Indiana Tribüne, Volume 26, Number 71, Indianapolis, Marion County, 13 November 1902 — Page 7
Jndiana Tribune,. IS November 1902.
CttO00G40400404040$0 Ueber dcn wan. z 4
o g Noman von Oskar Nscdom. C$OQGQQ00OOQ0OQ (Fortsetzung.) - Nun erschien auch Frau von Loewen aus der blauen Grotte, noch thränenden Auges mit hochgeröthetem Kopf. Sie konnte dem verlegen dreinschauenden Freiherrn nicht genug Worte aufrichtiger Dankbarkeit undAnerkennung zollen. Bcnin haite noch nie in seinem Leben sich so zufrieden mit sich selbst gefühlt, wie an diesem Tage. Das aufregende Ereigniß und das schöne Weib, das er in seinen Armen gehalten, hatten ihm das Herz erwärmt. Nur Hildegard grollte dem Schicksal. Schnee und Eis sind längst geschmolgen. Die Hochsaison der militärischen Uebungen ist herangekommen. EifriGetümmel herrscht auch auf dem j.städter Exerzierplatz. Vurkhard hat wenig Nuhe, er führt die Kompagnie für seinen erkrankten Chef und ist rastloö thätig. X Die erste große Junihitze hat ein nächtliches Gewitter verscheucht. Der kühle Windhauch thut unendlich wohl nach so lange? Zeit, und alles athmet auf an diesem schönen Morgen, an dem der lästige Staub sein schmutziges, bedrückendes Treiben eingestellt hat. Burlhard hat nachbeendeter Felddicnst- , Übung die Kompagnie nach Hause gcschickt und reitet dem nahen Walde zu. Das war seine Erholung, dort allein sein, wo die hohen Eichen kosend über dunkeln Tannen flüstern, wo die lachende Sonne durch die Aeste zittert und der blaue Himmel über den Wipfeln fluthet. Ein paar Galoppsprünge noch, dann war er weltverlassen. - Hier dringt das fiebernde Gewühl militärischer Thätigkeit nicht hinein, kein Kommanooton schreckt seine Phantasie und kein Menschengewoge stört seine Gedanken. Und er liebt diese Einsamkeit. Im Walde zittert noch die Schwüle der letzten Tage nach. Vurkhard hat die Fuchsstute ausparirt und reite! traumverloren. Der warme Wind, der wohlthuend in den Blättern spielt, kommt von West, ein Hauch aus dem. lieben Heim, in dern sie wohnt, das Heim, das er lange schon verlassen und das doch alle seine Sinne noch gebannt hält. Wie oft schon blutete ihm das Herz, wenn er da hinüber dachte! Aber er war voller Hoffnung und wie Balsam wirkten .die treulichen Berichte, die Zeschau unernrüdlich sandte. Burkhard wußte fast jeden Tag, wo die Geliebte geweilt, er kannte den Unglücksfall von Belvedere, er wußte, daß Hildegard verändert war, melancholisch, elend. Nur eins wußte er nicht: daß Hildegard im Dunkeln irrte, daß ihr Herz darbte und daß sie nicht ahnte, was zwischen ihrem Bäte? und dem Oberamtmann vorgefallen war. Er fand Hildegards Veränderung natürlich, er glaubte an bittere Stunden im elterlichen Hause und an harte Kämpfe, die sie dem Vater gegenüber v bestehen hatte und täglich vonNeuem führte. Aber gerade deshalb versprach er sich viel von dieser Trennung. Er und sie, sie blieben die Alten, deß war er gewiß, trotz allen Schmerzes, der damals ihr schon auf der Seele lastete, als er sie allein ließ. Schließlich, hofft-: er, würde Hildegard die Einwllllauna vom Äater docy emn gen, und dann war er da, zu jeder Stunde! Ziellos ritt er weiter. Schritt für Schritt, kein Laut unterbrach die feierliche Stille des Waldes, nichts rührte sich als das linde Rauschen der Blätter und der leise Flug huschender Vögel. Die selige Hoffnung, die in seinei Seele wachte, störte kein böser Traum.- Daß Hildegard die erbetene Versetzung nach N.stadt falsch deuten, daß sie an ihm zweifeln könne, der Gedanke kam ihm nie. So wenig feine weiche, reine 'Natur den "Argwohn kannte, so wenig trautc er diesen der Geliebten zu. 