Indiana Tribüne, Volume 26, Number 67, Indianapolis, Marion County, 8 November 1902 — Page 7

Jndiana Tridune, S. November Hing.

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t w S 8 O S g Neman von Oskar llfcfcgrn. g C0040Q400040400404040 (Fortsetzung.) " Wolkenlos wölbte sich ein retner blauer Himmel über Wiesen und Felder. Ein köstlicher Wintermorgen; man athmete ordentlich den wohligen Hauch-der seligen Weihnachtszeit! Das schöne Jagd weiter hatte Zeschau. der ein eifriger Nimrod war. zu Hause nicht geduldet und trotz Burkhards Widerrede, dem es widerstrebte, auch am Heilig-Abend den Krummen nachzuspüren, waren die Freunde bei Morgengrauen schon auf die Jagd gegangen. Jetzt schritten sie langsam über einen schlüpfrigen Sturz dahin, die Flinten mit gesenkter Mündung unter dem Arm. Zeschaus Blick glitt immer noch spähend durch die Furchen, er ließ sich die Mühe nicht verdrießen, war auch die Beute trotz langen Suchens nur gering gewesen. Burkhard war es längst müde, sein Jagdglück auf den wenigen, gepachteten Feldern zu erproben, welche der Vater widerwillig nur der Suche preisgegeben hatte. Nicht Jägerfieude, nicht Jugendlust, nicht Weihnachtsglanz, nicht Menschenglück strahlte uns seinem Antlitz. Traumverloren schreitet er vorwärts, den Blick fa'3 Leere gerichtet. Nur ein seltsames Elwas wie Bitterkeit und weher Schmerz lagert schwer auf seinen Zügen. Der weitgedchnte schwarze Sturz, der in tiefen Furchen nur den weißen Schnee noch duldet, ist überwunden. Den Jägern zu Füßen breitet sich ein langgezogenes Saatfeld aus. Die spärlichen grünen Halme die frosterstarrt über der dunklen Erde oder dem weißen Schnee sonst ruhen, hat kosend die wärmende Sonne heute gelockt, zögernd erheben sie das Haupt in dieser Pracht, die sie hoffnungsfreudig halten möchten. Majestätisch erhebt sich im Hintergründ, wie eine mächtige Felseuwand, der hohe Tannenwald. Davor stehen äsend zwei Riekcn, ängstlich heben sie die Lichter und äugen lange herüber zu den beiden Jägern, dann springen sie ab, in langen Sätzen dem Walde zu. Burkhard sieht ihnen eine Weile schweigend nach, in tiefes Sinnen verfunken, dann entlud er langsam sein Gewehr. Da wär: unsere Jagd zu Ende! Dieses Feld wird getrieben, ebenso der Wald." Sie waren stehen geblieben, der weite Gang hatte sie erhitzt und wohlthuend spielte die kalte Winterluft ihn:n um Wangen und Schläfen. Während 'Burkhard den Hund an die Leine nahm, ihn streichelte und klopfte, hatte Zeschau den Blick emporgehoben.' Die Natur hat ihren Christbäum geschmückt." Damit deutete er vor sich. Der Wald hat imcker seinen Zauber, zu jeder Jahreszeit, zu jeder Stunde," entgegnete Burkhard. Ein Hauch von Schwermuth spielte über seinen Zügen, als er auf den schneebeladenen Wald schaute. Goldig fluthete die Sonne darüber und in -ihrem lachenden Schein glitzerten die weißen Tannen silberhell. Ein leiser Windhauch trug Glockengeläute vom fernen Kirchthurm herüber. .Weicb und melodisch schallt der dumpfe Hall wieder aus tiefem Waldesgrund. Das Gewehr über die Schulter yehängt, gingen die beiden Freunde weiter, eine Weile schweigend. Ein JungHase, der noch fest im Lager gelegen. ging vor ihnen auf; unwillkürlich griff Zeschau nach der Flinte, aber Burkhard wehrte ruhig: Er hat noch Zeit." Der Andere lachte. Richtig." Dann besann er