelegante? Landauer rollt bei triefendem Regen in schlankem Trabe die gerad linige Chaussee entlang. - Den edlen Viererzuq lenkt vom Bock mit sicherer
Hand ein ehrwürdiger Kutscher. Sein grauer Vollbart wallt lang herab. Die dunkelbraunen Trotter entstammen einer berühmten amerikanischen Traberzucht. Die großen Augen, die weiten Nüstern und die feinen Lippen erinnern an das englische Vollblut. Aber der Gang ist ruhig. Mit unverhältnißmäßig langen Schritten bewegen sich die Füße dicht über dem Boden fort. Kein siechender Trab, man sieht die Schnelligkeit nur an der Umdrehung der' Räder. Der Oberst von Loewen steckt den Kopf aus dem Wagen. Noch sieben Kilometer bis Bodollen; hoffentlich klärt es sich auf bis dahin. Dabei schaut er den Himmel von allen Seiten an, und sein Blick klammert sich hoffnungsfreudig an ein Stückchen Blau, das die graue, trübe Wolkenschicht sreiaelassen. Ihrer Mutter gegenüber, den dunklen Köpf in die blauen weichen Polster geschmiegt, sitzt Hildegard. Eine dumpfe Müdigkeit liegt in ihren Glie-
dern. Ihr Antlitz schaut so trübe wie der Himmel. Die Züge sind verändert, ein leichter Hauch von Schwermuth hat den lieblichen Ausdruck verscheucht, und das Gesicht ist bleich, wie nach überstandener Krankheit. Fragend betrachtet Frau von Loewen die Tochter. Kann die Sonne die Wolken verscheuchen auch von diesem Angesicht? Wohnt das Glück in dieser jungen Seele, strahlt die Braut in heller Lebensfreude? All' die Fragen mußte sie verneinen, und zu ihrem großen Kummer hatte sie erkannt, daß sie gegen das Empfinden ihrer Tochter machtlos war. Eine andere Frage drängte sich ihren Gedanken auf: Haben die Eltern eine Schuld auf ihr Gewissen geladen, als sie so eifrig die Tochter bestürmten, den glänzenden Antrag anzunehmen? Nein, nein; später wird sie es einsehen, daß es zu ihrem Besten war." Der Wagen jjat die Allee erreicht. Die hohen Pappeln fliegen vorüber; hörbar fällt der Regen aus dem schwarzen Geäst in schweren Tropfen hernieder. Dich scheint Deine neue Heimatb am wenigsten zu interesstren!" mahnt der Oberst, unwillig seine Tochter. Müde richtet Hildegard sich aus ihrer Ecke auf, bleischwer, und ziellos gleitet ihr Blick durch das offene Wagenfenster: .Ich ziehe es vor. sie bei svllirznicnein zu oewunoern; oer erne Eindruck ist schwer zu verwischen, ick möchte ihn mir nicht unnöthig trüben." Du darfst Dich durch das schlechte Wetter nicht verdrießen lassen. Egons Tante wird enttäuscht sein über Dein böses Gesicht." eiferte die Mutter. Hildegard zwang sich zu emem Lacheln; aber es war ein trübes Lächeln. als ahnte sie, wie wenig Frohsinn der Ort birgt. Ich werde mir alle Mühe geben. , Sie lehnte sich zurück und verfiel eine Weile wieder in tiefes Sinnen. Dann aber malt ein jäher Schreck sich auf ihren Zügen, als der Wagen plötzlich langsamer rollte, wie zum Halten. In