'Vor der Thür seiner Wohnung nahm ein Bursche ihm das Pferd ab. Burkhard streichelte den schönen H2ls, den' die Stute jetzt wohlgefällig reckte, dann schritt er die Stufen hinauf.' - " In seinem Wohnzimmer auf dem Tisch lag ein Brief. Es war Iti Vaters Hand. Vurkhard entledigte sich ' der Waffe und des Rocks und fuhr langsam in die blaue Hausjacke. Dann öffnete er den Brief. Mn lieber Sohn! Wie Zeschau in Dich, so dringt immer wieder die gute Elsc in mich, ihr zu sagen, was zwischen Fräulein von Loewen und Dir vorgefallen tx. Auch sie ist der Ansicht, es würde sowohl innerhalb als auch außerhalb Deines Regiments in Trontheim so viel gemunkelt, daß es rathsamer sei, mit der Wahsrheit hervorzutreten. ,D auch Du zu diesem Ergebniß gekommen bist und mich um meinen Rath bittest, will ich Dir folgendes zu bedenken geben. Weichst Du von unserem vereinbarten Programm ab. und erzählst auch nur Zeschau den - Bescheid, den Dein Oberst mir gegeben, so haben wir Beide, das , Geheimniß nicht mehr in der Hand. Wie Du aber selbst sagst, nimmt der Oberst, ungern ein Wort zurück, das er einmal ausgesprochen hat. Wie viel 'mehr würdest Du ihm eine spätere Zusage erschweren, wenn Deine Kameraden von seiner abschlägigen Antwort Kenntniß hät ten. und dann, wie peinlich wäre das
auch für Fräulein von Loewen imV für
Dich, wenn der Oberst seiner Tochter zuliebe dcn Adelsstolz doch noch überwinden sollte und wenn dann eine Verlobung doch zu Stande käme, woran ich nach Deiner Beförderung zum Hauptmann, unter den Umständen, die ich Dir am Weihnachtsabend mitgetheilt habe, nicht zweifele. Ich rathe also: schweige, so lange der Oberst schweigt oder so lange Du nicht etwas besonderes Nachteiliges hörst, und laß die mitleidsvollen fragenden Blicke Deiner Kameraden ruhig über Dich ergehen. Zeschau war zu Pferde neulich Abends hier, er hatte einen Abstecher von einem Uebungsritt aus gemacht. Ich glaube. der .Abstecher' war groß. Unsere brave Else slcg vor Erregung. Doch hat sie mir kein Wort bisher gesagt. Ihr Kinder seid geizig mit Eurem Vertrauen! Aber ich glaube. Du hast recht. Ich werde ihrem Glück nicht im Wege stehen, ob ich mich auch vor einem einsamen Lebensabend fürchte. Das aber tritt in den Hintergrund. Du weißt, all meine Wünsche gelten nur meinen Kindern! Halte den Kopf hoch! Es grüßt Dich herzlich Dein Vater." Burkhard war nicht besonders mittheilsam, aber er war im Grunde seines Herzens offen. Einen außergewöhnlich offenherzigen Verkehr aber unterhielt er jahrelang schon mit Zeschau. Sie varen es Beide gewöhnt, alles miteinander zu theilen, was im Leben sie bewegte; rückhaltlos wie ihr
gegenseitiges Geständniß, war auch ihr Urtheil. Auf Burkhard hatte es stets besänftigend und wohlthuend gewirkt, wenn sein heißes, Blut durch die verständige Art 'des Freundes in ruhige Bahnen geleitet wurde. Daher lastete auf ihm das Geheimniß, das er nun vor Zeschau hüten mußte. Burkhard steckte den gefalteten Brief sorglich wieder in das Kouvert und verwahrte es in seinem Schreibtisch. Eine Falte des Unwillens kräuselte seine Stirn, als er halblaut vor sich hinsprach: Gut, ich werde schweigen!" Aber ein Jahr oder gar langes noch dies einsame Leben hier ertragen, der Gedanke war ihm entsetzlich. Er nahm die Berliner Zeitung zur Hand. Alles China!" mürmelte er. &a, das wäre ein Feld für mich! Wäre ich Marine-Jnfanterist!