sich. Wann ist doch die Treibjagd?" Mitte Januar." Zeschau hatte den Arm des Freunde ergriffen und zog ihn langsam vorwärts auf d schmalen Nebenschneise der eben betretenen Forst. Sein Auge blitzte unsicher, als er sich etwas hastig - an Burkhard wandte: Dein alt:rHerr konnte den Obersten zur Treibjagd emladen, er :1t ein passabler Jager. Ein höhnisches Lachen. Nein, mein guter Kerl, gib Dir keine Mühe, ich kann nun einmal nicht schustern und ich will s auch nicht! Aber Zeschau gab noch die Hoffnung Nicht aus, dem Anderen die Falten von der Stirn zu treiben. Lachend klopfte er an die Tanne, unter welcher sie sich befanden und sprang zurück. Der Schnee fiel in großen schweren Flocken auf Burkhard herunter, der schüttelte ihn unwillig ab. .Es kann so nickt weiter aeben Was soll geschehen?" Zeschau war stehen geblieben und hielt auch den Freund zurück, er sah ihm eine kurze Weile in's Auae, als kämpfe er noch mit eyum Entschluß. Dann schlug er ihn fest auf die Schul ter: Du sollst den Oberst bitten. Dein Scbwieaervater zu werden!" Burkhard fuhr zusammen, sein Auge flammte. Bist Du toll?" Durchaus nicht, mein bitterer Ernst!" In Burkhards Innern glühte und zitterte es wie loderndes Feuer; über sein Gesicht flog ein Leuchten und sein Blick flatterte unstet zu '$tqcLU herüber. Seltsam, nun sprach er ihn av dielen einen berauschenden Gedanken.

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Burkhards eigenem Innern wachte und den wieder und immer wieder die rauhe Wirklichkeit vergiftete! Neulich hat der Oberst mit meine unberechtigte, anmaßende Empfindlichseit zum Aorwurs gemaazr, mir oen Rath gegeben, mein sanguinisches Temperament zu zügeln und im Interesse meiner militärischen Zukunft mich reservirter zu halten" die dunk len Augenbrauen rückten näher zusammen aber wie der geprügelte Hund Winselnd und wedelnd seinem Herrn wieder zukriecht, so soll ich heute vor den Oberst treten, ihn bitten in diesem elenden Leutnants-Tasein, mir zu einer standesgemäßen -Zukunft zu verhelfen und dann soll ich wie ein Bettler mir die Thür weisen lassen?" Er lachte bitter auf, daß es :m Walde widerhallte. Hochmüthig zuckten seine Lippen und in zornigem Hohn schnellte er den dürren Ast zu seinen Füßen weit vos sich. Zum Henker mit Deinem gekränk ten Ehrgefühl, Hildegard hält treu zu Dir, das sieht ein Blinder, und treue Liebe kämpft immer glücklich; schließlich behaltet' Ihr doch den Sieg!" Nein, nein, Zeschau, es geht nicht, noch nicht! Wenn sie wirklich jetzt in Liebe glüht, wenn sie mir folgen wollte bis an's Ende der Welt, darf ich sie denn an mich reißen in stürmischer Leidenschaft? Darf ich sie festhalten für immer?" Er stand wieder einen Augenblick still. Hast Du darüber auch einmal nachgedacht, mein Lieber? Darf ich sie den Eltern rauben? Ja, wäre, ich reich; Geld beherrscht das Schicksal! Armuth muß dulden! Was kann ich ihr bieten sür diese Wanderung durch's Leben an meiner Seite? Liebe sur Liebe! Ja, das ist alles!" Zeschau wollte ihn unterbrechen. Du, der Erbe dieses großen Gutes! dachte er, aber er sprach den Gedanken nicht aus. Es war so vieles gemunkelt im Regiment, daß Ublicken seit einiger Zei stark verschuldet sein solle. Burkhard betonte, selbst die eigene Armuth auch dem Freunde gegenüber, also schien es rathsamer, diesen Punkt nicht weiter