der That hatte der alte Kutscher eine starke Patade gegeben, ein kurzes Treten und die Trotter standen. Der reich gallonirte Jäger ösfnete den Wagenschlag. Darf ich das Verdeck herunterschlagen, Herr Oberst, es regnet nicht mehr!". Das Wasser, das auf dem Verdeck gestanden, klatschte in Strömen zur Erde. Gottlob, man athmete freier. Die Luft war still, etwas kühl, aber ohne Nässe. Die Wolken hatten sich getheilt, der Himmel war nur hier und da noch leicht verschleiert. Bereits Bodoller 'Gebiet," erklärte der Jäger mit bescheidener Handbewegung, dann schwang er sich wieder auf den Bock. Die Leute auf dem Felde schauten neugierig auf. Ein leichtes Aufbäumen der Vordcrpferde, und weiter ging's in muthigcm Trab. Gehört der hohe Wald auch zu Bo dollen?" fragte Hildegard theilnahmsvoll den Jäger. . Zu Befehl, gnädiges Fräulein; er grenzt an Vorwerk Friedrichstein auf der anderen Seite." Hier wird nichts abgeholzt?" fragte der Oberst stolz. , Der Jäger stutzte. Zu Zeiten des seligen Herrn Generals ist nie abacholzt worden." Unter dem Tambour fühlte er den strafenden Tritt des alten Kutschers. Der Oberst schwieg. Scharf klangen letzt die Hufeisen auf der gepflasterten Dorfstraße. Friedrich wieder aufgetakelt!" höhnte an der Schmiede der freche Gesell. der einem elenden Klepper das glühende Eisen aufpaßte. Das Dorf war verschwunden, der -Landauer bog links ein. Die lange. mit Kies aufgeschüttete Straße führte durch weite, parkähnliche Anlagen; die hohen Bäume verriethen, daß sie aus alter Zeit stammten. Der ganze Weg war mit 'gehackten Tannen reich belegt. Von den beiden Thürmen des Schlosses wehten Fahnen. Da brach die Sonne durch. Noch eine Brücke und die Trotter wieherten vergnügt. Ein weiter, mW Bosketts und Treibhausgewächsen lünstleusch geschmückter Rasenplatz wurde sichtbar. In der Mitte des Platzes plätscherte ein gewaltiger Springbrunnen, das rotirende Mundstück hoch oben verlieh dem schäumenden Wasserstrahl silberhellen Glanz. Niren und Delphine rings um das weite Becken, und aus der Mitte der Fontäne 'spieen die klaren Strahlen in vräcktiacr Schönheit zurück. Funkelnd
Der Grippe specifisches Heilmittel.
Die Grippe tritt wieder epidemisch auf. All Ver,te wissen, daß sich dieselbe in Folge von Er. kältungen entwickelt. Sie greift ftetS die fchwa. chen Punkte des menschlichen System an, darin ?leg eben da gefährliche dieser Krankheit. Azz.AlTusbK,!K's Zamburger ZZrnstthke
ift mit solch großen: Erfolg gegen diese fchmerthaste Leide angewandt worden, daß viele Aer,te dessen Werth schäven und denselben häufig ver schreiben. Er wärmt das Blut, beruhigt die Nerven, lindert ten Steiu stärkt da ganze System und beseitigt dadurch die Krankheit. Vkotl,! Skur in Ortginat'Packeten verkaust, und der echte hat die Unterschrift von Dr. August König aus jedem Umschlage. Er wird niemalb lose verkauft.