- Er streckte sich müde auf die Chaiselongue. Das Jntere für die Vorgänge rn China steigerte sich von Tag zu Tag. DieBerichte der europäischen Gesandten lauteten lange schon bedenklich und die Presse erörterte laut die Nothwendigkcit europäischer Einmischung. Die deutsche Marine-Znfanterie war mobil gemacht, nachdem der riegszustand ohne jede Kriegserklärung, wie em Stein, der in's Rollen kommt, begonnen hatte. Äle (Vrotzmachte rüsten. Und da kommt die grausame Nachricht von der Ermordung des deutschen Gesandten rn Peking, und noch anderen Männern drht seinSchicksal. Das Völkerrecht ist brutal verletzt! Wer wird die Sühne fordernd Den Weg m's Kasino legte Burk bard beute in einiger Erregung zurück. Die Gesellschaft, die Burkhard dort begrüßte, und die eben im Begriff war. um den eichenen Tisch im Eßzimmer Platz zu nehmen, bestand aus zwölf Oberleutnants und Leutnants. Die Herren Häuptlinge aßen nach wie vor im Löwen," um die Leutnants in der Unterhaltung nicht zu beschränken. Nur Samstags erschienen regelmäßig die Chefs. Die Neuigkeiten, welche die kleine Garnison bot. waren schon im Dienst oder im Lesezimmer ausgetauscht. Der Bezirksadiutant, Leutnant von Drigalski, war ein dicker Herr mit kugelrundem Gesicht, von dem das Lachen nie verschwand. Die Chinesen in Berlin haben sich die Zöpfe abschneiden lassen und laufen mit blonden Perücken herum," begann er über den ganzen Tisch. Wir lesen alle dieselbe Zeitung, lieber Drigalski!" erwiderte Leutnant von Zitzewitz, der am 1. April, weniger freiwillig als Burkhard, hierher gewandert war. - . . ' Drigalski störte der Einwand nicht, er lachte mit den Anderen und fuhr redselig wie immer fort: Die Kerle haben rnordsmäßize Angst bekommen. In Berlin wird ihnen Niemand etwas thun, aber weyn der Seymour bei Tientsin ihnen nur ordentlich an den Zöpfen zupfen wollte!" Damit .war das. Gespräch bei der Suppe schon, wie immer in den letzten Tagen, in Ostasien gelandet und es hätte auch bald zu einer Redeschlacht geführt, wäre es nicht plötzlich unterbrachen worden. Leutnant Weniger. der Bataillonsadiutant. erschien.' wie oft. verspätet von der Parole.' An fangs achtete Niemand darauf, daß -er den abel noch umgeschnallt, Mutze und Handschuhe noch in der Hand trug. Man odete den Tintenspion an. Na, Minus, so lange regiert? und kostet ' wieder zwanzig Pfennige für Sie, machen Sie doch den Major dafür haftbar, wenn er fo ellenlange Befehle hat, daß Sie immer verspaten müssen, klang es von verschiedenen' Seiten. Aber Weniger ging heute wortlos durch den Saal, bis er sich vor Burkhard, der als Tischaltester prastdnte. etwas hastig verbeugte. ' Der Oberarzt Doren hatte den Ein tretenden verselgt. Donnerwetter, Mmus, wie sehen Sie aus, was fehlt Ihnen?" Nun bltf ,..dch die Anderen auf In der lt, ' der ' Angeredete sah schlecht ' aus, und große Erregung sprach aus seinen Zügen. Er war neben Burkbard sieben geblieben und
indem er ein Telegramm,' das er zusammengelegt bisher in der Mütze getragen, auseinanderfaltete, murmelte er, wieder an Burkhard gewendet, einige Worte, die wohl heißen sollten: Gestatten Sie,' daß ich das Telegramm vorlese?" Nachdem Burlhard sich leicht verneigt, las Weniger unter lautlose? Stille mit bescheidener Stimme: Freiwillige Meldungen von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften zum c?xpeditionslorps nacu Cizina zu morgen früh vorlegen. Aerztliche Atteste über Tropendienstfähigkeit erforderlich. Regiment." Einen Augenblick hielt die allgemeine Spannung noch an; dann aoer zündeten die Worte wie Feuer, manches Auge blitzte und große Bewegung ging durch den Saal. ' Da mach' ich mit!" rief Zitzewitz laut, und nun war das Schweigen ge-brochen.