zu erörtern. Als Zeschau immer noch betroffen zu Boden schaute, fuhr Burkhard mit überzeugendem Klang in der Stimme fort: Wenn dann aber der erste Taumel verrauscht, und wenn in trüben stunden doch die Sehnsucht nach dem elterlichen Hause, der Fluch des Vaters die erlöschende Gluth der Liebe zu ersticken droht, was dann?" Als er schwieg, wich die Spannung aus seinen Zügen. Sein Antlitz war bleich gefärbt, neben tiefem Ernst sprach hoffnungslose Qual daraus. Er senkte das Haupt. Auch Zeschau schwieg. Burkhard und Zeschau hatten den Wald verlassen und schritten grübelnd zum Herrenhause. Das Herrenhaus selbst ist ein altes, langgezogenes einsiöckiges Gebäude, schmucklos) ohne Stil, ohne Vornehmheit. Zu der geräumigen Veranda führen flache Rampen heran. Ihr kommt recht fpät," rief Burkhards Schwester von der Veranda herab. Mit herzlichem Kuß begrüßte sie den Bruder. Dann reichte sie nicht ohne Erröthen Zeschau die Hand. Die alte Schöneberg ist tief geknickt," begann sie, während sie den Hund, der sich an sie schmiegte, von der Leine befreite, zwei Hasen nur sind abgegeben und das ist wenig für so viele Fest-tage."-Dann werde ich noch einmal gehen müssen, um die Mamsell zu beruhigen," scherzte Zeschau. Um Himmels willen!" Auch Elfe schien nicht einverstanden mit dem Vorschlag. Die Krummen schoß Zeschau, mir war ein altes Weib über den Weg gelausen. . Das passirt Dir oft," lachte Elfe, aber nun bitte sehr! Hier drinnen gibt es viel zu thun, und Papa wartet schon ungeduldig mit dem Frühstück." Die Herren legten ab. Ungekünstelte Offenheit war der vornehmste Zug in Elses Wesen. Sie war keine Weltdame, nicht schön, aber ihre jugendliche Erscheinung, der leidlich hübsche, blonde Kopf mit den weichen wohlgeformten Zügen berührte sympathisch. Ein Hauch von Herzlichkeit entströmte ihrem ganzen Wesen. Am gedeckten Frllhstückstisch in dem großen vornehm eingerichteten eichönen Eßzimmer stand Burkhards Vater. eine nicht mehr jugendliche, aber frische hohe (sejtalt in enganschließendem Hausrock. Ende der sechziger Jahre mochte der alte Herr sein, auf dem ausdrucksvollen Gesicht, das von arbeitssamem. aber gesundem Leben sprach, lag tiefer Ernst. Die weißen , Haare . schimmerten tmt Silber. Mit einem, ' der Ungeduld entsprungenen vorwurfsvollen Blick begrüßte er die Eintretenden. Ja, ja, die Jagdpassion!" Die hat mir schon oft ihren ganzen Unmuth zugezogen, Herr Oüeramtmann; ich bitte um Vergebung," fiel Zeschau scknell ein. Der Ob.ramttnann lächelte verbind, lich: Aber beim Glase Tokayer habcr wir uns imer wieder vertragen." Das knapv bemessene Zusammensein mit dem Sohne ließ der alte Herr sich ungern schmälern. Auch in die Wirthschat qing er seit einer Reibe von Iahren nicht mehr allein. Seit dem Tode seiner Gattin war Else seine stete treue Begleiterin. Sie mochte manche heitere