tropfte es durcheinander, und wie Dlamantenaeriesel rührte sick's unter dem Wasserspiegel. Ein Leuchten, ein Raulajen, ein. wiegln, das die Smne diendete! Hinter der sprudelnden Fontäne erhob sich ein imposantes Schloß. 3n Slldeaards Antlik zuckte es seitsam, der Leidenszug wollte schwinden; ein Gefühl von Stolz beschlick sie. die sonnige Pracht ließ ihre Augen erglänzen.. Zum ersten Male seit lanae? Zeit! . Auf der hohen Rampe bielt der Landauer. Baron Egon von Bonin eilte die Stufen . der aroken ffreltrevve derunter an den Wagenschlag. Die Fliesen der Treppe waren bis zu den Ramj?en herab mit dunkelrothen Rosen und yeuieuchtenoen Wemblattern bestreut. Irrn Schlon für eine Vrinzessin. lieber Egon, es blüht wie im Sommer hier, übertrifft all' unsere Erwartungen!" scholl die Stimme des Obersten zum Wagen hinaus. Sehr autia! Darf ick Icbnen bemlflicb sein. Mama?" ' (Fortsetzung folgt.) on wllden 2!)teren zerrissen wurden im Jahre 1901 in Indien 3522 Menschen, und an Schlangenbiß starben 22.537 Menschen. Gegen die vcriqen Jahre bedeutet dies eine Zunahme. Nahezu 50,000 Stück Rindvieh wurden zerrissen. Gegen Belohnung der Regierung wurden 1901 14,301 wilde Thiere und 70.093 Schlanacn aetödtet. Werthvolle? Fund. Ein Reisender des Eilzugs Regensburg vermißte unlängst beim Aussteigen in Eggmüh!, Bayern, seine Geldbörse mit etwa 900 Mark Js.halt. Au? telegraphische Meldung wurde in Neufahrn und Ergoldsbach der ganze Zug durchsucht ohne Erfolg. Bei Ankunft des Zuges in Landshut meldete sich ein Sergeant des Leib-Regiments als Finder der Geldbörse und lieferte sie mit vollem Inhalt ab. Der Finder erhielt von dem telegraphisch verpändigten Eigenthümer eine Belohnung. Mysteriöser Mord. In einem eleganten Restaurant in St. Petersburg unterhielten sich unlängst zwek junge, elegant gekleidete Herren, die allein an einem Tische speisten, in lebhafte? .Weise, ohne jedoch die Aufmerksamkeit der anderen Gäste weiter auf sich zu ziehen. Plötzlich erhob sich der Eine, ging zum Zahlkellner und bezahlte die Zeche für Beide. Dann ging er ruhig zum Restaurant hinaus und ließ seinen Kameraden allein. Dieser hatte den Kopf tief auf den Tisch niedergebeugt. Die Gäste und die Kellner nahmen wohl Notiz davon, glaubten aber, der junge Mann habe etwas zu viel getrunken und sei eingeschlummert. Nachdem er aber längere Zeit völlig unbeweglich blieb, sahen die Kellner nach und fanden, daß er todt war. Am Halse unterhalb des Hemdkragens war die Halsschlagader durchschnitten. Niemand im Saale hatte gesehen, wie das Verbrechen geschehen war. Aus den Papieren, die bei der Leiche vorhanden waren, ersah man, daß der Todte der in den feinsten Kreisen gut bekannte Herrenschneider Subotin war. Vom Mörder fehlt jede Spur. Raubanfall im Eisenbahnabtheil. Ein osterreichischer Justizbeamter aus Triest, der letzthin einen Ausflug nach Versailles unternahm, wurde in dem Abtheii erster Klasse der Wesibahn kurz vor dem Einlaufen des Zuges in den Versailler Bahnhof von drei Mitreisenden überfallen und ausgeraubt. Die. Vanditen knebelten dann den Ueberfallenen, während einer von ihnen sich mit der entwendeten Brieftasche, die 300 Francs ' enthielt, aus dem Staube machte. Als der Zug sich wieder in Bewegung setzte, stiegen die beiden in dem Waggon Gebliebenen den Ausgeraubten auf den Bahnsteig. Obgleich sofort die nothigen Maßregeln zur Verfolgung der Diebe getroffen wurden, entkamen die Halunken. Explosion einer siin d e r-D a m pfmaschine. In Meidling bei Wien spielten letzthin zwei kleine Knaben, welche die Mutter für kurze Zeit unbeaufsichtigt gelassen hatte, mit einer Kmder-Dampf-Maschine mit Spiritusheizung. Als der vorhandene Spiritus zur Neige ging und das Räderwerk sich immer langsamer drehte, holte der ältere Knabe schnell eine Spiritusflasche herbei, um nachzugießen. Es gab eine kräftige Explosion, die Trümmer des niedlichen Spielzeugs wurden im ganzen Zimmer umhergefchleudert, und die unvorsichtigen Buben erlitten schlimme Brandwunden.