Ich auch, ich auch," ertönte es hier und da und in hellen Flammen loderte die Begeisterung auf. Wie ein Mann erhob die kleine Schaar sich von den Sitzen, gewaltiger Jubel erfaßte die Gemüther und in lautem Durcheinander überbot Einer den Anderen. Wie brannten die Herzen vor Kampfesfreude und wie strahlte froher Siegcsmuth'auf den erregten Gesichtern! Da dachte Niemand an Gefahr und Leben, es galt des Vaterlands Ehre! Als hie Besinnung so weit wieder zurückgekehrt war, daß das Essen seinen Fortgang nehmen konnte, reichte Weniger einer Ordonnanz Mütze und 'abel und ließ sich auf seinen Platz nieder. Ordonnanz, eine Flasche Kupferberg!" rief am unteren Ende der Tafel ein Leutnant. Zwei Gläser!" Drei Gläser!" ertönten die Stimmen der Kameraden. Da erhob sich' der Bezirksadjutant leicht: Burkhard, machen wir ' das heute zur Feier des Tages nicht gemeinsam?" Wenn die Herren einverstanden sind." Allgemeine, laute Zustimmung ließ keinen Augenblick auf sich warten. Während der Kasino-Unteroffizier auf em Zeichen Burkhards verschwand, wurde die nächste Zukunft lebhaft erörtert. Nur Vurkhard blieb wortlos; aber seine Gedanken kreisten in wildem Fluge. Da war ja die Erfüllung seiner heißesten Wünsche. Ja, das war ein Feld für ihn! Da hinaus! lieber den Ozean! Eine gewaltige-Erregung bemächtigte sich seiner, kaum konnte er sie bewältigen. Jetzt schäumten alle Gläser. Burkhard erhob sich und klopfte an sein Glas. Meine Herren. Seine Majestät der Kaiser Hurrah! Hurrah! Hurrah!". Nie hatte durchdringender, begeisterter, feierlicher dies Hurrah erklungen, als beute: das empfanden sie alle. )as rechte Wort am reazten Platz! Prost, Burkhard!" Prost. Wallbaum!" Oberleutnant -v. Wallbaum verfehlte nie, die hohe Anerkennung zum Ausdruck .zu bringen, die alle Kameraden ihrem stets sicher und in allen Lagen mit vielem Geschick aitl tretenden ältesten' Oberleutnant zollten. Wallbaum persönlich zog eine herzliche Zuneigung zu dem schwermüthigen Kameraden. Weshalb so schweigsam wieder, Burkhard?" begann Wallbaum erneut in herzlichem Tone, indem, er näher rückte. " ; Das will in Ruhe erwogen sein, mein Lieber!" entgegnete Burkhard schnell, aber in sein Antlitz schoß helle Rothe. Sind Sie noch unentschlossen?" Jetzt nicht mehr, ich gehe mit." Ich auch!" Dabei reichte er Burkhard seine Rechte. Vorausgesetzt, daß man uns haben will," fügte er lachend hinzu. Dieser Gedanke, daß viele berufen, aber nicht alle auserwählt seien. dämpfte auch am weiteren Ende der Tafel' jetzt die' gewaltige Stimmung, die. der Sekt heute schneller entfacht hatte, als sonst. - Herrschaften, Ihr müßt Euch doch nicht einbilden," nahm der immer gemäßigte Jngenieuroffizier das Wort, daß wir nun alle, die wir wollen, naü China mit können, dann bliebe schließlich ' nur ein Wachtkommando in Deutschland zurück." Zitzewitz, der schon eine kolossal rothe Haube zeigte, weil tivn ihn allgemein als nicht ' tropendienstfähia bezeichnet hatte, bezog auch diese Rede auf sich. Sie oller Fortifikaticnsonkel 'ton nen ja hier bleiben, ich