sroye stunde in gel elligem reife oadurch einbüßen, aber sie that's von Herzen gern, sie war stolz darauf, dem Vater eine unentbehrliche Stütze, ja, mehr noch, eine Vertraute geworden zu sein. Aller Unmuth war geschwunden. Lebhaft flog die Unterhaltung hin und her. Nur Burkhard betheiligte sich wemg am Gespräch. Wortlos starrte er vor sich; von den gebotenen Speisen nahm er wenia. Nach einer Weile erhob sich Else. Jetzt aber ist's die höchste Zeit, ich muß die Herren bitten, mir zu helfen. Arthur und ich schmücken den Baum immer allein, Herr von Zeschau. Sie wissen's vom vorigen Jahre, und haben selbst geholfen. Also seien Sie wieder so galant. Der Baum ist hoch und Sie sehen," dabei streckte sie beide Arme aufwärts, ich kann den Engel da oben noch immer nicht anbringen." Sie lächelte mit froher Verschmitztheit Zeschau hatte sich schnell erhoben, leerte sein Glas und verbeugte sich vor dem Oberamtmann. Wie könnte ich meine Zeit kostbarer verbringen, als in solchem Dienst." Auch Burkhard wollte der Schwester folgen. Arthur. Du könntest einen Augenblick bei mir bleiben." Gern," erwiderte Burkhard. Mit nachdenklicher Miene in dem

ernsten Antlitz war der Vater von seinem Stuhle ausgestanden, langsam, fast feierlich schritt er dem Sohne voran .m sein Arbeitszimmer. Wie ähnlich Vater und Sohn sich sahen! Dieselbe vornehme Haltung, die glnchen scharfen Züge, die etwas Leidenschaftliches hatten, und wie die dunklen Augen von inncrm Feuer sprachen. Gemächlich erhob-sich die schöne blaue !ogge unter dem Schreibtisch, spreizte die Vorderbesne weit vor, reckte sich, gähnte laut und umgab schmeichelnd ihren Herrn. Die große alte Uhr tickte in ihrem hohen eichenen Gehäuse mit immer gleichmäßig' melancholischem Klänge. Sonst war alles ruhig, eine überheizte, merkwürdig schwule Atmosphäre. Burkhard erinnerte sich lebhaft eines kalten Wintertages, er lag in weiter Vergangenheit, da war's auch so', nur ihm selbst war viel schwuler gewesen. Er hak es nie vergessen, , was der Vater da zu ihm gesprochen, als er mit neuem Vertrauen ihm das viele Geld in die Hand drückte, das er in leichtstnniger Stunde verspielt hatte. Weshalb kam ihm der Gedanke jetzt? Hat er das Vertrauen nicht gewürdigt? Trotzig erhob er das Haupt, er hatte kein schlechtes Gewissen. Der Oberamtmann hatte sich auf seinen Stuhl am Schreibtisch niedergelassen und wies Arthur den Platz zu seiner Rechten an. Du hast Dich verändert. Arthur." begann er zögernd mit krauser Stirne. Burkhard ahnte, daß nach der gestrigen Unterredung, tn welcher er dem Vater von seinem verfehlten Vorhaben Mittheilung gemacht, noch manche Frage essen geblieben war. Aber sie quälten ihn. er wollte ausweichen, wozu auch den Vater noch bekümmern mit all' den Sorgen, an denen er allein genug zu tragen hatte. Konnte ich nicht allmalig in die Jahre gekommen sein, wo man ernstkr und gesetzter wird? Ich will Offenheit, mein Sohn, keine leeren Redensarten, Dein Vater hat das nicht verdient um Dich." Unwillig warf er das kleine Federmesser zur Seite, das er vom Schreibtisch genommen -hatte. Ein kummervoller Zug legte sich auf sein Angesicht. Unwillkürlich trat Burkhard der strenge, aber in seiner Vornehmheit immer gütige Vater von damals vor die Seele. Du hast recht, Papa." Aller Trotz war gewichen; unendlich warm und. milde leuchteten die schwärzen Augen auf, als er des Vaters Hand ergriff und sie ehrerbietig wie in seinen Kinderjahren an die Lippen drückte. Ich kann mich zu diesem Obersten v. Loewen nicht stellen. Und deshalb fühle ich mich unglücklich, bedrückt in meinem Ler:.f, der mir so lange Zeit hohe Zufriedenheit gewährte." - Ist das der Hauptgrund für Dein Abschiedsgesuch gewesen, zu dem Entschluß, den Du ohne Wissen Deines Vaters gefaßt hattest?" Ob ich ihn unter glücklichern Verhältnisscn