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Feuer - Signale. 4 Pennshl und Markt 6 Engliff' Opern-HauS East und New Fork 7 Noble und Michigan 5 N. Jersey u. Maff Sld 9 Pine nd North 10 Mavket und Pine 11 Vermont nahe Last 12 Ng. S Spritzenhaus Maff. v nahe Noble 13 Teulware und Walnut 14 N. Jersey Eentral A. 15 Mass. und Cornell Av 1 Ash und II. Ctraße 17 Park Lv und 12 Etr S Columbia unkHiUfld 19 Highland Ave u.Pratt tl Jllinoi und Ct. Joe 23 Pennsylv. und Pratt 24 SZcridian und 11. Etr 25 No.k Spritzenhaus 15. nah Illinois 25 Senate Ave .CtElair 27 Jllinoi und Michigan 2S Pesylvania und 14. 29 Senate Ave. und 13. 31 TiO. X Spritzenhaus Jnd Llve nahichigan S2 Meridian und Walnut 34 California Smumt 35 Blake und New Aork 3S Jnd. Zlv. u. t Clsir 37 Eity Hospital 38 Blake und Norty 39 Michigan und AzneS 41 No. Spritzenhaus Washington nahe West 42 EZendorf u Wash. 43 Missouri u New Fort 45 Meridian u Wash 46 JllmoiS und Ohio 47 Eapitol Skv. u Wash 4S mgan'S Porq?auS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Ctr 61 No. 10 Spritzenhaus JUinoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 53 WeN und Couch 54 West und McCarty 56 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Nay 58 No. 4 Spritzenhaus MadifonAv.u MorriS 69 Madison Slv. u Dunlop 1 No 2 Haken LeiterhauS South nahe Delaware 62 Penn, u Merrill 63 Delaware u. McTarttz 4 aft und eay 5 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Zlv. u Bradsha 8 Last und Prospekt 69 Bicking und High 71 9fe. 11 Spritzenhaus BirZlve. naheHuron 72 Eaft und Georgia 73 Eedar und Elm 74 Davidson Georgia 75 Knglish Zlv. u Pine 74 Shelöy und BateS 75 No. 5 Spritzenhaus Prospekt nahe Chelby 73 Fletcher Sg. u Chelby 1 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 3 East u Washington 84 New Dork u. Davidsor 5 Taubstummen Anstalt 8 Ver. Ctaaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 92 Meridian u. Äurgia 93 Meridian und South 94 Pennsylv u. Louisiana 95 Birssini Ave u. Alab. 95 Hauptquartier. 97 Erand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis 23 No. 15 Spritzenhaus 16. Ud Lsh. 124 Alabama und 15. 125 Central Ave und 15. 125 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delawa,' und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und W. 134 College Ave und LS. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Rorth 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 CorneU Ave und 13. 141 FandeS und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hillside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Av und 27. 152 Park Llve und 2. 158 C u. 38 Bahn . Ct. 154 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughwn u Newmaa 157 tlaS und Pike. 155 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Arden und Depot 163 Brizhtwood und 25. 164 füuxed nd Bloyd 1C5 St.Clsu.eystone 167 Arsenal Ave nd 23. 168 Bellefontaine und 28. 169 Park Ave und 10. 212 Capital Ave und 17. 215 Pmnsylv. u. Michiga 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 215 Pennsvlvania und 22, 21? Meridian und 15. 