mach' mit !' Damit schlug er mit der Faust auf den Tisch. . Der Angeredete, der leicht eine Verunglimpfung seiner Waffe krumm nahm, wandte sich ab. Zitzewitz, Sie werden wieder ausfallend, trinken. Sie nicht so schnell!" mahnte der Oberarzt Doren.. Ach was, mir nimmt keiner was übel, Prost, Fortifikationsonkel!" Der Jngenieuroffizier zuckte lächelnd die Achseln hob' sein Glas und trank dann mit einem Gemurmel, das .wie unglaublich" klang, dem Anderen zu. - Dieser wandte sich jetzt, fast traurig geworden, -dem Oberarzt zu. Doktor, sagen Sie 'mal im Ernst, ich bin doch tropendienstfähig?" " ' Das wird die Sektion der Leiche ergeben!" scherzte dieser, dann fügte er, um den Anderen nicht zu reizender-
sier hinzu:"'Wenn Sie weiter so trtnken, werden Sie wohl nachher zu schnellen Puls haben." . Doren wurde ' vielfach bestürmt. Jeder wollte seine Tropendienstfähigkeit bestätigt haben, und der Doktor liebte es gar nicht, sich außerdienstlich konsultiren zu lassen. Jetzt trat auch der Bezirksadjutant zu ihm heran. Na, Doktor, mich werden Sie wohl schon beglaubigen müssen," dabei legte der dicke Herr sich scharf vorne herein. Sie? Sie sind zu fchwach auf der Brust!" Der Doktor hatte wohl die Lacher auf feiner Seite, aber er wollte nun Schluß machen mit den Konsultationen. ' Der alltägliche Dienst hatte die Reihen beinahe zur Hälfte gelichtet. Unter den Zuruagedlievenen . hatte ruhige Besonnenheit wieder Platz gegriffen. Nur Zitzewitz hatte sich in allzu heiße Begeisterung getrunken;
stolz auf die Worte, die ihm eingefallen, wiederholte er sie in gewaltiger Rührung wohl zum zwanzigsten Male: Der Konig rief und alle, alle kamen! An demselben Nachmittage war Burkhard für , tropendienstfähig erklart. Nun saß er an semem Schreibtisch. Jedes Wort erwägend, aber nicht ohne Hast schrieb er auf großem Format ein Gesuch., .Als er beendet, athmete er erleichtert auf und mit fester Hand adressirte er: An den Chef des Stabes Persönliches. Einschreiben. Er hatte sich der Worte erinnert, die dieser wohlwollende Mann ihm im vergangenen Herbst, nach beendeter Generalstabsreise gesagt: Ich habe Sie schätzen gelernt, wenn ich Ihnen emmal einen Wunsch erfüllen darf, wird es mir Freude machen." Dann noch die freiwillige Meldung nach China an's Bataillon und der dienstliche Theil war erledigt. Burkhard wies den Burschen emgehend an, als er ihm die beiden Briefe m die Hand gab. ' Seine Kommandirung hielt er für gewiß. Aber nun kam das Schwerste: Der Brief an den Vater. Er stützte den Kopf in beide Hände. In schnellem Rausch hatte er sich zu diesem folgenschweren Entschluß getrieben, und zum ersten Male kehrte nun die Ruhe ein. Vor seine Seele traten ernste Gedanken rn feierlicher Gestalt. ' Sie scheuchten den frohen Muth, wie Wolkenschicht die Sonne verdunkelt. Inhaltreich, voll hingebender Arbeit, voll Aufopferung, voll Anstrengung und Entbehrung, lag die Zukunft vor ihm. Und was trieb ib in diese Zukunft? War's die flam. mende Begeisterung, das Vaterland zu rächen allein? War's nicht auch