auch gefaßt hätte, das weiß ich nicht, Papa." . Weshalb hast Du zu Deinem Vater nicht über' Dein Vorhaben gesprochen, zu den Buren zu gehen?" Verzeih, Papa, hätte ich den Abschied erhalten, ich wäre zuerst zu Dir geeilt. Vorher wollte ich Dich nicht unnöthig erschrecken." Der Oberamtmann stützte den Kopf in die Hand. Der Gedanke schmerzt? ihn tief, daß der Sohn den Rath deö Vaters nicht entbehrt hatte. In strengcr Disziplin, zu strenger rückhaltloser Pflichterfüllung hatte er seine Kinder erzogen, nie hatte er einen Widerspruch geduldet. Um seine Lippen legte sich ein harter Zug, als er kalt erwiderte: , Preußische Offiziere sind Ehrenmänner. Der Kommandeur wird Dich nicht ohne Grunds kann Dich nicht wider besseres Wissen anders beurtheilen als seine Vorgänger." Wider besseres Wissen? 'New! Dessen beschuldige ich ihn nicht; auch nicht ohne Grund, aber ohne genaue Kenntniß meiner Person," warf Burkhard lebhaft ein. Und glaubst Dir. Nava. dak der arökte Ebrenmann

nicyl icioir perfonlicy uriyeui? onntest Du eine einmal gewonnene, rein persönliche Abneigung immer erfolgreich bekämpfen? Ich glaube nicht!" Burkhard war aufgestanden und stand jetzt dicht vor seinem Vater. So

fuhr er lebhaft gestikulirend, aber ohne Erregung fort: Sieh Dich einmal um unter Deinen Leuten, mit denen Du täglich in.Berühruna stehst. Da ist Dein Kutscher. Er ist seit drei Jahren bei Dir, aber er ist Dir unsympathisch. Wenn der große Braune in der Nacht über die Kette tritt, ist der Kutscher schuld; wenn die Achse von dem uralten Tafelwagen bricht, ist er zu schnell gefahren, und als die alte Fuchsstute, spatlahm wurde, hat er sie überanstrengt. Dabei bat der Mann die vorzüglichsten Zeugnisse mitgebraefc w warm emvfoblen. Der Inspektor, Else und ich verflcyern tagNcy, daß er der ehrlichste, tüchtigste Mensch ist. Fährt er Dich in Nacht und'Wind und Wetter, so wissen wir Dich geborgen. Du aber traust ihm nie und nirgend! Wenn Du nun allein über diesen Menschen urtheilen solltest, fiele das Urtheil zu seinen Gunsten aus. wäre es gerecht?" Der Oberamtmann schwieg betroffen. Seine Züge aber belebten sich, als der Sohn mit einer gewissen Siegesfreude fortfuhr. Da ist weiter Dein Jäger oben im Walde. Nach meiner Ansicht ein infamer Taugenichts, der Dir selten nur ein Stück Wild liefert. Daß er aber erwiesenermaßen an seine Helfershelfer, an Hausirer Hasen, Hühner, ja, sogar Böcke verlaust, das glaubst Du einfach nicht. Mit seinem ewig lachenden, ewig lügenden Gesicht ist er in Deinen Augen ein Engel. Dein Kutscher kann steh eine andere Stelle suchen, und er hätte es längst gethan, hielten wir ihn nicht. Der Jäger -auch, aber er wird sich hüten! Bei uns aber " bitter zuckte die Lippe ist das anders." Eise kurze Weile warmes still. Von des Vaters Antlitz war die Härte gewichen, seine Stimme klang milde: Was hilft das alles, Arthur, Du wirst es nicht ändern." Nach einer Pause fuhr er fort: Kannst Du Dein Verhältniß zum Obersten nicht bessern?" Burkhard biß sich unwillig auf die Lippe: Leider nein!" ' Der Oberamtmann athmete tief. Als er wieder zu sprechen begann, war sein Ton zaghaft; aber er sah dem Sohne scharf in's Auge. ' Dieser Oberst von Loewen hat auch eine Tochter?" Burlhard stutzte, helle Röthe ergoß sich über seine Wangen bis in die Schläfen. Er hätte nicht mehr