218 Capital Ave und 26. 219 Oroadway und 10. 2Z1 JllinoÄ und D!cLa 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30 235 Illinois und 33. 226 Annetta und 30. 227 No. 9. CprinhMö lldrll und 91attr 235 Udell Ladder WorlS 2Z9Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois SkClttX. 243 Eldrioge nd 23. 312 West uud Walnut 315 West und 12. 14 Howard und 16. 315 Torbet und Paca 316 Capital Ave und 10. 317 Northwestern Zlv 2t 318 Gent und 18. 319 Canal und 10. 324 Cerealine Werks 324 Vermont nd Lynn 525 Bismarck u Grandvie 32 No. 29 Spritzenhaus Haughvllle. 327 Michigan u. Holmes, 328 Michigan u. Concord 341 West und McJnryre ' 412 Missouri u. Marhlmd 413 Missouri und Ohio 415 Capital Lvc u Georgia 416 Missouri u Scntuöy Zl. 417 Senate Zloe iu Waih. 421 P und C Randhauj W. Washington. 42Z Jrren-Hospital. 424 Milcy Ave u.JDuL 425 Wash. und Harris m No. 18 Spritzcnhart 23. Washington 427 Oliv und Birch 423 Oliver und Osgood 429 Nordyke und Fort 431 Hadley Ave u. Morris 4Z2 NiverLve u. Morris4S4 Riv Ave und Nay 435 Harding u. Big 4 R R 436 Harding und Oliva 427 No. 19 SpritzenhvZ Morris und Harding, 438 Howard und MQaaD 499 E inkvards 451 Reisn und Milk? 452 Howard und Lee 453 Morris und JlafV 456 Lambert nd Beitritt 457 Nordvk Ave, u. icat o Works 613 West d Ray 513 entuky Avu.MerkA 514 Meridian und Morris 516 JllinoiS und 'ansas 517 Morris und Dakota 513 Morris und Church 519 Capital A. u McCarty 521 Meridian und Palmer 523 Pine und Lord 524 Madison Ave u Lincoln 26 Meridian und Belt RR 527 CarloS und Ray 528 Meridian und Arizona 629 Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McCarty 522 No. 17 Spritzenhaus Morris nah West 611 McKernanund Dough. 613 East u. Lincoln 614 Cast und Bcechcr 15 Wright und Sander 17 McCarty und Beaty 613 New Jersey u ir Ave 712 Cpruce und Prospekt 713 Engllsh Ave. . Laure 714 State Ave .Velt R A 715 Chelby und Beecher 716 State Ave und Orange 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Cut Avt 721 LexingtonA. Laurek 713 gleicher Ave . Spru 724 Ctate Ave u. Pleasant 725 Prospekt und leasaiU 725 Orange und Harl 728 L0etty nd Merk 729 nd South 81 Ro. 15 SpritzrnhauS Ost Washington S& 813 Markt und Noble 814 Ohio . Highland Ave . 815 Michigan u. HighUmt 816 Market u Arsenal Ave 17 Ost S'. Clair und Union Bah Skleis. 821 Pan Handle CheS 523 Vermont und Walcvtt 824 Wash. und State Ave . 825 Madden's kounge Jak 826 Ducke? und Dorsey 827 ZLash. nd Bvill Ave 829 No.12 Spritzenhaus Leville nah MichigsH 831 Eoutheafter Bm Woodside. 832 Wash. und Dearbvr 834 Sotheaster und Arsenal Aves. 835 Rett Fork ras Temple 12 Illinois nd Vary! 913 J2iacii und stobt 914 Pe. nd Caskjb isDela .Zn nd Spezial.Sizuale. Erst SchlZge, zweiter Alarm, Aweit Schlüge, dritter Alarm, Dritten 2 SchlZg, vierter Alarm. l--l, Feuer aus und Schlauch ufgerollt. , Schläge, Wasserdruck ). 12 Schläge, u Uhr Mittags. Die Zo bezeichneten Signale werden nur vom Thunw Wächter angegeben da an den betreffende Strst? knuzunge txu AlarmLlfte angebracht sind.