wieder dieser heiße, 'tobende Kampf in seinem Innern, der ihn in diesen Krieg führte? Und würde der Krieg die Gegensätze löscn? Wehmüthige Träumereien hatten das Bild der Geliebten vor seine Sinne gezaubert, das Bild, das alle seine Gedanken leitete, das ibm die Weoe wies vas Bild, vor dem des Vaters Bild erblaßte. Er hat den Brautkuß nicht getauscht und will von dannen gehen so weit, in ungewisse Zukunft, vielleicht auch ohne Lebewohl, ohne ein einzig Wort der Liebe? Er rang die Hände. Und wenn er dem Tod "in's Auge fähe, könnte er ruhig sterben? Der letzte Schrei der Sehnsucht ruft die Geliebte nicht, ihr Mund, ihr Hauch küßt nicht sein Todtenantlitz und ihre Hand'schmückt nicht sein Grab. Hildegard!" leise, fast unbewußt rang es sich von feinen Lippen. Er athmete tief. Dann schwand die Angst. Er erhob sich hastig und fuhr mit der Hand über die Stirn, als wolle er die unmännlichen Gedanken verscheuchen. Er schämte j1 ihrer. War's der Sekt? Wie war dl. Weichheit über ihn gekommen? Als er den Brief an den Vater begann, waren seine Gedanken ruhiger geworden. Schwer, und dumpf lagert eine betäubende Sonnengluth über derReichsHauptstadt. In den Tropen kann die Hitze nicht unerträglicher sein! Die Auserkorenen nach China strömten zusammen aus allen Theilen des Reiches. Da beginnt ein emsiges Treiben, eine fieberhafte Thätigkeit. In den Mcldebureaus geht es ein und aus wie in einem Bienenhaus, aber es dauert nicht lange, dann ist Jeder an seinem Platze. Nun stimmt kein Terminkalender, keine von all' den Listen, die da fertig liegen unter d?n Akten so vieler Bureaus! Ganz anders ist die Mobilmachung, als man sie je gedacht. Nicht über die östliche, nicht über die westliche Grenze geht's in Feindesland; über das große Wasser führt der weite Weg. Ein Zorn, ein Rachegedanke hat die Kulturvölker vereinigt gegen die Barbaren. . Schuft an Schulter stellen sich Franzosen, Deutsche. Russen. Dank der fleißigen Vorbereitungen rollt auch diese unerwartete und nicht jahrelang vorgesehene Mobilmachung militärisch sich ab, wie ein sorglich aufgewickeltes Seil. Vor dem zweiten Zuge der eben rangirten Kompagnie des ersten ostasiatischen Jnfanterie-Reginzents ist Oberleutnant Burkhard tbätig. Noch stehen Unteroffiziere- un , Mannschaften bunt durcheinander in den Uniformen ihrer alten Regimenter. Burkhard theilt den Zug ein, belehrt die Unteroffiziere über die Thätigkeit des heutigen Tages, fragt sie nach Namen und Herkunst und weist ihnen ihre Leute zu.' 'Tann aebt's an die Arbeit. '
n Werde gesund und bleibe gesund l i indem du ' (x 6 Leberkrankheiten, Villiöfltät, ' ' HTTt H 6 Unreines Wlut, A N durch die Anwendung von '' f, h Tr. August König's 'MMz. 9 S 9 r, s MlHHM Z l Hropfen MMS loS wirst, sie reguliren und reinigen. 7 Qe&raHchc ZLaUbl Ocl fleg echrneri