geschwankt, dem Vater auch hierüber ofscn zu erzählen. , Nun wußte er darum! Das war wieder Zeschaus Freundschaft! Burkhard richtete sich hoch auf und fuhr mit der Hand wie selbstgefällig durch den Schnurrbart: Ja!" Das klang kurz und entschlosfen. Dem Blick des Vaters war Burkhard nicht einen Augenblick ausge'wichen. Die bleiche Wintersonne schien hell in das überheizte Gemach. Der, Oberamtmann sah auf die große Uhr. Der goldene Zeiger wies auf eins. Wir wollten noch in's Gewölbe gehen heute Mittag, Else hat die Tannenbäume hineingeschafft." Er nahm die schweren Schlüssel vom Schreibtisch. Als er schweigend dann zum Hut und Mantel griff, war die Dogge .aufgesprungen; laut bellend und wedelnd stand sie an der Thür, das hündisch treue Auge verfolgte jede Bewegung des Herrn. Draußen im Park aber, unter den ehrwürdigen laublosen Bäumen, von denen der erwärmende Schnee in schweren Tropfen klatschte, begann ein eifriges Gcsvräch zwischen Vater und Sohn, als sie langsam auf die Anhöhe schritten, wo in unheimlich düsterm Bau die Vorfahren den ewigen Schlaf schliefen. Am Tage nach, Neujahr war Burkhard, von seinem Vater begleitet, nack Trontbeim zurückgekehrt. Es war ein unfreundlicher Tag, als der Oberamtmann die Behausung seines Sohnes verließ. Die Kälte war trübem ThauWetter gewichen und die Straßen waren naß und glatt. Die Haltung des Oberamtmanns war unsicher, er stützte sich fest auf seinen Schirm. Das war ein schwerer Gang heute für den alten Herrn! Er hatte in seinem Leben noch nicht gebettelt; wohl ihm. daß er' nicht nöthig hatte! Aber hätte die Noth- des Lebens ihn doch gepackt, er wäre tausendfach zu stolz gewesen! Für Andere in seinem eigenen Kreise, da hatte er oft gebeten, da genügte ein Wort dieses allgeachteton Mannes, dann war sein Wunsch erfüllt. Aber da konnte er vergelten. Hier nicht! Je weiter er die belebte Straße entlang schritt, desto unbehaglicher fühlte er sich. Zwei vorübergehende Hrren grüßten ihn. er achtete dessen nicht, er sah und hörte nichts, halb mechanisch schritt er vorwärts. Das Glück seines Sohnes stand auf dem Spiel, seines einzigen Sohnes! In nervöser Hast nestelte er an dem weißseidenen Halstuch, als beznge es ihn. Das Geschick seines Sohnes lag allein in der Hand dieses Obersten von Loewen, und das war dem sorgenden Vater ein unangenehm bedrückendes Empfinden. . m Er mußte sich sammeln und schöpfte tief Athem, bevor er die Stufen zur Wohnung des Obersten empor stieg. Eine Ewigkeit dünkte ihm das Warten im Salon. T.er Oberst war nicbt erbaut, als

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Das beste Heilmittel in der Welt. In 25 und 50 er vie ar:e oes veramrmanns urrhard in der Hand hielt. Abweisen wollte und konnte er den Besuche: nicht, obgleich cine Ahnung ihm sagte, daß er nichts Gutes bringe. So betrat er unwillig den Salon. Bei dem Gedanken an den Oberleutnant Burkhard schien ihm einige Zurückhaltung von vornherein geboten. Als er aber den vornehmen, würdigen Herrn mit silberweißem' Haar vor sich sah, da erwiderte er mit artiger Höflichkeit dessen Verbeugung. Di: beiden Männer standen eine Weile wortlos gegenüber. Der Oberst erwartete den Angriff, und schwer rangen sich die ersten Worte von den Lippen des Oberamtmanns. , Ich komme zu Ihnen, Herr Oberst, mit t einem etwas peinlichen Anliegen" er