Burkhard ist einen Auaenblick mn seinen Gedanken allein. Nun ist s?in Wunsch erfüllt, ein Auserwählter, Beneioeter steht er hier von so vielen, deren sehnsüchtiges Ziel dieser Krieg gewesen und, die doch im Frieden zurückgeblieben waren. Wie waren 3eit und Stunden aefloben, seit er vor drei Tagen seine Ordre in N.stadt erkalten batte! Er sieht den lorbeerumrankten Platz an der Tafel m N.stadt. Ein Fest, wie er es herzlicher noch nicht erlebt, hatte man ihm bereitet. Feierliche lautlose Stille hatte geherrscht, bis der reichlich geschenkte Wein die Zungen gelöst. Der Major war kein . gewaltiger Redner sonst, aber da flössen seine Worte klar, und der Abschiedsgruk. das Glückauf für den weiten Kriegspfad hatte Ton und Klang, der von Herzen kam. der in üerzen aina. (Fortsetzung folgt.) Intcrrsszntkr Bshnbau. : ' Kreuzung des LalzseeS in Utah durch einen ElscubahNtZchiencnwcg. Ein interessanter Vahnbau wird dermalen in Utah insofern ausgeführt, als die Southern Pacific-Eisenbahn-gesellschaft quer durch den Salzsee v ; 7? 1 r .r 5 V 1. ÄC JOCKWfymrrrtt rmw ? rrmizcK) tmjnl rvT-WiHmim Vahilbau im Salzsee. einen Schienenweg errichtet. Letzterer beginnt in der 14.3 Meilen östlich vom Seeufer gelegenen Stadt Ogden. Bis vor Kurzem waren etwa 20 Meilen permanentes Eisenbahngeleise gelegt, so daß dasselbe bereits .auf eine Strecke von 5.5 Meilen in den See hineinragte. Die Gesellschaft erstellt in dem See, so weit derselbe seicht ist, ein?n soliden Damm, und nur da, wo die Auffüllung unmöglich wird, gelangt das Pfahl'system zu seinem Rechte.. An dec einen Stelle, wo das niedergeschla gene Salz'cine tiefe Schicht bildet, versenkte man schwere Balkenlage?, die mit Steinen und kreuzweist übcreinander gelegten Säcken mit Sand zu je 100 Pfund beschwert wurden. Der neue - Schienenweg wird einen Thei! der Hauptlinie der Southern Pacific-Eisenbahnzüge bilden, die zwischen Ogden und San Francisco verkehren. t ' - ' JndifcheGummi- u nd Guttapercha-Bäume sind in Deutsch-Neu-Guinea entdeckt worden. Ein Vielbeschäftigter. A. (zu sei nem vorbeieilenden Freunde): "Ja, Mensch. Du mußt ja furchtbar beschäftigt sein!: B.: Im Vertrauen gesagt, es ist nicht so schlimm. Ich hab' nur immer so furchtbar viel zu thun, als ob .ch was zu thun hätte!Bescheidene Bitte. Ich 'bitt'. Herr Klavierlehrer, geben Sie dem Fräulein Laura doch eine so schweren Etüden ' zum Ueben!"' Warum denn?" Ach Gott, ich wohne dirckt. übcr dem Fräulein : da geht die gan?e G'sckicht an mir 'naus!" Bedenklich. Frau (Morgens): Um zwölf Uhr willst Du diese Nacht nach Hause gekommen' sein?! .'. . Das glaube ich nicht!" Mann: Erkundige Dich nur... 'das muß die ganze Nachbarschaft gehört haben!" Reflexion. Welch'. ein prächtiger, ehrlicher Kerl ist doch so 'ein Fliegenjrilz! Er schreit Einem förmlich entgegen: Achtung! Ich bin giftig!Dagegen die Scheinheiligen, die Duckpnäuser, die Heimlich-Giftigen. die wie Biedermänner am Wcgc stehen was für scheußliche Gesellen! ' Vielseitig. ' Richter: Also Jhren Beruf. Zeugin! Was sind Sie?Sie: Im Winter bin i' dahcim" Er: Gut. Und im Sommer?" " Sie? 'Muß i' dces-sagen?" Er: Natürlich und zwar, ganz genau!" Sie: Bei Tag bin i' d'runten bei'm Bergwirth s ;Echo" und' Nachts d'roben beim Burgwirth die weiße Dame"!-- ' - .
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Maryland ' 415 Missouri und Ohio 415 Capital Aveu Georgia 41 MiffouN Kentucky A. 417 Senate Ave u. Wa'h. 421 P und E Rondhaus W. Washington. 123 Irren-Hospital, 424 Miley Ave .JDüO 425 Wash. und Harr . 42 7x. 13 Cpritzenheri 72. Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und Osgood 429 Nordyke und Fort 421 Hadlky Ave . MorrU 4Z2 Siiver Ave u. MorriS Niver Ave und 3iay Z5 Harding u. Big 4 R A 426 Harding und Olwa 427 No. 19 SpritzenhO ' Morris und Hardma 4tM(t m&maaaß 43 StockvardS 451 Neisn und TtZkx 452 Howard in L 453 Worris und KaptS 45 Lambert nd BeknZ 457 Nordyk Ave u. zar. non WorlZ 612 West &d Nay 613 Kenjucky Ave u. MerrtU 514 Meridian und MorriS kl JllinoiS nd Kansat 17 Morrij und Datota 618 MorriS und Church 519 Capital A. u McCarty 521 Meridian und Palm 623 Pine und Lord 524 Madison Ave Lincoln 2 Meridian und Belt ZU 527 Carlos und Ray 525 Meridian und Arizona 529 Meridian u. Raymond 521 Meridian u. McCarty 522 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe West . 612 Mekernanund Dough. 613 Last u. Lincoln ic 14 Cast und Brecher 615 Wright und Sander 617 McCarty nd Beaty 18 New Jersey u Dir L 712 Cpruce und Prospc 715 Cnglish Are. u. Laurel 714 State Ave u. Belt R 715 Shelby und Beecher 71 Etate Tve und Orange 71 Orange und Laurel -719 Shelb? tt. C,Ustft T 721 Lexington A. Laurcl 73 Fletcher Ave u. Opru 724 State Aveu. Pleasant 72 Prospt und Rasant 72 Orange und Harla 723 Liberty und Mcck 729 No2le und uth 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Stt, 813 Market und NcbK 814 Ohio . Highland Ad L15 Michigan u. Highland 81 artet u Arsenal Av . 817 Oft S. Clair nd Union Bahn SeleiZe. 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Alab. 95 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohi, .23 No. 15 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 15. 125 Central 2' und 15. 126 ZyandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 12S Central Ave und 17. 12 Delawa nd 19. 1Z1 Alabama und 11. 122 Bellefontaine und ZV. 134 College Ave und 2. 135 Delaware und 13. 125 Alabama und North 137 Newmann und 19. 158 College Ave und 14. 129 Cornell Ave und 13. 141 Fände und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 Ne Jersey und 22. 14 Llvord nd 17. 147 No. Spritzenhaus ' Hiltside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park TJc und22. 15?. E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave nd 19. 156 Ctoughton u Newnum 157 AtlaS und Pike. 158 Blovd und Patrpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. , 164 Stural nd Bloyd 165 St. Clair u. eystone 157 Arsenal Lve und 23. 163 Bellefontaine und 28. Spezial.Szuale. Crsten I Schlag, zweiter Alarm, Aweiten Schlage, dritter Alarm. Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch - ausgero. 5 Schlag, Wasserdruck ab. 12 Schläge, 2 Uhr Mittag. ' , Die bezeichneten Signale werden nur vom Thun Wachter ang?zb, da' hat wefftnfc Strab kzung kke AlarmUftcn angebracht find. .,.-' ..