stutzte. War schon der erste Eindruck, den er vom Obersten gewonnen, kein günstiger, so konnte noch weniger der kalte Blick ermuthigen, der ihn jetzt traf. Schon wollte jede Hoffnung aus dem Vaterherzen schwinden, aber er raffte sich zusammen. (Fortsetzung.) Im Berufe gestorben. Während der Arzt Dr. James D. Wade in Vroollyn, N. I., unlängst in der Wohnunq eines Patienten ein Nezept ausschrieb, würd: er plötzlich vom Tode creilt.'Mit der Feder in der Hand sank er vom Stuhl. Er wurde auf ein Sopha gelegt und hatte seinen Geist ausgehaucht, noch ehe ein anderer Arzt, welcher sofrrt gerufen wurde, angclangt war. Ein Schlagfluß hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Eigenartiges' Wiedersehen. Seit 18 Jahren hatte eine Frau Frank Moon von Earbondale. Pa nach ihrem Bruder gesucht, von dem sie seit dem Tode ihrer Eltern getrennt war. Neulich entdeckte zufällig ein Mann von Wilkesbarre, daß dieser Bruder im Lackawanna Countv-Ge-fängniß sitze. Dort gab es ein rührendes Wiedersehen und der Bruder versprach, wenn er frei werde, sich bessern und bei seiner Schwester leben zu wollen. Weite Fahrt eines Schulschiffes. Das BundesSchulschiff Mohican" hat dieser Tage von San Francisco aus mit einer Besatzung von 250 Mann eine ungewöhnlich weite Fahrt angetreten. Bisher gingen die, Schulschiffe höchstens bis Honolulu, der Mohiam" wird aber nicht nur die Häfen der südamerikanischen Küste und Honolulu besuchen, sondern auch weit in die Südsee sahren und Sydney anlaufen. Die Besatzung des Schiffes besteht aus Leuten von 18 bis 25 Jahren. Fatale Vergeßlichkeit. In Omaha, Neb., ist jüngst ein gewisser Arthur Moran in Folge des Genusses von vergifteten Pfannkuchen gestorben. Frau Moran hatte zum Backen der Pfannkuchen Backpulver aus einer Kanne benutzt, in welcher sich etwas Arsenik befunden hatte. Die Frau hatte das Arsenik vor geraumer Zeit in die Backpulver-Kanne gethan und diesen Umstand bei Benutzung des BackpulVers vergessen. Funke i m Pulverfaß. Das Haus der Familie Wm. Bändergast bei Antrim, Pa., wurde kürzlich durch eine Pulver-Explosion stjirk beschädigt und der junge Vandergast.erlitt arge Verletzungen. Er hatte im hinteren Theile des Hauses ein Feuer angemacht und Funken desselben fielen auf ein neben dem Ofen stehendes volles Pulverfaß. Der junge Mann war gerade an bei Thüre, als die Explosion erfolgte Verwendungfür alte Schmöker. Mehrere 1000 Bände alter Kongreßberichte sind jüngsthin von der Ioung Men's Christian Association" in Meriden, Conn., als Brennmaterial verwandt worden. Wie der Superintendent Schoerke sagt, waren keine Kohlenvorräthe vorhanden und ganze Tonnen dieser unbenützten Bücher standen auf den Regalen. Er fah deshalb nicht ein, warum sie nicht in irgend einer Weise nutzbar gemacht werden sollten. j yatcr trni Solni. Vater L e v y (zu seinem vierzehnjährigen Sohne): Sag' 'mal. Simon, was soll ich mit Der machen, De willst nischt Kaufmann .werden, De willst nischt. studiren, was willst De denn werden?" S i m o n : Jch will werden e Beamter.- L e v y : Wa for e Amt möcht'st De haben?" S-i -m o n : E' Leihamt." ,

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Glair 37 eity Hospital 33 Blake und Norty 39 Michigan und Agnes 41 No. Spritzenhaus Washington nahe West 42 Gsendorf u Wash. 42 Missouri u New Fort 45 Meridian u Zash 46 Illinois und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 43 Kmgan'S PorkhauS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 61 N. 10 Spritzenhaus J'iinoiS u Merrill 52 Jl'inoiS u Louisiana 53 Wrt und Couch 64 West und McCarty 56 Cenate Tve. u Henry 57 Meridian nd Ra 58 No. 4 Spritzenhaus Madison 2. u Mor. 59 Madison Av.u Tunlop ei No2Haken keiterhauS Couch nahe Delaware 62 Penn, u Merrill 63 Delawan u. McCarttz es Last und MiÄarch 65 New Jersey u. Merrill 67 Birg. Av. u Vradsha 68 Eaft und Prvspect 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus ir Ave. nahe Huron 72 East und Georgia 73 dar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 English Av. u Pine 76 Chelby und BateS 7S No. 3 Spritzenhaus Prvspcct nahe Shelby 79 Flctcher v. u Shelb, 81 Market u. New Jersey 82 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 Ncw Dcrk u.Tavidsor 85 Taubstummen Anstalt 86 Ver. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 89 Frauen-Neformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mcr. 92 Meridian u. Scrgia. 93 Meridian und Couch 4 Pcnnsylv u. Louisiana 9 Virqini? Ave u. Alab. SS Hauptquartier. 97 Grand Hotel. SS Capital Ave und Ohi, 122 Ns. 16 Spritzenhaus 16. und Ash.124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 Fand und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delawan ud 19. 1Z1 Alabama und , 132 Vcllcsontaine u.)U. 134 College Ave nd 26. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Norch 137 Newman und 19. 128 College Lbe und 14. 139 Cornell Ave und 13. 1! DandeS und 12. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Ivord und 17. 147 No. .1 Spritzenhaus Hiltside Ave und 16. 143 College Av und 22. 149 College Av und 27. 152 Park Ave und 22. 15 L C u. 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McCarty 632 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe West 12 McZlcrnanund Tugy. 612 Cast u. Lincoln Ln 14 East und Beechck . lö Wright nd Ständer . 7 McCarty und Beaty 13 New Jersey u Lir Ave 712 Cpruc und Prosp 715 English 2. u. Laurel 714 Ctate Avu.Belt R A 715 Chelby und Beccher 71 State Ave und Örcmgk 71 Orange und Laurel 719 Shelby u. CtUa vt 721 Lerington A. 2azü 723 Fletcher Ave.Sru 724 State Ave . Pleasant 725 Profit und leesa.72 Orange und Harlap 723 Liberty und Merk 729 TiüZU und South 812 N?. 15 Spritzenhaus Cst Washington Stt 13 Market und Noble 814 Ohio U. Highland Ave L15 Michigan u. Highland Ll Market u Arsenal Av, 17. Ost S. Clair und ' Union Bahn Geleise. 21 Pan Har.dle ShcpS 23 Lermo,t und Walcort 24 Wash. und State Av 25 Madden's img Fab. 2 Tucker und Dorscy 27 Wash. und eviLe Av ' 2 No. 12 Spritzenhaus eville nah Vichiga, 31 Southeafter Ave nd Woodside. 32 Wash. und Deardor 34 Coutheaftern und Arsenal ÄveS. 35 New Kork und Dnnpk 912 JllinoiS und Maryl. 913 JllinoiS und Market, 914 Pen. nd Wosh. 915 Delawan nnd fc&t Spezial-Siznale. ersten l Schlag, zweiter Alarm, Zweite 2 Schläge, dritte' Alam. Dritten Schläge, vierter Alarm. , . 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgerolli. Cchläg, Wasserdruck ab. 1 Schlag, 12 Uhr Mittag. Die Zo bezeichneten Signale werben nr vom ?hurm Wächter angegeben da an de betreffende Strafte: krruVknz kin LlsrmLften angebracht find.

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